24. 1 1998 - Fußweg nach Walter Klingenbeck benannt
München-Maxvorstadt * Der Fußweg zwischen der Kaulbachstraße und der Ludwigstraße wird nach Walter Klingenbeck benannt.
25. 8 1829 - Der Grundstein für die Ludwigskirche wird gelegt
München-Maxvorstadt * Am Geburstag König Ludwigs I. wird der Grundstein für die Ludwigskirche gelegt.
19. 1 1988 - Verwaltungsgerichtshof erklärt Bebauungsplan für nichtig
München-Maxvorstadt * Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärt den Bebauungsplan „Westlicher Taxöldener Forst“ für nichtig. Die nuklearspezifischen Risiken der geplanten Wiederaufarbeitungsanlage sind zwar erkannt, aber nicht ausreichend in die bauleitplanerische Abwägung einbezogen worden. Nach Auffassung des Gerichts dürfen diese Fragen nicht vollständig in das parallele atomrechtliche Genehmigungsverfahren verlagert werden.
Das Urteil bedeutet jedoch keinen automatischen vollständigen Baustopp. Die Arbeiten auf dem WAA-Gelände werden auf der Grundlage bereits erteilter Einzelgenehmigungen fortgesetzt. Dennoch erhöht die Entscheidung die rechtliche Unsicherheit des Projekts erheblich.
4. 11 1921 - Die sterblichen Überreste werden in die Ludwigskirche gebracht
München * Schon die Rückkehr des toten Ex-Königs Ludwig III. - in einem Sonderzug - soll zu einer Triumphfahrt werden. Seit der Überschreitung der bayerischem Grenze läuteten entlang der Strecke die Kirchenglocken und auf den Bahnhöfen versammeln sich Amtsträger, Honoratioren und Vereine in der Landestracht.
Der Sonderzug mit den sterblichen Überresten des Ex-Königs Ludwigs III. macht in Wildenwart Zwischenstation, um den Sarg der Ex-Königin aufzunehmen. Um Mitternacht trifft der Zug schließlich in München ein, wo man noch in der selben Nacht die beiden Särge in die Ludwigskirche bringt.
15. 8 1829 - Grundsteinlegung für die Ludwigskirche
München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die Ludwigskirche wird gelegt.
Seit dem Jahr 1955 - Die Ludwigskirche wird durch Erwin Schleich wiederhergestellt
München-Maxvorstadt * Die Ludwigskirche wird durch Erwin Schleich wiederhergestellt.
8. 9 1844 - Die Ludwigskirche wird eingeweiht
München-Maxvorstadt * Die Ludwigskirche wird - nach 15-jähriger Bauzeit - durch Erzbischof Lothar Anselm von Gebsattel eingeweiht. Der ursprüngliche Weihetermin war für den 25. August 1844 vorgesehen, konnte aber nicht eingehalten werden, weshalb weder der sich inzwischen auf einer Badereise befindliche König Ludwig I., noch der Architekt Friedrich von Gärtner und der Innenminister Karl August von Abel daran teilnehmen können.
1832 - Grundsteinlegung für die Bayerische Staatsbibliothek
München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für die 172 x 78 x 24 Meter umfassende Bayerische Staatsbibliothek.
31. 7 1888 - Die Elefanten-Katastrophe
München * Zum Höhepunkt der Centenarfeier, dem drei Kilometer langen Festzug, formieren sich tausende Menschen und Tiere. Der „Künstler- und Handwerkerzug“ beginnt am Karlsplatz-Stachus, führt zum Marienplatz und von da durch die Dienerstraße zum Max-Joseph-Platz. Von hier aus bewegte er sich über den Odeonsplatz zum Siegestor, wo der Zug wendet, um auf der westlichen Straßenseite wieder zurück zur Briennerstraße zu gelangen, von wo aus der Weg weiter zum Königsplatz führen soll.
Die Festzugsgruppe der „Kauf- und Handelsleute“ präsentiert sich dabei mit einem Wagen, zu dem acht indische Elefanten gehören. Diese entstammen einer Leihgabe des Zirkusdirektors Carl Hagenbeck. Beim Umzug durch die Ludwigstraße trotteen die exotischen Tiere gelassen und brav einher. Als der Festzug jedoch am Siegestor eine Schleife macht, treffen die von Berbern berittenen Elefanten auf die als feuerspeienden Drachen dekorierte Straßenlokomotive in der Gruppe der Eisenindustrie. Die Elefanten erschrecken durch ein unachtsames Dampfablassen und von dem Rattern und Gezische des grotesken Vehikels derart, dass sie scheuten und wild trompetend davonrasen. Die aufgescheuchten Elefanten lösen wiederum eine Massenpanik unter den Besuchern aus.
Den Anfang macht ein Elefantenbulle, der wild zu trompeten beginnt, durch die Ludwigstraße nach Norden trampelt und vor der Staatsbibliothek randaliert. Drei Tiere folgen ihm, Panik bricht aus, im Gedränge sterben Menschen. Die Zirkuswärter brauchen die Hilfe der schweren Reiterei, um die Elefanten zu bändigen.
Vier weitere Elefanten nehmen in die entgegengesetzte Richtung Reißaus und verbreiten Angst und Schrecken. Im ungezügelten Galopp rennen sie über die Ludwig- in die Maximilianstraße, steuern den Hofgraben zu, wo sie an der Königlichen Münze das Hauptportal einrennen. Über den Alten Hof laufen sie weiter zum Viktualienmarkt und richten unter den Verkaufsständen verheerende Verwüstungen an. Ein Elefant soll sogar ins Hofbräuhaus gerannt sein, bei denen Münchner Wirtshausbrüder und Elefanten einander Rüssel an Nase begegnen.
Ihr weiterer Weg führt zum Gärtnerplatztheater und von dort zur Auenstraße 46, wo sie sich im Hof einfangen und beruhigen lassen. Später bringt man einen an die Vorgänge erinnernden Gedenkstein an. Immerhin verlieren durch die „Elefanten-Katastrophe“ und der damit verbundenen Massenpanik zwei, nach anderer Quelle vier Menschen ihr Leben. Zudem verursacht sie 42 Verletzte.
3 1943 - Phosphor- und Sprengbomben zerstören die Bayerische Staatsbibliothek
München-Maxvorstadt * Phosphor- und Sprengbomben zerstören 85 Prozent der Bausubstanz und 25 Prozent des Bücherbestands der Bayerischen Staatsbibliothek.
Um 10 2002 - Der Giftschrank in der Bayerischen Staatsbibliothek wird geöffnet
München-Maxvorstadt * Der sogenannte „Giftschrank“ in der Bayerischen Staatsbibliothek wird geöffnet. Er beinhaltet in der Hauptsache erotische Literatur, aber auch unliebsame politische oder kirchenkritische Schriften, die seit dem frühen 19. Jahrhundert zensiert, verboten, von der Polizei und Gerichten abgegeben und gesammelt wurden.
1843 - Der Bau der Bayerischen Staatsbibliothek wird vollendet
München-Maxvorstadt * Der Bau der Bayerischen Staatsbibliothek an der Ludwigstraße wird vollendet. Er kostet 1,3 Millionen Gulden.
1966 - Die Bayerische Staatsbibliothek bekommt einen Erweiterungsbau
München-Maxvorstadt * Nach Kriegszerstörung und Wiederaufbau wird der Bayerischen Staatsbibliothek ein Erweiterungsbau aus Stahl und Glas angefügt.
1827 - Friedrich von Gärtner soll die Bayerischen Staatsbibliothe bauen
München-Maxvorstadt * König Ludwig I. erteilt Friedrich von Gärtner den Auftrag zum Bau der Bayerischen Staatsbibliothek, deren Bestände auf Herzog Albrecht V. ins 16. Jahrhundert zurückgehen.
Schon bevor sie die rund 200.000 Bände aus den säkularisierten Klöstern aufnehmen musste, war die Staatsbibliothek eine der umfangreichsten Sammlungen ihrer Art in Europa.
8. 7 1832 - Der Grundstein für die Staatsbibliothek wird gelegt
München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die Bayerische Staatsbibliothek an der Ludwigstraße wird gelegt.
1837 - Die Staatsbibliothek wird bezogen
München-Maxvorstadt * Die von Friedrich von Gärtner geplante Staatsbibliothek wird bezogen.
1842 - Die Staatsbibliothek ist endgültig fertiggestellt
München-Maxvorstadt * Die Staatsbibliothek in der Ludwigstraße ist endgültig fertiggestellt.
18. 8 1853 - Kaiser Franz Joseph I. und Herzogin Elisabeth „Sisi“ verloben sich
Wien - München * An seinem 23. Geburtstag hält der österreichisch-ungarische Kaiser Franz Joseph I. um die Hand seiner Cousine Herzogin Elisabeth „Sisi“ in Bayern an. In der Überzeugung „einem Kaiser von Österreich gibt man keinen Korb“ stimmt das herzogliche Haus der Verlobung zu. Herzog Max in Bayern und die kaiserliche Administration einigen sich auf eine Mitgift in Höhe von 50.000 Gulden, dazu Kleider und Schmuck.
7. 11 1918 - Die königliche Regierung verliert ihre militärische Machtbasis
München-Maxvorstadt * Im Kriegsministerium beraten Vertreter der königlichen Regierung über die Lage. Kriegsminister Philipp von Hellingrath muss gegen 17 Uhr erkennen, dass die Münchner Garnison zur Niederschlagung des Aufstands nicht mehr zuverlässig zur Verfügung steht. Immer mehr Soldaten schließen sich den Revolutionären an. Damit verliert die Monarchie ihre entscheidende militärische Stütze.
Hellingrath gibt einen militärischen Gegenschlag allerdings noch nicht endgültig auf: Nach Mitternacht begibt er sich nach Pasing, um außerhalb Münchens zusammengezogene Truppen gegen die Revolution einzusetzen. Auch dieser Versuch scheitert am folgenden Morgen, als die Soldaten auf die Seite der Revolutionäre übergehen.
In München stellen nur noch die Gewerkschaften eine durchorganisierte Macht dar. Doch deren Mitglieder sind nun nicht mehr bereit, eine Dynastie zu retten, die sich seit Jahrhunderten auf ihre Klassenprivilegien stützte und erst weniger als eine Woche zuvor den parlamentarisch-demokratischen Reformen ihre Zustimmung gab.
1841 - Das Georgianum zieht in den Neubau an der Ludwigstraße
München-Maxvorstadt * Das Georgianum, das weltweit einzige staatliche Priesterseminar, zieht in seinen Neubau an der Ludwigstraße.
1861 - Königin Marie gründet das Marienstift für verwaiste Töchter von Staatsdienern
München * Königin Marie von Bayern ruft das „Marienstift für verwaiste Töchter von Staatsdienern aller Klassen“ ins Leben und wird in der Ludwigstraße 14 untergebracht.
21. 10 1918 - Lieber ein Kapitulationsfriede als den Zusammenbruch
München - Königreich Bayern * Das Kriegsministerium erhält anonyme „Stimmen aus dem Mittelstande Bayerns“ zugeschickt. Darin wird unter der Berufung auf die allgemeine Volksmeinung gefordert: „Der Friede muss sobald als möglich herbei geführt werden, gleich ob günstig oder ungünstig.“ Ein Kapitulationsfriede sei immer noch besser als der unausweichliche Zusammenbruch.
28. 9 1921 - Generalleutnant Otto Hermann von Lossow übernimmt die 7. Division
München * Generalleutnant Otto Hermann von Lossow übernimmt die Befehlsgewalt über die in Bayern stationierte 7. Division.
25. 8 1919 - Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der Reichswehr
Berlin - München * Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der Reichswehr.
1. 10 1933 - Wilhelm Adam wird Kommandierender General im Wehrkreis VII
München * Kommandierender General im Wehrkreis VII wird Wilhelm Adam.
8. 6 1945 - Der Soldatensender AFN nimmt seinen Betrieb auf
München-Maxvorstadt * Der Soldatensender American Forces Network - AFN nimmt von der Kaulbachstraße 15 aus seinen Betrieb auf. Die technischen Einrichtungen sind vorhanden, weil die Gauleiter Adolf Wagner und Paul Giesler ihre Informationen von hier aus über Kabel direkt zum Sender Ismaning übertragen haben.
5. 6 1962 - Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und rund 2.000 Personen
München-Maxvorstadt * Im Anschluss an ein Jazzkonzert kommt es an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und rund 2.000 Personen, als nach dem Ende des Konzerts in der Aula der Universität zahlreiche Konzertbesucher die Musiker auffordern, auf dem Geschwister-Scholl-Platz weiterzuspielen.
Als die mit Buhrufen begrüßte Polizei eintrifft, kommt es zu Rangeleien und zwei Festnahmen. Die Polizei wird von den Protestierern durch eine Blockade am Wegfahren gehindert. Dabei werden auch die Reifen des Einsatzwagens zerstochen.
Die bedrängten Polizisten rufen Verstärkung, die mit zwei Funkstreifenwagen, dem Kleinen und Großen Überfallkommando sowie dem Bereitschaftszug der Stadtpolizeischule am Ort der Auseinandersetzung eintrifft. Der Polizeimacht gelingt es an diesem Abend die Menge zu zerstreuen. Es kommt zu weiteren sieben Festnahmen. Die so Festgesetzten werden alle wegen Auflauf und Landfriedensbruch angezeigt.
Dieses Geplänkel geht als „Unikrawall“ in die Geschichte ein.
1922 - Der päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli bewohnt das Seyssel-Palais
München-Maxvorstadt * Bis 1925 bewohnt der päpstliche Nuntius“Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., während des Umbaus der Nuntiatur in der Brienner Straße die Räume des Seyssel-Palais in der Kaulbachstraße 13.
1. 10 1935 - General Walter von Rückenau übernimmt den Wehrkreis VII
München * Nachfolger von Wilhelm Adam als Kommandierender General im Wehrkreis VII wird General Walter von Rückenau, der als einer der wenigen Vertrauten Adolf Hitlers im Generalstab gilt.
29. 12 1830 - König Ludwig I. lässt die Universität schließen
München-Kreuzviertel * König Ludwig I. lässt die Universität schließen, weil es dort zwischen dem 24. und 29. Dezember 1830 zu einer Randale von Münchner Studenten gekommen ist.
1950 - Das Französische Konsulat bezieht die Räume der Kaulbachstraße 13
München-Maxvorstadt * Ein Jahr nach der Gründung der BRD werden offizielle diplomatische Beziehungen mit Frankreich aufgenommen. Das Französische Konsulat bezieht die Räume der Kaulbachstraße 13, die zuvor der NS-Ministerpräsident Ludwig Sieber bewohnt hat.
Das Französische Konsulat sieht ihre Hauptaufgabe in der Wiederbelebung der durch den Krieg zerrissenen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.
29. 6 1962 - Das Studentenparlament missbilligt das Verhalten der Protestierer
München-Maxvorstadt * Das Studentenparlament der Ludwig-Maximilians-Universität missbilligt das „teilweise kriminelle Verhalten“ einzelner Protestierer. Es schreibt aber die Hauptschuld an den Ausschreitungen bei den Schwabinger Krawallen dem „unklugen und rücksichtslosen Vorgehen der Polizei“ zu.
1. 9 1962 - Der AStA veröffentlicht seinen Untersuchungsbericht zu den Krawallen
München-Maxvorstadt * Der Allgemeine Studenten-Ausschuss der Ludwig-Maximilians-Universität veröffentlicht seinen Untersuchungsbericht zu den Schwabinger Krawallen. Er stellt fest, dass es sich dabei insgesamt um keine Studentenunruhen gehandelt hat. Nur an den ersten Protestabenden waren Studenten führend beteiligt. Der Stadtpolizei wird ein „taktisch unkluges Vorgehen“ bescheinigt.
Ab 1941 - Professor Walther Wüst ist Rektors der Universität München
München-Maxvorstadt * Professor Walther Wüst bekleidet von 1941 bis 1945 das Amt des Rektors der Universität München.
21. 6 1831 - Das Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße ist fertiggestellt
München-Maxvorstadt * Das Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße ist fertiggestellt.
29. 7 1871 - Die Universität wählt Ignaz von Döllinger zu ihrem Rektor
München-Maxvorstadt * Die Universität wählt Ignaz von Döllinger zu ihrem Rektor.
1960 - Die Volkshochschule in der Rheinbergerstraße
München-Maxvorstadt * Die Büros der Münchner Volkshochschule befinden sich im Neuen Rathaus, bis sie im Jahr 1960 in der Rheinbergerstraße in der Maxvorstadt eigene Räume beziehen kann.
26. 7 1847 - Dem Korps Alemannia werden alle Rechte garantiert
München * Dem Korps Alemannia werden alle Rechte garantiert, die auch die anderen Korps haben. Die neue Studentenverbindung Alemannia steht unter dem Schutz der Lola Montez - und versteht sich umgekehrt als ihre Garde. Angeblich sind ihre roten Mützen aus den Unterröcken der Tänzerin geschneidert.
Es wird nicht lange dauern, bis man die Alemannen als „Lolamannen“ diffamiert. Mehr wie achtzehn Mitglieder zählt die Verbindung nie. Wenn sie die Hörsäle betreten, ertönt ein gellendes Pfeifkonzert, weshalb sie sich bevorzugt im Kaffeehaus Rottmann treffen. Es befindet sich gegenüber dem Hofgartencafé von Luigi Tambosi, am anderen Ende des Bazargebäudes.
Der 23-jährige Jurastudent Elias [genannt Fritz] Peißner aus Vilseck in der Oberpfalz ist der leitende Senior der Verbindung. Er hat eine Art Büro im Palais Montez eingerichtet und ist verdächtigt, Lolas Liebhaber zu sein.
29. 5 1960 - Das Kavallerie-Denkmal vor dem Hauptstaatsarchiv wird enthüllt
München-Maxvorstadt * Das Kavallerie-Denkmal vor dem Hauptstaatsarchiv wird enthüllt. Der Wehrmachtsgeneral a.D. Dietrich von Saucken lobt dabei die Eigenschaft der „Deutschen Soldatenpferde“ und die sich daraus ergebenden Charaktereigenschaften: „Fromm, willig und ausdauernd bis zum letzten Atemzug“, lautet seine Analyse.
Der Entwurf zu dem überlebensgroßen, ungesattelten Bronzepferd stammt von dem Bildhauer Bernhard Bleeker, der schon den toten Soldaten im Kriegerdenkmal im Hofgarten geschaffen hat.
14. 9 1949 - Die Internationale Jugendbibliothek öffnet seine Pforten
München-Maxvorstadt * Die Internationale Jugendbibliothek in der Kaulbachstraße 11 öffnet seine Pforten. Sie ist das Werk der Kinderbuchautorin und Journalistin Jella Lepmann, die als Jüdin 1936 Deutschland verlassen muss.
8. 6 1933 - Toni Pfülf begeht in ihrer Wohnung Selbstmord
München-Maxvorstadt * Toni Pfülf begeht in ihrer Wohnung im Gartenhaus der Kaulbachstraße 12 Selbstmord. Nach den Reichstagswahlen im März 1933 wurden viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Schutzhaft genommen. Auch Toni Pfülf war vorübergehend wegen „Aufforderung der Arbeiterschaft zum Widerstand gegen das NS-Regimes“ verhaftet worden.
2. 8 1914 - Ausländische Studenten verlassen die Universitätsstadt München
München * An den Münchner Hochschulen, wozu die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Hochschule, die Königliche Akademie der Künste und die Königliche Akademie der Tonkünste gehören, sind
- 412 Studierende aus Österreich-Ungarn,
- 376 aus Russland und
- 50 Studenten aus dem Königreich Serbien eingeschrieben.
Diese verlassen die Stadt - aus unterschiedlichen Gründen - umgehend.
13. 10 1831 - Das Herzog-Max-Palais wird bezogen
München-Maxvorstadt * Herzog Max in Bayern und seine Ehefrau Ludovica beziehen das Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße.
14. 10 1872 - Die Kreislehrerinnenbildungsanstalt zieht in die Ludwigstraße
München-Maxvorstadt * Die Kreislehrerinnenbildungsanstalt für Oberbayern hat im Gebäude des Damenstifts an der Ludwigstraße ihre neue Unterkunft gefunden. Die Lehramtsaspirantinnen müssen eine höhere Erziehungs- und Unterrichtsanstalt besuchen und anschließend eine zweijährige Fachausbildung durchlaufen, werden aber nicht in den gleichen Fächern ausgebildet wie die Männer.
Behörden und Lehrer sehen die Frau in der Schule - zwar als einen hübschen, aber dennoch - als Ärgernis erregenden Fremdkörper an. Kritiker betonen, dass der Körper der Lehrerinnen „den Anstrengungen des Schulberufs weniger gewachsen ist als der der Männer. Wir Deutsche aber, die dem konzentrischen Drucke aller Völker Europas ausgesetzt sind, können die Verweiblichung am allerwenigsten brauchen. Wir können uns in unserer Stellung nur halten aufgrund jener harten Männertugenden, die das schönste Erbteil des deutschen Volkes sind.“
- Die Lehrerinnen werden von ihrem männlichen Kollegen verteufelt, obwohl ihr Lohn sowieso schon geringer als der ihrer männlichen Kollegen ist.
- Außerdem haben die meisten weiblichen Lehrkräfte keine feste Anstellung und kommen über die untersten Stufen der Hierarchie nicht hinaus.
- Hinzu kommt noch ein strenges Zölibat, ein Heiratsverbot.
- Das verordnete Eheverbot für die Lehrerinnen ist ein wirksames Mittel, die Quote der weiblichen Lehrkräfte niedrig zu halten.
Die Unvereinbarkeit zwischen Ehe und Lehrberuf wird begründet und verteidigt. So kommt der Bayerische Landtag zur Erkenntnis, dass das Eheverbot „einem dem Interesse der Schule schädlichen Widerstreit zwischen den Pflichten einer Frau als Lehrerin und als Ehefrau“ zuvorkomme.
15. 10 1835 - Grundsteinlegung für das Max-Joseph-Stift an der Ludwigstraße
München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für das Max-Joseph-Stift an der Ludwigstraße.
6. 11 1918 - Das Kriegsministerium hält Angestellte für besonders radikal
München * Das bayerische Kriegsministerium berichtet unter Berufung auf Vertrauensleute, dass sich „die Arbeiter weit ruhiger als die Angestellten“ verhalten. Letztere seien „weit radikaler und unbelehrbarer, ja fast ausnahmslos Anhänger der USPD“. Die Formulierungen spiegeln die Einschätzung der militärischen Behörden wider.
Historische Untersuchungen weisen tatsächlich auf eine Besonderheit der Münchner USPD hin: Unter ihren Mitgliedern sind gegen Kriegsende Angestellte, Kaufleute und Handwerker stärker vertreten als Arbeiter. Dieser Befund lässt sich jedoch nicht auf die USPD insgesamt übertragen. Ebenso wenig belegt er die Behauptung, die Partei wolle die Arbeiterschaft lediglich für eine Revolution des Mittelstands benutzen.
4 1971 - Das „KEKK“ bereichert die Kleinkunstszene
München-Maxvorstadt * Mit dem „KEKK“ [= Kabarett & Engagierte Kleinkunst] entsteht im Saal der legendären Gaststätte „Witwe Bolte“ in der Amalienstraße 87 eine neue Kleinkunstbühne. Initiator ist Helmut Wagner, genannt Helmuth von der Vogelweide.
Junge Kabarettisten, Liedermacher und Schauspieler finden hier eine Auftrittsmöglichkeit abseits der etablierten Bühnen. Das KEKK entwickelt sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt der Kleinkunstszene und bringt zahlreiche Künstler hervor, die später weit über München hinaus bekannt werden.
24. 5 1965 - Der Brunnen im Hof des Hauses des Rechts
München-Maxvorstadt * Das Hauptwerk des Dichters Dante Alighieri heißt „La Divina Commedia - Die göttliche Komödie“. Den gleichen Namen trägt der neu gestaltete Brunnen im Hof des Hauses des Rechts in der Veterinärstraße 1.
1961 - Umzug des Cafés Guglhupf zum Monopteros
München-Maxvorstadt * Nach der Schließung des „Café Guglhupf“ verlegt Fritz Kreutzkamm den Cafébetrieb in einen Behelfsbau an der Königinstraße nahe dem Englischen Garten. Unter dem Namen „Café Monopteros“ entwickelt sich das Kaffeehaus zu einem beliebten Treffpunkt, insbesondere für Studierende. Nachdem für die Königinstraße ein Baustopp verhängt wird und der Fortbestand des Gebäudes gesichert ist, investiert Kreutzkamm in den Standort und führt das Café bis 1975.
9. 8 1923 - Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“
München-Maxvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“ im Steinickesaal in der Adalbertstraße 15. Das Stück wird 67 Mal aufgeführt.
16. 7 1871 - Die siegreichen bayerischen Truppen ziehen durchs Siegestor
Schwabing - München-Maxvorstadt * Die siegreichen bayerischen Truppen ziehen triumphierend durch das feierlich geschmückte Siegestor.
1938 - Der Umzug „2000 Jahre Deutsche Kultur“ nutzt das Siegestor
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Umzug „2000 Jahre Deutsche Kultur“ nutzt das Siegestor für seine Propaganda.
7 1954 - Die Ruine des Siegestores soll abgerissen werden
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Ruine des Siegestores soll abgerissen werden. Dank des Amtes für Denkmalpflege wird es 1956 jedoch notdürftig geflickt.
1840 - Friedrich von Gärtner beginnt mit den Planungen zum Siegestor
München-Maxvorstadt - Schwabing * Friedrich von Gärtner beginnt im Auftrag König Ludwigs I. mit den Planungen zum Siegestor. Johann Martin von Wagner wird mit dem Skulpturenschmuck des Siegestores beauftragt.
1. 11 1852 - Ex-König Ludwig I. schenkt der Stadt München das Siegestor
München-Maxvorstadt * Das Siegestor geht als Schenkung an die Stadt über - und damit auch der Unterhalt. Mit der Auflage, dass seine Ausrichtung nach Norden nie verändert werden darf.
11. 6 1999 - Die Sanierungsarbeiten am Siegestor sind abgeschlossen
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Sanierungsarbeiten am Siegestor sind abgeschlossen.
1826 - Erste Planungsvorstellungen zum Bau des Siegestores
München-Maxvorstadt - Schwabing * Erste Planungsvorstellungen von König Ludwig I. zum Bau des Siegestores.
15. 10 1850 - Das Siegestor wird - noch ohne der Quadriga - eingeweiht
München-Maxvorstadt - Schwabing * Das Siegestor wird - noch ohne der Quadriga - eingeweiht.
Um 12 1945 - Der Abriss des Siegestores wird beschlossen
München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Abriss des Siegestores wird beschlossen.
21. 1 1975 - „Der lange Weg nach Sacramento“
München * Das Bayerische Fernsehen strahlt im Vorabendprogramm Helmut Dietls grandiose Serie „Münchner Geschichten“ aus. In der Folge „Der lange Weg nach Sacramento“ verwandeln sich der Tscharli und seine Freunde in die Westernhelden Zorro, Gringo und Zapata.
4. 7 1966 - Steine und Tintenfässer fliegen gegen das US-Generalkonsulat
München-Maxvorstadt * Am amerikanischen Unabhängigkeitstag demonstrieren Kriegsgegner gegen den Vietnamkrieg, in den Amerika 1963 militärisch eingegriffen hat. Steine und Tintenfässer fliegen gegen das Gebäude. Das Generalkonsulat in München wird zum Symbol eines US-Imperialismus und damit zur Zielscheibe zahlreicher Protestaktionen.
16. 10 1852 - Nach dem Aufsetzen der Quadriga wird das Siegestor feierlich eröffnet
München-Maxvorstadt - Schwabing * Nach dem Aufsetzen der Quadriga wird das Siegestor feierlich eröffnet.
11 1799 - Die Militärgärten werden vom Englischen Garten abgetrennt
München-Englischer Garten * Die Militärgärten werden abgeschafft, dem Hoffuttermeisteramt unterstellt und vom Englischen Garten abgetrennt.
7. 1 1800 - Aus den Militärgärten wird die Schönfeldwiese
München-Englischer Garten * Das Gelände der Militärgärten wird wieder mit dem Englischen Garten vereinigt und daraus eine ausgedehnte längliche Wiesenfläche, die Schönfeldwiese, angelegt.
1. 7 1982 - Eine neue Nacktbadeverordnung für einen hüllenfreien Aufenthalt
München-Englischer Garten * Der Stadtrat beschließt die Nacktbadeverordnung. Ab sofort darf man legal auf der Schönfeldwiese [= „Poebene“] und in der Schwabinger Bucht komplett hüllenfrei liegen, sitzen und herumtollen.
Um 1979 - Das erste frei zugängliche innerstädtische Nacktbadegebiet der Welt
München-Englischer Garten * Der Englische Garten wird für seine Nacktbadenden bekannt. Aus anfänglichen Verboten wird schnell eine offizielle Duldung – damit entsteht das erste frei zugängliche innerstädtische Nacktbadegebiet der Welt.
8. 7 1789 - Die ersten Pflanzungen werden im Militärgarten vorgenommen
München-Englischer Garten * Unter dem Kommando von Benjamin Thompson nehmen Soldaten die ersten Pflanzungen für den Militärgarten vor.
10. 4 1806 - Johann Peter von Langer wird Direktor der Kunstakademie
München * Johann Peter von Langer, der bis dahin die Akademie in Düsseldorf geleitet und gerade die Sicherstellung der Kunstschätze in Düsseldorf und in Schloss Bensberg überwacht hat, wird zum Direktor der neu zu gründenden Akademie der Bildenden Künste berufen und erhält zugleich den Auftrag, deren Verfassung auszuarbeiten.
1868 - Die Königlich-Ethnographische Sammlung wird öffentlich
München-Graggenau * Die Königlich-Ethnographische Sammlung zieht in das Galeriegebäude der Hofgartenarkaden und wird erstmals öffentlich zugänglich. Damit entwickelt sie sich zu einem Museum im heutigen Sinn. Fast sechs Jahrzehnte bleibt sie dort, doch die stetig wachsenden Bestände machen die Räume bald zu klein. Ein neuer Standort wird notwendig.
20. 1 1890 - Siemens eröffnet seine erste Niederlassung in München
München-Graggenau * In der Galeriestraße 15a eröffnet die Berliner Firma Siemens & Halsk" mit zwei Mitarbeitern seine erste Niederlassung außerhalb Preußens. Das Zwei-Personen-Büro teilen sich der Ingenieur Adalbert Planck, ein Bruder des späteren Nobelpreisträgers Max Planck, und eine Sekretärin.
Ab 1778 - Öffentliche Zugänglichkeit zur Kunst jetzt auch in München
München * Nach seinem Amtsantritt als pfalz-baierischer Kurfürst führt Carl Theodor sein Konzept zur Zugänglichkeit von Kunst für ein breiteres Publikum auch in München ein.
1 1876 - Beginn der Baumaßnahmen für die Kunstakademie
München-Maxvorstadt * Die Baumaßnahmen für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste beginnen.
1. 6 1808 - Gründung der Königlichen Akademie der Bildenden Künste
München * Die Königliche Akademie der Bildenden Künste wird in München gegründet. Als ihr erster Direktor wird der inzwischen in den Adelsstand erhobene und aus Düsseldorf stammende Johann Peter von Langer ernannt.
21. 7 1895 - Franz Stuck und die Königliche Akademie der bildenden Künste
München-Maxvorstadt * Franz Stuck wird an der Königlichen Akademie der bildenden Künste Nachfolger von Wilhelm von Lindenschmitt.
1783 - Eine öffentlich zugängliche Galerie
München-Graggenau * Die von Kurfürst Carl Theodor eingerichtete Gemäldegalerie im Galeriegebäude des Hofgarten bietet Platz für rund 700 Werke. Per Erlass legt er fest, dass die Sammlung frei zugänglich ist und damit allen Interessierten offen steht.
4. 11 1788 - Erste Kunstausstellung der Zeichnungsakademie
München-Graggenau * Im Galeriegebäude am Hofgarten wird die erste Kunstausstellung der Zeichnungsakademie, einer Vorläuferin der späteren Kgl. Akademie der bildenden Künste, abgehalten.
14. 5 1808 - Konstitutionsurkunde für die Akademie der Bildenden Künste
München * König Max I. Joseph unterzeichnet die Konstitutionsurkunde, mit der die bestehende Akademie der Bildenden Künste [= Zeichnungsschule] reformiert werden soll.
Ab 1886 - Die „Raffael-Gobelins“ im neu erbauten Akademiegebäude
München-Maxvorstadt * Die „Raffael-Gobelins“ werden in den Dienstateliers von Professoren sowie im Rektorat der neu erbauten Akademie aufgehängt. Damit sind sie nicht öffentlich zugänglich.
Um 3 1799 - Kurfürst Max IV. Joseph fördert die Künstlerausbildung
München-Graggenau * Kurz nach seinem Regierungsantritt beabsichtigt Kurfürst Max IV. Joseph die Neuordnung der Künstlerausbildung.
1825 - Friedrich Gärtner soll einen Neubau für die Akademie errichten
München-Maxvorstadt * Friedrich Gärtner erhält den Auftrag für einen Neubau der Akademie der Bildenden Künste.
Ab 1777 - Ein modernes Museumskonzept im 18. Jahrhundert
München-Graggenau * Der pfalz-baierische Kurfürst Carl Theodor lässt für seine umfangreichen, aus baierischem und pfälzischem Besitz vereinten Gemäldesammlungen im mittleren Abschnitt der nördlichen Arkaden des Hofgarten ein Galeriegebäude errichten: die Hofgarten-Galerie, die als öffentliches Museum dient.
Der rund 175 Meter lange Bau ist schmal und funktional gehalten. Sein Architekt, Karl Albrecht von Lespilliez, konzipiert im Obergeschoss ausreichend tiefe Räume für die Präsentation der Gemälde. Anders als zuvor üblich entsteht hier kein einzelner, langgestreckter Saal, sondern eine Abfolge unterschiedlich großer Ausstellungsräume.
Auch bei der Beleuchtung geht Lespilliez neue Wege: Hoch an beiden Längsseiten angebrachte Fenster sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung und einen steilen Lichteinfall. Dadurch lassen sich die Bilder nahezu ohne störende Reflexionen betrachten.
Neben der Gemäldegalerie bietet das Gebäude Raum für einen Graphiksaal, Teile der kurfürstlichen Bibliothek sowie eine Mal- und Zeichenschule. So verwirklicht Carl Theodor sein Ziel, am Hofgarten einen zentralen Ort für Kunstförderung und öffentliche Bildung zu schaffen.
1 1881 - Die ersten Künstler beziehen die Akademiegebäude
München-Maxvorstadt * Die Räume im Akademieneubau der Bildenden Künste für die Klassen der Professoren Defregger, Wagner und Müller können in bereits fertiggestellte Räume des Akademieneubaues umziehen. Drei Professorenateliers und zwölf Malräume sind zur Benutzung freigegeben.
1779 - Die Gemäldegalerie an der Nordseite des Hofgartens
München-Graggenau - München-Maxvorstadt * Zwischen 1779 und 1783 lässt Kurfürst Carl Theodor durch Karl Albrecht von Lespilliéz, dem Nachfolger von François Cuvilliés d.Ä., an der Nordseite des Hofgartens eine Gemäldegalerie anbringen. Davon hat die Galeriestraße ihren Namen.
1885 - Der Umzug in die Kunstakademie ist abgeschlossen
München-Maxvorstadt * Der gesamte Umzug der Akademie der Bildenden Künste ist vollzogen.
1873 - Antrag zur Finanzierung des Akademieneubaues
München-Maxvorstadt * Ferdinand von Miller sen. bringt erfolgreich einen Antrag zur Finanzierung des Akademieneubaues in den Bayerischen Landtag ein.
Um den 1. 11 1831 - Prinz Carl lehnt die griechische Königskrone ab
München * Die Griechen und die griechischen Schutzmächte Großbritannien, Frankreich und Russland erhoffen sich durch einen über den Parteien stehenden, neutralen „christlichen erblichen Fürsten“ das Land stabilisieren zu können. Da England, Frankreich und Russland um die Einflussnahme in Griechenland konkurrieren, soll der künftige Herrscher jedoch einem politisch eher unbedeutendem Fürstenhaus entstammen.
Eine Wahl fällt auf den bayerischen Prinzen Carl, dem jüngeren Bruder König Ludwigs I.. Als ihm über die französische Regierung - vom Bruder nachhaltig unterstützt - die griechische Königskrone angetragen wird, macht dieser aber keinen Hehl daraus, dass ihm an Politik und Macht nichts liegt und er in Hinblick auf die Krone keinerlei Ehrgeiz entwickelt.
Prinz Carl widmet sich lieber seiner militärischen Karriere und seiner Familie. Ohne auch nur nachzudenken, lehnt er deshalb das Angebot umgehend ab. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Lage Griechenlands ist desolat. Das Land ist ausgeblutet und wirtschaftlich kaum entwickelt.
1826 - Leo von Klenze durchkreuzt Gärtners Akademie-Pläne
München-Maxvorstadt * Leo Klenze, der Gegenspieler von Friedrich Gärtner, bringt dessen Auftrag für einen Neubau der Akademie der Bildenden Künste wieder zu Fall.
3 1881 - 14 weitere Atelierräume beziehbar
München-Maxvorstadt * 14 weitere Atelierräume im Neubau der Kunstakademie werden freigegeben.
28. 8 1658 - Ein Festumzug zu Ehren des neugekrönten Kaisers
München-Maxvorstadt * Kurfürst Ferdinand Maria veranstaltet zu Ehren des neu gekrönten Kaisers Leopold I. den Festumzug „Applausi festivi barriera“ mit anschließendem Turnier. Kaiser Leopold I. macht auf seiner Rückreise von den Krönungsfeierlichkeiten in Frankfurt vom 26. August bis 4. September in München Station.
1874 - Finanzmittel für den Neubau der Akademie bereitgestellt
München-Maxvorstadt * Zwei Millionen Gulden aus dem französischen Entschädigungsfonds in Folge des gewonnenen Krieges von 1870/71 werden für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste bereitgestellt.
18. 10 1875 - Erste Entwürfe für den Akademie-Neubau
München-Maxvorstadt * Gottfried von Neureuther reicht die ersten Entwürfe für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste beim Ministerium ein.
24. 5 1804 - Der Grundstein für das Palais Salabert wird gelegt
München-Graggenau * Der Grundstein für das Palais Salabert, dem heutigen Prinz-Carl-Palais, wird gelegt. Das Gartenpalais wird nach Plänen von Carl von Fischer erbaut.
6. 9 1915 - Franz Josef Strauß wird in München geboren
München * Franz Josef Strauß, der spätere Bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende, wird in München, in der Schellingstraße 49, geboren.
22. 1 1875 - Neureuther wird mit dem Akademie-Neubau beauftragt
München-Maxvorstadt * Der Architekturprofessor des Münchner Polytechnikums (heute: TU) Gottfried von Neureuther wird mit dem Bau der Akademie der Bildenden Künste beauftragt.
2009 - Ein Film über die Surfszene am Eisbach
München-Englischer Garten - Lehel * Bjoern Richie präsentiert seinen Dokumentarfilm „Keep surfing“ über die Surfszene am Eisbach.
15. 5 1705 - München wird von den Kaiserlichen belagert
München * Feldmarschall Johann Franz Graf von Gronsfeld rückt mit rund 8.000 kaiserlichen und verbündeten Soldaten sowie Belagerungsgeschützen vor München. Er fordert die sofortige Übergabe und droht andernfalls mit der Beschießung der Stadt. Teile der Bürgerschaft wollen Widerstand leisten, doch Regierung und Stadtmagistrat erkennen die militärische Übermacht und nehmen Verhandlungen auf.
Gronsfeld sichert schriftlich zu, die in München lebenden Söhne Kurfürst Max Emanuels nicht anzutasten und die Rechte der Bürgerschaft zu wahren. Außerdem sollen die Kosten der Einquartierung nicht allein den Bürgern auferlegt, sondern auch vom Hofpersonal, vom Adel und von der Geistlichkeit getragen werden. Daraufhin stimmt die Stadt der kampflosen Übergabe zu.
4 1972 - Auf einer Insel im See entsteht das Japanische Teehaus
München-Englischer Garten - Lehel * Hinter dem Haus der Kunst entsteht auf einer Insel im See das Japanische Teehaus.
1972 - Dr. Soshitsu Sen stiftet das Japanische Teehaus
München-Englischer Garten - Lehel * Im Olympiajahr stiftet Dr. Soshitsu Sen, der Großmeister der Urasenke Teeschule aus Kyoto/Japan, das Japanische Teehaus, verbunden mit der Auflage, dass dort die japanische Teezeremonie unterrichtet und vorgeführt wird.
26. 10 2005 - Der Erweiterungsbau für die Kunst-Akademie wird eröffnet
München-Maxvorstadt * Der moderne Erweiterungsbau für die Akademie der Bildenden Künste der Architektengruppe „Coop Himmelb(l)au“ wird offiziell eröffnet.
4. 10 1803 - Das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ wird enthüllt
München-Graggenau * Auf dem Weg vom Hofgarten in den Englischen Garten wird das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ von Franz Jakob Schwanthaler d.Ä. enthüllt. Es ist eine Stiftung des Ministers Theodor Graf von Morawitzky.
18. 3 1983 - Michael Käfer übernimmt das P1 im Haus der Kunst
München-Lehel * Michael Käfer übernimmt das „P1“ im Ostflügel des Hauses der Kunst. Er macht den Club durch eine außergewöhnliche Publikumsauswahl und extravaganten Partys zu Deutschlands Tanztempel Nr. One.
1890 - Der Eisbach vor dem Prinz-Carl-Palais wird überwölbt
München-Graggenau * Der Eisbach vor dem Prinz-Carl-Palais wird überwölbt.
16. 3 1919 - Im Odeon findet eine Trauerfeier für Kurt Eisner statt
München-Maxvorstadt * Im Odeon findet eine Trauerfeier für Kurt Eisner statt. Der Schriftsteller Heinrich Mann und Minister Hans Unterleitner halten die Gedenkrede.
Heinrich Mann sagt: „Der verewigte Kurt Eisner wird beispielhaft in unserer Mitte weilen, seinen Tod überdauernd gewiss durch seine Taten, aber noch mehr durch das, was er war.
Wir danken ihm nicht einfach den Sturz eines verworfenen Regiments, sondern dass dieses Regiment, das selbst in seinen weniger schändlichen Zeiten nichts anderes gewesen war als geistlose Gewalt, unvermittelt und in sinnbildlicher Art abgelöst wurde von der Menschenart, die Geist will und Geist schafft“.
Dann folgen die berühmten Worte des Schriftstellers: „Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernuft, mehr Bewegung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher. Sein Glaube an die Kraft des Gedankens, sich in Wirklichkeit zu verwandeln, ergriff selbst Ungläubige.
In jeder Handlung sah er neben ihrer praktischen Wirkung ihr geistiges Gepräge. Achtstundentag, Demokratisierung des Heeres, eine befreite Schule, die wirtschaftliche Erfüllung der politischen Revolution: durch solche Taten dachte er, gleichwie in seinen Reden, die bis dahin verfemten Wahrheiten zu bezeugen. […]
In Bern, auf der Sozialistentagung, hatte, solange er sprach, Deutschland keinen Feind mehr. […]
Er ging aus einer Zeit des Wahnsinns und Verfalles mit ungebrochener Vernunft hervor. Er liebte die Menschen, traute ihnen die Kraft zur Wahrhaftigkeit zu und erwartete daher noch so viel von ihnen, dass er sich hütete, alles auf einmal zu verlangen. […]
Der erste wahrhaft geistige Mensch an der Spitze eines deutschen Staates erschien jenen, die über die zusammengebrochene Macht nicht hinwegkamen, als Fremdling und als schlecht. Dass er am Quell der Macht doch lauter blieb, widerstrebte ihren Begriffen. Seine Güte, die um keinen Preis, nicht einmal um den seines eigenen Lebens, Blut vergießen wollte, ihnen war sie Schwäche. […]
Bewahren wir sein unversehrtes Bild! Solange er da war, hatte die Revolution einen Sammelpunkt, in dem sie einig und ihrer frohen Zukunft gewiss war.“
26. 9 1662 - Die Fortsetzung der Festtriologie mit einem Turnierspiel
München-Graggenau * Die Fortsetzung der Festtriologie findet mit dem Turnierspiel „Antiopa Giustificata“ statt, das im überdachten Brunnenhof der Residenz beginnt und am Nachmittag im Turnierhaus am Hofgarten fortgesetzt wird. Dort hat man zwei gegenüberliegende Bühnen aufgebaut:
- Eine männliche mit dem baierischen Wappen und
- eine weibliche mit dem Wappen von Savoyen.
Eine Sphinx tritt mit einem Spiegel auf, in dem Kurfürst Ferdinand Maria die „herrlichen Taten“ seines Sohnes erkennen könne, mit denen Max Emanuel „die Welt überraschen“ werde: Die „Siege über die Barbaren“ und den „Triumph über die Türken“, der den „Untergang des Halbmondes“ zur Folge haben wird.
10 1987 - Gauweilers RAF-Vergleich verschärft den Konflikt
München * Der bayerische Innenstaatssekretär Peter Gauweiler stellt öffentlich eine Verbindung zwischen militanten Teilen des Widerstands gegen die WAA und der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF) her. Vertreter der Bürgerinitiativen weisen den Vergleich zurück und betrachten ihn als Versuch, die Protestbewegung zu kriminalisieren. Die Äußerungen heizen die ohnehin angespannte Stimmung vor der Großdemonstration am 10. Oktober zusätzlich an und vertiefen die politische Konfrontation zwischen Staatsregierung und WAA-Gegnern.
16. 3 1919 - Heinrich Mann würdigt Kurt Eisner bei einer Trauerfeier im Odeon
München-Maxvorstadt * Im Odeon findet eine Trauerfeier für den ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner statt. Der Schriftsteller Heinrich Mann und Sozialminister Hans Unterleitner halten Gedenkreden.
Heinrich Mann würdigt Eisner als einen Politiker, der geistige Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit miteinander verbindet. Seine Bedeutung liegt für ihn weit über dem Sturz der Monarchie: „Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft, mehr Belebung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher.“
Als Ausdruck dieses Aufbruchs nennt Mann den Achtstundentag, die Demokratisierung des Heeres, eine von obrigkeitlicher Bevormundung befreite Schule und das Streben nach einer wirtschaftlichen Ergänzung der politischen Revolution.
Besonders hebt er Eisners Gewaltlosigkeit hervor: Was dessen Gegner als Schwäche betrachten, versteht Mann als menschliche Größe. Mit dem Appell „Bewahren wir sein unversehrtes Bild!“ fordert er dazu auf, Eisners humanistische Ziele und seine politische Leistung im Gedächtnis zu bewahren.
30. 10 1810 - Luigi Tambosi pachtet das Kaffeehaus an der Hofgartenmauer
München-Graggenau * Die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine verpachtet das Kaffeehaus an der Hofgartenmauer vor der Reitschule für 1.400 Gulden jährlichen Pachtschilling an den Italiener Luigi Tambosi.
Der bisherige Kaffeehaus-Besitzer Johann Nepomuk Schuster konnte zuvor die Zinsen für das von der Kurfürstin-Witwe geliehene Geld nicht mehr bezahlen.
8 1825 - Simon von Eichthal kauft das „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer“
München-Maxvorstadt * Die Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine verkauft die an Luigi Tambosi verpachtete „reale Kaffeeschenk- und Traiteurgerechtigkeit“ an den Hofbankier Simon von Eichthal und an den Architekten und Unternehmer Ulrich Himbsel.
1828 - Im Bazargebäude ist das Hofgarten-Café untergebracht
München-Graggenau * Das Bazargebäude wird eröffnet.
- Im Erdgeschoss befinden sich Ladengeschäfte.
- Im südlichen Eckbau wird das von Luigi Tambosi betriebene Hofgarten-Café untergebracht.
24. 3 1789 - Platzsuche für den geplanten Militärgarten
München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor fordert den Münchner Magistrat auf, für die Verwirklichung eines Militärgartens einen geschützten Platz ausfindig zu machen. Da es der Stadtverwaltung mit der Durchführung des von Thompson vorgelegten Planes nicht eilig ist, schreitet der Minister selbst zur Tat.
Er hält die Gegend um den Hirschanger vor dem Schwabinger Tor, ein bisher lediglich zur kurfürstlichen Jagd genutztes Stück Land, das zum Teil außerhalb des Münchner Burgfriedens liegt und damit dem Einfluss und der Polizeigewalt des Münchner Magistrats entzogen ist, als am besten geeignet.
20. 6 1789 - Kurfürst Carl Theodor ordnet die Verwirklichung der Militärgärten an
München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor beauftragt Sir Benjamin Thompson mit der Verwirklichung der Militärgärten. Er soll den Platz bestimmen, ausstecken, unter die Regimenter aufteilen und von ihnen bearbeiten lassen. Die Grundstückseigentümer werden finanziell entschädigt.
1387 - Das Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses wird erstmals erwähnt
München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Aw vor dem Schwäbinger Tor“, das unmittelbar an die Münchner Residenz anschließende Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses, wird erstmals erwähnt.
- Der stadtnahe Teil führt den Namen Hirschanger mit dem Hirschangerwald.
- Flussabwärts, auf der Höhe von Schwabing, schließt sich die Hirschau an.
31. 12 1988 - Der Englische Garten hat eine Größe von 373,44 Hektar
München-Englischer Garten * Der Englische Garten hat eine Größe von 373,44 Hektar. Zum Vergleich:
- Central-Park in New York = 335 Hektar,
- Hyde-Park in London = 125 Hektar.
18. 7 1937 - Der Festumzug Zweitausend Jahre deutsche Kultur
München-Lehel - München * Knapp vier Jahre nach der Grundsteinlegung wird das Haus der Deutschen Kunst mit der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung eröffnet. Höhepunkt des drei Tage währenden „Tages der Deutschen Kunst“ ist der Festumzug „Zweitausend Jahre deutsche Kultur“.
1893 - Wird München zur Kaffeestadt ?
München-Lehel * Aus Anlass der Eröffnung des Café Prinzregent in der Prinzregentenstraße 4 dichtete ein namentlich nicht überlieferter Münchner Volkssänger folgende Zeilen:
„Jetzt werd, wohin man schaut,
Kaffeehaus um Kaffeehaus baut.
Den Ruf als Bierstadt büaß ma ein,
bald wern ma a Kaffeestadt sein!“
1803 - Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die Oberaufsicht über das Gartenwesen
München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell wird die Oberaufsicht über das gesamte Gartenwesen übertragen. Der von Rumford angelegte Theodor-Park war - wenn auch dem allgemeinen Publikum gestiftet - in seiner Ausstattung doch auf eine Gesellschaft abgestimmt, die eher im höfischen Leben beheimatet ist.
28. 2 1990 - Der Orkan Wiebke wütet über Deutschland
Deutschland - Schweiz - Österreich - München-Englischer Garten * Der Orkan „Wiebke“ wütet über Deutschland, Teilen der Schweiz und Österreichs. In der Folge fallen rund 70 Millionen Festmeter Sturmholz an, was ungefähr der doppelten Holzmenge entspricht, die üblicher Weise im normalen Holzeinschlag erarbeitet wird. Auch der Baumbestand im Englischen Garten ist stark betroffen.
Bis 1982 - Pferdehaltung zur Bewirtschaftung der Baumschule
München-Englischer Garten * Zur Bewirtschaftung der Baumschule und zum Einsammeln von Abfällen werden im Englischen Garten Pferde gehalten.
19. 5 2014 - Markus Söder eröffnet das Jubiläum des Englischen Gartens
München-Englischer Garten - Lehel * Heimatminister Markus Söder eröffnet am Chinesischen Turm - als Chef der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen - an diesem absolut unhistorischen Datum - die Feierlichkeiten zum 225. Jubiläum des Englischen Gartens.
1947 - Eine Ulmen-Krankheit vernichtet 6.000 Bäume
München-Englischer Garten * Eine Ulmen-Krankheit vernichtet im Englischen Garten 6.000 Bäume.
1933 - Der Englische Garten verliert erneut Grund und Boden
München-Englischer Garten - Lehel * Durch den Bau des Hauses der Deutschen Kunst verliert der Englische Garten an seiner Südseite erneut Grund und Boden.
24. 7 1988 - Ein bisher noch nie erlebter Verlust von Altbäumen
München-Englischer Garten * Ein Gewittersturm und das große Ulmen-Sterben fordert im Englischen Garten einen bisher noch nie erlebten Verlust von Altbäumen. Die Abendzeitung ruft anschließend zu einer Baumspendeaktion auf. Damit können über 4.000 Bäume gepflanzt werden.
1793 - Der erste Führer des neu angelegten Englischen Gartens erscheint
München-Englischer Garten * Der erste Führer des neu angelegten englischen Gartens oder Theodors Park zu München erscheint.
7. 3 1793 - Der Englische Garten wird offiziell eröffnet
München-Englischer Garten * Der Englische Garten wird für die Bevölkerung offiziell zum allgemeinen Besuch geöffnet.
3 1799 - Der Englische Garten ist dem kurfürstlichen Kabinett unterstellt
München-Englischer Garten * Der Englische Garten ist inzwischen nicht mehr der Militärbehörde, sondern dem kurfürstlichen Kabinett unterstellt.
- Reinhard Freiherr von Werneck ist hauptamtlicher Direktor des 375 Morgen großen Englischen Gartens.
- Er untersteht aber dem zum Gartenbaudirektor für die Rheinpfalz und ganz Baiern ernannten Friedrich Ludwig Sckell.
Werneck achtet hauptsächlich auf die wirtschaftliche Rentabilität der Gartenanlage. Durch landwirtschaftliche Einrichtungen soll sich das Gartenprojekt selbst tragen - und möglichst sogar einen Gewinn erwirtschaften.
Dies will Werneck durch die Erweiterung der Wiesen- und Waldflächen, durch eine Vergrößerung des Viehbestandes und den Ausbau der Ökonomie und der Mühlen erreichen. Die Ökonomie und die Schweizerey wird dem Englischen Garten einverleibt.
2011 - Der Englische Garten, eine der weltweit größten Parkanlagen
München-Englischer Garten * Wenn man die Maximiliansanlage, den Hofgarten und den Finanzgarten hinzu zählt, umfasst der Englische Garten eine Fläche von über 417 Hektar.
- Die drei Bäche (Schwabinger Bach, Eisbach und Oberstjägermeisterbach) haben eine Länge von 8,5 Kilometern.
- Von den 16 Hektar Wasserflächen ist der Kleinhesseloher See mit acht Hektar das größte Gewässer.
- Das 78 Kilometer lange Wegenetz (davon 12 Kilometer Reitwege) beinhaltet auch über 100 Brücken und Stege.
1797 - Freiherr Werneck wird die Intendanz des Englischen Gartens übertragen
München-Englischer Garten * „Zur Ausfüllung seiner Mußestunden“ erhält Reinhard Freiherr von Werneck die Intendanz des Englischen Gartens übertragen.
11. 10 1933 - Adolf Hitler legt den Grundstein für das Haus der Deutschen Kunst
München-Lehel * Reichskanzler Adolf Hitler legt, begleitet vom Geläute sämtlicher Münchner Kirchenglocken, den Grundstein für das Haus der Deutschen Kunst. Dabei bricht der Zeremonienhammer in zwei Teile. Ein böses Omen.
Zugleich verleiht der „Führer“ der bayerischen Hauptstadt den Ehrentitel Hauptstadt der Deutschen Kunst.
13. 8 1789 - Der Auftrag zur umgehenden Verwirklichung des Englischer Gartens
München-Englischer Garten - Hirschanger * Kurfürst Carl Theodor unterzeichnet ein Dekret, wonach er „den hiesigen Hirsch-Anger [...] zur allgemeinen Ergötzung für Dero Residenzstadt München herstellen zu lassen, und diese schönste Anlage der Natur dem Publikum in ihrem Erholungs-Stunden nicht länger vor zu enthalten gnädigst gesonnen“ sei.
Sir Benjamin Thompson erhält den Auftrag, den Landschaftspark unverzüglich zu verwirklichen. Der geplante Volksgarten wird zunächst Theodors-Park, später Englischer Garten genannt.
9. 8 1795 - Eine festliche Veranstaltung im Englischen Garten
München-Englischer Garten * Aus Anlass der Vermählung des 70-jährigen pfalz-baierischen Kurfürsten Carl Theodor mit der 18-jährigen Erzherzogin Maria Leopoldine aus dem Hause Österreich-Este hält der kurfürstliche Hof im Englischen Garten eine festliche Veranstaltung ab. Ausgerichtet wird das Fest vom Reichsgrafen von Rumford.
Es gibt Lustfahrten auf dem See, einen „Tanz der neun Musen“ im Apollotempel, die „Vorstellung einer baierisch-ländlichen Nationalhochzeit“, Musik und Tanz und viele andere Vergnügungen. Zum Ausklang wird der ganze Park mit tausenden Lampions beleuchtet. Außerdem hält ein „Chinese im Nationalkostüm“ eine Huldigungsrede für das Kurfürstenpaar.
Die jugendliche „Landesmutter“ ist jedoch durch „eine Unpässlichkeit an der Teilnahme verhindert“.
1809 - Pläne für eine Walhalla im Englischen Garten
München-Englischer Garten * Pläne für eine zum Andenken der „großen Teutschen“, einer Walhalla im Englischen Garten entstehen.
31. 12 1825 - Der Englische Garten hat eine Größe von 231 Hektar
München-Englischer Garten * Der Englische Garten hat eine Größe von 231 Hektar.
10. 8 1807 - Friedrich Ludwig Sckell ist unzufrieden mit dem Englischen Garten
München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell fertigt für den Englischen Garten einen Plan B, den er gemeinsam mit Plan A samt einer erläuternden Denkschrift dem König überreicht. Darin drückt er seine Unzufriedenheit mit der Art der Bepflanzung, der er das Fehlen von „pittoresken Ansichten“ vorwirft, und der architektonischen Gestaltung der zumeist aus Holz errichteten Parkbautenaus. Diese sind nach seiner Meinung weder stabil genug gebaut, noch entsprechen sie der „reinen Baukunst“.
Den Chinesischen Turm will er sofort abreißen lassen, da „der Chinesische Geschmack der Baukunst keine Nachahmung verdienet, und wenn einst dieser ganz faul seyn wird, und abgebrochen werden muß, Kein anderer mehr erbauet werden dürfte“.
26. 7 1792 - Kaiser Franz II. besichtigt den neu angelegten Englischen Garten
München-Englischer Garten * Kaiser Franz II. besichtigt den neu angelegten Englischen Garten.
7. 8 1789 - Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell wird nach München berufen
München * Der Schwetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell wird von Kurfürst Carl Theodor nach München berufen, um unter der Oberaufsicht von Sir Benjamin Thompson Entwürfe zur Anlage des Englischen Gartens zu entwerfen. Sckell zeichnet „gleich in der Natur selbst“ den Verlauf des ersten Weges und steckt die Grenzen der Ehren Pflanzungen aus.
19. 8 1798 - Rumford wird Bevollmächtigter Minister Baierns am Großbritannischen Hof
München - London * Sir Benjamin Thompson Reichsgraf von Rumford wird zum Bevollmächtigten Minister Baierns am Kgl. Großbritannischen Hofe ernannt und verlässt deshalb Baiern. Die Oberaufsicht über den Ausbau des Englischen Gartens gibt er gleichzeitig an seinen Nachfolger Reinhard Freiherr von Werneck ab.
Nach 6 1945 - Der Englische Garten wird intensiv landwirtschaftlich genutzt
München-Englischer Garten * Der Englische Garten wird noch lange Zeit nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs intensiv landwirtschaftlich genutzt.
- Auf dem Hirschanger werden 93.000 Kubikmeter Schutt gelagert.
- Die Schönfeldwiese ist von Splitterschutzgräben durchzogen.
- 680 Bombentrichter hat der Bombenkrieg alleine im Englischen Garten hinterlassen.
1972 - Erneute Erweiterung des Englischen Gartens
München-Englischer Garten * Das 3,6 Hektar große Rattenhuber-Grundstück wird als Parkfläche im Englischen Garten angelegt.
Um das Jahr 1820 - „Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden“
München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig von Sckell schreibt über den Englischen Garten: „Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden, alle Stände müssen sich also da versammeln und in langen bunten Reihen bewegen und die frohe Jugend unter ihnen hüpfen können“.
11. 6 1530 - Ein 70.000 Gulden teuerer Prunk und Glanz für den Kaiser
München-Graggenau * Danach gibt es im Lusthaus im Hofgarten ein Menü. „Um ein Uhr nachts“, nach dem 32. Gang, gibt der Kaiser das Zeichen zum Aufbrechen. Man verlässt den Hofgarten, um anschließend am Tanz im Rathaus teilzunehmen, wo „die schönsten Frauen des Landes bis gegen vier Uhr früh morgens im Reigen sich schwangen“.
Der 70.000 Gulden teuere Prunk und Glanz soll beim Habsburger Kaiser den Eindruck entstehen lassen, dass bei den Wittelsbachern kein Mangel besteht. Das dazu notwendige Geld hat der Baiernherzog Wilhelm IV. ein Jahr zuvor dem Volk als Türkenkriegssteuer abgepresst.
9. 12 1799 - Der Wirtschaftsbetrieb Englischer Garten
München-Englischer Garten * Die beiden im Jahr 1798 errichteten Säge- und Mahlmühlen werden ebenfalls dem Wirtschaftsbetrieb Englischer Garten einverleibt.
1794 - Großes Fest im Englischen Garten
München-Englischer Garten * Widerwillig kehrt Sir Benjamin Thompson Graf von Rumford von seinem Erholungsurlaub von Italien nach München zurück. Da ihn eine - hauptsächlich aus Bettlern bestehende - Menschenmenge freundlich empfängt, organisiert er zum Dank eine großes Fest im Englischen Garten. 30.000 Besucher kommen. Ochsen werden gebraten und Bierfässer angezapft, Musikkapellen spielen und Lampions brennen.
Um 1965 - Eine eigene Kuh für die Beschäftigten des Englischen Gartens
München-Englischer Garten * Bis zur Mitte der 1960er Jahre wird für die Milchversorgung der Beschäftigten des Englischen Gartens eine eigene Kuh gehalten.
1889 - Das Fahren mit dem Rad ist im Englischen Garten verboten
München-Englischer Garten - München-Graggenau - München-Haidhausen - Bogenhausen * Das Rad fahren im Englischen Garten, in den Maximiliansanlagen und im Hofgarten ist untersagt. Auch viele Straßen der Innenstadt sind für Velocipedisten tagsüber nur zu Fuß zu benutzen, das Rad muss geschoben werden.
8 1964 - Ein Sturm entwurzelt 450 alte Bäume im Englischen Garten
München-Englischer Garten * Ein Sturm entwurzelt 450 alte Bäume im Englischen Garten.
1815 - Der Große Wasserfall wird von Menschenhand erschaffen
München-Englischer Garten - Lehel * Der Große Wasserfall an der Kreuzung des Schwabinger Bachs und des Eisbachs wird geschaffen. Seither stürzen die durch ein Stauwehr zurückgehaltenen Wassermassen über von Menschenhand platzierte Felsen. Die Szenerie erinnert an ein romantisches Landschaftsgemälde.
31. 12 1893 - Der Englische Garten umfasst 272,40 Hektar
München-Englischer Garten * Der Englische Garten umfasst 272,40 Hektar.
1797 - Ein Weiher in der Nähe des heutigen Wasserfalls
München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe des heutigen Wasserfalls im Englischen Garten wird ein Weiher angelegt.
Ab 1890 - Ernst Philipp Fleischer lebt dauerhaft in München
München * Ernst Philipp Fleischer lebt dauerhaft in München: zunächst in der Ottostraße 1, später in der Leopoldstraße 20.
9. 2 1915 - Lion und Marta Feuchtwanger ziehen in die Prinzregentenstraße 6
München-Lehel * Lion und Marta Feuchtwanger ziehen in die Prinzregentenstraße 6.
Bis 1945 - Der Schwabinger Bach wird zum Eisbach - und umgekehrt
München-Englischer Garten - Lehel * Der Zusammenfluss aller äußeren Stadtbäche wird - bis zur Kreuzung mit dem Eisbach - als Schwabinger Bach bezeichnet. Dieser Bachabschnitt wird seither Eisbach genannt. Er beginnt unter der Prinzregentenstraße mit der Vereinigung des Stadtmühlbachs und des Stadtsägmühlbachs.
Genau umgekehrt ist es beim jetzigen Schwabinger Bach. Er hieß bis 1945 Eisbach. Schwabinger Bach heißt nun der Bachabschnitt ab der Galeriestraße nach dem Zusammenfluss von Kögelmühlbach und Kainzmühlbach.
Ab der Kreuzung zwischen Eisbach und Schwabinger Bach besteht wieder die alte Namensgebung.
24. 7 1798 - Die Rumford-Mühlen am Eisbach
München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor lässt 2.000 Gulden zum Bau der an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach gelegenen Militär-Mühlen oder Rumford-Mühlen zur Verfügung stellen. Es handelt sich um eine Sägemühle und eine Mahlmühle für das Getreide des von Benjamin Thompson Verbesserten Kommissbrotes.
26. 10 2022 - Aktivisten der „Letzten Generation“ blockieren die Brienner Straße
München-Kreuzviertel * Gegen Mittag blockieren Aktivisten der „Letzten Generation“ die Brienner Straße am Odeonsplatz; die meisten haben sich mit einer Hand auf den Asphalt geklebt. Die Polizei nimmt 18 Personen mit und hält sie über Nacht fest.
1806 - Die Militärmühlen werden stillgelegt
München-Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die Militärmühlen an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.
10. 3 1790 - Gründung der Thier-Arzney-Schule
München-Englischer Garten - Schwabing * Kurfürst Carl Theodor ruft in einem Dekret die „Thier-Arzney-Schule“ ins Leben. Sie soll nicht nur Viehseuchen erforschen und bekämpfen, sondern auch Tierärzte und Schmiede für die Kavallerie ausbilden.
11. 10 1725 - Die neue Münchner Burgfriedensgrenze
München * Eine Hofkommission und Vertreter der Stadt umreiten die neue Münchner Burgfriedensgrenze.
3 1826 - Straßen nach siegreichen Schlachten gegen Napoleon umbenannt
München * König Ludwig I. lässt Straßen in München nach siegreichen Schlachten gegen Napoleon umbenennen.
- Aus der Karolinenstraße bzw. Wilhelminenstraße wird die Barer Straße,
- aus der Ludwigstraße die Arcisstraße, die die heutige Katharina-von-Bora-Straße mit einschließt, die vor 1826 den Namen Amalienstraße trägt.
- Die Königsstraße, die ab dem Königsplatz Kronprinzenstraße heißt und aus dem ehemaligen Fürstenweg nach Nymphenburg entstanden sind, wird zur Brienner Straße.
Diese Straßennamen erinnern an die in Frankreich gelegenen Orte Brienne-La-Rothiére, Arcis sur Aube sowie Bar sur Aube, bei denen das V. Armeekorps unter General Carl Philipp Wrede im Februar und März 1814 siegreich aus den Napoleonischen Befreiungskriegen hervorging.
7. 11 1724 - Münchens Burgfriedensgrenze wird neu geregelt
München * Kurfürst Max Emanuel bestätigt den Münchner Burgfrieden mit veränderten Grenzen.
Ursprünglich reicht der zum Hoheitsgebiet der Stadt zugerechnete Burgfrieden im Norden bis unmittelbar vor das Dorf Schwabing. Das Leprosenhaus am heutigen Nicolaiplatz gehörte noch zum Stadtgebiet. Von dort aus zieht sich die Stadtgrenze etwas südöstlich zur heutigen Veterinärstraße, überquert hier den Schwabinger Bach und in schnurgerader Richtung die Hirschau bis zur Isar. Da aber Kurfürst Max Emanuel souverän über die Hirschau als Jagdgebiet verfügen will, klammert er das Gebiet aus dem Münchner Burgfrieden aus und erklärt: „Wür aber ersagte Hirschau Uns zu Unseren fürstlichen Jagden und Lust specialiter gnädigst reserviert haben.“
Mit der Ausgemeindung der Hirschau aus dem Burgfrieden der Stadt verläuft nun die Stadtgrenze vom Schwabinger Bach aus stark südöstlich bis etwa an die Stelle des heutigen Monopteros, in dessen Nähe sich heute auch die Burgfriedenssäule mit der Nummer 12/13 befindet. Für die Ausgemeindung der Hirschau aus dem Stadtgebiet Münchens wird die Stadt durch die Eingemeindung der drei Mühlen am Dreimühlenbach, der Schwalbensteinmühle, der Au- oder Papiermühle und der Brudermühle entschädigt. Gleichzeitig wird das Lehel der städtischen Gewalt unterstellt. Eine schriftliche Fixierung des Münchner Burgfriedens erfolgt aber erst zwölf Jahre später.
10. 8 1790 - Die Verwaltung und Benutzung des Englischen Gartens wird geregelt
München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine „Spezialresolution“, die die Verwaltung und Benutzung des Englischen Gartens und aller darin befindlichen Grundstücke und Gebäude regelt.
14. 7 1789 - Der Sturm auf die Bastille fördert den Englischen Garten
Paris * Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt in Paris die Französische Revolution. Durch dieses Ereignis wird das Militärgarten-Projekt in München [= Englischer Garten] zu einem Politikum, das in aller Eile realisiert werden muss.
25. 5 1790 - Die erste groß angelegte Besichtigungsfahrt durch den Englischen Garten
München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor unternimmt eine erste groß angelegte Besichtigungsfahrt im offenen Gartenwagen durch den neu angelegten Englischen Garten. Doch noch ist der Park für die Öffentlichkeit gesperrt.
Der Bericht der ersten Spazierfahrt erwähnt eine Vieharzneyschule, eine Baumschule, eine Schweizerey, eine Schäferey und eine Ackerbauschule. Diese Einrichtungen sind als Lehr- und Musterbetriebe konzipiert und sollen die Landbevölkerung mit den neuesten Anbau- und Zuchtmethoden vertraut machen.
27. 5 1993 - Ministerpräsident Max Streibl muss wegen der Amigo-Affäre zurücktreten
München-Graggenau * Ministerpräsident Max Streibl muss wegen der sogenannten „Amigo-Affäre“ zurücktreten. Den Ministerpräsidenten-Sessel übernimmt sein Parteifreund Edmund Stoiber.
1. 5 1791 - Im Englischen Garten wird ein Manöver abgehalten
München-Englischer Garten * Im Englischen Garten wird ein Manöver abgehalten. Aus ganz Baiern beteiligen sich von jedem Regiment eine Kompanie. Das sind 1.500 Mann, davon 300 zu Pferd. Das Manöver dauert bis zum 29. Juni.
1818 - Das Eichthal-Palais an der Brienner Straße 12 wird von Klenze erbaut
München-Maxvorstadt * Das Eichthal-Palais an der Brienner Straße 12 wird von Leo von Klenze erbaut.
8. 9 2014 - Uli Hoeneß gibt den Bayerischen Verdienstorden zurück
München * Die Frau und die Kinder von dem in der Strafvollzugsanstalt Landsberg wegen Steuerhinterziehung zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe einsitzenden Ex-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß geben seinen Bayerischen Verdienstorden persönlich bei Ministerpräsident Horst Seehofer zurück.
Die Bayerische Staatskanzlei soll Hoeneß zu diesem Schritt bedrängt haben. Es sei ein ungeschriebenes Gesetz, dass zu einer Strafe ohne Bewährung Verurteilte den Orden zurückgeben müssen. Der Bayerische Verdienstorden wurde Uli Hoeneß im Jahr 2002 verliehen.
31. 8 1914 - Zum Patriotischen Abend erscheinen nur mehr 25 Leute
München-Maxvorstadt * Zu einem Patriotischen Abend ins Café Luitpold erscheinen nur mehr 25 Leute.
21. 2 2009 - Ein Kurt-Eisner-Porträt für die Bayerische Staatskanzlei
München-Lehel * Am 90. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners übergeben Wolfram P. Kastner, Frieder Köllmayr und weitere Mitglieder des Vereins „Das andere Bayern e. V.“ der Bayerischen Staatskanzlei ein Porträt des Freistaatsgründers und ersten demokratischen Ministerpräsidenten als Geschenk.
Der Pförtner nimmt das Bild entgegen. Eine Aufhängung folgt jedoch nicht. In einem anschließenden Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer kritisieren die Initiatoren, dass die Staatskanzlei nur die Ministerpräsidenten seit 1945 mit Porträts würdigt. Sie fordern, auch Eisner sichtbar zu ehren und die gesamte Geschichte der bayerischen Regierungschefs mit den notwendigen historischen Erläuterungen darzustellen.
1. 5 1790 - Die Thierartzney-Schule wird in der Gemeinde Schwabing eröffnet
München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Thierartzney-Schule“ wird unter der Leitung des Medizinalrats Professor Dr. med. Anton Will in der sogenannten Jesuitenwasch in der damals noch selbstständigen Gemeinde Schwabing eröffnet.
Die Tierarzneischule beschäftigt sich mit der Bekämpfung einbrechender Viehseuchen sowie der Ausbildung geschickter Tierärzte und guter Huf- und Kurier-Schmiede für die Kavallerie-Regimenter. Der Lehrbetrieb wird aber erst am 1. November aufgenommen.
1. 6 2018 - Ein Kreuz im Eingangsbereich der bayerischen Dienstgebäude
Freistaat Bayern * In jedem Dienstgebäude des Freistaats Bayern muss ein Kreuz angebracht werden. Das löst Proteste und deutschlandweit eine kontroverse Diskussion aus. Selbst Vertreter der christlichen Kirchen widersprechen dem Beschluss. Auch deshalb, weil Ministerpräsident Markus Söder erklärt: „Das Kreuz ist nicht ein Zeichen einer Religion.“ Im Kreuz spiegle sich vielmehr „unsere bayerische Identität und Lebensart“.
25. 8 1914 - In Frankreich erbeutete Kanonen und anderes Kriegsgerät wird ausgestellt
München-Graggenau * In Frankreich erbeutete Kanonen und anderes Kriegsgerät wird am Odeonsplatz ausgestellt.
28. 4 1919 - Kommunisten besetzen das Wittelsbacher Palais
München * Am Nachmittag besetzen Kommunisten das Wittelsbacher Palais, den Sitz des Aktionsausschusses.
1. 11 1790 - Der Lehrbetrieb in der Veterinärschule wird aufgenommen
München-Englischer Garten - Schwabing * Der Lehrbetrieb in der Veterinärschule wird durch den Professor der Tierarzneikunst und Medizinalrat Anton Joseph Will aufgenommen.
Ab dem 21. 10 1918 - Fluchtpläne für die königliche Familie werden erarbeitet
München * Fluchtpläne für die königliche Familie werden erarbeitet. Der Zufluchtsort für die königliche Familie soll Würzburg sein. Dorthin will sie sich begeben, falls die bayerische Haupt- und Residenzstadt München beschossen oder gar von Feinden besetzt werden sollte. Alle beweglichen Kostbarkeiten aus der Schatzkammer und der Reichen Kapelle der Residenz werden zum Abtransport verpackt.
Bei einer Revolution könnte nach Einschätzung von Prinzessin Wiltrud alles verloren sein. Dann „sind wir sehr, sehr arm, denn Barvermögen ist wenig da“.
24. 9 1662 - Der Auftakt einer Festtriologie im Opernhaus am Salvatorplatz
München * Auch das Volk darf sich an den Feierlichkeiten aus Anlass der Geburt des Kurprinzen Max Emanuel beteiligen. Von Mittag bis zum Abend fließt aus eigens vor der Residenz aufgestellten Brunnen weißer und roter Wein. Brot wird verteilt. Und Hofleute werfen Geldstücke und Schaumünzen unters Volk. Das kurfürstliche Herrscherpaar verfolgt zeitgleich im Opernhaus am Salvatorplatz die Oper „Fedra Incoronata“. Sie bildet den Auftakt einer Festtriologie.
Noch vor der eigentlichen Opernaufführung erscheinen Iris, Hebe sowie Lucina und verkünden, dass die Zeit der finsteren unwirtlichen Wetter zu Ende geht und jetzt heitere Tage anbrechen würden. Sie sind gekommen, um die Sorgen und Schmerzen, die sich mit der schweren Geburt des Prinzen eingestellt haben, zu vertreiben. Dem neuen Helden [Max Emanuel] wünschen sie alles Gute und dass er wachsam und Kühn das Schwert führen werde.
In dem folgenden Spektakel treten nahezu alle griechischen Götter und Helden auf und huldigen dem Kurprinzen. Selbst der Kriegsgott Mars prophezeit, dass die unbesiegbare Rechte Max Emanuels die „Türken zähmen und bezwingen“ werde. Dem drei Monate alten Kurprinzen wird von den Göttern eine großartige Zukunft vorausgesagt.
5. 10 1864 - Wagners Huldigungsmarsch für den Märchenkönig
München-Graggenau * Unter den Fenstern der königlichen Wohnung in der Münchner Residenz wird der von Richard Wagner komponierte „Huldigungsmarsch“ zur Aufführung gebracht. Die Uraufführung dieses Werkes war ursprünglich am 25. August 1864, dem 19. Geburtstag des Märchenkönigs in Schloss Hohenschwangau geplant, musste dann aber aus verschiedenen Gründen vertagt werden.
3. 6 1989 - Letzte große Anti-WAA-Kundgebung in München
München-Graggenau * Auf dem Odeonsplatz findet wenige Tage nach dem Baustopp die letzte große Münchner Anti-WAA-Kundgebung statt. Bürgerinitiativen, Umweltverbände und langjährige Aktivisten feiern das Ende des Projekts in Wackersdorf.
Zugleich warnen die Teilnehmer davor, das Problem lediglich ins Ausland zu verlagern. Der Protest richtet sich deshalb auch gegen die geplante Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im französischen La Hague und im britischen Sellafield. Die Kundgebung verbindet Siegesfeier und Forderung nach einem grundsätzlichen Ausstieg aus der Atomenergie.
7. 10 1867 - König Ludwig II. löst die Verlobung mit Herzogin Sophie Charlotte
München * König Ludwig II. löst in einem Schreiben die Verlobung mit seiner Großcousine Sophie Charlotte, Herzogin in Bayern. Er schreibt in sein Tagebuch: „Sophie ist abgeschrieben. Das düstere Bild verweht; nach Freiheit verlangt mich, nach Freiheit dürstet mich, nach Aufleben von qualvollem Alp.“ Das ist ein fast wortgleiches Zitat aus Richard Wagners „Thannhäuser“.
31. 7 1914 - Die Königstochter Wiltrud ist stolz auf Bayern und ihren Vater
München-Maxvorstadt * Voller Stolz beschreibt die Königstochter Wiltrud die Situation: „Wie herrlich sticht hervor, dass Bayern doch die größte Selbstständigkeit besitzt gegenüber anderen Staaten, denn im Reiche außer Bayern verhängte den Kriegszustand Kaiser Wilhelm II., hier aber Papa.“
27. 5 1866 - König Ludwig II. eröffnete den 22. Landtag
München-Graggenau * König Ludwig II. eröffnete den 22. Landtag im Thronsaal der Residenz. Er will zur Eröffnung des Landtags eine Rede zu halten, in der er
- Bayerns Eintreten für ein frei gewähltes Parlament befürwortet,
- die Volksbewaffnung anstelle eines stehenden Heeres empfiehlt und
- die Militärgerichtsbarkeit abschaffen will.
Der Bayerische Ministerrat kann gerade noch rechtzeitig die eindeutig auf Richard Wagner zurückgehenden radikaldemokratischen Vorschläge aus der Thronrede streichen.
31. 7 1960 - Der 37. Eucharistische Weltkongress tagt in München
München-Graggenau * Der 37. Eucharistische Weltkongress findet vom 31. Juli bis 7. August 1960 in München statt. Er wird mit einem feierlichen Pontifikalamt auf dem Odeonsplatz eröffnet, an dem rund 80.000 Gläubige teilnehmen.
Unter dem Leitwort „Pro Mundi Vita“ („Für das Leben der Welt“) versammelt der Kongress etwa eine Million Teilnehmer und ist damit das erste internationale Großereignis in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Er gilt zugleich als wichtiger Impuls für die liturgische Erneuerung unmittelbar vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
10. 10 1867 - Die Auflösung der Verlobung wird bekannt
München * Die Auflösung der Verlobung zwischen König Ludwig II. und Sophie in Bayern vom 7. Oktober 1867 wird in München bekannt.
2 1900 - Akku-Lokomotiven ziehen die Trambahn durch die Innenstadt
München * Sechs Akku-Lokomotiven nehmen den Schleppbetrieb auf dem oberleitungsfreien Abschnitt vom Schillerdenkmal über den Odeonsplatz bis zur Ludwigstraße an der Galeriestraße auf. Weil der königliche Hof hier keine Fahrdrähte duldet, ziehen die batteriebetriebenen Loks die elektrischen Trambahnzüge über die Strecke. An beiden Endpunkten werden sie an- und abgekuppelt; während der Wartezeiten laden sie ihre Akkus über die Oberleitung. Der aufwändige Betrieb bleibt bis März 1906 bestehen.
16. 10 1865 - Richard Wagner fordert von König Ludwig II. 200.000 Gulden
München * Richard Wagner fordert von König Ludwig II. 200.000 Gulden. Davon 40.000 sofort und 160.000 Gulden als Anlage auf Lebenszeit bei einer jährlichen Verzinsung von fünf Prozent.
5. 10 1869 - König Ludwig II. gibt erneuten Auftrag für einen Wintergarten
München-Graggenau * König Ludwig II. gibt Carl von Effner den Auftrag für einen neuen königlichen Wintergarten auf dem Dach des Festsaalbaus der Residenz, mit den Ausmaßen 69,50 x 17,20 x 9,50 Metern. Um der Längenausdehnung entgegen zu wirken, wird der Dachgarten im Süden durch einen Quertrakt erweitert. Dazu wird im Kaiserhof ein dreiachsiger Unterbau errichtet.
Der für den neuen Wintergarten angefertigte Maurische Pavillon [Beauftragt im Herbst 1868] findet keine Verwendung. Er wird stattdessen im Park von Schloss Berg am Starnberger See aufgestellt.
26. 3 1946 - Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus erhält seinen Namen
München-Kreuzviertel * Auf der 6. Sitzung des Münchner Stadtrats wird - knapp zehn Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Zusammenbruchs des Dritten Reichs - für das Rondell zwischen Brienner Straße und Maximiliansplatz der Name „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ beschlossen.
Seine Lage inmitten der Stadt und „vor allem die Tatsache, dass das Denkmal des großen deutschen Dichters Friedrich von Schiller trägt, der Freiheit und Menschenwürde in seinen Werken feierte“, lassen diesen Ort „als Erinnerungsstätte besonders geeignet erscheinen“. Der Standort wird bewusst gewählt, denn schräg gegenüber - im 1944 zerstörten ehemaligen Wittelsbacher Palais an der Brienner Straße 50 - befand sich das gefürchtete Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei - das Zentrum der politischen Verfolgung.
Die Länge des Platznamens macht sein Aussprechen zwar praktisch unmöglich. Doch das macht nichts, denn der Platz dient nicht als Adresse. Er ist einfach ein Verkehrsknoten mit Grünfläche. Der Form halber hat er aber trotzdem eine Postleitzahl erhalten: 80333.
28. 8 1918 - Österreichs Kaiser Karl sieht den Krieg verloren
München * Der österreichisch-ungarische Kaiser Karl besucht König Ludwig III. und schildert diesem „die verzweifelte Lage unserer Mächtegruppe“, was der König mit den Worten „Also haben wir den Krieg verloren“ bestätigt. Der habsburgische Kaiser bittet den König „inständig, in seiner Eigenschaft als ältester und mächtigster deutscher Bundesfürst, Kaiser Wilhelm die Lage klipp und klar zu schildern und kategorisch auf einen möglichst baldigen Friedensschluss zu drängen“. Bayerns König Ludwig III. erklärt sich damit einverstanden.
10. 9 1649 - Ferdinand Maria soll eine savoyische Prinzessin heiraten
München - Wien • In einem Brief informiert Kurfürst Maximilian I. den in Wien residierenden Kaiser Ferdinand III. über seine Absicht, seinen ältesten Sohn Ferdinand Maria mit einer Prinzessin von Savoyen zu verheiraten. Begründung: „Im Deutschland unserer Tage gibt es keine katholische Prinzessin mehr, die nicht nicht nur von ihrer Person, sondern auch von ihrem Haus her besser geeignet wäre, um das Ansehen [des Hauses Baiern] zu erhöhen.“
30. 9 1638 - Prinz Maximilian Philipp Hieronymus wird geboren
München • Herzog Maximilian Philipp Hieronymus, der zweitgeborene Sohn des Kurfürsten Maximilian I. und der Kaisertochter Maria Anna, wird in München geboren.
6. 10 1918 - König Ludwig III. ermutigt das bayerische Heer zum weiteren Kampf
München * König Ludwig III. ermutigt das Bayerische Heer zum weiteren Kampf. In den katholischen Kirchen der Stadt werden außerordentliche Kriegsandachten für einen „baldigen und ehrenvollen Frieden“ abgehalten.
8. 10 1619 - Herzog Maximilian I. wird großzügig entschädigt
München * Herzog Maximilian I. von Baiern sichert Kaiser Ferdinand II. im Münchner Vertrag die Unterstützung der Liga - unter seinem Oberbefehl - gegen das aufständische Böhmen zu. Kaiser Friedrich II. sagt dem Baiernherrscher
- das uneingeschränkte Direktorium über die katholische Liga zu
- und garantiert ihm Ersatz für alle Unkosten, die er beim Krieg gegen Böhmen haben würde.
- Bis zur endgültigen Abrechnung sind ihm pfandweise österreichische Länder zu übertragen.
Nur mündlich erhält Herzog Maximilian I. das kaiserliche Versprechen, dass Kurfürst Friedrich V. geächtet und die pfälzische Kurwürde nach Baiern verlagert wird.
1. 8 1914 - König Ludwig III. gibt die Mobilmachung bekannt
München-Maxvorstadt * Gegen 19:30 Uhr tritt der greise König Ludwig III. auf den Balkon des Wittelsbacher Palais und gibt die Mobilmachung bekannt. Jubelnd und hüteschwenkend versammeln sich begeisterte Bürger, die den Kriegsausbruch feiern.
Der versammelten Menschenmenge ruft er zu, er sei zuversichtlich, dass sich seine Soldaten „im Verein mit ihren deutschen Bundesgenossen ebenso wie vor 44 Jahren tapfer schlagen werden und [er] hoffe zu Gott, er möge sie ehrenvoll mit Sieg gekrönt wieder in die Heimat zurückkehren lassen“.
Als erster Mobilmachungstag wird der 2. August bestimmt. Die vollziehende Gewalt geht damit von den Zivilbehörden auf die kommandierenden Generale der drei bayerischen Armeekorps in München, Nürnberg und Würzburg über. In der Pfalz übernimmt der Kommandeur der 3. Division diese Aufgabe. Auch die öffentliche Sicherheit wird den Militärbefehlshabern anvertraut.
Für die bayerische Regierung sind weitreichende Anordnungen der Militärs auch dann „statthaft, wenn sie im Widerspruch mit bestehenden Gesetzen stehen und sich nicht auf einen gesetzlichen Vorbehalt gründen“. Damit ist das öffentliche Leben weitgehend unter militärischer Kontrolle.
28. 7 1918 - König Ludwig III.: „Volle Zuversicht erfüllt mich beim Blick in die Zukunft“
München * König Ludwig III. verkündet in einem Aufruf: „Kein Deutscher denkt an einen schimpflichen Frieden. […] Volle Zuversicht erfüllt mich beim Blick in die Zukunft“.
21. 3 1868 - Pläne für den erweiterten Wintergarten König Ludwigs II.
Graggenau * Eduard von Riedel legt die Pläne für den erweiterten Wintergarten König Ludwigs II. auf dem Dach des Festsaalbaus vor.
4. 8 1914 - Königin Marie Therese erlässt einen „landesmütterlichen“ Aufruf
München * Gleichzeitig richtet die Königin Marie Therese einen „landesmütterlichen“ Aufruf an die Frauen und Jungfrauen Bayerns!, damit auch diese ihren solidarischen Beitrag leisten:
„Euch aber, denen es nicht vergönnt ist, mit Blut und Leben für des Vaterlandes Ehre einzutreten, bitte ich innigst, nach Kräften mitzuwirken zur Linderung der Not jener Braven, welche das feindliche Geschoss oder die Beschwerden des Krieges verwunden oder sich zu Boden werfen. So stellt euch denn, die ihr wohl alle liebe Angehörige bei der Armee wisst, in den Dienst des Roten Kreuzes, gleich Meinen Töchtern Hildegard, Helmtrud und Gundelinde.
Draußen fließt Blut, herinnen fließen Tränen, am bittersten da, wo zur Sorge der Seele die Not des Leidens kommt.
Auch hier muss und wird geholfen werden. Das Notwendige bereiten wir eben vor [...].
Soldaten, die ihr ins Feld zieht, Ich, die Königin, sage euch, euere tapferen Frauen und eure lieben Kinder sollen nicht Not leiden; schaut voraus gegen den Feind, euren Lieben gehört nun unsere Sorge.“
28. 5 1867 - Pläne für die Neugestaltung der Appartements und des Wintergartens
München-Graggenau * Der Hofbauinspektor Eduard von Riedel legt Pläne für die Neugestaltung der Appartements Ludwigs II. vor. Der König ist mit den Planungen nicht zufrieden und gibt die Aufgabe an Franz Seitz weiter.
Riedel legt auch seine Pläne für die Herstellung eines Dachpavillons auf dem Dach des Festsaalbaus vor. Der Dachgarten ist nur ein kleines, zimmergroßes Häuschen aus Eisen und Glas mit einem rechteckigen Grundriss.
Um den 8. 8 1914 - König Ludwig III. fordert die Angliederung des Elsass an Bayern
München * Nur wenige Tage nach Kriegsbeginn fordert König Ludwig III. - im Falle eines deutschen Sieges - die Angliederung des Elsass an Bayern. In einem Brief an den Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg verlangt er ein Kriegsergebnis, das die schweren Blutopfer aufwiege.
29. 10 1841 - Robert von Langer wird Direktor der Zentral-Gemälde-Galerie
München - Schleißheim * Robert von Langer wird Direktor der Zentral-Gemälde-Galerie. In dieser Funktion darf er die Alte Pinakothek einrichten und die Schleißheimer Galerie umordnen.
16. 10 1836 - Die Alte Pinakothek wird eröffnet
München-Maxvorstadt * Die Alte Pinakothek an der Barer Straße wird eröffnet. Aus dem überreichen Gemäldebestand können nur 1.300 Bilder gezeigt werden.
21. 6 1652 - Die savoyanische Prinzessin Henriette Adelaide trifft in München ein
München * Die savoyanische Prinzessin Henriette Adelaide trifft nach einer gut fünfwöchigen Reise in München ein, wo sie mit dem Donnern von 170 Geschützen begrüßt wird.
4. 8 1914 - König Ludwig III. schwört seine Untertanen auf den Krieg ein
München * König Ludwig III. schwört seine Untertanen auf den Krieg ein. In seiner Bekanntmachung „An meine Bayern!“ wendet er sich nicht nur an die Soldaten, sondern vor allem an die Menschen in der Heimat:
„Deutschland hat den Kampf nach zwei Fronten aufgenommen. Der Druck der Ungewissheit ist von uns gewichen, das deutsche Volk weiß, wer seine Gegner sind. In ruhigem Ernst, erfüllt von Gottvertrauen und Zuversicht, Scharen unsere wehrhaften Männer sich um die Fahnen. Es ist kein Haus, das nicht teil hätte an diesem uns frevelhaft aufgedrungenen Krieg.
Bewegten Herzens sehen wir unsere Tapferen ins Feld ziehen. Der Kampf, der unser Heer erwartet, geht um die heiligsten Güter, um unsere Ehre und Existenz. Gott hat das deutsche Volk in vier Jahrzehnten rastloser Arbeit groß und stark gemacht, er hat unser Friedenswerk sichtbar gesegnet. Er wird mit unserer Sache sein, die gut und gerecht ist.
Wie unsere tapferen Soldaten draußen vor dem Feind, so stelle auch zu Hause jeder seinen Mann. Wollen wir, jeder nach seiner Kraft, im eigenen Land Helfer sein für die, die hinausgezogen sind, um mit starker Hand den Herd der Väter zu verteidigen. Tu jeder freudig die Pflicht, die sein vaterländisches Empfinden ihn übernehmen heißt. [...]
Bayern! Es gilt das Reich zu schützen, das wir in blutigen Kämpfen mit erstritten haben. Wir kennen unsere Soldaten und wissen, was wir von ihrem Mut, ihrer Manneszucht und Opferwilligkeit zu erwarten haben.
Gott segne unser tapferes deutsches Heer, unsere machtvolle Flotte und unsere treuen österreichisch-ungarischen Waffenbrüder! Er Schütze den Kaiser, unser großes deutsches Vaterland, unser geliebtes Bayern!“.
1724 - Der Comte de Bavière heiratet die Gräfin von Hohenfels
München ??? * Maximilien Emmanuel François Joseph Comte de Bavière und Gräfin Maria Josepha von Hohenfels, der „natürlichen Tochter“ seines Halbbruders Carl Albrecht, heiraten.
4. 8 1918 - König Ludwig III. rudert zurück
München * Obwohl König Ludwig III. noch wenige Tage zuvor (28. Juli) „Voller Zuversicht“ in die Zukunft geschaut hatte, gesteht er am 4. August seinem Sohn Kronprinz Ruppert, dass er bisher zu optimistisch gewesen sei.
Deshalb „werden wir unsere militärischen und politischen Ziele erheblich begrenzen müssen, wenn wir, was auch nach meiner Ansicht dringend anzustreben ist, in nicht zu ferner Zeit zu einem annehmbaren Frieden kommen wollen“.
31. 7 1914 - König Ludwig III. verhängt den Kriegszustand
München-Maxvorstadt * Am Nachmittag wendet sich der 69-jährige König Ludwig III. am Nachmittag an die Kundgebungsteilnehmer vor dem Wittelsbacher Palais. Er bedankt sich zunächst für die Huldigungen, die er als „Ausdruck der Treue und der Vaterlandsliebe“ betrachtet.
Im Wissen, auf welche Katastrophe das Deutsche Reich zusteuert, weist der Bayernherrscher auf die ernste und schwere Zukunft hin und erklärt: „Es sind [...] sehr schwere und ernste Zeiten, denen wir entgegen gehen. Aber ich vertraue darauf, dass das bayerische Volk wie seit vielen Jahrhunderten auch jetzt in Treue zu seinem Herrscherhaus stehen wird.“ Dann verhängt auch König Ludwig III. den Kriegszustand, verbunden mit der Anordnung des Standrechtes und den Übergang der vollziehenden Gewalt auf die Militärbehörden.
Der Text seiner Verordnung lautete kurz und bündig: „Wir finden uns bewogen, auf Grund des Artikels I des Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 zu verordnen: Über das Gesamtgebiet des Königreichs wird der Kriegszustand verhängt.
Gegeben zu München, den 31. Juli 1914. Ludwig.“
1. 8 1914 - Nun erfolgt auch die Mobilmachung der bayerischen Armee
München - Berlin * Nun erfolgt auch die Mobilmachung der bayerischen Armee. König Ludwig III. telegraphiert an Kaiser Wilhelm II. die folgenden Zeilen: „Das bayerische Heer ist heute mit dem Beginn der Mobilisierung unter deinen Befehl als Bundesfeldherr getreten. [...] In dieser Erwartung heiße ich Bayerns Söhne, sich um ihre Fahnen zu scharen, und bitte zu Gott, er möge, wenn der Kampf entbrennt, den deutschen Waffen den Sieg verleihen“.
An die Armee richtete er das Manifest „An mein Heer!“
24. 7 1703 - Graf Ferdinand von Arco wird anstelle des Kurfürsten erschossen
Martinsbühel bei Zirl * Während des Rückzugs der baierischen Truppen aus Tirol gerät Graf Ferdinand von Arco in einen Hinterhalt. Ein Tiroler Schütze hält den prächtig gekleideten Kammerherrn und Titularoberst offenbar für Kurfürst Max Emanuel und erschießt ihn.
Arco ist seit 1694 mit Agnès Françoise Le Louchier verheiratet, der langjährigen Mätresse Max Emanuels und Mutter eines gemeinsamen Sohnes des Kurfürsten. Die Ehe besteht anscheinend nur zum Schein und soll vor allem Le Louchiers gesellschaftliche Stellung absichern. Sie nimmt nicht an Arcos Beisetzung in der Münchner Theatinerkirche teil; im dortigen Totenbuch wird er sogar als ledig bezeichnet. Diese Hinweise unterstreichen den formalen Charakter der Verbindung, beweisen ihn für sich genommen jedoch nicht.
27. 9 1765 - François Cuvilliés legtden Plan für die Fassade der Theatinerkirche vor
München-Kreuzviertel * François Cuvilliés d.Ä. legt den Theatinern den Plan für die Fassade der Theatinerkirche vor.
17. 10 1918 - Drohungen und Drohbriefe an die königliche Familie
München * Prinzessin Wiltrud sieht der politischen Realität ganz bewusst ins Auge, als sie schreibt: „Die politische und militärische Lage ist seit einigen Wochen sehr beunruhigend für uns. […] Unsere Truppen sollen nicht mehr recht kämpfen mögen. Wenn der Geist von 1914 noch in ihnen wäre, würden sie dem Feind besser standhalten können. Die 18-jährigen halten eben viel weniger aus als die Männer von dazumal. […]
Man muss jetzt mit allem rechnen,
- dass der Kaiser und der Kronprinz abdanken müssen,
- dass vielleicht Papa und der Kaiser Karl abdanken müssen,
- dass es Revolution gibt,
- dass die gekrönten Häupter nur eine Rolle der Repräsentation spielen dürfen wie König Georg von England. […]
Die Ungerechtigkeit wird diesmal wohl siegen. […] Deutschland wird sich demokratisieren, Österreich im besten Falle Staatenbund werden. […] Vielleicht ist die Demütigung Deutschlands zum Heil des Volkes, und wenn sich dies in dieser ernsten Zeit fängt, dann kann aus der Rückkehr zur Einfachheit viel Gutes entstehen.“
Vorausgegangen war eine erlebte Situation. Als sie mit ihrem Vater durch die Maximilianstraße fährt, schreit ein Arbeiter: „Dank ab!“. Eine neben ihm stehende Frau hält dem Rufer den Mund zu, um weitere Gefühlsausbrüche zu unterbinden.
28. 10 1854 - Bestattung ohne den Ex-König Ludwig I.
München - Darmstadt * Der Ex-König Ludwig I. reist in Begleitung seiner Tochter, der Großherzogin Mathilde von Hessen, und seinem Sohn Adalbert mit dem Eilzug nach Darmstadt. Er will scheinbar bei der Bestattung seiner evangelischen Frau Therese in der Theatinerkirche einen möglichen Eklat ausweichen, wie er sich 1841 bei Königin Caroline ereignet hat.
25. 8 1662 - Das erste Haus auf dem Bauplatz der Theatinerkirche gekauft
München-Kreuzviertel • Für das erste Haus auf dem künftigen Bauplatz für die Theatinerkirche zahlt Kurfürstin Henriette Adelaide 7.000 Gulden.
13. 1 1965 - Ein provisorisches Denkmal aus Flossenbürger Granit
München-Maxvorstadt * Nach einem Stadtrats-Beschluss soll auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus ein provisorisches Denkmal errichtet werden. Als Mahnmal wird ein 2,50 Meter hoher und 1,10 Meter breiter Findling aus Flossenbürger Granit aufgestellt, den der Bildhauer Karl Oppenrieder mit der Inschrift „Den Opfern des Nationalsozialismus“ versehen hat.
2. 8 1918 - König Ludwig III. will dem Reich die Treue beweisen
München-Maxvorstadt * Ludwig III. erklärt auf dem Balkon des Wittelsbacher-Palais: „Niemand soll je sagen dürfen, Bayerns König habe auch nur einen Augenblick gezaudert, die Treue zum Reich durch die Tat zu beweisen“.
19. 7 1655 - Heiligsprechung des Ordensgründers Kajetan von Thiene unterstützt
München - Wien • In einem Brief der Kurfürstin Henriette Adelaide an Kaiser Ferdinand III. unterstützt sie die Bitte des Theatinerordens, die Heiligsprechung des Ordensmitbegründers Kajetan von Thiene zu unterstützen.
21. 9 1662 - Salzburg soll eine Kajetan-Kapelle erhalten
München • Aus Anlass der Taufe des Kurprinzen Max Emanuel äußert sich der Salzburger Fürstbischof Guidobald von Thun und Hohenstein gegenüber dem baierischen Kurfürsten Ferdinand Maria, dass er die Verehrung des seligen Kajetan von Thiene auch in Salzburg einführen und dazu dem Ordensgründer eine Kapelle in seiner Kathedrale weihen lassen wird.
13. 10 1766 - Don Ferdinand von Sterzinger hält Reden gegen den Hexenwahn
München * Der Theatiner-Pater Don Ferdinand von Sterzinger hält eine Rede gegen den Hexenwahn. Sein Vortrag befasst sich mit „dem gemeinen Vorurteil der wirkenden und tätigen Hexen“. Er geht als Vertreter der Aufklärung gegen Aberglauben und Unwissenheit vor.
Seine Schriften gegen Hexen sowie das Zauber- und Gespensterwesen bringen ihm grenzüberschreitende Achtung und Anerkennung ein. Der Theatinerpater bricht damit eine langwierige Diskussion vom Zaun, die als Baierischer Hexenkrieg bekannt wird. Im weiteren Verlauf streitet man in 28 Streitschriften um das Für und Wider.
Als besondere Gegner des Theatinerpaters offenbaren sich die Benediktiner von Scheyern, deren Kreuzreliquie angeblich gegen Verhexung wirksam ist und die in der Demontage des Zauberei-Tatbestands ihr Geschäft mit den von ihnen vertriebenen heiligen Gegenständen gefährdet sehen.
Doch Dank der Stellungnahme der Akademie der Wissenschaften kommt es in Churbaiern zu keinen Hexenverfolgungen mehr. Auch in anderen süddeutschen Territorien erlahmen schließlich die Hexenverfolgungen.
6. 8 1955 - Ex-Kronprinz Rupprecht wird in der Theatinerkirche beigesetzt
München-Kreuzviertel * Der bayerische Ex-Kronprinz Rupprecht wird als letzter Wittelsbacher im Rahmen eines Staatsbegräbnisses - mit allen königlichen Ehren - in der Theatinerkirche beigesetzt.
Bis 1918 lautete sein vollständiger Titel: Seine Königliche Hoheit Rupprecht Maria Luitpold Ferdinand Kronprinz von Bayern, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben, Pfalzgraf bei Rhein.
Ab dem 12. 7 1675 - Die Seitenaltäre der Theatinerkirche werden eingeweiht
München-Kreuzviertel • Zwischen dem 12. und dem 18. Juli 1675 werden die Seitenaltäre der Theatinerkirche eingeweiht.
28. 8 2022 - Klimaaktivisten kleben sich an Rubens-Gemälde
München-Maxvorstadt * Zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ kleben sich in der Alten Pinakothek an das Gemälde „Der bethlehemitische Kindermord“ von Paul Rubens aus dem 17. Jahrhundert.
31. 8 1765 - Kurfürst Max III. Joseph will die Fassade der Theatinerkirche fertigstellen
München * Kurfürst Max III. Joseph informiert den Probst der Theatiner, Johannes Edlweckh, dass er die Fassade der Theatinerkirche fertigstellen möchte.
25. 10 1918 - Die letzte Zahlung für die Zivilliste
München-Kreuzviertel * Die Staatskasse weist die Novemberrate für die Zivilliste an. Es wird die letzte derartige Zahlungsanweisung sein.
11 1986 - Die Ewige Flamme darf am Tag und in der Nacht brennen
München-Maxvorstadt * Der Stadtrat hebt die Sparmaßnahme, wonach die „Ewige Flamme“ im neuen Mahnmals auf dem Patz der Opfer des Nationalsozialismus nur an besonderen Gedenktagen beziehungsweise nur nachts brennen soll, wieder auf, weil damit die „wesentliche Symbolik des Mahnmals außer Kraft gesetzt“ würde.
Damit wird eine mehr als peinlich zu bezeichnende Diskussion beendet.
11. 7 1675 - Die Theatinerkirche wird feierlich eingeweiht
München-Kreuzviertel • Die Theatinerkirche wird feierlich eingeweiht. Die Aufgabe übernimmt der Freisinger Weihbischof Johann Kaspar Kühner, weil der Fürstbischof Albrecht Sigismund kurzfristig erkrankt ist.
7. 8 1671 - Das Heiligenfest für Kajetan von Thiene wird erstmals begangen
München • Das Heiligenfest für Kajetan von Thiene wird am Todestag des Heiligen in München erstmals begangen.
31. 10 1854 - Die Ex-Königin Therese wird in der Theatinerkirche beigesetzt
München-Kreuzviertel * Die evangelische Ex-Königin Therese wird vorübergehend in der Gruft der Theatinerkirche beigesetzt.
12 1985 - Die „Ewige Flamme“ soll nur noch an besonderen Gedenktagen brennen
München-Maxvorstadt * Knapp drei Wochen nach der Einweihung des neuen Mahnmals auf dem Patz der Opfer des Nationalsozialismus beschließt der Münchner Stadtrat, dass die „Ewige Flamme“ nur an besonderen Gedenktagen beziehungsweise nur nachts brennen soll.
7. 8 1547 - Kajetan von Thiene stirbt in Neapel
Neapel • Kajetan von Thiene, der Mitbegründer des Theatinerordens, stirbt in Neapel.
18. 10 1918 - Ein als Bettelbrief getarnter Schmähbrief
München * Ein als Bettelbrief getarnter Schmähbrief ist an „Prinzessin Wiltrud oder Prinzessin Trudl“ adressiert. Wer auch immer den Brief verfasst hat, will der Prinzessin endlich einmal die Wahrheit sagen über ihren Vater König Ludwig III., „den alten Wucherer. Nicht das Land lebt von Euch, sondern ihr lebt vom Land. Gehängt gehört die alte Bande. Geht zu den Preißn […], da gehört ihr hin oder nach Ungarn, Mausefallen verkaufen.“
Prinzessin Wiltrud ist „erschüttert“.
12 2008 - Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus soll würdiger gestaltet werden
München * Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats spricht sich einstimmig für eine würdigere Gestaltung des Platzes der Opfer des Nationalsozialismus aus.
Es besteht Einvernehmen darüber, dass dieser Ort die zentrale Gedenkstätte bleiben müsse.
26. 7 1867 - König Otto von Griechenland stirbt in Bamberg
Bamberg - München-Kreuzviertel * Otto, der ehemalige König von Griechenland, stirbt in Bamberg. Er wird in der Fürstengruft der Theatinerkirche beigesetzt.
Prinz Ludwig, der spätere König Ludwig III. von Bayern, verzichtet auf den griechischen Thron.
20. 8 1675 - Die Särge der Theatiner kommen in die neue Gruft
München-Kreuzviertel * Die sterblichen Überreste der bis dahin in der Kapelle des Palazzo Kurz in der Vorderen Schwabinger Gasse beigesetzen Theatinerpatres werden in die Theatinerkirche überführt.
5. 5 1688 - Die Heilige Treppe in der Theatinerkirche wird eingeweiht
München-Kreuzviertel * Die Heilige Treppe in der Theatinerkirche wird in Gegenwart des Kurfürsten Max Emanuel von seinem Bruder, Joseph Clemens, dem Fürstbischof und Kurfürsten von Köln, feierlich eingeweiht.
Um 8 1662 - Agostino Barelli wird als Architekt für die Theatinerkirche verpflichtet
Bologna - München • Für den Bau der Theatinerkirche wird der Architekt Agostino Barelli - noch während in Bologna die Arbeiten an der Theatinerkirche Santi Bartolomeo e Gaetano in vollem Gange sind - nach München verpflichtet. Kurfürstin Henriette Adelaide lehnt einheimische Baumeister ab, da sie „piu idioti nell’ edificare una fabrica di tanta importanza“ oder freundlich gesagt: „zu unerfahren [seien], um auch nur eine Werkstätte von größerer Bedeutung zu bauen.“
19. 11 1841 - Ein Trauergottesdienst für Königin Caroline in der Theatinerkirche
München-Kreuzviertel * Der Trauergottesdienst für die verstorbene evangelische Königin Caroline findet in der noch immer ungeschmückten Theatinerkirche statt. Erzbischof Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel untersagt auch hier Gebete, Gesang, Kerzen und geistliches Ornat.
2007 - Das Mahnmal für die Opfer der Sinti und Roma wird erneuert
München-Maxvorstadt * Das Mahnmal für die Opfer der Sinti und Roma auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus wird erneuert und erhöht.
24. 8 1657 - Kurfürst Ferdinand Maria verzichtet auf die Kaiserkrone
München - Wien • Der baierische Kurfürst Ferdinand Maria lässt - die Vor- und Nachteile der Kaiserkrone abwägend - die politische Vernunft siegen und erklärt gegenüber Wien, dass er die Krone zurückweisen und seine Stimme nur einem Habsburger geben werde. Die Begründung fasst er in einem Brief zusammen:
- die „zur Erhaltung der Kays. Hochheit und Reputation“ unumgänglichen Kosten,
- die heillosen Zustände im Reich,
- die Verantwortung, die dabei auf den Kaiser falle und die Gefahren für das eigene Land.
- Den zu erwartenden Kampf mit Habsburg auf sich zu nehmen, lohnt sich nicht.
Das heißt allerdings nicht, dass man begeistert ist, dass wieder ein Habsburger die Krone bekommen soll und Österreich seine Macht behaupten oder gar erweitern kann.
22. 9 1621 - Herzog Maximilian I. erhält die pfälzische Kurwürde
Wien - München • Herzog Maximilian I. von Baiern erhält von Kaiser Ferdinand II. die pfälzische Kurwürde. Die Übertragung wird aber geheim gehalten.
18. 10 1864 - Wagners „Ring der Nibelungen“ wird Eigentum des Bayernkönigs
München * Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ geht in das Eigentum des Bayernkönigs über.
20. 2 1919 - Arco kündigt den Mord an Kurt Eisner an
München-Lehel * Am Tag vor dem Attentat hält Anton Graf von Arco auf Valley seine Feindschaft gegen Ministerpräsident Kurt Eisner schriftlich fest. Seine Notizen verbinden Antisemitismus, die Ablehnung des Bolschewismus und monarchistische Überzeugungen. Er bezeichnet Eisner als „Landesverräter“ und erklärt: „Ich hasse den Bolschewismus, ich liebe mein Bayernvolk, ich bin ein treuer Monarchist und guter Katholik.“
Nach der späteren Aussage des Zimmermädchens Walburga Kästele kündigt Arco am Abend auch ausdrücklich seine Mordabsicht an. Kästele betreut seine Räume in der Pension Prinz-Regent an der Prinzregentenstraße 18. Gegen sechs Uhr sagt er zu ihr: „Morgen erschieße ich den Eisner.“
Die Zeugin berichtet, Arco lache dabei. Als sie ihm entgegnet, dass er sich das nicht traue, bekräftigt er seine Absicht: „Doch, doch, ich mache es, der muss weg er ist ein Bolschewik und Jude.“
17. 10 1626 - Kurfürst Maximilian I. ruft Wallenstein zu Hilfe in Oberösterreich
München - Oberösterreich * Kurfürst Maximilian I. schreibt an Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, genannt „Wallenstein“, er möge einen Teil seiner Armee „zur Stillung der Unruhen nach Oberösterreich“ senden.
21. 2 1919 - Arco bereitet sich am Morgen auf das Attentat vor
München-Lehel * Nach der späteren Aussage des Zimmermädchens Walburga Kästele lässt sich Anton Graf von Arco auf Valley in der Pension Prinz-Regent an der Prinzregentenstraße 18 um sieben Uhr wecken. Anders als gewöhnlich steht er sofort auf und nimmt anschließend ein ausgedehntes Bad.
Als Kästele gegen 8:15 Uhr anklopft, ruft er: „Sakrament, jetzt bin ich zu spät dran.“ Er fragt sie, ob es im Gefängnis kalt sei, und lässt sich einen dicken Anzug bereitlegen. Danach frühstückt er.
Seine Frage nach den Haftbedingungen deutet darauf hin, dass er bereits vor dem angekündigten Mord an Kurt Eisner mit seiner Festnahme rechnet.
21. 2 1919 - Arcos Attentat – schriftliche Tatmotive werden gefunden
München-Kreuzviertel - Lehel * Anton Graf von Arco auf Valley nähert sich Ministerpräsident Kurt Eisner in der Promenadestraße von hinten und gibt aus kürzester Entfernung zwei Schüsse ab. Die Kugeln treffen Eisner im Genick und am rechten Hinterkopf nahe dem Ohr. Er stirbt noch am Tatort.
Während Arcos Abwesenheit findet das Zimmermädchen Walburga Kästele beim Aufräumen seiner Räume in der Pension Prinz-Regent einen Umschlag mit drei beschriebenen Blättern. Darin legt Arco seine Beweggründe für die Ermordung Eisners dar. Nach ihrer späteren Aussage hält Kästele auch diese Aufzeichnungen zunächst für einen Scherz. Weitere schriftliche Äußerungen Arcos werden später gefunden.
Die Notizen dokumentieren seine antisemitische und gegen die Revolution gerichtete Feindschaft gegenüber Eisner.
8. 11 1985 - Eine Ewige Flamme erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus
München-Kreuzviertel * Oberbürgermeister Georg Kronawitter enthüllt auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus das neue Mahnmal des Bildhauers Andreas Sobeck. Es ersetzt den 1965 aufgestellten provisorischen Gedenkstein von Karl Oppenrieder.
Das sechs Meter hohe Monument besteht aus einer Granitsäule mit einem vergitterten Bronzekubus, in dessen Innerem eine Ewige Flamme brennt. Der symbolische Kerker steht für Unterdrückung und Verfolgung unter der NS-Herrschaft; die Flamme verkörpert die Hoffnung und Sehnsucht nach Freiheit. Schräg gegenüber befindet sich der Standort des ehemaligen Wittelsbacher Palais, in dem die Gestapo ihre Münchner Zentrale und ein Gefängnis unterhält.
21. 2 1919 - Arcos Attentat – schriftliche Tatmotive werden gefunden
München-Lehel * Während Arcos Abwesenheit findet das Zimmermädchen Walburga Kästele beim Aufräumen seiner Räume in der Pension Prinz-Regent einen Umschlag mit drei beschriebenen Blättern. Darin legt Arco seine Beweggründe für die Ermordung Eisners dar. Nach ihrer späteren Aussage hält Kästele auch diese Aufzeichnungen zunächst für einen Scherz. Weitere schriftliche Äußerungen Arcos werden später gefunden.
Die Notizen dokumentieren seine antisemitische und gegen die Revolution gerichtete Feindschaft gegenüber Eisner.
9. 11 1923 - Der ehemalige Maximilianeer Theodor von der Pfordten stirbt als Putschist
München-Graggenau * Theodor von der Pfordten, ehemaliger Stipendiat der Stiftung Maximilianeum und Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht, beteiligt sich am Hitler-Ludendorff-Putsch. Beim Zusammenstoß der Putschisten mit der Bayerischen Landespolizei vor der Feldherrnhalle wird er erschossen.
In seiner Manteltasche findet sich der Entwurf einer „Notverfassung“ für die geplante Diktatur, an dessen Ausarbeitung er mitwirkt. Die Nationalsozialisten verklären ihn später als sogenannten „Blutzeugen“ ihrer Bewegung.
23. 9 1995 - Kardinal Wetter heizt die Stimmung gegen das Intoleranzedikt an
München-Graggenau • Bei der an der Feldherrnhalle stattfindenden Demonstration gegen das Karlsruher Kruzifix-Urteil unterzieht sich Kardinal Friedrich Wetter nicht der Mühe, die Debatte zu versachlichen. Im Gegenteil, er heizt die emotional eh schon aufgeheizte Stimmung gegen das vermeintliche Karlsruher Intoleranzedikt noch an.
12. 3 1892 - Das Bayerische Armeedenkmal in der Feldherrnhalle wird enthüllt
München-Graggenau * An seinem 71. Geburtstag übergibt Prinzregent Luitpold um 11 Uhr das von ihm gestiftete Bayerische Armeedenkmal in der Feldherrnhalle. Die monumentale Bronzegruppe stammt vom Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller dem Jüngeren und erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.
Auf einem hohen Sockel verbindet die Figurengruppe militärische Stärke mit dem Schutz des Friedens: Ein antikisierender Krieger hält mit der linken Hand eine Fahne empor und schützt mit seinem Schild eine, den Frieden darstellende weibliche Figur. Palmzweig und Lorbeerkranz stehen für Frieden und Sieg. Ein liegender Löwe stellt den Bezug zu Bayern her.
Die Sockelinschrift lautet: „Dem treuen tapferen bayerischen Heere in Dankbarkeit und Anerkennung / Luitpold Regent von Bayern / 1892.“
Die Übergabe findet als militärische Feier statt, Zivilpersonen werden nicht eingeladen. Mitglieder des Königshauses, Generäle, Truppen der Münchner Garnison sowie Abordnungen der bayerischen Armee und der Veteranen- und Kriegervereine nehmen teil. Unter Geschützsalut und den Klängen des Präsentiermarsches fällt die Hülle. Anschließend dankt der Kriegsminister dem Prinzregenten im Namen der Armee. Ein Vorbeimarsch der Truppen am Ludwigsdenkmal beschließt die Feier.
Pazifistisch eingestellte Münchner deuteten das Standbild so um: „De Fahna könnt‘s ham, aba s’Madl lasst‘s ma!“ - oder eher militärverachtend: „Raffa bis d‘Fetzn fliagn, d´Fahna auf d’Höh, aba s’Mensch ned aus‘m Arm lassen!“
19. 8 1677 - Die ersten Novizen beziehen das Theatinerkloster
München-Kreuzviertel * Die ersten Theatinernovizen können in das Obergeschoss des Westflügels des Klosters ziehen.
17. 8 1704 - Therese Kunigunde übernimmt die Regentschaft
Baiern - München * Vier Tage nach der vernichtenden Niederlage bei Höchstädt überträgt Kurfürst Max Emanuel seiner Gemahlin Therese Kunigunde die politische und militärische Regierungsgewalt über das Kurfürstentum Baiern. Während sich der Kurfürst mit den Resten seiner Armee nach Westen zurückzieht und später ins Exil nach Brüssel geht, bleibt sie mit ihren Kindern in München. Damit wird Therese Kunigunde zur ersten Regentin des Kurfürstentums Baiern.
Sie übernimmt die Herrschaft in einer nahezu aussichtslosen Lage: Die kurbaierische Armee ist geschlagen, die verbündeten französischen Truppen ziehen sich zurück und die siegreichen Kaiserlichen besetzen große Teile des Landes. Im Vertrag von Ilbesheim muss Therese Kunigunde am 7. November 1704 schließlich die Besetzung Baierns anerkennen; unter ihrer eingeschränkten Regierung verbleiben lediglich die Residenzstadt München und das Rentamt München.
1. 9 1895 - Sedan-Feier an der Feldherrnhalle
München-Graggenau * Mit der „Gedenkfeier an die ruhmreichen Jahre 1870/71 am Tage des 25-jährigen Jubiläums der Schlacht von Sedan“ nehmen die Gedenkfeiern an den Deutsch-Französischen Krieg ihren Anfang. 21 Veteranen- und Kriegervereine - unterstützt von einem großen Aufgebot an Männergesangsvereinen, Schützen- und Turnvereinen - organisieren die Feier bei der Feldherrnhalle.
Nach dem 25. 8 1801 - Kurfürst Max IV. Joseph nimmt die Reform Baierns in Angriff
München * Mit tatkräftiger Unterstützung seines Ministers Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas nimmt Kurfürst Max IV. Joseph eine Reform seines Landes in Angriff. Zur dauerhaften Stabilisierung des Staates ist eine Umverteilung von Rechten, Pflichten und Chancen notwendig.
Zu dieser Revolution von oben gehört auch die revolutionäre Gleichbehandlung aller Baiern, mit dem Anspruch des Herrschers, „allen Untertanen, Reichen und Armen, Witwen und Waisen, Geistlichen und Weltlichen, gleiches Recht und Schirm zu verschaffen“.
Durch diese Reformen kann der Baiernregent einen Großteil der Kritik, die zu Beginn seiner Regierung die öffentliche Debatte geprägt hatte, den Boden entziehen. Vieles von dem wird beseitigt, was unter der Regentschaft des Kurfürsten Carl Theodor als willkürlich und korrupt angegriffen worden ist.
Gleichzeitig lässt er energisch eingreifen und setzt sich mit Militärgewalt durch, wenn seiner Politik offene Auflehnung entgegen schlägt. Beides, die umfangreichen und weitreichenden Reformen sowie das energische und harte Durchgreifen, lassen die heftige Kritik der Anfangsjahre und jedes Auflehnen gegen seine Politik allmählich verstummen.
Durch sein leutseliges Verhalten kann Kurfürst Max IV. Joseph sogar die Zuneigung der Münchnerinnen und Münchner erringen und sich so zu einer der beliebtesten Persönlichkeiten der Wittelsbacher hocharbeiten. Schon bald gehören die anfänglichen Differenzen zwischen dem Herrscher und dem baierischen Volk der Vergangenheit an.
9. 11 1923 - Die Putschisten wollen Röhms besetztes Wehrkreiskommando erreichen
München-Graggenau - Maxvorstadt * Hitler und Ludendorff ziehen mit rund 2.000 teilweise bewaffneten Anhängern vom Bürgerbräukeller durch die Innenstadt in Richtung Ludwigstraße. Der Marsch soll den bereits gescheiterten Putsch wenden und Ernst Röhm mit seinen Männern aus der Einschließung befreien.
Röhms Verband hält seit dem Vorabend das ehemalige bayerische Kriegsministerium besetzt, in dem inzwischen das Wehrkreiskommando VII untergebracht ist. Vor der Feldherrnhalle stoppt die Bayerische Landespolizei den Demonstrationszug. Nach dem Schusswechsel bricht der Marsch zusammen; das Wehrkreiskommando erreichen die Putschisten nicht.
1. 7 2014 - Sensationeller Fund im Apothekenhof der Münchner Residenz
München-Graggenau * Die Süddeutsche Zeitung berichtet über einen sensationellen Fund im Apothekenhof der Münchner Residenz. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um das fast unversehrte Grab einer 40- bis 60-jährigen Frau, die nach ihrem Tod an anderer Stelle verbrannt und im späteren Apothekenhof beigesetzt wurde.
Die Archäologen fanden einen stattlichen Scherbenhaufen an Feinkeramik, die zum Teil kunstvoll mit in den Ton geritzten Schraffuren, Bändern und Zickzack-Mustern. Auch verschiedene Bronzeutensilien haben die Forscher entdeckt, darunter zwei Vasenknopfnadeln. Die Ur-Münchnerin hat vor mehr als 3.000 Jahren in der späten Bronzezeit (1350 bis 1200 vor Christi) nahe der Isar und ihren Seitenarmen gelebt. Nach der wissenschaftlichen Auswertung sollen die schönsten Fundstücke in der Residenz ausgestellt werden.
1972 - In München wird das Fluss-Surfen erfunden
München-Englischer Garten - Lehel * In München wird das Fluss-Surfen erfunden.
2010 - Das Eisbach-Surfen ist offiziell erlaubt - Das Baden verboten!
München-Englischer Garten - Lehel * Das Eisbach-Surfen auf der stehenden Welle beim Eintritt des Eisbachs an der Prinzregentenstraße in den Englischen Garten ist offiziell erlaubt. Das Baden ist dagegen verboten!
Die Surfer reisen aus der ganzen Welt an. Und die Passanten können das ganze Jahr von der Brücke aus dem nassen Vergnügen zusehen.
1803 - Das Dianabad beim Englischen Garten öffnet seine Pforten
München-Englischer Garten * Das Dianabad beim Englischen Garten öffnet seine Pforten. Zur luxuriösen Ausstattung gehören neben 51 Hotelzimmern auch zwei geräumige und mit viel Pomp ausgestattete Festsäle. Die Badewannen bestehen aus innen verzinktem Kupfer.
24. 8 1776 - Maria Elisabeth Schmederer kommt zur Welt
München-Lehel * Maria Elisabeth Schmederer kommt als zehntes und jüngstes Kind ihrer Eltern zur Welt. Sie stammt aus einer Münchner Müller-Dynastie, die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
1861 - Adolf Friedrich von Schack lässt ein neues Galeriegebäude bauen
München-Maxvorstadt * Da die Gemälde Adolf Friedrich von Schacks an ihrem Aufstellungsort aufgrund der Feuchtigkeit „dem sicheren Verderben“ ausgesetzt sind, lässt der Kunstmäzen von Eduard Gerhardt ein neues Galeriegebäude im Garten seines Anwesens an der Brienner Straße 19 erbauen.
7. 3 1389 - Erstmals wird die Neuveste genannt
München-Graggenau * Erstmals wird die „neue veste“, die künftige Residenz, genannt.
24. 10 1817 - König Max I. Joseph unterzeichnet das Konkordat mit dem Vatikan
München * Die Regierung legt den Konkordatsentwurf König Max I. Joseph zur Unterschrift vor. Neben dem Verzicht auf Kontrollrechte über die Kirche wird der Staat zum Unterhalt der Bischöfe sowie der Domkapitel und zur Wiederherstellung einiger Klöster für Unterricht, Seelsorge und Krankenpflege verpflichtet.
Weil die religiöse Toleranz und Parität gefährdet scheint, das Konkordat die baierischen Protestanten eindeutig zurückgesetzt hat und gleichzeitig die herausgehobene Stellung der katholischen Kirche im Staat auf ein göttliches Gesetz beruft, ergeht für die neue Verfassung ein neues Religionsedikt, welches den Vertrag mit dem Heiligen Stuhl stark relativiert. Durch einen politisch-juristischen Kunstgriff erhält das Religionsedikt Verfassungsrang, während das Konkordat nur ein Staatsgesetz ist und sich somit unterordnen muss.
Um den 12. 7 1662 - Der Kurfürst lässt ein Churbaierisches Freudenfest organisieren
München * Unverzüglich nach der Geburt des Kurprinzen Max Emanuel befiehlt Kurfürst Ferdinand Maria die Vorbereitung „underschidlich herrliche[r] freuden- und jubel festiviteten mit ainer herrlich magnificenz und schöne niemahln vorher gesechnen inventionen ins werkh zubringen“. Die Konzeption des Festes, das Oper, Turnier und Feuerwerk erstmals zur thematischen Einheit verschmilzt, macht den kurbaierischen Hof zum Vorreiter europäischer Hofkultur.
21. 7 1732 - Andreas Schmederer ist Inhaber der Köglmühle
München-Lehel * Andreas Schmederer, der Vater von Maria Elisabeth, ist Inhaber der Köglmühle im Lehel.
3. 10 1662 - Das kurbayerische Freudenfest endet
München * Mit der Abreise der Gäste endet das kurbayerische Freudenfest zur Geburt und Taufe des Erbprinzen Max Emanuel. Kurfürst Ferdinand Maria und seine Gemahlin Henriette Adelheid feiern den lang ersehnten Thronfolger mit aufwendigen höfischen Festlichkeiten.
7. 2 1815 - Heinrich Schmederer wird geboren
München-Lehel * Heinrich Schmederer wird geboren.
2. 1 1804 - Das Mobiliar des Theatiner-Klosters wird versteigert
München-Kreuzviertel * Im ehemaligen Theatiner-Kloster findet die erste öffentliche Versteigerung von Mobiliar des Klosters statt.
24. 8 1679 - Westflügel des Theatinerkloster fertiggestellt
München-Kreuzviertel * Der Westflügel des Theatinerkloster ist nun gänzlich vollendet.
26. 10 1801 - Der Theatiner-Konvent wird aufgehoben
München-Kreuzviertel * Das Theatinerkloster wird durch eine kurfürstliche Entschließung aufgehoben und das Vermögen eingezogen. Nach der Klosteraufhebung geht die Nutzung der Gebäude zunächst an das kurfürstliche Minsterial-Département und das Oberste Justiz-Kollegium über.
7. 4 1701 - Max Emanuel kehrt nach Baiern zurück
Brüssel - München * Kurfürst Max Emanuel verlässt Brüssel und kehrt mit seiner Familie und einem Teil des Hofstaats nach Baiern zurück. Am 15. April hält er seinen feierlichen Einzug in München. Sein Amt als Generalstatthalter der Spanischen Niederlande behält er zunächst bei.
Die Rückkehr erfolgt wenige Wochen nach seinem geheimen Bündnis mit Frankreich. Von München aus will Max Emanuel seine Armee stärken, die süddeutschen Reichsstände zur Neutralität bewegen und seine dynastischen Ziele im beginnenden Spanischen Erbfolgekrieg verfolgen. Damit wird die baierische Hauptstadt wieder zum Mittelpunkt seiner Politik.
2. 3 1775 - Dritte Aufführung von Mozarts Oper „La finta giardiniera“
München-Kreuzviertel * Die Oper „La finta giardiniera“ von Wolfgang Amadeus Mozart wird im Opernhaus am Salvatorplatz zum dritten Mal aufgeführt.
24. 5 1705 - Die Entfernung der kurbaierischen Prinzen wird geplant
München - Wien * Landesadministrator Maximilian Karl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort schlägt Kaiser Joseph I. vor, die Söhne Kurfürst Max Emanuels aus München in die österreichischen Erblande zu bringen. Als Begründung nennt er die „Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung“ in Baiern.
Durch ihre Entfernung soll verhindert werden, dass die jungen Wittelsbacher zu Symbolfiguren des Widerstands gegen die kaiserliche Besatzung werden. Der Vorschlag wird zunächst nicht umgesetzt. Erst im Mai 1706 werden Kurprinz Carl Albrecht und drei seiner Brüder unter kaiserlicher Aufsicht nach Klagenfurt gebracht; ihre Schwester und die jüngeren Brüder bleiben in München.
6. 10 1577 - Ferdinand, der spätere Kurfürst von Köln, wird in München geboren
München * Ferdinand, der spätere Kurfürst und Erzbischof von Köln, wird in München geboren. Er ist ein Sohn von Herzog Wilhelm V. und dessen Ehefrau Renata von Lothringen. Sein Onkel ist der Kölner Erzbischof Ernst. Sein ältester Brüder ist der spätere Kurfürst Maximilian I..
29. 9 1616 - Das Landrecht stellt die Rechtseinheit in Baiern her
München * Mit dem Landrecht Herzog Maximilians I. wird die endgültige Rechtseinheit in Baiern hergestellt, die alle Rechtsgebiete umfasst. Damit ist Baiern eines der wenigen deutschsprachigen Territorien, das über eine systematisch erfasste und in allen Rechtsangelegenheiten abgestimmte Landesgesetzgebung verfügt.
Die Landes- und Polizeiordnung enthält:
- Eine Polizeiordnung.
- Das Landrecht, das einheitlich für Ober- und Niederbaiern gültige Zivilrecht, das bis 1756 in Kraft bleibt.
- Eine Gerichtsordnung, die den ordentlichen Prozess auf der Grundlage der Gerichtsordnung von 1520 regelt.
- Die summarische Prozessordnung, die bis 1753 Gültigkeit hat.
- Sie schreibt unter anderem das Wandern der Handwerksgesellen als Grundlage für den Erwerb der Meisterschaft vor.
- Sie enthält eine allgemeine Fischordnung für Donau, Salzach, Isar und den Inn usw..
- Sie schafft in der Malefizordnung die Strafe des Ertränkens ab.
5. 10 1796 - Kurfürst Carl Theodor wieder in München
München * Kurfürst Carl Theodor kehrt von seiner Flucht nach Pillnitz wieder in seine baierische Haupt- und Residenzstadt zurück und wird von einer großen Menschenmenge - aber ohne jeden Beifall und Jubel - begrüßt.
8. 9 1800 - Marschall Moreau kündigt den Waffenstillstand von Parsdorf
München * General Jean-Victor-Marie Moreau kündigt den Waffenstillstand von Parsdorf. Nun sammeln sich in München erneut die französischen Truppen. Da die Kasernen sofort voll sind, quartiert man die Mannschaften im kurfürstlichen Seidenhaus, im ehemaligen Jesuiten-Seminar und in den Klöstern der Franziskaner, Theatiner und Karmeliter ein.
Neben den Besatzungssoldaten bevölkern auch zunehmend immer mehr Deserteure der kaiserlichen Armee die Stadt. Auch pfalz-baierische Soldaten, die sich schlecht behandelt fühlen und aus diesem Grund nicht mehr unter österreichischem Befehl kämpfen wollen, laufen den Kaiserlichen reihenweise davon. Zeitweise halten sich etwa 500 dieser Fahnenflüchtigen in München auf.
Ab 2. 11 1700 - Die spanische Erbfolge bringt Max Emanuel in Bedrängnis
Brüssel - München * Nach dem Tod Carls II. und der Bekanntgabe seines Testaments befindet sich der baierische Kurfürst Max Emanuel in einer schwierigen Lage. Der zum spanischen König bestimmte Philipp von Anjou ist zwar sein Neffe, wird aber von Kaiser Leopold I. und anderen europäischen Mächten nicht als rechtmäßiger Erbe anerkannt.
Als Generalstatthalter der Spanischen Niederlande muss Max Emanuel entscheiden, ob er dem neuen bourbonischen König dient oder sich auf die Seite seiner bisherigen habsburgischen Verbündeten stellt. Zugleich hofft er weiterhin auf eine Königskrone, territoriale Gewinne und eine dauerhafte Sicherung seiner Statthalterschaft. Der Tod seines Sohnes Joseph Ferdinand, der zeitweise als Erbe Spaniens vorgesehen war, hat seine ursprünglichen Aufstiegspläne bereits 1699 zunichtegemacht.
In den folgenden Monaten nähert sich Max Emanuel Frankreich an. Im März 1701 schließt er schließlich ein geheimes Militärbündnis mit Ludwig XIV. und stellt Baiern damit auf die Seite der Bourbonen.
6. 10 1796 - Das Landesdirektorium wird vom Kurfürsten wieder entlassen
München * Kurfürst Carl Theodor entlässt das Landesdirektorium, das in seiner Abwesenheit die Regierungsgeschäfte führte, wieder aus seiner Verantwortung.
1832 - Ein künstlicher Hügel wird im Englischen Garten aufgeschüttet
München-Englischer Garten - Lehel * Ein künstlicher Hügel wird im Englischen Garten aufgeschüttet. Ziegelfundamente in fast gleicher Höhe wie der Monopteros selbst, geben dem Kunstberg den nötigen Halt. Der Hügel besteht aus Ziegelsteinen, Resten der Stadtbefestigung und angefallenem Erdreich.
1836 - Die Bauarbeiten am Monopteros beginnen
München-Englischer Garten - Lehel * Die Bauarbeiten am Monopteros, auf dem durch Menschenhand künstlich aufgeschütteten Hügel, beginnen. Die Arbeiten dauern bis 1837. Der Architekt ist Leo von Klenze.
Heute geht hier der Blick geht über die „Po-Ebene“, weil sich hier das bevorzugte Revier der sich hüllenlos sonnenden Parkbesucher befindet.
27. 9 1864 - Richard Wagner mietet für sich die Villa in der Brienner Straße
München-Maxvorstadt * Richard Wagner mietet für sich das Haus in der Brienner Straße 21, nahe der Propyläen. Bereits bei der ersten Audienz hat der Komponist dem Märchenkönig Ludwig II. erklärt, dass er sich in München nur dann „heimisch und zur Arbeit angeregt“ fühlen kann, wenn er „ein Häuschen in einem Garten allein bewohne“.
15. 10 1597 - Das Herzogtum Baiern steht vor dem Staatsbankrott
München * Herzog Wilhelm V. verzichtet zugunsten seines Sohnes Maximilian I. auf die Regierung des Herzogtums. Der Grund ist hauptsächlich in der Verschuldung Baierns zu suchen. Das Land steht kurz vor dem Generalanstand, also dem Staatsbankrott.
13. 10 1832 - Eine griechische Delegation huldigt dem künftigen König
München * Eine zwölfköpfige Delegation trifft in München ein, um dem künftigen König die Huldigung der Griechen darzubringen und ihn anschließend nach Griechenland zu begleiten.
9. 11 1766 - Mozart musiziert erneut am Münchner Hof
München-Graggenau * Auf der Heimreise von ihrer großen Westeuropatournee macht die Familie Mozart erneut in München Station. In der Residenz empfängt Kurfürst Maximilian III. Joseph die musikalischen Kinder.
Der zehnjährige Wolfgang erhält eine besondere Aufgabe: Nach einem vom Kurfürsten vorgesungenen Thema komponiert er unmittelbar ein Stück, das er anschließend im kurfürstlichen Kabinett vorspielt. Vater Leopold berichtet darüber am folgenden Tag in einem Brief.
11. 7 1715 - Die kurfürstliche Familie hält feierlichen Einzug in München
München * An seinem 53. Geburtstag zieht Kurfürst Max Emanuel mit seiner Frau Therese Kunigunde und ihren Kindern feierlich in München ein. Die Stadt empfängt die Familie mit Triumphbögen, Glockengeläut und Salutschüssen. Den offiziellen Festzug veranstalten der Münchner Magistrat und die Landstände: Die Familie ist bereits am 10. April ohne große Feierlichkeiten zurückgekehrt.
26. 6 1962 - 250 Demonstranten treffen sich am Monopteros
München-Lehel - Englischer Garten * Am Monopteros im Englischen Garten treffen sich rund 250 Protestierer zu einer vom Ortnungsamt verbotenen Kundgebung. Doch statt der Protestkundgebung wird über die Ereignisse der Schwabinger Krawalle diskutiert und in einer Resolution eine genaue Überprüfung der Vorfälle und die Kennzeichnung der Polizisten mit Dienstnummern gefordert. Die Versammlung wird aufmerksam von der Polizei beobachtet.
Der Allgemeine Studenten-Ausschuss der Ludwig-Maximilians-Universität distanziert sich per Flugblatt von den Protesten.
31. 10 1654 - Kurprinz Ferdinand Maria wird volljährig
München • Kurfürst Ferdinand Maria wird volljährig. Damit erlischt die Vormundschaft seiner Mutter Maria Anna und er kann die Regentschaft selbst übernehmen.
Anfang 5 1701 - Therese Kunigunde und der Hofstaat kehren nach München zurück
Brüssel - München * Kurfürstin Therese Kunigunde folgt ihrem Gemahl Max Emanuel nach Baiern und kehrt mit ihren Kindern sowie dem umfangreichen kurfürstlichen Hofstaat aus Brüssel nach München zurück. Damit wird die baierische Hauptstadt nach beinahe einem Jahrzehnt wieder zum dauerhaften Mittelpunkt der Hofhaltung.
Die Rückkehr steht im Zusammenhang mit der sich zuspitzenden europäischen Krise um die spanische Erbfolge. Max Emanuel richtet seine politische und militärische Aufmerksamkeit nun verstärkt auf Baiern, während Therese Kunigunde am Münchner Hof zunehmend öffentlich hervortritt.
13. 10 1810 - Zahnweh in der Hochzeitsnacht
München * Die Kronprinzessin ist durch die Aufregungen der letzten Tage erschöpft und will den Ball frühestmöglich verlassen. Das liegt aber nicht nur an den anstrengenden Festivitäten, sondern vor allem an ihren seit Tagen anhaltenden Zahnschmerzen, die ihr schon die Hochzeitsnacht verleidet hatten.
Therese verlässt den Hofball sehr zeitig. Ludwig begleitet seine Frau in die Residenz, kehrt aber alleine noch einmal zu den Tanzenden zurück. Seinem Tagebuch vertraut der Bayernprinz am Morgen danach seine entlarvenden und berechnenden Gedanken an, indem er schreibt: „Mir machte es wenig Vergnügen, aber ich tat es, um meine Freiheit zu zeigen und damit meine Frau nicht glaube, ich müsse, weil sie es getan, wegbleiben. […] So tue ich schon jetzt so viel möglich, bei Nacht schlafe ich in meinem Zimmer, nur zu Besuch zu meiner Frau kommend. […] Man muß sich gleich anfangs auf den Thron setzen, wie man ihn für die Folge will. So schicke ich mich in den Ehestand, fühle mich nicht unglücklich“.
Und seiner Lieblingsschwester Charlotte bekennt Ludwig: „Ausgezeichnet ist Therese durch ihr Herz, durch Vernunft, Schönheit, keine bessere Frau würde ich mir wünschen, aber leidenschaftslos verehelichte ich mich, es mag vorteilhafter sein für die Zukunft.“
Vertraute Kreise sehen die Zukunft der Ehe weniger rosig und trauen ihr - ganz im Gegenteil - nur sehr wenig Bestand zu.
21. 12 1704 - Therese Kunigunde verpflichtet sich zur Neutralität
München * In einem ergänzenden Revers zum Vertrag von Ilbesheim verpflichtet sich Regentin Therese Kunigunde, in dem ihr verbliebenen Herrschaftsgebiet keine gegen Kaiser Leopold I. oder das Heilige Römische Reich gerichteten Handlungen zu dulden oder zu unterstützen.
Damit bekräftigt sie die Neutralität des Rentamts München und erkennt die im Ilbesheimer Vertrag festgelegte neue Machtordnung an. Die Erklärung schränkt ihren politischen Handlungsspielraum weiter ein und trennt ihre Regierung endgültig von der anhaltenden Kriegspolitik ihres im Exil lebenden Gemahls Max Emanuel.
19. 9 1918 - Die Gründe, warum Kurt Eisner als Kandidat aufgestellt wurde
München * Die Zentralpolizeistelle Bayern berichtet dem Kriegsministerium:
„Die Gründe, warum Eisner als Kandidat aufgestellt werden soll, sind folgende:
1.) Man will erreichen, dass Eisner für die Zeit des Wahlkampfes, nachdem er noch nicht verurteilt ist, freigesprochen werde. Die Wahlversammlungen könnten nach Ansicht der Vereinsmitglieder [der USPD] vom Generalkommando nicht verboten werden.
Man werde Veranlassung nehmen, den Massen die Ziele der Unabhängigen klarzulegen; zu dem Zweck kämen als Redner von Berlin Leute, gegen welche die Polizei sich nicht vorzugehen traue, wie Haase, [Adolph] Hoffmann, Ledebour, von Nürnberg der Gauvorsitzende Baier.
2.) Man will gegen die Mehrheitssozialisten opponieren. Diesbezüglich sei eine Weisung aus Berlin da.“
2. 5 1865 - Die Kabinettskasse kauft eine Wohnung für Richard Wagner
München-Maxvorstadt * Auf Wunsch König Ludwigs II. wird Richard Wagners Wohnhaus an der Brienner Straße 21 von der Kabinettskasse angekauft und dem Komponisten kostenlos zur Verfügung gestellt.
30. 6 2013 - Die Confiserie Rottenhöfer Café Hag schließt seine Pforten
München-Graggenau * Die Confiserie Rottenhöfer Café Hag in der Residenzstraße 26 schließt seine Pforten.
29. 10 1918 - Entscheidungen verlangen höchste Verantwortung
München * In einem Brief an seinen Bruder Leopold schreibt König Ludwig III.: „Wir erleben die schwersten Zeiten und die bevorstehenden Entscheidungen verlangen das höchste Maß von Verantwortung.“
2. 8 1675 - Der Bau des Westflügels des Theatinerklosters beginnt
München-Kreuzviertel * Der Bau des Westtrakts des Theatinerklosters wird auf dem Gelände des ehemaligen Falkenhofs begonnen.
18. 8 1702 - Max Emanuel entscheidet sich für Frankreich
München - Versailles * Einen Tag nachdem Kaiser Leopold I. seine weitreichenden Forderungen nach einer Königskrone und territorialen Zugewinnen zurückweist, entscheidet sich Kurfürst Max Emanuel mit seinen Beratern endgültig für die französische Seite. Er nimmt das bereits ausgehandelte Offensivbündnis mit König Ludwig XIV. an.
Damit wird das seit März 1701 bestehende Defensiv- und Neutralitätsabkommen zu einem Angriffsbündnis erweitert. Frankreich verspricht Subsidien, militärische Unterstützung und Entschädigung für den Fall, dass Baiern im Krieg besetzt wird. Max Emanuel erhofft sich Gebietserweiterungen und die Erhebung seines Hauses in den Königsrang.
Die Entscheidung führt Baiern in den Krieg gegen Kaiser und Reich. Wenige Wochen später lässt Max Emanuel die Reichsstadt Ulm überraschend besetzen und beginnt damit den sogenannten baierisch-deutschen Krieg.
1796 - Das Rumford-Denkmal im Englischen Garten
München-Englischer Garten - Lehel * Das Rumford-Denkmal im Englischen Garten wird noch zu Lebzeiten Benjamin Thompson durch Franz Schwanthaler d.Ä. aus Kalktuff, Sandstein und Marmor geschaffen und befindet sich im Südteil des Parks.
3. 2 1795 - Das Cuvilliés-Theater wird für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht
München-Graggenau * Kurfürst Carl Theodor macht das von François Cuvilliés erbaute Opernhaus für die Öffentlichkeit zugänglich.
17. 8 1702 - Kaiser Leopold weist Max Emanuels Forderungen zurück
München - Wien * Am Münchner Hof trifft die lange erwartete Antwort Kaiser Leopolds I. auf die Forderungen des baierischen Kurfürsten ein. Max Emanuel verlangt für ein Bündnis mit dem Kaiser weitreichende Gegenleistungen: die Anerkennung einer Königswürde für das Haus Wittelsbach, die Abtretung der Markgrafschaft Burgau und mehrerer Tiroler Herrschaften sowie das Herzogtum Mailand oder die Königreiche Neapel und Sizilien als Tauschobjekt für Baiern.
Kaiser Leopold lehnt diese Forderungen ab und erinnert Max Emanuel an seine Pflichten als Kurfürst und Reichsstand. Damit scheitert der letzte ernsthafte Versuch, ihn auf die Seite des Kaisers und der Haager Allianz zu ziehen.
2009 - Wasserschaden im gerade renovierten Cuvilliès-Theater
München-Graggenau * 8.000 Liter Wasser ergießen sich nach einer Vorstellung im Cuvilliès-Theater über Beleuchtungskörper, die Tonanlage und die Bühnenmaschinerie sowie die elektronischen Schaltschränke.
1861 - Exotische Tiere von König Max II. abgelehnt
München * Graf Emil von Bentheim bietet dem Bayernkönig Max II. eine Sammlung an, die er unter anderem auf Java und Borneo zusammengetragen hat. Zur Sammlung gehören neben Kartenmaterial, Mineralien, getrockneten Pflanzen und ausgestopften auch lebende Tiere, nämlich ein Orang-Utan, ein Affe, zwei Sumpfhirsche und eine Boa.
Nach der erfolgten Ablehnung schreibt der Graf, „dass dieselben in Deutschland nirgends fruchtbarer für die Wissenschaft werden könnten, als in der Hauptstadt eines Königreiches, dessen erhabener Herrscher im Ruhm eines hochherzigen Protektors der Wissenschaften glänzt“.
Zu dieser Zeit ist in München das wissenschaftliche Interesse der Zoologie eben mehr auf tote als auf lebende Tiere ausgerichtet.
24. 4 1729 - Kurfürst Carl Albrecht gründet den Georgi-Ritterorden neu
München-Graggenau * Kurfürst Carl Albrecht gründet in einer feierlichen Zeremonie mit dem ersten Ritterschlag den „Georgi-Ritterorden“ neu.
11. 8 1790 - Der Friedhof an der Salatorkirche wird eine bequeme Zu- und Abfahrt
München-Kreuzviertel * Der vom Baierischen Staat aufgekaufte Friedhof an der Salatorkirche soll als bequemere Zu- und Abfahrt zum Nationaltheater im alten Opernhaus hergerichtet werden.
18. 12 2005 - Wasserrohrbruch überflutet das Cuvilliés-Theater
München-Graggenau * Während der Sanierung des Cuvilliés-Theaters strömen aus einem defekten Verbindungsstück einer 20 Zentimeter starken Versorgungsleitung große Wassermengen in die Unterbühne und die Technikräume. Das Wasser steigt bis auf Bühnenhöhe; nach dem Feuerwehrbericht steht der Orchestergraben rund fünf Meter unter Wasser. Gegen 12.30 Uhr entdeckt der Pförtner den Schaden, dreht den Hauptwasserhahn ab und verständigt die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte pumpen das Wasser mit zehn Pumpen ab. Die Freiwillige Feuerwehr Harthof ist rund vier Stunden im Einsatz.
Nach dem 11. 4 1715 - Max Emanuel ordnet die Ausweisung von Juden an
München - Kurfürstentum Baiern * Nach seiner Rückkehr nach München ordnet Kurfürst Max Emanuel an, die im Land lebenden Juden auszuweisen. Er knüpft damit an eine seit dem 15. Jahrhundert betriebene Politik der Vertreibung und Ausgrenzung an. Die Anordnung steht im Widerspruch zu Aufenthaltszusagen, die Vertreter der baierischen Landstände nach einer Münchner Chronik jüdischen Geldgebern während der kaiserlichen Besatzung bis zur Rückzahlung ihrer Darlehen gemacht haben. Für einzelne jüdische Hoffaktoren, die den Hof mit Krediten und Waren versorgen, gelten später Ausnahmen vom Aufenthaltsverbot.
6. 5 2019 - Eine Gedenktafel für die ermordeten Kolpinggesellen
München-Maxvorstadt * Am Prinz-Georg-Palais am Karolinenplatz 5, dem Sitz des Sparkassenverbands Bayern, wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Ermordung von 21 Kolpinggesellen am 6. Mai 1919 enthüllt.
Das Andenken an die grausamen Vorgänge vor 100 Jahren kam aufgrund einer Initiative von Frau Dr. Hella Schlumberger zustande. Zur Realisierung des Denkmals trägt das Kolpingwerk, die Versicherungskammer Bayern, der Sparkassenverband Bayern und die Landeshauptstadt München bei.
1492 - Die Salvatorkirche als Friedhofskirche für die Frauenkirche
München-Kreuzviertel * Die Salvatorkirche wird als Friedhofskirche für die Frauenkirche von Lukas Rottaler erbaut.
1476 - Die Befestigung bei der Neuveste wird geschlossen
München-Graggenau * Herzog Albrecht IV. genehmigt, die letzte Lücke der Befestigung zwischen dem Wurzertor und dem Äußeren Schwabinger Tor mit einer Zwingeranlage zu schließen. Damit wird auch der Bereich bei der herzoglichen Neuveste in den Ausbau einbezogen.
1856 - König Max II. lehnt die Gründung eines zoologischen Gartens ab
München * König Max II. lehnt die Gründung eines zoologischen Gartens ab, da „die Gründung einer solchen Anstalt als zu kostspielig und von wenig Nutzen für die Wissenschaft nicht zu befürworten ist“.
16. 4 1803 - Die Salvatorkirche wird gesperrt
München-Kreuzviertel * Die Salvatorkirche wird gesperrt und wenig später in eine Wagen- und Salpeter-Remise umgewandelt.
31. 10 1636 - Kurprinz Ferdinand Maria kommt in München zur Welt
München • Die österreichische Kaisertochter und baierische Kurfürstin Maria Anna bringt den Kurprinzen Ferdinand Maria in München zur Welt. Sein Vater ist Kurfürst Maximilian I. von Baiern.
1. 8 2014 - Vertreter von 16 Surf-Initiativen- und Verbänden treffen sich
München-Englischer Garten * Im Café Fräulein Grüneis im Englischen Garten treffen sich Vertreter von 16 Surf-Initiativen- und Verbänden. Sie wollen sich über ihre regionalen Projekte austauschen.
1. 11 1918 - Prinzessin Wiltrud von Bayerns Angst vor der USPD
München-Graggenau * Prinzessin Wiltrud von Bayern schreibt in ihr Tagebuch: „Wenn die unabhängigen Sozialdemokraten noch mehr Zuwachs und Macht bekommen, dann kann auch Bayern die Republik drohen.“
11. 12 1806 - Die Protestanten erhalten die Salvatorkirche
München-Graggenau - München-Kreuzviertel * Nachdem die Hofkapelle in der Residenz für die inzwischen über 1.200 evangelischen Gemeindemitglieder zu klein geworden ist, übergibt König Max I. Joseph den Protestanten die Salvatorkirche.Da dieses Gotteshaus von Anfang an zu klein ist, wird es jedoch nie als evangelische Kirche benutzt.
Ab dem 15. 9 1950 - Produktion im Münchner Lehel
München-Lehel * Fritz Kreutzkamm führt die Produktion in neuen Räumen in der Christophstraße im Münchner Stadtteil Lehel fort. Damit beginnt der Aufbau des Unternehmens am neuen Standort in München.
30. 11 1487 - Das Münchner Braugesetz: Bierpreis und Qualität unter Kontrolle
München * Herzog Albrecht IV. erlässt ein Braugesetz, das ausschließlich in München gilt. Bier ist für die einfache Bevölkerung in Baiern - neben dem täglichen Brot - ein Grundnahrungsmittel. Deshalb stehen sowohl Bäcker als auch Brauer unter besonderer Beobachtung. Der erste Paragraf regelt drei zentrale Punkte:
- Der erste Teilsatz legt den Preis für eine Mass Bier fest.
- Der zweite bestimmt, dass Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden darf.
- Der dritte nennt die Voraussetzungen für die Erlaubnis zum Ausschank: Das Bier muss zuvor beschaut beziehungsweise geprüft und sein Preis von den im Gesetz bestimmten Prüfern festgesetzt werden.
Zur Begründung der Vorschriften heißt es, dass „im Bräuwerk in unserer Stadt allhie bisher etwas Unordnung gehalten, auch die Bier so teuer [aus]geschenkt worden, daß solches gemeinen Inwohnern nit eine kleine Beschwerung und Hinderung ihres Aufnehmens gewesen.“
Den unmittelbaren Anlass für das Münchner Braugesetz bilden somit die hohen Bierpreise, die das wichtigste Getränk der Bevölkerung für viele Menschen kaum noch erschwinglich machen.
1959 - Das Schiller-Denkmal kommt in die gegenüberliegende Grünanlage
München-Maxvorstadt * Das Schiller-Denkmal, das bis dahin auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus gestanden hat, kommt in die gegenüberliegende Grünanlage.
6. 11 1918 - Prinzessin Wiltrud: „Jetzt wird‘s ernst!“
München-Graggenau * In der Residenz werden berittene Gendarmen, weitere Polizisten und Soldaten zusammengezogen. Die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen verdeutlichen auch der königlichen Familie die angespannte Lage. Prinzessin Wiltrud, eine Tochter König Ludwigs III., notiert in ihrem Tagebuch: „Jetzt wird’s ernst!“
29. 10 1805 - Baierns Kurfürst muss sich beim französischen Kaiser entschuldigen
Würzburg - München * Der baierische Kurfürst Max IV. Joseph trifft aus Würzburg kommend in München ein und muss sich für seine Verzögerung beim französischen Kaiser entschuldigen.
2007 - Der Ältestenrat lehnt das Trümmerfrauen-Denkmal ab
München-Graggenau * Der Ältestenrat beschäftigt sich abschließend mit der Erstellung eines Trümmerfrauen-Denkmals und befindet, dass es den Begriff der Trümmerfrauen in München nie gegeben hat. Einzig die CSU äußert sich positiv zum neuen Denkmal.
Fraktionschef und Oberbürgermeisterkandidat Josef Schmid sieht die Argumente gegen ein Denkmal als nicht schwerwiegend genug an: „Natürlich wollen wir keine Nationalsozialisten ehren“, so Schmid. „Doch es gibt keine Kollektivschuld des deutschen Volkes, und die Aufbauarbeit der Zivilbevölkerung muss gewürdigt werden“.
9 2013 - Das Trümmerfrauen-Denkmal wird eingeweiht
München-Graggenau * Das „Trümmerfrauen-Denkmal“ am Marstallplatz wird vom Münchner CSU-Vorsitzenden Ludwig Spaenle und kirchlichen Würdenträgern eingeweiht.
1704 - Die ersten Kaffeesieder schenken in München aus
München * Der französische Schauspieler Brieder gilt als erster namentlich bekannter Kaffeesieder Münchens. Er bietet das in der Stadt noch weitgehend unbekannte dunkle Getränk an und bringt damit französische Kaffeehauskultur an die Isar.
Aus derselben Zeit stammt die älteste bekannte Darstellung eines Münchner Kaffeehauses. Das abgebildete Lokal liegt in der damaligen Schwabinger Gasse, der heutigen Residenzstraße, und gehört dem Hofzuckerbäcker Claudi Surat. Dieser ist ab 1708 ausdrücklich als Kaffeeschenk belegt.
13. 5 1553 - Die festgelegte Brauzeit
München * Eine baierische Brauordnung von 1539, spätestens jedoch ein herzogliches Dekret vom 13. Mai 1553, legt fest, dass untergäriges Bier nur während des Winterhalbjahres gebraut werden darf. Die Brausaison beginnt am 29. September, dem Michaelistag, und endet am 23. April, dem Georgstag.
Die zeitliche Beschränkung ist notwendig, weil die untergärige Hefe für den Gärungsprozess niedrige Temperaturen benötigt. Dabei geht man davon aus, dass die durchschnittliche Außentemperatur während dieses Zeitraums kaum über 10,4 Grad Celsius steigt.
17. 12 1554 - Herzog Ernst von Baiern kommt zur Welt
München * Herzog Ernst, der jüngste Sohn Herzog Albrechts V. und dessen Ehefrau Anna von Österreich, wird geboren.
Um ihn standesgemäß zu versorgen, wird für ihn seit seiner frühsten Jugend eine kirchliche Laufbahn vorgesehen. Seine theologische und humanistische Ausbildung erhielt er von den Jesuiten in Ingolstadt und Rom. Als Sekundogenitur wird der Kölner Bischofsstuhl ins Auge gefasst.
30. 9 1777 - Die fehlende Vakatur verhindert Mozarts Anstellung in München
München-Graggenau * Wolfgang Amadeus Mozart antichambriert mit Kurfürst Max III. Joseph in der Residenz. Den Verlauf des Gesprächs schreibt Wolfgang Amadé an seinen Vater:
„Als der Kurfürst an mich herankam, sagte ich:
„Euer Kurfürstliche Durchlaucht erlauben, daß ich mich untertänigst zu Füßen lege und meine Dienste antragen darf“ –
„Ja, völlig weg von Salzburg? –
„Ja, Euer Kurfürstliche Durchlaucht“ –
„Ja, warum denn, habts enck z‘kriegt?“ –
„Ei, beileibe, Eurer Durchlaucht: ich habe nur um eine Reise gebeten, er [der Salzburger Fürstbischof] hat sie mir abgeschlagen, mithin war ich gezwungen, diesen Schritt zu machen; obwohl ich schon lange im Sinn hatte, wegzugehen, denn Salzburg ist kein Ort für mich.“ -
„Mein Gott, ein junger Mensch! Aber der Vater ist noch in Salzburg?“ -
„Ja, Euer Kurfürstliche Durchlaucht. Ich bin schon dreimal in Italien gewesen, habe drei Opern geschrieben, bin Mitglied der Akademie in Bologna, habe müssen eine Probe ausstehen, wo viele Maestri 4 bis 5 Stunden gearbeitet und geschwitzt haben, ich habe es in einer Stund verfertigt: das mag zum Zeugnis dienen, daß ich im Stande bin, in einem Hofe zu dienen.“ –
„Ja, mein liebes Kind, es ist keine Vakatur da. Mir ist es leid, wenn nur eine Vakatur da wäre“ –
„Ich versichere Euer Durchlaucht, ich würde München gewiß Ehre machen“ –
„Ja, das nutzt alles nichts. Es ist keine Vakatur da“ -
Dies sagte er gehend. Nun empfahl ich mich zu höchsten Gnaden.“
Gerade weil der Kurfürst so musikverständig war, müssen andere Gründe als die fehlende Planstelle der Anstellung Mozarts im Wege gestanden haben. Hätte Baierns Kurfürst Max III. Joseph die Anstellung Wolfgang Amadeus Mozarts wirklich gewollt, so hätte er die Planstelle für den Hofmusiker auch durchgesetzt und Mittel und Wege der Finanzierung gefunden. Es trifft freilich zu, dass im Bereich der Hofmusik damals die Ämter des Kapellmeisters, des Kammerkompositeurs und der Konzertmeister besetzt waren.
Und dennoch war die Aussage mit der fehlenden Vakatur eine typische Sachzwang-Argumentation. Guten Willen vorausgesetzt, hätte der baierische Herrscher den Komponisten aus seiner Kabinettskasse bezahlen können, wie er es schon mehrmals bei bedeutenden Sängerinnen und Sängern machte. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, Mozart den Auftrag für eine Oper zu erteilen.
Es scheint naheliegend, dass Mozarts Musik nicht dem kurfürstlichen Geschmack entsprochen hat. Kurfürst Max III. Joseph war ein überzeugter Anhänger der älteren neapolitanischen Virtuosenoper. Mozarts Musik dürfte ihm zu wenig traditionell, zu reich, zu vielschichtig, kurz - zu modern gewesen sein. Seine eigenen, etwas altväterlichen Kompositionen scheinen dies zu bestätigen.
Die Ursachen liegen aber zweifellos am Salzburger Bischofshof. Denn wer, wie Mozart, gegen den Bischof von Salzburg aufmümpfige Reden führt und es nicht versteht sich den hergebrachten ständischen Normen und hierarchischen Strukturen zu unterwerfen, für den ist auch am baierischen Hof kein Platz. Da kommt Kurfürst Max III. Joseph die Argumentation, dass er jeden ausgegebenen Gulden seinen Untertanen vom Mund absparen muss, nur gelegen.
7. 11 1918 - Revolutionsrufe und ein letztes Abendessen in der Residenz
München-Graggenau * Auf dem Rückweg ihres Spaziergangs hören die Prinzessinnen revolutionäre Parolen. Prinzessin Wiltrud hält die Rufe in ihrem Tagebuch fest: „Der Kaiser soll abdanken! Nieder mit Wilhelm! Nieder mit dem Haus Wittelsbach! Nieder mit der Dynastie! Nieder mit dem Haus Habsburg! Die Republik soll leben!“ Auch ihr Vater, König Ludwig III., wird zur Zielscheibe des Spotts: „Vom Millibauern, Papas Spitznamen, schrien sie etwas.“
Beim Abendessen in der Residenz ist die Stimmung gedrückt. Auf den Tisch kommen Hirschkalbsbraten, Kartoffelnudeln und Erbsen – das letzte Abendessen der königlichen Familie vor ihrer Flucht aus München. Wiltrud nimmt sich vorsorglich eine zweite Portion. Ihren Gedanken dabei hält sie im Tagebuch fest: „Ich nahm zwei Stücke, denkend es ist gut, wenn man bei Kräften ist, wer weiß, wann wir wieder ein solches Essen bekommen.“
7. 11 1918 - Ludwig III. bereitet die Flucht aus der Residenz vor
München-Graggenau * Ministerpräsident Otto von Dandl und Innenminister Friedrich von Brettreich überbringen König Ludwig III. die Empfehlung des Ministerrats, München vorübergehend zu verlassen. Der König stimmt zu. Seiner Familie erklärt er: „Wir müssen fort! Und zwar gleich.“ Die Abreise soll rasch und möglichst unauffällig erfolgen; selbst gegenüber den Hofdamen soll das Ziel zunächst geheim bleiben.
Während die Vorbereitungen anlaufen, schwankt Ludwig zwischen Aufbruch und Zögern. Noch nach seinem Spaziergang hat man ihn über die Lage beruhigt. Nun können seine Berater für seine Sicherheit nicht mehr einstehen. Seine Enttäuschung kommt in dem überlieferten Ausruf zum Ausdruck: „Dass man mich gar nicht über die Lage unterrichtet hat! […] Hab’ ich denn niemand, der sich um mich hätte annehmen können?“
14. 1 1806 - Die kirchliche Trauung in der Hofkirche
München-Graggenau * Erst als die kirchliche Trauung in der Hofkirche folgt, sind die Brautleute Auguste Amalie und Eugène Beauharnais aus baierischer Sicht „richtig“ verheiratet. Der Erzbischof von Regensburg, Karl Theodor von Dahlberg, übernimmt die Trauungszeremonie. Am Abend läuten wieder alle Glocken und Kanonenböller werden vor den Toren der Stadt gezündet. Auch die Straßen Münchens sind erneut illuminiert.
7. 11 1918 - Spott auf das Königspaar vor der Residenz
München-Graggenau * Vor der Residenz richtet sich der Protest gegen das Königspaar. Eine aufgebrachte Menschenmenge ruft nach überlieferter Darstellung: „Runter mit dem Millibauern, runter mit der Topfenresl!“
Mit dem „Millibauern“ ist König Ludwig III. gemeint. Der Spottname spielt auf sein ausgeprägtes Interesse an der Landwirtschaft und sein Mustergut Leutstetten an. „Topfenresl“ bezeichnet seine Gemahlin, Königin Marie Therese. Die herabsetzenden Namen verdeutlichen, wie weit die öffentliche Ehrfurcht vor dem Königshaus geschwunden ist.
3. 6 1864 - Der Nibelungen-Gang in der Residenz entsteht
München-Graggenau * König Ludwig II. gibt den Auftrag für einen repräsentativeren offiziellen Zugang zu seiner Wohnung im nordwestlichen Pavillon des Festsaalbaues. Dazu müssen Bedienstetenwohnungen entfernt werden. Der dadurch entstehende 31 Meter lange Gang [= Nibelungen-Gang] mit 14 Fenstern zur Theatinerstraße wird ausgebaut.
7. 11 1918 - Ein Polizist warnt die königliche Familie
München-Graggenau - Englischer Garten * In der Residenz beginnt der Tag zunächst mit den gewohnten Abläufen: Die Königstöchter besuchen die Messe, Ludwig III. hält Audienz. Später gehen die Prinzessinnen Helmtrud und Wiltrud mit ihrer Hofdame Bertha von Wulffen im Englischen Garten spazieren. Auf dem Rückweg begegnen sie dem König und seinem Begleiter Baron Bodmann.
Ein aufgeregter Radfahrer fordert die Damen auf, angesichts aufziehender Demonstranten rasch in die Residenz zurückzukehren. Er erkundigt sich zugleich nach dem Aufenthaltsort des Königs. Nach der überlieferten Darstellung handelt es sich um einen Polizeibeamten. Dass ein Polizist Ludwig am späten Nachmittag zur Rückkehr veranlasst, bestätigt auch eine historische Darstellung unter Berufung auf den Historiker Alfred Beckenbauer.
Der oft zitierte Zuruf eines Arbeiters – „Majestät, genga S’ hoam, Revolution is!“ – ist dagegen als Anekdote zu behandeln. Eine 1921 veröffentlichte Karikatur verbreitet diese Version, belegt aber nicht ihren tatsächlichen Ablauf.
9. 11 1849 - Maximilian II. will das bayerische Zusammengehörigkeitsgefühl stärken
München * König Max II. beauftragt seinen Innenminister Theodor von Zwehl ein „Gutachten patriotisch gesinnter Männer aus sämtlichen Kreisen des Königreichs und aus den verschiedenen Ständen“ einzuholen und „nichts zu unterlassen, was das Nationalgefühl des Bayern - für Bayern - zu heben und zu festigen vermag“.
Mit diesem Programm will er die Monarchie in Bayern sichern. Ihm ist klar, dass fast die Hälfte seines Staatsgebiets und seiner Bevölkerung nicht das Geringste mit Bayern zu tun hatte. Die revolutionären Ereignisse haben gezeigt, dass besonders von Franken, das keinerlei geschichtlichen Bezug zu Bayern hatte, der stärkste Widerstand gegen die Monarchie ausging.
Durch die Förderung von Tracht, Brauchtum und Geschichte, durch Geschichtszyklen und dynastische Feste, durch Denkmäler, Nationalhymne und den Ausgleich der Religionen sowie durch gezielte Unterstützung aller konservativen, monarchiefreundlichen Institutionen und Vereinigungen, soll die gesamtbayerische Identitätsstiftung gesteuert werden.
All diese Maßnahmen schlagen sich nicht zuletzt auch in Fragen der Architektur nieder. Denn zum Ziel zur Förderung einer bayerisch-monarchischen Gesinnung zählen auch die Bemühungen des Bayernregenten um einen neuen Baustil, bei dem programmatisch gotische und bäuerliche Architekturformen, also letztlich deutsche und bayerische Elemente verschmolzen werden sollen.
Darüber hinaus verfolgt Max II. mit einem neuen, in Bayern erfundenen Baustil außenpolitische Ziele.
- Er will damit für Bayern eine Vorrangstellung unter den deutschen Mittelstaaten erreichen und so das Land als dritte Kraft zwischen Preußen und Österreich etablieren und zumindest in der Architektur und im Städtebau eine führende Rolle einnehmen.
- Daneben hätte er mit der Erfindung eines neuen Baustils auch seinen Vater, den dominierenden Kunstkönig, in dessen ureigenstem Gebiet übertroffen.
26. 10 1854 - Die Königinmutter Therese stirbt an der Cholera
München-Graggenau * Die Königinmutter Therese stirbt an der Cholera. Ihre Grabstätte befindet sich heute in der Basilika Sankt Bonifaz in München.
10. 8 1662 - Kurfürst Ferdinand Maria lehnt die Bitten der Theatiner ab
München-Kreuzviertel • Da die Rochus-Kapelle seit ihrer Niederlassung den Augustiner-Eremiten anvertraut worden war, galten ihre Vorrechte auch noch, als die Theatinerpatres die Kirche für ihre Zwecke nutzen. Denn die Augustiner lesen hier wöchentlich zwei Messen. Dass das die Theatiner als störend empfinden, kann nachvollzogen werden. Entsprechend unzufrieden sind sie deshalb auch mit dieser Situation. Deshalb bitten sie den Ferdinand Maria um Erweiterung der Kirche und des Wohnhauses. Der Kurfürst verweigert in Anbetracht des geplanten Neubaus dieses Ansinnen.
5. 5 1844 - König Ludwig I. nimmt die Preiserhöhung zurück
München * Nach vier Tagen anhaltender Unruhen gibt König Ludwig I. schließlich nach und nimmt die Erhöhung des Bierpreises per Dekret zurück. Damit ist das wichtigste Ziel der Münchner Bierrevolution erreicht, die Unruhen klingen ab und die Lage in der Stadt beruhigt sich.
An den Ausschreitungen haben sich vor allem Angehörige der unteren Bevölkerungsschichten beteiligt. Zugleich stößt ihr Vorgehen offenbar auch in wohlhabenderen und gebildeten Kreisen auf Zustimmung. Dort herrscht vielfach die Ansicht, „die Leute [hätten] recht daran getan, es den Brauern einmal zu zeigen, da eine Bittschrift kaum einen vergleichbaren Erfolg erzielt hätte.“
21. 9 1848 - König Max II. beklagt sich über seinen schweren Job
München - Berlin • In einem Brief an seinen Onkel, dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., schreibt König Max II.: „Schwer ist unser Beruf, wir trugen, ich wenigstens trug bisher nur eine Dornenkrone.“
6. 8 1877 - Die Polytechnische Schule wird zur Technischen Hochschule
München-Maxvorstadt * Die Polytechnische Schule wird in Technische Hochschule in München umbenannt.
23. 4 1844 - Soziale Not und wachsender Volkszorn
München * Neben der schleichenden Geldentwertung trägt auch eine neue, von König Ludwig I. eingeführte Biersteuer zur Preiserhöhung bei. Gleichzeitig streichen der König und seine Regierung den Soldaten die Teuerungszulage von zwei Pfennigen. Auch der Tagelohn der Arbeiter auf den königlichen Baustellen sinkt von 48 auf 44 Kreuzer - eine Kürzung um 16 Pfennige. Zusätzlichen Unmut löst die kurz zuvor verfügte deutliche Erhöhung des Brotpreises aus.
Für viele Menschen ist damit die Belastungsgrenze erreicht. Ihr Zorn richtet sich gegen den König und seine Regierung, vor allem aber gegen die Brauer. Diese stehen im Ruf, „wie Fürsten und Grafen herumzustolzieren“, gewaltige „Bierfestungen“ zu errichten und ihren neu gewonnenen Reichtum stolz zur Schau zu stellen.
Dieses harsche Urteil trifft zwar nur auf wenige Brauereibesitzer zu und wird auch innerhalb des Braugewerbes kritisch gesehen. In der aufgeheizten Stimmung findet eine solche Differenzierung jedoch kaum noch Gehör. Das sprichwörtliche Fass läuft über: Die Münchner entschließen sich, „Revoluzzion“ zu machen.
19. 9 1805 - Erzherzog Ferdinand trifft in München ein
München * Erzherzog Ferdinand, der den Oberbefehl über die österreichischen Truppen hat, trifft in München ein und nimmt im Gasthof Zum Goldenen Hirsch in der Theatinerstraße Quartier.
7. 11 1918 - Die Residenzwache löst sich auf
München-Graggenau * Gegen 19 Uhr löst sich die Wache der königlichen Residenz auf. Damit verliert Ludwig III. auch unmittelbar an seinem Regierungssitz den militärischen Schutz. Kriegsminister Philipp von Hellingrath muss eingestehen, dass ihm in München keine verlässlich einsetzbaren Truppen mehr zur Verfügung stehen.
Auch die Hartschiere leisten keinen bewaffneten Widerstand gegen den Umsturz. Einzelne Angehörige der königlichen Leibgarde verabschieden die fliehende Familie jedoch noch mit einem letzten Salut.
8. 10 1846 - Der König und die Skandalnudel Lola Montez
München * Die spanische Tänzerin Lola Montez hat einen Termin bei König Ludwig I.. Dieser fordert zur Audienz einen Bericht über das Vorleben der Tänzerin an, in dem er lesen kann:
„Dem allerhöchste Befehle vom 6. d.M. pflichtschuldige Folge leistend berichtet der treugehorsamst Unterzeichnete Euer Koeniglichen Majestät allerdevotest, wie die spanische Tänzerin Lola Montez dadurch öffentlich Anstoß erregte, dass sie, den Mitheilungen mehrerer Zeitungen zufolge, in einem Gasthofe zu Berlin einem ihr gegenüber sitzenden Offizier, der ihr mit übergroßer Freundlichkeit zu begegnen bemüht war, ein Champagnerglas an den Kopf warf, dass sie ferner, ebenfalls Nachrichten zufolge, einem bei der Revue in Berlin sie zurechtweisenden Polizeicommisär mit der Reitgerte übers Gesicht hieb, worauf sie mit 14-tägigem Arrest bestraft wurde, und dass sie endlich in Warschau dem Publikum, das ihren Kunstleistungen den gewünschten Beifall nicht zollte, von der Bühne herab mit begleitendem Gestikulieren den hinteren Theil ihres Körpers zuwandt".
Der König will sich von der Skandalnudel ein eigenes Bild machen. Bei dieser Audienz soll sich Lola Montez, „als der König einigen Zweifel über die Realität der ersichtlichen Wölbung ihres Busens andeutet", eine Schere genommen und sich damit „das Kleid vor der Brust aufgeschnitten“ haben. Der 60-jährige Bayernkönig ist augenblicklich Feuer und Flamme für die exotische Schönheit.
- Er engagiert die als erotisches Feuerwerk bekannte Tänzerin unverzüglich und
- erlässt eine Anweisung, dass die Tänzerin in den Zwischenaufzügen des Lustspiels „Der verschwundene Prinz" spanische Tänze in spanischer Tracht darbieten soll.
6. 9 1847 - Jetzt gerät Königin Therese in Rage
München * Erst jetzt beauftragt König Ludwig I. seinen Staatsrat und Innenminister Franz von Berks mit der Veröffentlichung der Ernennung Lola Montez zur Gräfin Landsfeld im Regierungsblatt. Dadurch gerät jetzt allerdings die Königin Therese in Rage.
1826 - Der Königsbau der Residenz entsteht
München-Graggenau * Auf der Nordseite des Max-Joseph-Platzes entsteht der Königsbau der Residenz.
Als städtebauliche Aufgabe verbleibt für Leo von Klenze die Südseite des Platzes, die durch die wenig repräsentative Seitenfassade des Palais Toerring-Jettenbach gebildet wird. Das spielte auch lange Zeit keine Rolle, da diese Seite dem Friedhof des Franziskanerklosters zugewandt war.
Mit der Neugestaltung des Toerring-Palais will König Ludwig I. aber nicht nur den Platz verschönern, sondern auch die der königlichen Wohnung gegenüberliegende Front ästhetisch aufwerten. Diese Investition kann aber dem Grafen weder zugemutet noch aufgezwungen werden.
Ab 1827 - König Ludwig I. lässt Nibelungensäle der Residenz ausmalen
München-Graggenau * König Ludwig I. lässt von Julius Schnorr von Carolsfeld die Nibelungensäle im Königsbau der Residenz ausmalen.
18. 10 1833 - Der Grundstein für den Obelisken auf dem Carolinenplatz wird gelegt
München-Maxvorstadt * Der Grundstein für den Obelisken auf dem Carolinenplatz wird gelegt. Er ist ein Denkmal für die im Russlandfeldzug Napoleons umgekommenen bayerischen Soldaten.
7. 11 1918 - Die Minister raten Ludwig III., München zu verlassen
München-Maxvorstadt - Graggenau * Gegen 19 Uhr erklärt Kriegsminister Philipp von Hellingrath, dass ihm in München keine verlässlichen Truppen mehr zur Verfügung stehen. Er sieht sich außerstande, den Aufstand mit den Kräften der Garnison niederzuschlagen, und will Verbindung zu Truppen außerhalb der Stadt aufnehmen.
Angesichts der polizeilichen Meldungen befürchten die Minister, dass Revolutionäre noch in der Nacht die Ministerien und die Residenz besetzen könnten. Sie sorgen sich um die Sicherheit des Königs und der erkrankten Königin Marie Therese. Außerdem rechnen sie mit dem Versuch, Ludwig III. zur Abdankung zu zwingen. Gemeinsam empfehlen sie deshalb, die königliche Familie solle München vorübergehend verlassen.
Ministerpräsident Otto von Dandl und Innenminister Friedrich von Brettreich überbringen dem König diesen Rat. Ludwig III. stimmt der Abreise zu.
25. 5 1985 - Friedrich Wetter wird zum Kardinal erhoben
Rom-Vatikan - München-Kreuzviertel * Der München-Freisinger Erzbischof Friedrich Wetter wird in das Kardinalskollegium aufgenommen.
3. 7 1961 - Kardinal Julius Döpfner wird 10. Erzbischof von München und Freising
Rom-Vatikan - München-Kreuzviertel * Kardinal Julius Döpfner wird zum 10. Erzbischof von München und Freising ernannt.
30. 9 1961 - Kardinal Julius Döpfner wird inthronisiert
München-Kreuzviertel * Kardinal Julius Döpfner wird als Erzbischof von München und Freising inthronisiert. Er gehört - neben Papst Johannes XXIII. - zu den vier leitenden Persönlichkeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils und bemüht sich um eine Annäherung an die SPD.
26. 2 1919 - Bewaffnete Männer erzwingen die Trauerbeflaggung am Erzbischöflichen Palais
München-Kreuzviertel * Am Landestrauertag für Kurt Eisner bleibt das Erzbischöfliche Palais zunächst ohne Trauerbeflaggung. Erzbischof Michael von Faulhaber betrachtet sein Wohnhaus als Privatgebäude, das von der Anordnung für öffentliche Gebäude nicht betroffen ist.
Nach seinem Tagebuchbericht dringen gegen 11 Uhr sechs Männer, darunter vier Soldaten mit Gewehren, in das Palais ein und verlangen die Beflaggung. Sie halten sich in den Räumen auf und treten bewaffnet an die Fenster. Schließlich werden zwei Fahnen angebracht.
Faulhaber erlebt den Tag als Bedrohung. Den politischen Mord lehnt er nach eigener Aussage ab, hält eine öffentliche Erklärung jedoch für überflüssig: „Daß der Erzbischof einen politischen Mord verabscheut, das braucht er doch nicht zu beteuern, das wird man hoffentlich wissen.“
24. 7 1934 - Faulhaber: „Gott erhalte unseren Reichskanzler“
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt an Adolf Hitler:
„Was die alten Parlamente und Parteien in sechzig Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. […]
Uns kommt es aufrichtig aus der Seele: Gott erhalte unseren Reichskanzler“.
9. 9 1930 - Brandbrief an Kardinal Faulhaber und die Bischofskonferenz
München * Pater Rupert Mayer schreibt einen Brief an Kardinal Michael Faulhaber und die Bischofskonferenz, in dem sich der Jesuit wiefolgt äußert:
„Die völkischen Hetzereien können wir uns nicht groß genug vorstellen. So herrscht in unserem katholischen Volk eine beispielslose Verwirrung. Unbegreiflich, aber wahr ist es, daß der Hitlerschwindel wieder die weitesten, auch katholischen Volkskreise erfasst hat“.
28. 7 1917 - Offene Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen
München - Berlin * Der Feldprobst der bayerischen Armee, der Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber, schreibt an Kaiser Wilhelm II., dass „auch die Seelsorge mit dem Schwert des Geistes, das ist mit dem Wort Gottes, das heilige Recht unseres treuen Vaterlandes zu verteidigen und die Seelen zum höchsten Kraftaufgebot zu wecken bemüht war“.
Der deutsche Klerus hat sich damit in die Kriegsrhetorik eingefügt und betreibt offen Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen. Faulhaber predigt den bayerischen Truppen. Und diese Rhetorik geht so: „Ein Mann nach dem Herzen Gottes handelt nach dem Willen Gottes. Hat man einmal klar erkannt: ‚Das ist Gottes Wille, das ist meine Pflicht, bei dieser Fahne ist mein Platz‘, dann bleibt‘s dabei, heute und morgen und übermorgen.“
12. 6 1952 - Kardinal Michael von Faulhaber stirbt
München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber stirbt. Der Tod der nicht unumstrittenen Persönlichkeit ruft bei den Gläubigen Münchens nicht nur Bestürzung hervor.
9. 11 1939 - Kardinal Faulhaber beglückwünscht Hitler zu seiner „glücklichen Rettung“
München-Kreuzviertel * Einen Tag nach Georg Elsers Bombenattentat im Bürgerbräukeller sendet Kardinal Michael von Faulhaber ein Telegramm an Adolf Hitler. Als Münchner Erzbischof und im Namen der bayerischen Bischöfe gratuliert er ihm zum Überleben des Anschlags. Diesen bezeichnet er als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“. Zugleich bittet er Gott, „er möge auch ferner seinen schützenden Arm über Sie halten“.
Hitler bedankt sich am 12. November für die Glückwünsche.
30. 8 1922 - Konrad Adenauer widerspricht Kardinal Michael von Faulhaber
München * Der Präsident des Katholikentages, der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, widerspricht Kardinal Michael von Faulhaber zwar erst drei Tage später, verwahrt sich aber immerhin öffentlich gegen diese Aussagen: „Es sind hie und da Äußerungen gefallen, die man sich aus Verhältnissen örtlicher Natur erklären kann, hinter denen aber die Gesamtheit der deutschen Katholiken nicht steht. [...] Es verrät Mangel an historischem Blick, die heutige Verfassung verantwortlich zu machen für die heutigen Zustände“.
Denn, so Adenauer weiter: „Wenn im Herbste der Wind die Blätter von den Bäumen fegt, so ist der Wind nur der Anstoß, denn die Blätter waren alt und müde, und wenn der Sturm Äste und Bäume bricht, so war der Sturm bloß der Anstoß, denn die Bäume und Äste waren alt, denn wären sie nicht morsch und lebensschwach gewesen, so hätten sie den Sturm überdauert.“ Und der Rheinländer setzte noch einen drauf, als er sagte: „Wie ich an das Walten einer Gerechtigkeit glaube, so glaube ich auch daran, daß etwas, was gut und stark ist, nicht untergehen kann“.
Jetzt wird Kardinal Faulhaber richtig zornig. „Herr Oberbürgermeister“, herrscht der Münchner Erzbischof den späteren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wie einen Schuljungen an: „Sie haben unserem König nicht die schuldige Achtung erwiesen“.
In einer Denkschrift hält Konrad Adenauer die Gefährlichkeit der Haltung und Auffassung des Kardinals in aller Deutlichkeit fest: „Die Haltung des Kardinals Faulhaber ist unverträglich mit den Interessen des deutschen Katholizismus. Er muß entweder eine grundsätzliche Schwenkung einnehmen oder dazu angehalten werden, sich jeder politischen Betätigung auf das Strikteste zu enthalten“.
Nach dem 12. 6 1952 - Die Münchner Jüdische Zeitung würdigt Faulhabers Eintreten
München * Es ist und bleibt ein ewiges Rätsel, warum ausgerechnet die Münchner Jüdische Zeitung zum Schluss kommt, dass Kardinal Michael von Faulhaber an dem denkwürdigen 3. Dezember 1933 „gegen den Rassenwahn der nationalsozialistischen Machthaber so furchtlos Stellung nahm“.
Nach dem 26. 8 1944 - Faulhabers Treueverhältnis gegenüber dem Führer
München-Kreuzviertel * Das Attentat vom 20. Juli 1944 bezeichnet Kardinal Michael von Faulhaber als „furchtbares Verbrechen“. In seiner Vernehmung vom 26. August „überschlug er sich geradezu in der Ablehnung und Verurteilung des Anschlags [...] und in seinem Treueverhältnis gegenüber dem Führer“.
26. 5 1917 - Die Kandidatur Michael von Faulhabers wird öffentlich verkündet
München * Die Ernennung Michael von Faulhabers zum Kandidaten für das Amt des Erzbischofs von München und Freising wird amtlich verkündet.
7. 11 1918 - Faulhaber erlebt den Umsturz als „schrecklichste Nacht meines Lebens“
München-Kreuzviertel * Erzbischof Michael von Faulhaber hält die revolutionären Ereignisse in seinem Tagebuch fest. Die Kundgebung auf der Theresienwiese deutet er zunächst als Versuch der Mehrheitssozialdemokraten, die Bevölkerung zu beruhigen und den Unabhängigen den politischen Einfluss zu nehmen. Den Demonstrationszug beschreibt er als überwiegend ruhig. Die entscheidende Rolle beim Umsturz schreibt er den Soldaten zu, die zu den Kasernen ziehen.
Gegen 23 Uhr nimmt Faulhaber zunehmenden Straßenlärm wahr. Bewaffnete Soldaten bewegen sich zunächst zu Fuß, später auf Lastwagen durch die Stadt. Die Fahrzeuge mit Maschinengewehren empfindet er als bedrohlich; ihre Fahrten deutet er als Einschüchterung der Bevölkerung.
Seine persönliche Erschütterung fasst er in den Worten zusammen: „Die schrecklichste Nacht meines Lebens.“ Der Tagebucheintrag dokumentiert damit vor allem Faulhabers Angst und seine Wahrnehmung des Zusammenbruchs der monarchischen Ordnung.
Um den 5. 9 1919 - Bayerns Bischöfe lehnen die demokratische Weimarer Verfassung ab
München * Alle acht bayerischen Bischöfe lehnen die demokratische Weimarer Verfassung mit der Begründung ab: „Halte sich wenigsten der Priesterstand das Gewissen rein und frei gegenüber einer Republik und ihrer Verfassung, die aus der Sünde der Revolution und damit aus dem Fluche geboren sind und diesen Fluch bis in das dritte und vierte Geschlecht vererben werden“.
27. 6 1977 - Joseph Ratzinger wird Kardinal
Vatikan * Münchens Erzbischof Joseph Ratzinger wird in das Kardinalskollegium aufgenommen.
28. 10 1982 - Friedrich Wetter wird 12. Erzbischof von München und Freising
Rom-Vatikan - München * Friedrich Wetter wird von Papst Johannes Paul II. zum 12. Erzbischof von München und Freising ernannt, nachdem Kardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation nach Rom berufen worden war.
19. 9 1922 - Faulhaber verhindert Ordensverleihung an Adenauer
München-Kreuzviertel - Rom-Vatikan * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt an den Unterstaatssekretär im Vatikan, Giuseppe Pizzardo, über die öffentliche Auseinandersetzung mit Konrad Adenauer:
„Er behauptete, die Revolution sei organisch geworden, die gestürzten Herrscherhäuser seinen morsche Bäume gewesen, der deutsche Katholizismus sei auf das deutsche Vaterland angewiesen. [...] Ich bitte darum Eure Exzellenz, es möge keine päpstliche Kundgebung erfolgen, die von den Katholiken als Zustimmung zur Politik des Zentrums und zu einer Koalition mit der Sozialdemokratie ausgelegt werden könnte. Präsident Adenauer wird die päpstliche Auszeichnung, die früher für den Präsidenten üblich war, nicht erhalten können“.
Damit verhindert Kardinal Faulhaber, dass Konrad Adenauer den sonst üblichen päpstlichen Orden bekommt.
In einer eigenwilligen Rechtfertigung gegenüber dem bayerischen Gesandten beim Vatikan schreibt Faulhaber am selben Tag: „[...] Damit habe ich nicht die Verfassung von Weimar und die republikanische Staatsform an sich verurteilt; denn eine Verfassung kann rechtmäßig zustandegekommen sein, ohne daß dadurch die vorausgehende Revolution legitimiert wird. Ein unehelich Geborener kann ein ordentlicher Mensch werden, ohne daß damit die uneheliche Mutterschaft als solche Rechtsdasein erhält.“
24. 7 1976 - Kardinal Julius Döpfner stirbt vollkommen unerwartet
München-Kreuzviertel * Kardinal Julius Döpfner stirbt vollkommen unerwartet im Pförtnerzimmer des Erzbischöflichen Palais an einem Herzinfarkt.
30. 8 1917 - Michael von Faulhaber trifft in München ein
München * Der designierte Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber trifft - von Speyer kommend - in München ein.
27. 2 1919 - Faulhaber reagiert mit einem antijudaistischen Vorwurf auf Landauers Trauerrede
München-Kreuzviertel * Erzbischof Michael von Faulhaber weist Gustav Landauers Würdigung Kurt Eisners zurück. Landauer vergleicht den Ermordeten in seiner Trauerrede mit Jesus und Jan Hus – Menschen, die wegen ihrer Überzeugungen verfolgt und getötet werden.
Faulhaber empfindet diesen Vergleich als Gotteslästerung. In seinem Tagebuch schreibt er über Eisner, dieser „war ein Teil von jener Kraft, die Jesus gekreuzigt hat, nicht aber von Jesus selber“.
Damit greift Faulhaber auf den traditionellen antijudaistischen Vorwurf einer kollektiven jüdischen Schuld am Tod Jesu zurück und richtet ihn gegen den ermordeten Ministerpräsidenten jüdischer Herkunft. Seine Reaktion verdeutlicht, wie eng sich seine Ablehnung der Revolution mit religiös begründeten judenfeindlichen Vorstellungen verbindet.
Nach dem 4. 8 1914 - Durchhalteparolen von Bischof Michael von Faulhaber
München * Als an allen Fronten Katholiken auf Katholiken schießen und ihre Stoßgebete an den gleichen Gott schicken, ist es Michael von Faulhaber, der mit „Durchhalteparolen“ und „Hurra-Patriotismus“ den deutschen Soldaten in den Schützengräben den „Kampfesmut“ vorbetet.
13. 10 1846 - Lola Montez zieht in den Gasthof Zum Goldenen Hirschen
München-Kreuzviertel * Die Spanische Tänzerin Lola Montez zieht vom Hotel Zum Bayerischen Hof in den näher an der Residenz gelegenen Gasthof Zum Goldenen Hirschen an der Theatinergasse um.
24. 7 1917 - Michael von Faulhaber wird 8. Erzbischof von München und Freising
Vatikan * Der Bischof von Speyer, Michael von Faulhaber, wird durch Papst Benedikt XV. zum 8. Erzbischof von München und Freising ernannt. Zuvor hat Nuntius Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., die Eignung und Würdigkeit des Kandidaten festgestellt.
Um 1823 - Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich ein Schlösschen erbauen
München-Englischer Garten - Schwabing * Der baierische Kriegsminister Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich von dem Architekten Jean Baptiste Métivier am Westrand des Englischen Gartens ein Schlösschen im Stil der italienischen Renaissance erstellen.
Es befindet sich an der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäude der Generaldirektion der Allianz-Versicherung.
5. 10 1868 - Der Alte Nördliche Friedhof wird eingeweiht
Maxvorstadt * Der Alte Nördliche Friedhof an der Arcisstraße wird eingeweiht. Er umfasst 7.272 Gräber und wird zum Ende des 19. Jahrhunderts bereits voll belegt sein.
1770 - Die „Münchner Zeichnungsschule“ wird gegründet
München-Kreuzviertel * Die „Münchner Zeichnungsschule“ wird gegründet. Diese Maler- und Bildhauer-Akademie ist im „Cottahaus“ in der Theatinerstraße 11 untergebracht. Interessanterweise erhält diese Unterkunft nach dem Auszug der Zeichungsschule im Jahr 1781 den Namen „Alte Akademie“.
4. 6 1848 - Die Landtagsabgeordneten erhalten das Recht der Initiative
München-Kreuzviertel * Ein weiteres wichtiges Vorschriftenwerk ist das Gesetz über die ständische Initiative. Es gibt den Abgeordneten beider Kammern des Landtags das Recht der Initiative, also das Recht, Gesetzesentwürfe einzubringen.
Immerhin wird damit aus der Stände-Versammlung eine wirkliche Volksvertretung. Und aus dem Ständehaus wird das Landtagsgebäude.
22. 5 1849 - Pfälzischen Abgeordneten wird die Sitzungsteilnahme verboten
München-Kreuzviertel * Die Regierung verweigert den pfälzischen Abgeordneten die Teilnahme am Landtag, woraufhin die Linke geschlossen das Parlament verlässt.
28. 1 1951 - Das neue Residenztheater wird eröffnet
München-Graggenau * Mit Ferdinand Raimunds Zaubermärchen „Der Verschwender“ wird das Neue Residenztheater am Max-Joseph-Platz feierlich eröffnet. Der nach Plänen des Architekten Karl Hocheder errichtete Bau entsteht auf den Grundmauern des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Alten Residenztheaters. Das Haus bietet mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz und verfügt über eine der modernsten und wandlungsfähigsten Bühnenanlagen seiner Zeit. Mit seiner Eröffnung erhält das Bayerische Staatsschauspiel wieder eine feste Hauptspielstätte im Zentrum Münchens. Eine Gedenktafel formuliert den Anspruch des Nachkriegsbaus: Das Theater soll „dem ganzen Volke Freude und Besinnung schenken“.
26. 5 1818 - Die Ständeversammlung hat über die Post mitzubestimmen
München * Seit der Verfassung vom 26. Mai 1818 sind im Königreich Baiern Fragen der Post nicht mehr alleine Angelegenheit des Landesherrn und seiner Regierung. Die Ständeversammlung hat das Recht über die Staatsausgaben und damit auch über die Post mitzubestimmen.
Zu den bevorzugt diskutierten Themen in der Ständeversammlung gehört unter anderem die Frage, ob die Post, als Öffentliche Anstalt die Bedürfnisse der Öffentlichkeit zu befriedigen hat oder ob sie vorwiegend Geld in die immer leeren Staatskassen bringen soll. Immer wieder prangern die Abgeordneten
- die katastrophalen Dienstleistungen der Post,
- die Grobheit der Postillione und
- den miserablen Zustand der baierischen Straßen an.
4. 6 1848 - Ein neues Wahlgesetz bringt entscheidende Verbesserungen
München-Kreuzviertel * Das Gesetz über die Wahl der Landtags-Abgeordneten bringt einige Neuerungen, die als „entscheidend“ bezeichnet werden müssen. Es beseitigt das ständische Element der Verfassungsurkunde von 1818. In diesem bestand die Kammer der Abgeordneten zu einem Achtel aus der Klasse der adeligen Großgrundbesitzer, ebenfalls ein Achtel aus der Geistlichkeit der christlichen Konfessionen, ein Viertel stellten die Vertreter der Städte und Märkte und die verbliebene Hälfte die Landeigentümer ohne gutsherrliche Gerichtsbarkeit.
- Im neuen Gesetz errechnet sich die Anzahl der Landtags-Abgeordneten nach dem Verhältnis von je Einem Abgeordneten auf 31.500 Seelen der Gesamtbevölkerung des Königreichs, die auf die „einzelnen Kreise vertheilt“ werden.
- Die Wahl ist indirekt. Das heißt, dass in einer Urwahl zunächst Wahlmänner gewählt werden, die dann in einem zweiten Wahlgang die Abgeordneten wählen.
- Zum Abgeordneten kann jeder gewählt werden, der das 30. Lebensjahr vollendet hat.
- Für das aktive Wahlrecht genügt die Zahlung einer direkten Steuer, und sei sie auch noch so klein.
- Weder das aktive noch das passive Wahlrecht ist an ein bestimmtes Glaubensbekenntnis“gebunden. Damit kommt auch die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Juden einen Schritt weiter.
- Und die nicht an ein bestimmtes Glaubensbekenntnis gebundenen Angehörigen nichtchristlicher Konfessionen dürfen den Verfassungseid unter Weglassung des Bezugs auf das Evangelium schwören.
- Die Wahl der Landtags-Abgeordneten ist öffentlich, die Stimmzettel müssen jedoch noch vom Wähler unterschrieben werden. Die Geheime Wahl wird erst im Jahr 1881 eingeführt.
- Außerdem werden noch keine amtlichen Stimmzettel ausgegeben. Diese gibt es erst - mit dem Frauenwahlrecht - im Januar 1919.
- Das bisherige Ausschließungsrecht des Königs, mit dem er gewählten Abgeordneten den Urlaub für die Teilnahme am Landtag verweigern konnte, wird beseitigt.
Das Gesetz, das als Bestandteil der Verfassungs-Urkunde angesehen wird, tritt mit der nächsten Wahl in Wirksamkeit.
31. 10 1918 - Einigung über parlamentarische Reformen
München-Kreuzviertel * In interfraktionellen Verhandlungen zwischen der bayerischen Volksvertretung und der Regierung einigt man sich auf die Einführung der Verhältniswahl und der Reform der Reichsrätekammer.
14. 7 1849 - Die Landtagswahlen sollen andere Mehrheiten ermöglichen
Königreich Bayern * Die für diesen Tag angesetzten Landtagswahlen werden von der Staatsregierung sorgfältig vorbereitet. Sie setzt dabei vor allem auf den Einfluss der kirchlichen Oberhirten und Pfarrer sowie auf das Engagement der(höheren) Beamtenschaft. Der Regierung genehme Vereine werden gefördert; nach den Wahlen jedoch alle politischen Vereine wieder verboten.
Die Wahlkreise werden erstmals von der Regierung nach wahltaktischen Gesichtspunkten gebildet. Eine Praxis, die die Regierung von nun an bis zur Wahlrechtsreform von 1906 beibehalten wird. Mit den so gewonnenen neuen Mehrheitsverhältnissen kann König Max II. eine Politik der Reaktion verfolgen und versuchen, die Änderungen der Bayerischen Verfassung wieder rückgängig zu machen.
29. 9 1885 - Bei den Konservativen besteht keine Neigung für eine Finanzhilfe
München-Kreuzviertel * Die Sitzungsperiode des Bayerischen Landtags beginnt.
Nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck die Übernahme der Schulden von König Ludwig II. durch den Landtag vorgeschlagen hat, entwickelt sich bei den Abgeordneten der Patriotenpartei eine für den König sehr ungünstige Stimmung. Pläne zur Erhöhung der Zivilliste, um König Ludwig II. - unter strengen Auflagen - die Abzahlung seiner Schulden zu ermöglichen, werden zwar diskutiert, aber nicht weiter verfolgt.
Bei den Konservativen besteht keine Neigung für eine Finanzhilfe. „Wir halten fest zu unserem angestammten Fürstenhause, zu unserem Könige, aber was auch kommen möge, wir werden auch die Interessen des Volkes hoch halten, Wünschen gegenüber, die mit dem Volkswohl nicht im Einklang stehen“. Eine Diskussion des Themas im Landtag wird sogar als gefährlich bezeichnet, „denn die Stimmung im Lande sei der Art, daß jede Discussion die Aufregung bis zum Überlaufen steigern und Dinge ans Licht bringen könne, über die man sich entsetzen würde“.
17. 9 1831 - Die Abgeordneten des Bayerischen Landtags beraten über das Budget
München-Kreuzviertel * Die Abgeordneten des Bayerischen Landtags beraten über das Budget. Um die Abgeordneten zur Eile und damit zu nicht allzu gründlicher Beratung der Einzelposten zu zwingen, lässt König Ludwig I. - angesichts der herannahenden Cholera - verkünden, die Abgeordneten hätten so lange auszuharren, bis das Budget vereinbart ist.
- Die Abgeordneten kürzen den Gesamtetat von 28 auf 26,8 Millionen Gulden,
- die Zivilliste des Königs von 3,15 Millionen auf 2,5 Millionen Gulden
- und den Heeresetat von 6,7 auf 5 Millionen.
Innerhalb dieser Kürzungen beschließen sie zahllose Umverteilungen von Ausgabeposten sowie neue Ausgaben. Gekürzt wird bei den königlichen Prestigeobjekten Alte Pinakothek, Staatsbibliothek und Odeon sowie den Ausgaben für die zahlreichen wiedererrichteten Klöster. Mehr Geld soll dagegen in die Rechtspflege, die innere Verwaltung und das Bildungswesen fließen.
Für den König bedeutet dieses Verhalten „Anmaßung und Eingriff in die Exekutive“. Zum Glück gibt es noch die Erste Kammer, die Kammer der Reichsräte, die umgehend ihr Veto gegen die Kürzungen und Umverteilungen einlegt - und damit die Regierung rettet.
Unter dem Druck der Regierung, die sogar mit der Auflösung der Abgeordnetenkammer droht, knicken viele Abgeordnete ein. Dabei werden die Kürzungen der königlichen Zivilliste weitestgehend zurückgenommen. Die anderen Etatkürzungen fallen nicht so extrem aus, sodass immerhin noch 2 Millionen Gulden eingespart werden.
7. 11 1918 - Kurt Eisner erklärt Bayern zum Freistaat
München-Kreuzviertel * Gegen 22:30 Uhr eröffnet Kurt Eisner im Landtagsgebäude an der Prannerstraße die vorläufige konstituierende Versammlung der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte. Im Verlauf der Sitzung erklärt er die Herrschaft der Wittelsbacher für beendet und Bayern zur Republik - zum Freistaat.
Eisner beansprucht zugleich die vorläufige Regierungsführung. Nach späterer Erinnerung des anwesenden Schriftstellers Wilhelm Herzog erklärt er: „Der, der in diesem Augenblick zu Ihnen spricht, setzt Ihr Einverständnis voraus, dass er als provisorischer Ministerpräsident fungiert.“ Die Versammelten antworten mit Jubel, den Eisner als Zustimmung versteht.
Am folgenden Tag bestätigt der Provisorische Nationalrat die inzwischen vereinbarte Koalitionsregierung aus USPD und Mehrheitssozialdemokraten unter Eisners Führung.
1759 - Das „Cottahaus“ von François Cuvilliés
München-Kreuzviertel * Das „Cottahaus“ in der Theatinerstraße 11 wird von François Cuvilliés erbaut.
1. 7 1834 - Die Ständeversammlung genehmigt den Ludwig-Main-Donau-Kanal
München-Kreuzviertel * Die bayerische Ständeversammlung genehmigt den Bau eines Kanals zwischen Main und Donau, den Ludwig-Main-Donau-Kanal.
4. 6 1848 - Die ständischen Privilegien des Adels werden endgültig gebrochen
München-Kreuzviertel * Mit einem weiteren Reformgesetz werden auch die letzten Elemente der feudalen Grundherrschaft im Königreich Bayern beseitigt. Im I. Abschnitt des Gesetzes über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, dann die Aufhebung, Fixierung und Ablösung von Grundlasten hebt König Max II. die standes- und gutsherrliche Gerichtsbarkeit auf.
Das Gesetz entzieht den Gutsherren die Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt ohne Entschädigung und überträgt diese Befugnisse auf den Staat. Damit sind die letzten Reste des feudalen Staatsaufbaus abgeschafft worden. Dem Aufbau einer modernen einheitlichen Justizverwaltung steht nun nichts mehr im Weg.
15. 8 1908 - Das neue Bayerische Gemeindewahlrecht bringt die Verhältniswahl
München * Mit dem neuen Bayerischen Gemeindewahlrecht wird die Verhältniswahl eingeführt.
9. 3 1923 - Vermögensausgleich mit dem Haus Wittelsbach
München * Der Bayerische Landtag schafft mit dem „Gesetz über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung des Bayerischen Staates mit dem vormaligen Bayerischen Königshause“ den Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF). Die Stiftung des öffentlichen Rechts übernimmt unter anderem Kunstsammlungen, Schlösser, land- und forstwirtschaftliche Flächen, Wohnrechte und Kapital. Das Vermögen geht damit nicht unmittelbar in das Privateigentum einzelner Familienmitglieder über und muss als Fondsvermögen erhalten bleiben.
Die erwirtschafteten Erträge dienen der Bewahrung der Kulturgüter sowie der Versorgung anspruchsberechtigter Angehöriger des Hauses Wittelsbach. Im Gegenzug verzichtet das ehemalige Königshaus auf weitere vermögensrechtliche Forderungen und künftige Unterhaltszahlungen durch den Freistaat.
1924 - Der Wintergarten Königs Max II. wird abgerissen
München-Graggenau * Der 62 Meter lange, 33 Meter breite und acht Meter hohe Wintergarten Königs Max II. - zwischen dem Königsbau der Residenz, dem Cuvilliés-Theater und dem Nationaltheater - wird abgerissen.
Ab dem 22. 9 1870 - Bayern und Württemberg verhandeln auf der Münchner Konferenz
München • In der sogenannten Münchner Konferenz, die vom 22. bis zum 26. September 1870 in München stattfindet, besprechen die Vertreter Bayerns und Württembergs den von Rudolph von Delbrück vorgelegten Beitritts-Vorschlag zum Deutschen Reich.
21. 6 1886 - Die Kammer der Reichsräte stimmt der fortgesetzten Regentschaft zu
München-Kreuzviertel * Die Kammer der Reichsräte gibt seine Zustimmung zu der für König Ludwig II. übernommenen und für den geisteskranken König Otto I. fortzusetzende Regentschaft durch den Prinzen Luitpold.
11. 9 1825 - Das Gesetz über die Ansässigmachung und Verehelichung
München-Kreuzviertel - Königreich Baiern * Mit dem Gesetz über die Ansässigmachung und Verehelichung verfolgt der Staat vier Ziele:
- Vermehrung der Bevölkerung,
- Hebung des allgemeinen Wohlstands,
- Verbesserung der Sittlichkeit und
- Verringerung der Zahl der unehelichen Kinder.
Ansässigmachung ist ein Rechtsverhältnis, das zwischen einem (männlichen) Individuum und einer Gemeinde begründet wird. Voraussetzung für die Ansässigmachung ist
- der Besitz eines Grundvermögens,
- der Besitz eines realen, radizierten oder konzessionspflichtigen Gewerbes oder
- die definitive Einstellung in einem öffentlichen Amt des Staates, der Kirche oder einer Gemeinde oder
- ein anderweitig gesicherter Nahrungsstand.
- Die Erfüllung der Bestimmungen des Militärkonskriptsionsgesetzes,
- ein guter Leumund und
- den vorschriftsmäßigen Besuch des Schul- und Religionsunterrichts.
Der Ansässigmachungstitel beinhaltet die Erlaubnis zur Verehelichung. Bei Wiederverehelichung oder wenn zwischen Ansässigmachung und dem Heiratsgesuch ein längerer Zeitraum verstrichen ist, wird überprüft, ob die Voraussetzungen für die erteilte Ansässigmachung noch gegeben sind. So ist es möglich, auch einen Ansässigen Bewerber die Heiratserlaubnis zu verweigern.
28. 7 1914 - Die drohende Kriegsgefahr ist kein Thema im Landtag
München-Kreuzviertel * Trotz der drohenden Kriegsgefahr wird im Bayerischen Landtag der bevorstehende Krieg nur indirekt zum Thema erhoben. Wenigstens der SPD-Abgeordnete Max Süßheim aus Nürnberg erklärt: „Wir Sozialdemokraten erwarten, dass der Friede erhalten und Europa vor den Gräueln und Schrecknissen eines Weltkriegs bewahrt werde“. Das war auch schon die einzige kritische und nachdenkliche Stimme im Bayerischen Landtag.
Um den 10. 10 1863 - Eisenbahnstrecke über Mühldorf nach Österreich genehmigt
München-Kreuzviertel * Der Bayerische Landtag genehmigt die für die Stadtviertel des Münchner Ostens so wichtig werdende Eisenbahnstrecke über Mühldorf zur österreichischen Landesgrenze. Zeitgleich bewilligt er 15,4 Millionen Gulden für den Bau der Linie. Die genaue Streckenführung ist zu diesem Zeitpunkt allerdings an mindestens zwei Stellen noch offen.
- Einmal, weil auf österreichischer Seite die rund fünfzig Kilometer lange Teilstrecke von der Grenze in Richtung Linz nicht von der Eisenbahnverwaltung, sondern von einem privaten Konsortium aus Großgrundbesitzern, Unternehmern und Bankiers finanziert wird und
- sich als Alternativen der Grenzübergang bei Braunau oder das vierzig Kilometer innabwärts gelegene Schärding anbieten.
- Von einem dieser Grenzübergänge soll die Eisenbahn das oberösterreichische Neumarkt und darüber hinaus Linz erreichen.
- Die zweite ungeklärte Streckenführung war gleich am Beginn der Bahnlinie.
Die Generaldirektion der Kgl. Bayerischen Staatseisenbahnen - als zuständige Planungsbehörde - will jedenfalls die Strecke unmittelbar nach der Großhesseloher Brücke - der seit dem Jahr 1858 bestehenden Hauptverkehrsstrecke München - Holzkirchen - Rosenheim - Salzburg - abzweigen lassen. In einem weiten Bogen soll die Bahntrasse dann durch den Perlacher Forst, weiter über das Obergiesinger Feld, südlich an Haidhausen vorbeiführend das Stadtgebiet in östlicher Richtung verlassen. So jedenfalls sieht die grobe Planung lange Zeit aus.
Nun ist aber in Obergiesing, östlich der Tegernseer Landstraße, ein großes Neubaugebiet geplant. Und um zu verhindern, dass die Bahnverwaltung baureife oder möglicherweise schon bebaute Grundstücke teuer erwerben muss, verweigert das Ministerium des Inneren, das bei allen Bauvorhaben in der Haupt- und Residenzstadt ein Planungs- und Einspruchsrecht besitzt, ihre Zustimmung zum Wohnungsbau so lange, bis eine detaillierte Bahnplanung vorliegt. Erst danach will das Innenministerium den künftigen Baulinien zustimmen.
21. 6 1918 - Der Landtag beschließt Bau des Walchensee-Kraftwerkes
München-Kreuzviertel * Der Landtag beschließt die von Oskar von Miller angestrebte landesweite staatliche Stromversorgung und den Bau des Walchenseewerkes.
4. 6 1848 - Eine Absichtserklärung zur Rechtspflege
München-Kreuzviertel * Im Artikel 1 des Grundlagengesetzes wird erklärt: „Die Rechtspflege soll von der Verwaltung, selbst in den untersten Behörden, gänzlich getrennt werden“. Es dauert jedoch bis zum 10. November 1861, bis der verkündete Grundsatz verwirklicht wird.
4. 6 1848 - Das Gesetz über die Abschaffung der Pressezensur
München-Kreuzviertel * Außerdem tritt das Gesetz über die Abschaffung der Pressezensur in Kraft. In dem vom König erlassenen Edikt über die Freiheit der Presse und des Buchhandels ist festgelegt worden, dass das Erscheinen von Presseerzeugnissen nicht „von obrigkeitlicher Prüfung und Genehmigung des Inhalts oder überhaupt von irgend einer obrigkeitlichen Erlaubniß abhängig“ sei. „Die Strafgerichtsbarkeit [steht] nicht den Polizeibehörden, sondern den Gerichten zu.“
4. 6 1848 - Die Ministerverantwortlichkeit wird Gesetz
München-Kreuzviertel * Ein weiteres Reformgesetz von König Max II. ist das Gesetz, die Verantwortlichkeit der Minister betreffend. Kernpunkt dieses Verfassungsgesetzes ist, dass Regierungsanordnungen des Königs nur durch die Gegenzeichnung des verantwortlichen Ressortministers Geltung erhalten. Damit ist der Spätabsolutismus eines König Ludwigs I. mit einem Gesetz beseitigt.
Freilich verliert damit der König letztlich seine Verantwortlichkeit gegenüber der Bevölkerung, aber das Parlament hat immer jemanden, den es zur Verantwortung ziehen kann.
26. 9 1870 - Eine Einigung mit Preußen liegt in der Luft
München * Die Münchner Konferenz, bestehend aus Vertretern Württembergs und Bayerns, erkennen die Bedingungen der Norddeutschen Bundesverfassung über Bundesoberhaupt, Bundesrat und Reichsrat als annehmbar an. Eine Einigung mit Preußen liegt in der Luft.
9. 6 1852 - König Max II. schafft die Vereidigung der Armee auf die Verfassung ab
München * König Max II. lässt die Vereidigung der Armee auf die Verfassung abschaffen. Diese hatte sein Vater König Ludwig I. mit Ausrufung der Proklamation am 6. März 1848 eingeführt. Im neuen Eid ist von der Verfassung keine Rede mehr.
23. 11 1870 - Reichsrecht stärkt den Schutz arbeitender Kinder
Königreich Bayern * Bayern schließt mit dem Norddeutschen Bund einen Bündnisvertrag und schafft damit eine Grundlage für die Gründung des Deutschen Reichs. Mit dem Beitritt übernimmt das Königreich auch reichsweit geltende gewerberechtliche Schutzbestimmungen.
- Das Mindestalter für die regelmäßige Beschäftigung von Kindern in Fabriken steigt auf zwölf Jahre.
- Jugendliche unter 14 Jahren dürfen höchstens sechs Stunden täglich arbeiten und
- müssen mindestens drei Stunden Unterricht erhalten.
- An Sonn- und Feiertagen ist ihre Beschäftigung verboten.
Gegenüber den bisherigen bayerischen Vorschriften bedeutet dies eine deutliche Verbesserung des gesetzlichen Kinderschutzes.
10. 7 1819 - Ein Maßnahmenkatalog zur Eingrenzung des jüdischen Hausiererhandels
München-Kreuzviertel * Die Ständeversammlung legt einen Maßnahmenkatalog zur Eingrenzung des jüdischen Hausiererhandels vor.
11. 9 1825 - Die Ständeversammlung verabschiedet drei Sozialgesetze
München-Kreuzviertel - Königreich Baiern * Die Ständeversammlung verabschiedet drei Gesetze, die als die ersten von einer bayerischen Volksvertretung verabschiedeten Sozialgesetze angesehen werden:
- Das Gesetz über die Heimat,
- das Gesetz über die Ansässigmachung und Verehelichung und
- das Gesetz über das Gewerbewesen.
Um den 30. 9 1847 - Beschlüsse in der der Ständeversammlung gegen die Zensur
München-Kreuzviertel * Die willkürliche Verweigerung und Entziehung des Postdebits wird nun auch auf dem außerordentlichen Landtag vom September/November 1847 diskutiert. Die beiden Kammern der Ständeversammlung fassen dabei einen Beschluss, mit dem sie die Regierung auffordern, von der „Verweigerung bzw. Entziehung der Postbeförderung für Zeitungen“ Abstand zu nehmen.
1. 7 1834 - Gesetzesvorlagezur Begrenzung des Bevölkerungswachstums
München-Kreuzviertel * Innenminister Ludwig Fürst von Oettingen-Wallerstein bringt in die Ständeversammlung einen Gesetzentwurf zur Revision des Ansässigmachungs- und Verehelichungsgesetzes ein.
Ziel der Gesetzesvorlage ist die Begrenzung des Bevölkerungswachstums durch Verhinderung der Verehelichung und Familiengründung durch Besitzlose. Damit sollen gleichzeitig
- die Lasten der Armenkasse gesenkt sowie
- die Unzufriedenheit der sozialen Unterschichten und die damit verbundene Revolutionsbereitschaft unterbunden werden.
Der Innenminister kommt damit der überwältigenden Mehrheit der Abgeordnetenkammer entgegen, die bereits am 13. September 1831 derartige Schritte forderte. Fürst Ludwig von Oettingen-Wallenstein schafft mit diesem Deal auch die Zustimmung zu anderen Gesetzesvorlagen wie die Zivilliste, den Festungsbau in Ingolstadt und den Ludwig-Main-Donau-Kanal.
15. 10 1918 - Die Liberale Fraktion stellt ihre Forderungen vor
München * Die Liberale Fraktion der Bayerischen Abgeordnetenkammer fordert
- die Abschaffung des bisherigen Beamtenministeriums,
- die Bildung einer Volksregierung auf parlamentarischer Grundlage unter Beschränkung der königlichen Gewalt und Beiziehung der Sozialdemokraten.
- Die sofortige Beschlussfassung über die nötigen verfassungsrechtlichen Umgestaltungen und Verwaltungsreformen, insbesondere auch
- die Einführung des Verhältniswahlrechts.
20. 9 1847 - In der Stände-Versammlung werden weitreichende Forderungen erhoben
München-Kreuzviertel * Vom 20. September bis 30. November 1847 wird eine Außerordentliche Stände-Versammlung einberufen, bei der es im Grunde nur um eine Anleihe zur Finanzierung der Eisenbahn geht.
In beiden Stände-Kammern werden lautstark liberale Forderungen wie die Ausweitung der Pressefreiheit und weitere Reformen, die die Märzforderungen des darauffolgenden Jahres vorwegnehmen, erhoben.
8. 11 1918 - Kurt Eisner fordert eine lebendige Demokratie durch Arbeiterräte
München-Kreuzviertel * Ministerpräsident Kurt Eisner versteht die Arbeiterräte als dauerhafte Einrichtungen demokratischer Beteiligung. Sie sollen auch nach der Wahl einer Nationalversammlung weiterbestehen und verhindern, dass sich die Politik auf die Tätigkeit der Abgeordneten beschränkt.
Eisner bezeichnet die Räte als „Parlamente der körperlichen und geistigen Arbeiter“. Die Bevölkerung soll ihre politische Verantwortung zwischen den Wahlen weiter wahrnehmen, ihre Vertreter kontrollieren und selbst an der Gestaltung der neuen Ordnung mitarbeiten.
Konkret sagt er: „Die Arbeiterräte sollen die Parlamente der körperlichen und geistigen Arbeiter sein, und, wenn man demgegenüber erklärt, dass die Nationalversammlung, der Landtag diese Arbeiterräte entbehrlich machen werde, so behaupte ich: Umgekehrt.
Denn wenn die Nationalversammlung nicht wieder ausmünden soll in jenen leeren, hohlen Parlamentarismus, dann muss die lebendige Kraft der Arbeiterräte sich entfalten. Sie sind gleichsam die Organisation der Wähler. Diese Wähler […] sollen nicht ihren Parlamentariern überlassen, was Kluges oder Törichtes zu tun sie für gut befinden.“
8. 11 1918 - Eisner ruft die gesamte Bevölkerung zur Mitarbeit auf
München - Freistaat Bayern * Im Aufruf „An die Bevölkerung Münchens!“ wirbt Kurt Eisner um breite Unterstützung für den demokratischen Neubeginn: „Wir rechnen auf die schaffende Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Jeder Arbeiter an der neuen Freiheit ist willkommen!“
Zugleich sichert er den Fortbestand der Verwaltung zu: „Alle Beamten bleiben in ihren Stellungen.“ Grundlegende soziale und politische Reformen sollen unverzüglich beginnen. Die neue Staatsordnung verbindet damit den Anspruch auf Veränderung mit der Weiterarbeit der bestehenden Behörden.
8. 11 1918 - Eisner spricht mit Vertretern der Verkehrsverbände
München-Kreuzviertel * Vor der konstituierenden Sitzung des Provisorischen Nationalrats führt Kurt Eisner Gespräche mit Vertretern der Vereinigten Verbände des bayerischen Verkehrspersonals. Nach der vorliegenden Schilderung stellen sich die Verbandsvertreter rasch auf die neue politische Lage ein. Bereits die Kieler Matrosenrevolte lässt sie mit einem weiterreichenden Umbruch rechnen.
2. 8 1914 - SPD-Abgeordneten stimmen gegen die Haushaltsgesetze
München * Anfang August schließt die Münchner Börse kurzfristig, um Panikverkäufe zu verhindern. Und selbst das bayerische Finanzministerium zeigte sich alarmiert: Es warnt davor, dass die Bürger die Banknoten zum Teil nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren würden.
Bei der Sitzung des Bayerischen Landtags stimmen die 21 anwesenden SPD-Abgeordneten gegen die Haushaltsgesetze. Das ist aber auch schon die einzige Reaktion gegen den Krieg.
Die beiden Kammern des Landtags befassen sich ebenfalls nicht mit dem Krieg sondern mit ungleich wichtigeren Fragen, wie beispielsweise dem Verbot des freireligiösen Unterrichts oder der Beschneidung des Streikrechts der Staatseisenbahner.
18. 9 1917 - Die SPD bringt den Antrag Auer-Süßheim ein
München-Kreuzviertel * Ein von der SPD in der Bayerischen Abgeordnetenkammer eingebrachter Reformantrag, genannt „Antrag Auer-Süßheim“, fordert:
- Ersetzung des Zweikammersystems durch das Einkammersystem.
- Aufhebung der Kammer der Reichsräte.
- Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zum Landtag für alle volljährigen Staatsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts nach den Grundsätzen der Verhältniswahl.
- Ausbau der Gesetzesinitiative des Landtags.
- Beseitigung des königlichen Sanktionsrechts.
- Ernennung der Minister und Bundesratsmitglieder nach Vorschlag des Landtags.
- Selbstbestimmungsrecht des Landtags in Bezug auf Zusammentritt und Vertagung.
- Einjähriger Staatshaushalt.
- Beseitigung aller Vorrechte der Geburt und des Standes, Aufhebung der bisherigen Privilegien der Standesherren, Abschaffung des Adels.
- Verbot der Bildung neuer und der Vergrößerung bisheriger Fideikommisse. Auflösung der bestehenden Fideikommisse.
- Aufhebung der bisherigen Privilegien des Königs und der Mitglieder der königlichen Familie, insbesondere der Steuer- und Portofreiheit, der Unverantwortlichkeit und des besonderen Gerichtsstandes.
- Trennung der Kirche vom Staat, Aufhebung der Privilegien der anerkannten Religionsgemeinschaften. Vollkommene Durchführung der Gewissens-, Religions- und Kultusfreiheit.
6. 11 1918 - Die Abgeordnetenkammer ebnet den Weg zur parlamentarischen Monarchie
München-Kreuzviertel * Die Kammer der Abgeordneten nimmt einstimmig eine Änderung des Landtagswahlgesetzes an. Sie soll die bisherige Unvereinbarkeit von Abgeordnetenmandat und Ministeramt aufheben und damit parlamentarischen Vertretern den Eintritt in die Regierung ermöglichen.
Der Beschluss dient der Umsetzung des Reformabkommens vom 2. November, dem König Ludwig III. bereits zugestimmt hat. Künftig soll der König nur noch Minister ernennen können, die das Vertrauen der Abgeordnetenkammer besitzen. Die Zustimmung der Reichsrätekammer ist für den 8. November vorgesehen. Doch die Revolution vom 7./8. November beendet die Monarchie, bevor die geplante Regierungsumbildung vollzogen werden kann.
11. 9 1825 - Jeder Staatsangehörige hat eine Heimat
München-Kreuzviertel - Königreich Baiern * Bedeutete bis dahin der Begriff „Heimat“ im wesentlichen Haus- und Grundbesitz, so wird jetzt das Recht auf Heimat, also Angehöriger einer Gemeinde zu sein, einklagbar.
Der Heimatberechtigte hat Anspruch auf Unterstützung durch seine Heimatgemeinde, wenn er sich selbst nicht mehr unterhalten kann. Das Gesetz besagt: „Jeder Staatsangehörige soll eine bestimmte Heimat haben.“ Jedermann besitzt entweder eine erworbene, eine ursprüngliche oder eine angewiesene Heimat. Durch das Heimatgesetz soll die „Heimatlosigkeit“ und damit die Zahl der Nichtsesshaften, der Vaganten und der „Gauner“ beseitigt werden.
Gleichzeitig entfällt der Erwerb des Heimatrechts nach einem Aufenthalt von zehn Jahren an einem Ort. Diese Vorgabe hat oftmals dazu geführt, dass Anwärter nach neun Jahren abgeschoben wurden. Ebenso wird die Geburt als Rechtstitel des Heimatrechts abgeschafft. Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Schwangere abgeschoben wurden oder sogar kurz vor der Niederkunft aus dem Ort getrieben wurde.
8. 11 1918 - Das Frauenwahlrecht gehört zum demokratischen Neubeginn
München - Freistaat Bayern * In seinem Aufruf zur Gründung des Freistaats kündigt Kurt Eisner eine verfassunggebende Nationalversammlung an, zu der alle mündigen Männer und Frauen das Wahlrecht erhalten sollen. Damit wird eine zentrale Forderung der Frauenbewegung Bestandteil des demokratischen Neubeginns.
Die Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann verbinden mit der Revolution die Hoffnung auf gleichberechtigte politische Mitwirkung. Heymann erinnert sich später: „Nun begann ein neues Leben! Zurückdenkend erscheinen die folgenden Monate wie ein schöner Traum, so wunderbar herrlich waren sie. […] Endlich konnten Frauen aus dem Vollen schaffen. Frauenmitarbeit war auf allen politischen und sozialen Gebieten erwünscht.“
31. 5 1907 - Landtagswahlen mit dem neuen Mehrheitswahlrecht
Königreich Bayern * Die Wahlen werden erstmals nach dem neuen Wahlgesetz durchgeführt. Durch das Mehrheitswahlrecht erreicht
- das Zentrum mit 44 Prozent der Stimmen 60 Prozent der Mandate,
- die Liberalen erhalten 16 Prozent der Mandate bei 24 Prozent der Stimmen,
- die SPD benötigt für zwölf Prozent der Mandate 17,7 Prozent der Stimmen.
27. 9 1907 - Der 35. Landtag will das Verhältniswahlrecht durchsetzen
München-Kreuzviertel * Der 35. Landtag dauert vom 27. September 1907 bis zum 14. November 1911. Die SPD will gemeinsam mit den Liberalen und dem Bauernbund das Verhältniswahlrecht durchsetzen. Doch so weit kommt es nicht.
7. 11 1918 - Der Arbeiter- und Soldatenrat wendet sich mit einem Flugblatt an München
München * Ein auf „Donnerstag, 7. November 1918, nachts 11 Uhr“ datiertes Flugblatt richtet sich an die Bevölkerung. Es gehört zu den frühesten gedruckten Bekanntmachungen der Münchner Revolution.
Unter der Anrede „Bewohner Münchens!“ verkündet der Arbeiter- und Soldatenrat die Befreiung von der bisherigen Herrschaft und fordert die Bevölkerung zu Ruhe und Vertrauen auf. Der Aufruf schließt mit den Worten: „Es lebe der Frieden! Nieder mit der Dynastie!“ Als verantwortliches Gremium zeichnet der Arbeiter- und Soldatenrat; Kurt Eisner wird nicht namentlich genannt.
1. 7 1834 - Ein neues Ansässigmachungs- und Verehelichungsgesetz
München-Kreuzviertel * Die Ständeversammlung beschließt ein Ansässigmachungs- und Verehelichungsgesetz, in dem den Gemeinden ein „absolut hindernder Widerspruch (Vetorecht)“ zugestanden wird. Das gilt in all den Fällen, wo das Gesuch auf Ansässigmachung lediglich auf dem Nachweis eines „anderweitig gesicherter Nahrungsstandes“ gestützt ist.
Damit liegt das Schicksal der Bewerber, für die kein Anspruch auf Ansässigmachung besteht, ausschließlich in der Hand der Gemeinde. Davon betroffen sind in erster Linie besitzlose Lohnabhängige, die dadurch auch von der Verehelichung ausgeschlossen werden.
8. 11 1918 - „Bayern ist fortan ein Freistaat“
München-Kreuzviertel * In der Nacht vom 7. auf den 8. November verkündet Kurt Eisner im Landtagsgebäude an der Prannerstraße das Ende der Wittelsbacherherrschaft und die Gründung der bayerischen Republik. Vor den versammelten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräten übernimmt er die vorläufige Regierungsführung.
Am Morgen veröffentlicht die Zeitung „Münchner Neueste Nachrichten“ auf ihrer Titelseite den Aufruf „An die Bevölkerung Münchens“. Darin steht der programmatische Satz: „Bayern ist fortan ein Freistaat.“ Die revolutionäre Staatsgründung wird damit öffentlich bekannt gemacht.
„Freistaat“ ist eine bereits im 18. Jahrhundert gebräuchliche deutsche Entsprechung für „Republik“. Der Begriff bezeichnet hier vor allem den Bruch mit der Monarchie. Eine besondere staatliche Unabhängigkeit Bayerns lässt sich aus dem Wort allein nicht ableiten.
Ein auf rotem Papier gedrucktes Plakat bringt den Machtwechsel besonders deutlich zum Ausdruck: „Die Dynastie Wittelsbach ist abgesetzt! Hoch die Republik!“
8. 11 1918 - Eisner und Gandorfer werben um die Unterstützung der Landbevölkerung
München - Freistaat Bayern * In den „Münchner Neuesten Nachrichten“ veröffentlichen Kurt Eisner und der Bauernführer Ludwig Gandorfer den Aufruf „An die ländliche Bevölkerung Bayerns!“. Darin begründen sie den revolutionären Machtwechsel und erklären die Beendigung des Krieges zur vordringlichen Aufgabe.
Der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat teilt mit, bereits Verbindung zu den Ententemächten aufgenommen zu haben, um Friedensverhandlungen einzuleiten. Zugleich verspricht er den Schutz der bayerischen Grenzen und eine geordnete Rückführung und Entlassung der Soldaten. Plünderungen und Zerstörungen, wie sie der Aufruf aus Österreich und Tirol schildert, sollen verhindert werden.
Die Bauern werden aufgefordert, die Städte zuverlässig mit Lebensmitteln zu versorgen. Damit verbindet die revolutionäre Führung ihre Friedenspolitik mit dem Bemühen, Sicherheit und Versorgung aufrechtzuerhalten und die Landbevölkerung für die neue Republik zu gewinnen.
18. 9 1837 - König Ludwig I. legt sich mit der Stände-Versammlung an
München-Kreuzviertel * König Ludwig I. argumentiert vor der Stände-Versammlung so:
„Die Verfassungsurkunde räumt den Ständen keineswegs das Recht ein, die einzelnen Positionen der Einnahmen und Ausgaben unabänderlich mit verbindender Kraft für die Regierung festzustellen, nur zum Zwecke der Steuerbewilligung wird denselben das Budget vorgelegt; ein Finanzgesetz ist in der Verfassung nicht vorgeschrieben, sondern nur durch eine gezwungene Interpretation ist die bisherige Übung eingeführt worden. Zwingen lasse ich mich nicht, dafür meyne ich, sollte ich zu gut bekannt seyn. [...].“
Die Kammer der Abgeordneten wollte einen derartigen Angriff des Königs freilich nicht akzeptieren und selbst die Kammer der Reichsräte ist von den Argumenten des Innenministers Oettingen-Wallerstein überzeugt. Es kommt, was kommen musste: wer dem König nicht nach dem Mund spricht, hat mit Sanktionen zu rechnen, weshalb Ludwig I. seinen liberal geltenden Innenminister Ludwig Fürst zu Oettingen-Wallerstein am 4. November 1837 entlässt.
25. 7 1819 - Die erste Sitzungsperiode des Baierischen Landtags wird beendet
München-Kreuzviertel * Die erste Sitzungsperiode des Baierischen Landtags wird nach weniger als einem halben Jahr beendet.
16. 10 1918 - Keine Hindernisse für eine fortschrittliche bayerische Verfassung
München-Kreuzviertel * Ministerpräsident Otto von Dandl legt in der Abgeordnetenkammer in seiner Programmrede dar, dass die Regierung und der König einer fortschrittlichen Entwicklung der bayerischen Verfassung keine Hindernisse in den Weg legen wollen. Der Fraktionsvorsitzende des Zentrums, Heinrich Held, unterstützt die Reformen, wenn sie die Monarchie erhalten und stärken. Auf die Anliegen der Beamtenschaft vom 5. Oktober geht der Ministerpräsident mit keinem Wort ein.
24. 6 1922 - Verabschiedung der Fürstenabfindung im Landtag vertagt
München-Kreuzviertel * Die ursprünglich geplante Verabschiedung der Fürstenabfindung im Landtag wird wegen der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau verschoben. Das Finanzministerium fürchtet um die erforderliche Mehrheit im Landtag. Die Delegationen nutzen die Zwangspause zu Vertragsveränderungen. Nun werden neben dem Kunstbesitz auch die ehemaligen kurfürstlichen Kunstsammlungen mit einbezogen. Dazu wird die „Wittelsbachische Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft“ geschaffen.
2. 8 1918 - Durchhalteparolen von Kriegsminister Philipp von Hellingrath
München-Kreuzviertel * In einer Rede vor der Kammer der Reichsräte erklärt Kriegsminister Philipp von Hellingrath: „Die schweren Kämpfe zwischen Aisne und Marne beweisen, daß der Kampf- und Siegeswille der Entente noch nicht gebrochen ist, dass wir ihm die Überlegenheit des härteren und stärkeren Willens entgegensetzen müssen, wenn wir die Friedensbereitschaft unserer Feinde erzwingen wollen.
Diesen einheitlichen unbeirrbaren Willen im ganzen deutschen Volk zu wecken und zu festigen, das ist die vornehmste Aufgabe, vor die das fünfte Kriegsjahr die Heimat stellt“.
26. 2 1919 - Bayern nimmt am Landestrauertag Abschied von Kurt Eisner
München * Der Zentralrat erklärt den Tag der Beisetzung Kurt Eisners zum „Landestrauertag“. Geschäfte und Betriebe bleiben geschlossen. Öffentliche Gebäude tragen Trauerbeflaggung; auch zahlreiche Privat- und Geschäftshäuser sind mit schwarzen und roten Fahnen geschmückt. Städtische Bedienstete sollen Gelegenheit erhalten, an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen.
Annähernd 100.000 Menschen nehmen Abschied vom ermordeten Ministerpräsidenten. Die Feierlichkeiten gehören damit zu den größten Massenkundgebungen, die München bis dahin erlebt. Ihre Gestaltung greift auf Formen zurück, die während der Monarchie für königliche Staatsbegräbnisse vorgesehen sind.
17. 8 1919 - Die Regierung und der Landtag sind in München zurück
Bamberg - München * Das Gesamtministerium und der Landtag kehren nach München zurück.
12. 7 1808 - Staatliche Vorschriften zur Verehelichung
München - Königreich Baiern * In einer erlassenen Verordnung zur Beförderung der Heiraten auf dem Lande wird die Verehelichung von der Bewilligung der ordentlichen Polizeiobrigkeit des Ortes abhängig gemacht, wo die Heiratenden mit hinreichender Aussicht auf ihre Nahrung den Wohnsitz nehmen. Damit wird den Gemeinden auch in Fragen der Verehelichung die Mitwirkung entzogen.
Zusätzliche Haftungsbestimmungen gegenüber den entscheidenden Beamten schränken die Wirksamkeit der Verordnung stark ein. Sollte sich die Familie doch nicht selbst ernähren können, fällt der Unterhalt der genehmigenden Behörde zur Last.
Wenn Geistliche eine Eheschließung ohne die vorherige staatliche Heiratsbewilligung vornehmen, haften sie für Schäden und Kosten, welche hieraus irgendeiner Gemeinde zuwachsen.
Eheschließungen außerhalb Baierns werden für ungültig erachtet und sind strafbar.
21. 2 1919 - Generalstreik und Belagerungszustand in München
München * Nach der Ermordung Kurt Eisners bestätigt der Zentralrat den dreitägigen Generalstreik. Über München wird der Belagerungszustand verhängt; eine nächtliche Ausgangssperre soll weitere Gewalt verhindern. Geschäfte und Vergnügungsstätten müssen schließen, der Zug- und Straßenbahnverkehr wird eingestellt.
Eine Bekanntmachung droht Menschen, die rauben, plündern oder stehlen, mit der Erschießung. Unterzeichnet ist sie von Vertretern der Arbeiter- und Soldatenräte, Polizeipräsident Josef Staimer und Stadtkommandant Oskar Dürr. Dennoch kommt es vereinzelt zu Schießereien und Plünderungen.
8. 11 1918 - Kurt Eisner stellt die neue Regierung zusammen
München-Kreuzviertel * Kurt Eisner verhandelt mit den Mehrheitssozialdemokraten über die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Obwohl beide Parteien unterschiedliche Vorstellungen von der Revolution und der Rolle der Räte haben, verständigen sie sich auf ein Koalitionskabinett.
Eisner übernimmt den Vorsitz der Regierung und das Außenministerium. Die Mehrheitssozialdemokraten erhalten vier Ministerien, darunter das Innenministerium unter Erhard Auer. Am Nachmittag legt Eisner die Kabinettsliste dem Provisorischen Nationalrat zur Bestätigung vor.
31. 5 1907 - Ergebnis der bayerischen Landtagswahlen 1907
Königreich Bayern * Bei den bayerischen Landtagswahlen erhalten
- das Zentrum 98 (- 4),
- die Fortschrittspartei 25 (- 3) und
- die Sozialdemokratische Partei 20 (+ 8) Mandate.
28. 9 1905 - Große Veränderung bringt die Landtags-Sitzungsperiode
München-Kreuzviertel * Große Veränderung bringt die Sitzungsperiode des 34. Landtags, der vom 28. September 1905 bis zum 23. März 1907 tagt.
8. 11 1918 - Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ veröffentlichen die Freistaatsproklamation
München * Auf der Titelseite ihrer Morgenausgabe veröffentlichen die „Münchner Neuesten Nachrichten“ den Aufruf „An die Bevölkerung Münchens!“. Die in der Umsturznacht verfasste Erklärung des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrats verkündet:
- „Das furchtbare Schicksal, das über das deutsche Volk hereingebrochen, hat zu einer elementaren Bewegung der Arbeiter und Soldaten geführt. Ein provisorischer Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat hat sich in der Nacht zum 8. November im Landtag konstituiert.
- Bayern ist fortan ein Freistaat.
- Eine Volksregierung, die von dem Vertrauen der Massen getragen wird, soll unverzüglich eingesetzt werden.
- Eine konstituierende Nationalversammlung, zu der alle mündigen Männer und Frauen das Wahlrecht haben, wird so schnell wie möglich einberufen werden.
- Eine neue Zeit hebt an!
- Bayern will Deutschland für den Völkerbund rüsten.
- Die demokratische und soziale Republik Bayern hat die moralische Kraft, für Deutschland einen Frieden zu erwirken, der es vor dem Schlimmsten bewahrt. Die jetzige Umwälzung war notwendig, um im letzten Augenblick durch die Selbstregierung des Volkes die Entwicklung der Zustände ohne allzu schwere Erschütterung zu ermöglichen, bevor die feindlichen Heere die Grenzen überfluten oder nach dem Waffenstillstand die demobilisierten Truppen das Chaos herbei führen.
- Der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat wird strengste Ordnung sichern. Ausschreitungen werden rücksichtslos unterdrückt. Die Sicherheit der Person und des Eigentums wird verbürgt.
- Die Soldaten in den Kasernen werden durch Soldatenräte sich selbst regieren und Disziplin aufrecht erhalten. Offiziere, die sich den Forderungen der veränderten Zeit nicht widersetzen, sollen unangetastet ihren Dienst versehen.
- Wir rechnen auf die schaffende Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Jeder Arbeiter an der neuen Freiheit ist willkommen! Alle Beamte bleiben in ihren Stellungen. Grundlegende soziale und politische Reformen werden unverzüglich ins Werk gesetzt.
- Die Bauern verbürgen sich für die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln. Der alte Gegensatz zwischen Land und Stadt
- wird verschwinden. Der Austausch der Lebensmittel wird rationell organisiert werden.
- Arbeiter, Bürger Münchens! Vertraut dem Großen und Gewaltigen, das in diesen schicksalschweren Tagen sich vorbereitet!
- Helft alle mit, dass sich die unvermeidliche Umwandlung rasch, leicht und friedlich vollzieht.
- In dieser Zeit des sinnlos wilden Mordens verabscheuen wir alles Blutvergießen. Jedes Menschenleben soll heilig sein.
- Bewahrt die Ruhe und wirkt mit an dem Aufbau der neuen Welt!
- Der Bruderkrieg der Sozialisten ist für Bayern beendet. Auf der revolutionären Grundlage, die jetzt gegeben ist, werden die Arbeitermassen zur Einheit zurückgeführt.
- Es lebe die bayerische Republik!
- Es lebe der Frieden!
- Es lebe die schaffende Arbeit aller Werktätigen!
München, Landtag, in der Nacht zum 8. November 1918.
Der Rat der Arbeiter, Soldaten und Bauern:
Der erste Vorsitzende: Kurt Eisner.“
13. 9 1831 - Überarbeitung des Ansässigkeitsgesetzes gefordert
München-Kreuzviertel * Eine überwältigende Mehrheit der Abgeordnetenkammer fordert, dass bei der Verleihung eines Gewerbes „nicht bloß der Nahrungsstand des Bewerbers, sondern auch jener der bereits Berechtigten berücksichtigt werde“.
26. 5 1818 - Das Königreich Baiern gibt sich eine konstitutionelle Verfassung
München * Das Königreich Baiern gibt sich eine konstitutionelle Verfassung. Baiern ist damit unter den großen deutschen Staaten der erste Verfassungsstaat. Baden erreicht diesen Status drei Monate und Württemberg ein Jahre später.
Der König vereinigt alle Rechte der Staatsgewalt in seiner Person, unterliegt aber in der Ausübung seiner Rechte einigen Beschränkungen.
Es gibt ein Zweikammersystem.
- Die Erste Kammer sind die Reichsräte,
- die Zweite Kammer setzt sich zusammen zu je einem Achtel aus adeligen Gutsbesitzern und Geistlichen, ein Viertel kommt von Städten und Märkten, die restliche Hälfte sind Landeigentümer ohne gutsherrliche Gerichtsbarkeit.
- Es gibt eine Legislaturperiode und
- außerdem werden die Mitglieder der Abgeordnetenkammer gewählt.
Dennoch ist der Weg zu demokratischen Strukturen noch sehr, sehr weit! - Die adeligen Gutsbesitzer stellen ein Achtel, die katholischen und evangelischen Geistlichen ebenfalls ein Achtel, die Städte, Märkte und Gemeinden ein Viertel und die übrigen Landeigentümer ohne gutsherrliche Gerichtsbarkeit die Hälfte.
- Dazu kommen zusätzlich drei Vertreter der Universitäten.
- Es gibt keinen Parlamentarismus,
- die Mehrheitsverhältnisse in der Abgeordnetenkammer haben keinen Einfluss auf die Arbeit des Ministerrats,
- die Abgeordneten haben kein Initiativrecht, dürfen also selbst keine Gesetzentwürfe einbringen und dürfen nicht über ihren Zusammentritt selbstständig entscheiden.
Im Vergleich zu den Vorgaben der Deutschen Bundesakte ist die Baierische Verfassung jedoch sehr modern ausgefallen. Sie legt das Fundament für das System einer konstitutionellen Monarchie.
Erneut ist das neue Staatsgrundgesetz aber keine Vertragskonstruktion zwischen dem Fürsten und dem Volk, sondern ein einseitiger verfassungsgebender Akt des Königs. Man nennt das auch eine oktroyierte Verfassung, die vom König in freier Selbstbeschränkung erlassen wird und somit nicht das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen Fürst und Volksvertretung darstellt.
Im Gegenteil, der Baiernkönig begründet seine Herrschermacht mit der Verfassung nicht, sondern unterwirft sich vielmehr nur in bestimmten Punkten seinen selbst erlassenen Beschränkungen.
8. 11 1918 - Der „Bauerndoktor“ Georg Heim bietet Eisner Unterstützung an
München-Kreuzviertel * Dr. Georg Heim bietet Kurt Eisner bereits am Morgen nach dem Umsturz seine Unterstützung an. Der als „Bauerndoktor“ bekannte Zentrumspolitiker ist die führende Persönlichkeit des Bayerischen Christlichen Bauernvereins, einer bedeutenden Interessenvertretung der katholischen Landbevölkerung. Noch im November gehört er zu den Mitbegründern der Bayerischen Volkspartei.
8. 11 1918 - Die neue Regierung ruft zu Arbeit, Ruhe und Ordnung auf
München-Kreuzviertel * Nach dem erfolgreichen Umsturz fordert die provisorische Regierung die Bevölkerung auf, die Arbeit wieder aufzunehmen und die öffentliche Ordnung zu wahren. Die neue Staatsgewalt soll gefestigt, die Versorgung gesichert und weiteres Blutvergießen verhindert werden. Bereits der Aufruf zur Freistaatsgründung verbindet die Ankündigung grundlegender Reformen mit dem Schutz von Personen und Eigentum.
14. 6 1838 - Graf Maximilian Joseph von Montgelas stirbt
München-Maxvorstadt * Graf Maximilian Joseph von Montgelas stirbt in seinem Haus am Karolinenplatz 2.
29. 10 1918 - Die Aussprache über die politische Lage wird abgesetzt
München-Kreuzviertel * Im letzten Augenblick wird in der Bayerischen Abgeordnetenkammer die Aussprache über die politische Lage und die Rede des Ministerpräsidenten Otto von Dandl von der Tagesordnung abgesetzt und auf die folgende Woche verschoben.
Man erwartet, dass König Ludwig III. das bisherige Ministerium auflösen wird, um so die Volksvertretung unmittelbar an der Regierung beteiligen zu können.
1855 - Anton Riemerschmid wird Landtagsabgeordneter
München-Kreuzviertel * Anton Riemerschmid wird Mitglied der Zweiten Kammer des Bayerischen Landtags.
21. 2 1919 - Der neue Landtag tritt im Schatten des Eisner-Mordes zusammen
München-Kreuzviertel * Alterspräsident Dr. Eugen Jäger eröffnet um 10:10 Uhr in der Prannerstraße die erste Sitzung des neu gewählten Bayerischen Landtags. Die Nachricht von der Ermordung Ministerpräsident Kurt Eisners prägt den Beginn der parlamentarischen Arbeit.
Jäger verurteilt das Attentat aufs Schärfste und erhält Zustimmung aus allen Parteien. Zu diesem Zeitpunkt geht er irrtümlich davon aus, dass auch der Attentäter Anton Graf von Arco auf Valley getötet worden ist.
Angesichts der Ereignisse wird die Sitzung unterbrochen und ihre Fortsetzung für elf Uhr angesetzt.
26. 6 1886 - Auch die Abgeordnetenkammer stimmt der fortgesetzten Regentschaft zu
München-Kreuzviertel * Die Kammer der Abgeordneten erteilt seine Zustimmung zu der für König Ludwig II. übernommenen und für den geisteskranken König Otto I. fortzusetzende Regentschaft durch den Bayernprinzen Luitpold.
28. 9 1893 - Der 32. Landtag beginnt
München-Kreuzviertel * Der 32. Landtag dauert vom 28. September 1893 bis zum 10. Juni 1899.
8. 11 1918 - Der Provisorische Nationalrat konstituiert sich
München-Kreuzviertel * Am Nachmittag tritt im Landtagsgebäude an der Prannerstraße der Provisorische Nationalrat des Volksstaates Bayern zusammen. Er übernimmt vorläufig die Funktion der bisherigen Abgeordnetenkammer und der Reichsratskammer. Seine Zusammensetzung verbindet Vertreter der revolutionären Räte mit Abgeordneten des bisherigen Landtags.
Dem Gremium gehören Vertreter der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte, die bisherigen Landtagsfraktionen der Mehrheitssozialdemokraten und des Bayerischen Bauernbundes sowie drei liberale Abgeordnete an: Ludwig Quidde, Karl Hübsch und Karl Köhl. Zum Präsidenten wird der Mehrheitssozialdemokrat Franz Schmitt gewählt. Der Nationalrat bestätigt die neue Regierung unter Kurt Eisner.
Die Zusammenarbeit mit der MSPD soll die neue Staatsordnung auf eine breitere politische Grundlage stellen. Obwohl Eisner und Auer unterschiedliche Vorstellungen vom Verlauf der Revolution haben, verständigen sie sich auf eine gemeinsame Regierung.
12. 7 1893 - In Bayern finden Landtagswahlen statt
Königreich Bayern * Bei der Neuwahl zum Bayerischen Landtag können zwei neue Parteien in die Abgeordnetenkammer einziehen.
- Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands - SPD erhält fünf Mandate,
- der Bayerische Bauernbund - BBB stellt sogar neun Abgeordnete.
- Das Zentrum, das aus der Patriotischen Partei hervorgegangen ist, verfügt nur noch über 74 Mandate.
Aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in Reich, Land und Stadt sind
- bei der Landtagswahl 56.100, hingegen
- bei der Reichstagswahl 106.800, und
- bei der Kommunalwahl aber nur 19.292 Münchner wahlberechtigt.
30. 10 1913 - Verfassungsänderung zur Beendigung der Regentschaft
München-Kreuzviertel * Die Abgeordnetenkammer beschließt ein verfassungsänderndes Gesetz mit 122 gegen 27 Stimmen der Sozialdemokraten. Mit diesem Gesetz kann der „Regent die Regentschaft für beendet und den Thron für erledigt erklären“, wenn „wegen eines körperlichen oder geistigen Gebrechens des Königs“ auch „nach Ablauf von zehn Jahren keine Aussicht auf Regierungsfähigkeit“ besteht. Damit hat der Prinzregent die Möglichkeit, seinen noch lebenden geisteskranken Cousin, den legitimen König Otto I., zu entthronen.
Prinzregent Ludwig III. wollte politisch eine Veränderung herbeiführen und konnte mit dem Zentrum und den Liberalen auf eine breite parlamentarische Mehrheit bauen. Doch eine schlichte Proklamation Ludwigs III. zum König wurde von den Abgeordneten als nicht ratsam erachtet, da auch der Prinzregent eine Übertragung der Krone durch den Landtag ablehnte. Schließlich wollte Ludwig III. kein „König von Volkes Gnaden“, sondern ein „König von Gottes Gnaden“ sein.
Um 1855 - Franz Joseph Völk fordert gesetzlichen Kinderschutz
Königreich Bayern * Rund 15 Monate nach dem Inkrafttreten der zweiten bayerischen Kinderschutzverordnung fordert der Friedberger Abgeordnete Dr. Franz Joseph Völk in der Kammer der Abgeordneten, Kinderarbeit und Arbeitszeiten in Fabriken nicht länger nur durch eine Verordnung, sondern durch ein Gesetz zu regeln. Der selbst ernannte „Anwalt der Kinder“ erklärt: „Das Kind hat ein Recht auf seine Kindheit, auch seinen Eltern gegenüber; und dieses Recht hat der Staat zu schützen.“
Nach einer kontroversen Debatte lehnt die Mehrheit der Abgeordneten den Antrag ab. Die bestehenden Schutzbestimmungen seien ausreichend; zudem gehöre es zum „heiligsten Recht der Eltern“, über ihre Kinder zu verfügen. In dieser Haltung zeigt sich das damals verbreitete Verständnis elterlicher Verfügungsgewalt. Völks Forderung weist dagegen bereits auf die spätere Vorstellung hin, dass Kinder eigene Rechte besitzen, die der Staat auch gegenüber den Eltern schützen muss.
21. 2 1919 - Erhard Auer würdigt Kurt Eisner und mahnt zur Besonnenheit
München-Kreuzviertel * Nach der Wiedereröffnung der Landtagssitzung spricht Innenminister und MSPD-Vorsitzender Erhard Auer um 11:10 Uhr zum Gedenken an Kurt Eisner. Er verurteilt den Mord als feige Tat, die bei jedem anständigen Menschen tiefsten Abscheu hervorrufen müsse.
Über seinen politischen Gegenspieler erklärt Auer: „Wir beklagen in dem Ermordeten den Führer der Revolution in Bayern und zugleich den vom reinsten Idealismus und von treuer Sorge für das Proletariat erfüllten Menschen.“
Zugleich warnt er vor weiterer Gewalt und Anarchie. Er fordert Besonnenheit und die Zusammenarbeit aller politischen Kräfte, um die anstehenden Aufgaben im Interesse der gesamten bayerischen Bevölkerung zu bewältigen.
21. 2 1919 - Militärminister Albert Roßhaupter taucht unter
München * Nach der Ermordung Kurt Eisners und dem Attentat auf Innenminister Erhard Auer gerät die provisorische Staatsregierung in eine schwere Krise. Albert Roßhaupter, der mehrheitssozialdemokratische Minister für militärische Angelegenheiten, taucht unter. Auch Justizminister Johannes Timm entzieht sich der aufgeheizten Situation.
Mit dem Tod des Ministerpräsidenten, der schweren Verwundung Auers und dem Ausfall weiterer Regierungsmitglieder verliert das Kabinett seine Handlungsfähigkeit. Einige Minister führen ihre Amtsgeschäfte jedoch weiter. In das entstandene politische Machtvakuum tritt der neu gebildete Zentralrat der Bayerischen Republik.
8. 11 1918 - Kurt Eisner kürzt sein eigenes Gehalt
München-Kreuzviertel * Kurt Eisner übernimmt als erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern die Regierungsführung. In einer seiner ersten Amtshandlung kürzt er sein „hohes“ Gehalt.
Seine Regierung besteht bis zu seiner Ermordung am 21. Februar 1919 – insgesamt 105 Tage.
Nach dem 7 1817 - Montgelas lässt sich ein Palais am Karolinenplatz 2 bauen
München-Maxvorstadt * Nach seiner Pensionierung lässt sich Graf Maximilian Joseph von Montgelas ein Palais am Karolinenplatz 2 nach den Plänen von Jean Baptiste Métivier erbauen.
7. 11 1918 - Die Revolutionäre besetzen den Bayerischen Landtag
München-Kreuzviertel * Gegen 22 Uhr nehmen die Revolutionäre das Landtagsgebäude an der Prannerstraße in Besitz. Der Sitzungssaal der Abgeordnetenkammer wird zum politischen Zentrum des Umsturzes. Hier versammeln sich Vertreter der Arbeiter, Soldaten und Bauern unter Führung Kurt Eisners.
Eisner eröffnet die vorläufige konstituierende Versammlung der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte und wird zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Diese Versammlung ist vom Provisorischen Nationalrat zu unterscheiden, der sich erst am folgenden Tag bildet und die neue Regierung bestätigt.
8. 11 1918 - Der Soldatenrat ordnet die Wahl von Kasernenräten an
München * Der Soldatenrat weist die Soldaten an, an jedem militärischen Standort der Stadt einen Kasernenrat aus zehn Soldaten zu wählen. Das gewählte Gremium übernimmt die Leitung der jeweiligen Kaserne. Die Weisung bestimmt: „Dieser übernimmt die Leitung der Kaserne. Seinen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten.“ Damit erhält die revolutionäre Selbstverwaltung der Soldaten eine organisatorische Grundlage.
8. 11 1918 - Eine Republikanische Schutztruppe sichert die neue Regierung
München * Nach dem Umsturz entsteht die Republikanische Schutztruppe als freiwilliger Verband zum Schutz der Regierung Eisner. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die persönliche Sicherheit der Regierungsmitglieder. Sie untersteht dem Minister für militärische Angelegenheiten, Albert Roßhaupter.
Ab 8. 11 1918 - Die Regierung Eisner erlässt Verordnungen mit Gesetzeskraft
München - Freistaat Bayern * Nach dem Umsturz übt die Regierung Eisner sowohl die vollziehende als auch die gesetzgebende Gewalt aus. Sie erlässt Verordnungen, Bekanntmachungen und weitere Bestimmungen, um die Verwaltung aufrechtzuerhalten und politische sowie soziale Reformen umzusetzen.
Zu den weitreichenden Maßnahmen gehört die Verordnung über die Beaufsichtigung und Leitung der Volksschulen vom 16. Dezember 1918. Sie hebt die geistliche Schulaufsicht auf und überträgt deren Aufgaben staatlichen Stellen.
Nach der vorliegenden Zusammenstellung entstehen während Eisners 105-tägiger Regierungszeit bis zum 21. Februar 1919 insgesamt 85 Erlasse unterschiedlicher Art.
8. 11 1918 - Eisner wirbt um die Mitarbeit der Beamtenschaft
München-Kreuzviertel * Als Kurt Eisner am Nachmittag dem Provisorischen Nationalrat sein Kabinett zur Bestätigung vorstellt, begründet er die vorläufige Beibehaltung der bisherigen Ministerialstruktur: Den Beamten soll es erleichtert werden, sich auf die neuen politischen Verhältnisse einzustellen.
Eisner setzt auf ihre „freudige, vielleicht erlöste Mitwirkung“. Die Demokratie stellt er ihnen als Aussicht auf eine veränderte Stellung im Staatsdienst vor. Der politische Neubeginn soll mit einer weiterhin arbeitsfähigen Verwaltung gelingen.
21. 2 1919 - Schüsse im Landtag – Auer schwer verletzt, zwei Menschen getötet
München-Kreuzviertel * Als sich der Landtag gegen 11 Uhr wieder versammelt, ergreift Erhard Auer das Wort zu einer Gedenkrede:
„Damen und Herren!
Der provisorische Ministerpräsident Kurt Eisner hat soeben durch Mörderhand den Tod gefunden. [...] Die Tat wurde von ruchloser Hand in feiger Weise verübt [...]. Diese Handlung muss bei jedem anständigen Menschen tiefsten Abscheu hervorrufen. [...] Wir beklagen in dem Ermordeten den Führer der Revolution in Bayern und zugleich den vom reinsten Idealismus und von treuer Sorge für das Proletariat erfüllten Menschen.
Auf diesem Weg kann und darf nicht fortgefahren werden, wenn nicht vollkommene Anarchie eintreten soll. Angesichts dieser wahnsinnigen Mordtat, gegen deren Urheber mit rücksichtsloser Strenge vorgegangen wird, gilt es nunmehr, die Besonnenheit zu wahren und alle Kräfte zusammenzufassen, um die ungeheuere Aufgabe der nächsten Zeit so zu lösen, wie es das Interesse des gesamten bayerischen Volkes erfordert.“
Auer hatte seine Rede gerade beendet, da stürzt ein schnauzbärtiger junger Mann, bekleidet mit einem grauen Mantel und Hut, durch einen Seiteneingang in den Sitzungssaal, läuft direkt auf Auer zu, tituliert ihn mit „Du Lump!“, zieht eine Pistole aus seinem Mantel und drückt zweimal ab. Erhard Auer sinkt - in die Brust getroffen - zu Boden.
Der Major Paul Ritter von Jahreiß, ein Referent des Ministeriums für militärische Angelegenheiten, stellt sich dem fliehenden Attentäter in den Weg und wird durch einen Schuss in den Hals tödlich getroffen.
Der Täter ist der im Jahr 1887 in Kelheim geborene Metzger Alois Lindner. Er ist Mitglied in der USPD und im Revolutionären Arbeiterrat. Lindner ist von Auers Schuld an Eisners Ermordung überzeugt.
Inzwischen betreten weitere Mitglieder des Revolutionären Arbeiterrats den Saal. Auch sie glauben an Auers Schuld und fordern „Rache für Eisner!“. Es kommt zu einer wilden Schießerei, bei der einer der Mitbegründer der Bayerischen Volkspartei - BVP, Heinrich Osel, ums Leben kommt. In der allgemeinen Panik fliehen die übrigen Anwesenden.
Auch Lindner gelingt die Flucht. Unterstützt durch Freunde geht er nach Ungarn.
11. 10 1918 - Forderung nach einem gerechten Wahlrecht
München * Der fortschrittliche Volksverein Münchens fordert die „Schaffung eines gerechten, die wahren Kräfteverhältnisse wiedergebenden Wahlrechts als unerlässliche Voraussetzung für die Bildung einer wahren Volksregierung“.
21. 2 1919 - Münchner Kommunisten fordern die sofortige Ausrufung der Räterepublik
München * Nach der Ermordung Kurt Eisners und den Schüssen im Landtag entsteht ein politisches Machtvakuum. Die provisorische Regierung ist kaum noch handlungsfähig. Die Räte gewinnen an Einfluss, während der geplante Übergang zu einer parlamentarisch legitimierten Regierung zunächst blockiert ist.
Die Münchner Kommunisten um Max Levien drängen darauf, die Situation für die sofortige Ausrufung einer Räterepublik zu nutzen. Eine Regierungsbildung unter Führung der Mehrheitssozialdemokraten lehnen sie ab. Stattdessen soll die politische Macht auf die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte übergehen.
Zugleich verändert sich ihr öffentliches Verhältnis zu Eisner. Obwohl sie seinen politischen Kurs zu Lebzeiten scharf bekämpfen, würdigen sie nach seiner Ermordung sein aufrichtiges Streben nach der Verwirklichung des Sozialismus. Sie beanspruchen, sein Vermächtnis durch die Fortführung der Revolution einzulösen.
Die Forderung nach einer sofortigen Räterepublik setzt sich jedoch zunächst nicht durch. Auch innerhalb der Arbeiterbewegung bleiben die Vorstellungen über die künftige Staatsordnung umstritten. Die Mehrheitssozialdemokraten halten am parlamentarischen Weg fest; der neu gebildete Zentralrat versteht sich vorerst als Übergangsorgan. Die Räterepublik wird erst am 7. April 1919 ausgerufen.
21. 2 1919 - Ein Zentralrat übernimmt unter Ernst Niekisch die politische Führung
München-Kreuzviertel * Nach der Ermordung Kurt Eisners und den Schüssen im Landtag bildet sich ein zunächst elfköpfiger „Zentralrat der Bayerischen Republik“. Ihm gehören Vertreter der Mehrheitssozialdemokraten, der USPD, der KPD und des Bayerischen Bauernbunds aus den verschiedenen Rätegremien an.
Zum Vorsitzenden wird Ernst Niekisch gewählt. Der 29-jährige Volksschullehrer und Mehrheitssozialdemokrat ist als Vorsitzender des Augsburger Arbeiter- und Soldatenrats sowie als Mitglied des Landesarbeiterrats hervorgetreten. Trotz seiner Parteizugehörigkeit befürwortet er eine starke Stellung der Räte und soll zwischen den unterschiedlichen Strömungen vermitteln.
Der auch als „Elfmännerausschuss“ bezeichnete Zentralrat versteht sich als Übergangsorgan. Er beansprucht, bis zur politischen Neuordnung die Regierungsgewalt auszuüben und die Errungenschaften der Revolution zu sichern. Zu seinen ersten Maßnahmen gehören ein dreitägiger Generalstreik, die Bewaffnung des Proletariats und die Einberufung eines bayernweiten Rätekongresses.
Damit entsteht eine neue Machtzentrale neben den verbliebenen Ministerien. Über das künftige Verhältnis zwischen Räten und gewähltem Landtag ist jedoch noch nicht entschieden. Eine Räterepublik wird an diesem Tag noch nicht ausgerufen.
7. 11 1918 - Der Landtag berät, während die monarchische Staatsgewalt zerfällt
München-Kreuzviertel * Während die Abgeordnetenkammer des Bayerischen Landtags noch über die Kartoffelversorgung berät, gewinnt die Revolutionsbewegung auf den Straßen und in den Kasernen die Oberhand. Die parlamentarische Sitzung endet am späten Nachmittag.
Die Anhänger Kurt Eisners stoßen auf keinen nennenswerten organisierten Widerstand. Zahlreiche Soldaten schließen sich ihnen an. Damit fehlen der königlichen Regierung die verlässlich einsetzbaren Truppen, um den Umsturz aufzuhalten. Hauptbahnhof, Telegrafenamt und weitere staatliche Einrichtungen gelangen im Laufe des Abends unter die Kontrolle der Revolutionäre.
11. 9 1825 - Das Gesetz über das Gewerbewesen
München-Kreuzviertel - Königreich Baiern * Als drittes Gesetz wird zu den Bestimmungen über Heimat, Ansässigmachung und Verehelichung noch das Gesetz über das Gewerbewesen beschlossen, um „die Hindernisse des Kunstfleißes zu beseitigen“ und „die Ausbildung in den Gewerben zu befördern“. Während die Fabrikbesitzer die völlige Gewerbefreiheit fordern, wollen die Vertreter des Handwerks letztlich die bestehende Zunftverfassung behalten und sogar noch erweitern.
Die Ständeversammlung beschließt einen Kompromiss, in dem ein Konzessionssystem im Mittelpunkt steht. Danach ist die Ausübung eines Gewerbes von der Erteilung einer Gewerbekonzession abhängig. Diese wird von der staatlichen Polizeibehörde erstellt. Sie darf nicht versagt werden, wenn
- der Bewerber die erforderlichen Fähigkeiten besitzt und
- der Unterhalt der anderen Gewerbetreibenden durch die Erteilung der Konzession nicht gefährdet wird.
Die bestehenden Realrechte, worunter man die Verkäuflichkeit und Vererbbarkeit des Handwerks versteht, bleiben von dieser Reform ebenso wie die radizierten Gewerbe unberührt.
28. 9 1899 - Beginn der Sitzungsperiode des 33. Landtags
Kreuzviertel * Die Sitzungsperiode des 33. Landtags dauert vom 28. September 1899 bis zum 11. August 1904. Ein erneuter Versuch der Änderung des Wahlrechts scheitert in beiden Kammern.
1791 - Der Apollo-Tempel erhält eine geschnitzte Statue
München-Englischer Garten - Lehel * Der Apollo-Tempel im Hirschangerwald erhält seine vom kurfürstlichen Hofbildhauer Josef Nepomuk Muxel geschnitzte Statue.
1838 - Die Steinerne Bank wird statt des Apollo-Tempels errichtet
München-Englischer Garten - Lehel * Der im Hirschangerwald gelegene Apollo-Tempel wird wegen Baufälligkeit entfernt. Dafür entsteht an gleicher Stelle ein anderes Idyll: die Steinerne Bank, die Leo von Klenze nach Art einer griechischen „Exedra“ errichtet.
Um 9 1789 - Ein Apollo-Tempel als Staffage-Bau im Englischen Garten
München-Englischer Garten - Lehel * Nach Planungen des Ingenieur-Lieutenants beim Hofkriegsrat, Johann Baptist Lechner, entsteht ein Apollo-Tempel als Staffage-Bau im Englischen Garten .
- Das von spiegelnden Wassern umgebene Hein-Heiligtum befindet sich im alten Hirschangerwald auf einer Halbinsel.
- Der Rundtempel mit Dorischer Ordnung ist im wesentlichen eine Holzkonstruktion.
- Die Gebälkzone und das Kuppelinnere sind zum Teil gemauert, zum Teil aus stuckiertem Holz.
- Die Kuppelabdeckung besteht aus Blech.
- Seinen Standort nimmt heute die Steinerne Bank ein.
1807 - Friedrich Ludwig Sckell will den Apollo-Tempel abreißen lassen
München-Englischer Garten - München-Lehel * Friedrich Ludwig Sckell will den Apollo-Tempel wegen seiner missglückten Proportionen sowie der schlechten Bauweise abreißen lassen. Er wird aber noch vermutlich bis 1838 stehen bleiben.
1. 9 1833 - Leo von Klenze legt die Grundzüge seiner Planungen vor
München-Graggenau * Leo von Klenze legt dem König die Grundzüge seiner Planungen für den Platz vor der Oper in Form von zwei Baulinienalternativen vor.
- Die eine führt zu einer symmetrischen Platzgestalt, indem der Königsbau und die geplante neue Fassade der Hauptpost zwei gleich große Flächen beidseitig der Mittelachse begrenzen, die ihrerseits durch die Längsachse des Nationaltheaters und den geplanten Aufstellungsort des Max-Joseph-Denkmals festgelegt ist.
Diese Symmetrie ist allerdings nur um den Preis einer „ganz in die Karikatur fallende Breite“ des Postgebäudes von etwa vier Metern zu erreichen. - Der zweite Vorschlag rückt die Bauflucht weiter in den Platz, ausgerichtet auf die Südecke der Perusagasse, was erheblichen Gewinn an Raumtiefe für das Postgebäude bedeuten würde.
König Ludwig I. entscheidet sich für die erste Lösung, da im anderen Falle das Denkmal für seinen Vater aus der Platzmitte geraten würde.
Mit der Hauptpost soll ein markantes Beispiel für die hauptsächlich auf Stadtverschönerung ausgerichtete Baupolitik Ludwigs I. entstehen. Es ist aber zugleich ein Musterbeispiel dieser höchst fragwürdigen Baupolitik. Um seine Planungen verwirklichen zu können, braucht der König öffentliche und private Investoren, die seine gestalterischen Ideen unter Vernachlässigung von wirtschaftlichen und funktionalen Überlegungen akzeptieren. Private Bauherren lassen sich unter solchen Bedingungen kaum noch finden. Das haben nicht zuletzt die Erfahrungen in der Ludwigstraße gezeigt.
Doch auch die Veranlassung öffentlicher Bauaufträge gestaltet sich zunehmend schwierig. Die staatlichen Aufwendungen für königliche Luxusbauten geraten immer stärker in die Kritik. Insbesondere im Umgang mit der Ständeversammlung, die die Ausgaben bewilligen oder, wie bei der Hauptpost, im Hinblick auf weitere Bauaufgaben zumindest akzeptieren soll, findet Ludwig eigene Wege. Im Fall des Postgebäudes ist dies eine Mischung aus Täuschungsmanövern, neoabsolutistischer Herrscherwillkür sowie einer Instrumentalisierung von teils opportunistischen, teils ahnungslosen Beteiligten.
Denn letztlich werden bei den äußerst komplizierten und kaum durchschaubaren Vorgängen, bei denen man auch den Einsatz eines Strohmannes und die bewusste Verfälschung und Verschleierung wichtiger Tatsachen nicht scheut, nahezu alle mit den Plänen befassten Instanzen, von der Postadministration über das Ministerium des Königlichen Hauses, des Innen-, Außen- und Finanzministeriums und der Ständevertretung, in unterschiedlicher Form und in jeweils anderen Punkten getäuscht und ausgenutzt.
21. 7 1804 - Auf dem Franziskaner-Friedhof stampfen Soldatenstiefel
München-Kreuzviertel - München-Graggenau * In einem kurfürstliches Reskript an die Oberbaierische Militär-Inspektion“heißt es:
- „Wir haben gnädigst beschlossen, den bisherigen Parade-Platz dem Vergnügen des Publikums allein zu widmen, und zu diesem Zwecke verschönern zu lassen.
- Dagegen bestimmen Wir den Platz des ehemaligen Franziskaner-Klosters zur Zeit als Parade-Platz, und eröffnen solches Unserer oberbaierischen Militär-Inspektion zu Anweisung der hiesigen Kommandantschaft“.
Das Franziskanerkloster ist inzwischen abgerissen und der dazugehörige Friedhof eingeebnet worden. Der dadurch entstandene große Raum erhält bald darauf die Bezeichnung Max-Joseph-Platz. Über den Gräbern des Franziskanerfriedhofs stampfen seither Soldatenstiefel, vor allem aus der Kosttor-Kaserne und der Kreuzkaserne. Bis zum Frühjahr 1826 dient der heutige Max-Joseph-Platz als Exerzierplatz der Münchner Garnison, um sich auf einen potenziellen Einsatz sorgfältig vorbereiten zu können. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es keine militäreigenen großen Truppenübungsplätze. Die eigentliche Truppenausbildung muss daher auf den Kasernenhöfen und auf Exerzierplätzen stattfinden.
13. 10 1810 - Ganz München erstrahlt im Lichterschmuck
München * Am Abend findet eine große Festbeleuchtung statt. Ganz München erstrahlt im Lichterschmuck. Mit den Aufbauten zur Illumination auf dem Max-Joseph-Platz ist bereits sechs Wochen zuvor begonnen worden. An den öffentlichen und privaten Gebäuden der Stadt leuchteten „transparente Gemälde und Inschriften“. So trägt die Fassade des Rathauses ein allegorisches, zur Vermählung passendes Bild mit den Wappen des Brautpaares.
Am Gebäude der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Künste leuchtet „Hymens Fackel, und Ludwigs und Theresens Namenszüge von Blumen“ mit den Worten: „Der neuen Hoffnung des alten Hauses der Wittelsbacher huldigen Wissenschaft und Kunst.“ Soweit die staatlich verordnete Fürstenhuldigung.
Unter den Adelspalais erregt das des Freiherrn Maximilian Joseph von Montgelas besondere Aufmerksamkeit. „Letzteres war eigentlich hinter einem prächtigen dorischen Tempel verschwunden, der um dasselbe ausgeführt reichlich mit Grün und Blumengirlanden geschmückt, und durch die Lichtmassen wie in eine Feuerwohnung verwandelt war.“
Auch der Bankier Andreas von Dall’Armi hatte sein Haus am Rindermarkt festlich ausstaffiert. Die Fassade trägt „eine kolossale Bavaria mit einem ruhenden Löwen und […] mit der Inschrift, die den ganzen oberen Stock einnahm: Wittelsbachs Stamm blühe ewig!“
Auch die anderen privaten Gebäude sind, soweit es sich die Bewohner finanziell leisten können, aufwändig geschmückt und erleuchtet. Für Kaufleute, Gastwirte, Cafétiers, Weinhändler, Juweliere und Bierbrauer, kurz gesagt, für die besonders gut situierten Kreise der Münchner Bewohnerschaft, bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, miteinander mit prunkvollen Illuminationen zu Ehren des Königshauses sich gegenseitig zu übertreffen und nur das Beste vom Besten zu zeigen.
Vor dem 29. 5 1432 - Den Franziskanern fließt ein stattliches, ständig wachsendes Vermögen zu
München-Graggenau * Den bei der Münchner Einwohnerschaft beliebten Franziskaner Barfüßern fließt innerhalb weniger Generationen ein stattliches, ständig wachsendes Vermögen zu. Zahlreiche Adelige und Bürger stiften dem Kloster sogenannte Jahrtage mit regelmäßigen Reichnissen in Naturalien und Bargeld. Das führt schnell zur Verwahrlosung der Klostersitten, sodass sich der Münchner Rat zum Einschreiten veranlasst sieht.
12. 7 1948 - Im ehemaligen Führerbau wird das Amerikahaus eröffnet
München-Maxvorstadt * In der Arcisstraße 12, im ehemaligen sogenannten Führerbau, wird das Amerikahaus eröffnet. Nach dem am 27. Januar 1948 in den USA verabschiedeten „Smith-Mundt Act“ sollte auch den Deutschen die amerikanische Lebensweise und die damit verbundenen politischen Ideale näher gebracht werden.
Die Amerikahäuser sehen sich als Zentren der Positiven Propaganda und sollen dem Loslösen von nationalsozialistischen, später auch kommunistischen Leitbildern dienen und die Völkerverständigung fördern.
7. 8 1946 - Umbenennung in Staatliche Hochschule für Musik
München * Die Akademie der Tonkunst wird in Staatliche Hochschule für Musik umbenannt.
Um den 16. 5 1705 - Der wittelsbachische Hausschatz wird bei den Franziskanern verborgen
München-Graggenau * Nach der Niederlage Kurfürst Max Emanuels und der Besetzung Baierns bringen Vertraute den wittelsbachischen Hausschatz in Sicherheit. Kostbare Gegenstände aus dem Besitz des Herrscherhauses werden im Münchner Franziskanerkloster verborgen und bleiben dort während der kaiserlichen Besatzungszeit bis 1715 verwahrt.
Das Datum 16. Mai 1705 bezieht sich auf den Tag, an dem kaiserliche Truppen München besetzen. Es ist ein naheliegender Bezugspunkt, kann aber nicht abschließend als Datum der Verbergung angesetzt werden.
13. 10 1825 - König Ludwigs I. Lieblingsidee vom thronenden König
München-Graggenau * Nach dem Tod König Max I. Josephs kehrt der neue Bayernregent Ludwig I. sofort wieder zu seiner Lieblingsidee des thronenden Königs auf dem Platz vor dem Hof- und Nationaltheater zurück. Auch in der Frage welcher Künstler das Monument ausführen soll, setze sich Ludwig durch. Der junge König hat bedeutende Künstler in seinem Blickfeld, die er zudem gerne an München binden will.
20. 6 1802 - Die Gräber auf dem Franziskaner-Friedhof werden geöffnet
München-Graggenau * Die Gräber auf dem Franziskaner-Friedhof werden geöffnet.
Bis 1973 - 38 Masttiere werden in den Ställen der Ökonomiegebäude gehalten
München-Englischer Garten - Lehel * 38 Masttiere werden in den Ställen der Ökonomiegebäude beim Chinesischen Turm gehalten.
Ab 1714 - Die Baierische Franziskanerprovinz wächst
München * Die Baierische Franziskanerprovinz vom heiligen Antonius erlebt im 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Vom Münchner Kloster aus, dem Sitz ihres Provinzials, betreut sie ihre Niederlassungen und erweitert ihre Tätigkeit in Seelsorge und Wallfahrt. Die Provinz ist zu diesem Zeitpunkt nicht neu: Sie besteht bereits seit 1625.
13. 10 1835 - Die feierliche Enthüllung des Max-Joseph-Denkmal
München-Graggenau * Die feierliche Enthüllung des Max-Joseph-Denkmal findet statt. Es ist der zehnte Todestag des Königs. Seit dem Beschluss des Magistrats bis zur Einweihung des Monuments sind fünfzehn Jahre vergangen und selbst die Grundsteinlegung liegt schon elf Jahre zurück. Das Max-Joseph-Denkmal gilt schon der Kunstkritik des 19. Jahrhunderts als das künstlerisch herausragendste Herrscherdenkmal der Epoche.
1833 - Das Max-Joseph-Denkmal wird fertig gestellt
München-Maxvorstadt * Der nun in mehrere Teile aufgetrennte Guss für das Max-Joseph-Denkmal kann doch noch hergestellt werden. Das letzte Sockelrelief wird anno 1835 fertig. Vermutlich werden jetzt alle Teile im Sandgussverfahren hergestellt, da das Denkmal aus vielen, zum Teil beachtlich großen Einzelgussstücken besteht.
Das Denkmal wird in der Erzgießerei komplett zusammengebaut und danach in der Gänze auf den Max-Joseph-Platz gebracht. Das ist eine enorme Leistung, denn alleine die Königsfigur wiegt 7.800 Kilogramm.
16. 2 1824 - Grundsteinlegung für das Max-Joseph-Denkmal
München-Graggenau * Am Tag des 25. Regierungsjubiläums von König Max I. Joseph wird der Grundstein für ein freistehendes Standbild, das Max-Joseph-Denkmal, gelegt. Dabei wird nochmals gefordert, dass „das Monument vorzugsweise den Typus der Regierung unseres allergnädigsten Königs darstellen“ soll, „den die Geschichte seiner Zeit ganz zuverlässig in der väterlichen Liebe erkennen wird“.
6 1826 - Die Kostenvoranschläge für das Max-Joseph-Denkmal liegen vor
München-Graggenau * Die Kostenvoranschläge für das Max-Joseph-Denkmal liegen vor.
Für die Herstellung der Modelle und deren Transport von Berlin nach München sind 72.121 Gulden veranschlagt worden. Für den Guss hat man 150.485 Gulden ausgerechnet.
Mit dem Guss des „Denkmals für König Max I. Joseph“ wird der Goldschmied, Bildhauer und Münzschneider Johann Baptist Stiglmaier beauftragt. Er hat sich, nachdem die Tradition der bedeutenden Münchner Erzgießerei des 17. und 18. Jahrhunderts längst abgerissen war, in Neapel und Berlin zum Bronzegießer ausbilden lassen.
Gefördert hat ihn der „Leiter der Königlichen Münze“, Heinrich Joseph von Leprieur, der ihm auch im Jahr 1810 einen Studienplatz an der „Kgl. Akademie der Bildenden Künste“ verschafft hat.
9. 8 1832 - Mit dem Guss der Königsfigur kann begonnen werden
München-Maxvorstadt * Mit dem Guss der Königsfigur auf dem Max-Joseph-Platz kann begonnen werden. Stiglmaier hat erstmals beim Guss des „Max-Joseph-Denkmals“ die Form mit der sogenannten Schwarzen Masse, einer Mischung aus angefeuchtetem Sand, Lehm und Holzkohle hergestellt und will die Figur in einem Stück gießen.
Das Metall wird mehrere Tage lang in einem mit Holz gespeisten sogenannten Flammofen bis zum Schmelzen erhitzt. Zuerst wird das Kupfer geschmolzen, zuletzt das leicht verbrennende Zinn untergerührt. Nach Entfernen des Tonpfropfens aus dem Flammofen, fließt die flüssige Bronze in einem schmalen, feuerfesten Kanal in ein größeres Reservoir über der fertigen Gussform. Auf ein Kommando öffnen die Arbeiter alle mit eisernen Pfropfen verschlossenen Zuflussöffnungen, sodass das flüssige Material aus dem Reservoir in die Gussform stürzen kann.
Der Guss der Königsstatue ist ein derart außergewöhnliches Ereignis, dass daran der komplette Magistrat der Haupt- und Residenzstadt München, der Finanzministe, der Direktor der Königlichen Münze und Leo von Klenze teilnehmen. An den Guss einer auch nur annähernd gleichwertigen Bronzeplastik kann sich keiner der Gäste erinnern. Er lag viele Generationen zurück.
Doch der Versuch, die Figur in einem Stück zu gießen, missglückt. Fünfzehn Personen werden bei diesem Unglück verletzt und das Werk von achtzehn Monaten Arbeit vernichtet. Ferdinand Miller beziffert den Schaden auf 8 bis 10.000 Gulden.
30. 5 1820 - Vorschlag: Ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz
München-Graggenau * Die künstlerische Konzeption des Max-Joseph-Denkmals liegt von Anfang an bei Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze, der ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz vorschlägt. Das steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit einem groß angelegten Wasserleitungs- und Brunnenprogramm, das für die Stadt eingerichtet werden soll und ihr Vorbild in dem napoleonischen Brunnenprogramm für Paris hat.
1790 - Die Schwaige mit den Ökonomiegebäuden wird erbaut
München-Englischer Garten - Lehel * Zwischen 1790 und 1791 wird die Schwaige mit den Ökonomiegebäuden hinter dem Gasthaus am Chinesischen Turm nach Plänen von Johann Baptist Lechner erbaut. Sie sind „zur Errichtung einer sogenannten Schweizerey [Hornviehzucht] von wenigstens 60 Stücken bestimmt“.
26. 10 1825 - König Ludwig I. favorisiert den Berliner Christian Daniel Rauch
München - Berlin * König Ludwig I. favorisiert den Berliner Christian Daniel Rauch, der als das Haupt der dortigen Bildhauerschule gilt. Gerade einmal 13 Tage nach dem Tod seines Vaters, Max I. Joseph, lässt er Klenze die Auftragserteilung für das Denkmal nach Berlin schicken.
31. 5 1820 - Beschwerden über das Exerzieren auf dem Max-Joseph-Platz
München-Graggenau * Drei Hausbesitzer beschweren sich bei der Kgl. Polizeidirektion München über das Exerzieren der Artillerie auf dem Max-Joseph-Platz, da wegen des „quälenden Geschreies der Soldaten“ schon einige gute Mieter gekündigt haben.
1792 - Die Ökonomiegebäude bei der Schwaige werden erweitert
München-Englischer Garten - Lehel * Die Ökonomiegebäude bei der Schwaige im Englischen Garten werden erweitert.
1. 4 1792 - Die Gaststätte beim Chinesischen Turm wird eröffnet
München-Englischer Garten - Lehel * Die Gaststätte beim Chinesischen Turm wird eröffnet. Damit steht die Gartenanlage endlich der Öffentlichkeit zur Verfügung.
1821 - Exerzierübungen vor dem neuen Hof- und Nationaltheater
München-Graggenau * Auch nach dem Bau des neuen Hof- und Nationaltheaters bleibt der Max-Joseph-Platz groß genug für Exerzierübungen. Ein Antrag des Generalkommandos München, „die öde Fläche in einen regulären Exerzierplatz umzugestalten“, wird abgelehnt.
14. 1 1823 - Das Kgl. Hof- und Nationaltheater brennt bis auf die Grundmauern nieder
München-Graggenau * Das erst am 12. Oktober 1818 eingeweihte Kgl. Hof- und Nationaltheater brennt bis auf die Grundmauern nieder. Während der Aufführung der komischen Oper „Die beyden Füchse“ fängt die Dekoration Feuer. Weil das Löschwasser gefroren ist, müssen die Münchner zusehen, wie eines der größten und modernsten Opernhäuser Europas ein Opfer der Flammen wird. Mit dem Wiederaufbau - nach den Plänen von Carl von Fischer - wird Leo von Klenze betraut.
1839 - Die Maximilianstraße wird entwickelt
Haidhausen - München-Lehel - München-Graggenau * Der Standort des heutigen Maximilianeums wird erst ins Auge gefasst, nachdem Thronanwärter Max II. mit dem Gedanken einer vom Max-Joseph-Platz ausgehenden und zur „Akropole“ führenden Prachtstraße spielt. Damals notiert er unter „Auszuführendes in München” den Plan einer „Verbindung der Stadt mit der Isar von der Neuen Residenz aus über das Lehel”.
Max‘ II. Vision wird später von Friedrich Bürklein folgendermaßen beschrieben: „Die Anlage eines großen öffentlichen Gartens mit Vergnügungsplätzen, ausgestattet mit schönen Alleen zwischen Fahr- und Fußwegen, mit Blumenbosquetts, ist ein Bedürfniß. In der Hauptform eines römischen Forums angelegt ein würdiger Bauplatz für öffentliche Bauten und Monumente, ein Corso, ein Sammelplatz der gebildeten Welt.
Gleich den Champs-Elysées in den entfernten Theilen zwischen Privatgebäuden: Conditoreien, Kaffee- und Speisehäuser, Säle für Musikfeste und Cirkus. Für die Anlage eines Objektes auf der Isaranhöhe wird ein Garten um so maßgebender, als durch diese Disposition genanntes Objekt gleichsam als Akropole für die Stadt erscheint.”
Der künftige König will eine - dem großstädtischen Charakter der Residenzstadt angemessene - Ausfallstraße nach Osten errichten lassen und befindet sich damit in vollkommener Übereinstimmung mit Münchens Stadtrat, der die Aufwertung dieses Stadtbereichs nach der ins Auge gefassten Eingemeindung der Vororte Haidhausen und Giesing sowie der Vorstadt Au schon seit längerer Zeit favorisiert.
Außerdem spielen militärische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle, da über die Straße die Armee zum Schutz der Residenz und zur Verhinderung von Zusammenrottungen aufständischer Bürger schnellstens aufmarschieren kann.
30. 4 2015 - Das NS-Dokumentationszentrum wird eröffnet
München-Maxvorstadt * Das NS-Dokumentationszentrum an der Brienner Straße wird als Lern- und Erinnerungsort eröffnet. An diesem Tag jährt sich die „Befreiung Münchens“ vom NS-Terror durch die US-Streitkräfte zum 70. Mal.
Bis zum 20. 3 1802 - Die letzten Franziskaner haben das Münchener Kloster verlassen
München-Graggenau * Auch die letzten Franziskaner haben das Münchener Kloster verlassen.
1776 - Der Franziskaner-Friedhof wird eingeebnet
München-Graggenau * Der Franziskaner-Friedhof wird eingeebnet. Dieser Friedhof, auf den sich auch Bürger und Adelige begraben lassen konnten, stellte ein außergewöhnliches Privileg der Patres dar. Für die Klosterangehörigen stehen eigene Grüfte zur Verfügung.
8. 7 1938 - Martin Bormann verlangt die Erfassung jüdischer Wohnsituationen
München * Martin Bormann, Stabsleiter im Braunen Haus, verlangt die genaue
- Erfassung jüdischer Hauseigentümer,
- an Nicht-Juden vermietete Wohnungen von jüdischen Hauseigentümern,
- an Juden vermietete Wohnungen,
- eigenen Wohnraum und leerstehende Wohnungen,
- um so eine planmäßige Lösung von Mietverhältnissen mit Juden möglich zu machen,
- eine Einengung zu erreichen,
- mehrere Familien in größere jüdische Wohnungen zusammenzulegen,
- Juden von Nicht-Juden zu trennen und
- dabei möglichst keine Ghettobildung zuzulassen“.
9. 4 2014 - Die Eröffnung des NS-Dokumenationszentrum muss verschoben werden
München-Maxvorstadt * Die bisher für den 9. November 2014 vorgesehene Eröffnung des NS-Dokumenationszentrum als Lern- und Erinnerungsort muss auf den 30. April 2015 verschoben werden.
1375 - Eine Renovierung der Franziskaner-Klosterkirche wird abgeschlossen
München-Graggenau * Mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Münchner Patriziersohns Vinzenz Ridler kann eine umfassende Renovierung der Franziskaner-Klosterkirche abgeschlossen werden.
1912 - Die Gaststätte am Chinesischen Turm geht in Betrieb
München-Englischer Garten - Lehel * Die Chinesische Wirtschaft aus dem Jahr 1790 wird durch die noch heute stehende Gaststätte am Chinesischen Turm ersetzt.
22. 9 1869 - Ludwig II. lässt „Das Rheingold“ im Hof- und Nationaltheater uraufführen
München-Graggenau • Gegen den erklärten Willen von Richard Wagner lässt König Ludwig II. die Oper „Das Rheingold“ im Hof- und Nationaltheater uraufführen.
26. 6 1870 - Die Walküre wird im Hof- und Nationaltheater uraufgeführt
München-Graggenau * Die „Walküre“ von Richard Wagner wird im Hof- und Nationaltheater uraufgeführt.
2. 5 1844 - Unruhen vor dem Nationaltheater
München-Graggenau * Am Abend des 2. Mai 1844 besucht König Ludwig I. gemeinsam mit der Hochzeitsgesellschaft das Theater. Nach dem ersten Akt versammelt sich eine Menschenmenge vor dem Gebäude und droht, es zu stürmen. Daraufhin verlassen zahlreiche Zuschauer ihre Plätze, um das Geschehen zu beobachten. Schließlich folgen auch der König und seine hochrangigen Gäste.
Die französische Presse berichtet, Ludwig I. habe dem vor dem Theater stationierten Militär befohlen, auf die Menschenmenge zu schießen. Die Soldaten sollen diesen Befehl verweigert haben. In der deutschen Presse findet sich keine entsprechende Meldung, was sich möglicherweise mit der damals herrschenden Zensur erklären lässt.
Ob sich der Vorfall tatsächlich so ereignet, bleibt ungewiss. Ausländische Zeitungen sind über die Ereignisse in München nicht immer zuverlässig informiert, und weitere Belege für den angeblichen Schießbefehl fehlen. Fest steht jedoch, dass die Unruhen König Ludwig I. in eine äußerst bedrängte politische Lage bringen.
13. 6 1865 - Die zweite Aufführung von „Tristan und Isolde“
München-Graggenau * Die zweite Aufführung von „Tristan und Isolde“ im Hof- und Nationaltheater.
1792 - Das Franziskaner-Kloster muss dem Bau eines neuen Theaters weichen
München-Graggenau * Ungeachtet ihrer Loyalität gegenüber dem Hause Wittelsbach hat die kurfürstliche Hofbauintendanz den Abbruch des Franziskaner-Klosters für den Bau eines neuen Theaters ins Auge gefasst.
1963 - Der übriggebliebene Königskopf
München-Graggenau * Der vor der Einschmelzung gerettete Kopf des König- Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke liegt jahrelang im Städtischen Bauhof herum, bis er zunächst im Stadtmuseum und ab 1963 im Nationaltheater seinen Platz findet.
11 1802 - Auch das Franziskaner-Klostergebäude verschwindet
München-Graggenau * Mit dem Abbruch der Franziskaner-Klostergebäude verschwindet auch der Friedhof mit seinen Gruftkapellen und den Gräbern zahlreicher Persönlichkeiten. Einige Grabplatten werden vorsorglich als historische Monumente an die Frauenkirche übergeben. Graf Törring-Gronsfeld lässt drei Epitaphen von Familienangehörigen in die Bogenhauser Georgskirche bringen.
Das Epitaph des im Jahr 1594 verstorbenen Renaissancekomponisten Orlando di Lasso befindet sich im Nationalmuseum, den Schädel des Wilhelm von Occam erhielt die Bayerische Akademie der Wissenschaften.
Und noch beim Bau der Tiefgarage auf dem Max-Joseph-Platz beförderten die Bagger eine große Zahl von Knochen zutage.
10. 10 1846 - Lola Montez' erster Auftritt im Hof- und Nationaltheater
München-Graggenau * Am 36. Hochzeitstag von König Ludwig I. und Königin Therese findet Lola Montez' erster Auftritt im Hof- und Nationaltheater statt. Die angebliche Spanierin tanzt einen Cachucca und in der zweiten Pause - zusammen mit einem Ensemble-Tänzer - einen Fandango genannten Tanz.
14. 1 1841 - Im Münchner Hof- und Nationaltheater findet ein Ringkampf statt
München-Graggenau * Im Münchner Hof- und Nationaltheater findet ein Ringkampf statt. Gegen den bislang unbesiegten „französischen Herkules“ Jean Dupuis tritt der Meisinger Simmerl an - er ist Hausknecht beim Faberbräu. Der Simmerl zwingt den Franzosen auf den Boden und kassiert die als Belohnung ausgesetzten 1.000 bayerischen Gulden.
1790 - Der Gotische Pavillon im Englischen Garten entsteht
München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe der Wirtschaft des Chinesischen Turms entsteht der Gotische Pavillon. Der Holzbau wird von der Münchner Bevölkerung ebenso exotisch und bizarr betrachtet wie die chinesische Baukunst. Er verschwindet - wie die meisten Holzkostruktionen - bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Um 1798 - Adrian von Riedl kauft ein trockengelegtes ödes Land
München-Englischer Garten - Lehel * Adrian von Riedl, der zuvor mit zwei Dämmen das weitverzweigte Wildflussbett der reißenden Isar zwischen Lehel und Ismaning gebändigt hatte, kauft einen Teil des von ihm trockengelegten ehemaliges Isarbetts, das als ödes Land von Kurfürst Carl Theodor freigegeben wurde.
Zunächst lässt er sich zwischen Eisbach und Schmiedbach, am Rande des Englischen Gartens ein stattliches Palais erbauen, das er mit einem kleinen Englischen Garten mit allerlei Zubehör umgibt. Sogar eine Brunnquelle, eine Gloriette, und ein kleiner Chinesischer Turm dürfen nicht fehlen. Aus dieser Anlage entsteht später der Paradiesgarten, ein beliebtes Ausflugslokal.
29. 11 1918 - Die zusätzliche Revolutionsfeier für die Verwundeten
München-Graggenau * Die Revolutionsfeier im Nationaltheater wird für die Verwundeten wiederholt.
21. 6 1868 - Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ werden uraufgeführt
Graggenau * Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ werden im Hof- und Nationaltheater für München uraufgeführt.
18. 7 1854 - Ein neuer Fall von Cholera
München-Graggenau * Ein Theaterbesucher aus der Schweiz bricht während der Vorstellung zusammen und wird in die Klinik gebracht. Vermutlich ist auch er bereits vom Cholera-Erreger angesteckt.
1775 - Der Friedhof des Franziskanerklosters wird geschlossen
München-Graggenau - München-Isarvorstadt * Der Friedhof des Franziskanerklosters wird lange vor dem Spezialreskript von Kurfürst Carl Theodor aus dem Jahr 1788, das die Auflösung aller innerstädtischen Friedhöfe vorschreibt, geschlossen.
Die Gebeine der Verstorbenen bringt man auf den neuen Gesamtfriedhof, der weit vor den Toren der Stadt liegt, dem Südlichen Friedhof an der Thalkirchner Straße.
10. 6 1865 - Richard Wagners Tristan und Isolde feiert Premiere
München-Graggenau * Im Hof- und Nationaltheater wird Richard Wagners „Tristan und Isolde“ uraufgeführt. Auch hier führt Hans von Bülow den Dirigentenstab. Die Oper ist ein weiterer Höhepunkt im Leben des Komponisten.
Die Frankfurter Rundschau schreibt darüber:„Das schönste und erhabenste Werk, welches die Welt besitzt“. Dagegen meint Der Volksbote, eine bayerische Provinzzeitung: „Musik ein Tollsinn, Text ein Unsinn, das Ganze ein Irrsinn“. Doch der Märchenkönig ist wieder einmal begeistert.
Wegen der „Schweinehunde-Affäre“ und den deshalb befürchteten Ausschreitungen befindet sich die Polizei im Zuschauerraum.
12. 10 1818 - Das Kgl. Hof- und Nationaltheater wird eingeweiht
München-Graggenau * Am Namenstag von König Max I. Joseph kann das von Carl von Fischer geplante neue Hof- und Nationaltheater mit dem Festspiel „Die Weihe“, einem Stück mit 160 Rollen, eingeweiht werden. Erst als der König - nach langem Zögern - in die Finanzierung eingegriffen hatte, gingen die Arbeiten zügig voran.
19. 6 1865 - „Tristan und Isolde“ wird zum dritten Mal aufgeführt
München-Graggenau * „Tristan und Isolde“ wird im Hof- und Nationaltheater zum dritten Mal aufgeführt. König Ludwig II. wohnt der Aufführung nicht bei, da er die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten Königs von Griechenland, und seines Onkels Luitpold, dem späteren Prinzregenten, in seiner Loge als störend empfindet.
1. 7 1865 - König Ludwig II. ordnet einen 4. Aufführungstermin an
München-Graggenau * Da König Ludwig II. die Aufführung von „Tristan und Isolde“ am 19. Juni nicht miterleben wollte, ordnet er einen vierten Termin an. Er hatte die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten Königs von Griechenland, und seines Onkels Luitpold, dem späteren Prinzregenten, in seiner Loge als störend empfunden.
Für die Zusatzaufführung muss Ludwig II. extra beim sächsischen König eine Verlängerung des Urlaubs für das Ehepaar Schnorr von Carolsfeld erwirken.
26. 10 1811 - Der Grundstein für das Kgl. Hof- und Nationaltheater wird gelegt
München-Graggenau * Der Grundstein für das Kgl. Hof- und Nationaltheater wird gelegt.
Um das Jahr 1798 - Adam Freiherr von Aretin kauft ein ödes Grundstück
München-Englischer Garten - Lehel * Vizekanzler Adam Freiherr von Aretin kauft ein ödes Grundstück an der Ostseite des Englischen Gartens und baut dort einen Sommersitz mit zwei kleinen Häusern und einem Lustgarten im französischen Stil.
26. 10 1811 - Grundsteinlegung für das Hof- und Nationaltheater
München-Graggenau * Kronprinz Ludwig legte den Grundstein zum Hof- und Nationaltheater.
14. 10 1846 - Zweiter Auftritt der Lola Montez im Hof- und Nationaltheater
München-Graggenau * Die Solotänzerin Lola Montez tritt zum zweiten und gleichzeitig letzten Mal im Münchner Hof- und Nationaltheater auf. Luise von Kobell schreibt über den Auftritt: „Lola Montez stellte sich inmitten der Bühne, nicht im Trikot, mit dem üblich kurzen Ballettröckchen, sondern in spanischer Tracht, mit Seide und Spitzen angetan, da und dort schimmerte ein Diamant.
Sie blitzte mit ihren wunderbaren Augen und verbeugte sich wie eine Grazie vor dem König, der in seiner Loge saß. Dann tanzte sie Nationaltänze, wobei sie sich in den Hüften wiegte und bald diese, bald jene Haltung einnahm, voll unerreichter Schönheit. Solange sie tanzte, fesselte sie alle Zuschauer.“
16. 6 1861 - Ludwig Schnorr von Carolsfeld in der Titelrolle des Lohengrin
München-Graggenau * Kronprinz Ludwig II. erlebt Ludwig Schnorr von Carolsfeld in der Titelrolle des Lohengrin.
7. 10 1864 - Vollendung des „Ring des Nibelungen“ innerhalb von drei Jahren
München * König Ludwig II. vereinbart mit Richard Wagner die Vollendung und Aufführung des „Ring des Nibelungen“ innerhalb der nächsten drei Jahre.
9. 7 1865 - „Der fliegende Holländer“ mit Ludwig Schnorr von Carolsfeld
München * Die Richard-Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“ mit Ludwig Schnorr von Carolsfeld als Erik wird in München aufgeführt. König Ludwig II. fährt zu jeder Aufführung im Sonderzug von Starnberg nach München und wieder zurück.
20. 6 1869 - Hans von Bülow bringt „Tristan und Isolde“ erneut zur Aufführung
München-Graggenau * Vor seinem endgültigen Weggang aus München bringt Hofkapellmeister Hans von Bülow „Tristan und Isolde“ am 20. und 22. Juni im Nationaltheater erneut zur Aufführung.
14. 1 1823 - Der Brand des Hof- und Nationaltheaters und seine Auswirkungen
München-Graggenau * Der Brand des Hof- und Nationaltheaters bringt einen herben Rückschlag für den Bau eines Max-Joseph-Denkmals, da nun die notwendigen Mittel vordringlich in den Wiederaufbau der Schaubühne gesteckt werden müssen.
12. 8 1855 - Premiere der Wagner-Oper „Thannhäuser“ in München
München-Graggenau * Die Richard-Wagner-Oper „Thannhäuser“ wird im Münchner Hof- und Nationaltheater aufgeführt.
13. 7 1957 - Am Karolinenplatz 3 wird das Münchner Amerikahaus eröffnet
München-Maxvorstadt * Am Karolinenplatz 3 wird das Münchner Amerikahaus eröffnet.
7. 11 2018 - Söder erwähnt Freistaatsgründer Kurt Eisner beim Staatsakt nicht
München-Graggenau * Im Nationaltheater findet der Staatsakt zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats Bayern statt. Ministerpräsident Markus Söder hält die Festrede, nennt darin jedoch den Gründer des Freistaats und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner mit keinem Wort.
Stattdessen würdigt Söder die Wittelsbacher und die Verfassung von 1818. Seine Ausführungen über eine mögliche „Sowjetrepublik“ lassen die Unterscheidung zwischen Eisners Revolutionsregierung und der erst nach dessen Ermordung ausgerufenen Räterepublik vermissen.
Die Rede stößt auf scharfe Kritik. SPD-Politiker Markus Rinderspacher wirft Söder Geschichtsklitterung und Geschichtsvergessenheit vor. Die erhoffte ausdrückliche Würdigung Eisners durch den Ministerpräsidenten bleibt aus.
Ein Leserbrief in der SZ bezeichnet Söders Rede „dem Anlass in keiner Weise angemessen“, da er seine Rede in scherzhaft-launigem Stil vortrug, passend eher zum „Jubiläum eines Trachtenvereins“.
14. 6 1985 - Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung eröffnet
München-Kreuzviertel * Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung öffnet in der Theatinerstraße ihre Türen. Sie verfügt über rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche.
Den Auftakt bildet die Ausstellung „Deutsche Romantiker – Bildthemen der Zeit von 1800 bis 1850“, die gemeinsam mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen entsteht. Bis zum 1. September sind rund 100 Gemälde und 40 Arbeiten auf Papier aus öffentlichen und privaten Sammlungen zu sehen, darunter Werke von Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Moritz von Schwind.
1810 - Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück an Raphael Kaula
München-Englischer Garten * Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück am Ostrand des Englischen Gartens an den Großhändler und Bankier Raphael Kaula. In der Folgezeit lässt Kaula kleinere Gebäude seines Vorbesitzers Aretin abreißen und durch das elegantere Kaula-Schlössl ersetzen. Nach seiner Erhebung in den Adelsstand heißt das Kaula-Schlössl nun Murat-Schlössl.
Seine im Jahr 1812 als jüngstes Kind geborene Tochter Nanette wächst zu einer so auffallenden Schönheit heran, dass sie unter dem Titel „Münchens schönste Jüdin“ weithin bekannt ist.
16. 7 1989 - Wiederbelebung des Kocherlballs am Chinesischen Turm
München-Englischer Garten - Lehel * Zur 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens wird die Tradition des Kocherlballs am Chinesischen Turm wiederbelebt. An jedem dritten Sonntag im Juli, um 6 Uhr früh, treffen sich Münchner Traditionalisten und sonstiges Partyvolk zum Tanz bei Volksmusikklängen. Um 10 Uhr endet die Veranstaltung.
Architekt: Gärtner Friedrich von, Röschenauer Rudolf
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1839
Architekt: Gärtner Friedrich von, Gießl Franz
Baustil: Rundbogenstil
Erstellung: 1839
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1911
Architekt: Mayr Franz Xaver sen., Himbsel Johann Heinrich
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1827
Erstellung: 1850
Architekt: Gärtner Friedrich von, Bestelmeyer German
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1840
Architekt: Defregger Hans, Pixis Oskar
Baustil: Historismus
Erstellung: 1924
Erstellung: 1800
Erstellung: 1800
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Schwiening Adolf, Eggers Hartwig
Baustil: Neubarock
Erstellung: 1901
Baustil: Neurenaissance
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Gärtner Friedrich von, Metzger Eduard, Roth Otto, Wiedemann Josef
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1850
Architekt: Stöhr Karl, Klenze Leo von
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1826
Architekt: Neureuther Gottfried von, Thiersch Friedrich von
Erstellung: 1874
Erstellung: 1897
Architekt: Stadler Toni
Baustil: Klassizismus
Architekt: Fischer Karl von, Gablonsky Fritz
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1806
Architekt: Thiersch Friedrich von
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1911
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1560
Erstellung: 1617
Erstellung: 1896
Erstellung: 1860
Architekt: Klenze Leo von, Winkler Georg Helmut
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1825
Erstellung: 1789
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1724
Architekt: Mellinger Ludwig von
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1905
Erstellung: 1899
Erstellung: 1808
Architekt: Seitz Robert
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1938
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1688
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Schwanthaler Ludwig, Klenze Leo von
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1842
Baustil: neubarock
Architekt: Barelli Agostino, Zuccali Enrico, Cuvilliés Francois d. Ä.
Erstellung: 1663
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Miller d. J. Ferdinand von, Rümann Wilhelm von, Gärtner Friedrich von, Schwanthaler Ludwig
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1844
Baustil: Jugendstil
Architekt: Perti Lorenzo, Palais Minucci
Baustil: Frühbarock
Erstellung: 1675
Erstellung: 1953
Baustil: Jugendstil
Architekt: Loewel Friedrich, Kiessler Uwe
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1887
Architekt: Deiglmayr Ludwig sen.
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1895
Erstellung: 1931
Architekt: Neureuthers Gottfried von, Thiersch Friedrich von
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1865
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1907
Architekt: Widnmann Max von, Miller Ferdinand von
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1863
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Vorhoelzer Robert, Schmidt Walter, Klier Josef, Pflugfelder Georg
Erstellung: 1927
Erstellung: 1295
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Schmidt Albert
Baustil: Neubarock
Erstellung: 1894
Architekt: Thiersch Friedrich von, Taschner Ignatius
Baustil: historisierend
Erstellung: 1899
Erstellung: 1899
Architekt: Wiedemann Josef
Architekt: Seidl Gabriel von, Naager Franz, Düll Heinrich, Pezold Georg
Baustil: historisierend
Erstellung: 1912
Architekt: Schmidt Emil, Kaufmann Hugo
Baustil: Neubarock
Erstellung: 1895
Architekt: Fischer Karl von, Lippe Eduard von der
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1810
Baustil: Neurenaissance
Baustil: Jugendstil
Architekt: Gärtner Friedrich von, Sickinger Anselm
Erstellung: 1846
Architekt: Maurer Jordan, Hirschberg Reinhold, Demmer Wilhelm
Baustil: Historismus
Erstellung: 1855
Architekt: Klenze Leo von, Rauch Christian Daniel
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1835
Architekt: Rehlen Robert, Leitenstorfer Hermann
Baustil: historisierend
Erstellung: 1912
Architekt: Höchl Josef, Landauer Herbert
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1764
Erstellung: 2015
Architekt: Lespilliez Carl Albert von, Uecker Hans
Baustil: Spätrokoko
Erstellung: 1760
Erstellung: 1909
Architekt: Rümann Wilhelm von, Thiersch Friedrich von, Effner Joseph
Erstellung: 1886
Architekt: Schedel von Greiffenstein Nikolaus, Schleich Erwin
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1804
Architekt: Seybold Ambrosius, Neureuther Gottfried von
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1872
Schwanthaler Ludwig von
Schwanthaler Ludwig von
Schwanthaler Ludwig von
Straub Johann Baptist
1767
Waderé Heinrich
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 39 m | Ludwigstraße 18 | Scheffel Joseph Viktor | 0 | 0 | |
| 60 m | Ludwigstraße 18 | Gärtner Friedrich von | 1914 | 0 | |
| 102 m | Schellingstraße 3 | Keyserling Eduard von | 1900 | 1900 | |
| 182 m | Amalienstraße 44 | Klingenbeck Walter | 1924 | 1942 | |
| 186 m | Amalienstraße 48 | Walser Robert | 1900 | 1901 | |
| 202 m | Theresienstraße 9 | Schmeller Johann Andreas | 1836 | 1852 | |
| 249 m | Kaulbachstraße 15 | Kaulbach Friedrich August von | 0 | 0 | |
| 249 m | Kaulbachstraße 15 | Wagner Adolf | 0 | 0 | |
| 268 m | Kaulbachstraße 35 | Dauthendey Max | 0 | 0 | |
| 273 m | Kaulbachstraße 35 | Huch Ricarda | 0 | 0 | |
| 279 m | Kaulbachstraße 12 | Augsburg Anita | 0 | 0 | |
| 279 m | Kaulbachstraße 12 | Pfülf Toni | 0 | 1933 | |
| 285 m | Kaulbachstraße 10 | Kaulbach Wilhelm von | 0 | 0 | |
| 286 m | Amalienstraße 25 | Café Stefanie | 0 | 0 | |
| 288 m | Kaulbachstraße 10 | Troost Paul Ludwig | 1912 | 1934 | |
| 288 m | Schönfeldstraße 4 | Dülfer Martin | 0 | 0 | |
| 302 m | Theresienstraße 23 | Morgenstern Christian | 0 | 0 | |
| 314 m | Schellingstraße 23 | Ringelnatz Joachim | 1909 | 0 | |
| 319 m | Fürstenstraße 6 | Rheinberger Joseph | 1867 | 1901 | |
| 319 m | Schönfeldstraße 9 | Spitzeder Adele | 1871 | 0 | |
| 320 m | Ludwigstraße 13 | Reichsbank-Hauptstelle | 0 | 1945 | |
| 320 m | Ludwigstraße 13 | Elisabeth von Österreich-Ungarn | 1837 | 1854 | |
| 324 m | Amalienstraße 81 | Dietz Elmar | 1923 | 0 | |
| 328 m | Kaulbachstraße 41 | Bierbaum Otto Julius | 0 | 0 | |
| 341 m | Schellingstraße 27 | Wedekind Frank | 0 | 0 | |
| 347 m | Königinstraße 25 | Ziegler Klara | 0 | 0 | |
| 348 m | Türkenstraße 52 | Endell August | 0 | 0 | |
| 365 m | Türkenstraße 35 | Mann Heinrich | 0 | 0 | |
| 382 m | Adalbertstraße 4 | Brenninger Georg | 0 | 0 | |
| 386 m | Türkenstraße 36 | Thoma Ludwig | 0 | 0 | |
| 387 m | Schönfeldstraße 17 | Ibsen Henrik | 1875 | 0 | |
| 387 m | Schönfeldstraße 17 | Ibsen Henrik | 0 | 0 | |
| 389 m | Luwigstraße 28 | Haus des Deutschen Rechts | 0 | 1945 | |
| 390 m | Türkenstraße 57 | Simplicissimus | 1903 | 1913 | |
| 401 m | Theresienstraße 46 | Carossa Hans | 1914 | 1929 | |
| 403 m | Ludwigstraße 2 | Zentralministerium | 0 | 1945 | |
| 424 m | Türkenstraße 30 | Wedekind Frank | 0 | 0 | |
| 426 m | Schellingstraße 33 | Marc Franz | 0 | 0 | |
| 430 m | Adalbertstraße 34 | Wedekind Frank | 0 | 0 | |
| 433 m | Türkenstraße 69 | Wedekind Frank | 0 | 0 | |
| 439 m | Akademiestraße 7 | Toller Ernst | 1918 | 0 | |
| 445 m | Schellingstraße 43 | Walser Robert | 1901 | 1902 | |
| 448 m | Von-der-Tann-Straße 15 | Fotostudio Elvira | 1897 | 1944 | |
| 455 m | Türkenstraße 94 | Elser Georg | 0 | 0 | |
| 459 m | Schackstraße 4 | Münter Gabriele | 0 | 0 | |
| 462 m | Akademiestraße 11 | Toller Ernst | 1917 | 0 | |
| 468 m | Akademiestraße 15 | Brecht Bertold | 1923 | 0 | |
| 469 m | Schellingstraße 39 | Druckerei des Völkischen Beobachters | 0 | 0 | |
| 475 m | Akademiestraße 15 | Zuckmayer Carl | 0 | 0 | |
| 479 m | Türkenstraße 81 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 493 m | Galeriestraße 4 | Ausstellung Entartete Kunst | 0 | 0 | |
| 497 m | Schellingstraße 44 | Strauss Franz Josef | 1931 | 0 | |
| 499 m | Blütenstraße 8 | Rilke Rainer Maria | 0 | 0 | |
| 514 m | Leopoldstraße 4 | Schröder Rudolf Alexander | 0 | 0 | |
| 514 m | Leopoldstraße 4 | Heymel Alfred Walter | 0 | 0 | |
| 516 m | Leopoldstraße 4 | Die Insel | 0 | 0 | |
| 524 m | Akademiestraße 9 | Mühsam Erich | 0 | 0 | |
| 530 m | Schellingstraße 49 | Strauss Franz Josef | 1915 | 1931 | |
| 533 m | Schellingstraße 50 | Parteizentrale der NSDAP | 1925 | 1931 | |
| 535 m | Schellingstraße 50 | Fotoatelier Heinrich Hoffmann | 0 | 0 | |
| 549 m | Galeriestraße 15 | Feuchtwanger Lion | 1900 | 1908 | |
| 549 m | Galeriestraße 15 | Feuchtwanger Lion | 1908 | 1908 | |
| 551 m | Theresienstraße 66 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 565 m | Kaulbachstraße 63 | Reventlow Franziska zu | 1903 | 1906 | |
| 568 m | Schellingstraße 53 | Ibsen Henrik | 0 | 0 | |
| 581 m | Kaulbachstraße 63 | Brecht Bertold | 1918 | 0 | |
| 583 m | Barer Straße 37 | Graf Oskar Maria | 1919 | 1931 | |
| 588 m | Leopoldstraße 10 | Herzog Wilhelm | 0 | 0 | |
| 590 m | Kaulbachstraße 62 | Schaumann Ruth | 0 | 0 | |
| 591 m | Leopoldstraße 10 | Nemes Marzell | 0 | 0 | |
| 598 m | Leopoldstraße 10 | Hausenstein Wilhelm | 1919 | 1919 | |
| 613 m | Königinstraße 69 | Althaus Peter Paul | 0 | 0 | |
| 622 m | Rambergstraße 3 | Keyserling Eduard von | 1895 | 1899 | |
| 623 m | Rambergstraße 3 | Althaus Peter Paul | 0 | 0 | |
| 624 m | Zieblandstraße 1 | May Karl | 0 | 0 | |
| 635 m | Kaulbachstraße 69 | Defregger Franz von | 0 | 0 | |
| 639 m | Heßstraße 5 | Nietsche Friedrich | 0 | 0 | |
| 647 m | Georgenstraße 3 | Brenninger Georg | 0 | 0 | |
| 654 m | Kaulbachstraße 68 | Klabund | 1904 | 1904 | |
| 654 m | Kaulbachstraße 68 | Marc Franz | 1905 | 1907 | |
| 660 m | Prinzregentenstraße 1 | Haus der Deutschen Kunst | 0 | 1945 | |
| 666 m | Kaulbachstraße 68 | Fassbinder Rainer Werner | 0 | 0 | |
| 672 m | Schellingstraße 62 | Osteria Bavaria | 0 | 0 | |
| 679 m | Georgenstraße 16 | Thiersch Friedrich von | 1889 | 1921 | |
| 681 m | Ohmstraße 20 | Hausenstein Wilhelm | 1926 | 1932 | |
| 681 m | Leopoldstraße 20 | Moshammer Rudolph | 0 | 0 | |
| 685 m | Briener Straße 8 | Rosenberg Alfred | 1918 | 1919 | |
| 694 m | Heßstraße 9 | George Stefan | 1893 | 1894 | |
| 700 m | Georgenstraße 24 | Brecht Bertold | 1920 | 0 | |
| 700 m | Georgenstraße 24 | Feuchtwanger Lion | 1917 | 0 | |
| 708 m | Ohmstraße 3 | Brecht Bertold | 1922 | 0 | |
| 709 m | Friedrichstraße 1 | Münter Gabriele | 0 | 1904 | |
| 710 m | Friedrichstraße 1 | Kandinsky Wassily | 1901 | 1904 | |
| 736 m | Georgenstraße 34 | Heymann Werner Richard | 0 | 0 | |
| 737 m | Georgenstraße 27 | Reventlow Franziska zu | 0 | 0 | |
| 737 m | Georgenstraße 29 | Reventlow Franziska zu | 1897 | 1898 | |
| 742 m | Brienner Straße 18 | Wittelsbacher Palais | 0 | 0 | |
| 743 m | Königinstraße 24 | Althaus Peter Paul | 0 | 0 | |
| 748 m | Friedrichstraße 2 | Holm Korfix | 0 | 0 | |
| 755 m | Georgenstraße 35 | Kandinsky Wassily | 1898 | 1901 | |
| 763 m | Friedrichstraße 4 | Marc Franz | 1907 | 1908 | |
| 763 m | Friedrichstraße 4 | Lipps Theodor | 1894 | 1908 | |
| 768 m | Arcisstraße 44 | Keyserling Eduard von | 1895 | 1895 | |
| 768 m | Barer Straße 19 | Montez Lola | 1847 | 1848 | |
| 770 m | Arcisstraße 46 | Ringelnatz Joachim | 0 | 0 | |
| 773 m | Kaulbachstraße 77 | Kutscher Arthur | 1916 | 1920 | |
| 782 m | Königin Straße 85 | Erbslöh Adolf | 1916 | 1934 | |
| 804 m | Bruderstraße 12 | Lamm Heinrich | 0 | 1937 | |
| 806 m | Briennerstraße 22 | Wagner Richard | 1864 | 1965 | |
| 816 m | Schraudolphstraße 36 München 36 | Graf Oskar Maria | 0 | 0 | |
| 818 m | Kaulbachstraße 90 | Ende Michael | 1935 | 1944 | |
| 822 m | Konradstraße 11 | Mann Thomas | 1902 | 1904 | |
| 823 m | Leopoldstraße 13 | Leopold Prinz von Bayern | 0 | 0 | |
| 823 m | Briennerstraße 23 | Haus der Deutschen Ärzte | 0 | 1945 | |
| 852 m | Zieblandstraße 11 | Karlstadt Liesl | 1892 | 0 | |
| 864 m | Giselastraße 7 | Corinth Lovis | 1891 | 1897 | |
| 864 m | Giselastraße 7 | Ruederer Joseph | 1888 | 0 | |
| 872 m | Giselastraße 15 | Bleeker Bernhard | 0 | 0 | |
| 872 m | Giselastraße 15 | Mann Thomas | 1898 | 1901 | |
| 883 m | Karolinenplatz 1 | Tjutschews Fjodor Iwanowitsch | 1832 | 1835 | |
| 886 m | Karolinenplatz 1 | Kirchmaier Joseph | 1812 | 0 | |
| 895 m | Giselastraße 23 | Werefkin Marianne von | 1896 | 1914 | |
| 906 m | Giselastraße 23 | Jawlensky Alexel von | 0 | 0 | |
| 943 m | Heßstraße 34 | Pension Fuchs | 0 | 0 | |
| 948 m | Theatinerstraße 38 | Faistenberger Andreas | 1684 | 1735 | |
| 949 m | Gedonstraße 8 | Troendle Hugo | 0 | 0 | |
| 949 m | Gedonstraße 8 | Hoerschelmann Rolf von | 0 | 0 | |
| 950 m | Heßstraße 34 | Klages Ludwig | 1893 | 0 | |
| 972 m | Luisenstraße 62 | May Karl | 0 | 0 | |
| 979 m | Franz-Joseph-Straße 9 | Bachmann Ingeborg | 1958 | 1958 | |
| 983 m | Gedonstraße 4 | Quidde Ludwig | 0 | 0 | |
| 984 m | Arcisstraße 12 | Führerbau | 1933 | 1945 | |
| 990 m | Leopoldstraße 42 | Goll Claire | 0 | 0 |