Name Palais Mejan
Architekt Métivier Jean Baptiste  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Universität
Straße Brienner Straße 6
Jahr Baubeginn 1823
Jahr Fertigstellung 1824
Jahr Abbruch 1940
Kategorie Adelssitze & Höfe
Palais, Adelspalais
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Palais  Adelspalais  
Suchbegriffe Brienner Straße 
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Beschreibung

<p>Erste der vier großen Straßenanlagen des 19. Jh. in München (-&gt; Ludwigstraße, -&gt; Maximilianstraße, -&gt; Prinzregentenstraße), sozusagen die Abszisse im Koordinatensystem des von F. L. v. Sckell und C. v. Fischer erarbeiteten und 1812 genehmigten Generalplans für die -&gt; Maxvorstadt.</p> <p><strong>Städtebauliche Situation: </strong>Nach Begradigung des 1664 angelegten sog. &gt;Fürstenwegs&lt; nach Neuhausen/Nymphenburg 1808 Projektierung der )Königsstraße&lt; (1829 in Brienner Straße umbenannt) in Fortführung der Achse der Hofgartenstraße nach Westen: Ausgehend von Südwestecke des -&gt; Odeonsplatzes führte neueTrasse entlang dem Vorfeld der mittelalterlichen Stadtmauer bis zur (heutigen) Einmündung des Oskar-von-Miller-Rings von Nord und dem südlich gelegenen Platz der Opfer des Nationalsozialismus (-&gt;&bull; Maximiliansplatz); von dort leichter Knick der Achse und in geraderTrassierung über Karolinen- und Königsplatz (seit 1808) bisStiglmai-erplatz (seit 1845, vorher, ab 1812, Kronprinz-, ab 1826 Ludwigsplatz) in Abfolge von Rund-, Rechteck- und Rundplatz; Gesamtlänge der Straße rd. 1,4 km. Weiterführung durch Nymphenburger Straße (seit 1812 kartografisch belegt &gt;Chaussee von Nym-phenburg&lt;, seit ca. 1839 heutiger Name). - Durch Klenze (ab 1815/16 radikale Abkehr von den durch Sckell und Fischer aufgestellten städtebaulichen Leitlinien: anstelle offener Pavillonbauweise einer Gartenstadt und einer ins freie Umland führenden Ausfallstraße treten geschlossene stadttypische Baumassen; das ursprünglich Fischersche architektonische Konzept nur noch teilweise zwischen Türkenstraße und Meiser-/Ar-cisstraße nachvollziehbar; dagegen bereits im 19. Jh. zunehmend Blockbebauung, nach Kriegszerstörungen bei Wiederaufbau weitere &gt;Versteinerung&lt; der Straße, besonders krass im westlichen Abschnitt von Luisenstraße bis Stiglmaierplatz.&nbsp;</p> <p><strong>Beschreibung: </strong>Bei Klenzes Generalplan für &raquo;Anlagen vor dem SchwabingerTor&laquo; (1816) als Zugang zur Brienner Straße ein (nicht ausgeführter) Torbau - Gegenstück zum Hofgartentor (-&raquo; S. 161)-vorgesehen; von 1822/23 datiert Klenzes nicht realisiertes Vorprojekt für Alte Pinakothek (z. T. im Rechberg-Garten) mit Festlegung der Baufluchten im östlichen Abschnitt der neuen Straße: ihre Breite festgelegt durch Baublock Odeonsplatz 1 und gegenüberliegenden Flügel des Palais Moy (-&gt;Theatinerstraße23); an diesem anschließend zwei Wohnhäuser (Nr. 3 und 4) mit ursprünglichen Fassaden von Klenze (um 1825/26, heutige Gestaltung um 1900), an Straßennordseite (Nr. 4) ehemaliges&nbsp;Wohnhaus Klenzes (1824/25, heute durch Neubau ersetzt). Daran anschließend sie-benachsige Südseite des ehemaligen Palais Mejan als Eckhaus an Ostseite des Wittels-bacher Platzes von Metivier 1823/24 errichtet. Als rechteckiger geschlossener Architekturraum unterbricht der-* Wittelsbacher Platz*de Straßenfront, an seiner Westseite durch fünfachsige Seitenfassade des Arco-Palais (-&gt;&bull; Wittelsbacher Platz!) fortgeführt; an südlicher Straßenseite (Nr. 9) bis Amiraplatz die in vergröberten neoklassizistischen Formen errichteten Vereinigten Werkstätten (Architekt: Rob. Seitz, 1938-40). Anstelle des sog. Utzschneiderblocks (erbaut 1810, mit Brauerei) Bau des &gt;Luitpoldblocks&lt; (Nr. 11 und 13) in auftrumpfendem Gründerstil (Architekt: Lasne 1886-88), im Krieg z. T. schwer beschädigt, 1961 und 1974-76 vereinfacht wieder aufgebaut; davor Brunnenstele mit Büste &gt;Prinzregent Luitpold&lt; (von Henselmann 1983). - Im Anschluss an Seitenfront des Arco-Palais zwei monumentale Wohnhäuser 1824/25 auf Gelände des Rechberg- bzw. Deupontgartens errichtet: die palastähnliche elfachsige Fassade (mit ursprünglichen Seitenportalen) des Doppelhauses Nr. W (von Klenze) nach Kriegszerstörungen in leicht veränderter Form wiederhergestellt; anschließend das ehemalige Palais Eichthal (Brienner Straße 12), danach früheres Palais Almeida (-&gt; Brienner Straße 14). - Nach diesem vornehmen Stadtpalais leichte Richtungsänderung der Straße und Durchbruch des Altstadtrings, Abschnitt Oskar-von-Miller-Ring. Dadurch Zerstörung des Tiefenzugs der Brienner Straße sowie Fortführung ihrer schon von Klenze begonnenen Verblockung im Verlauf des Wiederaufbaus nach 2. Weltkrieg. Das schon 1922-23 in zurückhaltendem Neoklassizismus errichtete Gebäude der Disconto-Ge-sellschaft(Pläne: Littmann) als einzeln stehender Baukörper (ursprünglich durch Rundbogenarkaden mit Palais Almeida verbunden); der nördlich anschließende mehrteilige Verwaltungsneubau der Bayerischen Landesbank (-&gt; Brienner Straße 18) tritt im Straßenbild nicht unmittelbar in Erscheinung. Dagegen ist der für die Bayerische Cemein-cfeban/c(Nr. 20, Architekt: Angerer, 1961 -64) errichtete Neubaublock in seinen starren modernistischen Formen der bisher schwerwiegendste Einbruch in die ästhetische Substanz der Straße; dies umso mehr, als er die Auflockerung der Straßenfront durch das früher baumbestandene Vorfeld des ehemaligen Wittelsbacher Palais (-&gt; S. 109) verdrängte. Ebenso nachteilig der Eingriff in das südseitige Erscheinungsbild der Straße durch Bürohausneubauten der 1960er Jahre, deren gesichtslose Gestaltung durch zwei vom Krieg verschonte Altbauten - Ärztehaus und Haus Böhler (-&gt; Brienner Straße 23 und 25) - umso deutlicher sichtbar. Die von Fischer vorgesehene offene Bebauung durch vier einzeln stehende ehemals villenartige Wohnhäuser anstelle von Bauten um 1820 nachvollziehbar: Nr. 22 PalaisBerchem(Architekt: G. v. Seidl, 1897-99), von ihm auch Nr. 24 und 26, dagegen Nr. 28, ehemals Palais Matuschka, nach Plänen von E. v. Seidl (1895-96); heute, nach Beheben von Kriegsschäden, als Bürogebäude genutzt. -Auch beim folgenden -&gt;&bull; Karolinenplatz* noch Fischers Planung z. T. sichtbar, während der Abschnitt bis -&gt; Königsplatz nach 1945 gewissermaßen entnazifiziert wurde: an Nordseite das schwer getroffene ehemalige Palais Barlow (nach Plänen von Metivier 1829/30 erbaut, von P. L. Troost 1930 für die NSDAP zum &gt;Braunen Haus&lt; ausgebaut, nach 1933 Erinnerungsstätte an sog. &gt;Kampfzeit&lt;); gegenüber ehemals Palais Degenfeld (Architekt: C. v. Fischer 1810, umgebaut von Braunmühl 1846 und von Metivier 1849/50; bis 1934 Päpstliche Nuntiatur, danach NS-Pressestelle und ab 1935 Sitz des Stabs R. Heß); vor Übergang zum -&gt; Königsplatz an Arcisstraße beidseitig der Brienner Straße die sog. &gt;Ehrentempel&lt; (Architekt: Troost, 1933-35, gesprengt 1947) anstelle des ehemaligen WohnhausesvonC. v. Fischer (nach seinen Plänen 1809/10) an Südseite, gegenüber Wohnhaus}. Schnorr von Carolsfeld (Pläne: Höchl, 1832). Hier seit 2001 Informationstafel über NSDAP-Dienststellen im Umfeld Karolinen- und Königsplatz sowie Karlstraße. - Jenseits des Königsplatzes, abgeriegelt durch die Propyläen, bietet letzter Abschnitt der Brienner Straße bis Stiglmaierplatz das Bild einer von drei- bis fünfstöckigen Neubauten der 1950er bis 1970er Jahren gesäumten großstädtischen Aller-weltsstraße.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Neben der -&gt; Ludwigstraße (Nord-Süd) bestimmende Ost-West-Abszisse der konzipierten Maxvorstadt und wesentliches Element (früh-)klassizistischer Stadtplanung. Dem &gt;Fürstenweg&lt; von der Residenz nach Nymphenburg in seinem östlichen Abschnitt folgend, ist die Straße in ihrer ursprünglichen Bebauung durch Palais, repräsentative Miethäuser und Vorstadtvillen eine &raquo;erstmals als ein residenzstädtischer, kunstbewusster Akt sich darstellende Komposition&laquo; (Norbert Lieb). Wesentliche, trotz empfindlicher Eingriffe erhaltene Akzente sind der am Nordrand gelegene italienisch anmutende Wittelsbacher Platz, der französisch beeinflusste Karolinenplatz und das antikische Forum des Königsplatzes.</p> <p> <p><strong>Nachtrag 2009<br type="_moz" /> </strong>Vor Nr. 24 &gt;Weltkugelbrunnen&lt; von Kranz und Steinicken (1955/56; restauriert).</p> <p><strong>Nachtrag 2009<br /> </strong>Am 8. 3. 2009 Vorstellung des Ergebnisses im 2008 ausgelobten Wettbewerb zum Neubau des NS-Doku-mentationszentrums auf dem Areal des ehem. Palais Barlow bzw. Braunen Hauses an der Brienner Straße 28. Nach den Plänen des Wettbewerbssiegers, des Berliner Büros Georg Scheel Wetzel, sollen Baubeginn 2011 und Fertigstellung Mitte 2013 stattfinden.</p> </p>

Literatur