Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
| Name | ehem. Bayerischen Armeemuseums |
| Architekt | Mellinger Ludwig von |
|---|---|
| Stadtbezirk | 1. Altstadt-Lehel |
| Stadtbezirksteil | Graggenau |
| Straße | Franz-Josef-Strauß-Ring 1 |
| Jahr Baubeginn | 1900 |
| Jahr Fertigstellung | 1905 |
| Jahr Abbruch | 1945 |
| Baustil | Neurenaissance |
| Kategorie |
Kultur, Freizeit & Sport Museum |
| Baustil |
Keine Kategorie Neurenaissance |
| Unterkategorie | Museum |
| Suchbegriffe | Bayerisches Armeemuseum |
Mittelteil des ehem. Bayerischen Armeemuseums (Torso nach Kriegszerstörung), 1900-1905 von Ludwig von Mellinger, Neurenaissance, mit Portikus im Westen und mit Kuppel (einbezogen in den Neubau der Bayerischen Staatskanzlei von 1990-93); vom nördlichen Kopfbau z. T. die Reste der Hofgartenarkaden überfangen, siehe Galeriestraße 8/10.
Armee-Museum. Hofgartenstr. 1. Im Stil italienischer Hochrenaissance (in Rücksicht auf den benachbarten Festsaalbau der Residenz gleichen Stils) 1903,05 von L. v. Mellinger als prächtiger Abschluß des Hofgartenterrains (anstelle der alten Hofgartenkaserne) errichtet. Hauptfront 160m lang, geteilt in den überhöhten Mittelbau (mit monumentaler Kuppel, sechssäuliger Vorhalle und Freitreppe), in 2 Zwischenbauten und 2 mit Pfeilerrisaliten ausgestatteten Eckpavillons (südlich K. Kommandantur, nördlich K. Feldzeugmeisterei). Fassadenverkleidung in fränkischem Sandstein.
Ausschmückung: 3 Reliefskulpturen (Stadtwappen und kriegerische Embleme), über der Vorhalle 3 Mosaiken (Bayerns Löwe, Allegorie von Krieg und Frieden), steinerne Trophäen und Allegorien von Kraft und Eintracht auf der Mittelbau-Attika. Vor dem Eingang auf einer Rustikaterrasse das Reiterstandbild des ersten wittelsbachischen Bayernherzogs (Siegers an der Bernerklause) Otto von Wittelsbach (von Ferd. v. Miller). Vielleicht würde sich der Prachtbau noch machtvoller präsentieren, wenn nicht die Kuppel, die vor allem bei hochliegenden Gebäuden wirksam ist, den an und für sich schon tiefgelegenen Bau zu drücken schiene. [„Das Armee-Museum“ von H. Fahrmbacher],
Das Armeemuseum wurde 1900/1905 vom K.Geh.OberbauratRitterv. Mellinger nach dessen Entwurf erbaut. Gesamtbausumme (ohne Inneneinrichtung) rund M. 2070000, 1 cbm umbauter Raum M. 19.50. Der Mittelbau, die Unterund Erdgeschosse der Zwischenbauten sind dem Armeemuseum, die Obergeschosse der Zwischenbauten dem Kriegsarchiv und der Armeebibliothek, der südliche Kopfbau der Stadtkommandantur(einschließlichDienstwohnungfürden Stadtkommandanten), der nördliche Kopfbau sowie der Flügel an der Galeriestraße der Feldzeugmeisterei und der Intendantur der militärischen Institute zugewiesen. Die Fassaden gegen den Hofgarten sind aus grauem Mainsandstein (Eltmann), die Fassaden des Hofes und diejenigen der Galeriestraße mit rauhem Kalkmörtel unter Verwendung von Jsarsand verputzt. Der Sockel ist bei den Hausteinfronten aus Mettner Granit, sonst aus gestocktem Beton.
Das Dach des Mittelbaues ist mitKupfer gedeckt, die übrigen Gebäudeteile, ausgenommen der Pavillon in der Galeriestraße, habenHolzzementdächer; letzterer Falzziegeldach. Der Kuppelbau wird von vier parabolisch geformten Eisenbetonbögen und Eisenbetonpfeilern getragen. Die innere und äußere Kuppel, sowie die Laterne sind vollständig in Eisenbeton hergestellt. Die Decken im Mittelbau und in den Zwischenbauten sind zum Teil Eisenbeton-, zum Teil Hohlstein- (Secura-) Decken, in den Kopfbauten Holzbalkendecken. Die Fußböden in den Ausstellungsräumen sind teils aus Terrazzo, Granit, Marmor, Eichenriemen und Linoleum, in den Bureaus und Wohnrüumen aus Linoleum auf Gipsestrich und Eichenriemen. Die im Gebäude vorhandene Niederdruckdampfheizung heizt die Sammlungsrüume des Armeemuseums, des Kriegsarchivs und die Armeebibliothek, alle übrigen Räume haben Kachelöfen beziehungsweise eiserne Regulierfüllöfen. Der äußere bildnerische Schmuck über dem Portikus, aus Muschelkalk, ist von den Professoren Pruska und Kaufmann, alle übrigen an den Hausteinfassaden und im Innern vorkommenden Bildhauerarbeiten von den Bildhauern Kopf, Burger, Professoren Pfeifer und Seidler, die Glasmosaikbilder im Mittelbau sind nach Entwürfen Professors Marr von der Bayerischen Mosaikkunstanstalt hergestellt. 551