Roter Turm - ,Zweibrückenstraße in München
 

Münchner Bauwerke

Roter Turm

Achtung

Bauwerk nicht mehr vorhanden
Name Roter Turm
Weitere Namen Ländshuterturm
Stadtbezirk: 1. Altstadt-Lehel
Stadtbezirksteil: Lehel
Straße: Zweibrückenstraße
Jahr: 1421

Wikipedia

Auf der ältesten Stadtansicht Münchens in der Schedelschen Weltchronik von 1493 ist an der Stelle des späteren Turms bereits ein kleines Torhäuschen dargestellt, das bereits in einer Kammerrechnung von 1421 als „torhäusl auf der Yserpruck“ genannt ist.

1517 bis 1519 wurde der Turm errichtet, 1518 wurde er als „Neuer Turm bei der Isarbrücke“ bezeichnet, später auch einfach nur als Turm bei der Isarbrücke. 1643 wird er als Ländshüterturm genannt, da in ihm der Hüter der Unteren Lände wohnte.

Während des in der Sendlinger Mordweihnacht gipfelnden Oberländer Bauernaufstandes von 1705 konnte der Rote Turm von Aufständischen unter der Führung von Johann Georg Aberle fast kampflos erobert werden.

In der Literatur über diesen Aufstand wird der Turm von den Historikern meist als „Roter Turm“ bezeichnet. Wann diese Bezeichnung aufkam und worauf sie beruht ist jedoch nicht klar. So wird der Turm in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf einem Kupferstich als unverputzter Backsteinbau dargestellt, während er in einem Gemälde von Joseph Stephan (1709–1786) eine rote Bemalung hat. Beides könnte als Grundlage für die Namensgebung gedient haben.

Bei Artillerieduellen im Osten der Stadt zwischen Österreichern und royalistischen Franzosen wurde der Turm 1796 beschossen und so stark zerstört, dass er in der Folge abgebrochen werden musste.

Der Rote Turm war Namensgeber des Roter-Turm-Platzes in Sendling.

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Roter Turm Zweibrückenstraße
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Sagen & Geschichten

Der rothe Thurm an der Isarbrücke. 1796

Im Sommer des Jahres 1796 war die siegreiche französische Armee unter General Moreau's Befehl unaufhaltsam bereits über den Lech geschritten. Die österreichische Armee, welche vereinigt mit den, Conde'schen Truppen bei Friedberg und in den Verschanzungen von Landsberg stand, war geschlagen und zog sich am 30. August über München an das jenseitige Isarufer, zurück, wo sie ein Lager bei Trudering und Dornach bezog. Nach diesem Uebergange über die Jsar wurde der sogenannte rothe Thurm, welcher am Eingange der innern Isarbrücke stand, und im Jahre 1576 erbaut war, von den kaiserlichen und Conde'schen Truppen verrammelt, um das Nachrücken der Franzosen aufzuhalten. Auf dem Gasteig und dem Lilienberge wurden einige österreichische Kanonen und Haubizen mit der Richtung gegen die Isarbrücke und den rothen Thurm aufgefahren.

Bayern war neutral, da Kurfürst Karl Theodor seine wenigen Schaaren, kaum 4500 Mann stark, vom 

Reichsheere zurückgezogen hatte. Die Hauptstadt München war unter Graf Rumford's Befehl mit kaum zehntausend Mann bayerischen Militärs besetzt.

Da nahte am 31. August die französische Avantgarde über Moosach, Neuhausen und Sendling her, und schickte ihre Vorposten nahe an die allgemein gesperrten Thore Münchens.

Am 1. September 1796 Morgens halb fünf Uhr begann das Kleingewehr- und Kanonenfeuer der beiden feindlichen Armeen, zwischen denen die Stadt München ruhig verschlossen blieb, und nichts befürchten zu dürfen glaubte, obwohl an diesem Tage einige Haubizgranaten und Kanonenkugeln in die Stadt sielen, die jedoch kein besonderes Unglück veranlaßten.

Vom 2. bis 7. September blieben beide Armeen ruhig in ihren Positionen stehen.

Am 7. September Morgens 4 Uhr begann eine Kanonade, welche jedoch nur bis gegen Mittag dauerte, aber der Stadt keinen namhaften Schaden brachte. Hingegen des folgenden Tages wurde das Feuer von beiden Seiten heftiger, und namentlich waren vom Gasteigberge her die Geschütze der Oesterreicher und der Conds'schen Armee gegen die Vorstädte gerichtet. Gegen 9 Uhr Vormittags waren schon einige Häuser am Lechel in Brand gesteckt, welches Schicksal dann noch mehrere, ungefähr zwanzig Häuser im Ganzen, traf. Hiebei wurden auch die an der Isar aufgeschichteten Holzvorräthe, bestehend aus mehreren tausend Klaftern, von Granaten entzündet und verbrannten gänzlich; desgleichen ging der Schäfflerstadel, ein Theil des Abrechens und ein Theil der Häuser von Haidhausen in Flammen auf. Durch dieses ungeheure Feuer gerieth der rothe Thurm in Flammen und dessen Dachwerk stürzte ein. In Folge dieses Brandes hörte das gegenseitige Schießen auf, denn dem Kommansdanten Münchens wurde auf seine Bitte erlaubt, mit 300 Mann das Feuer zu löschen, was auch geschah.

Jn die Stadt München selbst sielen während dieser beiden Tage zwar viele Kanonenkugeln und Granaten, sie machten jedoch keinen nennenswerthen Schaden; hingegen waren die meisten Häuser am Lechel und längs der Jsar stark durchlöchert oder sonst beschädiget.

Der rothe Thurm, welcher seinen Namen daher trug, weil er roth angestrichen war, wurde erst später abgetragen, keineswegs aber, wie auf der am Thurmwirthshause angebrachten Tafel zu lesen ist, durch den Prinzen von Conds zusammengeschossen.

Mayer - Münchner Stadtbuch (1868)