19. 8 1783 - Schlechtes Märzenbier wird in ihren Kellern ausgeschenkt
Au - Haidhausen * Der Schleibinger Bräu und andere namentlich nicht genannte Brauer werden beschuldigt, schlechtes Märzenbier in ihren Kellern auszuschenken.
1. 10 1854 - Die Ramersdorfer Lüften kommen zum Landgericht rechts der Isar
Ramersdorf * Im Zusammenhang mit der Eingemeindung Haidhausens nach München überlegte der Stadtrat ganz konkret, das gesamte Gemeindegebiet von Ramersdorf gleichzeitig in den Münchner Burgfrieden zu integrieren.
Diese Pläne zerschlagen sich zunächst. Dafür wird das Landgericht Au aufgehoben und die Ramersdorfer Lüften gemeinsam mit der Gemeinde Ramersdorf dem Landgericht rechts der Isar zugeteilt.
5. 4 1933 - Die Cenovis-Werke werden vom NS-Boykott ausgenommen
München-Au * Das „Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze“ der NSDAP nimmt zur Frage Stellung, ob die Cenovis-Werke von den Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte betroffen seien. In seiner Antwort kommt das Gremium zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen für einen Boykott des Unternehmens nicht gegeben seien und die Cenovis-Werke deshalb nicht unter den reichsweiten Boykott vom 1. April 1933 fielen.
Die Anfrage verdeutlicht den wachsenden politischen Druck und die zunehmende Diskriminierung von Unternehmern jüdischer Herkunft in den ersten Monaten der nationalsozialistischen Herrschaft.
13. 7 1938 - Die Cenovis-Werke melden den Abschluss der „Arisierung“
München-Au * Die Cenovis-Werke teilen der Industrie- und Handelskammer München mit, dass sämtliche Geschäftsanteile in nichtjüdischen Besitz übergegangen seien. Das Unternehmen bezeichnet sich daraufhin als eine „rein arische“ Unternehmung und erfüllt damit die Vorgaben der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Die Erklärung dokumentiert den Abschluss der sogenannten „Arisierung“ des Unternehmens.
Dr. Julius Schülein gelingt es noch vor den Novemberpogromen 1938, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren und sich der weiteren Verfolgung durch das NS-Regime zu entziehen.
7. 4 1933 - Die IHK München nimmt zur Eigentümerstruktur der Cenovis Stellung
München * Die Industrie- und Handelskammer München beantwortet die Anfrage der Universitäts-Klinik Gießen zur Eigentümerstruktur der Cenovis-Werke. In ihrer Stellungnahme erklärt sie, dass sich das Kapital des Unternehmens sowohl in christlichen als auch in jüdischen Händen befinde. Die Korrespondenz verdeutlicht, wie bereits wenige Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme die Herkunft und Religionszugehörigkeit von Unternehmern und Anteilseignern zum Gegenstand offizieller Anfragen werden.
23. 1 1905 - Der Braubetrieb der Münchner Kindl-Brauerei wird eingestellt
München-Au * Die Münchner Kindl-Brauerei hört auf, selbstständige Aktiengesellschaft zu sein. Zunächst werden noch beide Brauereien parallel in Betrieb gehalten.
2. 12 1935 - Die NSDAP erkundigt sich nach der Herkunft des Cenovis-Generaldirektors
München * Die NSDAP richtet eine Anfrage an die Industrie- und Handelskammer München und verlangt Auskunft darüber, ob der Generaldirektor der Cenovis-Werke als „arischer Abstammung“ gelte. Die Anfrage verdeutlicht die zunehmende Anwendung der nationalsozialistischen Rassenpolitik auf das Wirtschaftsleben und den wachsenden Druck auf Unternehmer und Führungskräfte jüdischer Herkunft.
21. 2 1933 - Dr. Julius Schülein leitet die Cenovis-Werke
München-Au * In der Gesellschafterliste der Cenovis-Werke wird Dr. Julius Schülein als Generaldirektor des Unternehmens geführt. Mit einem Geschäftsanteil von 392.000 Reichsmark ist er zugleich der größte Anteilseigner. Weitere bedeutende Beteiligte sind Kommerzienrat Emil Zeckendorf und Nelly Zeckendorf. Die Angaben verdeutlichen die enge Verbindung der Cenovis-Werke zu führenden Münchner Unternehmerfamilien.
21. 6 1938 - Maggi übernimmt die jüdischen Anteile an den Cenovis-Werken
München - Berlin * Die bislang in jüdischem Besitz befindlichen Geschäftsanteile der Cenovis-Werke gehen auf die Maggi GmbH in Berlin über. Die Übertragung erfolgt unter dem wachsenden Druck der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik und markiert einen weiteren Schritt bei der Verdrängung jüdischer Eigentümer aus deutschen Unternehmen.
3. 4 1933 - Die Herkunft der Cenovis-Werke wird hinterfragt
Gießen - München * Die Universitäts-Klinik Gießen richtet eine Anfrage an die Industrie- und Handelskammer München und erkundigt sich, ob die Cenovis-Werke eine „christliche Firma“ seien. Die Anfrage steht im Zusammenhang mit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, als die Herkunft und religiöse Zugehörigkeit von Unternehmern und Unternehmen zunehmend Gegenstand von Nachfragen und Ausgrenzung werden.
22. 1 1937 - IHK: Cenovis-Werke ist keine arische Firma
München-Au * Das Stammkapital der Cenovis-Werke beträgt 1,5 Millionen Reichsmark. Davon befinden sich Geschäftsanteile in Höhe von 815.000 RM in jüdischer Hand. Von den fünf Aufsichtsräten sind zwei Juden, von den zwei Vorsitzenden Einer.
Die Industrie- und Handelskammer - IHK München stellt deshalb fest: „Bei dem Unternehmen kann daher sowohl nach Besitz wie auch nach Führung nicht von einer arischen Firma gesprochen werden. Diese Tatsache schließt unseres Erachtens eine Berücksichtigung bei Heereslieferungen aus.“
Um 2 1937 - Die Eigentümerstruktur der Cenovis-Werke wird verändert
München-Au * Der Anteil der in jüdischem Besitz befindlichen Geschäftsanteile an den Cenovis-Werken wird auf 48,47 Prozent reduziert. Mit dieser Veränderung der Eigentümerstruktur erreicht das Unternehmen zunächst die Einstufung als nichtjüdischer Betrieb.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftlichen Ausgrenzung jüdischer Unternehmer im nationalsozialistischen Deutschland.
1. 7 1931 - Cenovis erhält positive Bewertung für öffentliche Aufträge
Berlin - München * Die Berliner Industrie- und Handelskammer holt Auskünfte über die Cenovis-Werke ein, um deren Eignung für Lieferungen an Behörden zu prüfen. In der Antwort wird das Unternehmen als leistungsfähig und zuverlässig bewertet und ausdrücklich für öffentliche Aufträge empfohlen. Als Generaldirektor steht Dr. Julius Schülein an der Spitze des Unternehmens, das eng mit der traditionsreichen Münchner Brauereifamilie Schülein verbunden ist.
10. 6 1938 - Die Cenovis-Werke geraten unter zunehmenden politischen Druck
München * Die Industrie- und Handelskammer München fordert von den Cenovis-Werken, ihre Eigentümerstruktur bis zum 31. Juli 1938 entsprechend den Vorgaben des Reichswirtschaftsministeriums zu ändern. Andernfalls droht die Streichung aus dem Verzeichnis der als nichtjüdisch eingestuften Betriebe. Gleichzeitig verlangt die Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft den Nachweis, dass das Unternehmen als „arisch“ gelte.
Bis zur Klärung dieser Frage verweigert der Branchenverband die Einlösung von Malzabholscheinen der Cenovis-Werke. Die Maßnahmen verdeutlichen den wachsenden wirtschaftlichen und politischen Druck, dem Unternehmen mit jüdischen Eigentümern im nationalsozialistischen Deutschland ausgesetzt sind.
1922 - Die Cenovis-Werke werden Marktführer in der Hefeverwertung
München-Au * Die Cenovis-Werke betreiben die größte Hefeverwertungsanlage Deutschlands und bauen ihre Stellung in der Nahrungsmittelproduktion weiter aus. Im selben Jahr übernehmen sie auch den Saalbau der ehemaligen Münchner Kindl-Brauerei an der Rosenheimer Straße und erweitern damit ihren Unternehmensstandort.
5 1938 - Verhandlungen über den Verkauf von Cenovis-Anteilen beginnen
München-Au - Berlin * Die Cenovis-Werke nehmen Verhandlungen mit der Maggi Gesellschaft mbH in Berlin über den Verkauf der sich noch in jüdischem Besitz befindlichen Unternehmensanteile auf. Die Gespräche stehen im Zusammenhang mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf jüdische Unternehmer und Anteilseigner im nationalsozialistischen Deutschland und markieren einen weiteren Schritt bei der Verdrängung jüdischen Eigentums aus der deutschen Wirtschaft.
20. 7 1971 - Grundsteinlegung fürs Motorama
München-Au * Der Grundstein für das neue Auto- und Einkaufszentrum an der Rosenheimer Straße wird gelegt. Bauherrn des inzwischen auf 100 Millionen DMark bezifferten Projekts sind die Treuhandgesellschaft mbH & Co KG Berlin-München und die Europaen Hotel Company.
1915 - Die Cenovis-Werke werden gegründet
München-Au * Aus der Münchner Hefeverwertungs-Gesellschaft gehen die „Cenovis-Werke“ hervor, ein Unternehmen zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsprodukten. Generaldirektor wird Julius Schülein, der jüngere Sohn des Brauereiunternehmers Joseph Schülein. Die Cenovis-Werke übernehmen die Gebäude der ehemaligen Münchner Kindl-Brauerei an der Rosenheimer Straße.
Der Firmenname „Cenovis“ leitet sich aus den lateinischen Begriffen cena (Mahlzeit), ovum (Ei) und vis (Kraft) ab und verweist auf die eiweißreiche Kraftnahrung, die das Unternehmen produziert.
5. 9 1920 - Adolf Hitler hält im Münchner-Kindl-Keller eine Rede vor 3.000 Zuhörern
München-Au * Adolf Hitler hält im Münchner-Kindl-Keller eine Rede vor 3.000 Zuhörern, in der er die Juden verurteilt, da sie hinter dem Elend Deutschlands stecken. Wenn man erst mal die Macht habe, so sagt Hitler weiter, dann „werde man den Fetzen von einem Friedensvertrag zerreißen”.
Der NSDAP-Parteivorsitzende führt aus, dass Deutschland zwar geknebelt und wehrlos ist, sich aber nicht vor einem Krieg gegen Frankreich scheuen darf. Seine Rede beendet er mit dem Schiller-Wort: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, nicht trennen uns in Not und Gefahr“.
27. 10 1880 - Aus Zengerbräu wird Bürgerliches Bräuhaus
München-Haidhausen * Der Zengerbräu wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der ursprünglich vorgesehene Name „Erste Münchner Aktienbrauerei“ steht jedoch nicht mehr zur Verfügung, da Löwenbräu bereits seit 1872 als Aktiengesellschaft besteht. Das Unternehmen firmiert deshalb fortan als „Aktienbrauerei Bürgerliches Bräuhaus München“.
4. 9 1909 - Karl Valentin tritt im Münchner-Kindl-Keller auf
München-Au * Karl Valentin tritt - neben vielen anderen Künstlern - beim Bürgerrechts-Verein München-Ost und dem Sozialdemokratischen Verein, Sektion München-Ost im Münchner-Kindl-Keller - an herausgehobener Position - als Instrumental-Karikaturen-Komiker auf.
19. 12 1870 - Franz Xaver Hierl verlässt die eheliche Wohnung
München-Haidhausen * Franz Xaver Hierl, Brauer des Zengerbräu, zieht aus der gemeinsamen Wohnung des Ehepaars in der Kellerstraße aus. Die Ehe von Franz Xaver und Walburga Hierl ist zu diesem Zeitpunkt offenbar bereits schwer belastet.
Als wesentlicher Grund für die Entfremdung gilt der tragische Tod ihres gemeinsamen Sohnes. Im Alter von fünf Jahren setzt Franz Xaver Hierl den Jungen im Hof der Brauerei auf ein Bräuross – trotz der Warnungen seiner Frau. Das Pferd geht durch; das Kind verunglückt dabei tödlich.
Der Verlust des Sohnes überschattet die Ehe nachhaltig. Walburga Hierl kann ihrem Mann offenbar nicht verzeihen, dass er das Kind trotz ihrer Warnungen auf das Pferd gesetzt hat. Der Tod des Jungen und die damit verbundenen Schuldzuweisungen tragen schließlich wesentlich zum Zerwürfnis des Ehepaars bei.
1791 - Bau des Zengerbräukellers
München-Graggenau * Franz Xaver Freytag, Eigentümer der Zengerbrauerei, lässt auf einem Grundstück des Leprosenspitals in der Kellerstraße einen eigenen Bierkeller errichten. Der neue Zengerbräukeller dient fortan der Brauerei als Lagerkeller.
24. 10 1868 - Walburga Hierl sichert die Zukunft des Zengerbräu
München-Graggenau * Nur wenige Wochen nach dem Gerichtsurteil erwirbt Walburga Hierl, die Ehefrau von Franz Xaver Hierl, am 24. Oktober 1868 die Braugerechtsame des Zengerbräu für den Standort an der Kellerstraße von der Bank zurück. Noch im selben Jahr nimmt sie den seit mehreren Jahren ruhenden Braubetrieb wieder auf und schafft damit die Grundlage für den Fortbestand der Brauerei. Das ist besonders auffällig, weil Franz Xaver keineswegs gestorben ist – er lebt bis zum 12. Januar 1883.
Walburga Hierl übernimmt die Verantwortung für die Brauerei und trennt ihre wirtschaftlichen Interessen zunehmend von denen ihres Ehemanns.
Ab 9 1900 - Georg Lang betreibt den Münchner Kindl-Keller
München-Au * Georg Lang übernimmt den Münchner Kindl-Keller an der Rosenheimer Straße. Der 1899 nach Plänen des renommierten Architekten Friedrich von Thiersch umgebaute Saalbau gehört zu den größten Vergnügungs- und Veranstaltungslokalen Münchens. In den weitläufigen Räumen und Gartenanlagen können bis zu 11.500 Gäste bewirtet werden.
Für Lang ist der Münchner Kindl-Keller eine weitere Bühne für sein großgastronomisches Konzept. Wie auf dem Oktoberfest verbindet er den Ausschank von Bier mit Musik, Unterhaltung und aufwendiger Werbung. Der Betrieb festigt seinen Ruf als einer der bekanntesten Gastwirte der Stadt.
Georg Lang betreibt den Münchner-Kindl-Keller bis 1902.
1869 - Erster Anlauf zur Aktienbrauerei
München-Graggenau * Es entstehen Pläne, den Zengerbräu in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Das neue Unternehmen soll den Namen „Erste Münchner Actienbrauerei“ tragen. Ein gedruckter Prospekt liegt bereits vor, doch das Vorhaben kommt nicht zustande.
Zunächst stößt der Plan auf den Widerstand von Franz Xaver Hierl, offenbar weil er nicht in die Vorbereitungen einbezogen ist. Schon bald einigen sich die Beteiligten jedoch: Hierl erklärt sich bereit, die Brauerei in der Burgstraße 16 sowie die Brauerei in Eichenried in die geplante Aktiengesellschaft einzubringen. Trotzdem wird das Projekt nicht verwirklicht – vermutlich finden sich nicht genügend Kapitalgeber.
Die geschäftstüchtige Walburga Hierl verfolgte die Pläne für die Umwandlung ihrer Zengerbrauerei in eine Aktiengesellschaft weiter.
4 2000 - Das Motorama wird wieder eröffnet
München-Au * Nach einer zweijährigen Umbau- und Renovierungszeit wird das Motorama wieder eröffnet.
Um 2 1961 - „Karneval in Texas“ im Bürgerbräukeller
München-Haidhausen * Im Bürgerbräukeller findet der traditionelle Faschingsball „Karneval in Texas“ des Münchner Cowboy-Clubs statt. Die Feierabend-Rothäute und Freizeit-Cowboys von der Nockher-Ranch lassen ihre Colts sprechen, springen durch Lassos und stellen ihre Squaws und Cowgirls an die Bretterwand, um sie dann mit Pfeilen und brennenden Wurfmessern einzurahmen.
13. 7 1792 - Verbot des Gästesetzens in den Märzenkellern
Haidhausen - Au * Die Oberste Landesregierung erinnert erneut an ihr Verbot des „Gästesetzens in den Märzenkellern“ auf dem Gasteig und am Lilienberg vom 13. Mai des Jahres.
27. 7 1914 - Die Münchner Sozialdemokraten laden zu einer Massenkundgebung ein
München-Au * Die Münchner Sozialdemokraten haben zu einer Massenkundgebung im Münchner-Kindl-Keller eingeladen. Als Referent für diese Veranstaltung ist der Schriftsteller Kurt Eisner angekündigt.
Ausgerechnet für Kurt Eisner, dem späteren Kriegsgegner und Revolutionär, ist der Krieg zu diesem Zeitpunkt eine unabänderliche Tatsache und nicht mehr zu verhindern. „Denn niemand von uns will, dass das Kosakentum über Europa herrscht. Sagte doch Bebel, gegen Russland würde auch er noch die Flinte auf seinen alten Buckel nehmen“. Und an anderer Stelle meinte er: „Wir sind bereit, einen Angriff des Feindes abzuwehren und unser Vaterland zu schützen“.
Das bedeutet aus Eisners damaliger Sicht für die sozialdemokratisch orientierte Arbeiterschaft: „Dann muss jeder seine Pflicht tun, nichts weiter“. Und diese Pflicht besteht in der Verteidigung des Vaterlandes gegen den russischen Agressor.
11 1968 - Das Motorama entsteht auf einem Ruinengrundstück
München-Au * Die Auto-Zentrum GmbH & Co tritt mit einem 50 Millionen DMark umfassenden Riesenprojekt an die öffentlichkeit. Sie will auf dem Ruinengrundstück des ehemaligen Münchner-Kindl-Kellers an der Ecke Rosenheimer- und Hochstraße ein Großhotel und eine Ladenstraße anlegen.
1. 6 1847 - Die Besitzungen Ramersdorfs im Steuerdistrikt Haidhausen
Haidhausen - Ramersdorf * Die Gemeinde Haidhausen gibt einen Bericht an die Königliche Steuerkatasterkommission, in dem die Besitzungen Ramersdorfs im Steuerdistrikt Haidhausen aufgezählt werden.
6. 12 1921 - Löwenbräu und Bürgerliches Brauhaus schließen sich zusammen
München * Die wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs führen zu einer weitreichenden Neuordnung der Münchner Brauwirtschaft. Die Löwenbräu AG und das Bürgerliche Brauhaus München fusionieren.
Beide Unternehmen leiden unter den Folgen des Krieges, dem Verlust wichtiger Exportmärkte, Rohstoff- und Brennstoffmangel sowie stark gestiegenen Produktionskosten. Besonders deutlich zeigt sich die Krise beim Bürgerlichen Brauhaus: Sein Bierausstoß ist von rund 219.000 Hektolitern im Braujahr 1912/13 auf nur noch 104.000 Hektoliter 1919/20 zurückgegangen.
Die vor dem Krieg für einen wachsenden Absatz geschaffenen Produktionsanlagen sind damit nicht mehr ausgelastet. Durch den Zusammenschluss können die beiden Brauereien ihre Herstellung, Verwaltung und Vertriebsorganisation bündeln, vorhandene Kapazitäten besser nutzen und ihre Position auf dem Münchner wie auch auf dem überregionalen Biermarkt stärken.
Am 6. Dezember 1921 wird der Fusionsvertrag unterzeichnet und am 28. Dezember 1921 zu außerordentlichen Generalversammlungen eingeladen, auf denen die Aktionäre beider Brauereien dem Vorhaben zustimmen sollen.
27. 2 1925 - Adolf Hitler gründet im Bürgerbräukeller die NSDAP neu
München-Haidhausen * Adolf Hitler gründet nach seiner Haftentlassung im Bürgerbräukeller die NSDAP neu. In seiner Rede über „Deutschlands Zukunft und unsere Bewegung“, in der er den Bürgerkrieg ankündigt und bemerkt, es gehe dabei entweder der Feind über seine Leiche oder er über die Leiche des Feindes. Das führt zu Hitlers Redeverbot in öffentlichen Versammlungen. Bis zum 5. März 1927 kann die NSDAP nur mehr geschlossene Veranstaltungen durchführen.
5 1881 - Das Bürgerliche Brauhaus wächst rasant
München-Haidhausen * Die Bürgerliche Brauhaus AG erlebt bereits in ihrem ersten Geschäftsjahr einen bemerkenswerten Aufschwung. Die vorhandenen Kapazitäten reichen schon bald nicht mehr aus, sodass das Gärhaus und die Lagerkeller erweitert werden müssen.
Im Braujahr 1880/81 erreicht die Brauerei einen Bierausstoß von rund 28.000 Hektolitern. In den folgenden Jahrzehnten setzt sich das starke Wachstum fort: Bis 1905 steigt die jährliche Produktion auf rund 230.000 Hektoliter – mehr als das Achtfache der ursprünglichen Menge.
Damit entwickelt sich das aus dem Zengerbräu hervorgegangene Bürgerliche Brauhaus innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer bedeutenden Münchner Großbrauerei.
1905 - Aufstieg zu einer der größten Münchner Aktienbrauereien
München-Haidhausen * Die Bürgerbräu AG steigert ihren jährlichen Bierausstoß auf rund 230.000 Hektoliter und entwickelt sich zu einer der größten Münchner Aktienbrauereien. Bald nimmt sie unter den Aktienbrauereien der Stadt den zweiten Rang ein.
Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hat das Exportgeschäft. Rund die Hälfte der Bierproduktion geht ins Ausland. Damit verfolgt die Bürgerbräu AG ähnlich wie die Löwenbräu AG eine ausgeprägt internationale Absatzstrategie.
Um ihre wachsenden Absatzmärkte zu bedienen, unterhält die Brauerei um die Jahrhundertwende neben München bereits Flaschenabfüllstationen in Verona, Frankfurt am Main und Hamburg. Der ehemalige Zengerbräu hat sich damit innerhalb weniger Jahrzehnte von einer traditionellen Münchner Brauerei zu einem überregional und international tätigen Großunternehmen entwickelt.
29. 8 1927 - Das „Münchner Kindl-Weißbier“ wird zum überraschenden Erfolg
München * Die erste Flaschenabfüllung des neuen „Münchner Kindl-Weißbiers“ kommt in die Gaststätten und übertrifft alle Erwartungen. Die Nachfrage ist so groß, dass Löwenbräu seine Kunden zeitweise nur eingeschränkt beliefern kann. Damit soll verhindert werden, dass das Weißbier wegen des unerwartet hohen Absatzes zu jung ausgeliefert werden muss.
Direktor Hermann Schülein berichtet dem Aufsichtsrat über den überraschenden Erfolg. Noch zu Beginn hat die Brauerei bewusst darauf verzichtet, das neue Weißbier offensiv zu bewerben. Angesichts der starken Nachfrage ändert sich die Strategie jedoch grundlegend: Löwenbräu startet nun eine gezielte Werbekampagne für das „Münchner Kindl-Weißbier“.
Auch die Produktionskapazitäten werden erweitert. Neben der Weißbierbrauerei im Hauptbetrieb an der Nymphenburger Straße nimmt Löwenbräu eine zweite Produktionseinheit in der Abteilung Bürgerbräu in Betrieb. Damit wird auch in der ehemaligen Braustätte des Bürgerlichen Brauhauses in Haidhausen Weißbier für Löwenbräu hergestellt.
Der alte Bürgerbräu-Standort erhält dadurch wenige Jahre vor der endgültigen Einstellung des Braubetriebs noch einmal eine wichtige Aufgabe innerhalb der Löwenbräu AG.
8. 11 1939 - Hitler verlässt den Bürgerbräukeller 13 Minuten zu früh
München-Haidhausen * Die von Georg Elser im Bürgerbräukeller installierte Bombe explodiert zum vorgesehenen Zeitpunkt, doch Hitler verlässt die Veranstaltung der „Alten Kämpfer“ dreizehn Minuten zu früh.
5 1920 - Krieg und Friedensschluss lassen den Bierabsatz einbrechen
München-Haidhausen * Der Erste Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen treffen das Bürgerliche Brauhaus schwer. Während die Brauerei im letzten Friedensjahr 1912/13 noch rund 219.000 Hektoliter Bier produziert, sinkt der Ausstoß im Braujahr 1919/20 auf nur noch 104.000 Hektoliter. Damit hat sich die Produktion innerhalb weniger Jahre mehr als halbiert.
Besonders schwer wiegt der Verlust der einst bedeutenden Exportmärkte. Nach Kriegsende brechen die Absatzgebiete in Elsass-Lothringen, Frankreich, Belgien und Italien sowie in Übersee vollständig weg. Auch der Absatz in die Schweiz geht teilweise verloren.
Für das zuvor stark exportorientierte Bürgerliche Brauhaus bedeutet diese Entwicklung einen tiefen wirtschaftlichen Einschnitt. Die Brauerei muss sich nach dem Krieg unter grundlegend veränderten politischen und wirtschaftlichen Bedingungen neu behaupten.
10. 6 1530 - Ein Manöver mit vielen Toten und Verletzten
München - Haidhausen * Der eigentliche Höhepunkt soll aber erst rund achthundert Meter weiter kommen, etwa an der Stelle des heutigen Rosenheimer Platzes. Dort ist innerhalb von wenigen Tagen - fast nach Hollywood-Manier - eine wehrhaft aussehende Burg mit vier Türmen und Bastionen aus Holz, Leinwand und Farbe errichtet worden. Alles wirkt sehr realistisch.
In der Festung warten einhundert schwerbewaffnete Männer, bis die Gäste auf der Ehrentribüne Platz genommen haben. Auf ein Zeichen Herzog Wilhelms IV. rücken die von Ramersdorf kommenden Angreifer heran und es kommt unausweichlich zur Schlacht, bei der sechzehnhundert Mann unter ohrenbetäubendem Kriegsgeschrei das Schloss stürmen.
Nachdem einige an die Mauern gelehnte Sturmleitern von den Verteidigern der Burg umgestoßen worden sind und sich dabei die Angreifer und das nachdrängende Fußvolk etliche Blessuren zugezogen haben, „überkam beide Seiten eine große, unbändige Wut“, schreibt unser Zeitzeuge. Und da es sich sowohl bei der Burgbesatzung als auch bei den Angreifern um „temperamentvolle, rauflustige und keine Schmähung duldende Altbaiern” handelt, wird aus dem zur Ergötzung des Kaisers veranstaltetem Scheingefecht sehr schnell blutigster Ernst.
Die Manöver-Gegner dreschen derart rabiat aufeinander ein, dass am Ende acht Tote und eine unbekannte Zahl von Männern verletzt liegen bleibt. Das wird von den Ehrengästen auf ihren Tribünen natürlich nicht bemerkt. Immerhin erhalten die Getöteten ein Begräbnis auf dem Salvatorfriedhof und deren Witwen und Waisen ein jährliches Gnadengeschenk aus der landesherrlichen Privatschatulle.
Auf dem Manöverfeld schießen die Angreifer die Burg später schließlich noch in Trümmer und Fetzen. Der Chronist vermerkt: „Mit ungeheuerem Krachen entluden sich alle Geschütze auf einmal.” Immerhin zeigt sich Kaiser Carl V. von dem Manöver und der dabei gezeigten baierischen Kampfkraft mächtig beeindruckt.
10. 6 1530 - Ein Manöverspiel für die kaiserliche Gefolgschaft
Ramersdorf - Haidhausen - München * Die kaiserliche Gefolgschaft wird kurz hinter Ramersdorf, auf einer Lüften genannten Schafweide, von einer festlich herausgeputzten Ritterschar begrüßt, die den Rahmen für ein Manöverspiel bilden.
Wie der Historiker Sigmund Riezler in seiner Baierischen Geschichte berichtet, ist hier „mit den herzoglichen Heerpaukern und Trompetern die Reiterei der Landsassen und Hofbeamten aufgestellt, 550 Pferde stark, darunter etwa 300 in vollständiger Rüstung, Blankharnisch, Armzeug, Knieköpfen, die Rosse mit Eisenstrinen, alle in roten Röcken mit dem herzoglichen Wappen auf dem Ärmel, eine buntschimmernde Masse, überragt von langen, schwarz und weiß bemalten Spießen mit schwarzen Fransen. An den Anführern bewundert man damastene Röcke, goldene Ketten und vergoldete Waffen“.
Jeder Reiter hat hinter sich einen Pagen, der ihm die Lanze und den Helm mit wallenden Federn trägt. Ein alter Kriegsmann, der Ritter Dietrich von Knöringen, befehligt diese glänzende „cavalli alla borgognona“.
Um den Empfangsplatz bilden einhundert Feldgeschütze - Quartanen, Schlangen, Falkonetlein und Mörser - einen Halbkreis, wobei die Zuschauer ganz besonders eine achtzehn Fuß lange, hölzerne, mit Eisenringen umwickelte Büchse interessiert. Diese haben baierische Truppen im Jahr 1525 vor Rastatt den aufständischen Bauern abgenommen.
28. 12 1921 - Löwenbräu und Bürgerbräu beschließen ihre Fusion
München * Die Generalversammlungen der Löwenbräu AG und der Bürgerbräu AG stimmen der Fusion der beiden Münchner Brauereien zu. Der Zusammenschluss ist eine Reaktion auf die tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg und stärkt die gemeinsame Position auf dem Münchner Biermarkt.
Mit dem Fusionsbeschluss endet nach rund vier Jahrzehnten die Geschichte des Bürgerlichen Brauhauses als selbstständige Aktiengesellschaft. Die Tradition des alten Zengerbräu, aus dem das Bürgerliche Brauhaus hervorgegangen ist, setzt sich fortan unter dem Dach der Löwenbräu AG fort.
Das heute von Löwenbräu gebraute Starkbier Triumphator geht auf das gleichnamige Märzenbier der Bürgerbräu AG zurück.
1931 - Der Braubetrieb in Haidhausen endet
München-Haidhausen* Die Löwenbräu AG stellt den Braubetrieb in der ehemaligen Bürgerbräu-Brauerei endgültig ein. Die Anlagen bleiben jedoch weiterhin in Nutzung: In den folgenden Jahren dient der Standort Löwenbräu als Mälzerei.
Mit der Einstellung des Braubetriebs endet in Haidhausen eine lange Brautradition, deren Wurzeln bis zum Zengerbräu zurückreichen. Die frühere Bürgerbräu-Brauerei bleibt als Teil des Löwenbräu-Unternehmens jedoch zunächst erhalten.
10. 6 1530 - Großer Empfang für Kaiser Carl V.
München * Kaiser Carl V. hält sich vom 10. bis zum 14. Juni in München auf. Der Besuch des Kaisers ist natürlich der gesellschaftliche Höhepunkt der Residenzstadt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Als sich am Freitag vor Pfingsten der ranghöchste deutsche Adelige in Begleitung seines Bruders, König Ferdinand von Böhmen, mehreren Herzögen, Mark- und Pfalzgrafen sowie geistlichen Würdenträgern, den Mauern der Stadt nähert, veranstalten die Münchner ein Riesenspektakel mit einer unglaublichen Prachtentfaltung.
Ab 1888 - An der Hochstraße 11 entsteht das Städtische Kinder-Asyl
München-Au * Auf dem Wiesengrundstück an der Hochstraße 11 entsteht das Städtische Kinder-Asyl.
1. 7 1875 - Das Gasteig-Gebiet kommt zu Haidhausen und der Au
München-Haidhausen - München-Au * Das nördlich der Rosenheimer Straße gelegene Gasteig-Gebiet wird von der Anna-Vorstadt [= Lehel] abgetrennt und Haidhausen zugeteilt. Gleiches gilt für das südlich der Rosenheimer Straße gelegene Gasteig-Gebiet, das von der Isar-Vorstadt abgetrennt und der Au zugeschlagen wird.
11. 7 1798 - Kein Minutoverschleiß von Bier am Gasteig und am Lilienberg
München - Haidhausen - Au * Die Oberlandesregierung fordert den Magistrat eindringlich dazu auf, keinerlei „Minutoverschleiß“ von Bier, gemeint ist die mass- und halbmassweise Abgabe des Gerstensafts, am Gasteig und am Lilienberg zuzulassen. Auch darf das Bier nicht in den kleineren Halbeimer-Fässern [= 30 Mass] abgegeben werden.
1913 - Die Feuerwache V an der Kellerstraße 2a
München-Haidhausen * Aus der Nebenwache IV an der Kellerstraße 2 a wird die Feuerwache V.
3. 8 1773 - Erbauung der Bierkeller außer dem Burgfrieden und Verleitung des Biers
München * Ein kurfürstliches Mandat befasst sich mit der Erbauung der Bierkeller außer dem Burgfrieden und Verleitung des Biers. Das in den genannten Märzenkellern gelagerte Bier darf nur an Gäuwirte und nur in grosso oder Fassweise verkauft werden. Der Minutoverschleiß, das Abgeben des Bieres massweise ist verboten. Das Bier muss vom Bräu in die entsprechende Stadt oder den Markt gebracht werden.
6 1984 - Die Volkshochschule im Gasteig-Kulturzentrum
München-Haidhausen * Im Gasteig-Kulturzentrums bezieht die Münchner Volkshochschule Räume und kann sich dadurch zur größten städtischen Erwachsenen-Bildungseinrichtung Deutschlands und Europas entwickeln.
Sie hat einen Vortragssaal für neunzig Personen, weiter gibt es für die Erwachsenen-Bildungseinrichtung über fünfzig Übungs-, Lehr-, Unterrichts-, Arbeits- und Gymnastikräume sowie Werkstätten für kunsthandwerkliche Fortbildungslehrgänge. Zum Bereich der Volkshochschule gehört auch die 120 bis 140 Personen aufnehmende Blackbox.
Ab dem Jahr 18. 2 1878 - Eine Bremsprobe am Rosenheimer Berg zeigt Sicherheitsmängel
München-Haidhausen * Bei einer Probefahrt auf der geplanten Pferdebahnstrecke zum Ostbahnhof erweisen sich die vorhandenen Bremsen als unzureichend. Besonders die Talfahrt auf dem steilen Rosenheimer Berg stellt hohe Anforderungen an die Sicherheit der Wagen.
Die Sachverständigen verlangen wirksamere Bremsvorrichtungen, die von beiden Wagenenden aus bedient werden können. Erst nach der Behebung der Mängel kommt eine Freigabe der Strecke über den Weißenburger Platz zum Ostbahnhof infrage. Dort verkehrt die Pferde-Trambahn von 1878 bis 1889.
1994 - Die Münchner Volkshochschule wird in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umgewandelt
München * Die Münchner Volkshochschule wird in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umgewandelt. Mit der Umwandlung zur gGmbH erhält die MVHS eine eigenständigere Rechtsform, bleibt aber weiterhin gemeinnützig und öffentlich getragen.
Gesellschafter bleiben öffentliche und gesellschaftliche Akteure, insbesondere die Landeshauptstadt München. Die Gemeinnützigkeit bedeutete weiterhin, dass die Einrichtung nicht gewinnorientiert arbeitet, sondern Bildungsaufgaben für die Allgemeinheit erfüllt. Den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm der amtierende Münchner Oberbürgermeister.
Die Umwandlung von Volkshochschulen in eigenständige Rechtsformen ist zu dieser Zeit Teil eines breiteren Trends in der Erwachsenenbildung in Deutschland.
5. 8 1799 - Auer Wirte beschweren sich über Münchner Brauer
Au - München * 16 Bierwirte aus der Au beschweren sich bei der Generallandesdirektion darüber, dass die Münchner Brauer auf dem Gasteig und dem Lilienberg - trotz Verbotes - in ihren Märzenkellern ihr Bier in kleinen Portionen abgeben. Gemeint ist damit der sogenannte Minuto-Verschleiß.
Die Generallandesdirektion droht bei nochmaligem Vorkommen mit Strafen von 60 Reichstalern.
29. 5 1710 - Der Bischof erlaubt die Übertragung des Allerheiligsten
Haidhausen - Au * Nach Einwänden der Paulaner wendet sich Johann Maximilian von Alberti erneut an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher. Dieser erlaubt, das Allerheiligste aus der Haidhauser Kirche St. Johann Baptist in Albertis Kapelle am Gaisberg zu übertragen. Die Paulaner befürchten, dass die neue Kapelle Besucher und Spenden von ihrer Mariahilf-Wallfahrt abziehen könnte.
16. 10 1705 - Die Kirche auf dem Gaisberg wird geweiht
Au * Die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariens auf dem Gaisberg, dem heutigen Lilienberg, wird geweiht. In der Kapelle dürfen nun regelmäßig Messen gefeiert werden. Die dauerhafte Aufbewahrung des Allerheiligsten – der geweihten Hostien – bleibt jedoch vorerst untersagt.
31. 5 1802 - Die restlichen Benediktinerinnen vom Lilienberg werden versetzt
Au * Die restlichen Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg werden in die ständischen Klöster der Benediktinerinnen nach Kühbach und Hohenwart gebracht. Die Mädchenschule wird von zwei weltlichen Lehrerinnen weitergeführt.
22. 5 1802 - Den Benediktinerinnen vom Lilienberg wird ihre Versetzung mitgeteilt
Au * Den Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg wird ihre Versetzung mitgeteilt. Jeder wird erlaubt, ihr Bett und den übrigen Hausrat ihrer Zelle mitzunehmen. Um jegliches Aufsehen zu vermeiden wird einigen Nonnen erlaubt, ihre Eltern und Verwandten in München in geschlossenen Wägen zu besuchen.
1711 - Das Kloster auf dem Gaisberg wird erweitert
Au * Johann Maximilian von Alberti lässt neben der Kapelle den noch fehlenden Gebäudeflügel errichten. Damit bietet das Kloster auf dem Gaisberg Platz für zwölf Bewohnerinnen. Die Übergabe an Benediktinerinnen erfolgt erst 1715.
14. 10 1709 - Alberti beantragt die Aufbewahrung des Allerheiligsten
Au - Freising * Johann Maximilian von Alberti wendet sich an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher. Er möchte das Allerheiligste dauerhaft in der Kapelle am Gaisberg [= Lilienberg] aufbewahren und zeitweise zur öffentlichen Anbetung aussetzen lassen. Da die Kapelle privat ist, muss dafür auch die Zustimmung des Papstes eingeholt werden. Diese liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
30. 8 1710 - Alberti stiftet Geld für ein Benediktinerinnenkloster
Au * Der Münchner Bürgermeister Johann Maximilian von Alberti stellt einen mit 12.000 Gulden ausgestatteten Stiftungsbrief für ein Frauenkloster am Gaisberg aus. Dort lebt bereits eine kleine geistliche Gemeinschaft. Alberti will ihr mit Mitteln aus dem Nachlass seiner verstorbenen Frau eine dauerhafte Grundlage geben und sie zu einem Kloster nach der Regel des heiligen Benedikt entwickeln. Die Übernahme durch Benediktinerinnen erfolgt erst 1715.
22. 11 1714 - Max Emanuel stimmt dem Kloster am Gaisberg zu
Saint-Cloud - Au * Die noch ausstehende Zustimmung Kurfürst Max Emanuels zum Kloster am Gaisberg trifft in der Au ein. Der baierische Landesherr hält sich zu dieser Zeit im Exil in Saint-Cloud bei Paris auf. Das bereits bestehende Kloster trägt den Namen Lilienberg; 1715 übernehmen es Benediktinerinnen.
21. 11 1715 - Benediktinerinnen übernehmen das Kloster am Gaisberg
Au * Zwei Benediktinerinnen aus dem Passauer Kloster Niedernburg treffen am Gaisberg ein. Maria Agnes Dascher übernimmt als Priorin die Leitung; Maria Antonia von Eiseneck kümmert sich um die wirtschaftlichen Angelegenheiten. Die sechs bereits dort lebenden Schwestern werden ihnen unterstellt. Damit wird die Gemeinschaft zum Benediktinerinnenkloster, das den Namen Lilienberg trägt.
18. 8 1956 - Die Räume am Lilienberg gehen an die Regierung von Oberbayern
München-Au * Das Landratsamt München übergibt ihre Räume am Lilienbergman die Regierung von Oberbayern, die in dem Haus die Verwaltung des Auswandererlagers unterbringt.
4. 10 1802 - Eine weltliche Lehrerin betreibt die ehemalige Klosterschule am Lilienberg
Au * Eine weltliche Lehrerin betreibt die ehemalige Klosterschule am Lilienberg. Nachdem Ende Mai die Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg weggebracht worden waren, hatten achtzig Schülerinnen keine Lehrerin mehr.
1705 - Ein Benediktinermönch betreut die Frauen vom Lilienberg
Au * Johann Maximilian von Alberti überträgt einem Benediktinermönch die geistliche Betreuung der Ordensfrauen am Gaisberg. Der Mönch feiert täglich die Messe, spendet die Sakramente und nimmt den Frauen die Osterbeichte ab. Auch die Lebensordnung der Gemeinschaft orientiert sich in wesentlichen Teilen an der Benediktsregel.
25. 3 1702 - Die Kirche auf dem Gaisberg wird eröffnet
Au * Die neuerbaute Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariens auf dem Gaisberg, dem späteren Lilienberg in der Au, wird eröffnet. Der Münchner Bürgermeister Johann Maximilian von Alberti lässt den Rundbau neben dem von ihm und seiner Frau gestifteten Frauenkloster errichten. Dort leben zunächst Paulaner-Tertiarinnen, die sich „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nennen.
16. 11 1710 - Johann Maximilian von Alberti heiratet am Gaisberg
Au * Nach dem Tod seiner Frau heiratet der Münchner Bürgermeister Johann Maximilian von Alberti in der Klosterkirche am Gaisberg die 22-jährige Maria Katharina von Joner.
29. 5 1802 - Die ersten Benediktinerinnen vom Lilienberg kommen nach Geisenfeld
Au * In der Frühe um 4 Uhr werden die ersten der zwanzig verbliebenen Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg in das ständische Kloster der Benediktinerinnen nach Geisenfeld gebracht.
24. 9 1970 - Das Haus des Deutschen Ostens am Lilienberg wird eröffnet
München-Au * Das Haus des Deutschen Ostens am Lilienberg wird als „Geschenk des bayerischen Staates an die vertriebenen Mitbürger“ den Heimatvertriebenen und ihren Verbänden übergeben und damit eröffnet. Die nichtrechtsfähige öffentliche Anstalt wird als Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung geführt.
19. 12 1709 - Papst Clemens XI. genehmigt die Aufbewahrung des Allerheiligsten
Rom - Au * Papst Clemens XI. stimmt zu, dass das Allerheiligste künftig dauerhaft in der Kapelle am Gaisberg aufbewahrt wird. Damit erhält Johann Maximilian von Alberti die päpstliche Genehmigung, um die er im Oktober nachgesucht hat.
11. 12 1711 - Päpstliche Genehmigung für das Kloster am Gaisberg
Au * Nach mehr als einem Jahr Verzögerung kann die päpstliche Konzessionsurkunde für das geplante Kloster am Gaisberg ausgestellt werden. Die Paulaner in der Au haben gegen das Vorhaben Einwände erhoben: Sie befürchten, dass Gottesdienste und Spenden am Gaisberg ihre eigenen Einnahmen schmälern. Die Genehmigung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Benediktinerinnenkloster, zu dem die Gemeinschaft 1715 wird.
23. 8 1723 - Das Kloster am Lilienberg soll in den Münchner Burgfrieden
Au * Johann Maximilian von Alberti richtet eine Bitte an der Kurfürsten. Er soll das Benediktinnerinnenkloster am Lilienberg in den Münchner Burgfrieden einbeziehen.
27. 1 1701 - Streit um die Seelsorgerechte am Gaisberg
Freising - Au * Der Geistliche Rat in Freising entscheidet, dass die pfarrlichen Rechte am Gaisberg den Paulanermönchen des nahe gelegenen Klosters Neudeck zustehen. Damit unterliegen die dortige Kapelle und die entstehende religiöse Gemeinschaft weiterhin der seelsorgerischen Zuständigkeit der Paulaner.
Gegen den Beschluss wehrt sich Johann Maximilian von Alberti. Der Münchner Bürgermeister hat gemeinsam mit seiner Frau auf dem Gaisberg ein kleines Kloster für Paulaner-Tertiarinnen gestiftet und lässt dort eine Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariens errichten. Er strebt für seine Stiftung größere kirchliche Selbstständigkeit an.
Hinter dem Streit stehen auch wirtschaftliche Interessen: Die Paulaner befürchten Einnahmeverluste, wenn in der neuen Kirche eigenständig Messen gelesen und Spenden gesammelt werden. Aus der Stiftung geht später das Kloster Lilienberg hervor.
5. 9 1803 - Das Landgericht München zieht ins ehemalige Kloster Lilienberg
Au * Das Landgericht München bezieht die Räume im ehemaligen Kloster Lilienberg. Es umfasst neben den Orten des Gerichts ob der Au das Amt Perlach vom Landgericht Wolfratshausen, das Gebiet Neuhausen vom Landgericht Dachau, die Gebiete Gauting und Germering aus dem Landgericht Starnberg sowie Fröttmaning und Garching aus dem Landgericht Kranzberg. Dazu die Orte Ismaning, Ober- und Unterföhring, Daglfing und Englschalking aus dem kurz zuvor staatlich eigenständigen Fürstbistum Freising.
7. 8 1831 - Das Bezirksamt links der Isar bezieht das ehemalige Kloster am Lilienberg
Vorstadt Au * Das ehemalige Kloster am Lilienberg wird zum Amtssitz des Bezirksamtes links der Isar.
6. 6 1702 - Erste Messe in der Kirche auf dem Gaisberg
Au * In der neuerbauten Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariens wird erstmals die heilige Messe gefeiert. Das Gotteshaus gehört zu dem von Johann Maximilian von Alberti und seiner Frau gestifteten Frauenkloster auf dem Gaisberg. Die erste Messe markiert den Beginn der regelmäßigen religiösen Nutzung; die feierliche Konsekration der Kirche erfolgt erst 1705. Kirche und Kloster tragen dazu bei, dass der Gaisberg später den Namen Lilienberg erhält.
1. 6 1710 - Das Allerheiligste wird zum Gaisberg übertragen
Haidhausen - Au * In einer feierlichen Prozession wird das Allerheiligste aus der Haidhauser Kirche St. Johann Baptist in die von Johann Maximilian von Alberti errichtete Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariens am Gaisberg gebracht. Hochgestellte Persönlichkeiten nehmen an der Übertragung teil. Der Freisinger Fürstbischof hat sie wenige Tage zuvor genehmigt.
19. 2 1749 - Beschluss für einen Neubau des Klosters am Lilienberg
Au * Priorin und Konvent beschließen die Erweiterung des Klosters am Lilienberg durch einen Neubau. Der Konvent der Benediktinerinnen umfasst inzwischen 23 Professen und 4 Schwestern.
1975 - Der „Glaspalast-Brunnen“ kommt am Weißenburger Platz zur Aufstellung
München-Haidhausen * Der „Glaspalast-Brunnen“ kommt in der Mitte des Weißenburger Platzes zur Aufstellung. Die ihn umgebende kleine Parkanlage erfreut sich - in dieser „grünlosen Umgebung“ - großer Beliebtheit, seit mit einer kleinen Fußgängerzone auch eine Verkehrsberuhigung eingetreten ist.
Der Weißenburger Platz ist der prächtigste und größte der symmetrischen Plätze des Franzosenviertels.
1894 - Die Firma Andreas Schärfl zieht in die Kellerstraße 27/Steinstraße 50
München-Haidhausen * Die Firma Andreas Schärfl zieht in die Gebäude der ehemaligen Brückenwaagenfabrik Greiner in der Kellerstraße 27 und Steinstraße 50.
Ab dem Jahr 1969 - Drei Trambahnlinien werden über den Weißenburger Platz umgeleitet
München-Haidhausen * Wegen der Bauarbeiten für die S-Bahn verkehren die Straßenbahnlinien 19, 29 und 39 vorübergehend über die Lothringer Straße und den Weißenburger Platz.
Anno 1612 - Das eigenständige Gericht ob der Au negst München wird eingerichtet
Au - Haidhausen * Nachdem der für die Au und Haidhausen zuständige Richter von Wolfratshausen und der Amtmann von Perlach den Verhältnissen in diesen Ortschaften nicht mehr gewachsen sind, werden für diese Ansiedelungen ein eigenständiges Gericht eingerichtet: das „Gericht ob der Au negst München“, in das Obergiesing und Bogenhausen „aus bedenklichen Ursachen“ ausdrücklich nicht einbezogen wird.
Es ist allerdings kein selbstständiges Landgericht, sondern ein Niedergericht, deren hochgerichtlichen Funktionen auch weiterhin vom Landrichter in Wolfratshausen wahrgenommen werden. Das Gericht ob der Au ist letztlich nichts anderes als eine Hofmark unter der Gerichtsbarkeit des Hofoberrichteramtes.
Der Grund dafür liegt in der besonderen Entwicklung dieser Vororte. Au und Haidhausen besitzen durch den starken Zuzug von Tagelöhnern mit ihren Familien eine völlig andere, vorwiegend gewerblich geprägte Sozialstruktur. Die sie umgebende Dörfer sind dagegen bäuerlich organisiert.
Viele Tagwerkerfamilien folgen, oft aus blanker Not heraus, den Verheißungen der Stadt. Da ihnen eine Niederlassung innerhalb Münchens jedoch nicht erlaubt ist, siedeln sie sich unmittelbar außerhalb des Münchner Burgfriedens an. Jede Hochkonjunktur im Münchner Bauwesen führt zu einem erneuten Zustrom von Arbeitskräften und ihren Familien aus dem umliegenden Land.
Zu den Tagwerkerfamilien gesellen sich verarmte Stadtbewohner und Handwerker, die von den Zünften - aus Furcht vor wachsender Konkurrenz - nicht aufgenommen werden. Hinzu kommen Kranke und Bettler, Kleingewerbetreibende, Landstreicher sowie Menschen am Rand der Gesellschaft: Arme, Unehrliche und auch Kriminelle. Kurz gesagt: all jene Personen, die die Bewohner der Residenzstadt lieber außerhalb ihrer Stadttore sehen.
9. 11 1893 - Ein monumentaler Brunnen am Weißenburger Platz als Sieges-Monument
München-Haidhausen * Der Haidhauser Gemeindebevollmächtigte und Wachsfabrikant Anton Forster schlägt „Zum Gedenken an die 25. Wiederkehr der glorreichen Siege von 1870/71“ dem Kollegium der Gemeindebevollmächtigten einen monumentalen Brunnen am Wörthplatz, dem heutigen Weißenburger Platz, vor.
1. 3 1894 - Friedensmonument am Weißenburger Platz
München-Haidhausen * Der Antrag des Haidhauser Gemeindebevollmächtigte und Wachsfabrikant Anton Forster zur Errichtung eines monumentalen Brunnens am heutigen Weißenburger Platz wird genehmigt.
Im Verlauf der Planungen nimmt man vom Standort Wörthplatz [= Weißenburger Platz] Abstand, da abzusehen war, dass sich die Weißenburger Straße zu einer Hauptverkehrsader entwickeln würde und entscheidet sich für das Forum in der Wörthstraße, dem heutigen Bordeauxplatz.
Weitere Vorschläge folgen. Universitätsprofessor Johann Nepomuk Sepp konkretisiert die Planungen, indem er der Abgeordnetenkammer in einem „leidenschaftlichen Appell an das deutsche Nationalgefühl“ ein Thema aus der Siegfried-Sage vorschlägt. Als Hauptfigur soll Siegfried in dem Augenblick dargestellt werden, als er aus der Quelle Wasser schöpft und Hagen nach seiner einzigen verwundbaren Stelle Ausschau hält.
8. 9 1625 - Die Niederlassung in der Au soll vermögensabhängig werden
Au * Ein kurfürstliches Dekret macht die Niederlassung in der Au vermögensabhängig. Mit dem Strom der Zuzügler hat sich das gewerbliche, schulische und kirchliche Schwergewicht von dem weit älteren Obergiesing in die wesentlich dynamischere Ortschaft unterhalb von Niedergiesing verschoben.
10. 11 1985 - Die Gasteig-Philharmonie wird feierlich eröffnet
München-Haidhausen * Die Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum wird feierlich eröffnet.
6. 3 1445 - Arbeiter aus Oberbaiern helfen beim Festungsbau
München * Herzog Albrecht III. weist seine Pfleger und Amtleute an, München in den kommenden zwei Jahren Arbeiter für die Befestigungsarbeiten zu schicken. Sie unterstützen die Bürger beim Bau der Mauern und Gräben. Für die herangezogenen Arbeiter sind Brot und ein Zehrpfennig vorgesehen.
Die Schanzarbeiten locken viele Arbeiter in die Gegend von München. Viele Tagelöhner, Maurer und Zimmerleute siedeln hauptsächlich in der Au und Haidhausen an.
Um 1600 - Eine Herberge braucht keinen eigenen Eigentümer
Haidhausen - Au - Lohe * „Herberge“ oder „Gemach“ bezeichnet einen Wohnteil innerhalb eines Hauses, etwa eine Stube, eine Wohnung oder ein Stockwerk. Die Bezeichnung sagt noch nichts darüber aus, wem dieser Teil gehört: Ein Eigentümer kann sämtliche Herbergen eines Hauses besitzen; in anderen Häusern teilen sich zwei oder drei Personen das Eigentum. Erst nach und nach werden einzelne Wohnteile häufiger getrennt verkauft.
Um 1400 - Gärten und Mühlen prägen die Au
Au * Die Au am östlichen Isarufer ist um 1400 noch locker besiedelt. Münchner nutzen dort Gärten zum Gemüseanbau. Am Auer Mühlbach stehen bereits Mühlen; im Laufe des 15. Jahrhunderts kommen weitere Betriebe hinzu.
Um 1430 - Die Au wächst vor den Toren Münchens
Au * Die Besiedlung der Au nimmt im 15. Jahrhundert allmählich zu. Am Auer Mühlbach entstehen weitere Mühlen und Arbeitsplätze. Auch Münchens Bedarf an Arbeitskräften trägt im Laufe des Jahrhunderts zum Zuzug bei.
6. 8 1567 - Am Haßlang-Schlösschen wird ein Triebwerk eingehängt
Au * Am Haßlang-Schlösschen in der heutigen Lilienstraße wird ein Triebwerk in den Auer Mühlbach eingehängt. Damals übergeben die Herzöge Sigmund und Albert dem Hanns Platner von der Rosen einen Platz zum Lehen, damit er eine Mühle und einen Hammer erbauen kann.
Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Von gottes gnaden Wir Sigmund vnd Wir Albrecht gebrüdere Phallenz grauen bey Reine Hertzogen in Obern vnd Nidern Bairn [...] tun kunnt [...], Das wir vnnserm getrewen Hannsen Platner mit der Rosen von sunndern gnaden ainen Mulslag gelegen enthalb der Yser an dem Rain auf dem pach zwischen der Mul Neydegk und der Yserbrugken, Darauf er machen vnd slagen mag ain Sleifmul vnd obe er ainen platthamer auch darauf richten mocht [...]“.
1672 - Erhebung des Edelsitzes Wageck zur Hofmark Wageck
Au * Anna Maria Cammerloherin erreicht die Erhebung des Edelsitzes Wageck zur Hofmark Wageck. Sie lässt die Mühle zu einer zweigängigen Mahlmühle, die später sogar zur sechsgängigen aufgestockt wird, ausbauen.
Sie fährt zur Schranne, kaufte Getreide und bringt das Mehl wieder in die Stadt. Diese Handlung zieht heftige Beschwerden der städtischen Müller nach sich, „weil diese Concurrenzmacherei sie [die städtischen Müller] mit Weib und Kind an den Bettelstab bringe“.
23. 8 1803 - Die Heilige Stiege am Gasteigberg wird abgerissen
Haidhausen * Die Heilige Stiege zum Kruzifix am Gasteigberg wird abgerissen.
24. 9 1799 - Das Militärische Arbeitshaus wird aufgelöst
Au * Das Militärische Arbeitshaus in der Au wird bereits nach zehn Jahren wegen Unrentabilität wieder aufgelöst. Als Grund gibt Kurfürst Max IV. Joseph an, dass die „Monturstücke für die kurfürstlichen Regimenter, die aus dem Militärarbeitshaus geliefert werden, teurer als bei den bürgerlichen Gewerbeleuten“. Die Arbeiter überlässt man weitgehend ihrem Schicksal.
26. 5 1688 - Türkische Kriegsgefangene als Sesselträger
München - Au * Eine Gruppe der türkischen Kriegsgefangenen muss als Sänftenträger dienen. Die Sesselträger bilden eine eigene Organisation, an deren Spitze ein einheimischer Sesselmeister steht, der für den funktionierenden Ablauf verantwortlich ist und für das Wohlergehen seiner Untergebenen zu sorgen hat.
Damit der Sesselmeister Christoph Wegele nicht nach Gutdünken mit seinen Beschäftigten umspringen kann, erhält er am 26. Mai 1688 genaue Instruktionen, die alles, von der Verpflegung bis zur Entlohnung, regeln.
22. 6 1686 - Ein getaufter Türke erzählt
Buda/Ofen - Au * Ein getaufter Türke erzählt in August Kühn´s Roman „Die Vorstadt“ folgende Geschichte über den, in seiner Muttersprache Mavi Kral genannten Blauen Kurfürsten Max Emanuel: „Den 22. ist das Pulvermagazin in unserer Stadt in die Luft geflogen und hat uns großen Schaden getan, aber der Mavi Kral hat seine Soldaten im Graben vor den Mauern gehalten noch sechs Wochen lang.
Mein Aga hat mir von der auf dem Hügel gelegenen Citadelle der Stadt gezeigt, wie es im Christenlager zuging. Wenn sie dort einen von unserer Seite gefangen haben, ist ihm die Haut abgezogen und die gedörrt worden. Nun weiß ich ja, daß die als ‚Mumia‘ den Ärzten und Apothekern als Heilmittel verkauft wurde, wie das gedörrte Menschenfleisch auch. Damals habe ich, wie viele Türken, die Soldaten des Mavi Kral für Menschenfresser gehalten, für gefährliche Wilde.
Noch mehr haben wir das glauben können, wie es zur Eroberung der Unterstadt am Wasser kam. Dabei sind auch die Frauen und sogar viele Kinder erschlagen worden. Ein- und zweijährige Kinder spießten sie auf Lanzen oder warfen sie gegen die Mauer, bis sie tot waren. Zwei Tage danach mußte auch die Citadelle übergeben werden, aber der Mavi Kral lud meinen Beg zu Tisch und hat ihn umbringen lassen.“
1567 - In der Au werden 87 Häuser gezählt
Au * Eine Zählung verzeichnet 87 Häuser in der Au. Die Ansiedlung vor den Toren Münchens wächst: Hier wohnen unter anderem Menschen, die in der Stadt und an den Mühlen Arbeit finden.
1. 7 1789 - Oberaufsicht für die Militärischen Arbeitshäuser in München und Mannheim
München * Sir Benjamin Thompson erhält die Oberaufsicht über die Militärischen Arbeitshäuser in München und Mannheim.
3. 8 1664 - Anna Maria Cammerloher kauft den Edelsitz Wagegg in der Au
Au * Der Rat des Inneren und Aufschlagseinnehmer der Landschaft in Baiern, Georg Benno Schobinger von Steppberg, verkauft den Edelsitz Wagegg in der Au an Anna Maria Cammerloherin, der Ehefrau des Hofkammerrats Johann Christoph Cammerloher.
1612 - Gründung des Gerichts ob der Au
Au - Haidhausen - Lohe * Für Haidhausen, die Au und Niedergiesing entsteht das eigenständige „Gericht ob der Au negst München“. Obergiesing und Bogenhausen werden aufgrund ihrer bäuerlichen Prägung ausdrücklich nicht einbezogen.
Das neue Gericht ist ein Niedergericht, vergleichbar mit einer Hofmark, und untersteht dem Münchner Hofoberrichteramt. Die Hochgerichtsbarkeit bleibt beim Landgericht Wolfratshausen.
23. 2 1293 - Die Ortsbezeichnung Gasteig wird erstmals genannt
München * Der Ortsname Gasteig wird erstmals aus Anlass einer Seelgeräte-Stiftung „den siechen auf dem Gasteig ze München“ genannt. Gasteig bedeutet Der gache Steig, der steile Weg.
1686 - Die Au zählt 186 Häuser mit 595 Herbergen
Au * Trotz der Beschränkungen für Hausbau und Niederlassung setzt sich der Zuzug fort. Die Güterbeschreibung der Au verzeichnet 186 Häuser mit insgesamt 595 Herbergen, also einzelnen Wohnteilen innerhalb der Gebäude. Die Vorschriften verhindern das weitere Wachstum der Siedlung nicht.
17. 5 1632 - Die Münchner Stadtväter überreichen Gustav II. Adolf die Stadtschlüssel
München - Haidhausen * Unterwürfig überreichen die Münchner Stadtväter dem anrückenden Kriegsherrn Gustav II. Adolf am Gasteig die Stadtschlüssel. Der schwedische König zieht daraufhin in München ein, um in der Münchner Residenz Quartier zu nehmen.
Sein Weg führt ihn über die Isarbrücke zum Roten Turm und weiter durch das Isartor in die Stadt. In seiner Begleitung befinden sich der „Winterkönig“ Friedrich V., Pfalzgraf August von Sulzbach, die Herzöge Bernhard und Wilhelm von Weimar sowie Johann von Holstein. Ihnen folgen drei Regimenter.
Der Überlieferung nach soll Gustav Adolf von München so begeistert gewesen sein, dass er am liebsten die Residenz mit nach Schweden genommen hätte. Tatsächlich wird berichtet, er habe die Stadt – angesichts ihres vergleichsweise kargen Umlandes – mit einem „goldenen Sattel auf einem mageren Pferd“ verglichen. Seine angebliche Schwärmerei für die Residenz ist jedoch wohl eine spätere Ausschmückung. Überliefert ist vielmehr, dass ihm besonders ein Ofen gefiel und er gewünscht habe, „dass dieser Ofen zu Stockholm wäre“.
Die Schweden besetzen die bayerische Haupt- und Residenzstadt. Der Historiker Siegmund Riezler schrieb dazu: „Im Übrigen aber wurde weder Eigentum noch Person angetastet.“ Ganz zutreffend ist das nicht. Wie so oft leiden vor allem die Bewohner der Vorstädte. Die Hauptarmee lagert nicht innerhalb der Stadtmauern, sondern in den Dörfern vor den Toren. Dort plündern und rauben die Soldaten, was sie finden können, und verkaufen es anschließend in der Stadt. So gelangen die Münchner zu billigsten Preisen an Waren – doch der Preis dafür wird außerhalb der Mauern bezahlt.
1859 - Die Gastwirtschaft zum Roten Turm
München-Lehel - München-Isarvorstadt * Im nördlichen Anbau des ehemaligen Roten Turms wird die Gastwirtschaft zum Roten Turm eingerichtet. Sie erhält die Taferngerechtsame des Heiliggeistspitals. Die Gäste dieses Lokals sind hauptsächlich Soldaten der nahen Schwere-Reiter-Kaserne.
5 1976 - Die „Drehleier“ eröffnet in der Balanstraße
München-Au * Mit der „Drehleier“ entsteht in der Balanstraße 23 eine neue Kleinkunstbühne. Gegründet von Beppi Bachmair, Uwe Kleinschmidt und Werner Winkler, entwickelt sie sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt der Münchner Kabarett-, Musik- und Kleinkunstszene.
1996 - Die Renovierungsarbeiten am Haus an der Lilienstraße 1 sind abgeschlossen
München-Au * Die Renovierungsarbeiten an dem aus dem Jahr 1780 stammenden Hauses an der Lilienstraße 1 werden abgeschlossen. 1,7 Millionen DMark mussten inverstiert werden.
10 1610 - Neuordnung der Steuerverwaltung
Wolfratshausen - Au - Haidhausen - Lohe * Da sich die Trennung von Rechtspflege und Verwaltung als wenig praktikabel erweist, wird das Pfleggericht Wolfratshausen auch von der Steuererhebung für Haidhausen, die Au und Niedergiesing entbunden.
9. 7 1871 - Bürgermeister Alois von Erhardt stellt das Franzosenviertel-Konzept vor
München-Haidhausen * Das Einverständnisschreiben des Innenministeriums für die „Straßenzüge zum Braunauer Bahnhof in der Vorstadt Haidhausen“ enthält gegenüber der Ursprungsplanung nur geringfügige Änderungen. Daraufhin kann Bürgermeister Alois von Erhardt noch im gleichen Monat das Konzept der Öffentlichkeit vorstellen.
Das Franzosenviertel ist von dem Münchner Stadtbaurat Arnold Zenetti streng geometrisch als Dreistrahlanlage geplant worden. Das Konzept umschließt das künftige Straßennetz zwischen dem Bahngelände, der Stein-, Rosenheimer-, Wolfgang- und der Äußeren-Wiener-Straße und sieht den Ostbahnhof und das ihn umgebende Rondell des Orleansplatzes als Mittelpunkt des Viertels vor. „Diese Zentrierung auf den Ostbahnhof nimmt sich wie die Persiflage eines residenzstädtischen Grundrisses aus, im dem - dem Arbeiterviertel entsprechend - der Platz des Herrscherhauses von dem Pendlerbahnhof eingenommen wird“.
Damit die neue Wohnsiedlung an die Vorstadt Haidhausen und an das Gasteig-Gelände angebunden werden kann, sind in Zenettis Planungskonzepten Straßendurchbrüche von der Wörth- zur Preysingstraße und Verbreiterungen der Rosenheimer-, Stein- und Milchstraße vorgesehen. Im Gegensatz zu der am Beginn des 19. Jahrhunderts angelegten Maxvorstadt und zu dem ab dem Jahr 1860 erbauten Gärtnerplatz-Viertel haben die Straßen und Plätze des Franzosenviertels erstmals unterschiedliche Breiten. Dafür sind - neben verkehrstechnischen - vor allem ästhetische Gesichtspunkte ausschlaggebend.
Vom 530 Fuß messenden, halbkreisförmigen Orleansplatz ausgehend, bildet die 100 Fuß breite Wörthstraße die Mittelachse der symmetrischen Dreistrahlanlage. Ihre Aufweitung - der früher als Forum bezeichnete heutige Bordeauxplatz - bildet den prunkvollen Mittelpunkt innerhalb des Franzosenviertels. An seiner Stelle beträgt die Straßenbreite 200 Fuß. Ein ebenfalls 100 Fuß breites Straßenprofil verzeichnen die Rosenheimer- und die Orleansstraße. Die Weißenburger- und die Belfortstraße verlassen das Rondell am Orleansplatz als Diagonalachsen. Diese Verkehrswege messen, ebenso wie die sie kreuzende Pariser- und Breisacher Straße 60 Fuß in der Breite. Die restlichen Straßen haben eine Breite von 50 Fuß.
An den beiden diagonal verlaufenden Straßenzügen sind Platzanlagen geplant. So folgt an der Weißenburger Straße dem 220 Fuß messenden, rechteckigen Pariser Platz der im Durchmesser 300 Fuß umfassende, kreisrunde Weißenburger Platz. Spiegelbildlich zum Pariser Platz soll an der Belfortstraße ebenfalls eine quadratische Platzanlage, der Straßburger Platz, angelegt werden. Die Planung, die mit ihrer symmetrischen Straßenführung an eine barocke Bauweise erinnert, kann aber nur dort verwirklicht werden, wo sich der Grund in der Hand eines Besitzers befindet.
Im Gegensatz zu dem Baugebiet das sich überwiegend im Besitz Carl von Eichthals befindet und das etwa bis zur Wörthstraße reicht, scheitert nördlich davon der weitere Ausbau am Kloster der Frauen zum guten Hirten, das das Gelände des ehemaligen Preysing-Schlosses seit 1840 besitzt. Die Klosterverwaltung lehnt jeden Verkauf der notwendigen Grundstücke zur Fertigstellung des Franzosenviertels ab und tritt nicht einmal einen Quadratmeter Grund für die Straßenanlagen ab.
Ein Opfer dieser unnachgiebigen Haltung wird der Straßburger Platz den der Königlich-bayerische Major a.D., Karl Graf von Rambaldi, im Jahr 1894 in seiner Zusammenstellung der Münchner Straßennamen wie folgt beschreibt: „Straßburgerplatz. Liegt in Haidhausen zwischen der Elsaß-, Pariser- und Belfortstraße, nördlich vom Ostbahnhofe“. Doch ohne ein Entgegenkommen der Klosternonnen kamen die weiteren Planungsarbeiten für dieses Gebiet ins Stocken. Dies auch,
- weil einerseits keine aussichtsreichen Enteignungsmöglichkeiten bestehen,
- andererseits, weil sich in den Zeiten der geometrischen Stadtplanung kein Verantwortlicher zu einer Planänderung entschließen kann.
Erst mit dem Amtsantritt Theodor Fischers, dem Vorstand des Münchner Stadterweiterungsbüros, werden die Planungen wieder aufgenommen.
5 1610 - Neuordnung der Gerichtsbarkeit und Steuerverwaltung
München - Au - Haidhausen - Lohe * Durch die besondere Entwicklung der Ortschaften können der Wolfratshauser Landrichter und der Perlacher Amtmann die Aufgaben der Rechtspflege und Verwaltung dort nicht mehr ausreichend bewältigen. Deshalb wird die Gerichtsbarkeit über Haidhausen, die Au und Niedergiesing dem Münchner Hofoberrichter übertragen. Damit sollen die Siedlungen besser kontrolliert und das Bettelwesen sowie die Kleinkriminalität gezielter verfolgt werden.
Die Steuererhebung und weitere Verwaltungsaufgaben bleiben zunächst beim Pfleggericht Wolfratshausen.
1603 - Die Au wächst weiter
Au * Zwischen 1590 und 1603 entstehen 32 neue Häuser. Die Bautätigkeit hält an: Arbeitskräfte, die in München Beschäftigung finden, lassen sich weiterhin in der Au nieder.
15. 9 1865 - Die Schweiger-Theater müssen schließen
München-Isarvorstadt - München-Au * Am Ende bringt die politisch stärkere Konkurrenz die Schweiger-Theater zur Strecke. Als das Aktien-Volkstheater am Gärtnerplatz eröffnet wird, müssen die Schweiger-Theater schließen.
1937 - Wilhelm Sensberg führt die Museum-Lichtspiele
München-Au * Von 1937 bis zum Kriegsende Ende April 1945 ist Wilhelm Sensberg der Betreiber des Filmtempels in der Au.
Welche politische Gesinnung die Betreiber des Lichtspielhauses während der NS-Zeit bevorzugten, ist nicht bekannt. Auf alle Fälle standen die Kinobetreiber und -besitzer in dieser Zeit unter strenger Aufsicht nationalsozialistischer Aktivisten.
3. 9 1976 - Im Kino 2 laufen Pornofilme von Beate Uhse
München-Au * Im Kino 2 der Museum-Lichtspiele laufen Pornofilme, deren Titel sich nicht überliefert haben. Die Filme stammen alle aus der Produktion von Beate Uhse oder waren von ihr angekauft.
Immerhin erwirtschaftete Beate Uhse mit ihre Firma mit rund 25 Geschäften sowie der Produktion und dem Verleih von pornografischen Filmen im Jahr 1976 einen Jahresumsatz von 60 Millionen DMark.
13. 9 1813 - Das Gasthaus zum Kaisergarten droht einzustürzen
München-Au * Der Kaisergarten ist jenes Wirtshaus, für das beim Jahrhundert-Hochwasser der Isar das letzte Stündchen angebrochen scheint. Viele neugierige Gaffer stehen auf der steinernen Isarbrücke und wollen miterleben, wie das bereits unterspülte Gasthaus langsam in die tosenden Fluten der Isar versinkt.
Doch nicht für den Kaisergarten hat das letzte Stündchen geschlagen, sondern für 93 schaulustige Münchner*innen. Sie trifft der jähe Tod, nachdem die Brücke Bogen für Bogen einstürzt und mitsamt den darauf befindlichen Personen in dem reißenden Gebirgsfluss versank. Es kann nur eine Person gerettet werden.
8. 9 1625 - Vermögen wird zur Voraussetzung für die Niederlassung
München - Au - Lohe - Haidhausen * Kurfürst Maximilian I. erschwert durch ein Dekret die Errichtung neuer Häuser und macht die Niederlassung vom Vermögen der Zuziehenden abhängig. Damit soll verhindert werden, dass mittellose Neuankömmlinge die örtliche Armenversorgung belasten.
- Die Aufnahmebestimmungen verlangen zunächst eine gerichtliche Bewilligung, anschließend die Zustimmung der örtlichen Verwaltung. Wer eine Herberge – einen eigenen Wohnteil innerhalb eines Hauses – erwerben kann, hat bessere Aussichten auf Aufnahme.
- Auch der Verkauf einer Herberge bedarf einer Genehmigung. Üblicherweise wird er nur erlaubt, wenn der Verkäufer eine andere Herberge erwirbt und einen ausreichend vermögenden Käufer benennt. Die Behörden wollen verhindern, dass der Verkaufserlös aufgebraucht wird und die Beteiligten anschließend auf Armenunterstützung angewiesen sind.
- Wer seine Herberge aufgibt, ohne eine neue zu erwerben, muss die Au mit seiner Familie verlassen.
- Vor einer Heirat ist außerdem nachzuweisen, wie der Unterhalt der künftigen Familie gesichert werden soll.
4. 10 1991 - Die Museum-Lichtspiele feiern den „Rocky Horror“-Weltrekord
München-Au * Die Museum-Lichtspiele feiern das 15-jährige Jubiläum ihrer Vorführungen der „Rocky Horror Picture Show“. Der Filmverleih Twentieth Century Fox gratuliert zum Weltrekord im Guinness-Buch der Rekorde. Für die Feier sind vier Vorstellungen um 16 Uhr, 18.15 Uhr, 20.30 Uhr und 22.45 Uhr angekündigt.
12. 6 1946 - Die Museum-Lichtspiele können wieder eröffnet werden
München-Au * Die Museum-Lichtspiele können mit dem Alfred-Hitchcock-Film „Im Schatten des Zweifels“ wieder für das Kino-Publikum eröffnet werden.
1918 - Umbenennung des Gabriels Lichtspieltheaters in „Museum-Lichtspiele“
München-Au * Das „Gabriels Tonfilmtheater“ erhält einen neuen Namen und heißt nun „Museum Lichtspiele“. Das Vorbild für den Namen war das im Bau befindliche technische Museum auf der Kohleninsel, das bereits im Oktober 1915 eröffnet werden sollte.
Durch die Wirren des Ersten Weltkriegs musste die Eröffnung des nahegelegenen „Deutschen Museums“ bis zum 7. Mai 1925 verschoben werden.
5. 11 1942 - Überfall auf die Museum-Lichtspiele
München-Au * Unter „Ausnutzung der Verdunkelung“ überfällt der 33-jährige Wilhelm Heppert die Kassiererin der Museum-Lichtspiele und raubt den Betrag von 150 Mark. Der Räuber wird von einem Wehrmachtsangehörigen gefasst und der Polizei übergeben. Er wird vor ein Sondergericht gestellt und als „Volksschädling“ zum Tode verurteilt. Eine Begnadigung lehnt das Gericht ab.
24. 6 1977 - Die „Rocky-Horror-Picture-Show“ in den Museum-Lichtspielen
München-Au * Die Verfilmung des Rockmusicals „Rocky Horror Show“ führte das Auer Spielfilmhaus in eine neue Ära. Die transsexuell-transsylvanische Party läuft seitdem regelmäßig in dem Filmtheater an der Lilienstraße. Durch die lange Laufzeit des Films wird der Filmtempel ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.
Wie einst im „Arri“ bei den Nachtvorstellungen mit Eddie Constantine übernehmen auch hier die Zuschauer die Regie. Auch hier bildet sich wie aus dem Nichts eine kleine, aber hartnäckige Fangemeinde, die sich das verfilmte Musical wieder und wieder ansieht. Durch Mundpropaganda strömt das Publikum nur so herbei, schminkt sich grell und verkleidet sich eigens für den Kinobesuch mit Netzstrümpfen, Strapsen und Korsagen. Sie sprechen die Texte und singen die Lieder mit.
Und dieses Publikum entwickelt Rituale, die dann oft selbst wieder Teile eines Films werden. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Zum Ritual gehört auch, sich an der Kinokasse ein Set mit Utensilien zu kaufen, das Reis, Luftschlangen, Wunderkerzen und anderes beinhaltet.
18. 9 1980 - Ein weiterer Kinosaal für die „Rocky-Horror-Picture-Show“
München-Au * In den Museum-Lichtspielen wird ein eigener Kinosaal mit 68 Plätzen speziell für die „Rocky Horror Picture Show“ eingerichtet. Es ist weltweit das erste Kino, dessen Inneneinrichtung für einen einzigen Film gemacht ist. Bis Ende Oktober 1981 wird hier nur dieser Film gezeigt.
Ein ehemaliger Lagerraum wird im selben Monat zum Kino 3.
1896 - Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen
München-Au * Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet. Das neue Wirtshaus trägt den Namen Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten.
1. 8 1898 - Gasthaus und Singspielhalle zum Kaisergarten eröffnet
München-Au * In Münchner Zeitungen geben „Johann Betz und Frau“ die Eröffnung des „Gasthauses & Singspielhalle zum Kaisergarten“ - mit Gastronomie und Fremdenzimmer - bekannt.
1833 - Der Hallerbräukeller an der Inneren-Wiener- und Preysingstraße
Haidhausen * An der Ecke Innere-Wiener- und Preysingstraße entsteht der Hallerbräukeller, der nach seinem Besitzer auch Schützinger Keller genannt wird. An seiner Stelle entsteht später ein Wohnhaus, das in seinem Erdgeschoss das Kaffee- und Gasthaus Gasteig beherbergt. Heute ist dort das Café Atlas.
27. 5 1899 - Positive Kritiken für den Kaisergarten
München-Au * Im „Münchener Lokal-Anzeiger“, der ehemaligen Zeitschrift „Münchener Ratsch-Kathl“ ist zu lesen: „Der neue ‚Kaisergarten‘ am Eingange der Au, nächst der äußeren Ludwigsbrücke, hat in seinem jetzigen Besitzer, Herrn Betz, den richtigen Mann gefunden hinsichtlich des Betriebs dieser altbekannten Volksquelle.
Der große Parterre-Saal ist wie geschaffen zur Abhaltung volkstümlicher Unterhaltungen, die denn auch alle Sonn- und Feiertage, sowie Samstage, durch Sing- und Komikergesellschaften veranstaltet werden und sich eines recht regen Besuches erfreuen.“
31. 7 2014 - Das Konzept für das Großprojekt Kegelhof wird vorgestellt
München-Au * Das Konzept für das Großprojekt Kegelhof wird vorgestellt. Das Gebäude entlang dem Auer Mühlbach wird abgerissen und mit 27 Wohnungen für Senioren neu aufgebaut. Unter dem Gelände entsteht eine Tiefgarage. Der Gebäudekomplex am Imma-Mack-Weg wird saniert und umgebaut. Unten bezieht die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG Büros, darüber kommen elf Wohnungen.
12. 12 1340 - Die Au wird erstmals urkundlich erwähnt
Au * Die Au wird unter dem Namen „Awe ze Gyesingen“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bezeichnung verweist auf ihre Lage im wasserreichen Niederungsgebiet der Isar und bedeutet sinngemäß „Au bei Giesing“.
1. 10 1854 - Das Auer Leihhaus in der Lilienstraße kommt unter städtische Verwaltung
München-Au * Mit der Eingemeindung der Vorstädte Au, Giesing und Haidhausen kommt das Auer Leihhaus in der Lilienstraße 79 unter städtische Verwaltung.
1679 - Neue Häuser und Herbergen in der Au werden verboten
Au * Ein Verbot untersagt den Bau neuer Häuser und die Einrichtung zusätzlicher Herbergen, also einzelner Wohnteile innerhalb bestehender Gebäude.
25. 4 1944 - Bomben zerstören die St.-Wolfgangskirche an der Balanstraße vollkommen
München-Au * Bomben zerstören die St.-Wolfgangskirche an der Balanstraße vollkommen. Lediglich der Kirchturm übersteht den Bombenhagel.
25. 12 1705 - Kaiserliche Verstärkungen erreichen den Gasteig
München - Gasteig - Au * Gegen 7 Uhr trifft die vorausgeschickte kaiserliche Kavallerie unter Oberst Johann Graf von Eckh trifft am Gasteig ein. Da die Aufständischen die Isarbrücke versperren, weichen die Reiter in die Au aus und suchen beim Radlwirt eine Furt, um den Fluss zu überqueren.
Wenig später erreicht auch die Infanterie unter Generalwachtmeister Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum den Gasteig. Vier Kanonen nehmen den von den Aufständischen besetzten Roten Turm unter Beschuss.
3. 10 1943 - Bomben treffen die St.-Wolfgangskirche
München-Au * Bei einem Luftangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober wird die St.-Wolfgangskirche an der Balanstraße von Bomben getroffen und schwer beschädigt.
1612 - Ungezügeltes Wachstum in der Au
Au * Die Au hat über 1.600 Einwohner. Die Zahl der Häuser in der Ansiedelung hat sich auf 180 erhöht. Das ist gegenüber 1567 ein Zuwachse von 87 Häusern. Und das, obwohl es sich bei den Neubauten in der Regel um größere Häuser mit fünf oder sechs Gemächern handelt.
1590 - Das Bevölkerungswachstum in der Au soll eingedämmt werden
Au * Nach Auffassung des churfürstlichen Hofkastenamts München ist die Au schon so dicht besiedelt, dass man - zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums - die Erhöhung des Bodenzinses beschließt.
1693 - Die Au zählt 208 Häuser mit 707 Gemächern
Au - Lohe * Eine Güterbeschreibung verzeichnet 208 Häuser mit insgesamt 707 Gemächern beziehungsweise Herbergen. Gegenüber 1686 sind damit 22 Häuser und 112 Wohnteile zusätzlich erfasst. Trotz der strengen Bau- und Niederlassungsbestimmungen wächst die Siedlung weiter.
1729 - Die Kreuzigungsgruppe am Gasteig als 100-Dukaten-Strafe
München - Haidhausen * Der Münchner Weinwirt Hillebrand erhält eine 100-Dukaten-Strafe, weil er in seinem Haus den Kaiserlichen und Königlichen jüdischen Hoffaktor Wertheimer das Laubhüttenfest fast öffentlich hat feiern lassen. Davon werden die zwei Marmorfiguren der Muttergottes und des Apostels Johannes für die Kreuzigungsgruppe am Gasteig angefertigt.
10. 6 1959 - Die Kreuzigungsgruppe vor dem Leprosenhaus wird aufgestellt
München-Haidhausen * Die aus zwei Marmorfiguren und einem Bronze-Kruzifix bestehende Kreuzigungsgruppe wird in der Grünanlage nahe dem ehemaligen Leprosenhaus aufgestellt. Sein ursprünglicher Standort befand sich zuvor auf der gegenüberliegenden Straßenseite, beim heutigen Kulturzentrum.
Äußere Ludwigsbrücke, Wandbild 5. 12 2023 - Ein neues Graffiti in der Äußeren Ludwigsbrücke
München * Das neue Wandbild in der Fußgänger- und Fahrrad-Unterführung in der Äußeren Brücke wird eingeweiht. Drei Streetart-Künstler, die sich „Munich Cycle Crew“ nennen, haben die Unterführung gestaltet:
- die Münchner Illustratorin und Tätowiererin Miriam Frank,
- Maler, Illustrator und Trickfilmzeichner Flin und
- Münchens bekanntester Streetart-Künstler Loomit.
Das größte Problem beim Besprühen und Bemalen der Wände sind die Radfahrer, weshalb die Künstler teilweise nur nachts im Tunnel arbeiteten oder am Tag sehr laut Musik hörten, damit die Leute die Kunstakteure schon vorher bemerken.
Die Idee zur Unterfahrt-Dekoration kommt von Loomit, der bereits 2006 zusammen mit Shine und den brasilianischen Streetart-Stars Os Gêmeos den Tunnel ausgeschmückt hatte.
3. 11 1935 - Die Ludwigsbrücke wird eingeweiht
München * Die Einweihungsfeierlichkeiten für die Ludwigsbrücken werden abgehalten. Für diesen Anlass wird eigens eine Gedenkmedaille geprägt, die die Inschrift: „Marsch über die Ludwigsbrücken 9. November 1923“ trägt. Als Illustration ist auf der Rückseite das Motiv „Kampfgeschwader mit Hakenkreuzfahne“ zu sehen.
7 2023 - Die „Boazn“ in der ehemaligen Bedürfnisanstalt
München * In der im Jahr 1901 erbauten öffentlichen Bedürfnisanstalt unter der Äußeren Ludwigsbrücke wird ein Lokal, die „Boazn“, eröffnet. Die Planungen für den Umbau der sechzig Quadratmeter großen ehemaligen WC-Anlage gehen zwar schon auf das Jahr 2015 zurück, doch der Umbau gestaltete sich aufwändiger als gedacht.
1819 - Die Au strebt die Eingemeindung nach München an
Vorstadt Au - München * Im Zusammenhang mit den Eingemeindungswünschen der Au wird auf die enge wirtschaftliche Verbindung mit München verwiesen: Die örtlichen Gewerbetreibenden finden ihre Kundschaft und ihren Absatzmarkt vor allem in der Residenzstadt.
Eine zeitgenössische Stellungnahme erklärt: „Der Gewerbsmann der Vorstadt Au hat seine Kundschaft und seinen Markt nicht auf seinem Wohnplatz, sondern in München.“ Zur Begründung verweist sie auf die Armut der rund 7.000 Einwohner: Angeblich gehen zwei Drittel im Sommer barfuß und tragen zerlumpte Kleidung.
1989 - Die Trennung der Geschlechter im Volksbad ist aufgehoben
München-Haidhausen * Die Trennung der Geschlechter im Volksbad wird offiziell aufgehoben.
10. 5 1901 - Das Müller‘sche Volksbad wird eröffnet
München-Haidhausen * Erstmals dürfen sich die Bürger Münchens in die Fluten des Müller‘schen Volksbades stürzen.
1590 - Die Au und Niedergiesing wachsen
Au - Niedergiesing * Für die beiden Ansiedlungen werden 97 Behausungen angegeben. Viele Tagelöhner und Dienstboten, die in München Arbeit finden, wohnen hier in kleinen Häusern. Diese entstehen ohne einheitlichen Straßenplan auf wenig ertragreichem [= „ödem“] Grund: in der Überschwemmungsebene der Isar, an den Hängen und in Gruben. Die Obrigkeit sieht die weitere Besiedlung zunehmend kritisch.
2. 4 1916 - Die evangelische Johanneskirche wird eingeweiht
München-Haidhausen * Die evangelische Johanneskirche in Haidhausen wird eingeweiht. Die Kirchenchronik vermerkt: „Ein erstaunlicher Vorgang ist die Fertigstellung und Einweihung der St.-Johannes-Kirche in Haidhausen.
In einer Zeit, in der alle Kräfte des Volkes angespannt werden müssen, um dem Krieg seinen Tribut zu zollen, kann die protestantische Gemeinde Münchens ihr sechstes Gotteshaus erstellen und in Gebrauch nehmen. Die große neuromanische Kirche mit ihrem hohen Turm tritt an die Stelle der Notkirche von 1889“.
1840 - Pfarrer Rabl erwirbt für die Armen-Industrie-Schule ein Grundstück
Vorstadt Au * Der Auer Stadtpfarrer Hermann Rabl kann durch Spenden ein Grundstück an der Hochstraße 11 erwerben. Dort richtet er eine Obstbaumschule ein, in der die Knaben und Mädchen der Armen-Industrie-Schule praktische Kenntnisse in der Obstbaumzucht, im Gartenbau und in landwirtschaftlichen Tätigkeiten erwerben.
Die Einrichtung verbindet Bildung mit praktischer Arbeit. Ziel ist es, Kindern aus wirtschaftlich benachteiligten Familien nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten, sondern ihnen zugleich Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die ihre späteren Lebens- und Erwerbschancen verbessern sollen. Damit folgt die Obstbaumschule dem Grundgedanken der Armen-Industrie-Schule, Armut durch Bildung, Arbeit und Hilfe zur Selbsthilfe zu begegnen.
1444 - Die Stadt kauft vom Siechen- und Leprosenhauses 24 Bifang Lehmerde
München - Haidhausen * Die Stadt kauft von den Hochmeistern des Siechen- und Leprosenhauses 24 Bifang Lehmerde in Haidhausen.
1926 - Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig wird umfassend erneuert
München-Haidhausen * Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig wird entfeuchtet, restauriert und umfassend erneuert. Aus dieser Zeit stammt auch der Umgang mit den 14 Kreuzwegstationen aus Majolika.
27. 5 1823 - Grundsteinlegung für die Äußere Isarbrücke
München * Die Grundsteinlegung für die Äußere Isarbrücke findet statt.
1827 - Die Altöttinger-Kapelle muss schon wieder renoviert werden
Haidhausen * Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig muss nach nur sieben Jahren schon wieder renoviert werden.
1581 - Der Turm der Nicolai-Kirche am Gasteig wird erneuert
Haidhausen * Der Turm der Nicolai-Kirche am Gasteig wird abgetragen und innerhalb von 40 Tagen als schlanker, achteckiger Zwiebelturm wieder aufgebaut.
7. 12 1820 - Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig wird eingeweiht
Haidhausen * Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig wird eingeweiht.
1913 - Die Altöttinger-Kapelle wird geschlossen
München-Haidhausen * Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig muss wegen vollständiger Durchfeuchtung der Wände geschlossen werden.
Um 1180 - Die erste Isarbrücke
Munichen * Eine Münchner Brücke über die Isar ist vorhanden. Ob sie noch im Auftrag des Welfenherzogs Heinrich oder bereits vom Freisinger Bischof Albert gebaut wurde, ist unklar.
Der Verlauf der Salzstraße findet sich heute in der Einstein- und in der Fortsetzung in der Inneren-Wiener-Straße wieder. Beim später entstandenen Leprosenhaus führt sie über den Streckenabschnitt Am Gasteig [= gacher Steig = steiler Weg] mit einem starken Gefälle hinunter zur Isar, die durch mehrere Inseln in viele Flussläufe geteilt ist.
1871 - Die Alt-Katholiken erhalten für elf Jahre die Nikolaikirche am Gasteig
München-Haidhausen * Der Magistrat der Stadt München überlässt - gegen den geharnischten Protest der katholischen Kirche - den Alt-Katholiken die Nikolaikirche am Gasteig für insgesamt elf Jahre.
1660 - Die Nicolai-Kirche erhält ihre heutige barocke Form
Haidhausen * Die Nicolai-Kirche am Gasteig erhält ihre heutige barocke Form.
Nach dem 13. 9 1813 - Das Abbruchmaterial beim Neubau der Isarbrücke verwenden
München * Nach dem Einsturz der Isarbrücke untermauert Carl Friedrich von Wiebeking, der Leiter der staatlichen Straßen- und Wasserbaubehörde, seine Argumentation mit dem Hinweis, dass mit dem Abbruch des Isartores das anfallende Abbruchmaterial beim Neubau der Brücke verwendet werden könne. Wiebekings Vorschlag wird jedoch verworfen, die weiteren Planungen erst im Jahr 1816 wieder aufgenommen.
1612 - Die Au zählt rund 180 Häuser
Au * Die Zahl der Häuser erreicht rund 180. Neben kleinen Behausungen entstehen größere Herbergshäuser mit fünf oder sechs „Gemächern“ – eigenständigen Wohnanteilen innerhalb eines Gebäudes. Bestehende Häuser mit zunächst zwei Gemächern werden durch Anbauten erweitert. So wächst mit der Zahl der Häuser auch der Wohnraum innerhalb der einzelnen Anwesen.
21. 9 1982 - Die steinerne Äußere Isarbrücke wird verbreitet
München * Die steinerne Äußere Isarbrücke wird um sieben Meter auf 19 Meter verbreitet.
13. 9 1813 - Ein Hochwasser reißt die Hälfte der Äußeren Ludwigsbrücke weg
Vorstadt Au - Haidhausen * Ein Hochwasser reißt die Hälfte der Äußeren Ludwigsbrücke weg. Eine pervers neugierige Menschenmenge hat auf der Äußeren Brücke gewartet, um dabei zu sein, wenn der nahe gelegene Kaiserwirt in sich zusammenfallen und in den Isarfluten mitgerissen wird. Die Schaulustigen glauben sich auf der aus Stein erbauten Brücke in Sicherheit, da sie gerade ihr eine hohe Standfestigkeit unterstellen.
Der Fuhrknecht eines Brauwagens, der den Flussübergang gerade passiert hatte, warnte die Gaffer, dass die Brücke wankt. Eine Totengräberin, die auf einem Schubkarren ein Kruzifix über die Brücke rollt, ruft: „Schauts auf, da Tod kummt!” Unmittelbar danach „knickte der östliche Brückenpfeiler ein, die Brückendecke senkte sich und stürzte dann in die Fluten“. Zwei weitere Bögen folgen nach. 108 Menschen stürzen in den tosenden Gebirgsfluss, nur sechs können gerettet werden.
1596 - Das Herbergswesen ist im Ostend bereits fest verwurzelt
Au - Lohe - Haidhausen * Eine Beschreibung der Au stellt das Herbergswesen als eine durch langjährige Übung etablierte Einrichtung dar. Wohnungen, einzelne Gemächer oder Stockwerke eines Hauses können verschiedenen Eigentümern gehören. Diese Form des geteilten Eigentums ermöglicht auch Menschen mit geringem Vermögen den Erwerb eigener Wohnräume.
Die Aufteilung weicht vom Grundsatz des gemeinen, wesentlich auf römischem Recht beruhenden Rechts ab, nach dem Gebäude und Grundstück eine rechtliche Einheit bilden. Örtliches Gewohnheitsrecht kann jedoch abweichende Eigentumsformen begründen. Das Herbergswesen ist deshalb nicht ohne Weiteres als rechtswidrig anzusehen. Für die Au, die Lohe und Haidhausen beruht seine Anerkennung offenbar vor allem auf der überlieferten Praxis.
1319 - König Ludwig der Baier befreit das Leprosenhaus am Gasteig von Lasten
Haidhausen * König Ludwig der Baier befreit das Leprosenhaus am Gasteig von allen landesherrlichen Abgaben, Steuern sowie Diensten und übergibt ihm Grundbesitz, um die Pflege der Kranken zu gewährleisten.
Ab 1760 - Die Äußere Ludwigsbrücke wird in Stein gebaut
München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die Äußere Ludwigsbrücke wird vollständig in Steinbauweise ausgeführt.
29. 4 1945 - Ein Sprengkommando soll die Ludwigsbrücke zerstören
München * Nur wenige Stunden bevor die amerikanischen Soldaten München besetzen würden - soll ein Sprengkommando der Wehrmacht die Ludwigsbrücke zerstören. Ihre Erhaltung verdanken wir den Überredungskünsten des Kommissars der Landpolizei, Jakob Eder.
- Ungehorsame Zivilisten retteten durch ihren Einsatz die Großhesseloher- und Bogenhausener Brücke.
- Die Grünwalder Brücke, diejenige bei Oberföhring und die strategisch völlig unbedeutende zum Bosch-Werk in Sendling fliegen aber doch noch in die Luft.
25. 1 1934 - Die Ratsherren beauftragen den Neubau der beiden Ludwigsbrücken
München * Die in Ratsherren umbenannten Stadträte beauftragen das Stadtbauamt mit dem Neubau der beiden Ludwigsbrücken. Damit weicht man von dem ursprünglichen Vorhaben ab, nur die alte Äußere Brücke zu ersetzen.
Bei beiden Brücken ist das Flussbett inzwischen so ausgespült, dass die Pfahlroste fast frei liegen. Außerdem haben sich die Durchflussverhältnisse der Inneren Brücke spürbar verschlechtert.
12. 11 1934 - Die Arbeiten für den Abriss der Ludwigsbrücken beginnen
München * Die Arbeiten für den Abriss der alten Ludwigsbrücken beginnen. Dabei findet man eine im alten Grundstein eingelagerte Kassette, die zwei goldene Isar-Dukaten zusammen mit einem Bildnis von König Max I. Joseph enthält.
Nach dem 14. 9 1813 - Das Abbruchmaterial beim Neubau der Isarbrücke verwenden
München * Nach dem Einsturz der Isarbrücke untermauert Carl Friedrich von Wiebeking, der Leiter der staatlichen Straßen- und Wasserbaubehörde, seine Argumentation mit dem Hinweis, dass mit dem Abbruch des Isartores das anfallende Abbruchmaterial beim Neubau der Brücke verwendet werden könne. Wiebekings Vorschlag wird jedoch verworfen, die weiteren Planungen erst im Jahr 1816 wieder aufgenommen.
13. 9 1899 - Die Ludwigsbrücken trotzen dem Jahrhunderthochwasser
München * Das Jahrhunderthochwasser vom 13. und 14. September 1899 überstehen die beiden Ludwigsbrücken gut, doch das Münchner Brückenbauprogramm muss neu überarbeitet werden.
11 2019 - Vorarbeiten für die Sanierung der Ludwigsbrücken
München * Bauarbeiter rücken an, um mit den Vorarbeiten für die im März 2020 beginnende dringende Sanierung der Ludwigsbrücke anzufangen. Sie errichteten die temporären Stützen für eine Behelfsbrücke, auf der die Fußgänger und der Radverkehr während der Bauphase die Isar überqueren können.
Dafür mussten die Isar-Ufermauer östlich des Vater-Rhein-Brunnens verstärkt, Gehwege verlegt und Bäume gefällt oder gestutzt werden.
Die Sanierung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein - es wird bis 2025 dauern.
3. 6 1464 - Umfangreiche Arbeiten an der Isarbrücke
München * Umfangreiche und 107 Pfund und 11 Pfennige teuere Arbeiten an der Isarbrücke beginnen und dauern bis 7. Oktober an.
Nach dem 14. 9 1813 - Eine hölzerne Notbrücke über die Kleine Isar
München * Das durch die Fluten des Gebirgsflusses zerstörte Brückenteil an der Kleinen Isar wird in kürzester Zeit durch eine hölzerne Notkonstruktion ersetzt, um die verkehrstechnischen Probleme vorläufig zu lösen.
24. 4 1945 - München soll ein „positives Stalingrad“ werden
München * Reichsleiter Martin Bormann will, dass München ein „positives Stalingrad“ werden soll. Er schreibt an den Münchner Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Paul Giesler ein Telegramm mit dem Inhalt: „Verteidigen Sie Ihren Gau mit Rücksichtslosigkeit und Schärfe!“
Zu diesem Zeitpunkt sitzt bereits der größte Teil der Münchner in Kellern und Ruinen oder leergeräumten Wohnungen, umgeben von fünf Millionen Kubikmetern Schutt, den der Krieg aus der „Hauptstadt der Bewegung“ gemacht hat.
Zumindestens darin hat der GröFaZ, der „Größte Führer aller Zeiten“, wie man Adolf Hitler noch nennt, recht, als er sagte: „Gebt mir zehn Jahre Zeit, und Ihr werdet Euere Städte nicht mehr kennen!“ Und nun sollen auch die Reste in der zerstörten Stadt noch bis zum letzten Mann verteidigt werden.
Der Stab um den NSDAP-Gauleiter Paul Giesler bereitete im Zentralministerium an der Ludwigstraße den „Endkampf um München“ vor. Für Gauleiter Paul Giesler war nun der Zeitpunkt gekommen, alle Isarbrücken Münchens zu sprengen.
1538 - In der Au und Niedergiesing werden 127 Steuerpflichtige gezählt
Au - Niedergiesing * Eine für das Jahr 1538 überlieferte Zählung nennt 127 Steuerpflichtige in den beiden Ansiedlungen vor München.
1. 7 1993 - Die Muffathalle wird als Kultur-Projekt betrieben
München-Haidhausen * Die Muffathalle wird als Kultur-Projekt betrieben.
Ab 1991 - Joseph Vilsmeier lässt das sogenannte Pesthaus renovieren
München-Au * Joseph Vilsmeier lässt das sogenannte Pesthaus in der Franz-Prüller-Straße mit viel Mühe, Detailtreue und rund vier Millionen DMark restaurieren.
Nach dem 4. 8 1914 - Von 903 Mitgliedern müssen 475 ihren Wehrdienst ableisten
München-Au * Einen herben Rückschlag erleidet der Haidhauser Turn- und Sportverein München-Ost mit Beginn des Ersten Weltkrieges. Von den inzwischen 903 Mitgliedern müssen 475 ihren Wehrdienst ableisten. Damit werden mehr als die Hälfte der Mitglieder der Vereinsarbeit entzogen und dadurch die Arbeit und die Existenz des TSV München-Ost gefährdet.
1458 - Das sogenannte Pesthaus, Kaltenegger- oder Nonnenhaus wird erbaut
Au * Mit diesem Jahr wird allgemein das Entstehungsjahr des sogenannten Pesthauses, Kaltenegger- oder Nonnenhauses an der heutigen Franz-Prüller-Straße in der Au angegeben.
1985 - Der Erfolgs-Regisseur Joseph Vilsmeier kauft das sogenannte Pesthaus
München-Au * Der Erfolgs-Regisseur Joseph Vilsmeier kauft das inzwischen ziemlich heruntergekommene „Pesthaus“ in der Auer Franz-Prüller-Straße um 300.000 DMark.
8. 11 1625 - Die Hofkammer kritisiert die Ansiedlung durch Heirat
Au * Die Hofkammer beklagt, dass auswärtige Männer durch die Heirat mit ansässigen Witwen eine Niederlassungserlaubnis erlangen. Sie fordert, den Frauen das Bleiberecht zu entziehen, wenn ihre Ehemänner nicht über ausreichende wirtschaftliche Mittel verfügen. Ob dieser Vorschlag umgesetzt wird, bleibt offen.
1. 9 1796 - Revolutionstruppen wollen die Isarbrücke erstürmen
Haidhausen - München-Lehel * Die französischen Revolutionstruppen versuchen den ganzen Tag über vergeblich, die Isarbrücke zu erstürmen.
8. 9 1796 - Die Kämpfe um die Isarbrücke gehen weiter
München * Die Kämpfe um die Isarbrücke zwischen den französischen Revolutionstruppen und den Kaiserlichen gehen weiter. Die österreichische Armee schießt vom Isarhochufer auf München. Dabei erhält die Peterskirche zwei Treffer.
Auch einige Holzstöße im Lehel, hinter denen sich die Franzosen verschanzen, werden durch den Schusswechsel in Brand gesetzt. Das Feuer breitet sich auf benachbarte Gebäude und den durch Kanonenbeschuss bereits beschädigten Roten Turm aus - und zerstört ihn endgültig.
23. 7 1835 - Grundsteinlegung für das Muffat-Brunnhaus auf der Kalkofeninsel
Haidhausen * Grundsteinlegung für das Muffat-Brunnhaus auf der Kalkofeninsel.
5. 8 1633 - Ein nachweisbarer Einsturz der Münchner Isarbrücke
München * Ein nachweisbarer Einsturz der heutigen Ludwigsbrücke ereignet sich. Es gibt zwar kein amtliches Dokument, dafür aber ein Mirakelbild an der südlichen Außenmauer der Tuntenhausener Kirche.
„Bei dem theilweisen Einsturze der Isarbrücke zu München am 5. August 1633 kam Jakob Oefele, Zimmermann von der Au, in große Todesgefahr, indem er mit noch 50 Personen ins Wasser fiel, nach gemachten Gelöbnis wurde er errettet”. Über die Zahl der Opfer dieses Brückeneinsturzes ist allerdings nichts Näheres bekannt.
7. 9 1796 - Neuer Sturm auf die Isarbrücke
München - Pfaffenhofen * Die französische Revolutionsarmee eröffnet einen neuen Sturm auf die Isarbrücke. Zur gleichen Zeit handeln die Baierischen Landstände mit den Franzosen in Pfaffenhofen einen Waffenstillstand aus.
1728 - Das Bauverbot für die Au wird erneuert
Au * Das Verbot, neue Häuser zu errichten und zusätzliche Herbergen zu schaffen, wird erneuert. Die Obrigkeit versucht damit weiterhin, das Wachstum der Siedlung zu begrenzen.
1. 7 1862 - Die Ramersdorfer Lüften und der Kuisl wird von Ramersdorf abgetrennt
München-Haidhausen - Ramersdorf * Trotz der Gegenwehr der Ramersdorfer Gemeindeverwaltung wird das Gebiet Auf der Ramersdorfer Lüften und jenes am Kuisl endgültig von der Gemeinde Ramersdorf abgetrennt und Haidhausen zugeschlagen.
Um 1705 - Eine Kiesinsel teilt den Münchner Isarübergang
München - Au * Wasserbauliche Eingriffe und natürliche Ablagerungen lassen im Flussbett der Isar eine zunehmend feste Kiesinsel entstehen, aus der sich die heutige Museumsinsel entwickelt. Westlich davon fließt der wasserreiche Hauptarm, die Große Isar, zur Unteren Floßlände. Östlich verlaufen die meist wasserärmere Kleine Isar und der Auer Mühlbach.
Die Insel ermöglicht es, den bisher zusammenhängenden Isarübergang künftig in zwei kürzere Brückenabschnitte zu gliedern. Damit beginnt die Entwicklung der späteren Inneren und Äußeren Isarbrücke. Die häufig von Hochwasser beschädigten Holzkonstruktionen bleiben zunächst bestehen. Erst zwischen 1723 und 1725 erhält die äußere Brücke über die Kleine Isar und den Auer Mühlbach gemauerte Pfeiler; ihr Überbau besteht weiterhin aus Holz. Der schrittweise Ausbau zu vollständig steinernen Bogenbrücken erfolgt erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
10 1891 - Die Ludwigsbrücke wird erweitert und geschmückt
München * Die Ludwigsbrücke wird erweitert. Sie erhält plastischen Schmuck in Form von je zwei Pylonen, die die Allegorien der Fischerei, der Flößerei, der Industrie und der Kunst aufnehmen.
1723 - Der Rat der Stadt beschließt den Bau einer steinernen Brücke über die Isar
München * Der Rat der Stadt beschließt den Bau einer dauerhaften, steinernen Brücke über die Isar. Dabei sollen zwei getrennte Brücken und nicht mehr eine durchgehende Brücke entstehen.
16. 10 1744 - Die Isarbrücke wird von einem gewaltigen Feuer zerstört
München * Bei einem erneuten Abzug österreichischer Truppen wird die Äußere Isarbrücke von einem gewaltigen Feuer zerstört. Dazu müssen die Münchner zehn Zentner Pech und weiteres Brandzeug beschaffen.
1. 7 1868 - Die private Job-Vermittlung wird immer lukrativer
Königreich Bayern * Die private Job-Vermittlung wird spätestens seit der Einführung der Gewerbefreiheit immer lukrativer.
12. 7 1414 - Ein Hochwasser beschädigt die Isarbrücke
München * Ein Hochwasser beschädigt die Isarbrücke.
1715 - Ein Holzlager für das Militär auf der Isarinsel
München-Lehel * Auf dem nördlichen Teil der Isarinsel wird ein „Militärholzgarten“ angelegt. Der Ausdruck bezeichnet einen Lagerplatz für Holz, keinen Garten im heutigen Sinn. Die Insel heißt zu dieser Zeit auch „Kaserninsel“, nach der 1711 dort errichteten Kaserne.
11. 2 1908 - Münchner*innen werden bei der Stellenvergabe bevorzugt
München-Isarvorstadt * Der Magistrat bewilligt die Einrichtung eines gemeindlichen Arbeitsnachweises. Der Grundsatz dieser neuen Abteilung ist die Bevorzugung eingesessener Bürger bei der Stellenvergabe. Die Forderung war schon seit längerer Zeit durch städtische Arbeiter erhoben worden, die ihre Arbeitsplätze durch Zugezogene in Gefahr gebracht sahen.
1908 - Das Städtische Arbeitsamt braucht einen neuen Standort
München-Isarvorstadt * Der Neubau für das Deutsche Museums macht einen erneuten Umzug vom Süd- in den Nordtrakt der ehemaligen Alten Isarkaserne notwendig.
Da der Museumsbau den Großteil der Insel einnehmen wird, braucht das Städtische Arbeitsamt nun einen neuen Standort.
30. 1 1868 - Das neue Wehrgesetz tritt in Kraft
München * Das neue Wehrgesetz tritt in Kraft, das eine aktive Armee mit dreijähriger Dienstzeit, Reserve und Landwehr erschaffen hat und das Einstehersystem sowie die bisherige Landwehr älterer Ordnung beseitigt. Damit gibt es auch in Bayern eine wirkliche Wehrpflicht.
Das Gesetz beinhaltet auch, dass Frei-Gewordene oder Untaugliche drei Jahre lang ein Wehrgeld in Höhe von drei bis 100 Gulden zu entrichten haben. Diese Regelung bleibt aber nur bis 1872 bestehen.
Nach 9 1870 - 2.200 französischen Kriegsgefangene in der Alten Isarkaserne
München-Isarvorstadt * Nach den ersten Siegen des deutschen Heeres im Deutsch-Französischen Krieg wird die Kaserne vorübergehend zur Unterbringung von rund 2.200 französischen Kriegsgefangenen genutzt. Zu diesem Zweck werden nicht nur die Kaserne selbst, sondern auch sämtliche Baracken bewohn- und beheizbar gemacht.
Ab 15. 11 1906 - Die Erste bayerische Geweih-Ausstellung auf der Kohleninsel
München-Isarvorstadt * Vom 15. bis 30. November 1906 findet unter dem Allerhöchsten Protektorat Seiner Königlichen Hoheit, des Prinzregenten Luitpold, die Erste bayerische Geweih-Ausstellung im Pavillon an der Ludwigsbrücke statt.
1877 - Die Alte Isarkaserne wird entbehrlich
München-Isarvorstadt * Durch die seit 1877 auf dem Marsfeld und dem Oberwiesenfeld errichteten militärischen Neubauten wird die Alte Isarkaserne für die Militärverwaltung entbehrlich.
1. 2 1868 - Die Geburtsstunde des Städtischen Wehramtes
München * Die magistratische Aushebungsbehörde übernimmt die Aufgaben des polizeilichen Militärbüros in München. Das ist die Geburtsstunde des Städtischen Wehramtes, das zunächst den Namen Militärkonskriptionsbureau beibehält. Es bildet den Gegensatz zum Zivilkonskriptionsbureau, dem späteren Einwohneramt. Die Heeresergänzung ist seither die wichtigste Aufgabe der Gemeinde auf militärischem Gebiete.
Ab 1700 - Herbergen werden zunehmend einzeln verkauft
Au - Lohe - Haidhausen * Der Handel mit einzelnen Herbergen nimmt zu. Immer häufiger gehören die Wohnteile eines Hauses verschiedenen Eigentümern. Hauseigentümer erzielen durch den Verkauf Einnahmen; Menschen mit geringem Einkommen erhalten die Möglichkeit, bescheidenes Wohneigentum zu erwerben.
Diese Aufteilung prägt auch die Bauweise der Herbergshäuser: Überdachte Außentreppen erschließen die verschiedenen Stockwerke und ermöglichen separate Zugänge zu den einzelnen Wohnteilen. Ungewöhnliche Grundrisse, eigene Eingänge und außenliegende Treppen verleihen den Häusern ihr charakteristisches Aussehen.
1. 10 1900 - Das Arbeitsamt konzentriert sich auf Oberbayern
München-Isarvorstadt * Das Arbeitsamt Augsburg nimmt seinen Betrieb auf. Nun kann München die Bezirke Schwaben und Neuburg abgeben und sich auf den Regierungsbezirk Oberbayern konzentrieren.
Nun kümmert sich das Städtische Arbeitsamt auch um die Vermittlung von Lehrstellen.
10. 8 1910 - Magistrat stimmt für einen neuen Wehramt-Standort
München-Graggenau * Der Magistrat beschäftigt sich mit dem neuen Standort für das Städtische Wehramt und beschließt: „Der Erwerbung oder Erbauung eines eigenen Wehrgebäudes wird grundsätzlich zugestimmt."
Ab 8 1870 - Französische Kriegsgefangene auf der Kohleninsel
München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Zusätzliche Baracken neben der Alten Isarkaserne werden zur Unterbringung von französischen Kriegsgefangenen genutzt.
1. 7 1899 - Die erste Münchner Sportartikelschau
München-Isarvorstadt * Um das Defizit der II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung etwas zu mindern, findet in der Ausstellungsanlage auf der Kohleninsel die Allgemeine Deutsche Sport-Ausstellung München statt. Es ist die erste Sportartikelschau, die in München durchgeführt wird.
1906 - Warum soll die Stadt ein Wehramt finanzieren?
München * Die Stadtverwaltung stellt sich die Frage, warum die Stadt München überhaupt verpflichtet ist, auf ihre Kosten oder doch zum größten Teil auf ihre Kosten ein Städtisches Wehramt zu unterhalten, also eine Einrichtung, die ausschließlich militärischen Zweck dient?
1805 - Die Isarkaserne wird zum Versorgungsstützpunkt
München-Isarvorstadt * Während des Dritten Koalitionskriegs - ist das Depot des 1. Dragoner-Regiments in der Isarkaserne untergebracht, ebenso ein Pferdelazarett.
1711 - Die Isarkaserne entsteht auf der Kohleninsel
München-Isarvorstadt * Auf dem südlichen Teil der späteren Kohleninsel entsteht eine Kaserne für die Kavallerie. Sie wird auch „Isarwörthkaserne“ genannt. Den Bau veranlasst die kaiserliche Verwaltung, da ich Kurfürst Max Emanuel nach seiner Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg im französischen Exil befindet, während kaiserliche Truppen Baiern besetzt halten. Die Kaserne soll die Einquartierung von Soldaten in Münchner Bürgerhäusern verringern. Der Adel, der fürstliche Hof und der Klerus sind von diesen Belastungen befreit.
Während der Besatzungszeit sind durchschnittlich rund 3.000 Soldaten in München einquartiert.
Bis 1849 - Modernisierung der Stallungen der Alten Isarkaserne
München-Isarvorstadt * Zwei Stallungen der Alten Isarkaserne werden abgerissen, drei weitere saniert oder neu errichtet. Die umfassende Modernisierung der Stallungen bietet nun Platz für 415 Pferde.
28. 9 1933 - Die Münchner Brockensammlung wird aufgelöst
München-Isarvorstadt * Der Verein Münchner Brockensammlung e. V. löst sich als Träger und Organisator des Brockenhauses auf. Dieser Schritt ist aber keine Folge innerer Schwäche, sondern die direkte Konsequenz der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik.
Die Brockensammlung wird Opfer einer gezielten Ausschaltung unabhängiger sozialer Initiativen im Zuge der antisemitisch und ideologisch motivierten Repression, die keinerlei abweichendes gesellschaftliches Engagement mehr duldet.
11. 6 1898 - Der Prinzregent eröffnet die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung
München-Isarvorstadt * Am Samstag, dem 11. Juni 1898, eröffnet Prinzregent Luitpold die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung 1898 auf der Kohleninsel, die auch „zu etwas anderem gut sei als zu schmutzigen Schuppen, nächtlichem Aufenthalt lichtscheuen Gesindels und ab und zu einer verschwiegenen Mord- oder Gewalttat“. München ist damit Gastgeber eines der bedeutendsten technischen Ereignisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
- Die Ausstellung ist als Leistungsschau konzipiert, die einem breiten Publikum die technischen Neuerungen, industriellen Errungenschaften und den Fortschritt der Maschinenbauindustrie zugänglich machen soll.
- Sie ist sowohl für Fachbesucher, als auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich und stellt eine bedeutende Leistungspräsentation für moderne Technik und Industrie dieser Zeit dar.
- Dadurch wird sie zu einem Meilenstein für die Technik und zu einem Symbol des technischen Fortschritts im Deutschen Kaiserreich.
- Als ein Spiegelbild der Industrialisierung und des Innovationsgeists der damaligen Zeit zieht die Ausstellung Ingenieure, Unternehmer, Wissenschaftler und Technikinteressierte aus ganz Europa an.
- Sie präsentiert die gesamte Bandbreite der modernen Maschinen und Arbeitsgeräte - von Dampfmaschinen und Elektromotoren über Werkzeugmaschinen bis hin zu landwirtschaftlichen und industriellen Maschinen.
Viele der vorgestellten Maschinen finden rasch Eingang in den industriellen Alltag und tragen zur Steigerung der Produktivität und maßgeblich zur Entwicklung des Maschinenbaus im Deutschen Kaiserreich bei. Sie bietet zudem den heimischen Unternehmen die Gelegenheit, ihre Produkte international zu vermarkten und so die Exportwirtschaft zu stärken.
Der Ausstellungsbau ist ein gewaltiges Gebäude im neoklassizistischen Stil mit einer imponierenden, säulengeschmückten Eingangshalle, einem 45 Meter hohen Rundturm, dessen Aussichtsgalerie über einen elektrischen Fahrstuhl erreicht werden kann, und weiteren Nebengebäuden. Zusammen mit der integrierten Isarkaserne stehen rund 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.
Architektonisch folgt man zwar den großen Vorbildern der Weltausstellungen, doch der schöne Schein ist trügerisch, denn die Bauten bestehen aus zusammengenagelten und weiß getünchten Brettern, die Säulen und der üppige Figurenschmuck sind lediglich Gips und Stuck - und damit nur für eine begrenzte Dauer konzipiert.
Im südlichen Teil der Insel erreicht man über einen Park das Hauptrestaurant. Dem gegenüber befindet sich das Automatenrestaurant, in dem man sich - eine absolute Neuheit für die Münchner - gegen Geldeinwurf verpflegen kann. Im Park gibt es außerdem eine große Gartenschau und täglich stattfindende Standkonzerte.
Eine weitere Attraktion der II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung ist die Wasserrutschbahn am östlichen Ufer der Kohleninsel. Für 20 Pfennige kann man von der Plattform eines Turmes - in 13 ½ Metern über dem Wasserspiegel und auf einer schiefen Ebene von 67 Metern Länge - in zwei, auf Schienen laufenden flachen, durch ihre eigene Schwerkraft angetriebenen Boote in die Isar hineinrutschen. Das Abenteuer ist völlig harmlos und ohne Gefahr, und ruft sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Zuschauern das „unbändigste“ Vergnügen hervor.
9. 11 1867 - Das neue Wehrgesetz tritt in Kraft
Berlin * Das neue Wehrgesetz für den Norddeutschen Bund tritt in Kraft. Es wird nach der Reichswerdung auch auf Bayern übertragen.
1902 - Der Vergnügungsteil der Auer Dult auf der Kohleninsel
München-Lehel - Kohleninsel * Auf dem nördlichen Teil der „Kohleninsel“ findet der Vergnügungsteil der Auer Dult statt. Gegenüber dem Münchner Arbeitsamt war ein Karussell und das Schichtl-Varieté aufgestellt worden. Durch ihre Musik fühlten sich besonders die Arbeitgebervertreter gestört.
1. 7 1897 - Räumung der Kohleninsel für die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung
München-Isarvorstadt * Zwischen dem Ausstellungs-Direktorium und den städtischen Behörden wird die totale Freigabe der Kohleninsel für die Zwecke der II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung ab 1. Juli 1897 erwirkt.
- Sämtliche auf dem Ausstellungsgelände vorhandenen Bauten müssen, mit Ausnahme der früheren Alten Isarkaserne, vor Beginn der Bauarbeiten beseitigt werden.
- Die vorhandenen Bäume sollen erhalten bleiben. Für die freibleibenden Plätze und neu angelegten Wege wird gärtnerische Ausschmückung angeordnet.
1891 - Italienische Sammelklassen in der Haidhauser Wörthschule
München-Haidhausen * Insgesamt 80 Italiener werden in einer Sammelklasse in der Haidhauser Wörthschule unterrichtet. „Einer allgemeinen Fortbildungsschule konnte man sie nicht zuführen, da sie der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Für sie bildete man eine eigene Klasse an der Wörthschule und erteilte ihnen abends und an Sonntagen acht Stunden wöchentlich Unterricht.“
In München gab es - im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten im Reich - diese äußerst fortschrittliche Einrichtung, in der italienisch-kundige bayerische Lehrer zwei- bis dreimal in der Woche in den Fächern Geographie, Kalligraphie, Rechnen, Deutsch und Religion unterrichteten.
Durch das Erlernen der deutschen Sprache sollte eine Integration hierzulande erleichtert werden, durch das Fach Geographie, in dem ausschließlich italienische Landeskunde gelehrt wurde, die Bindung zur Heimat gewahrt bleiben.
Da ein Mann in Italien erst dann als vollberechtigter Staatsbürger galt, wenn er vor einem Notar seinen Namen schreiben konnte, war der Schreibunterricht für eine Wiedereingliederung in der Heimat von besonders großer Wichtigkeit.
Da die Schule von den weit außerhalb gelegenen Ziegeleien jedoch oft nur in mehrstündigen Fußmärschen zu erreichen war, und auch die Akkordanten nicht einmal für die Zeit der Schulstunden auf ihre billigsten Arbeitskräfte verzichten wollten, konnte nur eine begrenzte Anzahl der italienischen Kinder die Schule an der Wörthstraße besuchen.
10. 10 1898 - Die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung erbringt ein Defizit
München-Isarvorstadt * Die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung endet. Die Veranstalter müssen trotz einer der höchsten bisher erreichten Besucherzahlen von 600.000 Zahlenden ein Defizit von 200.000 Mark zur Kenntnis nehmen, was man von den 700.000 Mark betragenden Baukosten herleitet. Die Entstehungskosten der Bauten waren angesichts ihrer nur kurzzeitigen Verwendbarkeit viel zu hoch und trugen so zu den defizitären Abschlüssen der Veranstaltung bei.
- Ein Fakt, das der Stadt später einerseits die Abhaltungen solcher Veranstaltungen als zu kostspielig erscheinen lässt,
- andererseits den Ruf nach dauerhaften Ausstellungsbauten verstärkt.
1715 - Münchens Kasernen bieten Platz für 1.568 Soldaten
München * Die Kasernen der Stadt bieten nach der vorliegenden Angabe insgesamt Unterkunft für 1.568 Soldaten. Ein Teil der Garnison ist weiterhin bei Bürgern untergebracht.
28. 4 1910 - München muss ein Wehramt unterhalten
München * Der Verwaltungsgerichtshof entscheidet in der Frage, warum die Stadt München verpflichtet ist, ein Städtisches Wehramt zu unterhalten, zu Ungunsten der Stadt. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, eine Entscheidung der städtischen Kollegien für einen neuen Standort für das Städtische Wehramt herbeizuführen.
1833 - Einsturzgefahr bei der Alten Isarkaserne
München-Isarvorstadt * Die Stallungen der Alten Isarkaserne befinden sich in einem derart schlechten Zustand, dass 1833 eine der Baracken wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert werden muss.
1806 - Platzmangel in der Alten Isarkaserne
München-Isarvorstadt * In den Jahren 1806/07 ist auch das Depot des 4. Chevaulegers-Regiments Bubenhofen hier stationiert. Aufgrund akuten Platzmangels müssen einzelne Eskadronen in die provisorisch eingerichtete Lehel-Kaserne ausweichen, während auf der Kohleninsel zusätzlich Teile eines Fuhrwerksbataillons einquartiert werden.
22. 11 1902 - Mit der Heerordnung wird die Musterung einfacher
Königreich Bayern * Mit dem Inkrafttreten der Heerordnung für das Königreich Bayern wird die Aushebung und die Musterung einfacher und zweckmäßiger gestaltet.
Um 4 1800 - Münchens Kavallerie auf der Isarinsel
München * Einer Beschreibung der Isarkaserne ist zu entnehmen: „Die Kaserne liegt außerhalb der Stadt, jenseits des Isar-Flusses, auf einer sogenannten Insel.“
- Das zweigeschossige Hauptgebäude ist rund 140 Meter lang; das Erdgeschoss dient größtenteils als Pferdestall.
- Die Isarkaserne bietet Platz für insgesamt 954 Mann.
- Dafür stehen 62 Zimmer und 14 Küchen zur Verfügung.
- Die Isarkaserne ist über viele Jahrzehnte die zentrale Kavallerieunterkunft Münchens.
- Als Kavallerie - auch Reiterei genannt - bezeichnet man jene Waffengattung der Landstreitkräfte, die zu Pferd kämpft und bis ins späte 19. Jahrhundert hinein eine bedeutende Rolle in der militärischen Taktik spielt.
Erst die fortschreitende Entwicklung von Feuerwaffen führte allmählich zum Niedergang der Reiterei als schlagkräftigem Truppenteil. Südlich des Hauptgebäudes befindet sich ein Exerzierplatz, der für die Ausbildung der berittenen Truppen genutzt wurde.
3. 5 1813 - Aus der Isarkasere wird die "Alte Isarkaserne"
München-Isarvorstadt * Den Namen „Alte Isarkaserne“ erhält die Truppenunterkunft, als am Standort des heutigen Deutschen Marken- und Patentamts an der Zweibrückenstraße die „Neue Isarkaserne“ bezogen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der ältere Kasernenbau fortan ungenutzt bleibt - auch wenn er zeitweise leer steht oder nur von einigen Stallwachen und Pferden belegt ist.
Aufgrund der wiederholter Aufnahme und Verlegung wechselnder Truppenteile muss die Anlage mehrfach umgebaut werden.
1914 - Die Pferde-Aushebungs-Vorschrift
München-Isarvorstadt * Die Pferde-Aushebungs-Vorschrift verlangt vom Städtischen Wehramt die Aufzeichnung und alljährliche Vormusterung fast sämtlicher im Stadtbezirk vorhandenen kriegsbrauchbaren Pferde, sowie die ständige Fortführung der aufgrund des Vormusterungsergebnisses erstellten Vorführlisten, eine bei der lebhaften Bewegung im Pferdebestand einer Großstadt recht ansehnliche Arbeitsleistung.
Die Zahl der Pferde geht in München ständig zurück, was eine Folge der steigenden Verwendung von Kraftwagen ist.
1901 - Das Arbeitsamt kümmert sich um Arbeitsunfähige
München-Isarvorstadt * Das Städtische Arbeitsamt bemüht sich, um für erwerbsbeschränkte Personen und durch Unfälle, Krankheit oder Alter arbeitsunfähig gewordene Personen eine geeignete Tätigkeit zu finden.
Das Arbeitsamt kümmert sich zudem um die Arbeitsvermittlung für Entlassene aus der Trinkerheilanstalt sowie um freigelassene Strafgefangene.
Um die Stadt von der Zahlung von Armengeld zu entlasten, hat das Arbeitsamt darauf zu achten, dass Menschen ohne ausreichende Absicherung eine Tätigkeit erhalten, die ihr Überleben sichert.
31. 7 1899 - Die Allgemeine Deutsche Sport-Ausstellung München endet
München-Isarvorstadt * Die Allgemeine Deutsche Sport-Ausstellung München endet.
29. 10 1892 - Auch die steinerne Isarbrücke wird verbreitet
München * Die steinerne Innere Brücke erhält eine Breite von 18 Metern.
An den Brückenenden werden Pylone errichtet, die mit allegorischen Figuren geschmückt waren.
- Auf der Auer Seite ist dies die Kunst und die Industrie.
- Auf der westlichen, zur Stadt hin ausgerichteten Seite befinden sich die Verkörperung der Floßfahrt und der Fischerei.
- Durch den Brückenschmuck wird der Flussübergang zu einer Einheit zusammengefasst.
- Auch der Name für beide Brücken ist nun gleich und wird nur durch die Innere für den Überweg der Großen Isar und der Äußeren über die Kleine Isar unterschieden.
- In beide Brücken wurden auf Wunsch des Königlichen Kriegsministeriums Sprengkammern eingebaut.
1884 - Verhandlungen über den Verkauf der Alten Isarkaserne
Isarvorstadt - Museumsinsel * Die Verhandlungen über den Verkauf der Alten Isarkaserne auf der Kohleninsel mit der Münchner Stadtverwaltung werden aufgenommen und 1888 abgeschlossen.
5 1798 - Die erste Auer-Dult findet in der Lilienstraße statt
Au * Die erste Auer-Dult findet in der Lilienstraße statt. Erst ab dem Jahr 1799 wechseln sie auf den Mariahilfplatz.
1997 - Die „Drehleier“ zieht nach Haidhausen um
München-Haidhausen * Die „Drehleier“ verlegt ihren Standort von der Balanstraße 23 an die Rosenheimer Straße 123. Der Umzug wird durch umfassende Sanierungsmaßnahmen am bisherigen Gebäude erforderlich. Am neuen Standort setzt die „Drehleier“ ihre Erfolgsgeschichte fort und festigt ihren Ruf als eine der wichtigsten Münchner Bühnen für Kabarett, Musik, Theater und Kleinkunst.
1790 - München und die Au bündeln ihre Armenfürsorge
München - Au * Die Münchner und die Auer Armenpflegschaft werden vereinigt. Die dauerhaft unzureichenden Mittel der Auer Gemeindekasse reichen für die Unterstützung der Bedürftigen nicht aus. Die Zusammenlegung soll ihre Versorgung gemeinsam mit München sichern. Die Neuordnung fällt in die Zeit der Armenfürsorgereformen unter Kurfürst Carl Theodor und Benjamin Thompson, dem späteren Grafen Rumford. Unterstützung für Arbeitsunfähige und Beschäftigung für Arbeitsfähige sollen das Betteln ersetzen.
Hier wird der Vorteil des Herbergseigentums ersichtlich, da die Herberge in Notzeiten ein veräußefliches Kapital darstellen.
1833 - Die Suppenschule in der Auer Armen-Industrie-Schule
Vorstadt Au * Zur Auer Armen-Industrie-Schule gehört eine Suppenschule, die 235 Kinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren betreut. Bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens gibt die Einrichtung 52.633 Suppenportionen aus und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung bedürftiger Kinder.
Die Mahlzeiten werden täglich um zwölf Uhr im gemeinsamen Speisesaal ausgegeben. Durch das Essen an einer gemeinsamen Tafel verfolgt die Schule neben der Versorgung der Kinder auch erzieherische Ziele. Nach den Vorstellungen der Zeit sollen dabei Reinlichkeit, Disziplin und ein angemessenes Verhalten bei Tisch gefördert werden.
1832 - Gründung der Armen-Industrie-Schule durch Pfarrer Hermann Rabl
Vorstadt Au * In den Jahren 1832/33 gründet der Auer Stadtpfarrer Hermann Rabl eine Armen-Industrie-Schule. Ihr Ziel ist die Erziehung benachteiligter Kinder zu „aufrichtig frommen und wahrhaft tugendhaften Christen“ sowie zu rechtschaffenen, arbeitsamen und verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft. Aus der „Armenkinderwelt“ soll, nach den Vorstellungen der Zeit, ein tüchtiges und sittlich gefestigtes Geschlecht für Staat und Gesellschaft heranwachsen.
Die Schule versteht sich nicht nur als Bildungseinrichtung, sondern auch als sozialpädagogisches Projekt. In der Armen-Industrie-Schule, in der die Kinder unter ständiger Aufsicht stehen und praktische Fertigkeiten erlernen, soll der Armut nicht länger allein durch Almosen begegnet werden. Stattdessen setzt man auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Durch die Erziehung zur Arbeit sollen die Kinder Fähigkeiten erwerben, die ihnen eine eigenständige Lebensführung ermöglichen und sie zugleich von Bettelei und Verwahrlosung fernhalten.
Der Gründung liegt die Überzeugung zugrunde, dass regelmäßige Arbeit und praktische Ausbildung einen positiven Einfluss auf die Charakterbildung ausüben und dadurch auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verbessert werden können. Vor diesem Hintergrund gilt die Armen-Industrie-Schule vielen Zeitgenossen als wirksames Mittel zur Bekämpfung sozialer Missstände und insbesondere der Armut. Die Armen-Industrie-Schule wird damit zu einem „Allheilmittel gegen alle gesellschaftlichen Widersprüche und Schäden, einschließlich der Armut“.
1837 - Ein eigenes Gebäude für die Armen-Industrie-Schule in der Au
Vorstadt Au * Der Magistrat der Vorstadt Au lässt am Mariahilfplatz 8 ein eigenes Gebäude für die Armen-Industrie-Schule errichten. Neben der Verpflegung in der Suppenschule erhalten besonders bedürftige Kinder auch Kleidung und andere notwendige Unterstützung.
Im Mittelpunkt der Einrichtung steht jedoch nicht die materielle Versorgung, sondern die Erziehung zur Arbeit. Nach dem Unterricht am Nachmittag bleiben die Kinder in der Schule und gehen dort verschiedenen nützlichen Beschäftigungen nach. Erst am Abend kehren sie in ihre Familien zurück. Nach dem pädagogischen Verständnis der Zeit sollen sie auf diese Weise zu Fleiß, Disziplin und einem geregelten Tagesablauf erzogen sowie von Verwahrlosung und schädlichen Einflüssen ferngehalten werden.
1890 - Die Bauarbeiten an beiden Isarbrücken beginnen
München * Die Bauarbeiten an beiden Isarbrücken beginnen. Eine der ersten Maßnahmen ist die Beseitigung des Roten Turm-Wirtshauses, das viele Jahre ein beliebter Treffpunkt der Flößer und der in unmittelbarer Umgebung stationierten Schweren Reiter war.
Nach dem 1. 10 1854 - Ende der Armen-Industrie-Schule in der Au
München-Au * Nach der Eingemeindung der Vorstadt Au nach München wird die Armen-Industrie-Schule am Mariahilfplatz aufgelöst. Die nur wenige Jahrzehnte bestehende Einrichtung verbindet soziale Fürsorge mit Unterricht und praktischer Arbeit. Aus heutiger Sicht erscheint ihr Konzept ambivalent: Neben dem humanitären Anliegen dient die Arbeitserziehung auch der sozialen Disziplinierung und der Einordnung armer Kinder in die damalige Gesellschaftsordnung. Das frei gewordene Schulgebäude am Mariahilfplatz 8 erhält anschließend eine neue Funktion und wird später als Knabenschule genutzt.
1. 10 1992 - Das Valentin-Geburtshaus soll an Rudolph Moshammer verkauft werden
München-Au * In einer Beschlussvorlage des Stadtrats wird der Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 an den Modemacher Rudolph Mooshammer vorgeschlagen, wenn der zuständige Bezirksausschuss dem Vorhaben zustimmt.
30. 9 1994 - Bürgerversammlung fordert Räume für die Freunde der Vorstadt Au
München-Au * In der Bürgerversammlung des Bezirksausschusses Au-Haidhausen werden Räume für die Freunde der Vorstadt Au gefordert.
25. 9 1852 - Johann Valentin Fey beginnt beim Auer Tapezierer Karl Falk zu arbeiten
Vorstadt Au * Johann Valentin Fey beginnt beim Auer Tapezierer Karl Falk in der Entenbachstraße 63 zu arbeiten.
15. 8 1899 - Gisela Royes wird im Hause Fey als Köchin angestellt
München-Au * Gisela Royes, Karl Valentins spätere Ehefrau, wird im Hause Fey als Dienstmädchen [Köchin] angestellt.
1931 - Ludwig Weinberger jun. tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen ein
München-Au * Ludwig Weinberger junior, der zuvor sein Studium am Technikum in Köthen abgeschlossen hat, tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen in der Au ein.
Fast gleichzeitig übernimmt Weinberger eine BMW-Vertretung. Seit dieser Zeit werden fast nur noch BMW-Fahrgestelle mit Aufbauten – häufig offene Zweisitzer – versehen. Bis zum Zweiten Weltkrieg entstehen etwa 300 Karosserien.
Dr. Joseph Fuchs, der rennfahrende Chirurg aus Nürnberg, lässt sich von Ludwig Weinberger jun. einen Bugatti Typ 50 mit 4,9-Liter-Maschine karossieren. Die schwarze Lackierung und die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder lassen das ohnehin niedrige Zweitüren-Cabriolet noch gestreckter erscheinen. Die Gestaltung dieses Autos weist schon eine große Ähnlichkeit mit dem Bugatti Royale auf.
17. 1 1997 - Antrag auf Sanierung des Karl-Valentin-Geburtshauses
München-Au * Der Dipl. Ing. Klaus Schmidt stellt den Antrag auf Sanierung des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41.
18. 4 1984 - Das Karl-Valentin-Geburtshaus soll abgerissen werden
München-Au * Die Eigentümer des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41, Bernhard Sprenger und Evelyn Hofer, wollen das Haus abreißen und durch einen Neubau ersetzen.
1. 10 1987 - Die Landeshauptstadt München kauft das Karl-Valentin-Geburtshaus
München-Au * Die Landeshauptstadt München [Kulturreferat] kauft das Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 um 1,6 Millionen DMark und lässt es sofort unter Denkmalschutz stellen.
23. 1 1992 - Das Karl-Valentin-Geburtshaus soll verkauft werden
München - München-Au * Weil die Sanierung des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 nicht finanziert werden kann, beschließt der zuständige Kultur-Ausschuss den Verkauf des Anwesens.
30. 6 1993 - Der Dipl.-Ing. Klaus Schmidt will die Verkaufskonditionen wissen
München-Au * Der Dipl.-Ing. Klaus Schmidt tritt an das Referat für Stadtplanung und Bauordnung heran, um die Konditionen für einen möglichen Erwerb des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 zu erfahren.
Um den 5. 7 1996 - Spitzengespräch beim Oberbürgermeister Christian Ude
München-Au * Die letzten Hürden für das Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 sollen in einem Gespräch zwischen dem Dipl.-Ing. Klaus Schmidt, Oberbürgermeister Christian Ude und der Stadtspitze beseitigt werden.
Der Au-Haidhauser Bezirksausschuss-Vorsitzende Hermann Wilhelm fordert „alles Nötige zu unternehmen, damit der schon zugesagte Verkauf des Valentinhauses an das Architekturbüro Klaus Schmidt noch vor der Sommerpause notariell abgeschlossen werden kann“.
18. 9 1996 - Klaus Schmidt kauft das Karl-Valentin-Geburtshaus um 888.888,88 DM
München-Au * Klaus Schmidt kauft das Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 um die valentinieske Summe von 888.888,88 DMark. Die 890 Quadratmeter werden anschließend vollständig saniert und in neue Wohnungen umgewandelt. Schmidt setzt auf eine stadtteilbezogene Nutzung des Valentin-Hauses.
Einer der ersten Mieter wird der Verein der Freunde der Vorstadt Au sein. Auch ein kleiner Kunstverlag soll einziehen. Insgesamt fünf Wohnungen sollen vermietet werden. Im Hof sollen vier Stadthäuser und ein modernes, verglastes turmartiges Architekturbüro entstehen.
15. 9 1870 - Karl Valentins älteste Schwester Elisabeth wird geboren
München-Au * Karl Valentins älteste Schwester Elisabeth wird geboren. Sie stirbt kurz nach der Geburt.
1932 - Ludwig Weinberger designet Dr. Joseph Fuchs' Bugatti Royale
München-Au * Ludwig Weinberger junior macht den Zwanzig-Mann-Betrieb in der Zeppelinstraße 41 in der Autowelt über Nacht berühmt. Der Nürnberger Modearzt Dr. Joseph Fuchs, der bereits auch einige Rennen mit kleineren Bugatti-Rennwagen gefahren ist, lässt in der Werkstatt in der Au sein Bugatti Royale-Fahrgestell (Typ 41) mit einer imposanten Karosserie versehen.
- Das Chassis 41-121 ist das erste Fahrgestell der Bugatti-Royale-Serie, das nur einen Aufbau erhält.
- Das Luxusauto erhält eine Cabriolet-Karosserie mit langer Motorhaube und knapp geschnittenem Fahrgastabteil.
- Das Auto wird mit einer schwarzen Lackierung, die auch die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder aufweist, und hellem Verdeck ausgeliefert.
- Die Sitze werden mit grobporigem Schweinsleder bezogen.
- Die Kühlermaske und die Stoßstangen sind verchromt.
- Drei Monate dauert die Herstellung der „Karosserie“, die etwa 7.000 RM kostet.
Das Fahrgestell für das Auto der Luxusklasse war rund 75.000 RM teuer. Der Gesamtpreis entspricht dem Wert von mehr als acht Einfamilienhäusern.
2. 6 1999 - Die Gartenanlagen im Valentin-Geburtshaus sind abgeschlossen
München-Au * Die Freiflächen, der Garten, des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 werden amtlicherseits abgenommen. Damit ist das Bauvorhaben endgültig abgeschlossen.
Um den 10. 2 1999 - Amtliche Abnahme der Baumaßnahme Karl-Valentin-Geburtshaus
München-Au * Die Amtliche Abnahme der Baumaßnahme Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41.
16. 7 1875 - Karl Falks Ausbauarbeiten werden von der Baupolizei abgenommen
München-Au * Der Anbau für das Wohnhaus des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk an der Entenbachstraße 63 wird von der Baupolizei abschließend besichtigt. Mit der Umbaumaßnahme ergibt sich ein Raumgewinn von zwei größeren Zimmern pro Etage, die als Wohnungen vermietet werden. Der Eingang ist auf die Rückseite verlegt worden. Das Dach ist zur Hofseite hin abgewalmt.
1914 - Im Karl-Valentin-Geburtshaus wird ein Ausstellungsraum eingerichtet
München-Au * Im Vordergebäude des Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 wird ein Ausstellungsraum für Kraftfahrzeuge der Firma Weinberger eingerichtet. Der Hauseingang wird wieder an die Vorderseite verlegt.
17. 7 1985 - Abriss des Karl-Valentin-Geburtshauses abgelehnt
München - München-Au * Der Planungsausschuss des Stadtrats lehnt den Antrag auf Abriss des „Karl-Valentin-Geburtshaues“ in der Zeppelinstraße 41 ab und tritt mit den Eigentümern, Bernhard Sprenger und Evelyn Hofer, in Verkaufsverhandlungen ein.
27. 4 1993 - Schwierigkeiten mit dem Karl-Valentin-Geburtshaus werden dargelegt
München-Au * Die Stadtbaurätin Christiane Thalgott teilt dem Dipl.-Ing. Klaus Schmidt die Schwierigkeiten mit dem Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 mit.
21. 7 1994 - Der Stadtrat beschließt den Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses
München-Au * Der Stadtrat beschließt mit schwarz-grüner Mehrheit den Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 an Rudolph Moshammer. Sein Konzept sieht folgendermaßen aus: Moshammer will im Valentin-Haus die „längste Theke Münchens“ einrichten. Eine Gaststätte im Vorderhaus mit etwas Wohnraum darüber, ein weiteres Lokal im Bistrostil samt Terrasse, ein Kino oder Theaterraum im Rückgebäude.
1. 12 1994 - Moshammer mit der Unterbringung der Freunde der Au einverstanden
München-Au * Der Modeschöpfer Rudolph Moshammer erklärt sich mit der Unterbringung der Freunde der Vorstadt Au in den Räumen des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 einverstanden. Der Passus wird in dem Vertrag aufgenommen.
5. 5 1995 - Löwenbräu will sich am Karl-Valentin-Geburtshaus beteiligen
München-Au * Löwenbräu will sich am Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 beteiligen, wenn die Stadt die Gaststättennutzung genehmigt.
Um den 10. 9 1995 - Der Dipl.-Ing. Klaus Schmidt reicht ein Angebot ein
München -München-Au * Die Bewerbung von Dipl.-Ing. Klaus Schmidt für das Karl-Valentin-Geburtshaus wird eingereicht. Er erhöht sein Kaufangebot von damals 800.000 DMark auf die valentieske Summe von 888.888,88 DMark.
1. 2 1996 - Rudolph Moshammer zieht sich vom Projekt Valentin-Geburtshaus zurück
München-Au * Der Modeschöpfer Rudolph Moshammer zieht sich - völlig frustriert und regelrecht verbittert sowie unter einem Wust von Vorwürfen gegenüber der Landeshauptstadt München - von dem Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 zurück.
Den Bezirksausschussvorsitzenden Hermann Wilhelm bezeichnet er in diesem Zusammenhang als „Vereinsmeier ohne Durchblick“. Er selbst empfindet sich als ein „Opfer von Zauderern“ im Planungsreferat. Der Herrenschneider wörtlich: „Das ganze Land befindet sich in der schwersten wirtschaftlichen Krise, seit seinem Bestehen. Eine Krise, die sich in Zukunft nur noch verschlimmern wird.“ Und weiter: „Angesichts einer solchen Zukunft dürfte man eigentlich gar nichts mehr investieren.“
Zuvor war in mehreren Anträgen des Bezirksausschusses und verschiedenen Bürgerversammlungen gefordert worden, die Verhandlungen mit dem Münchner Modezaren wegen „offensichtlichem Desinteresse“ einzustellen. Die bereits im Herbst 1993 eingereichte Bewerbung des Nachbarn Klaus Schmidt wird an den Planungsausschuss weitergeleitet.
8. 7 1864 - Johann Valentin Fey wird als Bürger und Tapezierer aufgenommen
München - München-Au * Durch Beschluss des Magistrats wird Johann Valentin Fey, der spätere Vater von Karl Valentin, „als Bürger und Tapezierer dahier aufgenommen“. Das kostet dem Neubürger 75 Gulden Bürgeraufnahmsgebühren.
21. 4 1997 - Die Fundamentierungsarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus beginnen
München-Au * Beginn der Fundamentierungsarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41.
4. 6 1882 - Valentin Ludwig Fey (= Karl Valentin) wird in der Vorstadt Au geboren
München-Au * Valentin Ludwig Fey wird als Sohn des Tapeziermeisters Johann Valentin Fey und seiner Ehefrau Johanna Maria in der Entenbachstraße 64/I, heute: Zeppelinstraße 41, geboren.
2. 4 1992 - Sanierung des Karl-Valentin-Geburtshauses nicht finanzierbar
München-Au * Der Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 wird beschlossen, nachdem man den Sanierungsbedarf berechnet hat. Er ist mit 6 Millionen DMark für die Stadt München nicht finanzierbar.
18. 4 1992 - Verkaufsinserat für das Karl-Valentin-Geburtshaus in der SZ abgedruckt
München-Au * Ein Verkaufsinserat für das Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 wird in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt.
23. 10 1992 - Bezirksausschuss lehnt Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses ab
München-Au * Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen lehnt den Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 ab und beantragt die Erstellung eines Sanierungsgutachtens durch die Münchner Gesellschaft für Stadtsanierung - MGS. Bis zur Erstellung des Gutachtens sind alle Verkaufsabsichten zu stoppen.
5. 4 1993 - Die Münchner Gesellschaft für Stadtsanierung legt ihr Gutachten vor
München-Au * Das Sanierungsgutachten der Münchner Gesellschaft für Stadtsanierung - MGS listet die Kosten für die weitere Vorgehensweise mit dem Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 auf.
- Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes würde 6 Millionen DMark kosten,
- ein Teilabbruch und Sanierung kämen auf 5,5 Millionen DMark,
- ein Abbruch und anschließender Neubau würde mit 5 Millionen DMark zu Buche schlagen.
13. 8 1993 - Der Heimatpfleger fordert den Erhalt des Karl-Valentin-Geburtshauses
München-Au * Der Heimatpfleger fordert den Erhalt des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41.
7. 9 1994 - Der Vertragsentwurf geht an den Modeschöpfer Rudolph Moshammer
München-Au * Der Vertragsentwurf für den Verkauf des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41 geht an den Modeschöpfer Rudolph Moshammer.
Um den 1. 9 1996 - Die Verkaufsverhandlungen sind kurz vorm scheitern
München-Au * Beinahe wären die Verkaufsverhandlungen für das Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 gescheitert. Dipl.-Ing. Klaus Schmidt: „Ich war schon kurz vor dem Hinschmeißen - wegen der Auflagen und der Kosten“.
Nun scheint alles perfekt. Und höchste Zeit ist es geworden. Das Gebäude ist schon 20 Zentimeter in den sandigen Kiesboden eingesackt. Risse durchziehen die Wände. Damit das Haus nicht auseinander fällt, mussten von außen Quer- und Stützbalken angebracht werden.
21. 8 1876 - Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren
München-Au * Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren.
5. 10 1902 - Karl Valentin über seinen Nürnberger Auftritt im Zeughaus
Nürnberg - München-Au * Karl Valentin schreibt an seine Eltern über seinen Auftritt im Nürnberger Zeughaus:
„Mir geht es sehr gut. Ich bin unberufen sehr gesund und habe mir den ersten Abend Asthma geholt. Ein Zimmer habe ich, da ist unser Knechtzimmer ein Salon dagegen. - Das Programm besteht aus 8 Damen (keine Angst haben) und aus mir.“
1898 - Ludwig Weinberger gründet eine Wagnerei
München-Au * Ludwig Weinberger senior gründet eine Wagnerei in der Brunnthaler Straße und beschäftigt sich zunächst mit der Herstellung von Pferdefuhrwerken.
1904 - Ludwig Weinberger senior karossiert seinen ersten Motorwagen
München-Au * Ludwig Weinberger senior karossiert seinen ersten Motorwagen. Damals sind Automobile überlicherweise noch zweigeteilt:
- Es gibt einerseits das Fahrgestell mit Motor und Kühler - das Chassis - und dann noch
- die Karosserie als zweiten Bestandteil.
Meistens werden beide Komponenten nicht vom selben Hersteller produziert, weshalb es den Beruf des Wagenbauers gibt. Eineinhalb Jahrzehnte lang gestaltet Ludwig Weinberger senior verschiedenste Fahrgestelle mit einzelgefertigten Aufbauten, ganz nach Wunsch des Kunden.
1953 - Ludwig Weinberger gibt aus Altersgründen den Karosseriebau auf
München-Au * Der in der Zwischenzeit weltweit angesehene Auto-Designer Ludwig Weinberger gibt aus Altersgründen den Karosseriebau auf und zieht sich ins Privatleben zurück. Ludwig Weinberger hat - nach eigenesn Angaben - insgesamt etwa zehn Bugattis und fast 300 BMW- Fahrgestelle karossiert.
Das Anwesen in der Zeppelinstraße 41 bleibt auch weiterhin in Weinbergers Familienbesitz.
Um den 15. 12 1998 - Die Bauarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus sind fertig gestellt
München-Au * Die Bauarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 sind fertig gestellt. Die Baumaßnahme hat rund 7 Millionen DMark verschlungen.
1. 7 1997 - Die Bauarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus beginnen
München-Au * Die Bauarbeiten am Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 beginnen.
19. 6 1997 - Baugenehmigung für das Karl-Valentin-Geburtshaus
München-Au * Die Baugenehmigung des Referats für Stadtplanung für das Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 liegt vor.
1. 10 1851 - Karl Falk erhält die Genehmigung zum Neubau seines Wohnhauses
Vorstadt Au * Die Baubehörde der K. Haupt- und Residenzstadt München erteilt dem bürgerlichen Tapezierermeister Karl Falk die Genehmigung zum Neubau seines Wohn- und Waschhauses in der Unteren Isargasse 45. Die Pläne stammen von dem Maurermeister Johann Babenstuber und dem Zimmermeister Peter Erlacher.
Der für München typische verputzte Ziegelsteinbau umfasst ein Erdgeschoss und zwei Geschosse mit vier Fensterachsen. Nur der ältere Teil des Hauses ist unterkellert. Der Eingang befindet sich - über drei Stufen - an der rechten Seite des Wohnhauses. Das Treppenhaus befindet sich im rückwärtigen Teil des Gebäudes. Die drei Wohnetagen besitzen identische Grundrisse. In jedem Stockwerk befindet sich eine Wohnung mit jeweils drei Zimmern, Küche, Abort und Abstellkammer.
1855 - Nie ausgeführte Ausbaupläne für das Anwesen von Karl Falk
München-Au * Pläne zum Ausbau des Dachgeschosses für das Wohnhaus des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk werden zwar erstellt, aber nie ausgeführt. Die Höhe der zusätzlichen Wohnung hätte wegen des Satteldachs nur rund 2.30 Meter betragen.
4. 3 1864 - Johann Valentin Fey will eine persönliche Tapeciererconzession
München * Der aus Darmstadt stammende Johann Valentin Fey stellt beim Münchner Magistrat im Alter von 30 Jahren den Antrag für eine persönliche Tapeciererconzession. Er tritt dabei gegen den Tapeziergehilfen Voll in Konkurrenz.
- Als persönliches Vermögen gibt er 1.000 Gulden Elterngut und 550 Gulden Ersparnisse an.
- Des weiteren legt er ein notariell beglaubigtes Zeugnis des Tapezierers Karl Falk vor, bei dem er elf Jahre gearbeitet hat,
- und sein in Freising absolviertes Prüfungszeugnis vom 25. November 1863, in dem ihm die Note I „vorzüglich“ attestiert wird.
16. 9 1864 - Johann Valentin Fey kann nach München übersiedeln
Darmstadt * Das Großherzogliche Hessische Kreisamt Darmstadt erteilt dem Tapezierer Johann Valentin Fey die Entlassung aus dem Großherzoglich Hessischen Unterthanen-Verbande. Damit steht seiner endgültigen Übersiedlung nach München nichts mehr im Wege.
29. 10 1864 - Johann Valentin Fey erwirbt das Münchner Bürgerrecht
München-Au - München * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, erwirbt das kostenpflichtige und mit einem direkten Steuersatz verbundene Münchner Bürgerrecht, das nur etwa 5 Prozent der Münchner Einwohnerschaft besitzen. Damit verbunden ist beispielsweise das kommunale Wahlrecht. (siehe auch 5. Dezember 1893)
8. 8 1874 - Karl Valentins Geburtshaus wird um drei Fensterachsen erweitert
München-Au * Unter der Bauherrschaft des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk wird von den Maurermeistern Muckenthaler & Sepp an das vier Fensterachsen umfassende Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 ein Neubau mit drei Fensterachsen angefügt. In diesem Teil der heutigen Zeppelinstraße 41 befindet sich der Geburtsort von Karl Valentin.
1954 - Eine Gedenktafel am Geburtshaus des großen Komikers
München-Au * Am Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 wird eine Gedenktafel für den großen Komiker angebracht und von seiner langjährigen Partnerin Liesl Karlstadt eingeweiht. Anwesend ist auch Schorsch Blädel und viele Fahnenabordnungen.
Die Tafel ist eine Stiftung der Freunde des Nationaltheaters unter Federführung der Süddeutschen Zeitung. Anlass ist die 100-jährige Eingemeindung der Au, Haidhausens und Giesings nach München.
Um den 30. 5 1993 - Kein innerstädtisches Interesse am Erwerb des Valentin-Geburtshauses
München * Die Münchner Wohnungsbau-Gesellschaften und die Münchner Gesellschaft für Stadtsanierung - MGS haben kein Interesse am Erwerb des Karl-Valentin-Geburtshauses in der Zeppelinstraße 41.
24. 1 1995 - Rudolph Moshammer verliert seinen Investor
München-Au * Der Investor des Modeschöpfers Rudolph Moshammer hat von dem Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 Abstand genommen, weil sein Investor abgesprungen ist. Ein neuer Investor wird gesucht, was etwa zwei bis drei Monate dauern wird.
27. 9 1851 - Karl Falks Bauantrag wird vom Auer Magistrat genehmigt
Vorstadt Au * Der Magistrat der Vorstadt Au genehmigt den Antrag des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk für ein neuzuerbauendes Wohn- und Waschhaus in der Unteren Isargasse 45, später Entenbachstraße 63, heute: Zeppelinstraße 41. Es handelt sich dabei um das spätere Geburtshaus der Münchner Volkssängers Karl Valentin.
13. 7 1869 - Ein Gesuch um Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses
München - München-Au * Johann Valentin Fey stellt ein „Gesuch um Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses“. Der verwitwete Tapezierer möchte Johanna Maria Schatte heiraten.
14. 11 1883 - Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63
München-Au * Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später:Zeppelistraße 41] vom Tapezierer Karl Falk um 50.000 Mark.
6. 2 1884 - Das Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 wird erneut umgebaut
Au * Der Anbau am Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelistraße 41] wird seit Dezember 1883 erneut umgebaut. In jedem der drei Stockwerk werden Wände eingezogen, die die Errichtung einer separaten Küche ermöglichen. Die Herde und Öfen müssen einen Mindestabstand zu den mit Lehm verputzten Lattenwänden aufweisen.
7. 10 1906 - Das Fey-Anwesen wird an den Spediteur Adolf Weiß verkauft
München-Au * Das Fey-Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelinstraße 41] wird um 74.018 Mark an den Spediteur Adolf Weiß und seine Ehefrau Maria über. Nach Abzug aller ausstehenden Forderungen und Hypotheken, die noch der verstorbene Vater „infolge schlechten Geschäftsganges“ aufgenommen hat, verbleiben Karl Valentin und seiner Mutter etwa 6.000 Mark.
1910 - Die Zeppelinstraße 41 geht in das Eigentum von Ludwig Weinberger sen. über
München-Au * Das Anwesen in der Zeppelinstraße 41 geht in das Eigentum von Ludwig Weinberger senior über. Er lässt das Rückgebäude der ehemaligen Spedition Falk & Fey abreißen und baut dort neue Werkstätten ein.
11. 9 1906 - Der etablierte Spediteur Jean Hopp stirb
München - München-Au * Der etablierte Spediteur Jean Hopp stirb im Alter von 39 Jahren. Er kaufte kurz vor seinem Tod die Firma Falk & Fey samt Inventar um 2.000 Mark. Der erst 1903 aus der damals bayerischen Rheinpfalz nach München zugewanderte Unternehmer will durch den Firmenkauf als „lange eingeführte Firma“ erscheinen.
29. 8 1869 - Johann Valentin Fey heiratet Johanna Maria Schatte
München-Au - Herwigsdorf * Der 36-jährige Tapezierer Johann Valentin Fey heiratet die 24-jährige Köchin Johanna Maria Schatte aus Zittau in Herwigsdorf in Sachsen nach evangelischem Ritus. Sie möchten ganz bewusst der selben Zeremonie im erzkatholischen München entgehen.
1853 - Die Kohleninsel erhält ihren Namen
München * Das Eiland zwischen den beiden Isarbrücken wird als „sogenannte Kohleninsel“ bezeichnet. Sicherlich erhält sie ihren Namen aufgrund ihrer Funktion als Lände für den Floßverkehr und als Lagerplatz für Kalksteine und Holzkohle.
7. 6 1993 - Gesuch für eine Abbruchgenehmigung für das Karl-Valentin-Geburtshaus
München-Au * Beim Planungsreferat wird um eine Abbruchgenehmigung für das Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 ersucht.
13. 10 1995 - Zusätzliche Probleme tauchen auf
München-Au * Probleme der Stellplatzablöse, der baurechtlichen Genehmigungen einer Hofüberdachung und des Umfangs der Gaststättennutzung tauchen auf. Inzwischen will der Modemacher Rudolf Moshammer in dem Projekt Karl-Valentin-Geburtshaus in der Zeppelinstraße 41 auch eine Schule für männliche Mannequins unterbringen. Einen konkreten, greifbaren Plan legt Rudolph Moshammer - trotz mehrerer Aufforderungen - nie vor.
5. 8 1902 - „Ich heiße jetzt und für immer KARL VALENTIN“
München-Au * In einem Liebesbrief an seine spätere Ehefrau Gisela Royes schreibt Valentin Ludwig Fey: „Ich heiße jetzt und für immer KARL VALENTIN - Münchner Original Humorist“.
Wirklich unveränderlich wird sein Name allerdings erst ab 1907.
25. 12 1705 - Die Aufständischen besetzen den Roten Turm und die Isarbrücke
München * Gegen 1 Uhr besetzen die oberländischen Aufständischen den Roten Turm und die Isarbrücke. Die kaiserliche Besatzung vermeidet einen Kampf und zieht sich zum stärker befestigten Isartor zurück.
Die gleichzeitig erwartete Erhebung der Münchner Bürgerschaft bleibt aus. Die kaiserlichen Truppen sind auf den Angriff gut vorbereitet und sichern die Zugänge zur Stadt. Trotz ihres ersten Erfolgs stehen die Oberländer damit weiterhin vor verschlossenen Toren.
5. 5 1919 - 12 Perlacher Arbeiter werden im Hofbräukeller hingerichtet
München-Haidhausen * Der 19-jährige Konrad Zeller sagt als Zeuge der Erschießungen im Hofbräukeller folgendes aus: „Gleich nach unserer Ankunft im Hofbräukeller mussten wir in Reihe antreten. Jemand, wer weiß ich nicht, gab den Befehl: ‚Ludwig raus‘. Ludwig wurde von 2 Soldaten hinter das Auto geführt. Gleich darauf krachte es 2 oder 3 mal. Ich glaube, dass Ludwig sofort erschossen worden ist“.
Gegen Mittag werden die übrigen elf Perlacher von Erschießungskommandos hingerichtet. Bei den Ermordeten handelt es sich um den bereits erwähnten Hafnermeister Josef Ludwig sowie die Hilfsarbeiter Artur Koch, Johann Keil, Sebastian Hufnagel, Albert Dengler, sowie den Arbeiter Albert Krebs, der Schweizer Staatsbürger war, weiters um den Schreiner Georg Jakob, den Maurer Josef Jakob, den Eisenbahnarbeiter Georg Eichner, den Arbeiter Konrad Zeller, den Korbmacher August Stöber und den Former Johann Fichtl.
Josef Ludwig ist Vorsitzender des Perlacher Arbeitersrats, dem aus dem Kreis der Ermordeten noch Josef Jakob und August Stöber angehören. Außerdem ist Ludwig Mitglied im Gemeindeausschuss und steht dem wichtigen Lebensmittelausschuss vor.
Von den zwölf Ermordeten sind zehn Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - USPD. Zwei der Getöteten sind Junggesellen; insgesamt werden zehn Frauen zu Witwen, die sich um 46, davon 35 minderjährige Kinder [!], sorgen müssen.
1. 10 1872 - Der Magistrat beschließt die Namensgebung für das Franzosenviertel
München * Der Magistrat beschließt die Namensgebung für das Franzosenviertel.
10. 8 1896 - Erstmals wird in Haidhausen „Hofbräubier“ gebraut
München-Haidhausen * Erstmals wird in Haidhausen Hofbräubier gebraut.
Um 1870 - In München befindet sich der größte Floßhafen Europas
München * Die Flößerei hat ihren Höhepunkt erreicht. In München befindet sich zu dieser Zeit der größte Floßhafen Europas - jährlich landeten etwa 12.000 Flöße an der Insel an, das Holz wird vorrangig als Brennholz, aber auch als Bauholz verwendet.
13. 11 1906 - Kaiser Wilhelm II. legt den Grundstein für das Deutsche Museum
München-Isarvorstadt - Museuminsel * Kaiser Wilhelm II. legt im Beisein des Prinzen Ludwig III. von Bayern den Grundstein für das Deutsche Museum.
6. 10 1742 - Die österreichischen Truppen verlassen München
München * Die österreichischen Truppen verlassen München. Sie legen noch Feuer an das Tor des Roten Turms und an die Isarbrücke.
1995 - Margot und Günter Steinberg übernehmen den Hofbräukeller
München-Haidhausen * Margot und Günter Steinberg übernehmen den Hofbräukeller am Wiener Platz in Haidhausen.
1974 - Metzgermeister Sepp Krätz arbeitet als Schankkellner
München-Haidhausen * Der Metzgermeister Sepp Krätz arbeitet als Schankkellner im Hofbräukeller, später im Hirschgarten.
13. 1 1926 - Die Mörder werden durch ein Münchner Schwurgericht freigesprochen
München * Die beiden Hauptverantwortlichen der Perlacher Arbeitermorde im Hofbräukeller, Leutnant Georg Pölzing und Vizewachtmeister Erich Prüfert, werden durch ein Münchner Schwurgericht freigesprochen.
7. 8 1926 - Das Reichsgericht in Berlin bestätigt die Freisprüche
Berlin * Das Reichsgericht in Berlin bestätigt die Freisprüche der beiden Hauptverantwortlichen der Perlacher Arbeitermorde im Hofbräukeller, Leutnant Georg Pölzing und Vizewachtmeister Erich Prüfert.
16. 10 1919 - Adolf Hitler hält im Hofbräukeller seine erste parteipolitische Rede
München-Haidhausen * Adolf Hitler hält im Hofbräukeller am Wiener Platz die erste parteipolitische Rede seines Lebens.
7. 9 2017 - Ricky Steinberg und Silja Schrank-Steinberg sind offiziell Wiesnwirte
München-Haidhausen * Margot (68) und Günter Steinberg (78) geben bei der Präsentation ihres traditionellen Wiesn-Kruges überraschend bekannt, dass sie sich aus dem operativen Bereich im Hofbräuhaus-Festzelt zurückziehen werden. Die Leitung der HB-Festhalle übernehmen deren Kinder Ricky Steinberg (47) und Silja Schrank-Steinberg (45), die schon seit vielen Jahren auf der Wiesn und im Hofbräukeller mitarbeiten.
23. 2 1904 - Südteil der Kohleninsel für das Deutsche Museum vorgesehen
München-Isarvorstadt * Die städtischen Kollegien beschließen am 23. Februar und am 17. März 1904, dem neu gegründeten „Deutschen Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik“ den südlichen Teil der Kohleninsel im Wege des Erbbaurechts zu überlassen.
17. 9 1938 - Die neue Postwiese wird mit einem Kinderfest eröffnet
München-Haidhausen * Mit einem Kinderfest wird die fast 4 Tagwerk große neue Postwiese eröffnet, die sich seitdem bei alt und Jung großer Beliebtheit erfreut. Die Stadtverwaltung hat die Grube auffüllen und den Platz zu einem Spielplatz und zu einer Erholungsstätte für die Bevölkerung umgewandelt.
- Die Postwiese wird als erster ausschließlich für das Spielen eingerichteter Platz errichtet.
- Er ist die erste große Anlage mit einer räumlichen Gliederung in einzelne Spiel- und Aufenthaltsbereiche.
- Die Bepflanzung ist - gemessen an der Fläche von 11.720 Quadratmetern - eher spärlich.
- Drei Straßenseiten werden durch Hecken unter einer Lindenallee abgeschirmt, an der vierten Seite befinden sich vor den Häusern stattliche Säulenpappeln.
1704 - Zwei Ordensfrauen gründen die Niederlassung Lilienthal
Au * Zwei Ordensfrauen aus der Gemeinschaft vom Lilienberg beziehen unterhalb des Gaisbergs ein Haus mit Garten. Ihre neue klosterähnliche Niederlassung nennen sie „Kloster Lilienthal“. Damit besteht neben der Gemeinschaft auf dem Lilienberg vorübergehend ein zweiter Standort in der Au.
1898 - Der Kabelsteg wird zur Kabelüberführung errichtet
München-Haidhausen - München-Lehel * Der Kabelsteg - Münchens schönste und meistfotografierte Brücke - wird zur Kabelüberführung errichtet.
5 1925 - Das Deutsche Museum zieht auf die Kohleninsel um
München-Isarvorstadt * Die Sammlungen des Deutschen Museums ziehen von der Maximilianstraße 42 auf die inzwischen in Museumsinsel umbenannte Kohleninsel. Anschließend werden die Räume umfassend renoviert, um das Völkerkundemuseum – das heutige Museum Fünf Kontinente – dort unterzubringen.
21. 10 1819 - Freiherr Aron Elias von Eichthal lässt sich taufen
Au * Fünf Jahre nach seiner Erhebung in den bayerischen Adelsstand lässt sich Freiherr Aron Elias von Eichthal in der Mariahilf-Kirche in der Au taufen. Er erhält den Vornamen Leonhard.
6. 10 2015 - Auf der Museumsinsel wird eine 250-Kilo-Fliegerbombe entdeckt
München-Isarvorstadt * Auf der Museumsinsel wird eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Es handelt sich um einen sogenannten Zerscheller, also den Überrest einer nicht detonierten, aber in der Luft oder beim Aufschlag zerbrochenen amerikanischen Bombe.
Es ist der erste Bombenfund auf der im Krieg schwer getroffenen Museumsinsel.
27. 5 1811 - Grundsteinlegung für die Neue Isarkaserne
München-Isarvorstadt * Grundsteinlegung für die Neue Isarkaserne an der Zweibrückenstraße. Auf dem Baugelände befinden sich noch die Obst- und Gemüsegärten des Stifts der Englischen Fräulein. In der Nachbarschaft liegen der Holzlagerplatz der Münchner Kistlerzunft und eine Werkstatt der Stadt, in der die hölzernen Wasserleitungsrohre gebohrt werden.
Der Flurname An den Schweineställen, in früherer Zeit auch Plärrer, kommt vom Verbot der Schweinehaltung in der inneren Stadt.
4. 8 1956 - Halbstarken-Proteste auf der Auer Dult
München-Au * Während der Jakobi-Dult des Jahres 1956 gibt es erhebliche Schwierigkeiten, nachdem rund 150 Jugendliche nach der Schlussstunde das Dultgelände nicht verlassen wollen. Sie johlen, pfeiffen und leisten Widerstand gegen die Maßnahmen der Polizei. Erst das herbeigerufene Überfallkommando kann die Ordnung wieder herstellen.
Um den 20. 8 1956 - Debatte um Jugendkontrolle und Polizeigewalt
München - München-Au * Der CSU-Landtagsabgeordnete und spätere Innenminister Heinrich Junker tut sich als Scharfmacher hervor. Er stellt einen Antrag für Maßnahmen zum Schutze der Jugend, in dem er
- die ständige Überwachung von Kinos, Gaststätten und Parkanlagen,
- die Überwachung der jugendlichen Kraftfahrer, insbesondere der Mopedfahrer und
- die Bekämpfung jeglicher auftretender Bandenbildung fordert.
Zur Durchsetzung seines Antrags unterstützt er
- das „rücksichtslose Eingreifen der Polizei“,
- deren „rücksichtslose Gewaltanwendung“,
- die „Brechung jeglichen Widerstands […] mit allen an die Grenze des Gesetzes gehenden Mitteln“ und
- die „Anweisung an die Staatsanwaltschaft, bei Vergehen und Verbrechen schärfsten Strafantrag zu stellen“.
Junker kann sich mit seinen Vorstellungen gegen die SPD-dominierte Viererkoalition nicht durchsetzen. Dieser Erfolg liegt an dem SPD-Landtagsabgeordneten Rudolf Schlichtinger, der sich für die Interessen und Nöte der Jugendlichen einsetzt. Ihm geht es nicht darum, „wie man ‚die Halbstarken‘ bekämpfen und gegebenenfalls vernichten kann, sondern wie man junge Menschen davor bewahren kann, Rowdys oder Verbrecher zuwerden“ und wehrt sich gegen das Modewort „Halbstarke“.
23. 8 1890 - Die Instandsetzungsarbeiten an der Neuen Isarkaserne beginnen
München-Isarvorstadt * Die Instandsetzungsarbeiten an der Neuen Isarkaserne beginnen. Die Reparaturen sind bis zum Frühjahr 1893 abgeschlossen.
1803 - Eine neue Pfarrkirche für die Au
Au * Die Mariahilf-Kirche wird die neue Auer-Pfarrkirche.
4. 6 1902 - Die Neue Isarkaserne wird an die Garnisonverwaltung übergeben
München-Isarvorstadt * Die Neue Isarkaserne an der Zweibrückenstraße wird an die Garnisonverwaltung übergeben.
4. 5 1919 - Das Freikorp Lützow holt 13 Perlacher Arbeiter aus ihren Wohnungen
Perlach * Noch in der Nacht zum 5. Mai holen Angehörige des Freikorps Lützow dreizehn Perlacher Arbeiter aus ihren Wohnungen und misshandeln diese bereits auf dem Weg zum Hofbräukeller auf bestialische Art und Weise.
Die Gefangenen werden noch in Perlach an die Wand gestellt, worauf ein Feldwebel das Kommando zum Entsichern gibt. In der Perlacher Wirtschaft Zur Post, wohin man die Verhafteten dann führt, werden sie wieder an die Wand gestellt. Als ihnen der Gastwirt Kaffee geben will, erwidern die Soldaten: „Die brauchen keinen Kaffee mehr“. Die Ermordung der Verhafteten ist von Anfang an geplant, die Vernehmung eine reine Farce.
Ab dem Jahr 1878 - Das Zechmeister‘sche Streckennetz wird ausgeweitet
München * In der Zeit von 1878 bis 1880 wird das Zechmeister‘sche Streckennetz auch auf Haidhausen und zum Mariahilfplatz ausgeweitet.
- Die Betriebszeit ist von 7:30 Uhr morgens bis 19:30 Uhr abends.
- Die klassische Linie 1 verkehrt alle sechs Minuten, die anderen Linien in einem zeitlichen Abstand von zwölf Minuten.
- Der Fahrpreis ist inzwischen allerdings auf zehn Pfennige festgelegt worden.
1897 - Die Gasteig-Anlage wird zur Maximilians-Anlage
München-Haidhausen * Prinzregent Luitpold ändert die Bezeichnung Gasteig-Anlage in Maximilians-Anlage um. Sie ist im Besitz des Privatfamilien-Fideicomisses Sr. Majestät des Königs Max II. und fällt unter die Zuständigkeit der Königlichen Hofgartendirektion.
17. 8 1956 - Lassen uns von Lausbuben nicht auf der Nase herumtanzen!
München - München-Au * Innenminister Dr. August Geislhöringer von der Bayernpartei äußert sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung zu den Vorfällen mit den „Halbstarken“ auf der Auer Dult folgendermaßen: „Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen, am wenigsten von Lausbuben!“
5. 8 1956 - Die Halbstarken-Proteste auf der Dult gehen weiter
München-Au * Am Nachmittag trifft sich eine größere Anzahl von Jugendlichen und Halbwüchsigen vor allem bei den Fahrgeschäften auf der Auer Jakobi-Dult. Sie pöbeln die Polizeibeamten an und beschimpfen sie.
Gegen 20:20 Uhr weigern sich etwa 100 Jugendliche am Autoskooter den Platz zu räumen. Die Aufforderung zur Räumung des Platzes wird von den Burschen mit Geschrei und Pfeifen beantwortet. Der Widerstand gegen die Räumungsversuche der Polizei ist zunächst völlig passiver Natur. Die Burschen bleiben meist mit Händen in der Hosentasche hartnäckig stehen und müssen von den Beamten durch fortwährendes Schieben aus dem Dultgelände entfernt werden. Nach etwa 10 Minuten ist das Dultgelände geräumt und die Beamten werden wieder zurückgezogen.
Da ziehen zwei Jugendliche mit Geschrei und Gejohle über den bereits leer geräumten Platz, denen sich eine lärmende Horde junger Burschen anschließt, die mit lautem Geschrei über den Platz marschiert. Auch die nunmehr erfolgte Festnahme der beiden Jungen ändert nichts mehr. Die Jugendlichen rotten sich zusammen.
Die erneut eingesetzten Polizeibeamten werden teilweise von der Masse der Jugendlichen, die sich inzwischen auf etwa 300 erhöht hat, eingekeilt und muss von Gummiknüppeln Gebrauch machen. Sie werden mit Geschrei und Schimpfworten bedacht. Die eingesetzten Funkstreifenwagen werden mit Steinen beworfen.
Bis 2015 - Die Giesinger Brauerei will ihren Marktanteil ausbauen
München-Obergiesing - München-Au * Die Giesinger Brauerei will ein fester Bestandteil der Auer Dult werden und gleichzeitig ihren Marktanteil in München auf ein halbes Prozent ausbauen. Das hört sich im ersten Moment nach wenig an, ist aber in einer Stadt wie München ein beachtlicher Beitrag.
6 1933 - Keine Personen jüdischer Abstammung auf der Auer Sommerdult
München-Au * Der NS-Stadtrat bestimmt, dass für die Auer Sommerdult keine Personen jüdischer Abstammung zugelassen werden.
6. 5 1925 - Festabend vor der Museumseröffnung
München * Am Vorabend der Eröffnung des Deutschen Museums auf der Museumsinsel lädt der Magistrat der Stadt München zu einem festlichen Begrüßungsabend ein. Zum Unterhaltungsprogramm gehören auch Tanz- und Bühnendarbietungen mit leicht bekleideten Tänzerinnen – ganz im Stil der Revuekultur der 1920er Jahre.
14. 9 1956 - Dialog statt Repression bei den „Halbstarken“
München - München-Au * Der SPD-Landtagsabgeordneten Rudolf Schlichtinger macht in der Frage der des Umgangs mit den „Halbstarken-Krawallen“ auf der Auer Jakobi-Dult das einzig Richtige, indem er nicht über, sondern mit der Jugend sprechen will.
In Zusammenarbeit mit dem Jungbürger- und Jugendforum München veranstaltet er im Hofbräukeller eine öffentliche Diskussion über das Thema „Gibt es Halbstarke?“. Die eingeladenen Blasnführer kommen zur Diskussion und tragen ihre Forderungen vor. In Zusammenarbeit mit der Polizei und der Presse kann das Problem in München im Laufe der Zeit eingedämmt werden. Das wird aber erst nach den „Schwabinger Krawallen“ sein.
5. 5 1925 - Festumzug zur Museumsinsel
München-Isarvorstadt * Festlich geschmückt präsentiert sich die Stadt, als ein großer Umzug vom Alten Nationalmuseum durch die Münchner Innenstadt zur Museumsinsel zieht. Aufwendig gestaltete Festwagen stehen jeweils für eine technische Disziplin, ein Handwerk oder eines der vier Elemente und machen den Umzug zu einem viel beachteten Ereignis.
5 1799 - Die erste Auer-Dult auf dem Mariahilf-Platz
Au * Die Auer Dult find erstmals auf dem Mariahilf-Platz statt. Drei Tage dauert der Jahrmarkt, dem auch ein Viehmarkt angeschlossen ist.
10 1958 - Hannes König präsentiert „Die Karl-Valentin-Ausstellung 2. Teil“
München-Au * Auf der Auer Herbstdult präsentiert Hannes König in einem Zelt „Die Karl-Valentin-Ausstellung 2. Teil“. Die Ausstellung ist so erfolgreich, dass Hannes König dem Münchner Zweiten Bürgermeister Adolf Hieber von der Bayern-Partei einen Scheck über die erwirtschafteten Überschüsse überreichen kann.
Er erhält ihn sofort - als Startkapital für den Ausbau des Isartor-Turmes - zurück.
Um 4 1997 - Der Bordeauxplatz wird grundsaniert
München-Haidhausen * Der Zustand des Brunnens am Bordeauxplatz ist ein so erbärmlicher, dass das Becken abgebrochen und völlig neu aufgebaut werden muss. Da das Becken in seiner Entstehungszeit „in den Dreck gebaut” worden ist, versickern von den 15.000 Kubikmetern Wasser, die pro Saison hier verbraucht werden, gut die Hälfte im Erdreich. Ein Riss geht durch den Rehbock, dem zudem sein Geweih abhanden gekommen ist.
Damit der Bordeauxplatz seine auf alten Fotos verbürgte Ursprünglichkeit zurückgewinnt, beginnt man mit umfangreichen Umbauarbeiten. Die Grundstruktur des Platzes konnte über die Jahrzehnte im Wesentlichen erhalten werden. Nur die Wege waren breiter geworden und betongepflastert. Sie sollen wieder zu schmalen Sandwegen umgestaltet werden. Die Parkbänke waren nach innen gerückt, weg vom Straßenverkehr, dafür aber mit dem Rücken zu den Flaneuren. Auch sie sollten wieder an ihren ursprünglichen Platz rücken.
Daneben muss der nach über 120 Jahren lückenhaft gewordene Baumbestand erneuert werden, wobei die ersten Ulmen schon seit dem Jahr 1989 einer Abholzaktion zum Opfer fielen, da die weltweit auftretenden Fäulnisbakterien auch vor diesem historischen Ensemble keinen Respekt hatten. Als Ersatz pflanzte man zunächst einreihig Linden nach, „damit der Platz nicht allzu stark unter dem Schattendruck leidet“. Spätestens seit der Entdeckung des Ozonlochs weiß man den Schatten wieder zu schätzen, weshalb die Linden aus den 1990er Jahren zusammen mit den neuen Bäumen eine doppelreihige Allee rings um den Platz ergeben haben.
Der neu geschaffene Spielplatz entspricht zwar nicht dem ursprünglichen Erscheinungsbild - aber dem Bedürfnis der Eltern.
21. 2 1958 - „Chillup“ wird als Marke angemeldet
München-Isarvorstadt * Knapp neun Jahre nach der mutmaßlichen Erfindung der Currywurst meldet Herta Heuwer beim Deutschen Patentamt die Fantasiebezeichnung „Chillup“ als Marke an. Der Name ist ein Kofferwort aus „Chili“ und „Ketchup“.
23. 5 1905 - Das Deutsche Museum erhält den Südteil der Kohleninsel
München-Isarvorstadt * Am 23. und 31. Mai 1905 erweitern die Gremien dem Deutschen Museum die Zusage, den südlichen Teil der Kohleninsel im Wege des Erbbaurechts zu überlassen, auch in Richtung Norden, womit nun auch der südliche Bereich der Alten Isarkaserne einbezogen wird. Damit erscheint eine dauerhafte und sinnvolle Nutzung des verbleibenden, im städtischen Besitz befindlichen Teils der ehemaligen Kaserne als unrealistisch. Mit der Einrichtung des Bauplatzes für das Deutsche Museum müssen erste Nebengebäude weichen.
30. 5 1964 - München geht eine Städtepartnerschaft mit Bordeaux ein
München - München-Haidhausen - Bordeaux * München geht eine Städtepartnerschaft mit der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux ein. Beide Städte widmen im Laufe ihrer Beziehungen der jeweiligen Partnerstadt eine Straße oder einen Platz.
Bordeaux benennt an der repräsentativen Esplanade des Quinconces in zentraler Lage die Allée de Munich. Bayerns Landeshauptstadt München wählt einen völlig anderen Weg und stellt im Jahr 1976 am Forum der Wörthstraße einfach neue Tafeln mit dem Namen Bordeauxplatz auf.
Mit dem Forum wird ganz bestimmt einer der ansprechendsten Plätze in Haidhausen gefunden, auch wenn die Wörthstraße an eine der blutigsten Schlachten erinnert. Ob es aber amtliche Befürchtungen sind, die den Münchnern die möglicherweise schwierige Schreibweise der Partnerstadt nicht zutrauen oder nur einfach die Angst vor allzu viel Veränderung, ist nicht überliefert.
Jedenfalls besitzt der Bordeauxplatz bis heute keine Hausnummer, weshalb auch an eine solche Anschrift kein Brief zugestellt werden kann. Die den Platz säumenden Häuser führen auch weiterhin die fortlaufenden Hausnummern der Wörthstraße.
Um den 14. 9 1616 - Ein Hochwasser lässt die Flüsse über die Ufer treten
München * Nach der Hitzeperiode lässt ein Hochwasser die Flüsse über die Ufer treten.
8 1996 - Bürgermeister Hep Monatzeder enthüllt eine Gedenktafel
München-Haidhausen * Bürgermeister Hep Monatzeder enthüllt gemeinsam mit dem Hofbräukeller-Wirt Günter Steinberg und den Enkeln der zwölf am 5. Mai 1919 im Garten des Hofbräukellers ermordeten Perlacher Arbeiter eine Gedenktafel, die an die Vorgänge erinnern soll. Damit will die Landeshauptstadt München verhindern, dass die Opfer der Niederschlagung der Münchner Räterepublik in Vergessenheit geraten.
Hep Monatzeder betont dies bei der Enthüllung der Gedenktafel und sagte weiter: „Sie soll aber auch zur Wachsamkeit und zum Widerstand mahnen gegen jedes neue Aufflammen von Rechtsextremismus, Fanatismus und Intoleranz.“
21. 1 1959 - Eintragung der Marke „Chillup“
München-Isarvorstadt * Die Wort-Bild-Marke „Chillup“ wird unter der Nummer 721319 als Warenzeichen für „Spezial-Soße“ in die Zeichenrolle des Deutschen Patentamts eingetragen. Herta Heuwer spricht häufig von einem Patent. Tatsächlich ist jedoch nicht das Rezept geschützt, sondern die Bezeichnung „Chillup“ als Marke. Ein Patent auf die Rezeptur hätte zudem die Offenlegung ihrer genauen Zusammensetzung vorausgesetzt.
Das Rezept bleibt geheim. Nach eigener Darstellung vernichtet Heuwer die schriftlichen Aufzeichnungen bereits Jahre vor ihrem Tod. Auch ein Lebensmittelunternehmen soll sich vergeblich um die Rezeptur und die Markenrechte bemühen.
29. 12 1881 - Die Feuerländer-Völkerschau wird unter Auflagen genehmigt
München-Lehel * Die Polizeidirektion München erteilt das „Erlaubnisschreiben“ für die öffentliche Vorstellung von vier Feuerländer mit vier Frauen und zwei Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren bei gleichzeitiger Erhebung von Eintrittsgeldern. An Gebühren entstehen einmalig drei Mark sowie pro Tag 1,80 Mark, insgesamt 71,80 Mark, die an den Armenfonds zu entrichten sind.
Es ist alles zu vermeiden, was gegen „öffentlichen Anstand, Schicklichkeit und Sittlichkeit verstößt oder feuergefährlich sein könnte“.
23. 9 1998 - Der Bordeauxplatz wird wieder der Öffentlichkeit übergeben
München-Haidhausen • Nach einer ausgiebigen Schönheitskur wird der Brunnen am Bordeauxplatz wieder der Öffentlichkeit übergeben.
31. 12 1881 - Völkerschau: „Die Wilden der Feuerlands-Inseln“
München-Lehel * Bis zum 4. Februar 1882 können die Münchnerinnen und Münchner die „Wilden der Feuerlands-Inseln“ bewundern. Für sie wird extra eine Schaubude an der Zweibrückenstraße errichtet. Sie liegt gegenüber der Neuen Isarkaserne, dem heutigen Patent- und Markenamt.
Die „Feuerländer-Völkerschau“ ist trotz der hohen Eintrittspreise ein voller Erfolg. Der reservierte Platz kostet immerhin eine Mark, erste Plätze 50 Pfennig und zweite Plätze 25 Pfennig.
2. 8 1859 - Die Jakobi-Dult wird an den Haidhauser Johannisplatz verlegt
München-Haidhausen * Die Jakobi-Dult wird provisorisch auf den Haidhauser Johannisplatz verlegt.
Um 1980 - Das Üblackerhäusl wird trockengelegt und restauriert
München-Haidhausen * Nach einem Jahrzehnt Leerstand wird das „Üblackerhäusl“ an der Preysingstraße von der Stadt mit einem Kostenaufwand von 580.000 DM schließlich trockengelegt und restauriert.
Im Inneren des Üblackerhäusls ist ein kleines Herbergenmuseum als Abteilung des Münchner Stadtmuseums untergebracht. Dort wird ein einfacher Wohn- und Schlafraum mit der originalgetreuen Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Umgebung gezeigt. Durch die museale Einrichtung kann ein wenig die Enge damaliger Wohnverhältnisse und die Lebensart der Tagelöhner nachvollzogen werden.
Gerade die ach so traditionsbewussten Münchner, die immer noch ihre scheinbar bäuerliche Abstammung durch eine Verkleidung mit Lederhosen und Dirndl nachzuspielen versuchen, hätten hier die einmalige Möglichkeit ihre eigenen proletarischen Wurzeln zu finden.
Im ehemaligen Ziegenstall der ausgebauten Herberge finden laufend Ausstellungen und Dichterlesungen statt.
Um 1864 - Die Gasteig-Anlage südlich des Maximilianeums entsteht
München-Haidhausen * Carl Effner legt im Auftrag der Stadt das an der Südseite des Maximilianeums angrenzende Ufergelände als Parklandschaft an. Es erhält den Namen Gasteig-Anlage.
Die Pflanzungen der Anlage gruppieren sich mehr am Randbereich und entlang dem Fluss, da sie unter anderem den Blick auf die Wäsch’aufhängen im Lehel verdecken sollen.
Nach dem 4. 8 1914 - Die Maria-Theresia-Schule kommt in die Kreislehrerinnenbildungsanstalt
München-Au * Die Maria-Theresia-Kreisrealschule wird - kriegsbedingt - bis 1919 im Gebäude der Kreislehrerinnenbildungsanstalt für Oberbayern in der Frühlingstraße [heute: Eduard-Schmid-Straße] untergebracht.
4. 6 1942 - Karl Valentin feiert im Ketterl seinen 60. Geburtstag
München-Lehel * Karl Valentin feiert im Ketterl seinen 60. Geburtstag. Liesl Karlstadt schreibt ihre eher unpersönlich gehaltenen Geburtstagsgrüße auf eine Autogrammkarte:
„Zum 60. Geburtstag gratuliere ich und wünsche dir alles Gute - Gesundheit und noch viele schöne Jahre. Möge dir alles in Erfüllung gehen, was du dir selbst wünscht.
Deine Partnerin Liesl Karlstadt“
28. 11 1831 - Grundsteinlegung für die Mariahilf-Kirche
Vorstadt Au * Grundsteinlegung für die neugotische Mariahilf-Kirche. Der Termin war vom 15. Oktober verschoben worden, da an diesem Tag die Auer Dult begann.
6. 12 2001 - Alpenverein-Gedenkstein: Gegen Intoleranz und Hass
München-Lehel * Im Beisein hoher Funktionäre des Deutschen Alpenvereins und des Österreichischen Alpenvereins wird neben dem Eingang des Alpinen Museums auf der Praterinsel ein Gedenkstein aufgestellt. Er trägt die Inschrift: „Gegen Intoleranz und Hass - 1921-1945 - Uns Bergsteigern zur Mahnung - DAV 2001.“
10. 8 1914 - Auf den Johannisplatz zur Truppenaussegnung
München-Haidhausen * Erstmals marschieren in Haidhausen die Truppen auf dem Johannisplatz zur Truppenaussegnung auf, um vor dem Abmarsch noch den kirchlichen Segen zu erhalten.
„Der Kommandeur hielt eine kernige Ansprache und bat zum Schluss um Gottes Beistand.
Der Priester war unter dem Thronhimmel vor die Kirche getreten und erteilte, das Allerheiligste nach allen Seiten zeigend, den Segen. [...] In allen katholischen Gotteshäusern wurde der Hirtenbrief des Kardinals verlesen, darauf drei Gebete für das Vaterland und unsere Krieger gehalten“.
Solche abendlichen und nächtlichen Aufmärsche mit kirchlichem Segen werden sich noch mehrmals wiederholen.
25. 8 1839 - Die Mariahilf-Kirche in der Au wird eingeweiht
Vorstadt Au * Am Geburts- und Namenstag König Ludwigs I. wird in der Au die Mariahilf-Kirche eingeweiht.
1927 - Die Parkanlage am Tassiloplatz wird umgestaltet
München-Au * Von 1927 bis 1933 wird die Parkanlage am Tassilopolatz umgestaltet.
- Der Teich verschwindet und im Süden wird ein großer Sandkasten errichtet.
- Bei dieser Umgestaltung bleibt der inzwischen groß gewordene Baumbestand mit Ausnahme der in der Mitte stehenden Bäume erhalten.
- Die Wege führen parallel zu den angrenzenden Straßen um die Rasenfläche herum.
17. 10 1852 - Grundsteinlegung für die Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche
Haidhausen * Der Grundstein für die neue Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche wird gelegt.
1887 - Die Mariannenbrücke wird als Zugang zum Café Isarlust gebaut
München-Lehel - Praterinsel * Die Mariannenbrücke als Zugang zum Café Isarlust auf der Feuerwerksinsel wird gebaut. Sie ist benannt nach Herzogin Maria Anna, der Gemahlin von Herzog Clemens, dem Bruder des letzten baierischen Wittelsbachers.
Durch ihren patriotischen Einsatz - sagt man - verhinderte sie, dass der pfalz-baierische Kurfürst Carl Theodor seine baierischen Erblande an Österreich abtrat und München dadurch seinen Staus als Residenzstadt behielt.
14. 9 1802 - Die Auer Paulanerinnen werden in Aussterbeklöster gebracht
Au * Weil es kein zweites Paulanerinnen-Kloster in Baiern gibt, werden die 17 Schwestern in ständische Frauenklöster zur unentgeltlichen Verpflegung versetzt. Am 14. und 15. September werden die Paulanerinnen vom Kloster Lilienthal in der Au in ihre ihnen zugewiesene Klöster abtransportiert:
- sechs zu den Brigittinnen nach Altomünster,
- sechs ins Zisterzienserinnenkloster Niederschönenfeld und
- die restlichen fünf ins Augustinerinnenkloster Niederviehbach.
1949 - Aus dem Alpinen Museum wird das Alpenvereinshaus
München-Lehel - Praterinsel * Erste Priorität des Deutschen Alpenvereins ist der Bau eines Vereinsheimes. So wird aus dem Alpinen Museum auf der Praterinsel das Alpenvereinshaus.
24. 8 1879 - Einweihung der neuen Johann-Baptist-Pfarrkirche
München-Haidhausen * Einweihung der neuen Johann-Baptist-Pfarrkirche in Haidhausen.
15. 7 1849 - Haidhausen will ein neues Gotteshaus
Haidhausen * Die Gemeinde Haidhausen beschließt den Neubau der Sankt-Johann-Baptist-Kirche am heutigen Johannisplatz.
20. 8 1999 - Ein Felsstück von der Zugspitze im Alpinen Museum
Zugspitze - Hannover * Als Beitrag Bayerns auf der EXPO im Jahr 2000 wird ein Felsstück von der Zugspitze weggesprengt. Der 3,3 Tonnen schwere und 2,70 Meter hohe Fels mit einem Durchmesser von rund einem Meter steht jetzt im Garten des Alpinen Museums.
1911 - Das Alpine Museum wird in den Räumen des Café Isarlust eröffnet
München-Lehel - Praterinsel * Nach Umbauarbeiten kann das Alpine Museum in den ehemaligen Räumen des Café Isarlust auf der Praterinsel eröffnet werden. Ziel der Ausstellung ist die Präsentation des Alpinismus und der Aktivitäten des Deutsch- und Österreichischen Alpenverein - DuOeAV. Im ersten Jahr zählt man bereits 30.000 Besucher.
1993 - Die Stadt überlässt dem DAV das Anwesen für weitere 80 Jahre
München-Lehel - Praterinsel * Die weitere mietfreie Nutzung des Gebäudes des Deutschen Alpenvereins - DAV auf der Praterinsel wird von der Einrichtung eines Alpinen Museums bis Mai 1996 abhängig gemacht. Nach der Zusage überlässt die Stadt dem DAV das Anwesen für weitere 80 Jahre.
Anno 1811 - Auf dem Mariahilf-Platz entsteht ein Paradeplatz für das Bürgermilitär
Vorstadt Au * Unter der Obstbaumallee auf dem Mariahilf-Platz entsteht ein Paradeplatz für das Bürgermilitär.
14. 6 1907 - Die Errichtung eines Alpinen Museums wird beschlossen
München - Innsbruck * Die Generalversammlung des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins - DuOeAV beschließt die Errichtung eines Alpinen Museums. Innsbruck und München bewerben sich. Die bayerische Hauptstadt erhält den Zuschlag.
1873 - Holzkohle aus Tölz
Tölz - München * Alleine in diesem Jahr kommen aus Tölz auf Flößen 32.223 Zentner Holzkohle. Die wegen ihrer Heizkraft sehr begehrte Holzkohle wurde von vielen gewerblichen Betrieben in und um München benötigt. Seit wann diese Fracht auf der Kohleninsel gelagert wurde, ist nicht bekannt.
15. 7 1888 - Der Kunstmaler Eduard Grützner verlobt sich mit Anna Wirthmann
München - München-Haidhausen * Die Zeitschrift Die Kunst für Alle meldet: „Professor Ed. Grützner hat sich mit der Tochter des Münchner Stadtkommandanten, Fräulein Anna Wirthmann, verlobt. Die Red. d. Bl. wünscht dem trefflichen Künstler hierzu ebensoviel Glück und Freude, als er mit seinen Bildern anderen bisher geschaffen“.
Doch seine um siebzehn Jahre jüngere Frau wird den Künstler und ihren gemeinsamen Sohn, Karl Eduard, später wegen eines Wiener Sängers verlassen.
25. 4 1944 - Karl Valentins Wohnung am Mariannenplatz wird ausgebombt
München-Lehel * Karl Valentins Wohnung am Mariannenplatz 4/II wird ausgebombt. Die wenigen, von der Feuerwehr geretteten Möbel werden in sein Haus nach Planegg gebracht.
7. 10 1924 - Karl Valentin darf eine Rundfunkempfangsanlage betreiben
München-Lehel * Karl Valentins Gesuch zur Genehmigung zur Errichtung und zum Betriebe einer Rundfunkempfangsanlage in der Wohnung wird von der Polizeidirektion positiv beschieden.
29. 6 1893 - Grundsteinlegung für die evangelische Lukaskirche
München-Lehel * Der Grundstein für die evangelische Lukaskirche im Lehel wird gelegt.
2000 - Die evangelische Lukaskirche muss dringend saniert werden
München-Lehel * Die evangelische Lukaskirche erregt die Gemüter, als sich aus einer großen Rosette Steine lösen und auf einen Spielplatz fallen. Zum Glück passiert nichts, außer dass endlich mit der dringend notwendigen Sanierung begonnen wird.
1. 5 1919 - Eine Kompanie der Abteilung Scharff marschiert in die Innenstadt
München-Haidhausen * Um 12:45 Uhr marschiert eine Kompanie der „Abteilung Scharff“ zum Maximilianeum und von dort durch die Maximilianstraße weiter in Richtung Innenstadt. Am Abend wird sie sich wieder zurückziehen und in den Gasteig-Anlagen biwakieren.
14. 9 1918 - Käthe Bierbaumer wird Eigentümer des Verlags Franz Eher Nachfolger
München * Käthe Bierbaumer, die Freundin von Rudolf von Sebottendorf [= Thule-Gesellschaft], wird als Eigentümerin des Verlags Franz Eher Nachfolger ins Handelsregister eingetragen.
20. 7 2014 - Eine Demonstration für die Aufhebung des innerstädtischen Badeverbots
München * Mit einem „Big Jump“ demonstrieren Münchnerinnen und Münchner für die Aufhebung des innerstädtischen Badeverbots.
17. 2 1808 - Die Regierung genehmigt die Ausfallstraße übers Isartor
München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die Regierung genehmigt die Ausführung der Ausfallstraße übers Isartor. Denn seit der Erhebung Bayerns zum Königreich, am 1. Januar 1806, stellt man andere Anforderungen an die Stadteinfahrt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt München. Bislang stand die Verbesserung der Verkehrsführung durch Erweiterung und Begradigung der alten Torstraße im Vordergrund. Jetzt aber ist eine breit ausgebaute Via Triumphalis das Ziel.
Vom Isartor selbst ist noch wenig die Rede. Doch zu einer würdigen Stadtzufahrt gehört auch ein entsprechendes Stadtportal, das wie ein Triumphtor die Straße überspannen und von Ferne sichtbar sein soll. Dazu muss das Isartor umgestaltet werden. Der hohe Mittelturm soll abgetragen werden, seine mittelalterliche Gestalt aber noch erhalten bleiben.
Die Entscheidung über die dringend erforderliche Erweiterung des Isartores unterbleibt aber noch. Das liegt auch daran, dass die Stadt nicht über die erforderlichen Geldmittel verfügt und auch die vom Staat zur Verfügung gestellten Gelder nicht abruft. Damit ist die gesamte Neugestaltung des Gebiets um das Isartor erneut gescheitert.
Dennoch steht das Schicksal des Isartores auch weiterhin im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen. Für viele Zeitgenossen ist jedoch das inzwischen zur Ruine verkommene Stadttor ein ärgerliches Verkehrshindernis, das den Eingang in die Hauptstadt des Königreichs Bayern verschandelt. Auch wenn das Bauwerk als romantische Staffage und Motiv vieler Gemälde und Zeichnungen einen gewissen Reiz ausübt.
30. 9 1919 - Der Verlag Franz Eher Nachfolger wird eine GmbH
München * Aus dem Verlag Franz Eher Nachfolger wird die Franz Eher Nachfolger GmbH. Gesellschafterinnen sind nun Käthe Bierbaumer, die Freundin von Rudolf von Sebottendorff, und Sebottendorffs Schwester Dora Kunze.
17. 8 1799 - Metzgermeister Anton Sailer kauft den Haidhauser Schlossanger
Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld verkauft den Haidhauser Schlossanger an den Metzgermeister Anton Sailer. Der heutige Johannisplatz heißt vorübergehend Metzgeranger oder auch Saileranger.
23. 8 1883 - Die Direktion der Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft
München-Lehel * Die Direktion der Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft kommt zunächst provisorisch im Café Metropol am Frauenplatz unter, bis sie am 23. August 1883 in dem neu errichteten Betriebshof an der Fabrikstraße, der heutigen Thierschstraße, eine neue Heimat findet.
1784 - Die Aufnahme von Handwerkern in Haidhausen wird begrenzt
Haidhausen - München * Die Hofmarksherrschaft und der Münchner Magistrat schließen einen Vergleich: Über ein festgelegtes Kontingent hinaus darf Haidhausen keine weiteren „Professionisten“, also gewerblich tätigen Handwerker, aufnehmen.
1802 - Mit der Säkularisation wird die Praterinsel Eigentum des Staates
München-Lehel * Die heutige Praterinsel ist vor der Säkularisation der Erholungsplatz der Franziskaner, nachdem diese in ihrem Kloster für eine Stätte der Einkehr und Besinnung keinen ausreichenden Platz gefunden haben. Mit der Säkularisation kommt die Insel in das Eigentum des Staates.
4. 8 1912 - Haidhausens erstes Kino öffnet am Orleansplatz
München-Haidhausen * Haidhausens erstes Kino eröffnet als Erstes Münchner Lichtspielhaus am Orleansplatz. Es wird 1919 erweitert und als Zwecks Lichtspielhaus am Orleansplatz wieder eröffnet. Mehrere Namensänderungen folgen. Ab 1930 heißt es schlicht OLI. 1970 schließt das Kino für immer seine Pforten.
15. 8 1832 - Schloss Haidenau wird zum Edelsitz
Haidhausen * Das vom Landgerichts-Physikus Dr. Sieber im Jahr 1813 erworbene Ridler-Schlössl wird Edelsitz und erhält den Namen Schloss Haidenau.
7. 7 1884 - Jakob „Lion“ Feuchtwanger wird in München geboren
Lehel * Jakob „Lion“ Feuchtwanger wird in München geboren. Die Familie Feuchtwanger lebt in der Thierschstraße 9.
21. 7 1919 - Dr. Hildegard Menzi wird freigesprochen
München-Au * Die Ärztin Dr. Hildegard Menzi wird wegen „Landesverrat und Begünstigung des Hochverrates“ angeklagt. Sie wird vom standrechtlichen Gericht in der Au freigesprochen.
3. 6 1919 - Eugen Leviné wird zum Tode verurteilt
München-Au * Eugen Leviné wird zum Tode verurteilt.
1. 9 1919 - Der erste Geiselmordprozess vor dem Volksgericht München beginnt
München-Au * Der erste Geiselmordprozess vor dem Volksgericht München beginnt. Er wird bis zum 18. September andauern. Es geht um den Mord an zehn Geiseln am 30. April im Hof des Luitpold-Gymnasiums. Von den 16 Angeklagten werden sechs zum Tode verurteilt. Sieben Angeklagte werden zu 15 Jahre Zuchthaus verurteilt.
12. 7 1919 - Der Prozess gegen Ernst Toller beginnt
München-Au * Der Prozess gegen Ernst Toller beginnt vor dem Standgericht in der Au.
26. 6 1905 - Ludwig Thoma wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt
München * Ludwig Thoma wird für sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
12. 6 1920 - Der dritte Geiselmordprozess beginnt
München * Der dritte Geiselmordprozess beginnt. Das Volksgericht verhängt ein Todesurteil, das zwei Tage später vollstreckt wird.
7. 8 1831 - Das Landgericht Au wird nach Steuerdistrikten gebildet
München - Ramersdorf * Das Landgericht Au wird nicht nach bürgerlichen Gemeinden, sondern nach Steuerdistrikten gebildet. Nun überträgt man auch die Zuständigkeit des Gerichtsbezirks auf dieses Gebiet. Dadurch entstehen für Ramersdorf problematische Abläufe im Gemeindeleben, weshalb sich der Gemeindevorstand mehrfach beklagt - und Erfolg hat.
25. 8 1832 - Umbenennung des Haidhauser Ridlerschlößls in Schloss Haidenau
Haidhausen * Das Innenministerium genehmigt die Umbenennung des Haidhauser Ridlerschlößls in Schloss Haidenau.
2. 6 1919 - Der Prozess gegen den Kommunistenführer Eugen Leviné beginnt
München-Au * Vor dem Standgericht in der Au beginnt der Prozess gegen den Kommunistenführer Eugen Leviné. In seiner Verteidigungsrede sagt er: „Wir Kommunisten sind Tote auf Urlaub, dessen bin ich mir bewusst. Ich weiß nicht, ob Sie mir meinen Urlaubsschein noch verlängern werden, oder ob ich einrücken muss zu Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ich sehe auf jeden Fall Ihrem Spruch mit Gefasstheit und mit einer inneren Heiterkeit entgegen. Die Ereignisse sind nicht aufzuhalten.
Die Staatsanwaltschaft glaubt, die Führer hätten die Massen aufgepeitscht. Wie die Führer die Fehler der Massen nicht hintertreiben konnten unter der Scheinräterepublik, so wird auch das Verschwinden des einen oder des anderen Führers unter keinen Umständen die Bewegung hindern. Und über kurz oder lang werden in diesem Raume andere Richter tagen, und dann wird der wegen Hochverrats bestraft werden, der sich gegen die Diktatur des Proletariats vergangen hat.“
1813 - Aus dem Lustigen Dörferl wird der Prater
München-Lehel * Nachdem Anton Gruber ein Karoussel und eine Schaukel aufstellt, wird aus dem Lustigen Dörferl der Prater. Der Gastwirt Anton Gruber ist ein Vollprofi in Sachen Volksbelustigung.
1810 - Anton Gruber's Belustigung Zum lustigen Dörflein auf der Isarinsel
München-Lehel * Als Anton Gruber, ein Münchner Gastwirt und Schnürrleibmacher erfährt, dass die Isarinsel zu kaufen sei, kratzt er seine Reserven zusammen, nimmt einen Kredit auf und erwirbt das Eiland um 1.033 Gulden. Von der Polizey-Direktion erhält er die Konzession zum Bierausschank.
Nun baut er einige Holzhütten, nennt den Platz Zum lustigen Dörflein und verabreicht während der Sommermonate frisches Bier und Bratwürst. Der Zuspruch der Münchner ist bald so groß, dass Anton Gruber seine Insel-Gaststätte das ganze Jahr bewirtschaftet.
24. 2 1998 - Den Grundstein des Maximilianeums wiederentdeckt
München-Haidhausen * Die Lage des Grundsteins des Maximilianeums geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit und wurde erst bei Umbauarbeiten zufällig wiederentdeckt. In einer Bleikassette fanden sich mehrere Objekte, darunter Deutschlands älteste Modelllokomotive.
Die 1838 in Dresden gefertigte und ursprünglich funktionsfähige Kleinlokomotive ist ein Modell der „Adler“-Lokomotive mit Schlepptender im Maßstab 1:10. Sie besteht aus Eisen, Messing, Kupfer und Holz und konnte mit Spiritus betrieben werden. Vermutlich handelte es sich um ein Werbegeschenk der englischen Firma Robert Stephenson & Co., die auch Deutschlands erste Lokomotive baute. Die „Adler“ verkehrte ab 1835 auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth.
Der Grundstein enthält außerdem Baupläne, die Urkunde über die Bestimmung des Gebäudes, Porträts des Königs und seiner Frau Marie von Preußen auf Nymphenburger Porzellan sowie seltene Münzen.
25. 8 1830 - Das Auer Rathaus am Mariahilfplatz wird eröffnet
Vorstadt Au * Das Auer Rathaus am äußeren Ende des Mariahilfplatzes wird eröffnet.
31. 12 1803 - Beschreibung der Hofmark Haidhausen
Haidhausen * In der Hofmark Haidhausen befinden sich 201 Häuser und 526 Familien.
1805 - Unhaltbare Zustände in Haidhausen
Haidhausen * Die Baierische Landesregierung gibt der Hofmarkverwaltung die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.
3. 3 1692 - Kurfürst Max Emanuel erklärt Haidhausen zur geschlossenen Hofmark
Haidhausen * Da Graf Franz Pongraz von Leiblfing in seinem Bestreben, die Erhöhung seines Besitzes in Haidhausen zur geschlossenen Hofmark, nicht nachlässt, erklärt Kurfürst Max Emanuel schließlich die Hofmark des Geheimen und Conferenzrates, Kämmerers, Revisionsrates und Pflegers von Waldmünchen, des inzwischen in den Reichsstand erhobenen Reichsgrafen von Leiblfing - wegen der „vill vnd lange Jar trew geleisteter Dienst vnd aus absonderlichen gnaden“ - mitsamt dem Brunnthal für geschlossen. Damit ist der Haidhauser Schlossbesitzer endlich am Ziel seiner langjährigen Bemühungen.
In seiner geschlossenen Hofmark unterstehen ihm nun alle dem „Hofkastenamte zinsbaren Unterthanen zu Haidhausen“ und nicht nur die Bauern und Dienstboten, die seine Güter bearbeiteten. Neben riesigen landwirtschaftlichen Flächen besitzt der Graf auch das Recht Scharwerke, Bodenzins und sonstige Steuern und Abgaben - also die gesamten Einkünfte aus Haidhausen - einzutreiben. Selbst die Vergabe der Gerechtsamkeiten“ also die Erlaubnis innerhalb der Hofmark ein bestimmtes Handwerk oder Gewerbe ausüben zu dürfen, unterliegen nun ausschließlich seiner Entscheidung.
- Dem Hofmarkherrn unterstehen „im Dorfe 85 Hausbesitzer, die Scharwerkgeld zu entrichten haben.
- In der Schwaige nimmt er von 42 Untertanen Scharwerkgeld und Bodenzins ein.
- Der Großwirt hat Stift und Gilt zu entrichten und Melber, Metzger, Schmid, Hufschmid und Schneider haben unterschiedliche Beträge abzuführen.
- Der jährliche Ertrag der Hofmark beläuft sich auf 188 Gulden 11 Kreuzer“.
- Die Konsequenz aus der Erhebung Haidhausens zur geschlossenen Hofmark ist der Austritt aus dem Verband des Gerichts ob der Au.
Während der Leiblfing‘schen Hofmarkszeit wird die Ansiedlung minderbemittelter Leute stark begünstigt. Jeder, der die Gebühren entrichten und eine Herberge erwerben kann, darf sich niederlassen und heiraten. Zeitgenossen merken kritisch an, dass der Hofmarkherr nur auf seinen Vorteil bedacht ist und sein Streben einzig der Erhöhung seiner Einnahmen gilt. Er ergreift „jede Gelegenheit Geld aus den Untertanen zu pressen, z.B. durch offenbare Begünstigung der Herbergskäufe und Ansässigmachungen und Verehelichungen, wegen der anfallenden Laudemien, Verbriefungs- und anderer Taxen und Sporteln“.
12. 3 1729 - Graf Max Cajetan von Törring-Seefeld erbt die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn stirbt in München. Aus ihrem Nachlass erhält ihr Sohn Max Cajetan von Törring-Seefeld die Hofmark Haidhausen; ihr jüngerer Sohn Philipp Joseph erbt das Palais. Die Gräfin wird in der Gruft der Münchner Damenstiftskirche beigesetzt.
1706 - 233 Familien leben in der Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Die Hofmark Haidhausen umfasst 233 Familien. Sie steht unter der Herrschaft der Familie Fugger und gehört noch nicht zur Stadt München.
1760 - 279 Familien leben in der Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Die Hofmark Haidhausen umfasst 279 Familien, die in 138 Häusern leben.
14. 9 1813 - Die Au hat jetzt einen Magistrat dritter Klasse
München Au * In der Vorstadt Au wird ein Municipalrat, ein Gemeinderat, gebildet. Die Au hat jetzt einen Magistrat dritter Klasse.
12. 9 1825 - Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld will Haidhausen verkaufen
Haidhausen * Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld bietet dem Staatsministerium der Finanzen das Patrimonialgericht Haidhausen zum Kauf an.
26. 3 1935 - Rücktritte der Kuratoriums-Mitglieder
München-Haidhausen * Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Florian Bleyer teilt mit, dass alle ins Auge gefassten Herren des Kuratoriums der Stiftung Maximilianeum zum Rücktritt bereit sind. Nun kann mit der Verjüngung des Kuratoriums begonnen werden.
18. 4 1685 - Schwere Bedenken gegen eine geschlossene Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Der Auer Gerichtsherr, Dr. Georg Jobst, äußert schwere Bedenken gegen das Leiblfing‘sche Ansinnen, Haidhausen in eine geschlossene Hofmark umzuwandeln. Das Ausscheiden Haidhausens aus dem Verband des Gerichts ob der Au würde zu einem Einnahmeausfall führen, der dem eh schon so kleinen und armen Gericht durch den Entzug von 77 Einwohnern entstehen würde und dass dadurch die Bewohner der Au und Niedergiesings für die gesamten Kosten aufkommen müssten.
9. 9 1685 - Empfang für das Kurfürsten-Paar in Haidhausen
Haidhausen * „Nachmittags um drei Uhr hatten sich auf dem Anger vor dem Besitztum des Grafen Leiblfing die Kavaliere mit Kutschen und Handpferden versammelt. Auch die kurfürstliche Leibgarde zu Pferd und eine Kompagnie der Bürgerschaft zu Pferde waren angetreten.“ Das Kurfürsten-Paar Max Emanuel und Maria Antonia werden am Haidhauser Schlossanger von den dort versammelten Anwesenden feierlich empfangen.
Nach einer ausführlichen Huldigung des jungen Ehepaares erfolgte schließlich der triumphale Einzug in die nahe Residenzstadt München.
Für die erwiesene Gastfreundschaft wird Kurfürst Max Emanuel dem Haidhauser Schlossbesitzer wieder ein kleines Stück entgegenkommen. Der Landesherr akzeptiert zwar die von seiner Hofkammer gemachten Einschränkungen, wonach Haidhausen nicht zur geschlossenen Hofmark ernannt werden darf, weil dort auch andere die Jurisdiktion ausüben, nämlich:
- das Leprosenhaus am Gasteig über den Kotterhof,
- Graf Preysing, die Ridler und die Jesuiten über ihre Gartengüter sowie
- der Kurfürst selbst über das Brunnhaus und den Jäger im Brunntal.
Außerdem, so die Hofkammer weiter, darf der Kurfürst die Jurisdiktion für eine so große Ortschaft nahe der Landeshauptstadt nie vergeben, da er sich sonst bei auftretenden Unregelmäßigkeiten zuerst an den Hofmarkherren wenden muss, statt sofort selbst einzuschreiten. Dies könnte besonders beim Ausbrechen der Pest oder bei der unerwünschten Ansiedelung von Bettlern und vagierendem Gesindel nötig sein.
27. 4 1701 - Tod des Haidhauser Hofmarkherrn Paul Fugger
München - Haidhausen * Paul Graf Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, Reichshofrat, kurbaierischer Obersthofmeister und Hofmarkherr von Haidhausen, stirbt in München. Der langjährige Vorsitzende des Geheimen Rats gehört zu den einflussreichsten Amtsträgern am Hof des Kurfürsten. Seine letzte Ruhestätte findet er in der Pfarrkirche St. Wolfgang in Mickhausen.
Seine Witwe Anna Maria Katharina de Saint-Germain erhebt Anspruch auf die Hofmark Haidhausen. Da jedoch ein Sohn Fuggers aus erster Ehe das Erbe anficht, gelangt sie erst 1706 nach einem Vergleich in deren vollständigen Besitz.
28. 9 1988 - Verdacht auf manipulierte WAA-Gutachten
München-Haidhausen * SPD und Grüne beantragen im Bayerischen Landtag einen Untersuchungsausschuss. Er soll klären, ob Beamte des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen politischen Einfluss auf wissenschaftliche Gutachten zur WAA genommen haben. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau sowie der Vorwurf, kritische Messwerte zur radioaktiven Belastung nicht ausreichend berücksichtigt oder nachträglich abgeschwächt zu haben.
Der Landtag setzt den Untersuchungsausschuss am 2. Februar 1989 ein. Die Ausschussmehrheit und die Opposition gelangen später zu unterschiedlichen Bewertungen der Vorwürfe.
16. 2 1697 - Franz Pongraz von Leiblfing stirbt
München-Graggenau * Reichsgraf Franz Pongraz von Leiblfing, der Haidhauser Hofmarkherr, wird im Franziskaner-Friedhof beerdigt.
9 1697 - Paulus von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn kauft die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Die Erben des Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing verkaufen die Hofmark Haidhausen an den Obristhofmeister Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn.
30. 6 1812 - Pfarrer Johann Caspar Hallmayr kauft das Haidhauser Hofmarkschloss
Haidhausen * Pfarrer Johann Caspar Hallmayr kauft das Lustgebäud und einen Gartenanteil des Haidhauser Hofmarkschlosses zur Linderung der Schulraumnot. Der auch für Haidhausen zuständige Bogenhausener Pfarrer übt gleichzeitig das Amt des Lokalschulinspektors aus.
18. 8 1796 - München wird von allen Seiten belagert
München * Die französischen Revolutionstruppen unter Jean-Victor Moreau nehmen München ein und besetzten das linke Isarufer. Der französische Befehlshaber Moreau gibt der Münchner Stadtbevölkerung die Zusage, dass die Stadt verschont bleibt. Zum Ausgleich plündern sie allerdings die umliegenden Dörfer.
Als Verteidiger belagern die Kaiserlichen und die Condéer das rechtsseitige Isarhochufer. Die Kämpfe dauern bis zum 8. September. Durch einen - von den Österreichern verursachten - Brand wird die Häuserzeile in der Kirchenstraße, vom Hofmarkschloss bis zum Mesmerhaus, in Schutt und Asche gelegt. Den geschundenen Vorstädtern ist es freilich vollkommen egal, ob sie ein Condéer terrorisiert, ein Österreicher drangsaliert oder ein Franzose ausplündert.
6. 2 1812 - Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld stirbt
Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld, der Haidhauser Hofmarksherr, stirbt im Alter von 91 Jahren.
17. 3 1802 - Aufforderung zur Gründung einer Kleinkinderbewahranstalt
München - München-Lehel - Au * Die Polizeidirektion wird mit der Gründung einer Einrichtung beauftragt, die dann als Kleinkinderbewahranstalt und heute - in der Weiterentwicklung - als Kindergarten oder Kinderhort bezeichnet wird.
Im Focus stehen „unbemittelte Eltern, die sich außer Haus begeben müssen, um sich vom täglichen Handlohn zu ernähren“. Denn diese „müssen häufig ihre kleinen Kinder einsperren oder unbesorgten Nachbarn anvertrauen, sie auch gar frei herumlaufen lassen, wodurch Unglücksfälle entstehen und die sittliche Erziehung benachteiligt wird“.
Eine solche Einrichtung soll in der Stadt und im Lehel eingerichtet werden. Auch das Gericht ob der Au und das Hofmarkgericht Haidhausen können Vorschläge einreichen.
31. 12 1822 - 798 Familien bevölkern die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * 798 Familien, das entspricht rund 4.000 Menschen, bevölkern die Hofmark Haidhausen.
30. 5 1768 - Alois Reichl wird Hofmarkuntertan, Schulmeister und Gerichtszeuge
Haidhausen * Alois Reichl wird vom Haidhauser Hofmarksherrn als Hofmarkuntertan, Schulmeister und Gerichtszeuge aufgenommen.
20. 6 1685 - Die Hofkammer spricht sich gegen eine geschlossene Hofmark aus
Haidhausen * Auch die Hofkammer spricht sich in ihrer Stellungnahme gegen die Bitte des Haidhauser Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing aus, Haidhausen in eine geschlossene Hofmark umzuwandeln. Die Errichtung einer Leiblfing‘schen Hofmark bedeutet nämlich die Ausgliederung aus dem Gericht ob der Au.
12. 3 1686 - Die Dorfgemeinde Haidhausen fühlt sich in ihren Rechten verletzt
Haidhausen * Die Dorfgemeinde Haidhausen fühlt sich durch die Ausdehnung der Hofmarkgerechtigkeit für den Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing auf alle Häuser und Gründe in ihren Rechten verletzt und schreibt dies dem Kurfürsten.
1696 - Veräußerungsverbot der Jurisdiktion und des Scharwerks
München - Haidhausen * Einen kurfürstlicher Erlass verfügt, dass in einer Entfernung von vier bis fünf Meilen um die Hauptstadt keine weitere Jurisdiktion und kein Scharwerk veräußert werden darf und die bereits veräußerten wieder einzuziehen sind. Dies trifft freilich auch auf die Hofmark Haidhausen zu.
Um 7 1899 - Der Trambahn-Betriebshof an der Thierschstraße wird aufgegeben
München-Lehel * Der Trambahn-Betriebshof an der Thierschstraße wird aufgelassen. Das Gelände wird anschließend für den Bau von Wohnhäusern an der Liebherrstraße genutzt.
20. 10 1685 - Haidhausen wird ungeschlossene Hofmark
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel verleiht - trotz der von seiner Hofkammer dargelegten Einwände mit einem 2. Gnadenbrief dem Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing die Jurisdiktion über die übrigen Häuser und Gründe in Haidhausen, als ungeschlossene Hofmark.
Max Emanuel behält sich wiederum das Jagdscharwerk vor und verlangt außerdem für sich und seine Nachkommen das Recht, die Abtretung der Hofmark gegen ein anderes Aquivalent, ein gleichwertiges Objekt, zu verlangen.
Um 8 1901 - Die Bauarbeiten an der Corneliusbrücke beginnen
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Bauarbeiten an der Corneliusbrücke beginnen.
10. 7 1699 - Kurfürst Max Emanuel verzichtet auf sein Einlösungsrecht
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel verzichtet in einem Dekret zugunsten des Grafen Paulus von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn - „auf dessen Lebenszeit“ - auf sein Einlösungsrecht der Hofmark Haidhausen.
6. 3 1706 - Anna Maria Katharina erhält die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Nach einem Rechtsstreit mit einem Sohn ihres verstorbenen Mannes aus erster Ehe schließt Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn einen Vergleich. Damit gelangt sie in den vollständigen Besitz der Hofmark Haidhausen. Offen bleibt zunächst das Einlösungsrecht, das Kurfürst Max Emanuel für sich beansprucht.
Das Einlösungsrecht ist hier das Recht des Kurfürsten, die Hofmark Haidhausen gegen Zahlung einer festgelegten Summe zurückzuerwerben. Anna Maria Katharina kann die Hofmark nach dem Vergleich zwar besitzen, muss aber damit rechnen, dass Max Emanuel dieses Recht geltend macht.
18. 8 1684 - Franz Pongraz von Leiblfings Haus wird zum Adelssitz
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel erfüllt die Bitte des Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing in einem Gnadenbrief und erhebt „sein in Haidhausen habentes Haus“ zu einem „der Landtafel einverleibten adeligen Sitz“. Gleichzeitig überlässt der Kurfürst dem Freiherrn die „Vogtei und Niedergerichtsbarkeit über Haus und Garten des Wirtes Georg Krünner und über 43 namentlich aufgeführte Untertanen“, die bislang dem Hofkastenamt unterstanden.
Lediglich das Jagdscharwerk behält sich der Landesherr auch weiterhin vor. Der baierische Kurfürst begründet diesen Schritt mit der „In Ansehung seiner - also Leiblfings - langjährigen und ersprießlichen guten Dienste“.
22. 8 1638 - Philipp Holzhauser darf eine Kapelle in Haidhausen errichten
Haidhausen * Der „Churfürstlich Baierische Rechnungs-Commissarius und Preibeamte zu München“, Philipp Holzhauser, erhält vom Freisinger Bischof Veit Adam Gebeck die Genehmigung, dass er „in seiner aigentumblichen Behausung vnnd Gartten zu Haidthausen negst München Bogenhauser Pfarr“ eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Kreuzes errichten und mit Paramenten und allem zur Feier des hl. Meßopfers Notwendigen versehen darf.
Außerdem erhält er und seine Ehefrau auf Lebenszeit das Recht zugesprochen, dass sie - so oft sie sich in ihrer Besitzung in Haidhausen aufhalten - an einem Messopfer beiwohnen dürfen, das von einem geweihten Priester gehalten wird. Ausgenommen von diesem Recht sind lediglich die Hochfeste Ostern, Pfingsten und Weihnachten.
Philipp Holzhauser muss viel für die Kirche getan haben, dass er solche Privilegien überhaupt erhalten kann. Und tatsächlich treten er und seine Gattin mehrfach als Taufpaten in Erscheinung. Zudem vermacht er der Haidhauser Kirche mehrmals hohe Geldbeträge.
15. 5 1632 - Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt
München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.
Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden Münchner kommen wieder einmal glimpflich davon. Die Soldateska plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.
2. 2 1989 - Untersuchungsausschuss zu den WAA-Gutachten
München-Haidhausen * Der Bayerische Landtag setzt einen Untersuchungsausschuss ein, der mögliche Manipulationen und politische Einflussnahmen auf wissenschaftliche Gutachten zur Wiederaufarbeitungsanlage klären soll. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau sowie der Verdacht, Mitarbeiter des Umweltministeriums hätten auf die Bewertung von Messdaten eingewirkt.
Der Ausschuss geht auf einen Antrag von SPD und Grünen vom 28. September 1988 zurück. Seine Arbeit führt später zu gegensätzlichen Bewertungen durch die CSU-Mehrheit und die oppositionelle Minderheit.
18. 7 1901 - Münchens Brückenoffensive an der Isar
München * Die beiden Gemeindekollegien beschließen den Neubau von sechs Brücken. Es sind dies
- die Corneliusbrücke,
- die Reichenbachbrücke,
- die Wittelsbacherbrücke,
- die Maximiliansbrücke und
- die Max-Joseph-Brücke.
- Auch die Luitpoldbrücke muss neu errichtet werden - die Kosten hierfür werden aber vom Prinzregenten getragen.
18. 4 1989 - Streibl rückt erstmals von der WAA ab
München-Haidhausen * Ministerpräsident Max Streibl lässt in einer Regierungserklärung vor dem Bayerischen Landtag erstmals ein deutliches Abrücken vom Bau der Wiederaufarbeitungsanlage erkennen. Er erklärt, er sei nie ein „heißer Verfechter der Kernenergie“ gewesen und werde für die WAA „gewiss nicht kämpfen“.
Eine ausdrückliche Beendigung des Projekts verkündet Streibl an diesem Tag noch nicht. Seine Äußerungen markieren jedoch den politischen Kurswechsel der Staatsregierung: Bayern hält nicht länger bedingungslos an Wackersdorf fest und zeigt sich für die Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland offen.
14. 3 1901 - Neue Gestaltungsprinzipien für Münchens Brücken
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Durchführung eines Wettbewerbs für die neu zu errichtende Corneliusbrücke und die durch einen Neubau zu ersetzende Reichenbachbrücke wird vom Magistrat beschlossen.
Verlangt werden konstruktive Vorschläge und ein Preisangebot. Ausdrücklich wird betont, dass bei der architektonischen Ausstattung der Brückenbauwerke größte Zurückhaltung zu üben ist. Auf die bis dahin so beliebten schmückenden Elemente wie Türme, Tore, Pylone und Obelisken muss verzichtet werden. Betont werden soll die Funktion und Konstruktion der Brücken. Schmuckelemente finden sich aber im Brückengeländer.
4. 10 1813 - Eröffnung der Haidhauser Schule im ehemaligen Toerring-Schloss
Haidhausen * Lokalschulinspektor Hallmayr, der Bogenhausener Pfarrer, kann die Eröffnung der Haidhauser Schule im ehemaligen Schlossgebäude vermelden, muss aber darauf aufmerksam machen, dass noch die nötigen Bänke, Öfen und andere Dinge fehlen. Obwohl die Zahl der schulpflichtigen Kinder wesentlich höher lag, finden sich zur Winterschule lediglich 234 Schüler ein, zur Sommerschule sogar nur mehr 162 Kinder.
Um 12 1684 - Franz Pongraz von Leiblfing ist mit dem Erreichten noch nicht zufrieden
Haidhausen * Freiherr Franz Pongraz von Leiblfing ist mit dem Erreichten allerdings noch lange nicht zufrieden, weshalb er sich nur wenige Monate später erneut an Max Emanuel wendet und darstellt, dass die vom Regenten erwiesene Gnade „von gar geringer Ergiebigkeit“ sei und er deshalb für sich die „ganze Dorfschaft Haidhausen“ - mitsamt dem „Kirchenschutz“ - als „geschlossene Hofmark“ erbittet.
Um seinen Anspruch zu unterstreichen, hebt er die „in 27 Jahren geleisteten treuen und untertänigst geleisteten Dienste“ hervor. Daraufhin forderte der Baiernherrscher vom „Gericht ob der Au negst München“ eine Stellungnahme.
23. 7 1985 - Die „Lex Schuierer“ ermöglicht den Selbsteintritt
München-Haidhausen * Mit einer Änderung des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes schafft der Freistaat ein sogenanntes Selbsteintrittsrecht. Dadurch kann eine Aufsichtsbehörde Aufgaben einer nachgeordneten Behörde übernehmen. Im Fall der WAA kann die Regierung der Oberpfalz damit anstelle des Landratsamtes Schwandorf handeln und die verweigerten Genehmigungen erteilen. Kritiker bezeichnen die Gesetzesänderung als „Lex Schuierer“. Sie tritt am 1. August 1985 in Kraft.
14. 10 2021 - Eine Ausstellung würdigt Eisners Beitrag zur bayerischen Demokratie
München-Haidhausen * Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Altbundespräsident Joachim Gauck eröffnen im Maximilianeum die Wanderausstellung „Orte der Demokratie in Bayern“. Die von Laura Mokrohs erarbeitete Ausstellung zeichnet die Entwicklung der Demokratie an ausgewählten historischen Schauplätzen nach.
Auch Kurt Eisners Beitrag zur Entstehung des demokratischen Freistaats erhält darin seinen Platz. Die begleitende Darstellung zur Münchner Prannerstraße hebt die Revolution vom November 1918, seine Ausrufung des Freistaats und die Demokratisierung als Ziel seiner Regierung hervor. Die Station Bamberg erinnert daran, dass bereits Eisners Revolutionsregierung die Arbeit an einer neuen Verfassung einleitet. Seine Proklamation vom 8. November 1918 kündigt eine Nationalversammlung mit Wahlrecht für Frauen und Männer an.
Damit würdigt das Projekt Eisner als maßgeblichen Wegbereiter der demokratischen Republik und ordnet seine Leistungen in die längere Geschichte der bayerischen Demokratie ein. Die Ausstellung ist im Maximilianeum fünf Wochen lang bis zum 18. November 2021 zu sehen.
31. 12 1851 - Noch immer keine befriedigenden Entwürfe
München-Haidhausen * Da der Architekturwettbewerb für das Maximilianeum auch jetzt keine befriedigende Ergebnisse zeigt, verlängert man die Einsendefrist erneut auf den 1. Juni 1852.
21. 2 2014 - Barbara Stamm lehnt ein Kurt-Eisner-Porträt im Landtag ab
München-Haidhausen * Am 95. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners setzt sich der Verein „Das andere Bayern e. V.“ dafür ein, ein Porträt des Freistaatsgründers und ersten demokratischen Ministerpräsidenten im Bayerischen Landtag anzubringen.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm lehnt dies ab. Der Verein übergibt das Porträt daraufhin der SPD-Landtagsfraktion. Die Initiative soll Eisners Bedeutung für die Entstehung der bayerischen Demokratie auch im Parlament sichtbar machen.
Nach dem 14. 9 1899 - Neue Impulse für den Münchner Brückenbau
Nach dem 14. September 1899:
München-Au - München-Isarvorstadt * Das Jahrhunderthochwasser beschädigt alle Münchner Brücken schwer oder lässt sie sogar einstürzen. Die Hochwasserkatastrophe führt zum Umdenken und zu einem neuen Brückenbauprogramm, das auch dem Bau der Corneliusbrücke zugute kommt.
Spätestens 23. 11 2017 - Die Staatsregierung lehnt den Feiertag zur Freistaatsgründung ab
München * Die Bayerische Staatsregierung lehnt die Forderung der Landtags-SPD ab, den 8. November 2018 zum 100. Jahrestag der Freistaatsgründung als gesetzlichen Feiertag zu begehen.
In einem Antwortschreiben verweist das Kultusministerium auf die bereits hohe Zahl bayerischer Feiertage. Außerdem soll das Jubiläumsjahr sowohl die Verfassung von 1818 als auch die Gründung des Freistaats 1918 würdigen. Ein einzelner Feiertag zur Erinnerung an die Abschaffung der Monarchie passe nach Auffassung der Regierung nicht in dieses Konzept.
Für das Jubiläumsjahr ist allerdings eine Würdigung von Kurt Eisners „herausragender historischer Leistung“ angekündigt, unter anderem bei einem Staatsakt im November 2018. Diese Anerkennung lässt auf einen Wandel im staatlichen Umgang mit dem lange umstrittenen Freistaatsgründer hoffen.
1902 - Fresken durch Glasmosaik ersetzt
München-Haidhausen * Die von dem Historienmaler Karl von Piloty an der Außenfront des Maximilianeums angebrachten Fresken werden von der Kgl.-Bayerischen Hofmosaik-Kunstanstalt Rauecker und Solerti in München durch Glasmosaike erneuert.
Doch nicht nur den Gemälden, auch der nach Westen ausgerichteten Fassade setzte die Witterung stark zu. Es besteht Steinschlaggefahr, nachdem ganze Platten der Terrakottaverkleidung sowie Ecken und Gesimse herabstürzen.
1864 - Die Arbeiten am Sockel des Maximilianeums sind fertiggestellt
München-Haidhausen * Die Arbeiten am Sockel des Maximilianeums sind fertiggestellt.
26. 8 1902 - Schweres Unglück beim Bau der Corneliusbrücke
München-Au - München-Isarvorstadt * Der östliche Bogen der Corneliusbrücke stürzt um 14 Uhr, kurz vor der Fertigstellung des Bogens, ein. „Im Augenblick des Zusammensturzes befanden sich auf dem Bogen und den Gerüsten nur etwa 20 Arbeiter, weil die meisten Arbeiter eben wegen der Vollendung dieses Bogens auf den zweiten dirigiert wurden und zwar kaum eine Minute vor dem Sturz. Jene 20 Arbeiter wurden in die Tiefe gerissen. Zwei Tote, zwei Schwerverletzte und 14 Leichtverwundete waren das Ergebnis.”
6. 10 1903 - Die Corneliusbrücke wird dem Verkehr übergeben
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Corneliusbrücke wird - wegen der Opfer des Brückeneinsturzes - ohne besondere Feierlichkeiten dem allgemeinen Verkehr übergeben.
1850 - Ein Programm zur Hebung des bayerischen Nationalgefühls
München-Haidhausen * Als das Maximilianeum-Projekt konkrete Formen annimmt, will König Max II.,den von ihm erkannten Gefahren entgegenwirken, die die Eigenständigkeit Bayerns und seine Monarchie bedrohen. Da sind - nach der kaum überwundenen Revolution des Jahres 1848 -
- die immer stärker werdenden demokratischen Umtriebe,
- die unaufhaltsame industrielle Revolution von Eisenbahn, Telegraph und Dampfmaschine, die nach immer größeren Wirtschaftsräumen und damit größeren Staatseinheiten verlangt und der die Kleinstaaterei des Deutschen Bundes viel zu eng geworden ist, und
- da ist schließlich Preußen, das im Namen der deutschen Einheit auf Machterweiterung hinarbeitet und in diesem Zusammenhang auch ein Auge auf das Königreich Bayern wirft.
König Max II. will diese Gefahren durch ein Programm zur Hebung des bayerischen Nationalgefühls bekämpfen.
23. 4 1941 - Der Kruzifix-Erlass
München-Haidhausen * Adolf Wagner, Gauleiter sowie Innen- und Kultusminister, will mit dem „Kruzifix-Erlass“ alle Schulkreuze aus den Klassenzimmern entfernen. Das ist ein taktischer Missgriff erster Güte. Doch damit löst sich das Problem mit der Kündigung der bestehenden Mietverhältnisse im Maximilianeum anders. Nach massiven Alkoholexzessen erkrankt der NS-Gauleiter Ende 1941 schwer und muss bald darauf seine sämtlichen Ämter ruhen lassen.
Sein Nachfolger Paul Giesler entfaltet als Kultusminister kaum noch Initiativen.
3. 12 1980 - Strauß fordert eine deutsche Wiederaufarbeitungsanlage
München-Haidhausen * In einer Regierungserklärung erklärt Ministerpräsident Franz Josef Strauß, dass die Bundesrepublik eine eigene Wiederaufarbeitungsanlage benötigt. Wackersdorf nennt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich als möglichen Standort.
12. 1 1949 - Das Maximilianeum wird als Sitz des bayerischen Landtags
München-Haidhausen * Das Maximilianeum wird als Sitz des bayerischen Parlaments genutzt, obwohl das Gebäude ursprünglich nicht als Unterkunft für den Landtag, sondern für einen ganz anders gelagerten Zweck erbaut ist.
1. 11 1942 - Ministerpräsident Ludwig Siebert stirbt
München-Haidhausen * Ministerpräsident Ludwig Siebert stirbt. Die offizielle Trauerfeier für den Präsidenten der Deutschen Akademie findet im Maximilianeum statt.
6. 10 1857 - Grundsteinlegung für das Maximilianeum
München-Haidhausen * Die Münchner Prominenz feiert in Anwesenheit von König Max II. und höchster Regierungsvertreter auf dem Ripfelanger die Grundsteinlegung für die künftige Bildungseinrichtung und die Gemäldegalerie.
Bei stürmischem Wind und strömenden Regen singt ein zweihundert Mann starker Chor: „Bayerns hoffnungsvollen Söhnen baut Max hier ein Asyl, alles Wahren, Guten, Schönen, Sterne sind ihr leuchtend Ziel.” Danach leitet der König mit drei Hammerschlägen die Bauarbeiten ein.
Von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung des Maximilianeums vergehen insgesamt siebzehn Jahre, da in dem von Quellen durchströmten, abschüssigen Geröllhang komplizierte Fundamentierungsarbeiten notwendig sind.
1872 - Der Wohnbau des Maximilianeums ist fertiggestellt
München-Haidhausen * Der Wohnbau des Maximilianeums ist fertiggestellt. Die Stipendiaten der Maximilianeum-Stiftung beziehen ihre Räumlichkeiten im neu errichteten Gebäude auf der Gasteig-Anhöhe.
25. 4 1944 - Bomben aufs Maximilianeum
München-Haidhausen * In der Bombennacht verbrennen dreizehn Gemälde aus der Historischen Galerie im Maximilianeum. Die anderen sind inzwischen verstreut untergebracht.
2. 5 1919 - Kämpfe beschädigen das Maximilianeum
München-Haidhausen * Rund um das am Vortag von Regierungstruppen besetzte Maximilianeum kommt es zu Kämpfen zwischen Reichswehr- und Freikorpsverbänden auf der einen sowie Angehörigen der Roten Armee der Räterepublik auf der anderen Seite. Beim Beschuss des Gebäudes trifft ein Geschoss den oberen Rundbogen des Nordturms und beschädigt das Maximilianeum. Noch am selben Tag nehmen die Regierungstruppen München vollständig ein; die Räterepublik ist damit militärisch niedergeschlagen.
12. 10 1935 - Hans Rheinfelder bittet um Entlassung als Stiftungsvorstand
München-Haidhausen * Professor Hans Rheinfelder, der Stiftungsvorstand des Maximilianeums, bittet um seine Entlassung als Vorstand des Maximilianeums. Sein Gesuch ist ähnlich freiwillig wie das der ausgeschiedenen Kuratoriumsmitglieder.
24. 8 1936 - Wilhelm Müller tritt als Maximilianeums-Stiftungsvorstand zurück
München-Haidhausen - Berlin * Regierungsrat Wilhelm Müller verlässt München und wechselt direkt ins Reichsfinanzministerium.
10. 10 1982 - Ergebnis der Landtagswahl 1982
Freistaat Bayern * Bei der Landtagswahl erhält
- die CSU 58,3,
- die SPD 31,9 Prozent.
Erstmals in der Nachkriegsgeschichte ist der Bayerische Landtag ein Zweiparteienparlament.
- Die FDP erhält lediglich 3,5 Prozent.
- Die Grünen kommen auf 4,6 Prozent und scheiterten damit knapp an der Fünf-Prozent-Klausel.
6. 11 2017 - Die Landtags-SPD fordert einen Feiertag zur Freistaatsgründung
München * Die SPD-Landtagsfraktion fordert, den 8. November 2018 zum 100. Jahrestag der Freistaatsgründung einmalig als gesetzlichen Feiertag zu begehen. Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher wendet sich dazu in einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer.
Rinderspacher vergleicht die Bedeutung der bayerischen Revolution vom November 1918 mit dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli und dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli. Ein Feiertag soll das demokratische Selbstverständnis Bayerns stärken und die Erinnerung an die Überwindung der Monarchie wachhalten.
Zugleich kritisiert er, dass die bayerische Demokratiegeschichte im Schulunterricht und im öffentlichen Raum zu wenig Beachtung findet. Besonders erinnert er an Freistaatsgründer Kurt Eisner und dessen Nachfolger Johannes Hoffmann.
1 1885 - Die Au drängt auf eine eigene Isarbrücke
München-Au * Um die wirtschaftliche Entwicklung der Vorstadt Au zu fördern, wird der Antrag gestellt, eine Brücke über die Isar in Verlängerung der Corneliusstraße bis zum Mariahilfplatz zu errichten. Bereits beim Bau der Corneliusstraße ist ein solcher Brückenanschluss vorgesehen gewesen.
Die Stadtverwaltung scheut jedoch die hohen Kosten, da neben dem Brückenbau auch umfangreiche Veränderungen am Flussbett und am Wehr erforderlich sind. Es wird eine Verbreiterung der Ludwigsbrücke vorgeschlagen und der neue Isarübergang südlich der Museumsinsel auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Die Bewohner der Au sind mit dieser Entscheidung unzufrieden, da sich die Verkehrsverhältnisse auf den Brücken und Zufahrtsstraßen weiter verschlechtern. Verschiedene Initiativen forderten deshalb seit Jahren zusätzliche Isarübergänge im Münchner Burgfrieden.
27. 3 1935 - Dr. Florian Bleyer stirbt vollkommen unerwartet.
München * Der Kuratoriumsvorsitzende des Maximilianeums, Dr. Florian Bleyer, stirbt vollkommen unerwartet.
1832 - Kronprinz Max II. und das Maximilianeum
München-Haidhausen * Die Wurzeln für das Maximilianeum gehen auf den damals 21-jährigen Kronprinzen Max II. zurück, der ab diesem Jahr die Idee einer „Akropole zur Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes“ verfolgt. Er beabsichtigt, „auf der Isaranhöhe einen großen Nationalbau, einen Park, eventuell sogar einen neuen Stadtteil anzulegen”. Das bedeutet aber noch nicht den Standort des heutigen Maximilianeums.
31. 8 1851 - Der Architekturwettbewerb wird verlängert
München * Bis zum ersten Einsendetermin des Architekturwettbewerbs zu einem neuen Baustil liegen erst 17 Entwürfe vor. Man verlängert die Frist deshalb auf den 31. Dezember 1851 und versendet das Programm zusätzlich an eine Reihe inländischer und ausländischer Architekten.
1874 - Die Gesamtanlage des Maximilianeums ist fertiggestellt
München-Haidhausen * Die Gesamtanlage des Maximilianeums mit der städtebaulich bedeutsamen Arkaturkulisse ist - zehn Jahre nach dem Tod von König Max II. - fertiggestellt. Die repräsentativen Baulichkeiten des Maximilianeums bestehen demnach nur aus einer leeren Fassade - zum krönenden Abschluss der Maximilianstraße.
6 1935 - Vernichtende Gutachten für Professor Hans Rheinfelder
München - Halle - Köln * Professor Hans Rheinfelder erhält nahezu gleichzeitig eine Berufung nach Halle und Köln erhalten. Um sich vor möglichen späteren Konflikten zu schützen, werden von den aufnehmenden Universitäten Gutachten eingeholt.
Diese fallen für Professor Rheinfelder wie folgt aus: „Politisch stand und steht Rh. unbeirrbar und unbelehrbar auf dem Boden der Bayerischen Volkspartei. Zu den Grundsätzen des Deutschen Reiches kann er bei seiner durchaus unheroischen schwächlich-pazifistischen und konfessionell verstockten Einstellung keine innere Fühlung bekommen, ja er bemüht sich auch nicht im mindesten darum, diese zu gewinnen. Kultur ist ihm gleich katholische Kirche. […] Im übrigen aber ist seine Weltanschauung für die Zwecke des Dritten Reiches völlig unbrauchbar.“
5. 2 1864 - Spitzbogenarkaden werden durch Rundbogenarkaden ersetzt
München-Haidhausen * Kurz vor seinem völlig unerwarteten Tod ordnet König Max II. eine entscheidende Planänderung am Maximilianeum an - obwohl der Mitteltrakt des Westbaus bereits über das erste Obergeschoss hinaus errichtet ist. Aufgrund zunehmender Kritik werden die ursprünglich vorgesehenen Spitzbogenarkaden durch Rundbogenarkaden im Stil der Neurenaissance ersetzt. Damit kommt es faktisch zu einer Abkehr vom ursprünglich angestrebten Maximiliansstil.
20. 8 1876 - Stiftungsurkunde für das Kgl. Maximilianeum erlassen
München-Haidhausen * König Ludwig II. erlässt die Stiftungsurkunde und die Grundbestimmungen für das Kgl. Maximilianeum, die sein Vater ausdrücklich gebilligt hatte.
Um 10 1933 - Antrag auf Erneuerung der Außenfassade des Maximilianeums
München-Haidhausen * Der Verwaltungsausschuss der Universität München beantragt aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung einen Betrag von 500.000 Reichsmark zur Erneuerung der Außenfassade der Westfront des Maximilianeums.
Um 3 1941 - Gauleiter Wagner will die Maximilianeums-Satzung ändern
München-Haidhausen * Gauleiter und Staatsminister Adolf Wagner will die Satzung ändern und aus der Stiftung Maximilianeum eine reine Zahlstelle für Geldstipendien machen. Er will die Studenten aus dem Haus entfernen und sie mit einem monatlichen Stipendium von 150 RM abfinden. Anschließend soll die Kreisleitung München der NSDAP das Gebäude der Stiftung übernehmen.
1822 - Kaulbachs Gemäldezyklus begeistert Kronprinz Max
Berlin * Wilhelm von Kaulbach beginnt mit der Realisierung des weltgeschichtlichen Gemäldezyklus im Treppenhaus des Neuen Museums in Berlin. Kronprinz Max II. ist davon beeindruckt.
20. 3 1848 - Das Athenäum-Projekt nimmt greifbare Formen an
München-Haidhausen * Der Bayernregent Ludwig I. verzichtet - nach den revolutionären Ereignissen im Land - offiziell auf den Thron. Damit wird der Kronprinz als König Max II. inthronisiert. Das Athenäum-Projekt kann jetzt greifbare Formen annehmen.
um 12 1850 - Ein Architekturwettbewerb für einen bayerischen Nationalstil
München-Haidhausen * Ein Architekturwettbewerb zur Ausarbeitung eines Bauplans für eine höhere Bildungs- und Unterrichtsanstalt wird in Tageszeitungen und Fachzeitschriften ausgeschrieben. Teil der Aufgabe ist auch ein Raumprogramm für eine „geräumige, zur Aufnahme von mindestens 80 größeren und kleineren Gemälden bestimmte Halle“.
Darüber hinaus wird der Ausschreibungstext mit der Bitte um Teilnahme an rund einhundert Architekten in Deutschland, Frankreich, England, der Schweiz und Dänemark versandt, deren Mitwirkung besonders erwünscht ist. Man will einen „bis dahin noch nicht dagewesenen Baustil“ im Sinne eines bayerischen Nationalstils schaffen.
Die Initiative zu diesem Wettbewerb geht auf den Direktor der Akademie der Bildenden Künste, Wilhelm von Kaulbach, zurück.
31. 7 1851 - Nur wenige Entwürfe für das Maximilianeum
München-Haidhausen * Bis zum ersten Einsendetermin für den Architekturwettbewerb liegen nur wenige Entwürfe für das Maximilianeum vor, weshalb man die Frist auf den 31. Dezember 1851 verlängert und an eine Reihe inländischer und ausländischer Architekten das Programm zusätzlich versendet.
10. 5 1874 - Die Historische Galerie im Maximilianeum eröffnet
München-Haidhausen * Die Historische Galerie im Maximilianeum wird zehn Jahre nach dem Tod König Max II. eröffnet wurde. Sie besteht nicht aus achtzig, sondern lediglich aus dreißig kolossal große Historienbilder. Vier davon beziehen sich auf die biblischen Themen, acht Bilder haben das abendländische Mittelalter zum
Thema und weitere sieben Gemälde beschäftigen sich mit der europäischen Geschichte der Neuzeit. Die von König Max II. ganz stark favorisierte bayerische Perspektive wurde - selbst bei positivster Auslegung der Historie - auf drei Bilder reduziert.
Ergänzt wird das Bildprogramm durch andere Räume des Maximilianeums und in dessen Fassade. Dort repräsentieren außerdem 24 Marmorbüsten Wohltäter, Erfinder, Weise, Literaten, Staatsmänner und Feldherren.
30. 1 1934 - Das Erziehungsministerium wird neu strukturiert
Berlin - München-Haidhausen * Mit dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches wird auch das Erziehungsministerium neu strukturiert.
Um den 28. 10 1934 - Der Reichsminister nur für freiwillige Aufnahme im Kameradschaftshaus
Berlin - München-Haidhausen * Reichsminister Bernhard Rust verwässert das strikte Programm des Studentenschaftsführers. Er war zwar auch dafür, dass ein möglichst großer Anteil junger Studenten im Kameradschaftshaus erzogen werden soll, doch habe dieser Beitritt grundsätzlich freiwillig zu erfolgen. Keine Verbindung dürfe gezwungen werden, ein Kameradschaftshaus im Sinne nationalsozialistischer Erziehung zu werden.
8 1846 - Kronprinz Max II. in der „Galeries Historiques“ in Versailles
Paris * Kronprinz Max II. lernt während seines Paris-Aufenthalts die „Galeries Historiques“ in Versailles kennen. Der Bürgerkönig Louis Philippe lässt es sich nicht nehmen, den bayerischen Thronfolger vier Stunden lang persönlich durch das zur historischen Galerie umgestaltete Residenzschloss Ludwigs XIV. zu führen und ihm die in einem Bilderzyklus dargestellte französische Geschichte vorzustellen. Der Bayernprinz ist davon stark begeistert.
1839 - Der Standort des Maximilianeums wird konkret
München-Haidhausen * Der Standort des Maximilianeums wird ins Auge gefasst, nachdem Kronprinz Max II. ab dem Jahr 1839 mit dem Gedanken einer vom Max-Joseph-Platz ausgehenden und zur „Akropole“ führenden Prachtstraße spielt. Welchem Zweck und welcher Nutzung der Bau einmal zugeführt werden soll, nimmt in seinen Überlegungen noch keinen Platz ein.
10. 3 1933 - Hausdurchsuchung im Maximilianeum durch SA-Leute
München-Haidhausen * SA-Leute führen im Maximilianeum eine Hausdurchsuchung durch. Ihr Augenmerk fällt zunächst auf die Bayernwehr, die im Maximilianeum Räume belegt hatte. Sie beschlagnahmen die dort gefundenen Übungsgewehre. Weitere Durchsuchungen und Besetzungen durch Polizei, SA und Stahlhelm folgen.
Vor dem Eingang des Maximilianeums stehen seither Posten, die die Stipendiaten nur nach Abgabe einer Parole durchlassen. Eine Intervention beim Kultusminister Hans Schemm, der zugleich Gauleiter ist, führt zum Abzug der SA-Posten. Außerdem gibt er Weisung, dass „das Maximilianeum in jeder Weise zu schützen sei“. Er fördert auch die Erneuerung der Außenfassade des Maximilianeums an der Westseite.
um 8 1932 - Die Bayernwehr im Maximilianeum
Um August 1932:
München-Haidhausen * Die Bayernwehr wird von der Bayerischen Volkspartei - BVP als Selbstschutzorganisation gegründet worden und belegt auch im Maximilianeum Räume.
20. 6 1918 - Carl Kröpelin wird aus der Untersuchungshaft entlassen
München-Au * Der am 1. Februar 1918 wegen seiner Beteiligung am Januarstreik verhaftete Schlosser und Werkzeugdreher Carl Kröpelin wird aus der Untersuchungshaft entlassen.
11. 7 1918 - Entlassung der Januarstreik-Inhaftierten gefordert
München - Leipzig * Kurt Eisners Rechtsanwalt, Dr. Benedikt Bernheim, beantragt die Entlassung seines Mandanten sowie der am Januarstreik Beteiligten und Inhaftierten Albert Winter sen., Albert Winter jun. und Carl Kröpelin.
- Rechtsanwalt Albert Nussbaum fordert das Gleiche für Ernst Toller, Fritz Schröder, Hans Unterleitner, Franz Xaver Müller, Karl Mettler und Theobald Michler.
- Der Verteidiger von Emilie und Betty Landauer, Dr. Maximilian Bernstein, erhebt die gleichlautende Forderung für seine Mandantinnen.
10. 3 1864 - Finanzierung des Maximilianeums ungesichert
München-Haidhausen * Durch den Tod des Königs ist die Finanzierung des Maximilianeum-Projekts vollkommen ungesichert. Die Bauarbeiten verzögern sich. Zunächst entsteht der äußerlich funktional gehaltene Hauptblock.
15. 11 1918 - Die Stiftung Maximilianeum wird dem Kultusministerium unterstellt
München-Haidhausen * Ein Erlass des Gesamtministeriums vom 15. November 1918 und der § 2 des Übergangsgesetzes vom 28. März 1919 betrachtet die königliche Gewalt auf die jeweils beteiligten Ministerien übergegangen - und damit auch die Stiftung Maximilianeum.
Dabei hatte König Max II. im § 28 der Stiftungsurkunde bestimmt, dass das Protektorat und die Schutzherrlichkeit an die Universität München übergehen sollte. Entgegen dem Stifterwillen des Bayernkönigs Max II. tritt in den nachrevolutionären Aufräumarbeiten das Kultusministerium in die vollen Rechte des Königs ein, ohne dass dies von einem der Stiftungsorgane [= Vorstand und Kuratorium] oder von der Universität bemängelt wird.
14. 12 1929 - Die Universität will das Protektorat über das Maximilianeum
München-Haidhausen * Die Universität teilt dem Kultusministerium mit, dass sie von jetzt an Protektorat und Schutzherrlichkeit über die Stiftung Maximilianeum ausüben werde. Sie stützt sich dabei auf ein Gutachten des Zivilsenats des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 14. Juli 1928.
Doch das Ministerium reagiert auch auf drei weitere Schreiben der Universität innerhalb von zwei Jahren und vier Monaten nicht.
16. 11 1934 - Hitler entmachtet die Deutsche Studentenschaft
Berlin - München-Haidhausen * Reichskanzler Adolf Hitler überträgt auf Antrag des Reichserziehungsministers Bernhard Rust dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund die gesamte politisch-weltanschauliche Erziehung der Studentenschaft und entmachtet damit faktisch die Deutsche Studentenschaft.
Damit ist der Antrag des Kuratoriums auf Anerkennung der Stiftung Maximilianeum als studentisches Kameradschaftshaus gegenstandslos geworden.
1905 - Das nie geplante Großdenkmal für König Ludwig II.
München-Au - München-Isarvorstadt * Mit der Ausführung des königlichen Monuments auf der Corneliusbrücke wird zunächst der Architekt Michael Dosch beauftragt. Sein Entwurf sieht den Standort nördlich der Corneliusbrücke vor. Es soll ein 22 Meter hohes Denkmal mit einer bronzenen Königsfigur in zweieinhalbfacher Lebensgröße entstehen. Mit seinem pylonartigen Aufbau erinnert es an das im Jahr 1896 vollendete „Kyffhäuser-Denkmal“.
Ludwig II. sollt also über die Cornelius- zur Reichenbachbrücke und weiter in Richtung seiner geliebten Berge blicken. Auf der Rückseite ist ein 23 Quadratmeter großes Bronzerelief geplant, das die Parade vom 16. Juli 1871 in München mit der Begrüßung der Truppen durch den König darstellt und an die Reichsgründung während der Regierungszeit des „Märchenkönigs“ erinnern soll.
1. 5 1919 - Das Maximilianeum wird zum militärischen Stützpunkt
München-Haidhausen * Während des Angriffs auf die Münchner Räterepublik besetzen Regierungstruppen das Maximilianeum. In zwei Studentenzimmern stellen sie Maschinengewehre auf; im Gebäude richten sie ein Waffenlager mit acht weiteren Maschinengewehren und rund 800 Gewehren ein. Die Kellerräume dienen als Pferdestallungen. Von dem strategisch gelegenen Gebäude aus stoßen die Truppen über die Maximilianstraße in Richtung Innenstadt vor. Reichswehrverbände und Freikorps nehmen München bis zum folgenden Tag ein und schlagen die Räterepublik gewaltsam nieder.
1994 - Weibliche und männliche Stipendiaten unter einem Dach
München-Haidhausen * Da das Maximilianeum nicht genügend Platz bot, mussten die weiblichen Stipendiaten vierzehn Jahre lang in einem nahe gelegenen Internat untergebracht werden. Erst mit der Fertigstellung eines Neubaus auf dem Gelände des Maximilianeums findet die räumliche Trennung der beiden Stiftungen ihr Ende. Seitdem leben die weiblichen und männlichen Stipendiaten - im Durchschnitt 45 - unter einem Dach.
2 1935 - Eine politisch motivierte Säuberung des Kuratoriums
Berlin - München-Haidhausen * Das Kultusministerium teilt dem Kuratoriumsvorsitzenden mit, dass „eine Umbildung, insbesondere Verjüngung des Kuratoriums“ bevorsteht. Seine Neubesetzung mit parteinahen Nationalsozialisten ist die Grundvoraussetzung für die anschließende Verdrängung des Stiftungsvorstands des Maximilianeums, Professor Hans Rheinfelder. Es folgt eine politisch motivierte Säuberung des Kuratoriums. Man will mindestens drei Mitglieder dieses Gremiums vorzeitig ihres Amtes entheben. Das geht aber nur, wenn die Betroffenen von sich aus ihren Rücktritt erklären.
- Anton Dyroff und Walter Lotz sind bereits über 68 Jahre alt und sollen deshalb aus Altersgründen pensioniert werden.
- Wilhelm Freiherr von Pechstein vertritt eine konservative, strikt gegen den Nationalsozialismus und besonders seine Kirchenpolitik gerichtete Einstellung.
- Hinzu kommt später noch Aloys Fischer, der mit einer nichtarischen Frau verheiratet ist.
25. 1 1859 - Die Satzung des Königlichen Maximilianeums tritt in Kraft
München-Haidhausen * Die Satzung des Königlichen Maximilianeums tritt in Kraft. Darin wird der Zweck der Anstalt beschrieben. Weder der Stand noch der Reichtum der Eltern sind bei der Berücksichtigung im Königlichen Maximilianeum ausschlaggebend. Allerdings haben nur männliche Bewerber eine Chance.
1861 - Fundamentierungsarbeiten am Maximilianeum abgeschlossen
München-Haidhausen * Die aufwändigen Fundamentierungsarbeiten am Maximilianeum sind abgeschlossen. Dafür mussten die Grundmauern von zwei Kanälen durchzogen werden; zudem wurde unter dem Nordturm ein kleiner See zur Ableitung des Grundwassers angelegt.
1932 - Maximilianeums-Vorstand muss sein Amt niederlegen
München-Haidhausen * Der seit 1920 amtierende Vorstand der Stiftung Maximilianeum, Ministerialrat Jakob Weber, ein ehemaliger Maximilianeer, muss wegen Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung aus dem Amt scheiden. Er hatte viele Jahre die Verpflegung seines Sohnes und seines Dienstmädchens aus der Küche der Stiftung in Anspruch genommen.
Das Kultusministerium setzt daraufhin kurz entschlossen den Ministerialrat Karl Sommer „für die Dauer der Erledigung der Vorstandsstelle im Maximilianeum als Verweser“ ein.
Ab 1932 - Der Maximilianeer Franz Gürtner
München-Haidhausen * Der Maximilianeer Franz Gürtner ist zwischen 1932 und 1941 NS-Reichsjustizminister.
20. 9 1934 - Studenten sollen im Kameradschaftshaus wohnen
Berlin - München-Haidhausen * Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft ordnet an, dass zur weltanschaulich einheitlichen Erziehung des akademischen Nachwuchses, den er „als revolutionären Stoßtrupp des Nationalsozialismus an den Hochschulen“ sieht, jeder Studienanfänger des kommenden Wintersemesters die beiden ersten Semester an derselben Hochschule hören und dabei in einem von der Deutschen Studentenschaft anerkannten Kameradschaftshaus wohnen soll.
1. 12 1935 - Dr. Fritz Reu wird Maximilianeums-Stiftungsvorstand
München-Haidhausen * Der 24-jährige Dr. Fritz Reu, Dozentschaftvertreter der Juristischen und Staatswirtschaftlichen Fakultät, übernimmt das Vorstandsamt von Hans Rheinfelder. Reu spielte bei der Absetzung Rheinfelders eine dubiose Rolle. Er hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er Rheinfelder als Vorstand der Stiftung Maximilianeum und als Universitätslehrer für untragbar hält und er selbst Vorstand werden wolle.
8. 12 1935 - Fritz Reus Vorstandschaft endet nach acht Tagen
München-Haidhausen * Die Vorstandschaft von Dr. Fritz Reu dauert nicht sehr lange, nachdem er in kürzester Zeit feststellen muss, dass sich im Hause Unmut über die Absetzung Rheinfelders und den Wechsel zu seiner
Person breit macht. Das Verhalten der Stipendiaten ihm gegenüber wird als sehr reserviert geschildert, weshalb Reu am achten Tag nach seiner Amtsübernahme die Bewohner des Maximilianeums in der Bibliothek zusammenholte, um Missverständnisse zu klären. Es kam zu einem heftigen Wortwechsel. Noch am Nachmittag dieses 8. Dezember 1935 endet die kommissarische Vorstandstätigkeit von Dr. Fritz Reu.
27. 7 1888 - Die I. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung
München-Lehel * Die erste Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung wird eröffnet. Parallel dazu wird die Deutsch-Nationale Kunstgewerbe-Ausstellung am Isarquai abgehalten. Sie markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Industrialisierung Bayerns und dauert bis zum 16. Oktober 1888.
Die Ausstellung steht unter dem Protektorat des Prinzregenten Luitpold von Bayern und wird von der Staatsregierung, der Stadt und dem polytechnischen Verein auch in finanzieller Hinsicht unterstützt. Sie wird aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Allgemeinen Gewerbevereins im Rahmen des Allgemeinen Deutschen und Bayerischen Handwerkertages abgehalten und ist eine Ausstellung von Kraft- und Arbeitsmaschinen für den Handwerksbetrieb.
Der Ausstellungsbau steht am Isartorplatz und erhebt sich dort „mehr gemütlich als prunkend“. Er ist „dem schlichten Handwerksmann gleichend, welcher ein braves und gutes Herz in sich trägt“. Die Pläne zum Ausstellungsgebäude hat der Architekt Franz Brochier gefertigt.
Beteiligt sind an der Maschinen-Messe 217 Aussteller, welche eine Bodenfläche von 1.664 Quadratmeter und eine Wandfläche von 113 Quadratmeter belegt haben. Präsentiert werden 67 Motoren mit einer Gesamtkraft von 184 Pferdestärken und zwar
- 20 Dampfmotoren,
- 13 Wassermotoren,
- 31 Gasmotoren und
- 3 Petroleummotoren.
- Die Zahl der ausgestellten Arbeitsmaschinen beträgt 563 und umfasst alle Gewerbebranchen.
Nach Bundesstaaten verteilten sich die Aussteller folgendermaßen:
- Aus Bayern kommen 90,
- aus Preußen und Sachsen jeweils 44,
- aus Baden elf,
- aus Württemberg 16,
- aus Reuß sechs,
- aus Hamburg zwei und aus Hessen, Braunschweig, Elsass-Lothringen und Bremen jeweils ein Aussteller.
An Flächenraum nimmt am meisten Sachsen mit 368 Boden- und 68 Quadratmeter Wandfläche ein, während die Freie Stadt Hamburg sich mit lediglich einem qm Bodenfläche begnügt.
Insgesamt werden 136 Aussteller mit Diplomen und Medaillen ausgezeichnet.
26. 6 1660 - Dem Haidhauser Kleinwirt wird das Weißbierschankrecht genommen
Haidhausen * Dem Haidhauser Mesner und Kleinwirt Georg Pockmayer wird das Weißbierschankrecht genommen. Damit verliert er vorübergehend seine Konkurrenzfähigkeit, da der Großwirt Weißbier, Braunbier und Branntwein ausschenken darf.
16. 12 1932 - Karl Sommer beendet seine Vorstands-Tätigkeit
München-Haidhausen * Die Tätigkeit des Ministerialrats Karl Sommer, der einer der Hauptbelastungszeugen im Hitlerprozess war, als Vorstand der Stiftung Maximilianeum endet. Ihm folgt zum gleichen Zeitpunkt Professor Hans Rheinfelder.
10 1933 - Wird das Maximilianeum ein Kameradschaftshaus ?
München-Haidhausen * Der Reichsinnenminister, der seit der Machtübernahme die Hochschulpolitik vereinigt, verfügt, dass Studentenheime und Korpshäuser in Kameradschaftshäuser umgewandelt werden sollen. Die Studenten haben darin in Kameradschaften von zehn bis fünfzehn Mann zusammenzuleben.
Da Gemeinschaftserziehung und Gemeinschaftsbildung zu den herausragenden Erziehungszielen auf allen Ebenen des nationalsozialistischen Bildungssystems gehören, will man kein Universitätsstudium ohne die Gemeinschaftserfahrung des Lebens in einem - im Sinne des Nationalsozialismus ausgerichteten - Kameradschaftshaus erfolgen lassen. Außerdem sollten sie weltanschaulich und sportlich erzogen werden.
11. 10 1935 - Der Maximilianeums-Stiftungsvorstand soll ausgetauscht werden
München-Haidhausen * Bis auf den Historiker Karl Alexander von Müller, einem aus nationalsozialistischer Sicht politisch eindeutig zuverlässigen Mann, wird Stiftungs-Vorstand des Maximilianeums mit nationalsozialistischen Parteigängern in Gänze neu besetzt.
16. 12 1935 - Walther Wüst wird Vorstand der Stiftung Maximilianeum
München-Haidhausen * Professor Walther Wüst wird Vorstand der Stiftung Maximilianeum. Er ist 34 Jahre alt, hat aber bereits eine steile Karriere als Wissenschaftler und Nationalsozialist hinter sich.
24. 12 1935 - Schon wieder ein neuer Stiftungsvorstand
München-Haidhausen * Die Tätigkeit von Professor Walther Wüst als Vorstand der Stiftung Maximilianeum dauert wie bei Dr. Fritz Reu ebenfalls nur acht Tage. Sie endet bereits am 24. Dezember. Gründe für die Beendigung der Tätigkeit sind nicht bekannt.
Das Kultusministerium beauftragt den 29-jährigen Regierungsrat Wilhelm Müller, ein Maximilianeer und NSDAP-Mitglied, mit der vorläufigen Führung der Vorstandsgeschäfte des Maximilianeums.
17. 4 1941 - Den Stipendiaten soll gekündigt werden
München-Haidhausen * Vom Kultusministerium ergeht die Weisung, die bestehenden Mietverhältnisse im Maximilianeum zu kündigen. Nun schaltet sich der bayerische Ministerpräsident Ludwig Siebert in den Vorgang ein und verlangt vom Gauleiter sowie Innen- und Kultusminister Adolf Wagner, an den weiteren Entscheidungen beteiligt zu werden.
16. 9 1888 - Probefahrten mit Carl Benz‘ benzinbetriebenem Automobil
München-Lehel * Die Neuesten Nachrichten berichten: „In der Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung finden seit gestern mehrere kurze Probefahrten mit dem patentierten Motorwagen der Firma Benz & Co. in Mannheim statt. Der Wagen ist eine viersitzige komfortable Kalesche mit umlegbarem Regendach und ruht auf drei Rädern, deren vorderes durch eine äußerst einfache Vorrichtung, ähnlich wie bei den Tricycles, gesteuert werden kann.
Hinter dem Rücksitz im Wagenkasten ist ein kleiner zierlich gearbeiteter Benzinmotor angebracht, der mit den Hinterrädern in Verbindung steht. Durch einen Druck auf einen unter der Steuervorrichtung angebrachten Hebel setzt sich der Wagen in Bewegung. Derselbe kann auf verhältnismäßig kleiner Fläche umkehren und sofort zum Stehen gebracht werden. Seine größte Fahrschnelligkeit ist die eines in scharfen Trabe fahrenden Fuhrwerkes.“
8. 10 1957 - Die Bayernpartei tritt aus der Viererkoalition aus
München * Die kleineren Koalitionspartner der Viererkoalition bekommen es mit der Angst zu tun, weshalb die Bayernpartei am 8. Oktober aus der Viererkoalition austritt und sie damit beendet.
1. 6 1993 - Über die Ausziehtechniken im Blauen Engel
München-Haidhausen * Die Münchner Abendzeitung schreibt über den soeben geschlossenen Blauen Engel in der Wolfgangstraße in Haidhausen folgende Zeilen:
„Die Ausziehtechniken im Blauen Engel (Marlene Dietrich dreht sich im Grabe um) waren selten ausgereifter als im ‚bumsfidelen Mädchenpensionat‘. Dafür kostete der Eintritt auch nur fünf Mark. Für drei Mark bekam man von der Kathie ein müdes Bier serviert, bevor sie zur Miß Kate mutiert auf der Bühne ihre Version vom Alpensex zeigte. Tja, nun nicht mehr. Gott sei Dank, werden die einen denken, die in der Prolo-Fleischbeschau nichts Lustiges finden konnten. Schade, so die anderen, die angereiste Bekannte mit dem Dirndl-Sex schocken konnten.“
Das Gebäude an der Wolfgangstraße wird anschließend saniert und darin eine andere Gastwirtschaft eröffnet: das Wasserwerk.
9. 3 1933 - Gleichschaltung Bayerns
München-Haidhausen * Spätestens mit der Gleichschaltung Bayerns ändern sich auch die Rahmenbedingungen für das Maximilianeum grundlegend.
10. 10 1934 - Angst um den Weiterbetrieb der Stiftung Maximilianeum
Berlin - München-Haidhausen * Das Kuratorium beim Kultusministerium stellt den Antrag auf Anerkennung der Stiftung Maximilianeum als studentisches Kameradschaftshaus. Man befürchtet, dass sonst der Weiterbetrieb der Stiftung gefährdet sei, nachdem die Universitäten und Fakultäten bereits Ende 1933 nach dem Führerprinzip reorganisiert worden waren und dadurch ernannte Rektoren und Dekane erhielten, womit zugleich die Selbstverwaltung durch den Senat ausgeschaltet wurde.
Im Zuge dieser Maßnahmen kam es zu umfangreichen politisch motivierten Säuberungen des Personalstamms. Für die Entlassenen wurden junge Nationalsozialisten strategisch platziert.
21. 9 2003 - Ergebnis der Wahl zum Bayerischen Landtag 2003
Freistaat Bayern - München • Nach der Auszählung der Landtagswahl gehören dem Bayerischen Landtag in dieser 15. Legislaturperiode 180 Mitglieder an. Bei der Wahl zum 15. Bayerischen Landtag erhält
- die CSU mit ihrem amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber 60,7 Prozent [+ 7,8] und 124 Sitze.
- Die SPD mit ihrem Kandidaten Franz Maget erringt 19,6 Prozent der Stimmen [- 9,1] und 41 Sitze.
- DIE GRÜNEN kommen auf 7,7 Prozent der Wählerstimmen [+ 2,0] und 15 Sitze.
Edmund Stoiber wird erneut Bayerischer Ministerpräsident und kann mit seiner CSU-Alleinregierung mit einer Zweidrittel-Mehrheit regieren.
18. 3 1905 - Das gescheiterte Denkmalprojekt für Ludwig II.
München-Au - München-Isarvorstadt * Prinzregent Luitpold zeigt sich vom Denkmalentwurf für Ludwig II. auf der Corneliusbrücke begeistert und äußert: „Ich genehmige gerne, die Arbeit ist in guten Händen.“
Der Entwurf kommt aber nicht zur Ausführung, da er nicht die Zustimmung der „Kommission für staatliche Monumentalbauten“ erhält.
1840 - Die Planung für das Maximilianeum nimmt konkrete Form an
München-Haidhausen * Die Planungen für den damals noch „Akropole" genannten Nationalbau auf dem Isarhochufer nehmen konkrete Formen an. Vorgesehen ist ein Erziehungsinstitut für angehende Staatsbeamte, das unter der Bezeichnung „Athenäum" entstehen soll. Beschrieben wird es als ein großer Kultur- und Sportcampus mit Kirchen, Sälen, einem Schwimmbad und insgesamt 23 Gebäuden.
Als geistiger Initiator des Projekts gilt Friedrich Thiersch. Kronprinz Max II. beauftragt ihn daraufhin mit der Ausarbeitung eines Lehrplans sowie eines Raumprogramms für die geplante Einrichtung. Thierschs Konzept sieht eine Kirche im Zentrum der Anlage vor. Auch die Bezeichnung „Athenäum" geht auf ihn zurück, angelehnt an die Schule für junge Griechen, die er zwischen 1815 und 1818 in München geleitet hat. Ebenso stammt die heute gebräuchliche Bezeichnung „Maximilianeum" von
1980 - Auch Frauen können Maximilianeer werden
München-Haidhausen * Auch Frauen können nun Maximilianeer werden. Als König Max II. die Stiftung anno 1852 ins Leben rief, waren nur Männer zum Studium zugelassen. Daher war - laut der Gründungsurkunde - die Förderung nur „talentvollen Jünglingen“ vorbehalten.
Trotz der Öffnung der Hochschulen für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts lässt die Förderung von Studentinnen noch bis zum Jahr 1980 auf sich warten.
Da die Bestimmungen über den Zweck einer Stiftung grundsätzlich nicht geändert werden dürfen, besteht die einzige Möglichkeit zur Aufnahme weiblicher Stipendiaten nur darin, eine eigens für Frauen gedachte zweite Stiftung ins Leben zu rufen. Dazu brauchte man jedoch Geld. Und dieses steht erst im Jahr 1980 - im Rahmen der Feierlichkeiten zu „800 Jahre Wittelsbach und Bayern“ - als Wittelsbacher Jubiläumsstiftung zur Verfügung.
27. 4 1932 - Die Universität erhebt erneut Anspruch auf das Maximilianeum
München-Haidhausen * Der Rektor der Universität erklärt gegenüber dem Kultusministerium, dass er die Ernennung des neuen Vorstands der Maximilianeum-Stiftung in Anspruch nehmen werde. Falls sich das Kultusministerium weigern würde, droht er mit Klage vor dem Verwaltungsgericht.
18. 9 1888 - Die Jugend bestaunt den Benz-Motorwagen
München-Lehel * Die Neuesten Nachrichten schreibt über die erste Probefahrt des Benz Patent-Motorwagens Modell 3 in den Straßen der Stadt: „Das seltsame Fahrzeug wurde allgemein angestaunt und die liebe Jugend verfolgte es in dichten Scharen. Von nun ab finden täglich von 2 bis 4 Uhr Probefahrten in den Straßen statt.“
25. 4 1711 - Kaspar Öttl erhält das Schankrecht für den Haidhauser Kleinwirt
Haidhausen * Hofmarkherrin Anna Maria Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn erteilt dem neuen Kleinwirt Kaspar Öttl das Recht, Weißbier, Braunbier und Branntwein auszuschenken. Er darf außerdem Spielleute auftreten lassen, Kegelplätze betreiben und Kindsmähler – Festessen anlässlich einer Taufe – ausrichten. Die Verleihung sichert den Betrieb seiner Wirtschaft. Neben dem Großwirt gehört Öttl damit zu den wenigen Wirten in Haidhausen mit Schankrecht.
15. 5 1936 - Theodor Rittersbach ist neuer Maximilianeums-Stiftungsvorstand
München-Haidhausen * Regierungsrat Wilhelm Müller scheidet in seiner Funktion als Vorstand der Stiftung Maximilianeum aus. Sein Nachfolger wird der 32-jährige Theodor Ritterspach, ebenfalls ein Maximilianeer.
31. 5 1993 - Im Blauen Engel findet der letzte Jodel-Strip statt
München-Haidhausen * Im Blauen Engel in der Wolfgangstraße in Haidhausen findet der letzte „Jodel-Striptease“ statt.
12 1906 - Skandale führen zu massivem Mitgliederschwund
München-Au - München-Isarvorstadt * Der „Verein zur Erbauung eines Monuments für König Ludwig II. von Bayern e.V.“ ist in die Krise geraten, weil Vorwürfe der Unterschlagung, Feindseligkeiten und Misswirtschaft mit dem nicht unerheblichen Vereinsvermögen zu einer Welle von Ausschlüssen und Austritten führen. Der Mitgliederstand sinkt auf nur noch 3.000 Mitglieder.
20. 4 1893 - Der Magistratsrat Max Weber stirbt
München-Haidhausen * Kurz nach Eintritt in seinen wohlverdienten Ruhestand, verstirbt der Magistratsrat Max Weber.
1905 - Max Weber erhält einen Platz in Haidhausen
München-Haidhausen * Nach dem Magistratsrat Max Weber wird in Haidhausen ein Platz benannt.
1906 - Eine Bedürfnisanstalt am Max-Weber-Platz
München-Haidhausen * Das heute als Zugang über Rolltreppen zur U-Bahn dienende Gebäude wird als Bedürfnisanstalt errichtet und wie folgt beschrieben:
„Es enthält eine Bedürfnisanstalt mit Wärterinzimmer, eine Männerabteilung mit 2 Aborten, eine Frauenabteilung mit 3 Aborten, einen Pißort mit 12 Standplätzen, einen Stationsmeister - und einen Warteraum der Straßenbahn, einen Zeitungsladen und eine geräumige offene Vorhalle.
Das Gebäude ist nur zu einem kleinen Teil unterkellert. Die überbaute Fläche beträgt 128 Quadratmeter. Das aus Backsteinmauer-werk hergestellte Bauwerk ist verputzt, die Dachung mit roten Ziegeln eingedeckt.”
Von den Anwohnern und Hausbesitzern wird Einspruch gegen die Bedürfnisanstalten erhoben und dabei Bedenken in „ästhetischer und sittlicher Beziehung“ ins Feld geführt.
1917 - Max Weber auf Vortragsreisen
München * In München hielt Max Weber viele Vorträge, den berühmtesten anno 1917 vor dem studentischen Freikorps: „Politik als Beruf.”
1. 10 1854 - Magistratsrat Max Weber und die bauliche Entwicklung der Stadt
München * Nach der Eingemeindung Haidhausens übernahm ihn die Stadtverwaltung Münchens erst als Magistratssekretär, dann als Magistratsrat. In seiner Funktion als Vorsitzender der Lokalbaukommission engagierte er sich für die bauliche Entwicklung der Stadt und besonders den Münchner Osten.
21. 4 1864 - Max Weber kommt in Erfurt zur Welt
Erfurt * Der Soziologe Max Weber kommt in Erfurt zur Welt.
Der Begründer der deutschen Soziologie wird durch seine Forderung nach Wertfreiheit der Wissenschaft bekannt, die jede Wertung aus den Hörsälen und Laboratorien verbannt: „Ein Wissenschaftler kann nie sagen, was sein soll, sondern immer nur beschreiben, was ist.“
17. 1 1920 - Der Soziologe Max Weber wird aus dem Hörsaal gejagt
München-Maxvorstadt * Als Anfang 1920 der nationalistische Eisner-Mörder, Anton Graf Arco-Valley, aufgrund eines Antrags der Münchner Studentenschaft begnadigt, und damit vor der Hinrichtung bewahrt wurde, tobten die Studenten vor Begeisterung. Professor Max Weber kommentiert dies so:
„Die politischen Morde werden Schule machen. […] Sie haben den Grafen Arco gefeiert, weil dieser, wie es auch meine Überzeugung ist, vor Gericht ritterlich und in jeder Beziehung mannhaft aufgetreten ist. Seine Tat ging aus der Überzeugung hervor, dass Kurt Eisner Schande auf Schande über Deutschland gebracht hat. Dieser Meinung bin ich auch.
Trotzdem ist es eine schlimme Schwäche, ihn zu begnadigen, solange das Gesetz gilt, und ich als Ministerpräsident hätte ihn erschießen lassen. Aber das Ministerium ist vor ihnen zurückgewichen.”
Nach diesen Ausführungen wird der Soziologe aus dem Hörsaal gejagt.
12. 9 1888 - Das erste serienmäßig gebaute Benzinautomobil der Welt
München-Lehel * Ein herausragendes Ereignis bei der ersten Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung ist die öffentliche Vorführung des „Benz Patent-Motorwagens Modell 3“ durch Carl Benz. Dieses erste serienmäßig gebaute Benzinautomobil der Welt wird mit einer Goldmedaille prämiert.
12 1918 - Der Soziologe Max Weber und die Revolution
Heidelberg * Drei Wochen nach der Revolution schreibt der Soziologe Max Weber: „Die Münchner sind ja völlig verrückt und würdelos”. […] „Wie lange dieser Karneval wohl noch dauert?” Den ersten demokratischen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner nennt Weber den „Hanswursten des blutigen Karnevals”.
3. 7 1998 - Der Max-Weber-Platz wird in Max-Weber-Platz umbenannt
München-Haidhausen * Am Vormittag versammeln sich unter einem Straßenschild der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, einige Lokalpolitiker und Soziologiestudenten, um bei strömenden Regen auf dem ehemaligen Max-Weber-Platz feierlich eine Tafel zu enthüllen, die kundtat, dass dieser Platz ab sofort Max-Weber-Platz heißt.
Was hier um 11:17 Uhr vollzogen wird, hätte Karl Valentin nicht besser erfinden können.
1849 - Max Weber wird Gemeindeschreiber von Haidhausen
Haidhausen * Nach seinem Jurastudium erhält Max Weber eine Anstellung am Landgericht Au und wird 1849 Gemeindeschreiber von Haidhausen.
1919 - Der Soziologe Max Weber siedelt nach München über
München * An die Isar übersiedelt Max Weber, wo er an der Ludwig-Maximilians-Universität den Lehrstuhl des berühmten Nationalökologen Lujo Brentano übernimmt.
27. 10 1988 - Die Strecke für die U 4/5 wird eröffnet
München-Haidhausen * Die Strecke für die U 4/5 wird eröffnet. Gleichzeitig wird der U-Bahnhof Max-Weber-Platz in Betrieb genommen. Im Untergeschoss wird ein nachgebauter Pferdetrambahnwagen aufgestellt.
7. 6 1823 - Max Weber wird in Haidhausen geboren
Haidhausen * Der spätere Magistratsrat Max Weber wird als Sohn eines Haidhauser Bürgers geboren.
1832 - Kein regelmäßiger Schulbesuch möglich
Vorstadt Au * Die Elementarschulen der Vorstadt Au sind mit insgesamt 1.207 Schülerinnen und Schülern stark überfüllt. Ein großer Teil der Kinder stammt aus armen Familien, deren Eltern ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner verdienen. Da die jüngeren Geschwister während der Arbeitszeit der Eltern von den älteren Kindern betreut werden müssen, bleibt diesen oftmals der regelmäßige Schulbesuch verwehrt. Auf diese Weise werden Bildungsdefizite und soziale Benachteiligung von Generation zu Generation weitergegeben.
1996 - Der Max-Weber-Platz soll dem Soziologen gewidmet werden
München-Haidhausen * Bei der Verleihung des Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München an den Münchner Soziologen Ulrich Beck im Alten Rathaus, fordert dieser, dass der Max-Weber-Platz endlich nach dem Soziologen Max Weber benannt werden soll.
Das ist ein Hinweis auf die bis dahin wenig bekannte Tatsache, dass der Platz in Haidhausen nach einem Magistratsrat aus dem 19. Jahrhundert benannt ist, der mit dem Begründer der deutschen Soziologie nur den Namen gemein hat.
25. 7 1808 - Die Landgemeinde Au wird zur Vorstadt erhoben
Vorstadt Au * Die bisherige Landgemeinde Au wird zur selbstständigen Stadt erhoben und erhält die amtliche Bezeichnung „Vorstadt Au“. Zugleich erhält sie einen eigenen Magistrat und ein Stadtwappen.
25. 12 1705 - Kaiserlicher Gegenangriff am Isartor und am Roten Turm
München * Oberst Johann Baptist de Wendt befiehlt um 8 Uhr einen Ausfall aus dem Isartor. Die überraschten Oberländer weichen zurück. Ein Teil flieht ins Lehel und sucht dort Deckung. Unter den dort gefangenen 32 Aufständischen befindet sich Leutnant Johann Georg Aberle. Hofkoch Sebastian Engelhart und Adam Schöttl, genannt „Jägeradam“, können entkommen.
- Die etwa 100 Mann starke Besatzung des Roten Turms leistet erbitterten Widerstand, wird jedoch überwältigt und niedergemacht.
- Für die Kämpfe am Roten Turm und vor dem Isartor werden rund 400 getötete und 200 gefangene Aufständische genannt. Die genaue Verlustzahl bleibt unsicher.
1. 7 1960 - Die Pfarrkuratie St. Elisabeth wird zur Stadtpfarrei
München-Haidhausen * Kardinal Joseph Wendel erhebt die Pfarrkuratie zur Stadtpfarrei St. Elisabeth.
1870 - Verlegung der Fabrik auf die Praterinsel
München-Graggenau - Praterinsel * Die zunehmende Expansion des Unternehmens sowie die intensive Bautätigkeit entlang der neu entstehenden Maximilianstraße veranlassen Anton Riemerschmid, die Fabrik auf die inzwischen erworbenen Grundstücke der Praterinsel zu verlegen. Dort entsteht ein moderner Neubau mit Versuchslabor, in dem die Rezepturen zahlreicher Erzeugnisse entwickelt werden.
Das Labor dient zugleich als Arbeitsstätte bedeutender Wissenschaftler wie Justus von Liebig, Friedrich Wöhler und Max von Pettenkofer. Besondere Aufmerksamkeit erfährt die Essigproduktion, zu deren wissenschaftlicher Erforschung Liebig wichtige Beiträge leistet.
Von Beginn an setzt das Unternehmen auf hohe Produktqualität und eine anspruchsvolle Gestaltung seiner Erzeugnisse. Dabei wirkt später auch Richard Riemerschmid mit, der als Künstler, Designer und bedeutender Vertreter der Münchner Reform- und Kunstgewerbebewegung das Erscheinungsbild von Flaschen und Verpackungen prägt.
27. 10 1946 - Wie aus Trambahnfrust ein Klassiker entsteht
München * Eine Münchner Spruchkammer stuft den Volkssänger Ferdinand Weisheitinger, bekannt als Weiß Ferdl, im Entnazifizierungsverfahren als „Mitläufer“ ein. Er muss einen Sühnebetrag von 2.000 Reichsmark zahlen. Der seit 1940 der NSDAP angehörende Künstler stellt sich im Verfahren als Gegner und Opfer des Nationalsozialismus dar.
Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht sein Auto beschlagnahmt, muss Weiß Ferdl von seinem Wohnort Solln mit der Straßenbahn zum Platzl fahren. Die Enge und das Gedränge setzen ihm zu. Ein Münchner Arzt befürwortet deshalb in einem Attest, ihm aus psychischen Gründen wieder ein Kraftfahrzeug zur Verfügung zu stellen.
Seine Erfahrungen verarbeitet der Münchner Volkssänger in dem humoristischen Lied „Ein Wagen von der Linie 8“, das dem Münchner Trambahnalltag ein musikalisches Denkmal setzt.
1976 - Der Daphne-Brunnen wird am Orleansplatz aufgestellt
München-Haidhausen * Der Daphne-Brunnen, der Bildhauerin Marlene Neubauer, wird am Orleansplatz aufgestellt.
Die über drei Meter hohe Daphne-Skulptur stellt eine Gestalt aus der griechischen Mythologie dar. Sie, die alle Annäherungsversuche von Männern zurückweist, wird nun von Apollon verfolgt. Als sie ihm nicht mehr entkommen kann, fleht sie Ge um Hilfe an. Die Göttin der Erde verwandelt sie zum Schutz vor dem geilen Wüstling daraufhin in einen Lorbeerbaum.
Der enttäuschte Apollon kann nur mehr einen Zweig davon abbrechen. Diesen trägt er seither auf seinem Haupt und hält den Lorbeer für heilig.
5 1942 - Das Ludwig II.-Denkmal wird eingeschmolzen
München-Au - München-Isarvorstadt * Aufgrund des Erlasses des Reichsministerium des Innern vom 3. Mai 1942 wird das König- Ludwig II.-Denkmal demontiert und als Metallreserve für die Rohstoffversorgung des Reiches nach Hamburg gebracht werden. Nur der Kopf entgeht - durch Rettung der Hafenarbeiter - der Einschmelzung.
Der Deutsche-Eiche-Wirt Dietmar Holzapfel stellt sich die Frage: Warum ist Ludwig II. der einzige König, der von den Nazis eingeschmolzen wurde? Und: Hat das was mit der Verschärfung des Paragrafen 175 durch Hitler im Jahr 1935 zu tun? Immerhin stellte der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches bis zum Jahr 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.
8. 10 1969 - Die Konche des Ludwig II.-Denkmals wird entfernt
München-Au - München-Isarvorstadt * Aufgrund eines Beschlusses des Stadtrats vom 8. Oktober 1969 werden die Reste des Denkmalbaus (Konche) auf der Corneliusbrücke im Winter 1969/70 samt aufgestockter Terrasse und Treppenanlage abgebaut. Das geschieht freilich gegen den Protest der „Königstreuen“.
13. 6 1936 - Kranzniederlegung zu Ehren König Ludwigs II.
München-Au - München-Isarvorstadt * Anlässlich des 50. Todestags von König Ludwig II. wird am Denkmal auf der Corneliusbrücke ein Kranz niedergelegt.
1973 - Eine Kopie des Königskopfes auf der Corneliusbrücke
München-Au - München-Isarvorstadt * Eine Kopie des vor der Einschmelzung geretteten Kopfes des König- Ludwig II.-Denkmals wird im Rosengarten der Corneliusbrücke auf einer Marmorstele aufgestellt. Dass diese Installation auf dem Isarbalkon überhaupt entstehen konnte, ist dem Münchner König-Ludwig-Club und dessen Vorsitzenden Hannes Heindl zu verdanken.
Mit der Errichtung einer 2,60 Meter hohen Bronzestatue zu Ehren des bayerischen Märchenkönigs im Jahr 1967 in den Maximiliansanlagen verstummen die Denkmal-Forderungen.
13. 6 1956 - Forderung nach Wiedererrichtung des Ludwig II.-Denkmals
München-Nymphenburg * Am 70. Todestag von König Ludwig II. bildet sich in Schloss Nymphenburg ein Komitee, das den Freistaat und die Stadt auf den leeren Platz an der Corneliusbrücke hinweisen soll, wo sich bis Mai 1942 das Ludwig-II.-Monument befand und das auf Anordnung des Reichsministeriums des Inneren - als einziges Königsdenkmal Münchens - abgebaut und in Hamburg zur Gewinnung von kriegswichtiger Munition eingeschmolzen worden war.
10. 8 1899 - Initiative für ein Ludwig II.-Denkmal
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Generalversammlung des „Vereins zur Erbauung eines Monuments für Weiland Seine Majestät König Ludwig II. von Bayern e.V.“ beschließt die Errichtung eines Denkmals für König Ludwig II. auf der damals noch geplanten Corneliusbrücke. Der Verein sammelt dafür rund 185.000 Mark und beauftragt den Bildhauer Ferdinand von Miller mit Entwurf und Guss des 3,40 Meter hohen Denkmals. Das Monument wird später auf der Corneliusbrücke verwirklicht.
2012 - Initiative zum Wiederaufbau des Ludwig II.-Denkmals
München-Au - München-Isarvorstadt * Es kommt wieder Bewegung in die Diskussion um das Ludwig-II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke, nachdem der Deutsche Eiche-Wirt Dietmar Holzapfel im Steinlager der Stadt die Original-Natursteine aus Untersberger Marmor für die Konche für das Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke entdeckt und identifiziert hat. Die Konche, das ist die halbrunde, muschelartig überwölbte Nische, in dem das Denkmal untergebracht war. Es sind rund 470 Einzelteile der Steinnische, was einem Anteil von etwa 97 Prozent des Gesamtdenkmals entspricht.
Dabei entsteht aus Anlass der 150-Jahr-Feier des „Hotels Deutsche Eiche“ in der Reichenbachstraße 13 die Initiative für den Wiederaufbau des Denkmals. Dietmar Holzapfel und dessen Ehemann Sepp Sattler stellen dafür eine Spende von 150.000 Euro in Aussicht.
9. 3 2026 - Beginn der Bauarbeiten am Denkmal auf der Corneliusbrücke
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Bauarbeiten im Rosengarten auf der Corneliusbrücke für das neue Ludwig II.-Denkmal beginnen. Die Arbeiten umfassen die Errichtung der vereinfachten „romantischen Ruine“ mit Originalsteinen des historischen Denkmals.
4 2021 - Die Ludwig-Büste wird in die Isar gestürzt
München-Au - München-Isarvorstadt * Unbekannte stoßen die auf der Corneliusbrücke aufgestellte Ludwig-II.-Büste von der Säule in die Isar. Die Feuerwehr kann die beschädigte Replik wieder bergen.
22. 12 1813 - Die Haidhauser Schlossstraße entsteht
Haidhausen * Der Direktor der Akademie der Bildenden Künste, Johann Peter von Langer, kauft vom Haidhauser Hofmarkherrn Anton Clemens von Toerring-Seefeld noch weitere Grundstücke aus dem westlichen Teil des ehemaligen Schlossgartens als Bauplätze für Wohnhäuser an der neu angelegten Schlossstraße.
19. 3 2013 - Denkmal-Pläne im Bezirksausschuss
München-Au - München-Isarvorstadt * Der Deutsche Eiche-Wirt Dietmar Holzapfel trägt seine Pläne zur Wiedererrichtung des Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke im zuständigen Bezirksausschuss 2 vor, wo sich nach anfänglichen Bedenken eine grundsätzliche Zustimmung herauskristallisiert.
2014 - Das Ludwig-II.-Denkmal wird zum Wahlkampfthema
München-Au – München-Isarvorstadt * Im Kommunalwahlkampf besuchen Vertreter verschiedener Parteien die „Deutsche Eiche“, einen traditionsreichen Treffpunkt der LGBT-Gemeinschaft. Auch die von Wirt Dietmar Holzapfel unterstützte Wiedererrichtung des Ludwig-II.-Denkmals auf der Corneliusbrücke wird zum politischen Thema.
- Die CSU befürwortet eine Rekonstruktion in historischer Größe einschließlich der monumentalen Architektur. Zusätzlich soll geprüft werden, ob im Unterbau ein Café entstehen kann.
- Aus SPD und Grünen kommt Kritik: Ein originalgetreues Königsmonument sei nicht mehr zeitgemäß; andere kommunale Aufgaben hätten Vorrang.
- Das Stadtarchiv untersucht die bestehenden Ludwig-II.-Erinnerungsorte in München und führt nach der vorliegenden Darstellung neun Stein- und Bronzebildnisse auf.
16. 3 2014 - Der Widerstand gegen das Königs-Denkmal schwindet
München-Au - München-Isarvorstadt * Bei der Stadtratswahl wird die CSU stärkste Fraktion und geht mit der SPD eine Koalition ein. Damit verändert sich auch die Einstellung zum Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke.
Noch immer wollen weder die Stadträte der SPD noch der Grünen den meterhohen Kini neu aus Bronze gießen lassen, da derartige figürliche Darstellungen „zu Beginn des 21.Jahrhunderts eigentlich nicht mehr die Ausdrucksform einer demokratischen Gesellschaft“ sind.
5 2017 - Keine ausreichende Statik für die Konche
München-Au - München-Isarvorstadt * Eine Fachfirma führt zehn Aufschlussbohrungen für die Wiederaufstellung der Konche im Rosengarten der Corneliusbrücke durch. Das Resultat ist, dass die vorgefundenen Fundamentreste im Untergrund nicht mehr tragfähig sind.
Außerdem entspricht das zur ersten Erstellung des Denkmals im Jahr 1910 angewendete Statikkonzept nicht mehr den heutigen Anforderungen. Für die Wiedererrichtung des Denkmals müsste daher ein neues Fundament konzipiert und errichtet werden. Die Gesamtkosten würden 5 Millionen Euro betragen.
13. 6 2026 - Das Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke wird eingeweiht
München-Au - München-Isarvorstadt * Das König Ludwig II.-Denkmal im Rosengarten der Corneliusbrücke wird eingeweiht. Auf der Bastion wird aus einem Teil der vorhandenen Naturstein-Elemente des ursprünglichen Denkmals eine romantische Ruine realisiert. Darin steht anstelle der über drei Meter hohen Skulptur des Königs eine Nachbildung der Büste und des Oberkörpers.
Verwendung für das Märchenkönig-Denkmal finden die Stufen der einstigen Nische und der Podestbereich des ursprünglichen Denkmals. Auch die Rückwand der ehemaligen Nische wird in Brüstungshöhe wieder aufgebaut. Ebenso die sechs Einzelpostamente mit Säulenfragmenten bis zu einer Höhe von 2,50 Metern. Auf dem ehemaligen Abschlussstein thront eine Nachbildung der Büste. Der technikbegeisterte König blickt heute nicht mehr auf seine geliebten Berge, sondern direkt auf das Deutsche Museum.
7 1910 - Zeitgenössische Kritik am Ludwig-II.-Monument
München-Au - München-Isarvorstadt * Das Ludwig-II.-Denkmals ist bereits zu seiner Bauzeit umstritten, wie ein Leserbrief in der Zeitschrift „Der Profanbau“ zeigt:
„Die neueste bauliche Tat auf hiesigem Boden ist eine Untat und heißt Denkmal König Ludwig II.. Auf der Corneliusbrücke, dem monumentalen, schönen Werke des erfolgreichen Friedrich von Thiersch, das als Architektenscherze Porträts von Halbweltdamen, Zuhältern und anderen Bewohnern bedenklicher Viertel eingemeißelt bekam, erhebt sich dies neueste Denkmal, das die Form einer schlecht kopierten Altarnische hat und eine überlebensgroße Figur aus der privilegierten Künstlerhand des Reichsrates und kgl. Erzgießers Ferdinand v. Miller vor dem Regen und bösen Wettern schützt. Fast einmütig lehnt man hier diese Mache ab. […].“
31. 5 2016 - Die Wiedererstehung des Ludwig II.-Denkmals
München-Au - München-Isarvorstadt * Im Bauausschuss wird eine 120.000 Euro teure Machbarkeitsstudie zum Ludwig II.-Denkmal auf der Corneliusbrücke beschlossen. Eine Klausel im Bündnisvetrag zwischen CSU und SPD macht es möglich, dass jeder der beiden Partner über ein limitiertes „Konto“ mit städtischem Geld verfügen kann, aus dem ohne Veto des Koalitionspartners Wunschprojekte - wie etwa die Ludwig-Studie - ermöglicht werden können.
- Die CSU betont zum Denkmal des vom Absolutismus träumenden Monarchen: „Wir wollen das weiterhin haben.“
- Dagegen bemerkt die SPD: „Unsere Begeisterung ist nicht größer geworden. Wozu braucht man ein seit über 70 Jahren verschwundenes Denkmal?“ Noch dazu für einen König, der bekanntlich nicht gerade als München-Fan gelten kann und im Stadtgebiet nur wenige Spuren hinterlassen hat.
2. 7 2019 - Eine Sparversion des Königsdenkmals auf der Corneliusbrücke
München-Au - München-Isarvorstadt * Der Stadtrat beschäftigt sich mit der Detailplanung für das neue König-Ludwig-Zwo-Denkmal auf dem Isarbalkon der Corneliusbrücke. Die neue Denkmalanlage soll 500.000 Euro kosten, wovon ein Drittel eine private Initiative um Dietmar Holzapfel zahlen wird.
3. 10 1707 - Joseph Wüst wird Schulmeister in Haidhausen
Haidhausen * Nach dem Tod des Schulmeisters Melchior Eizinger übernimmt der aus Braunau stammende Joseph Wüst die Haidhauser Schulstelle. Voraussetzung dafür ist die Heirat mit der Witwe Pubenstuber.
19. 6 1910 - Die Einweihung des Ludwig II.-Denkmals
München-Au - München-Isarvorstadt * Unter Glockengeläut und Kanonendonner findet die feierliche Enthüllung des Ludwig-II.-Monuments auf der Corneliusbrücke als förmlicher Staatsakt statt.
Der Erste Bürgermeister Wilhelm von Borscht verspricht bei der Feier, das Denkmal „heilig und in Ehren“ zu halten und „als das Symbol der einem Naturrechte vergleichbaren Bande, die das bayerische Volk seit fast dreivierteltausend Jahren mit seiner angestammten Dynastie unlöslich verknüpfen.“
Nachdem die Denkmalvereinigung ihr bei der Gründung ins Auge gefasste Vereinsziel erreicht hat, löst sie sich nach der Enthüllungsfeier satzungsgemäß selbst auf.
22. 9 1803 - Ein Strafarbeitshaus im Paulaner-Kloster
Au • Im ehemaligen Paulaner-Kloster in der Au wird ein Strafarbeitshaus eingerichtet.
1901 - Wachsende Unterstützung für das Ludwig II.-Denkmal
München-Au - München-Isarvorstadt * Der „Verein zur Erbauung eines Monuments für König Ludwig II. von Bayern“ steigert seine Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres von 3.000 auf 7.000. Da das Vorhaben als bayerisches Landesdenkmal präsentiert wird, gehen Spenden aus allen Bevölkerungsschichten sowie von Vereinen, Städten und Gemeinden ein.
Die benötigten 185.000 Mark kommen jedoch langsamer zusammen als erhofft. 1901 übernimmt deshalb Gustav Freiherr von und zu der Tann den Vorsitz und verleiht dem Verein ein stärker aristokratisches Profil. Auch Mitglieder des Hauses Wittelsbach treten nun bei und unterstützen das Projekt - auch durch Spenden.
Als Standort wählen Verein und Stadtmagistrat die Corneliusbrücke, die als einzige Münchner Isarbrücke noch keinen figürlichen Schmuck besitzt.
Ab 1907 - Vom Monumentalprojekt zum Brückendenkmal
München-Au - München-Isarvorstadt * Die Überarbeitung des Entwurfs des Monuments für König Ludwig II. nehmen nun der Münchner Stadtbaurat Hans Grässel und der Bildhauer und Akademieprofessor Adolf von Hildebrand vor.
- Das Denkmal wird um die Hälfte niedriger und vereinfacht.
- Das große Relief schrumpft zu einer drei Quadratmeter großen Gedenktafel zusammen.
- Auch der Standort wird von der Nord- auf die Südseite der Corneliusbrücke - in die bereits vorhandene Bastion - verlegt.
- Nach der Genehmigung durch Prinzregent Luitpold wird die Statue bei dem Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller in Auftrag gegeben.
- Nun konnte ein gewaltiger, elf Meter hoher Überbau aus rosafarbenem Untersberger Marmor entstehen, der ein Denkmal für den bayerischen König Ludwig II. enthalten sollte.
- Es ist 3,20 Meter hoch und mehr als zwei Tonnen schwer.
- Das Standbild zeigt den jungen König im Krönungsornat, wie er von seinem Thron heruntersteigt.
- Das ist - wie sich sehr bald zeigen sollt - eine äußerst symbolträchtige Geste.
12. 3 1629 - Hofzahlamt übernimmt Lehrerlohn zugunsten der Paulaner
Au * Den Paulaner-Mönchen wird genehmigt, dass der Lohn des Schulmeisters künftig vom Hofzahlamt übernommen wird, damit den Paulanern die Erträge aus dem Fundationskapital gänzlich erhalten bleiben.
6. 9 1621 - Neudeck wird eine geschlossene Hofmark
Au * Neudeck wird geschlossene Hofmark.
25. 12 1705 - Die Aufständischen eröffnen das Feuer in Richtung Isartor
München * Gegen 4 Uhr verschanzen sich die Aufständischen hinter Erdwällen und Baumstämmen und eröffnen das Feuer auf das Isartor. Die kaiserlichen Verteidiger antworten mit zwei Salven. Daraufhin bricht der Angriff der Oberländer zusammen; der Zugang zur Stadt bleibt ihnen versperrt.
12. 8 1861 - Zechmeisters dritte Omnibuslinie führt zur Praterinsel
München * Der Lohnkutscher Michael Zechmeister eröffnet seine dritte Pferdeomnibuslinie. Sie führt vom Zentralbahnhof über den Promenadeplatz sowie die Theatiner- und Maximilianstraße bis zur Praterinsel. Damit erweitert Zechmeister seinen erst im Juni begonnenen Linienverkehr. Eine direkte Verbindung nach Haidhausen bietet die neue Strecke jedoch noch nicht: Fahrgäste müssen den restlichen Weg von der Endstation aus zu Fuß zurücklegen.
24. 2 1629 - Die Paulaner-Patres übernehmen die kirchliche Seelsorge in der Au
Au * Die Paulaner-Patres erhalten die Stiftungsurkunde für die Pfarrei Neudeck und übernehmen - für über 170 Jahre - die kirchliche Seelsorge der Au. Damit ist der stattliche Bau der Carl-Borromäus-Kirche zum wirklichen kirchlichen Zentrum der Au geworden.
18. 3 2013 - CSU beantragt Wiedererrichtung des Ludwig-II.-Denkmals
München-Au – München-Isarvorstadt * Die CSU-Stadträte Josef Schmid, Richard Quaas, Georg Schlagbauer und Mario Schmidbauer beantragen die Wiedererrichtung des König-Ludwig-II.-Denkmals auf der Corneliusbrücke. Damit gelangt die von Dietmar Holzapfel, dem Wirt der „Deutschen Eiche“, unterstützte Initiative in den Stadtrat.
Der CSU-Spitzenkandidat und spätere 2. Bürgermeister, Josef „Seppi“ Schmid, bringt - gegen die Intention Dietmar Holzapfels - die Idee des König Ludwig II.-Denkmals auf der Corneliusbrücke vorschnell in den Stadtrat ein.
Und dann passiert, was passieren muss: Die Parteien im Rathaus rüsten sich zum Wahlkampf - und wie nicht anders zu erwarten, prallen jetzt die unterschiedlichen Sichtweisen und Positionen aufeinander.
1. 11 1747 - Erste Versuche zu Herstellung von Hartporzellan
Au * Im ehemaligen Hofmarkschloss Neudeck beginnt der Münchner Hafnermeister Franz Ignatz Niedermayer mit der Herstellung von Hartporzellan. Er kommt aber über feine Hafnerware nicht hinaus. Das Datum gilt trotzdem als Gründungsdatum der Nymphenburger Porzellanmanufaktur.
10 2002 - Das Haidhausen Museum kann sein 25-jähriges Jubiläum feiern
München-Haidhausen * Das Haidhausen Museum in der Kirchenstraße kann sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass wird der Öffentlichkeit ein dreidimensionales Stück Stadtteilgeschichte zur Verfügung gestellt.
Das zwei mal einsvierzig Meter große Modell mehrerer Herbergsanwesen in der Grube wurde von den Hobby-Modellbauer Ruth und Hans Irlbacher, sowie Hermann Voßeler detailgetreu hergestellt und mit - aus historischen Fotos - ausgeschnittenen Papierfiguren ergänzt. Ein Rundhorizont mit ausgetüftelter Beleuchtung machte die ganze Szenerie überzeugend realitätsnah.
7 1666 - Die Söhne Albrechts VI. verzichten auf das Erbe der Hofmark Neudeck
Au * Wegen der hohen Unterhaltskosten verzichten die Söhne Albrechts VI. auf das Erbe der Hofmark Neudeck. Es soll lieber dem kurfürstlichen Haus offeriert werden.
14. 6 1858 - Grundsteinlegung für die neue Maximiliansbrücke
München-Lehel - München-Haidhausen * Die Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen Münchens beginnen mit einer Prozession und der Grundsteinlegung der neuen Maximiliansbrücke.
26. 7 1628 - Der Kurfürst will von den Paulanern nicht mehr belästigt werden
Au * Den Paulanern werden die neuen Besitzungen übergeben. Gleichzeitig fordert man die Patres noch auf, sie sollten „fortan den Kurfürsten nicht mehr molestrieren“, zu Deutsch: belästigen.
1. 4 1920 - Adolf Hitler zur Untermiete in der Thierschstraße 41
München-Lehel * Nach seiner Entlassung aus dem Aufklärungskommando der Reichswehr am 31. März 1920 lebt Adolf Hitler zur Untermiete bei einer Frau Reichert in einem kleinen Zimmer in der Thierschstraße 41.
10. 3 1623 - Herzog Wilhelm V. kauft die Hofmark Neudeck
Au * Herzog Wilhelm V. kauft Johann Hebenstreit die Hofmark Neudeck um 15.000 Gulden ab.
1. 7 1625 - Sammeln für den Kapitalgrundstock der Pfarrei Neudeck
Au * Für die neu zu gründende Pfarrei Neudeck ist ein Kapitalgrundstock von 1.500 Gulden nötig. Dazu ist der Zehent von Au, Giesing und den Schwaigen Harlaching, Harthausen und Geiselgasteig nicht austeichend, weshalb wieder Beiträge aus dem Vermögen baierischer Kirchen und Klöster - auch aus dem Bistum Passau - erhoben werden müssen. Zur Untersuchung, woher das Geld abgezogen werden könnte, wird der Pfarrer und Dekan von Wasserburg, Dr. Georg Hannemann, auserkoren.
Trotz aller Mühen bringt Pfarrer Georg Hannemann insgesamt 30.000 Gulden zusammen, die vom Hofzahlamt mit fünf Prozent verzinst werden. Damit sind die jährlich benötigten 1.500 Gulden für den Unterhalt der Carl-Borromäus-Kirche und der Pfarrei Neudeck fürs Erste gesichert.
16. 5 1624 - Stiftungsbrief für die Pfarrei Neudeck unterzeichnet
München - Au * Kurfürst Maximilian I. kann den Stiftungsbrief für die Pfarrei Neudeck unterzeichnen. Darin wird bestimmt, dass
- der Pfarrer die Dechantwürde besitzt und
- ein „wohl qualifizierter Mann und ein guter Prediger“ sein muss.
- Als Gehilfen werden ihm zwei Kapläne zur Seite gestellt, die über Musikkenntnisse verfügen sollen, um „auf dem Kirchenchore mitwirken zu können“.
- Besondere Musikalität wird auch von dem anzustellenden Schullehrer und dem Mesner verlangt.
17. 3 1626 - Dr. Hanneman wird weltlicher Pfarrer der Pfarrei Neudeck
Au * Als erster weltlicher Pfarrer der Pfarrei Neudeck in der Au wird Dr. Georg Hannemann berufen.
1787 - Klagen über Disziplinlosigkeit im Paulaner-Kloster
Au * Der Auer Corrector vom Paulaner-Kloster in der Au beklagt sich beim Geistlichen Rat, dass er „bei so ungehorsamen Leuten keine Disziplin“ herstellen könne.
Um den 10. 5 1624 - Einigung mit Zugeständnissen nach anhaltenden Schwierigkeiten
Freising - Au * Obwohl der Unterhalt der geplanten Pfarrei Neudeck und der Carl-Borromäus-Kirche gesichert ist, bereitet das Sankt-Veit-Stift nach wie vor erhebliche Schwierigkeiten, sodass erst jetzt der Freisinger Bischof eine Einigung erzielen kann, dafür aber fast alle Forderungen der Gegenseite akzeptieren muss.
21. 5 1626 - Dr. Georg Hannemann führt die Pfarrei Neudeck nun offiziell
Au * Dr. Georg Hannemann, der wegen seiner Verdienste bei der Gründung des Auer Klösterls hoch angesehene und zuvor die Pfarrei in Wasserburg leitende Kirchenmann, führt die Pfarrei Neudeck nun offiziell.
24. 7 1628 - Paulaner erhalten Schenkung mit Auflagen
Au * Den Paulaner-Mönchen wird die Dotation von 1.500 Gulden zur Selbstverwaltung überlassen. Als Auflage hat man den Ordensmännern lediglich den Unterhalt des Schullehrers und des Mesners sowie die Instandhaltung des Wasserwerks auferlegt.
9. 9 1784 - Amtsenthebungen und Glücksspiele im Paulaner-Kloster
Au * Pater Maritius Lohr wird seines Amtes als Generalvikar im Auer Paulaner-Kloster enthoben, sein Zimmer versiegelt und er selbst in das Karmelitenkloster nach Schongau gebracht.
Im Kloster Neudeck hat Pater Leo, ein Verbündeter von Pater Maritius, die Funktion des Correctors ausgeübt. Als man die Klosterkasse prüft, findet sich darin statt der erwarteten 4.000 Gulden nur ein Dietrich. Pater Leo hat das ganze Geld in der Lotterie verspielt und wird nun abgesetzt.
15. 4 1668 - Klosterbau unter kurfürstlichen Auflagen
Au * Mit Schenkungsbrief überlässt Kurfürst Ferdinand Maria den Paulaner-Mönchen - zum Bau eines größeren Klosters - einen Platz neben dem Neudecker Schlossgarten.
Den Partes wird bei ihren Planungen die Beschränkung auferlegt, dass der kurfürstliche Garten vom Kloster aus uneinsehbar bleiben muss. Sie dürfen deshalb auf der Ostseite keine oder nur sehr hoch angesetzte, lediglich dem Lichteinfall dienende, kleine Fenster einbauen.
17. 11 1627 - Die ersten Paulanerpatres kommen in die Au
Au * In der Au treffen „8 Väter und 4 Laienbrüder“ des „Ordens der minderen Brüder des heiligen Franziskus von Paula“ aus dem österreichischen Kloster Oberthalheim in dem Klösterl zu Neudeck ein. Da die Einkünfte aus der Pfarrei erst ab Neujahr 1628 für die Paulaner fließen, werden sie bis dahin vom kurfürstlichen Hof mit Nahrungsmitteln und Hausrat versorgt.
1792 - Disziplin und Verfall im Paulanerkloster
Au * Der Geistliche Rat erfährt, dass die Paulaner den Gottesdienst vernachlässigen, nicht in den Chor gehen, dafür aber im Klosterkreuzgang - oft unter wildem Lärm - mit bis zu einhundert Personen zechen.
Um das strenge Fastengebot zu umgehen, holen die Pater ärztliche Atteste ein, die ihnen den Fleischgenuss erlauben. Jeder Kranke erhält wöchentlich zwei Gulden Kostgeld, für die er sich - außerhalb des Klosters - Fleischspeisen zubereiten und danach aufs Zimmer bringen lassen kann.
23. 11 1668 - Bauarbeiten am Kloster-Neubau
Au * Auf dem Klostergrund der Paulaner in der Au wird ein Kalkofen errichtet. Die aus Lehm gebrannten Bausteine liefert der Rämelsdorfer Zieglstadl.
Die Vollendung des Klosterbaus hat sich nicht überliefert.
7. 9 1547 - Carl, Sohn von Herzog Albrecht V., kommt zur Welt
Au * Carl, der erstgeborene Sohn von Herzog Albrecht V. kommt fast leblos zur Welt. Der Herzog leistet daraufhin ein Gelübde. Er will in der Nähe seines Jagdschlösses Neudeck ein Kirchlein erbauen lassen, falls sein Kind zur Taufe käme.
23. 7 1799 - Das Paulaner-Kloster Neudeck wird aufgelöst
Au * Als große Gebäude für Truppenunterkünfte gesucht werden, biete sich die Umsetzung des Ansinnens der Paulaner auf Auflösung ihres Klosters geradezu an. Der Hofkriegsrat stellt den Antrag zur Räumung des Klosters und der Geistliche Rat stimmt diesem zu.
- Das Klosterpersonal wird zunächst in den Nordflügel verlegt, später - am 23. Juli 1799 - beziehen sie - zur
- Versehung der pfarramtlichen Funktionen - das ehemalige herzogliche Lustschloss.
- Von den fünfzehn Paulaner-Mönchen bleiben sechs in München, die übrigen gehen zu Verwandten oder Pfarrherren.
- Was sie in ihrer Klosterzelle als Einrichtung haben, dürfen sie als Eigentum behalten.
- Außerdem erhalten sie eine jährliche Pension von 300, die Laienbrüder von 240 Gulden.
- Das Vermögen des Klosters wird zur besseren Dotierung der Pfarrei, sowie für das Schulwesen in der Au und in Giesing verwendet.
- Der Klosterkomplex wird dem Geistlichen Rat unterstellt,
- die Klosterapotheke versteigert
- und alles verkauft, was zu verkaufen „und gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war”.
Die Auflösung des Paulanerklosters erfolgte also gut zweieinhalb Jahre vor der Säkularisation der Bettelorden.
31. 7 1792 - Der Geistliche Rat ist für die Auflösung des Paulaner-Klosters
Au * Der Geistliche Rat verfasst ein Gutachten über die Paulaner, das mit den Worten schließt: Es sei „das allgemein Beste, […] so ein Kloster aufzuheben und die reichen Stiftungen und Einkünfte desselben zu den ohnehin sonst so dringenden Bedürfnissen des öffentlichen geistlichen und zeitlichen Wohls besser zu verwenden.“
16. 11 1784 - Mit Missständen im Paulaner-Kloster aufräumen
Au * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine streng abgefasste Verfügung, die mit den Missständen im Paulaner-Kloster aufräumen soll. Die Statuten werden verändert und vom Ordensgeneral in Rom akzeptiert. Nur der Genuss von Fleischspeisen und Milcherzeugnissen wird vom General - und letztlich vom Papst - entschieden abgelehnt.
Ab 1686 - Freskierung der Gänge im Kloster Neudeck
Au * Die Freskierung der Klostergänge der Paulaner erfolgt von 1686 bis 1687 durch den in der Au gebürtigen Paulanermönch Joseph Schwaiger.
7. 10 1547 - Ein Gelübde wird vergessen
Au * Carl, der erstgeborene Sohn von Herzog Albrecht V. stirbt ein Monat nach seiner Geburt. Er wurde zwar getauft, aber das herzogliche Gelübde, eine Kirche beim Schloss Neudeck zu erbauen, gerät offenbar in Vergessenheit.
1621 - Die Carl-Borromäus-Kirche wird errichtet
Au * Zur weiteren Finanzierung der Carl-Borromäus-Kirche in der Au lässt Herzog Maximilian I. Beiträge aus dem Vermögen baierischer Kirchen und Klöster - als freiwillige Hilfeleistung - erheben.
Erbaut und stuckiert wird die Kirche nach Entwürfen von Hans Krumper. Die schön gestaltete Kirche wird als eine originelle Schöpfung der deutschen Spätrenaissance mit einem zentralen Hauptraum beschrieben. Die Decke war aus Holz, verziert mit Stuckarbeiten. Nur beim Chor und beim Eingang befand sich ein Gewölbe.
9. 6 1627 - Die Pfarrei Neudeck soll anders besetzt werden
Au * Vollkommen unerwartet erhält Pfarrer Dr. Georg Hannemann mündliche die Nachricht, dass die Pfarrei Neudeck künftig anderweitig besetzt werden wird. Als Nachfolger hat Kurfürst Maximilian I. die Paulaner, die nach der Regel des heiligen Francesco di Paola leben, auserkoren.
15. 6 1627 - Die Paulaner sollen die Pfarrei Neudeck übernehmen
Au * Kurfürst Maximilian I. genehmigt den Paulanern die Niederlassung in der Pfarrei Neudeck.
3. 6 1628 - Die Pfarrei Neudeck wird von Bogenhausen abgetrennt
Au - Bogenhausen * Die Abtrennung der Pfarrei Neudeck von der Pfarrei Bogenhausen wird durch den Freisinger Bischof förmlich vollzogen. Die Carl-Borromäus-Kirche kann damit die Pfarrkirche der Au werden.
1612 - Die Auer müssen zum Kirchgang nach Obergiesing
Au * Mit der Einrichtung des Gerichts ob der Au negst München hat die Au zwar eine eigene Verwaltungsstruktur erhalten, besitzt aber - außer der viel zu kleinen Heilig-Kreuz-Kapelle - kein eigenes Gebetshaus. Aus diesem Grund müssen sich die Auer nach Obergiesing, in die dortige Heilig-Kreuz-Kirche begeben, wo sich auch der Friedhof befindet.
1987 - Der Grundriss der Carl-Borromäus-Kirche wird sichtbar
München-Au * Für die Zeit der Bauarbeiten ist der Grundriss der Carl-Borromäus-Kirche im Gelände des Landratsamts wieder sichtbar.
1667 - Vom Garten zur Geldstiftung
Au * Die Paulaner haben den Neudecker Garten noch kein Jahr, da stellen sie fest, dass die Unterhaltskosten die dafür ausgesetzte Summe von 500 Gulden weit übersteigen und bitten den Landesherren Ferdinand Maria deshalb, er möge ihnen den Betrag zur besseren Unterhaltung der Kirche und des Klosters überschreiben. Diesem Begehren wird stattgegeben. Damit verlieren die Paulaner jeden Anspruch auf den Garten - sind aber 10.000 Gulden reicher.
1. 10 1890 - Das Pferdetrambahn-Depot in Haidhausen wird eingeweiht
München-Haidhausen * Das neue Pferdestraßenbahn-Depot an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße 28, wird feierlich eingeweiht. Die Anlage bietet Platz für 180 Pferde und 54 Trambahnwagen und verfügt über eigene Werkstätten.
1985 - Die Fresken im Paulaner-Kloster werden entdeckt
München-Au * Die Fresken im ehemaligen Paulaner-Kloster vom Paulanermönch Joseph Schwaiger zwischen 1686 und 1687 gefertigt worden und mit der Klosterauflösung 1799 übertüncht worden sind, werden wieder entdeckt.
1807 - Strafarbeit hinter Klostermauern
Au * Im ehemaligen Kloster der Paulaner in der Au wird ein Strafarbeitshaus untergebracht. Dazu wird das Kirchenschiff der Carl-Borromäus-Kirche durch ein Gewölbe so abgeteilt, dass nur noch eine Hälfte als Kapelle übrig bleibt.
1798 - Die Paulaner-Mönche möchten die Auflösung ihres Klosters
Rom - München - Au * Papst Pius VI. gestattet Kurfürst Carl Theodor von den baierischen Klöstern fünfzehn Millionen Gulden einzuziehen, um die Ausgaben, die durch die Koalitionskriege für den baierischen Staat angefallen sind, decken zu können. Die Paulaner ersuchen daraufhin die kurfürstliche Regierung, ihr Kloster aufzulösen.
Übrigens: Die Summe wird später auf fünf Millionen reduziert. Bezahlt haben die baierischen Klöster aber keinen Heller.
29. 10 1623 - Einweihung der Carl-Borromäus-Kirche
Au * Der Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh weiht die Kirche zu Ehren des heiligen Carolus Borromäus in Gegenwart der Herzöge Wilhelm V. und Maximilian I., des gesamten Hofstaats sowie dem hohen Klerus von München ein.
Herzog Wilhelm V. hat die Kleriker eingeladen, „unbeschwert allher nach München“ zu reisen. Und die geladenen Herrschaften kommen mit großer Pracht und mit großem Gefolge in die Au.
1707 - Kupferstiche machen die Fresken von Kloster Neudeck bekannt
Au * Die Paulaner veröffentlichen eine Folge von Kupferstichen Michael Wenings über das Leben und die Wunder ihres Ordensgründers Franz von Paula. Die Bilder geben Fresken aus dem Kloster Neudeck wieder. Da weltliche Besucher keinen Zutritt zu den Räumen haben, werden die Darstellungen durch die Drucke auch außerhalb des Klosters sichtbar.
Um 1619 - Herzog Wilhelm V. will in der Au ein Gebetshaus erbauen
Au * In der Hofmark Neudeck will Herzog Wilhelm V. ein angemessenes Gebetshaus erbauen lassen. Da er über kein Geld zum Kirchenbau verfügt, erinnert er sich an das Gelübde seines Vaters, der eine Kirche bauen lassen wollte, wenn sein erstgeborener Sohn Carl zur Taufe käme. Diese herzzerreißende Geschichte bildet die Grundlage für die notwendige Sammlung. Herzog Wilhelm V. sucht damit honorige Spender und lässt „ein Kürchlein aufbauen und zwar durch hilff frommer und gottseliger Christen“.
Nach dem 5. 1 1635 - Eine Stiftung für das Seelenheil der Kurfürstin
Au * Nach dem Tode Elisabeths, der ersten Gemahlin des Kurfürsten Maximilian I., versprechen die Auer Mönche, recht eifrig für die Seele der Verstorbenen zu beten, wenn ihre Zahl auf sechzehn erhöht werden würde.
Kurfürst Maximilian I. bewilligt daraufhin den Paulanerpatern 10.000 Gulden als ewige Stiftung, „unseres nuzens und notdurft, vorderist aber unserer und unser geliebten Gemahlin Seelenheil wegen”.
1666 - Die Paulaner-Mönche wollen ein größeres Kloster
Au * Die Paulaner-Mönche in der Au wollen ihr kleines armseliges Klösterl in ein schönes und wohlbestelltes Kloster umwandeln. Kurfürst Ferdinand Maria überlässt ihnen den Neudecker Garten und hinterlegt dazu 10.000 Gulden Fundationskapital mit einem fünfprozentigen Zinssatz zur Unterhaltung des Gartens.
14. 6 1784 - Zwischen Streit und Unzufriedenheit
Au - Amberg * Der Geistliche Rat kommt zur Überzeugung, dass im Auer und Amberger Paulaner-Kloster „anstatt der brüderlichen Liebe Hass, anstatt der Klosterdisziplin Unordnung und anstatt der Zufriedenheit überall Missvergnügen in einem hohen Grade herrsche. […] Das Missvergnügen ist in beiden Klöstern so groß, dass sie die Aufhebung ihres Ordens in Baiern ernstlich wünschen“.
1623 - Ein Klösterl soll in der Au entstehen
Au * Noch bevor die Carl-Borromäus-Kirche eingeweiht worden ist, beginnen auch die Arbeiten am Pfarrhof. Während der Bauarbeiten müssen die Baupläne geändert werden, da nun plötzlich statt eines einfachen Pfarrhauses ein Klösterl entstehen soll, das nach seiner Fertigstellung auch noch durch einen Anbau erweitert werden muss.
1902 - Die Carl-Borromäus-Kirche wird abgerissen
München-Au * Die Carl-Borromäus-Kirche und die Franz-von-Paula-Kapelle im Kloster Neudeck fallen der Spitzhacke zum Opfer. Nur eine Nachbildung der Kirchenkuppel hat sich im Bayerischen Nationalmuseum erhalten.
15. 7 1901 - Der Glaspalast-Brunnen wird vor dem Ostbahnhof aufgebaut
München-Haidhausen * Der aufwändige, mit romanischen und gotischen Ornamenten geschmückte Schalenbrunnen aus dem Münchner Glaspalast wird vor dem Ostbahnhof neu aufgestellt und in Betrieb genommen.
Der Glaspalastbrunnen war 1879 abgebaut und in der Zwischenzeit in einem Bauhof einglagert worden.
13. 6 1792 - Frater Barnabas Still und die klösterliche Zucht
Au * Bei der durch die Mitglieder des Geistlichen Rates im Paulanerkloster abgehaltenen Untersuchung über die klösterliche Zucht und den Wirkungen des für den Paulanerorden vorgeschriebenen sehr strengen Fastengebotes werden alle Klosterinsassen vernommen. Frater Barnabas Still kann dabei nur Angaben über das seiner Leitung unterstellte Bräuwesen machen.
1622 - Die Au soll eine eigenständige Pfarrei werden
Au * Die Aktivitäten zur Einrichtung einer selbstständigen Pfarrei bei der Carl-Borromäus-Kirche setzen wieder ein. Dabei soll der südliche Teil der Pfarrei Bogenhausen abgetrennt werden, mit der heutigen Rosenheimer Straße als Grenze.
Das Einkommen der neuen Pfarrei Neudeck soll sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen, insbesondere aus dem Zehent von Au, Giesing und den Schwaigen Harlaching, Harthausen und Geiselgasteig. Bei Harthausen handelt es sich um die Kirche einer im Dreißigjährigen Krieg untergegangenen Siedlung nahe der heutigen Menterschwaige.
Das zuständige Stift Sankt-Veit bei Freising hat gegen die Trennung nichts einzuwenden, solange das Einkommen der Pfarrei in Bogenhausen nicht geschmälert wird. Sollte doch ein Schaden entstehen, so müsste dafür eine ausreichende Entschädigung gewährt werden.
3. 6 1628 - Au und Giesing werden von der Pfarrei Bogenhausen abgetrennt
Au - Bogenhausen * Die Filialen Au und Giesing werden von der Pfarrei Bogenhausen abgetrennt, da sich die dortige Einwohnerzahl derartig erhöht hat. Die Carl-Borromäus-Kirche wird die Pfarrkirche der Pfarrei Neudeck.
15. 9 1796 - Die Bauarbeiten für die heutige Rumfordstraße beginnen
München-Isarvorstadt * Graf Rumford lässt durch Militärkolonnen mit Arbeiten an einer Ringstraße, die heutige Rumfordstraße, beginnen. Er will das Gelände im unmittelbaren Vorfeld der Wälle räumen und zur leichteren Umfahrung der Stadt eine breite, verkehrstüchtige Straße anlegen lassen.
Noch bevor die Besitzer protestieren und ihre bewegliche Habe in Sicherheit bringen können, werden die auf der geplanten Trasse liegenden Gartengrundstücke enteignet. Nicht einmal die Ernte ihrer Anpflanzungen dürfen sie noch einholen.
So entsteht vor den Stadttoren die erste Umfahrung Münchens. Weil die Ringstraße als militärisch Straßenanlage begründet worden war, wehrt sich der Magistrat erfolgreich gegen jede finanzielle Beteiligung. Auch, als man die Straßenanlage als wesentlichen Beitrag zur Verschönerung Münchens ansah.
20. 5 1624 - Die Seelsorge der Basilianer scheitert an ihrer Sonderstellung
München - Au * Ein zweiter Basilianer-Pater trifft in der Au ein. Der Pater bringt eine päpstliche Bulle mit, die außerordentliche Vollmachten für den Orden enthält. Aufgrund der gewährten Sonderstellung der Basilianer ist der Ordinarius von Freising nicht mehr bereit, auf seine Rechte an der Pfarrei zu verzichten.
Auch das griechische Zeremoniell stößt beim Alt-Herzog auf Ablehnung. So heißt es: „Wegen des griechischen Gesangs und Ritus wünschen wir, dass niemals eine feierliche Messe in griechischer Form, mit griechischem Gesang und Zeremoniell, abgehalten werde.“
Damit scheitert die vom baierischen Herrscherhaus angestrebte eigenständige Seelsorge in der Au.
11 1944 - Bombenschäden unterbrechen den Trambahnverkehr in der Innenstadt
München * Die Luftangriffe beschädigen Gleise und Oberleitungen so schwer, dass die Straßenbahnen weite Teile der Innenstadt nicht mehr durchqueren können. Der Verkehr ist nur noch auf befahrbaren Teilstrecken möglich.
1916 - Eine Fahrerschule wird in der Straßenbahn-Direktion eingerichtet
München-Haidhausen * Die Anhängewagenhalle in der Straßenbahn-Direktion wird nochmals verkleinert, da man den Platz für eine Fahrerschule braucht.
16. 3 1623 - Pater Hilarion soll mit seinen Basilianern nach Baiern
Rom * Der Kleriker Kaspar Schoppius teilt dem Generalprokurator des Basilianerordens, Pater Hilarion, den Wunsch von Herzog Wilhelm V. mit, dass dieser den Orden in Baiern eingeführt sehen will.
21. 7 1874 - Solidarität zwingt den Wirt zum Einlenken
München-Au * Der Bierboykott zeigt Wirkung. Der Wirt „Zum Bereiter Anger“ bietet den Arbeitern der Lederfabrik Seiler und Bromberger den Liter Bier zunächst für acht Kreuzer an. Alle übrigen Gäste sollen weiterhin neun Kreuzer bezahlen.
Die Arbeiter lehnen diesen Preisnachlass für ihre eigene Gruppe ab. Sie erklären, den Boykott fortzusetzen, solange der niedrigere Preis nicht für sämtliche Gäste gilt. Daraufhin gibt der Wirt nach und senkt den Bierpreis allgemein auf acht Kreuzer.
Die „Süddeutsche Volksstimme“ würdigt am 21. Juli 1874 die solidarische Haltung: „Die Arbeiter erklärten jedoch, unter diesen Umständen den Streik aufrecht erhalten zu müssen. Der Wirt gab nun nach und verkauft jetzt durchgängig das Bier nur um 8 kr. Es ist sehr zu wünschen, dass andere Stände von diesem Gemeinsinn der Arbeiter lernen, statt wie bisher über diese loszuziehen.“
Der Vorgang macht deutlich, dass es den Arbeitern nicht nur um einen persönlichen Preisvorteil geht. Ihr gemeinsames Vorgehen soll eine Preissenkung für alle Gäste erreichen.
12. 4 1623 - Noch kein Geld für das Basilianer-Kloster
München - Rom * Altherzog Wilhelm V. muss gegenüber Rom erklären, dass bislang noch keine Geldmittel zur Dotation des Klosters für die Basilianer vorhanden sind und außerdem nicht er, sondern der regierende Fürst letztendlich die Entscheidung zu treffen hätte.
8. 5 1623 - Papst Urban VIII. empfiehlt die Basilianer für die Oberpfalz.
Rom - München * Papst Urban VIII. empfiehlt dem baierischen Regenten Maximilian I. die Basilianer für die Oberpfalz.
12 1624 - Wiedereinsetzung des Basilianer-Ordens abgelehnt
München * Ein Gesuch um Wiedereinsetzung des Basilianer-Ordens in der Au wird von Herzog Wilhelm V. abgelehnt.
1. 12 1926 - Der alte Haidhauser Trambahn-Betriebshof wird aufgegeben
München-Haidhausen * Mit der Eröffnung des neuen Betriebshofs 2 an der Seeriederstraße endet der Straßenbahnbetrieb im alten Depot an der Äußeren Wiener Straße 28, der heutigen Einsteinstraße 28.
Für die seit 1925 beschafften Trambahnwagen bietet das Gelände bei der Straßenbahn-Direktion nicht genügend Platz. Die Unterbringung in anderen Betriebshöfen verursacht zusätzliche Leerfahrten und erhöht die Betriebskosten.
Unmittelbar nach der Aufgabe des Depots beginnt der Umbau der bisherigen Motorwagenhalle. Dort entstehen Büroräume für die Direktion und eine neue Fahrerschule.
21. 7 1824 - Graf Toerring-Seefeld verkauft das Patrimonialgericht Haidhausen
Haidhausen * Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld verkauft das Patrimonialgericht Haidhausen um 70.000 Gulden an die Stadt München. Der Verkauf muss rückgängig gemacht werden, da er nicht die Billigung der Regierung findet.
10 1624 - Die Basilianer werden fristlos entlassen
München - Au - Rom * Mit der Begründung, dass sie „zur Seelsorge nicht taugten und ein zu burschikoses Leben führten“ werden die Basilianer fristlos entlassen.
Die an ein freies Klosterleben gewohnten Basilianer konnten eine strenge Klosterregel nur schwer akzeptieren. Sie verkehrten in weltlicher Gesellschaft und übernachteten auswärts im Gasthaus. Und bald kommen dem Alt-Herzog noch abstoßendere Dinge zu Ohren: „Die sich selbst überlassenen Novizen gingen statt in den Chor in den Keller, besoffen sich und trieben noch viel, viel schlimmere Dinge.“
Schon bald darauf heißt es, dass sich die Basilianer im Neudecker Kloster „der Hurerei, des unziemlichen Saufens, gotteslästerlichen Fluchens und dergleichen Übel mehr“ hingeben, worauf der Herzog meint, sie „passen mit ihren lockeren Sitten besser nach Rom“.
Damit ist nur ein Jahr nach ihrer Berufung das Gastspiel der Basilianer in der Au schon wieder beendet. In Rom ist die Bestürzung groß.
19. 4 1919 - Die Trambahn fährt nach mehrtägiger Stilllegung wieder
München * Am Karsamstag erhält die Stadtverwaltung die Erlaubnis, den Straßenbahnbetrieb nach mehr als fünf Tagen angeordneter Stilllegung wieder aufzunehmen. Die Wiederaufnahme soll auch die Einnahmen des städtischen Verkehrsbetriebs sichern.
1. 12 1926 - Der alte Haidhauser Trambahn-Betriebshof wird aufgegeben
München-Haidhausen * Mit der Eröffnung des neuen Betriebshofs 2 an der Seeriederstraße endet der Straßenbahnbetrieb im alten Depot an der Äußeren Wiener Straße 28, der heutigen Einsteinstraße 28.
Für die seit 1925 beschafften Trambahnwagen bietet das Gelände bei der Straßenbahn-Direktion nicht genügend Platz. Die Unterbringung in anderen Betriebshöfen verursacht zusätzliche Leerfahrten und erhöht die Betriebskosten.
Unmittelbar nach der Aufgabe des Depots beginnt der Umbau der bisherigen Motorwagenhalle. Dort entstehen Büroräume für die Direktion und eine neue Fahrerschule.
Um 9 1623 - Der Basilianerpater Hilarion taucht plötzlich in München auf
München - Au * Ohne die endgültige Entscheidung aus Baiern abzuwarten, taucht Pater Hilarion plötzlich in München auf, nimmt seine Wohnung im Elisabethspital und bittet Herzog Wilhelm V., um nicht unnützt herumsitzen zu müssen, dass ihm das Klösterl in der Au zur Verfügung gestellt wird.
Da kommen in dem Alt-Herzog wieder Bedenken hoch, ob die Basilianer, nachdem sie nur wenige deutschsprachige Seelsorger haben, wirklich für Baiern die Richtigen sind. Anscheinend kann Pater Hilarion die Bedenken entkräften. Und so bezieht der Basilianer - trotz erheblicher Bedenken des Kurfürsten Maximilian I. - das Auer Kloster. Der dazu noch notwendige Konsens des Freisinger Bischofs wird bereitwilligst erteilt.
18. 8 1812 - Johann Peter von Langer erwirbt ein Grundstück in Haidhausen
Haidhausen * Johann Peter von Langer kauft vom Grafen Anton Clemens von Toerring-Seefeld - um 4.400 Gulden - ein Grundstück. Er lässt das an der Wiener Straße gelegene Salettl des ehemaligen Haidhauser Hofmarksitzes für seine Familiezu einer repräsentativen Künstlerresidenz umbauen.
Die Planungen erstellt der Professor für Architektur an der Münchner Kunstakademie, Carl von Fischer. Die Haidhauser bezeichnen das Anwesen als Langer-Schlössl.
4 1899 - Aus dem Futtermagazin werden Büros für die Trambahn-Direktion
München-Haidhausen * Im Trambahn-Depot an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße 28, wird das Hafer- und Heumagazin über der Wagenhalle zu Büroräumen für die Straßenbahn-Direktion umgebaut. Mit der Umstellung auf elektrischen Betrieb verliert das Lager für Pferdefutter seine bisherige Funktion.
17. 9 1899 - Die Trambahn-Direktion bezieht Büros im ehemaligen Futtermagazin
München-Haidhausen * Die Straßenbahn-Direktion bezieht ihre neuen Büroräume im Depot an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße 28. Sie entstehen unter anderem im ehemaligen Hafer- und Heumagazin über der Wagenhalle, das durch die Elektrifizierung seine bisherige Funktion verliert.
1906 - Die Zeit der privaten Trambahngesellschaft geht zu Ende
München * Die Konzession der Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft nähert sich ihrem Ende. Die Stadt strebt den Betrieb der Straßenbahn in eigener Regie an. Mit dem Auslaufen der Konzession im folgenden Jahr steht der Übergang zum städtischen Verkehrsbetrieb bevor.
1. 7 1907 - München übernimmt die Straßenbahn
München * Nach Ablauf des Konzessionsvertrags mit der Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft übernimmt die Stadt das Straßenbahnunternehmen in ihr alleiniges Eigentum. Sie führt den Betrieb nun als „Städtische Straßenbahnen“ in eigener Regie weiter.
Mit der Übernahme erhält die Stadt die Möglichkeit, Fahrpreise und Verkehrsangebot stärker an sozialen Bedürfnissen auszurichten. In den folgenden Jahren treibt sie den Ausbau des Liniennetzes voran und verbessert die Anbindung weiterer Wohngebiete und öffentlicher Einrichtungen. Damit fördert sie die Entwicklung der Trambahn zum Massenverkehrsmittel.
22. 8 1914 - Überfüllte Trambahnen – der Magistrat lehnt Schaffnerinnen ab
München * Der kriegsbedingt eingeschränkte Straßenbahnbetrieb macht sich im Alltag deutlich bemerkbar. Wie der „Münchner Stadtanzeiger“ berichtet, führen die größeren Abstände zwischen den Fahrten auch tagsüber zu überfüllten Wagen.
Den Einsatz von Frauen als Schaffnerinnen lehnt der Magistrat dennoch ab. Zur Begründung verweist er auf die große Zahl arbeitsloser Männer, die für diese Tätigkeit zur Verfügung stehen. Das ist freilich noch zu einer Zeit, als die deutsche Bevölkerung ernsthaft daran glaubt, dass der Krieg bis Weihnachten 1914 beendet ist.
1913 - Zusätzliche Direktionsbüros statt Dienstwohnungen
München-Haidhausen * Um zusätzliche Direktionsbüros in der Straßenbahn-Direktion zu schaffen, müssen die Dienstwohnungen im Wohngebäude umgebaut werden.
23. 1 1923 - Eine Trambahnfahrt kostet 100 Mark
München * Inflation: Der Fahrpreis für die Trambahn beträgt 100 Mark. Die fortschreitende Geldentwertung zwingt die Städtischen Straßenbahnen zu immer neuen Tariferhöhungen. Die steigenden Fahrpreise spiegeln den raschen Kaufkraftverlust der Mark wider.
Um 7 1899 - Das Haidhauser Trambahn-Depot ist für den elektrischen Betrieb umgebaut
München-Haidhausen * Die Umbauarbeiten im Depot an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße 28, sind abgeschlossen. Die bisherige Wagenhalle dient nun als Motorwagenhalle. Auf ihren 18 Gleisen finden jeweils zwei elektrische Triebwagen Platz.
Im Werkstattgebäude wird die ehemalige Schmiede zur Halle für 14 Beiwagen. Die bisherige Schreinerei erhält zwei getrennte Bereiche: eine Betriebshofwerkstatt mit Platz für drei Triebwagen auf einem Reparaturgleis und einen beheizbaren Raum zum Trocknen von ebenfalls drei Wagen.
Auch das Erdgeschoss des ehemaligen Pferdestalls wird umgenutzt. Dort entsteht eine Halle für 30 Beiwagen mit eigener Zufahrt von der Schlossstraße. Eine neue Schiebebühne im Hof verteilt die Fahrzeuge auf zwölf Hallengleise.
Die Elektrifizierung schafft zugleich Voraussetzungen für leistungsfähigeren Nahverkehr. Sie erleichtert die Erschließung neuer Wohngebiete außerhalb des Stadtkerns. Mit dem Wachstum dieser Viertel steigt wiederum der Bedarf an zusätzlichen Linien und häufigeren Fahrten.
1917 - Schon wieder neue Büroräume für die Straßenbahn-Direktion
München-Haidhausen * Die Lagerräume im ersten Stock der Straßenbahn-Direktion werden in Büroräume umgebaut. Das Lager kommt in das Erdgeschoss und verkleinert dadurch die Beiwagenhalle erneut.
26. 8 1939 - Einberufungen schränken den Trambahnverkehr ein
München * Knapp eine Woche vor dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September werden zahlreiche männliche Mitarbeiter der Münchner Trambahn zur Wehrmacht eingezogen. Der dadurch entstehende Personalmangel führt zu deutlichen Einschränkungen im Fahrbetrieb.
1. 4 1919 - Heimkehrende Männer verdrängen die Schaffnerinnen
München * Die während des Krieges eingestellten Trambahn-Schaffnerinnen werden entlassen. Ihre Stellen übernehmen die aus dem Heeresdienst zurückgekehrten männlichen Mitarbeiter. Die bewährte Arbeit der Frauen sichert ihnen damit keinen dauerhaften Zugang zum Beruf. Die kriegsbedingte Öffnung endet mit der Rückkehr zur bisherigen Rollenverteilung.
3. 11 1923 - Eine Trambahnfahrt kostet 1,5 Milliarden Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn steigt auf 1,5 Milliarden Mark. Auf dem Höhepunkt der Hyperinflation verliert das Papiergeld so schnell an Wert, dass die Fahrpreise nur kurze Zeit mit den steigenden Betriebskosten Schritt halten.
Anno 1813 - Johann Peter von Langer erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche Salettl
Haidhausen * Johann Peter von Langer, Akademiedirektor, erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche Salettl und baut es zum Langer-Schlössl um.
1904 - Die Trambahnfahrt belastet das Budget vieler Arbeiterfamilien
München * Eine Fahrt mit der Straßenbahn kostet nach dem Teilstreckentarif je nach Entfernung zehn bis zwanzig Pfennig. Für den täglichen Hin- und Rückweg zur Arbeit fallen damit zwanzig bis vierzig Pfennig an. Für viele Arbeiterinnen und Arbeiter ist das eine erhebliche Ausgabe. Sie müssen deshalb abwägen, ob sie die Trambahn nutzen oder den Arbeitsweg zu Fuß zurücklegen.
3 1919 - 770 Schaffnerinnen – eine berufliche Öffnung auf Zeit
München * Seit ihrem ersten Einsatz im September 1915 steigt die Zahl der Trambahn-Schaffnerinnen auf 770. Während des Krieges übernehmen sie die Aufgaben eingezogener Männer und tragen wesentlich dazu bei, den Straßenbahnbetrieb aufrechtzuerhalten. Ihre Tätigkeit zeigt, dass Frauen einen bislang Männern vorbehaltenen Beruf ausüben können.
2007 - Kunst in der ehemaligen Straßenbahn-Direktion
2007:
München-Haidhausen * In die Räume des ehemaligen Trambahndepots in der Einsteinstraße 28 werden für das Haidhauser Künstlerprojekt „OBACHT!“ einige Tage lang genutzt. Daraus entsteht die Idee, die Räume des Hauses nicht nur für eine vorübergehende Ausstellung, sondern für Künstler-Ateliers einzurichten.
Ebenso schnell finden sich einige Kunstschaffende, die in den noch brauchbaren Zimmern ohne Heizung und Wasser ihre Künstlerwerkstätten einrichten. So gründet sich das 19-köpfige „Künstlerkollektiv 1Stein28“.
Einige Bürogemeinschaften, aber auch Start-up-Unternehmen kommen schließlich noch hinzu.
Um 1622 - Rom empfiehlt dem Alt-Herzog Wilhelm V. die Basilianer
München - Rom * Herzog Wilhelm V. wird auf die Mönche aus dem Institute des heiligen Basilius aufmerksam gemacht. Da er diesen Orden noch nicht kennt, holt der Alt-Herzog in Rom Erkundigungen über die Patres ein.
Kaspar Schoppius, ein aus Neumarkt in der Oberpfalz stammender hoher Kleriker, empfiehl dem Alt-Herzog die Basilianer für die Rekatholisierung der Oberpfalz, da diese sich „mit der Arbeit ihrer Hände nähren müssen und kein Almosen begehren noch annehmen“. Dadurch, so der Kleriker aus Rom, würden den ketzerischen Oberpfälzern die sonst üblichen Argumente gegen die Bettel-Mönchsorden entkräftet werden.
Um 1890 - Die Pferdetrambahn bleibt für viele Arbeiter schwer zugänglich
München * Die Pferdetrambahn erleichtert die Fortbewegung in der wachsenden Stadt. Für viele Arbeiterfamilien ist die regelmäßige Nutzung jedoch zu teuer. Beim Ausbau des Netzes berücksichtigt die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft deshalb auch, ob die Bewohner der erschlossenen Viertel als zahlende Fahrgäste infrage kommen.
Das zeigt sich bei den Verhandlungen über eine Strecke durch die Arnulfstraße: Die Gesellschaft äußert wenig Interesse, weil sie erwartet, dass die dort wohnenden Arbeiter die Trambahn nicht nutzen.
Die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft lehnt die Einführung einer Arbeiterfahrkarte mit der Argumentation ab, dass die Trambahn nicht für den Massenbetrieb eingerichtet ist.
Damit wächst das Netz unter ungleichen sozialen Voraussetzungen. Die Bedürfnisse der Bevölkerung und die wirtschaftlichen Erwartungen des privaten Verkehrsunternehmens stimmen nicht immer überein.
29. 6 1923 - Eine Trambahnfahrt kostet 1.500 Mark
München * Der Fahrpreis für eine Fahrt über zwei Teilstrecken beträgt inzwischen 1.500 Mark. Die fortschreitende Inflation zwingt die Städtischen Straßenbahnen, ihre Tarife in immer kürzeren Abständen anzuheben.
1. 7 1907 - Die Straßenbahn-Direktion braucht neue Büroräume
München-Haidhausen * Die Straßenbahn-Direktion braucht neue Büroräume, die in der ehemaligen Lackiererei - im ersten Stock des Werkstättengebäudes - eingerichtet werden.
3. 12 1918 - Kohlenmangel legt die Münchner Trambahn still
München * Wegen Kohlenknappheit wird der Straßenbahnbetrieb eingestellt. Der Brennstoffmangel beeinträchtigt die Stromerzeugung und damit auch die Versorgung der elektrischen Trambahn.
3. 7 1889 - Adolf Keim rettet Robert von Langers Wandgemälde vor dem Abbruch
München-Haidhausen * Kurz vor dem Abbruch des ehemaligen Langerschlössls an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße 28, setzt sich der Chemiker Adolf Keim für die Erhaltung der Wandgemälde von Robert von Langer ein.
Da die Stadt München keine Mittel für die Abnahme und Übertragung der Gemälde bereitstellt, finanziert Keim die Rettung aus eigener Tasche. Auch die zunächst zugesagte Finanzierung fotografischer Dokumentationsaufnahmen zieht die Stadt zurück.
Die Wandgemälde werden in die Städtische Handelsschule an der Herrnstraße übertragen. Dort bleiben sie zunächst erhalten, werden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört.
6 1898 - Das Haidhauser Trambahndepot wird für den elektrischen Betrieb umgebaut
München-Haidhausen * Im Depot an der Äußeren Wiener Straße 28, der heutigen Einsteinstraße 28, beginnen die Umbauarbeiten für den elektrischen Trambahnbetrieb. Im Vergleich zu anderen Betriebshöfen sind dafür nur begrenzte bauliche Anpassungen erforderlich. Die Arbeiten gehören zur schrittweisen Elektrifizierung des Münchner Trambahnnetzes.
11. 12 1906 - 14 Trambahnlinien verkehren in München
München * Ein völlig neuer Trambahn-Netzfahrplan tritt in Kraft. Er umfasst insgesamt vierzehn, ausschließlich mit elektrischer Energie betriebener Linien. Weitere Teilstrecken kommen noch hinzu.
9 1915 - Die ersten Schaffnerinnen arbeiten bei der Münchner Trambahn
München * Weil zahlreiche Mitarbeiter zum Kriegsdienst eingezogen sind, fehlt Personal. Die Städtischen Straßenbahnen stellen deshalb erstmals Frauen als Schaffnerinnen ein. Damit öffnet sich ihnen ein Beruf, der bislang Männern vorbehalten ist.
Die Frauen verkaufen Fahrkarten, betreuen die Fahrgäste und tragen dazu bei, den Straßenbahnbetrieb aufrechtzuerhalten. Sie übernehmen Aufgaben, für die ihnen zuvor die Eignung abgesprochen wird. Ihr Einsatz stellt diese Vorurteile infrage und zeigt, dass Frauen auch in bisher männlich geprägten Berufen Verantwortung tragen können. Darin liegt ein Schritt zur beruflichen Emanzipation, auch wenn ihre Beschäftigung zunächst als kriegsbedingte Vertretung gilt.
Mit ihren Dienstuniformen werden die Schaffnerinnen zu einem neuen, sichtbaren Bestandteil des Münchner Straßenbildes.
29. 11 1923 - Zwei Teilstrecken mit der Trambahn kosten 200 Milliarden Mark
München * In der Endphase der Hyperinflation kostet eine Trambahnfahrt über zwei Teilstrecken 200 Milliarden Mark. Die Papiergeldmengen sind so groß, dass die Schaffnertaschen häufig nicht mehr genügend Platz für die eingenommenen Scheine bieten. Deshalb stellt man auf die Plattformen Körbe, in denen die im Tagesverlauf schon wieder abgewerteten Papiergeldpacken untergebracht werden.
3. 7 1889 - Die Stadt kauft das Gelände für einen Pferdetrambahn-Betriebshof
München-Haidhausen * Die Stadt München kauft von der Münchner-Kindl-Brauerei das Anwesen des Schlosswirts an der Stelle des ehemaligen Langerschlössls. Nach dem Abbruch der Wirtschaft entsteht auf dem rund 4.800 Quadratmeter großen Grundstück ein Pferdestraßenbahn-Betriebshof, im Münchner Sprachgebrauch „Depot“ genannt.
Die Anlage umfasst ein dreigeschossiges Wohn- und Verwaltungsgebäude sowie einen zweigeschossigen Stall für 180 Pferde. Eine Rampe führt die Tiere ins Obergeschoss. Die Wagenhalle bietet auf 18 Gleisen Platz für 54 Trambahnwagen; darüber liegen die Vorräte an Hafer, Heu und Stroh.
Im zweigeschossigen Werkstattgebäude befinden sich im Erdgeschoss eine Schreinerei und eine Schlosserei, im Obergeschoss eine Lackiererei und eine Sattlerei. Ein Aufzug befördert die Wagen zu den oberen Werkstätten. Eine Durchfahrt ermöglicht die Ein- und Ausfahrt der Trambahnen.
Ab 2002 - Die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH - MVG zieht nach Moosach
München-Haidhausen - München-Moosach * Die ehemalige Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe, die spätere Münchner Verkehrsgesellschaft mbH - MVG, residiert in den Räumen der Einsteinstraße 28 von 1927 bis zu ihrem Umzug nach Moosach in den Jahren 2002/03. Danach steht der Gebäudekomplex leer.
2016 - Die Einsteinstraße 28 geht an die Landeshauptstadt
München-Haidhausen * Das Areal in der Einsteinstraße 28 geht aus dem Besitz der Stadtwerke München an die Landeshauptstadt über. Mehr als 20 Millionen Euro kostete das erste eigene große Bildungszentrum.
1906 - Weitere Umbauarbeiten im Haidhauser Straßenbahn-Betriebshof
München-Haidhausen * Das erhöhte Verkehrsaufkommen erfordert weitere Umbauarbeiten im Haidhauser Straßenbahn-Betriebshof. So muss die Beiwagenhalle verkleinert werden, um Platz für die Automobil-Omnibusse der Linie Marienplatz - Odeonsplatz zu schaffen.
1. 8 1914 - Ein radikal eingeschränkter Kriegsfahrplan
Berlin * Nachdem Kaiser Wilhelm II. am 1. August 1914 um 17 Uhr für den nächsten Tag die Mobilmachung ausgerufen hat, bedeutet das den Beginn des Ersten Weltkriegs.
Die Folge sind Masseneinberufungen, die natürlich auch das männliche Personal der Städtischen Straßenbahnen betreffen. Dadurch ist ein planmäßiger Fahrbetrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten. Ein radikal eingeschränkter Kriegsfahrplan ist das Ergebnis und zugleich der erste spürbare Einschnitt für die Zivilbevölkerung.
1922 - Die Inflation bremst den Ausbau der Münchner Trambahn
München * Die rasch fortschreitende Geldentwertung bringt die Städtischen Straßenbahnen in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Steigende Betriebskosten erschweren den Verkehr; weitere Streckenausbauten und dringend notwendige Anschaffungen für den Wagenpark müssen zurückgestellt werden.
Die Inflation hat ihre Wurzeln in der überwiegend durch Schulden finanzierten Kriegführung des Kaiserreichs. Nach Kriegsende verschärfen Haushaltsdefizite, wirtschaftliche Belastungen und eine wachsende Geldmenge die Entwertung der Mark.
Die Fahrpreiserhöhungen halten mit dieser Entwicklung kaum Schritt. Allein 1922 werden die Tarife dreizehnmal angehoben. Eine Fahrt über zwei Teilstrecken kostet am 1. März noch 1,50 Mark, zum Jahresende bereits 70 Mark. Im folgenden Jahr beschleunigt sich die Geldentwertung zur Hyperinflation.
22. 9 1923 - Eine Trambahnfahrt kostet eine Million Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn beträgt inzwischen eine Million Mark. Die Hyperinflation lässt den Wert des Geldes rasant sinken und zwingt die Städtischen Straßenbahnen zu immer neuen Tariferhöhungen.
10. 11 1923 - Eine Trambahnfahrt kostet acht Milliarden Mark
München * Einen Tag nach der Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsches beträgt der Fahrpreis für die Trambahn acht Milliarden Mark. Die Hyperinflation treibt die Preise in immer neue Höhen. Die Städtischen Straßenbahnen müssen ihre Tarife in rascher Folge an den Wertverlust der Mark anpassen.
17. 12 1923 - Der Trambahnfahrpreis beträgt 20 Rentenpfennig
München * Eine Fahrkarte für zwei Teilstrecken kostet 20 Rentenpfennig. Mit der Stabilisierung der Währung endet die Folge immer neuer inflationsbedingter Tariferhöhungen. Allein im Jahr 1923 erhöhen die Städtischen Straßenbahnen ihren Tarif 32-mal.
Die sozialen Folgen der Inflation bleiben jedoch bestehen. Viele Menschen verlieren ihre Ersparnisse und müssen ihre täglichen Ausgaben stark einschränken. Eine stabile Währung macht die Trambahn für sie nicht automatisch wieder erschwinglich.
Da die Inflation gerade den Mittelstand verarmen hat lassen, der aber zugleich die klassische Nutzerschicht der Trambahn darstellt, gehen die Fahrgastzahlen zurück. Viele Münchner können sich die Straßenbahn einfach nicht mehr leisten.
Ab 2 1933 - Die NS-Verkehrsplanung drängt die Trambahn in den Hintergrund
München * Unter der nationalsozialistischen Herrschaft verliert der Ausbau der Straßenbahn gegenüber dem Autoverkehr und den monumentalen Stadtumbauplänen an Bedeutung. Neue Wohnsiedlungen erhalten nicht durchweg eine direkte Trambahnanbindung.
Breite Straßen und repräsentative Verkehrsachsen stehen im Mittelpunkt der Planungen. Langfristig soll die Trambahn weitgehend aus der Innenstadt verschwinden. Ab 1936/37 entstehen außerdem Pläne für ein unterirdisches Schnellbahnnetz, das die Innenstadt mit den Bahnhöfen und den Vorortstrecken verbindet.
Die Straßenbahn bleibt dennoch für den täglichen Verkehr unverzichtbar. Ab Ende 1936 stärkt auch die Autarkiepolitik ihre Stellung: Elektrische Bahnen benötigen keinen importierten Kraftstoff.
1889 - Die Stadt München kauft das ehemalige Langer-Schlössl
München-Haidhausen * Die Stadt München kauft das ehemalige Langer-Schlössl und lässt es abreißen, um dafür ein Verwaltungsgebäude, Stallungen, Wagenhallen sowie Werkstätten für Trambahnzwecke zu erstellen.
In letzter Minute erkennt der Chemiker Adolf Keim den Wert und die Unersetzbarkeit der Wandgemälde von Robert von Langer. Da aber die Stadt kein Geld zur Abnahme und Übertragung der Gemälde an einen geeigneteren Ort hat, finanziert Adolf Keim die Verlagerung der Fresken aus seiner eigenen Tasche. Selbst die Zusage der Landeshauptstadt München, die Finanzierung von fotografischen Aufnahmen der Fresken für Dokumentationszwecke zu übernehmen, lassen die Verantwortlichen auch wieder fallen.
So werden die Wandgemälde - privat finanziert - in die Städtische Handelsschule an der Herrnstraße übertragen, wo sie im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört werden.
6. 10 1846 - Robert von Langer stirbt zutiefst verbittert in Haidhausen
Haidhausen * Robert von Langer stirbt zutiefst verbittert - im Alter von 63 Jahren - in seinem Besitztum in Haidhausen an Lungenlähmung. Der Künstler sah sich als Maler als gescheitert an. Robert von Langer wird von seinen Zeitgenossen als „konservativer Zopfmaler“ verspottet und diffamiert. Kein Wunder, dass nach seinem Tod übersehen wurde, dass das Haus eine kunsthistorische Attraktion ersten Ranges darstellte.
1918 - Schon bald ist der Betriebshof wieder zu klein
München-Haidhausen * Durch zwei weitere Verbindungsgänge in der Straßenbahn-Direktion kann man in jeden Gebäudeteil gelangen, ohne den ersten Stock verlassen zu müssen.
Doch schon bald ist der Betriebshof, der inzwischen die Nummer „2“ erhalten hat, wieder zu klein und den technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen.
4. 3 2017 - Das Bildungszentrum „Einstein 28“ wird eröffnet
München-Haidhausen * Das Bildungszentrum „Einstein 28“ in Haidhausen kann eröffnet werden. In den vier Gebäuden mit ihren 70 multifunktionalen Räumen findet seither der Unterricht statt.
Da bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Bestandes immer wieder mit Überraschungen gerechnet werden muss, verzögert sich die ursprünglich geplante Fertigstellung des Gebäudekomplexes der Münchner Volkshochschule von Juli 2016 nach März 2017.
23. 7 1847 - Verkauf des Langer-Schlösschens
Haidhausen * Robert von Langers Cousine Josepha verkauft das Schlösschen an den Wirt Johann Baptist Riemer, der die Künstlervilla an der heutigen Einsteinstraße in eine Gastwirtschaft mit dem Namen Schlosswirtschaft oder Riemerwirt umwandelt.
Das Anwesen kommt nach mehreren Weiterverkäufen in den Besitz der Münchner-Kindl-Brauerei, die unter den Wandbildern durchreisende Handwerksburschen übernachten lässt.
Um 6 2011 - Die Volkshochschule soll in die ehemalige Straßenbahn-Direktion
München-Haidhausen * Die Münchner Volkshochschule MVHS soll in der ehemaligen Straßenbahn-Direktion in der Einsteinstraße 28 ein zweites Standbein für die Aus- und Weiterbildung neben dem Gasteig und den bereits bestehenden Stadtteilzentren erhalten - die Künstler müssen dann halt ausziehen.
In einem europaweiten Architektenwettbewerb werden Ideen entwickelt, wie die Münchner Volkshochschule das knapp 3.700 Quadratmeter große Gelände nahe dem Max-Weber-Platz am sinnvollsten nutzen kann.
1 2012 - Die Planungen für die Volkshochschule werden präsentiert
München-Haidhausen * Die Entwürfe der zwanzig am Wettbewerb für die Münchner Volkshochschule beteiligten Architekturbüros werden der Bevölkerung öffentlich zugänglich gemacht und diskutiert.
11 2012 - Das Haidhauser „Künstlerkollektiv 1Stein28“ verabschiedet sich
München-Haidhausen * Für das Haidhauser „Künstlerkollektiv 1Stein28“ endet das Gastspiel im Gebäude der ehemaligen Straßenbahn-Direktion in der Einsteinstraße 28. Mit einer letzten Ausstellung verabschieden sie sich von Haidhausen. Ausstellungen, Konzerte und Lesungen haben hier stattgefunden und belebten nicht nur das zuvor leer stehende Haus, sondern auch das ganze Viertel.
Das alte Gebäude, das im Besitz des städtischen Referats für Bildung und Sport ist, soll im darauf folgenden Frühjahr abgerissen werden und Platz machen für einen Neubau.
1. 8 1924 - Die Mobilmachung führt zu Einschränkungen bei der Münchner Trambahn
Berlin - München * Kaiser Wilhelm II. ordnet die allgemeine Mobilmachung an, die gegen 17 Uhr verkündet wird. Als erster Mobilmachungstag gilt der 2. August. Noch am 1. August erklärt das Deutsche Reich Russland den Krieg und tritt damit in den bereits begonnenen Ersten Weltkrieg ein.
Die Einberufungen treffen auch zahlreiche Mitarbeiter der Städtischen Straßenbahnen München. Durch den Personalmangel lässt sich der reguläre Fahrplan nicht mehr aufrechterhalten. Ein stark eingeschränkter Kriegsfahrplan ersetzt das bisherige Angebot. Für die Münchner Bevölkerung gehören die Einschränkungen im Nahverkehr zu den ersten unmittelbar spürbaren Folgen des Krieges.
Um 8 2014 - Abriss und Modernisierung für die Volkshochschule
München-Haidhausen * Die Sanierungsarbeiten an den historischen und denkmalgeschützten Gebäuden an der Einsteinstraße 28, die früher der Sitz der Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe waren, beginnen. Die dahinter liegenden alten Gemäuer wurden abgerissen und durch einen modernen Neubau zur Schlossstraße hin ersetzt.
Das Haus soll vor allem zweckmäßig sein und Platz für siebzig Unterrichtsräume und andere Einrichtungen bieten.
1. 2 2017 - Die Volkshochschule ist offiziell Mieter in der Einsteinstraße
München-Haidhausen * Das Areal in der Einsteinstraße 28 geht offiziell vom Vermieter an die Münchner Volkshochschule übergeben. Die Volkshochschule ist Mieter bei der Landeshauptstadt. Die Mietlaufzeit beträgt 29 Jahre.
25. 12 1705 - Das Massaker vor München nimmt seinen Lauf
München * Ein von vornherein aussichtsloser Kampf beginnt. Der Angriffsplan der Aufständischen zeigt zugleich die Unfähigkeit ihrer Anführer.
Wie sollen die Oberländer - ohne Unterstützung der Münchner Bevölkerung und der wesentlich zahlreicheren Unterländer - die mit starken Befestigungen versehene Stadt stürmen?
- Die Münchner Befestigung besteht aus den beiden 10 und 7 Meter hohen Mauerringen.
- Denen vorgelagert liegt ein 25 Meter breiter Wassergraben mit gemauerten Böschungen.
- Jenseits des Grabens befindet sich ein 5 bis 7 Meter hoher Erdwall mit Palisadenwand.
- Das Isartor wird zudem durch einen vorgeschobenen Ravelin gesichert.
Um 8 1826 - Robert von Langer malt seine Haidhauser Villa mit Fresken aus
Haidhausen * In den Sommermonaten 1826 bis 1828 malt Robert von Langer, gemeinsam mit seinem Schüler August Riedel, den ansehnlichsten Raum seiner Haidhauser Villa an der heutigen Einsteinstraße mit Fresken aus.
Mit der Erschaffung des Freskenzyklus in seiner Künstlerresidenz will Robert von Langer wieder künstlerische Anerkennung erlangen und ein persönliches, weithin sichtbares Zeichen setzen.
30. 9 1890 - Die Münchner Trambahn AG erhöht ihr Aktienkapital auf vier Millionen Mark
München * Die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft erhöht ihr Aktienkapital erneut: Es steigt von 3,3 auf vier Millionen Mark.
1876 - Aus dem Braunauer Bahnhof wird der Ostbahnhof
München-Haidhausen * Erst jetzt erhält der im Neurenaissance-Stil errichtete Braunauer Bahnhof den Namen Ostbahnhof.
6. 8 1824 - Johann Peter von Langer stirbt
Haidhausen * Johann Peter von Langer stirbt. Noch kurz vor seinem Tod äußert er sich vor seinen Studenten folgendermaßen: „Meine Herren, es gibt nur drei wahrhaft große Künstler: Der Erste war Raffael, der Zweite ist mein Sohn und den Dritten verbietet mir die Bescheidenheit, Ihnen zu nennen!“ Kritik nahm er nicht mehr wahr. Den Bestrebungen, ihn als Akademiedirektor abzusetzen, muss er sich nicht mehr stellen, da er das Zeitliche segnet.
Robert von Langer erhält zwar das väterliche Adelsprädikat übertragen, doch für das Amt des Akademie-Direktors wird im gleichen Jahr Peter Cornelius berufen.
1982 - Ein Schandfleck und Ärgernis verschwindet
München-Haidhausen * Die als „Schandfleck“ empfundenen Gebäudereste des Ostbahnhofs werden endgültig angebrochen.
Auch der Orleansplatz erfährt eine völlige Neugestaltung. Ein Busbahnhof wird gebaut.
Um 1600 - Herbergshäuser prägen die Vororte östlich der Isar
Haidhausen - Au Lohe * In den Ansiedlungen vor München verbreitet sich das Herbergssystem. Eine „Herberge“ bezeichnet dabei einen eigenen Wohnanteil innerhalb eines Hauses: Er kann nur eine Stube, eine Wohnung oder ein ganzes Stockwerk umfassen. Mehrere Menschen besitzen so Anteile am selben Gebäude. Solche Wohnteile heißen auch „Gemächer“, ihre Eigentümer werden in den Quellen als „Gmächler“ bezeichnet.
- Die später beschriebenen Herbergshäuser bestehen häufig aus Holz oder Fachwerk und sind in kleine Quartiere geteilt.
- Zu einem Wohnteil gehören meist eine niedrige Stube, eine Kammer, eine kleine Küche sowie ein „Kastl“ und eine „Holzleg“ für Vorräte und Brennholz.
- Kleine Fenster mit verbleiten Scheiben lassen wenig Licht herein.
- Wände und Decken sind aus Holz und werden gekalkt.
- Oft gibt es nur in der Stube eine Feuerstelle; dort wird auch gekocht und gewaschen.
- Dachräume dienen ebenfalls zum Wohnen.
- Meist decken Schindeln die Dächer, Ziegel sind seltener.
- Unterschiedlich angeordnete Kamine, Dachaufbauten und gelegentlich kleine Erker geben den Häusern ihr vielfältiges Aussehen.
- Eigene Eingänge und Außentreppen trennen die Anteile voneinander;
- am Hang sind obere Stockwerke mitunter direkt vom höher gelegenen Gelände aus zugänglich.
1706 - Münchner Brauer protestieren gegen den Bierverkauf der Paulaner
München - Au * Die Münchner Bürgerbrauer beschweren sich über die Paulaner im Kloster Neudeck ob der Au. Die Mönche verkaufen ihr braunes Bier an die Öffentlichkeit – sowohl maßweise als auch „unter dem Reif“, also fassweise. Die Brauer sehen darin Konkurrenz für ihre Betriebe und stellen infrage, ob die Brauerlaubnis des Klosters einen solchen Verkauf deckt.
Um 10. 9 1899 - Es regnet sechs Tage und Nächte
München * Im September 1899 regnet es ungewöhnlich lange und stark. Gewaltige Wassermassen lassen den Pegel der Isar massiv ansteigen. Uferbefestigungen werden überspült und in Längen von zwanzig Metern aufgerissen.
Die Ursache für die Hochwasserkatastrophe liegt nach zeitgenössischen Berichten darin, dass es sechs Tage und Nächte extreme Niederschläge gab, die man heute mit dem Begriff „Starkregen“ bezeichnet. Während der ersten Tage ging er im Gebirge als Schnee nieder, um sich nach einem deutlichen Temperaturanstieg in Regen zu verwandeln. Die Schneeschmelze und weitere schwere Niederschläge führten zu einem Ansteigen der Wasserstände in München um etwa vier Meter.
1791 - Über das Braurecht in Baiern
Ingolstadt * Der Ingolstädter Universitätsprofessor Franz Xaver Moshamm geht in seinem Werk „Über das Braurecht in Baiern“ auch auf das Bier aus den Klosterbrauereien ein. Er schreibt: „In den Baierischen Klöstern wird gewöhnlich zweierlei Bier gebrauet. Das beste, das in diesen Herrenbier genennet wird, trinken die Herrn Religiosen selbst.“
Das „Herrenbier“ wird demnach nicht nur bei den Paulanern, sondern in allen Klöstern gesotten und eingelagert. Die Bezeichnung Herrenbier bedeutete nichts anderes als Fastenbier, weil vor allem vor den sogenannten „Herrenfesten“, wozu Ostern und Weihnachten zählen, die strengsten Fastengebote gelten.
1795 - Frater Barnabas Still stirbt mit 45 Jahren
Au * Frater Barnabas Still hat sich ein Magenleiden zugezogen, dem er im Alter von 45 Jahren, erliegt. Leider sind weder der genaue Todestag, noch die Stelle, wo er seine letzte Ruhe fand, zu ermitteln.
13. 3 1813 - Vom Pächter zum Eigentümer
Vorstadt Au * Die ehemalige Paulaner-Klosterbrauerei, das gesamte Areal mit allen Gebäuden, dem vorhandenen Inventar und „mit allen übrigen Pertinenzien“ wird für 13.000 Gulden an Franz Xaver Zacherl verkauft. Zum Verkauf ist es gekommen, da die Administration des Johanniter-Malteser-Ordens zum Verkauf geraten hat, da sich ein Neubau nicht mehr umgehen lässt.
Neben der normalen Bierproduktion versucht der Hallerbräu vulgo Zacherlbräu die Starkbiertradition unter neuem Namen fortzuführen. Das „Heilig-Vater-Bier“ war bald als „Zacherl-Öl“ und später als „Salvator“ bekannt.
Die genannten Pertinenzien, also die sogenannten Zugehörigkeiten, beinhalteten für den geschäftstüchtigen Hallerbräu auch den Heilig-Vater-Bier-Ausschank - und das traditionsgemäß zu einem höheren als dem üblichen Preis.
1679 - Eine Scheune aus der Salvator-Stiftung
Au - Giesing * Die Paulaner-Mönche erwerben eine Scheune zur Einlagerung ihres Märzenbieres, die ein Teil des Lambacher-Bauernhofes in Obergiesing ist und zu der von Herzog Albrecht V. gegründeten „Salvator-Stiftung“ gehört. Da der Lambacher Bauer an der Einfahrt zum Keller eine Tafernwirtschaft betreibt, erhält er jährlich von den Paulanern zwei Eimer Bier [= 128 Liter] als Wegezoll.
Der Erwerb der Scheune ist notwendig geworden, nachdem die Paulanerpatres in kürzester Zeit ihren Braubetrieb erweitern konnten. Dadurch wurden die bestehenden Fasskeller im Klostergebäude und im benachbarten Berg für die nun ständig steigende Biermenge zu klein.
1715 - Die Wirte beklagen das Gästesetzen der Paulaner
München - Au * Die Wirte beschweren sich über das Bewirten von Gästen durch die Paulanerpatres. Diese haben im Kloster Neudeck eine eigens eingerichtete Zechstube, lassen die Leute bis tief nach Mitternacht dort sitzen und erlauben das Rauchen von Tabak wie in einer öffentlichen Schenke.
Da sie die Gerste auf dem Land sammeln, können sie die Mass Bier um einen Pfennig günstiger anbieten, weshalb sie einen solchen Andrang verzeichnen können, dass man zeitweise sogar anstehen muss.
1745 - Legalisierung des Bierverkaufs der Paulaner
Au * Der Tannenwirt in der Au erhält die obrigkeitliche Bewilligung zum Ausschank des Paulaner-Biers. Damit ist für die brauenden Mönche der erste Schritt für eine Legalisierung ihres Bierverkaufs erreicht.
1819 - Franz Xaver Zacherl in der Ständeversammlung
Vorstadt Au * Der Bierbrauer Franz Xaver Zacherl gehört der ersten Ständeversammlung des Königreiches Bayern an. Auch in der folgenden Legislatur übt er dieses Amt aus.
16. 11 1784 - Frater Barnabas Still als Braumeister eingesetzt
Au * Frater Barnabas Still wird wieder als Braumeister eingesetzt. Er muss dieses Amt aber schon vorher bekleidet haben.
1820 - Ärger wegen des Bierpreises
Vorstadt Au * Franz Xaver Zacherl bekommt wegen des höheren Bierpreises Ärger mit der Konkurrenz und in der Folge Scherereien mit der Regierung des Isarkreises. Das Finanzamt wirft ihm einen Verstoß gegen das Bierregulativ vor, da er sein Starkbier über dem gesetzlich vorgeschriebenen Bierpreis verkauft.
Zacherl begründet den erhöhten Preis mit der besseren Qualität des doppelt eingebrauten Starkbieres und verweist auf das „Königliche Hofbräuhaus“, das ebenfalls von den Vorgaben der gesetzlichen Bierpreisregelung ausgenommen ist.
1807 - Vom Neuanfang an die Münchner Spitze
Au * Franz Xaver Zacherl gelingt es, sein Unternehmen innerhalb kürzester Zeit so voranzubringen, dass es schon im Sudjahr 1806/07 mit einem Malzverbrauch von 2.107 Scheffel, das entspricht 4.677 Hektoliter, unter den 52 bürgerlichen Brauereien Münchens die zweite Rangstelle nach der Hackerbrauerei seines Schwagers Joseph Pschorr einnimmt.
1734 - Weißbier nur für Unpässliche
Au * Auf behördliche Anfrage, wer den Paulaner-Mönchen die Lizenz erteilt habe, obergäriges Weißbier zu brauen, geben diese die Antwort, sie brauen in einem Kessel lediglich für Unpässliche.
1808 - Klösterliche Wurzeln, später Name
Au * Der Name „Salvator“ wird gerne vom „Sankt-Vater-Bier“ der Paulaner-Mönche abgeleitet, doch weder vom Fastenbier noch vom Salvator ist zu ihrer Zeit die Rede. Der Name taucht erst im Jahr 1808, neun Jahre nach Aufhebung des Klosters, auf.
In der Grundrezeptur bleibt das Frühjahrsstarkbier seit Frater Barnabas Stills Tagen unverändert. Somit hat das Salvatorbier ganz ohne Zweifel seine Wurzeln im Paulanerkloster in der Au.
4 1799 - Die Brauerei der Paulaner-Mönche wird staatlich
Au * Mit der Auflösung des Paulanerklosters kommt der einträglichste Besitz der Paulaner - das Bräuhaus, die Klosterwirtschaft und der Ruf, das beste Bier zu brauen - unter staatliche Regie.
- Die kommissarische Leitung obliegt dem kurfürstlichen Hofrat Graf Arco-Valley.
- Für die Qualität des Bieres steht der Paulaner-Braumeister Peter Ludwig an der Spitze des „Auer Hofbräuhauses“.
1803 - Fehlende Keller, geplatzte Pläne
Au * Bei der Versteigerung des Paulanerklosters Neudeck geht das Bräuhaus an den Johanniter-Malteser-Orden, der bereits die Karmeliten-Brauerei gehört. Diese soll - wegen der Belästigungen der benachbarten Alten Akademie - in die Au verlegt werden. Das Fehlen großräumiger Keller und die Baufälligkeit der Gebäude in Neudeck schreckt die Malteser jedoch von einem Umzug wieder ab.
1836 - Gegen das Ausschankverbot des Salvators
München * Graf von Seinsheim schreibt in seiner Funktion als Präsident des Isarkreises zur Preisgestaltung des Salvator-Bieres: „Seit ich denke, und das ist schon eine geraume Zeit von Jahren, findet dieser Ausschank um das Fest des Hl. Franz von Paula statt. Das Publikum ist nicht nur daran gewöhnt, sondern es hängt demselben wie dem Einbocke [= Bockbier]mit einer Art von Leidenschaftlichkeit an, ja manche Menschen erblicken in dem Genusse des Einbockbieres den Beginn einer Art Frühjahrskur. […]
Sollte auf dem Verbote des Ausschanks des Salvators bestanden werden, so bin ich überzeugt, daß, um Selbes zu verwirklichen, die ernstesten Maßregeln, ja sogar militärische Assistenz erforderlich werden.“
1651 - Ein Bräuhaus für die Paulaner in der Au
Au * Kurfürst Ferdinand Maria gestattet den Paulanern den Bau eines Bräuhauses, damit diese in der Au ihr Bier für den Hausgebrauch brauen dürfen, „weil ein gleiches und gesundes Getränk ein wesentliches Erfordernis für Mönche ist, deren Hauptnahrung Bier ausmacht, indem sie in Baiern den Wein vermissen und ihnen schlechte Fische und Mehlspeisen, wozu keine Eier, keine Milch und Butter genommen werden dürfen, zu wenig Kräfte geben“.
Mit der Braustätte eröffnen die Paulaner-Ordensmänner still und leise einen Ausschank im Kloster und ziehen ihren Gewinn daraus. Außerdem bezahlen sie Handwerker und Arbeiter nicht mit Geld, sondern in Form des Kloster-Haustrunks.
Noch im selben Jahr klagten die Auer Wirte darüber, dass jedermann mit dem Krug ins Kloster kommen und dort sein Bier kaufen kann. Ein kurfürstlicher Erlass bedroht die vegetarischen Patres zwar mit einer Strafe von einhundert Dukaten sowie im Wiederholungsfall mit dem Herausreißen der Braupfanne und dem Verlust der dem Kloster erteilten Konzession. Doch diese Androhungen bekümmern die Mönche wenig.
18. 12 1786 - Frater Barnabas Still als Vertreter seines Paulaner-Klosters
Au * Frater Barnabas Still erscheint in einer Tauschurkunde als Vertreter seines Klosters.
25. 3 1837 - Salvator-Bier ist ein Luxusartikel
Vorstadt Au * Bis dahin muss Franz Xaver Zacherl um die Genehmigung zum Ausschank seines Salvator-Bieres kämpfen. Nun entscheidet König Ludwig I.: „Solange ich nichts anderes verfüge, soll die Kreisregierung ermächtigt werden, jährlich die Erlaubnis zum Ausschank des Salvatorbieres zu erteilen, die Schankzeit ist daher festzusetzen, nicht aber die Taxe [= Bierpreis], da dieses Bier als Luxusartikel zu betrachten ist.“
1578 - Herzog Albrecht V. gründet die Salvator-Stiftung
München - München-Isarvorstadt - Giesing * Herzog Albrecht V. gründet die Salvator-Stiftung zum Unterhalt der Salvatorkirche am heutigen Alten Südlichen Friedhof. Zur Salvator-Stiftung gehören drei Bauernhöfe in Ober- beziehungsweise Untergiesing.
1691 - Verbot des Brauens von weißem und obergärigem Bier
München - Au * Kurfürst Max Emanuel erlässt gegenüber den Klöstern und Landständen ein Verbot des Brauens von weißem und obergärigem Bier - zum Schutz der kurfürstlichen Brauhäuser. Die Paulaner-Ordensmänner stellen unbeeindruckt des Verbots die genannten Biere her.
1842 - Franz Xaver Zacherl führt das „Dampfbier“ ein
Vorstadt Au * Franz Xaver Zacherl führt als erster Münchner Brauer das sogenannte „Dampfbier“ ein. Dabei verwendet er den Dampf zum Heizen der Braupfanne und seine Kraft zum Bewegen der Maischmaschine. Das eigentliche Brauverfahren bleibt jedoch unverändert.
Heftiger Widerstand gegen den Einsatz von Dampf als Ersatz der Handarbeit kommt von den Bräuknechten, die befürchten, dass die zischenden und fauchenden Ungeheuer ihre Arbeitsplätze vernichten würden. Mit ihrem Protest erreichen sie zunächst die vorläufige Entfernung der Maschinen, was die anderen Brauer mit der Einführung des neuen Brauverfahrens noch warten lässt.
Damals singen die Zecher:
„Z’ Minga braun’s mit Dampfkraft as Bier,
D’ Kraft deans b’halt’n, an Dampf ham na mia!”
2. 4 1751 - Das Fest des Ordensgründers Francesco di Paola
Au * Die Paulanerpatres feiern jährlich das Fest ihres Ordensstifters, des heiligen Franziskus zu Paula. Acht Tage dauern die Feierlichkeiten an, die üblicherweise am 2. April ihren Anfang nehmen. Fällt dieser Tag in die Karwoche, so werden die Festivitäten auf den ersten Sonntag nach Ostern verlegt.
Mit dem Besuch der von den Paulanern betreuten und dem heiligen Carl Borromäus geweihten Pfarr- und Klosterkirche während der Festoktav, können die Gläubigen einen vollkommenen Ablass erlangen. Ein Teil dieses Rituals ist auch die Weihe der in vielerlei Bedrängnis benötigten „Heilig-Vater-Kerzen“.
Und weil in dieser Zeit hier ein besonders stark eingebrautes Bier zum Ausschank kommt und sich an dessen Verzehr auch der kurfürstliche Hof beteiligt, entwickelt sich das „Heilig-Vater-Fest“ zu einem richtigen Volksfest - für die Au und für die ganze Stadt. Das Festbier heißt „Herrenbier“ oder „Heilig-Vater-Bier“, „Heilig-Vater-Öl“ oder „Sankt-Vater-Öl“.
Für den Ausschank des Bieres ist im Kloster eine eigene Zechstube eingerichtet worden. Die vornehmeren Gäste werden im Stüberl des Bräumeisters bewirtet, wo es oft bis in die späte Nacht hinein recht gemütlich und sehr lustig zugeht.
26. 2 1780 - Kurfürst Carl Theodor erteilt die allgemeine Ausschankgenehmigung
Au * Kurfürst Carl Theodor erteilt den Paulaner-Mönchen die allgemeine Ausschankgenehmigung und sanktioniert damit den öffentlichen Verkauf. Das Starkbier wird über die Gasse zu einem höheren Preis [5 bis 6 Kreuzer] als der gewöhnliche Biersatz [4 bis 4 ½ Kreuzer] abgegeben.
31. 3 1751 - Eine weitere Ausnahme vom Schankverbot
Au * In einem Mandat erteilt Kurfürst Max III. Joseph den „PP. Paulanern zu Closter Neudeckh ob der Au” eine weitere Ausnahme vom Schankverbot. Sie dürfen am Festtag des Ordensgründers, am 2. April, und der anschließenden Oktav, insgesamt acht Tage, „denen zu ihrem Closter kommenden Leuthen in Flaschen und kleinen gschürln einen Drunckh braunes Bier abgeben“. Da Frauen der Zutritt ins Kloster verwehrt ist, beauftragen diese Buben, die ihnen das Getränk in Krügen holen.
Das Ordensfest hatte eine große Anziehungskraft, seit Kurfürst Max III. Joseph und sein Hof mit großem Gefolge in die Au fährt.
1868 - Firmenübergabe an die ältesten Söhne
München-Au * Ludwig und Heinrich Schmederer übergeben die „Schmederer-Brauerei“ an ihre jeweils ältesten Söhne: Ludwig und Franz Xaver.
2 2000 - Die erste CD der „Boandlkramer-Connection“ erscheint
München-Obergiesing * Die erste CD der „Boandlkramer-Connection“ erscheint. Die Musikscheibe der Totengräber vom Ostfriedhof enthält unter anderem den Titel: „Buam, Buam, Buam“.
2. 5 1773 - Franz Xaver Zacherl wird in München geboren
München * Franz Xaver Zacherl wird in München geboren. Sein Vater ist der bürgerliche Garkoch und Hausbesitzer in der Sendlinger Straße, Martin Zacherl. Seine Mutter Barbara ist eine geborene Seemüller. Sie stammt aus Tölz und ist die Tochter eines dort ansässigen Bierbrauers.
1516 - Jedermann darf für den Eigenbedarf brauen
München * Nach der Landes- und Polizeiordnung ist jedermann, und damit natürlich auch jedem Kloster, die Möglichkeit gegeben, für den privaten Bedarf zu brauen.
Diese Braukonzession ist allerdings auf die eigene „Hausnotdurft“, also auf den Eigenbedarf der Klosterbrüder und des Gesindes, beschränkt. Ein öffentlicher Bierausschank ist ausdrücklich verboten.
1. 10 1806 - Der Beginn der Ära Zacherl
Au * Der Münchner „Hallerbräu“ Franz Xaver Zacherl pachtet die ehemalige Paulaner-Brauerei und lässt sie zunächst einige Jahre durch seinen Bruder Martin Zacherl betreiben.
1. 1 1900 - Neue Herbergsrechte können nicht mehr begründet werden
Au - Giesing - Haidhausen * Mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs entfällt die Möglichkeit, neue Herbergsrechte als selbstständiges Eigentum an einzelnen Wohnungen, Gemächern oder Stockwerken zu begründen. Damit endet die rechtliche Grundlage für die weitere Ausbreitung dieser über Jahrhunderte gewachsenen Eigentumsform.
Bestehende Rechte bleiben jedoch erhalten: Artikel 182 des Einführungsgesetzes zum BGB schützt ausdrücklich das bereits vorhandene Stockwerkseigentum. Die Herbergen verschwinden deshalb nicht mit dem Jahreswechsel.
9. 11 2018 - Gedenktafeln erinnern an die Familie Schülein
München-Haidhausen * An der Fassade des Unionsbräu in der Einsteinstraße 42 sowie im Innenhof werden zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an die jüdische Brauerfamilie Schülein enthüllt. Die vom Münchner Bildhauer Toni Preis gestalteten Tafeln würdigen die Bedeutung der Familie für die Geschichte der Unionsbrauerei, die Entwicklung Haidhausens und die Münchner Brauwirtschaft.
An der Feierstunde nehmen unter anderem Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, teil. Die Tafeln erinnern zugleich an die Verfolgung der Familie während der NS-Zeit, ihre Emigration sowie an ihren Beitrag zum Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg.
1927 - Der Bau eines Krematoriums auf dem Ostfriedhof wird beauftragt
München-Obergiesing * Trotz der fehlenden kirchlichen Erlaubnis - beauftragte man Hans Grässel im Jahr 1927 mit dem Bau eines Krematoriums auf dem Ostfriedhof, das anno 1929 endlich eingeweiht werden konnte.
28. 11 1912 - Das Krematorium am Ostfriedhof kann in Betrieb genommen werden
München-Obergiesing * Endlich kann das Krematorium am Ostfriedhof in Betrieb genommen werden. Aufgrund einer Genehmigung der bayerischen Staatsregierung wird die eigenständige Entscheidung über die Leichenverbrennung nun den Kommunen überlassen.
1910 - Post und Telefon am Orleansplatz
München-Haidhausen * Das Postgebäude am Orleansplatz und die Telefon-Vermittlungsstelle nehmen ihren Betrieb auf.
Ab dem 31. 5 1940 - 1.440 Kubikmeter Wasser in der Sekunde durch das Isar-Flussbett
München * Durch das Flussbett der Isar strömt eines der stärksten jemals in München gemessenen Hochwasser. Bei seinem Höhepunkt erreicht der Fluss mit 1.440 Kubikmeter reißendes Wasser in der Sekunde. Das übertrifft das bisher dagewesene und zeigt deutlich die Grenzen des Hochwasserschutzes auf.
Auslöser sind mehrtägige Starkregenfälle im gesamten Isareinzugsgebiet (Alpen und Voralpen), wodurch enorme Wassermengen gleichzeitig in Richtung München abfließen. Besonders betroffen sind die Au, Thalkirchen, die Isarauen und die Bereiche nahe der Isarinseln. Zeitgenössische Berichte beschreiben die Auswirkungen:
- Überschwemmte Uferbereiche und tiefer liegende Stadtteile,
- Schlamm- und Schlickablagerungen in Straßen und Häusern,
- große hygienische Probleme durch stehendes Wasser und
- deutliche Schäden an Infrastruktur und Wohnungen.
1909 - Die Post am Ostbahnhof wird erbaut
München-Haidhausen * Das „Postgebäude München-Ostbahnhof mit automatischer Telephonzentrale” wird erbaut.
17. 9 1849 - Die Gebrüder Schmederer übernehmen den Zacherlbräu
Vorstadt Au * Nach dem Tod des Bierbräus Franz Xaver Zacherl geht die Zacherlbrauerei das Grundstück auf dem Nockherberg erbschaftsweise an Heinrich Schmederer und dessen Bruder Ludwig, resp. auf die Firma Gebrüder Schmederer über.
1886 - Aus dem Fügerbräu wird die Gambrinusbrauerei
München-Haidhausen * Herr Geyer überträgt den Namen „Gambrinusbrauerei“ auf den „Fügerbräu“.
27. 6 1933 - Was tun mit Kurt Eisners und Gustav Landauers Urnen ?
München * Nachdem das Denkmal für die „Toten der Revolution - 1919“ am Ostfriedhof abgerissen worden war, wollen die Nationalsozialisten die darin untergebrachten Urnen von Kurt Eisner und Gustav Landauer an die Israelitische Kultusgemeinde Münchens loswerden.
Diese antwortet an 27. Juni 1933: „[…] beehren wir uns mitzuteilen, dass wir derzeit nicht feststellen können, ob die Genannten bei Eintritt des Todes dem israelitischen Bekenntnis angehört haben. […] Wir wollen aber keine Schwierigkeiten schaffen und erklären uns bereit, die Urnen entgegen zu nehmen und sie einstweilen der Erde zu übergeben.“
11. 9 1796 - Enteignungsmaßnahmen für die Rumfordstraße
München * Noch vor dem Abzug der französischen Revolutionsarmee und dem Kaiserlichen Heer lässt sich Reichsgraf von Rumford vom Landesdirektorium für die notwendigen Gegenmaßnahmen für rasche Truppendurchzüge ermächtigen. Gleichzeitig wird eine Kommission zur finanziellen Entschädigung der enteigneten Grundstücksbesitzer gebildet.
9. 12 1920 - Unionsbrauerei und Löwenbräu planen Fusion
München * Die Vorstände von Unionsbrauerei und Löwenbräu unterzeichnen einen Fusionsvertrag und stellen damit die Weichen für den Zusammenschluss beider Unternehmen. Zugleich berufen sie außerordentliche Generalversammlungen ein, auf denen die Aktionäre beider Brauereien dem Vorhaben zustimmen sollen.
1. 10 1919 - Fusion von Löwenbräu und Unionsbrauerei
München-Maxvorstadt - München-Haidhausen * Die Fusion von Löwenbräu und der Unionsbrauerei tritt rückwirkend zum 1. Oktober 1919 in Kraft. Die Aktionäre der Löwenbräu AG genehmigen den Zusammenschluss am 5. Januar 1921. Das neue Unternehmen zählt zu den größten Brauereibetrieben Münchens.
1. 5 1989 - Der Toller-Vers kehrt auf das Revolutionsdenkmal zurück
München-Obergiesing * Das Denkmal für Kurt Eisner und die Toten der Revolution auf dem Ostfriedhof erhält wieder den Vers von Ernst Toller, der bei der Wiederherstellung zunächst fehlt: „Wer die Pfade bereitet, stirbt auf der Schwelle. Doch es neigt sich vor ihm in Ehrfurcht der Tod.“
1881 - Übergang an einen neuen Eigentümer
München-Haidhausen * Der Brauer Balthasar Füger verkauft den mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelten „Fügerbräu“ an seinen Nachfolger, einem Herrn Geyer.
1845 - Die spätere Unionsbrauerei wird in Haidhausen gegründet
Haidhausen * Mit der Gründung der „Brauerei zur Schwaige“ entsteht der Ursprung der späteren Unionsbrauerei. Der Betrieb entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer bedeutenden Braustätte und wird später von Joseph Schülein übernommen und erfolgreich ausgebaut.
1958 - Der Stadtrat beschließt die Wiederherstellung des Revolutionsdenkmals
München-Obergiesing * Der Münchner Stadtrat beschließt, das 1933 von den Nationalsozialisten zerstörte Denkmal für Kurt Eisner und die Toten der Revolution auf dem Ostfriedhof wiederherzustellen. Der Bildhauer Konstantin Frick gestaltet die Nachbildung. Der ursprünglich eingemeißelte Vers von Ernst Toller bleibt zunächst ausgespart.
1. 5 1922 - Das Denkmal für die Toten der Revolution wird enthüllt
München-Obergiesing * Die Münchner Freien Gewerkschaften enthüllen auf dem Ostfriedhof das Denkmal für die Toten der Revolution von 1918/19. Die Festrede hält der Münchner Gewerkschaftsvorsitzende Gustav Schiefer.
Das würfelförmige Denkmal trägt auf der Vorderseite die Inschrift „Den Toten der Revolution“. Auf einer weiteren Seite ist ein Vers von Ernst Toller eingemeißelt. Eine Bronzeplakette am Sockel erinnert an Kurt Eisner, dessen Urne im Denkmal beigesetzt wird.
5 1913 - Unionsbräu - Münchens drittgrößte Brauerei
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei zählt zu den führenden Brauereien ihrer Zeit: Nach Löwenbräu und Spaten ist sie die drittgrößte Brauerei Münchens und belegt im Deutschen Reich den neunten Rang. Ihr Bierabsatz erreicht 317.410 Hektoliter.
1973 - Neue Pächter führen den „Song Parnass“ weiter
München-Haidhausen * Manfred Krischer und Thomas Naubur übernehmen die Pacht des „Song Parnass“ in der Einsteinstraße. Die bereits als feste Größe der Münchner Kleinkunst- und Liedermacherszene etablierte Bühne bleibt auch unter der neuen Leitung ein wichtiger Treffpunkt für Künstler und Publikum.
Um 5 1857 - König Max II. lässt das östliche Isar-Steilufer in einen Park umgestalten
München-Haidhausen * König Max II. lässt - im Rahmen der Erbauung des Maximilianeums - das östliche Steilufer der Isar in einen Park umgestalten, um damit die Spazier- und Erholungszone des Englischen Gartens auf das neu eingemeindete rechte Flussufer übergreifen. Der 26-jährige Carl Effner wird mit der Realisierung der Maximilians-Anlagen nördlich des im Bau befindlichen Maximilianeums beauftragt.
Der König hatte schon während seiner Kronprinzenzeit ein umfangreiches Programm zur gärtnerischen Gestaltung seiner künftigen Residenzstadt München erstellen lassen. Nach dem Vorbild von Paris, London und Berlin sollten auch in München Alleen, begrünte Stadtplätze und kleine Parkanlagen das Stadtbild auflockern. Die Ortschaften Haidhausen und Bogenhausen sollten durch große Grünanlagen zu Villenkolonien zusammengefasst werden.
1865 - Von der Brauerei zur Schwaige zum Fügerbräu
München-Haidhausen * Mit dem Erwerb der „Brauerei zur Schwaige“ durch den Brauer Balthasar Füger beginnt ein neues Kapitel. Die Brauerei wird fortan als „Fügerbräu“ bekannt. Durch weitere Vergrößerungen und bauliche Maßnahmen stärkt Füger die Stellung des Unternehmens und schafft die Voraussetzungen für dessen weiteres Wachstum.
23. 12 1904 - Die Münchner Kindl AG fusioniert mit der Unionsbrauerei
München-Haidhausen - München-Au * Die Generalversammlung der Aktionäre der Münchner Kindl AG beschließt die Fusion mit der Haidhauser Unionsbrauerei.
Der Zusammenschluss bündelt die Stärken beider Unternehmen und stärkt die Position der Brauerei auf dem Münchner Biermarkt nachhaltig. Das Unternehmen wächst deutlich und zählt nun zu den fünf größten Brauereien Münchens. Die Fusion markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung der von Joseph Schülein geführten Brauerei.
Mit der Übernahme der Münchner Kindl AG gewinnt die Unionsbrauerei einen wirtschaftlich gleichwertigen Betrieb, der neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet und das Geschäft nachhaltig stärkt. Gleichzeitig geht der Zusammenschluss mit einer erheblichen finanziellen Belastung einher: Die Brauerei übernimmt hohe Schulden, die ihre weitere Entwicklung maßgeblich prägen.
1. 5 1920 - Grundsteinlegung für das Denkmal der Revolutionstoten
München-Obergiesing * Im Rahmen der Maifeiern wird auf dem Ostfriedhof der Grundstein für ein Denkmal der Toten der Revolution von 1918/19 gelegt. Die geplante Erinnerungsstätte soll das Gedenken an den ermordeten Kurt Eisner, den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten, mit dem Gedenken an die übrigen Revolutionstoten verbinden.
2 1967 - Das „Danny’s Pan“ bringt die Kleinkunst nach Haidhausen
München-Haidhausen * Mit dem „Danny’s Pan“ entsteht in der Gaststätte der ehemaligen Unionsbrauerei in der Einsteinstraße 42 eine der ersten Kleinkunstbühnen Münchens. Das Lokal erhält seinen ungewöhnlichen Namen von seinem aus Hamburg stammenden spanischen Besitzer Danny Marino, der bereits in Hamburg und Berlin Lokale gleichen Namens betreibt.
Auch in München schafft Marino eine Bühne für junge, noch unentdeckte Musik- und Showtalente. Das „Danny’s Pan“ bildet den Auftakt für eine Reihe weiterer Kleinkunstbühnen, die in den folgenden Jahren entstehen.
Das Lokal entwickelt sich schnell zu etwas Besonderem und zieht ein neues Publikum an: Menschen, die sich von Liedermachern sowie Künstlerinnen und Künstlern der Münchner und überregionalen Kleinkunstszene unterhalten lassen möchten. Damit wird das „Danny’s Pan“ zu einem wichtigen Treffpunkt für die aufstrebende Kleinkunstbewegung.
Ab 1851 - Ausbau der Brauerei zur Schwaige
Haidhausen * 1851 und 1852 erfährt die „Brauerei zur Schwaige“ ihre ersten größeren Erweiterungen. Weitere Betriebsgebäude entstehen und schaffen die Grundlage für das weitere Wachstum des Brauereibetriebs.
1 1919 - Unionsbrauerei verfügt über 2,91 Millionen Mark Aktienkapital
München-Haidhausen * Das Aktienkapital der Unionsbrauerei beträgt 2.910.000 Mark.
Um 6 1905 - Polemik der „Münchener Bier-Chronik“ gegen die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Die wöchentlich erscheinende „Münchener Bier-Chronik“, eine Fach- und Werbezeitschrift der Münchner Brauereien, berichtet über das Brauwesen, wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Münchner Bierkultur. Im Juni 1905 greift sie einen Rechtsstreit zwischen der Unionsbrauerei und einem Münchner Wirt auf.
Anlass ist die Klage der Unionsbrauerei gegen den Wirt eines Gasthauses, das den geschützten Namen „Schützenlisl“ führt, obwohl dort Bier von Löwenbräu ausgeschenkt wird. Die Darstellung der Schützenlisl ist als Schutzmarke der Münchner Kindl Brauerei eingetragen und befindet sich nach deren Fusion im rechtlichen Besitz der Unionsbrauerei. Da der Wirt kein Bier der Unionsbrauerei ausschenken kann oder will, muss er den Namen seines Gasthauses ändern.
Die „Münchener Bier-Chronik“ nutzt den Fall für eine polemische Attacke auf die Unionsbrauerei und kommentiert: „Dieses Beispiel diene den anderen Herren Brauereibesitzern zum Spiegel, wie ,kollegialisch‘ die Unionsbrauerei auf die Hektoliterjagd geht.“ Anschließend schlägt die Berichterstattung in offenen Antisemitismus um. Die Zeitung behauptet, eine „jüdische Schützenlisl“ sei ohnehin nicht mehr von Interesse, „denn sobald das Weibsbild einmal ,jüdisch‘ geworden, beschnüffelt sie kein räudiger Hund mehr, viel weniger ein echter Bajuware.“
Die diffamierenden und antisemitischen Angriffe der „Münchener Bier-Chronik“ führen wenig später zum sogenannten „Dividendenwasser-Prozess“, in dem sich Joseph Schülein erfolgreich gegen die Zeitung zur Wehr setzt.
Ab 1896 - Die Unionsbrauerei vervielfacht ihre Produktion
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei Schülein & Cie modernisiert ihren Betrieb umfassend. Die Investitionen zeigen rasch Wirkung: Innerhalb von zehn Jahren steigt der Bierausstoß von rund 16.000 Hektolitern auf das Fünfzehnfache. Damit entwickelt sich die Brauerei zu einem der erfolgreichsten Braubetriebe Münchens.
1895 - Die Schüleins übernehmen die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Joseph Schülein erwirbt gemeinsam mit seinen Brüdern Gustav und Julius Schülein, zusammen mit dem Ehemann ihrer Schwester Amalie, dem Nürnberger Hopfenhändler Josef Aischberg, den konkursreifen und stillgelegten „Gambrinusbräu“ an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße.
Mit dem Kauf legen die Unternehmer den Grundstein für den Wiederaufbau und die erfolgreiche Entwicklung des Brauereistandorts.
Die Unionsbrauerei firmiert nun als „Unionsbrauerei Schülein & Compagnie“. Durch umfangreiche Investitionen und den konsequenten Ausbau entwickelt sich die Brauerei zu einem erfolgreichen und wirtschaftlich bedeutenden Braubetrieb.
Nach den Erinnerungen von Werner Cahnmann, einem Neffen Joseph Schüleins, erfolgt die Übernahme ursprünglich, um eine festgefahrene Bankhypothek zu retten. Entscheidend für den späteren Erfolg sind jedoch weniger brautechnische Kenntnisse als vielmehr unternehmerisches Geschick sowie ein ausgeprägtes Verständnis wirtschaftlicher und industrieller Entwicklungen.
1899 - Joseph Schüleins Kampf mit dem Münchner Brauereibesitzerverein
München-Haidhausen * Die Haidhauser Unionsbrauerei, damals noch nicht Mitglied im Verein der Brauereibesitzer in München, hat - durch Unterbieten der Preise und Gewährung von Sonderkonditionen - mehrere unabhängige Wirte „an sich gerissen“. Das führt zu harten Auseinandersetzungen mit dem Münchner Brauereibesitzerverein.
1911 - Dr. Hermann Schülein übernimmt die Leitung der Brauereien
München-Haidhausen - München-Au * Dr. Hermann Schülein ist Direktor der Unionsbrauerei und der Münchner Kindl-Brauerei. Mit der Übernahme dieser Führungsaufgaben tritt die zweite Generation der Familie Schülein zunehmend in die Verantwortung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens.
5. 1 1921 - Löwenbräu und Unionsbrauerei schließen sich zusammen
München * Die Aktionäre der Löwenbräu AG stimmen der Fusion mit der Unionsbrauerei rückwirkend zum 1. Oktober 1919 zu. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der größten Brauereiunternehmen Münchens. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Friedrich Ritter von Mildner, während Dr. Hermann Schülein die operative Entwicklung des Unternehmens maßgeblich prägt. Joseph Schülein wird Mitglied des Aufsichtsrats.
Auslöser für die Fusion ist der weitgehende Verlust der von Löwenbräu aufgebauten Auslandsmärkte infolge des verlorenen Ersten Weltkriegs. Für Löwenbräu sind daher insbesondere die umfangreichen Immobilien und Gaststätten der Unionsbrauerei von großem Wert. Zum Besitz gehören mehr als 30 Wirtschaftsanwesen, mehrere Bauplätze, ein Torfwerk in Deining sowie zwei weitere Torfwerke in Gemeinschaft mit einer Münchner Brauerei.
Darüber hinaus verfügt die Unionsbrauerei über drei Doppelsudwerke, moderne Mälzereien, eine umfangreiche Flaschenfüllerei und Eisfabrikation, fünf Dampfmaschinen mit rund 800 PS sowie vollständig elektrifizierte Betriebsanlagen. Zum Unternehmen gehören außerdem umfangreiche Lager- und Transporteinrichtungen, 34 Eisenbahnwagen und ein gut ausgestatteter Fuhrpark. Die Brauerei bringt damit erhebliche Produktions- und Logistikkapazitäten in das neue Unternehmen ein.
Die Aktionäre der Löwenbräu AG stimmen der Fusion mit der Unionsbrauerei rückwirkend zum 1. Oktober 1919 zu. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der größten Brauereiunternehmen Münchens. Den Vorsitz des Vorstands übernimmt offiziell Friedrich Ritter von Mildner, während Dr. Hermann Schülein die operative Leitung des Unternehmens maßgeblich prägt.
1919 - Unionsbrauerei unter wirtschaftlichem Druck
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei schließt das Braujahr 1918/19 mit einem Verlust von mehr als 340.000 Mark ab. Ein Teil der Schulden ist der Auszahlung der Dividende in Höhe von vier Prozent geschuldet. Um das Ergebnis auszugleichen, muss sie ihre Reserven weitgehend auflösen. Am Ende verbleibt ein Gewinn von lediglich 60.000 Mark.
Zugleich fehlt der Brauerei ein größerer Immobilienbesitz, mit dessen Erträgen sich anhaltende Verluste im Biergeschäft längerfristig auffangen ließen.
22. 6 1933 - Die Nationalsozialisten zerstören das Revolutionsdenkmal
München-Obergiesing * Der nationalsozialistische Stadtrat lässt das Denkmal für Kurt Eisner und die Toten der Revolution auf dem Ostfriedhof entfernen. Die Erinnerungsstätte sei ein „Ärgernis für jeden guten Deutschen und den bayerischen Soldaten“.
Auch Eisners Urne wird aus dem Denkmal entfernt und anschließend zwangsweise auf den Neuen Israelitischen Friedhof überführt. Die politische Verfolgung richtet sich damit selbst gegen das Andenken des ermordeten Freistaatgründers.
Die Absicht formulieren die NS-Stadträte ausdrücklich: „Wir haben keinen Anlass, dass das Andenken an Kurt Eisner im Volk erhalten bleibt, möchten aber wünschen, dass dieser Name im Volk fortlebt, als abschreckendes Beispiel für solche, die gesonnen sind, dem Staat zu schaden und ihn zu erschüttern.“
Um 6 1969 - Aus „Danny’s Pan“ wird der „Song Parnass“
München-Haidhausen * Klaus Dützmann übernimmt das inzwischen weit über Haidhausen hinaus bekannte „Danny’s Pan“ im ehemaligen Unionsbräu und gibt ihm den neuen Namen „Song Parnass“. Unter seiner Leitung treten zahlreiche Künstler auf und prägen das kulturelle Kleinkunst-Leben der Stadt. Der „Song Parnass“ knüpft an die Tradition des „Danny’s Pan“ an und führt dessen Erfolg in noch größerem Maßstab fort.
1888 - Die Gambrinusbrauerei erhält den Namen Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Die „Gambrinusbrauerei“ an der heutigen Einsteinstraße 42 wird in „Unionsbrauerei“ umbenannt. Der wirtschaftliche Erfolg bleibt jedoch aus: Unter dem Eigentümer Geyer gerät der Betrieb in Schwierigkeiten, die Brauerei verfällt zunehmend und muss schließlich stillgelegt werden. Damit wird der Weg für die spätere Übernahme durch Joseph Schülein und seine Geschäftspartner frei.
8. 6 1903 - Die Unionsbrauerei Schülein & Cie wird zur Aktiengesellschaft
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei Schülein & Cie wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In den ersten Jahren liegt die Leitung des Unternehmens ausschließlich in den Händen von Joseph Schülein und seines ältesten Sohnes Julius Schülein, die bis 1912 den Vorstand der Gesellschaft bilden.
18. 4 1924 - Die Unionsbrauerei stellt den Braubetrieb ein
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße, wird geschlossen. Mit der Einstellung des Braubetriebs endet die Geschichte der traditionsreichen Braustätte als eigenständiger Produktionsstandort.
10. 8 1905 - Antisemitische Angriffe auf die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Auch die von jüdischen Unternehmern geführte Unionsbrauerei wird Ziel antisemitischer Kampagnen. In der „Münchener Bier-Chronik“ vom 10. August 1905 wird ihr Bier als die „letzte Brühe“ und als „Dividenden-Wasser“ verunglimpft. Hinter der vermeintlichen Kritik an der Qualität des Produkts stehen vielfach Ressentiments gegen jüdische Geschäftsinhaber und deren wirtschaftlichen Erfolg.
Der Vorfall zeigt, wie antisemitische Vorurteile zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend auch im Wirtschaftsleben öffentlich verbreitet und zur Diffamierung jüdischer Unternehmen eingesetzt werden.
1896 - Das Gebäude der heutigen Unionsbräu-Gaststätte entsteht
München-Haidhausen * Das Gebäude, in dem sich noch heute die Gaststätte des Unionsbräu befindet, wird errichtet.
Architekt: Kaiser Franz Joseph, Barbist Rosa
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1898
Baustil: Biedermeier
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1900
Erstellung: 1860
Erstellung: 1900
Erstellung: 1850
Baustil: neubarock
Erstellung: 1890
Erstellung: 1800
Erstellung: 1750
Erstellung: 1750
Erstellung: 1810
Erstellung: 1810
Erstellung: 1578
Erstellung: 1678
Erstellung: 1810
Baustil: neubarock
Baustil: neubarock
Erstellung: 1800
Erstellung: 1810
Baustil: neubarock
Erstellung: 1850
Erstellung: 1800
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1800
Erstellung: 1800
Erstellung: 1800
Erstellung: 1890
Erstellung: 1935
Erstellung: 1810
Erstellung: 1890
Erstellung: 1800
Architekt: Fischer Theodor, Schneiber Viktor, Blössner August
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1901
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1900
Erstellung: 1885
Erstellung: 1958
Erstellung: 1751
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1810
Erstellung: 1900
Erstellung: 1810
Erstellung: 1825
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1910
Erstellung: 1810
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1830
Erstellung: 1803
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: barockisierend
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1825
Baustil: Neurenaissance
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1800
Erstellung: 1850
Erstellung: 1850
Erstellung: 1800
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1810
Erstellung: 1790
Erstellung: 1820
Erstellung: 1800
Erstellung: 1900
Baustil: Klassizismus
Architekt: Boemmel Franz Xaver, Holzbauer Georg
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1800
Erstellung: 1850
Architekt: Grützner Eduard von, Romeis Leonhard
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1884
Erstellung: 1800
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1810
Erstellung: 1800
Erstellung: 1840
Baustil: Neurenaissance
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: Neurenaissance
Baustil: barockisierend
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: Neurenaissance
Baustil: barockisierend
Architekt: Preysing
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: Neurenaissance
Baustil: Neurenaissance
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1901
Architekt: Riemerschmid Anton, Hirschberg Reinhard, Riemerschmid Richard
Erstellung: 1867
Erstellung: 1830
Baustil: barockisierend
Architekt: Hocheder Carl d. Ä.
Baustil: neubarock
Erstellung: 1895
Erstellung: 1850
Erstellung: 1900
Erstellung: 1850
Erstellung: 1888
Erstellung: 1810
Erstellung: 1850
Architekt: Hocheder Carl d. Ä., Drollinger Eugen, Thiersch August
Baustil: deutsche Renaissance
Erstellung: 1896
Erstellung: 1900
Baustil: neubarock
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1840
Architekt: Häusler Max, Stürmer Robert, Barbist Alois
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1876
Architekt: König Ludwig II., Miller Ferdinand d. J.
Erstellung: 1910
Erstellung: 1862
Erstellung: 1900
Erstellung: 1870
Architekt: Erhardt Alois von, Hocheder Carl d. Ä.
Baustil: neubarock
Erstellung: 1893
Erstellung: 1850
Erstellung: 1850
Braun Edeltraud von Stransky
1982
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 362 m | Preysingstraße 6 | Preis Karl | 1914 | 0 | |
| 374 m | Preysingstraße 12 | Süssheim Karl | 1934 | 1941 | |
| 612 m | Zeppelinstraße 41 | Valentin Karl | 1882 | 1906 | |
| 627 m | Innere Wiener Straße 42 | Scharnagel Karl | 0 | 1963 | |
| 632 m | Wörthstraße 20 | Reger Max | 1902 | 1903 | |
| 633 m | Johannisplatz 10 | Heim Carlamaria | 1932 | 1984 | |
| 715 m | Steinsdorfstraße 10 | Ganghofer Ludwig | 0 | 0 | |
| 724 m | Mariannenplatz 4 | Valentin Karl | 1934 | 1944 | |
| 737 m | Grütznerstraße 1 | Grützner Eduard von | 1884 | 0 | |
| 747 m | Sckellstraße 1 | Valentin Karl | 1932 | 1934 | |
| 769 m | Thierschstraße 14 | Feuchtwanger Lion | 1915 | 1917 | |
| 782 m | Thierschstraße 11 | Zentralverlags der NSDAP | 0 | 1945 | |
| 810 m | Thierschstraße 9 | Feuchtwanger Lion | 1884 | 1886 | |
| 909 m | Thierschstraße 41 | Hitler Adolf | 1920 | 1929 | |
| 910 m | Kanalstraße 8 | Valentin Karl | 1913 | 1932 |