Alpenverein
| Name | Alpenverein |
|---|---|
| Stadtbezirk | 1. Altstadt-Lehel |
| Stadtbezirksteil | Lehel |
| Straße | Praterinsel |
| Standort | Alpines Museum |
| Gruppierung | Alpines Museum |
| Übergabe | 2001 |
| Rubrik | Denkmal |
GEGEN
INTOLEREANZ UND HASS
1921 1945
UNS BERGSTEIGERN
ZUR MAHNUNG
DAV 2001
Der Deutscher und Österreichischer Alpenverein (DuÖAV) schloss jüdische Mitglieder bereits lange vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten systematisch aus. Schon ab den 1890er-Jahren führten einzelne Sektionen sogenannte „Arierparagraphen“ ein, die Juden die Aufnahme verweigerten oder ihre Mitgliedschaft beendeten. In den 1920er-Jahren verschärfte sich diese Entwicklung deutlich: Viele Sektionen übernahmen entsprechende Bestimmungen, und auf Berghütten fanden sich Schilder wie „Nur für Arier“ oder „Juden ist der Zutritt verboten“. Der Alpenverein gehörte damit zu den ersten großen bürgerlichen Organisationen im deutschsprachigen Raum, die antisemitische Ausgrenzung institutionell verankerten.
Als Reaktion auf diese Diskriminierung entstand 1921 die Sektion „Donauland“, in der sich viele ausgeschlossene jüdische Bergsteiger sammelten. Doch auch sie blieb nicht dauerhaft im Verband: 1924 wurde die Sektion unter massivem Druck anderer Mitglieder aus dem DuÖAV ausgeschlossen. Damit war die Ausgrenzung faktisch vollständig.
Nach 1933 entsprach die Praxis der Ideologie des NS-Staates; nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wurde der Verein vollständig gleichgeschaltet. Erst Jahrzehnte nach 1945 begann eine kritische Aufarbeitung dieser Geschichte. Heute bekennt sich der Deutsche Alpenverein zur historischen Verantwortung.