Name Leopoldstraße
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Straße Leopoldstraße
Kategorie Wohnbauten
Mietshaus
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Mietshaus  
Suchbegriffe Leopoldstraße 
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Bemerkung

Leopoldstraße (Forum) mit Schackstraße. Der Beginn der Leopoldstraße hinter dem Siegestor bildet ein verbreitertes Forum, dessen Westseite von der Akademie der bildenden Künste eingenommen und dessen Ostseite mit einer einheitlich konzipierten Gruppe palastartiger Gebäude - ehemals herrschaftlichen Mietshäusern - begrenzt wird, die in den Jahren um 1900 von namhaften Architekten (Friedrich Thiersch, Martin Dülfer, Leonhard Romeis) entworfen wurden. Die beiden südlichen Häuser der Gruppe flankieren die völlig einheitlich von Romeis gestaltete kurze Schackstraße. Typisch für den Bereich ist die freistehende Bauweise samt Vorgärten. Zusammen mit der Akademie bildet das Siegestor zusammen mit dem Forum eine städtebaulich bedeutende Gelenkstelle zwischen Ludwigstraße und Leopoldstraße.

Beschreibung

<p> Verlängerung der Ludwigstraße nördlich des Siegestors bis zum Platz Münchener Freiheit, heute beliebte und berühmte Flanierstraße sowie wichtige Verkehrsachse Schwa-bings. Bereits bei Baubeginn von Odeonsplatz und -&gt; Ludwigstraße (1817/18) wurde deren Straßenachse (auf Anraten C. v. Fischers) auf die Gabelung der ehemaligen Freisinger Landstraße (heute: Ungererstraße) und der Straße nach Schloß Schleißheim (&gt;äu-ßere&lt; Leopold-/lngolstädter Straße) ausgerichtet, ohne damit bereits die endgültige Ausdehnung festzulegen; diese erfolgte 1827: die Gesamtlänge des Straßenzugs beträgt rund 2200 m, was dem nahezu doppelten Durchmesser der Altstadt entspricht. Das -&gt;&nbsp;Siegestor markiert die Halbierung, ist einerseits optischer Abschluss der architekto-lisch geprägten Ludwigstraße, andererseits stadttorähnlicher &gt;Empfangsbau&lt; (vgl. Propyläen,-&gt; Königsplatz 2) für die Stadtzufahrt am Südende der ursprünglich &gt;ländlichen&lt; .eopoldstraße (deshalb auch die Quadriga stadtauswärts orientiert). - Bebauungsplan 1845 von Gärtner aufgestellt: Baulinie (bis Franz-Joseph-Straße) auf rund 70 m verbreitert (Ludwigstraße: ca. 35 m); Bepflanzung mit doppelreihiger Pappelallee, wobei die äußere Reihe auf die Bauflucht der Ludwigstraße, die innere Reihe auf die Breite des Siegestors ausgerichtet ist; &gt;offene Bauweise&lt; mit Einzelbauten entsprechend dem einst ländlichen Charakter am nördlichen Stadtrand: Situationsplan für die neuen Villen von F. v. Gärtner (l 845). Ursprüngliche Bebauung (Vorstadtvillen; Palais Leopold mit Park) im Zug der Verstädterung (ab ca. 1880/90) durch geschlossene Bauweise&lt; verdrängt, wie im Nordabschnitt ab Franz-Joseph-Straße; ab hierVerschmälerungder Baulinieauf rund43 m, Reduzierungauf einreihige Pappelallee. Das von Th. Fischerzwischen 1916 und 1920 erstellte Projekt einer &gt;Denkmalstraße&lt; (ähnlich derViaAppia) vom Siegestor bis ca. Hohenzollernstraße nicht realisiert. - Gründerzeitliche Bebauung im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört, vereinzelt erhaltene Bauten vom Anfang 20. Jh.; Wiederaufbau in der einförmigen Bauweise der 1950er und 1960er Jahre oder in schematischen Formen »modernen Architektur. An Westseite der Straße bis Friedrichstraße der ehemalige Leopoldpark (mit »Königlicher Villa&lt; nach Plänen von F. v. Gärtner 1846/47, später für Prinz Leopold und Prinzessin Gisela erweitert, 1936 abgebrochen), bebaut mit Universitätsgebäuden: Mensa 1966-71 (Leopoldstraße <strong>15</strong>) und Institute 1985/86 (Nr. 13).</p> <p> <strong>Erwähnenswert:</strong> Nr. 4 ehemaliges Luxusmietwohnhaus (erstes in München), nach Plänen von Dülfer 1896-97 errichtet (im Erdgeschoss Gründung der literarischen Zeitschrift &gt;lnsel&lt; 1899 durch Heymel, Schröder und Bierbaum); das Gebäudeviergeschossig mit kräftigem dreiachsigen Mittelrisalit (Kolossalsäulen und Giebel) in den Formen barocker Stadtpaläste, gemeinsam mit anschließendem einfacher gestalteten Wohnhaus Nr. 6 (ebenfalls von Dülfer 1896-97) als Gegengewicht zur Akademie vis-ä-vis (-&gt; Akademiestraße 2) konzipiert. - Verwaltungsgebäude der Rhein-Main-Donau AG (-&gt; Leopoldstraße 28); Nr. 30 Raiffeisen- und Volksbanken-Versicherungen (Architekt: Branca, 1964-68): der an sich architektonisch bemerkenswerte sechsstöckige Bau (Natursteingliederung sowie Metall und Glas) an dieser Stelle (Eckbau!) zu gewaltig; Nr. 36 Neubau des Rechenzentrums der Münchener Rück(versc}e-rung) nach Plänen von Denk, Mauder, Wisiol &amp; Partner (1990-95), der Innenhof von japanischem Gartenarchitekten Yoshiku n i Araki gestaltet, vordem Gebäude die 17 m hohe Figur &gt;The Walking Man&lt; von Borofsky (1995).</p> <p> <strong>Bedeutung:</strong> In der Fortführung der Ludwigstraße städtebaulich folgenreich für die Anbindung der 1890 eingemeindeten Stadt Schwabing an München; ähnlich wie -&gt; Prinzregentenstraße von Bebauung und Bepflanzung geprägter »malerischer! Straßenzug; bewusster Gegensatz zur Monumentalität der Ludwigstraße, jedoch nach und nach durch dominierende Baukörper »versteinert; trotzdem als »Boulevard Leopold&lt; beliebte und stark frequentierte Flanierstraße.</p>