Adressbuch - München
 

Fernberg 1879

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Abbrecher  

Abbrecher. In der Nähe befand sich früher ein großer hölzener Rechen quer durch die Isar, welcher das Triftholz aufhielt und dadurch zwang, den Weg in den Triftkanal zu nehmen. (S. Triftgang ec.)

Ackerstraße  

Ackerstraße. Diese Straße führt auf die hinter der Hochstraße in der Vorstadt Au gelegenen Aecker und Felder.

Adalbertstraße  

Adalbertstraße. Zur Erinnerung an den Prinzen Adalbert, jüngsten Sohn des König Ludwig I., geb. den 19. Juli 1828, gest. den 21. Sept. 1875 als General der Kavallerie und Oberst-Inhaber des 2. Kuirassier- (jetzt schweren Reiter-) Regiments. Er war vermählt, mit der spanischen Infantin (Prinzession) Amalia und wegen seiner Leutseligkeit allgemein beliebt.

Adelgundenstraße  

Adelgundenstraße. Benannt nach einer Schwester des Prinzen Adalbert (s. Adalbertstraße), Erzherzogin Adelgunde von Oesterreich-Este; ihr Gemahl Erzherzog Franz war der letzte regierende Herzog von Modena; derselbe starb 1875.

Aengerstraße  

Aengerstraße. Führt auf die Aenger oder Wiesen, welche zusammen mit dem Namen „Thersienwiese“ bezeichnet werden und alljährlich den Tummelplatz für das Oktoberfest abgeben.

Akademiestraße  

An ihr liegt der prachtvolle Bau, in welchem demnächst die Akademie der bildenden Künste (Hochschule für Maler und Bildhauer) ihre Thätigkeit entfalten wird. Dieselbe war bisher in dem ehemaligen Jesuitengebäude an der Neuhauserstraße untergebracht.

Albanistraße  

Albani Franzesko, geboren 1578 zu Bologna, war ein hervorragender Maler, der zur Zeit der ersten Kunstepoche in Bayern (im 16. Jahrhundert) manches Bild im Auftrage der bayerischen Herzoge fertigte. (s. Candidplatz)

Albertstraße  

ALBERTSTRASSE. Erinnert an die bayerischen Herzöge Albert, von denen besonders merkwürdig sind: Albrecht III. ( 1438-1460) , ein eifriger Förderer der Recht der Erstgeburt in Bayern einführte und so den verderblichen Landestheilungen ein Ende setzte; Albert V., der unermüdliche Beförderer des mittelalterlichen Kunstgewerbes in Bayern und Sammler von Kunstgegenständen, welche jetzt zu den größten Zierden des Nationalmuseums gehören.

Allinger Straße  

4 1/2 Stunden von München gegen Westen liegt das Dorf Alling; man kommt in dasselbe, wenn man die Stadt auf der Landsbergerstraße verläßt und über Pasing, Germering und Buchheim auf der Straße nach Bruck fortwandert. Hier fiel im Jahre 1422 zwischen den beiden Vettern Herzog Ernst von München und Herzog Ludwig von Ingolstadt wegen Streits über die Landestheilung eine blutige Schlacht vor, in welcher sich die Bürger Münchens, besonders aber die Tuchmacher auszeichneten. ( s. Blutenburgstraße )

Alpenplatz  

In dem auf der Höhe befindlichen Theile der Vorstadt Giesing gelegen, von wo aus man an heiteren Tagen eine prächtige Aussicht auf die bayerischen Alpen hat. Der höchste Berg der bayerischen Alpen ist die Zugspitze im Wettersteingebirge, 2960 m hoch. ( s. Zugspitzstraße )

Alpenstraße  

In dem auf der Höhe befindlichen Theile der Vorstadt Giesing gelegen, von wo aus man an heiteren Tagen eine prächtige Aussicht auf die bayerischen Alpen hat. Der höchste Berg der bayerischen Alpen ist die Zugspitze im Wettersteingebirge, 2960 m hoch. ( s. Zugspitzstraße )

Altenhofstraße  

ALTENHOFSTRASSE und ALTER HOF. Das Gebäude, in welchem jetzt das kgl. Tax- und Stempelamt seinen Sitz hat, stammt aus dem 13. Jahrhunderte und war damals die erste Residenz der bayerischen Herzöge in München, deshalb „ a l t e r H o f „ genannt. ( s. Residenzstraße )

Alter Hof  

ALTER HOF. Das Gebäude, in welchem jetzt das kgl. Tax- und Stempelamt seinen Sitz hat, stammt aus dem 13. Jahrhunderte und war damals die erste Residenz der bayerischen Herzöge in München, deshalb „alter Hof„ genannt. ( s. Residenzstraße )

Altheimer Eck  

Altheimereck „Im Althaim„ hieß im 14. Jahrhunderte ein Platz außerhalb des alten Stadtgrabens zwischen dem im Jahre 1808 abgetragenen alten Sendlinger- ( später Pütrich-, Ruffini- ) Thore und dem ebenfalls abgebrochenen Chufringer- später schönen Thurme. Auf diesem Platze hatten zur Stadt gehörige Bauern Ställe, Scheunen und dgl. erbaut. derselbe hatte demnach früher ein völlig ländliches Aussehen.

Am Bach  

BACH, am. So ist eine Straße in der an B ä c h e n und Kanälen so reichen St. Annavorstadt benannt.

Am Bergsteig  

BERGSTEIG, AM. Das alte, breite Isarbett war von hohen Ufern begrenzt, welche heutzutage als Sendlinger- und Giesingerberg bezeichnet werden. Ein Weg auf letztere Anhöhe hinauf trägt den Namen B e r g s t e i g.

Am Durchlaß  

Durchlaß, am. Hier zweigt ein Kanal (d.i. Wasserdurchlaß) vom Auermühlbach ab.

Am Einlaß  

EINLASS. Als die Stadt noch mit Mauern umgeben war, gab es größere und kleinere Thore, durch die man in das Innere gelangen konnte; letztere waren besonders für Fußgänger zur Nacht oder bei gefahrdrohenden Zeiten, wenn die großen Thore geschlossen waren, die einzige Gelegenheit, E i n l a ß zu erlangen. Auch am jetzigen Einlaß befand sich ein solches Thörlein.

Am Feuerbächl  

FEUERBÄCHL, AM. So wird ein kleiner Canal in der Vorstadt Au genannt, der vorzüglich bei F e u e r g e f a h r das nöthige Wasser zum Löschen zu liefern hat.

Am Gasteig  

GASTEIG, AM. „G a s t a i g, auch G a ß t a c h, G a s t a“ bezeichnet in alten Büchen einen Hohlweg, der auf eine Anhöhe, besonders auf die eines hohen Flußufers führt. Ein solcher Hohlweg war einst auch da, wo jetzt die breite Straße am Gasteig zur Wiener-, Preysing- und Kellerstraße auf dem rechten Isartufer hinaufführt.

Am Glockenbach  

GLOCKENBACH, AM. — G l o c k e n b a c h heißt der an der Ostseite des südlichen Friedhofes sich hinziehende Stadtbach; die Straße zwischen Friedhof und Stadtbach ist nach letzterem benannt.

Am Graben  

Graben, am. Eine Straße im ehemaligen Stadtgraben beim Sendlingerthore, gleichlaufend mit der Sonnenstraße. Ihre Tage dürften gezählt sein.

Am Gries  

GRIES, AM. Sandiges, ebenes Flußufer heißt in verschiedenen Gegenden „G r i e s“ : der genannte Weg führt an einer solchen Stelle der Isar vorbei.

Am Kirchstein  

Kirschstein, am. Dies ist der Name einer kleinen Ansiedlung bei Haidhausen, an welche ein zur dortigen Kirche gehöriges Grundstück angränzte; Der Gränzstein dieses Grundstückes hieß der "Kirchstein",

Am Kosttor  

Kostthor, am. Das Kostthor selbst, von welchem der Name dieses Platzes stammt, wurde 1871 abgebrochen; es hieß in alter Zeit das Graggenauerthor und war der einzige Ausgang aus der befestigten Stadt vom Stadtviertel Graggenau aus. Bei diesem Thore wurden früher aus der Riedler-Stiftung (s.Riedlerstraße) an arme Leute Speisen ausgetheilt, woher sich der Name Kostthor erklärt.

Am Lilienberg  

Lilienberg, am und Lilienstraße. So wird die Anhöhe zwischen dem Nockerberg und dem Gasteige und die mit ihr gleichlaufende Straße am linken Ufer des Auermühlbaches genannt. Die Amtsgebäude am Lilienberge (Bezirksamt München r.d.I. und Landrentamt München) waren früher ein Nonnenkloster, die anstoßende Frohnfeste eine Kirche. Die Nonnen sollen in ihrem Garten besonders viele Lilien gepflanzt haben, daher der Name.

Am Mühlbach  

Mühlbach, am und Mühlbachstraße. In Giesing beim dortigen Mühlbache gelegen.

Am Neudeck  

Neudeck, am. Der Name soll wahrscheinlich an "neu gedecktes" Haus erinnern; er ist sehr alt und kommt schon 1416 vor. Die Gegend am Neudeck war im Mittelalter ein beliebter Sommeraufentalt der bayerischen Herzoge: Herzog Wilhelm IV. ließ sich daselbst ein Jagdschlößchen erbauen (der Wald ging damals bis nahe an den Rand er Anhöhe heran) und einen Lustgarten anlegen. ( S. Falkenstraße. )

Am Nockherberg  

Nockherberg, am und Nockherstraße. Eine Münchner Bürgersfamilie "Nockher"  gehörte einst zu den hervorragendsten Familien der Stadt. Besonders die Gebrüder Josef und Georg Nockher, Handelsleute und Wechselherren zu München, haben durch die Erbauung eines Krankenhauses 1742 ein immerwährendes Andenken sich erworben. Ihre in der Nockherstraße gelegene Stiftung war bis zur Erbauung des großen städtischen Krankenhauses die einzige derartige Anstalt für arme Kranke; jetzt ist das Nockherhaus ein Spital für alte Dienstboten.

Amalienstraße  

AMALIENSTRASSE. Sie trägt den Namen von der bayerischen Prinzessin Amalie, einer Schwester des Königs Ludwig I., welche an den im Jahre 1873 verstorbenen, hochgebildeten König Johann von Sachsen vermählt war; sie ist die Mutter des jetzt regierenden Königs von Sachsen, Albert. Auch ihre Zwillingsschwester Elisabeth trug eine Königskrone, da sie mit Friedrich Wilhelm IV., dem König von Preußen, vermählt war. ( s. Elisenstraße )

Ampfingstraße  

AMPFINGSTRASSE. Bei Mühldorf liegt das Dorf A m p f i n g; hier wurde im Jahre 1322 den 28. September durch eine große Schlacht der achtjährige Streit um die deutsche Kaiserkrone zwischen Friedrich dem Schönen von Oesterreich und Ludwig dem Bayern zu Gunsten des Letzteren entschieden. Von nun an wurde Ludwig allgemein in Deutschland als Kaiser anerkannt. Mit Umsicht und vom besten Willen geleitet, nahm er sich um die Regierung des zerrütteten Reiches an. Großes wollte er erreichen, aber der Wankelmuth der Kurfürsten und die Ränke der auswärtigen Feinde Deutschlands, besonders des nach der Kaiserkrone strebenden Königs von Frankreich, vereitelten Ludwigs Unternehmungen. Wie am Anfange seiner Regierungszeit so erstand ihm auch am Ende derselben wieder ein Gegenkaiser. Aber mitten in den Vorbereitungen zu dessen Bekämpfung starb Ludwig der Bayer 1347. ( s. Schweppermannstraße )

An der Grube  

Grube, an der und Grube, in der. Zwei grubenartige, mit Häusern bebaute Plätze, der eine bei Schwabing, der andere in Haidhausen.

An der Kreppe  

Kreppe, an der. Dieser Name sollte eigentlich "Greppen, an der" geschrieben werden, denn so findet sich das Wort in  Schmeller´s bayerischem Wörterbuche; daselbst ist es mit "Hohlweg = Graben, der vom Wasser ausgespült als Fahrweg dient" erklärt; auch für den Ausdruck "baufällige Hütte" wurde früher die Bezeichnung "Greppen" gebraucht; beide Bedeutungen passen auf den abgelegenen Winkel in der Vorstadt Haidhausen, der den Namen "an der Kreppe" führt.

An der Schwaige  

Schwaige, an der. Schwaigen heißt man gewöhnlich Bauerngüter, auf welchen weniger Getreidebau als vielmehr die sogenannte Milchwirtschaft d.i. die Gewinnung von Milch, Butter und Käse betrieben wird. In der Gegend der vorgenannten Straße gab es früher auch eine solche Schwaige; heutzutage sind solche Gehöfte aber erst im weiteren Umkreise der Stadt zu finden.

Angertorstraße  

ANGER, oberer und unterer, ANGERTHORSTRASSE. Der Stadttheil, welcher diese Straßen durchziehen, steht auf einem Platze oder A n g e r, der vor der Zeit Ludwig des Bayern noch außerhalb der eigentlichen Altstadt und deren Wällen gelegen war, aber bei Umgürtung der Stadt mit Mauern unter der Regierung des genannten Fürsten größtentheils innerhalb der selben zu liegen kam. Auf diesem Platze, damals schon A n g e r genannt, hatten in den ersten Jahrhunderten der Stadtgeschichte die Färber, Tuchmacher, Lederer und Weber ihre Werkstätten, wurden Dulten ( s. Dultstraße ) und Viehmärkte abgehalten, und belustigten sich die Ritter und Bürger mit Armbrustschießen.

Arcisstraße  

Arcisstraße. Bei dem französischen Städtchen A r c i s an dem Aube- ( sprich: Ob ) Fluße erfochten die Deutschen mit ihren Verbündeten, den Russen, am 21. März 1814 einen Sieg über Napoleon I.; der bayerische Feldmarschall Fürst Wrede nahm mit seinen Bayern, die schon in den Schlachten bei Brienne und Bar sur Aube tapfer gekämpft hatten, auch an dieser Schlacht heldenmüthigen Antheil. 10 Tage darauf zogen die Verbündeten in Paris ein. Am 7. April unterzeichnete Napoleon seine Abdankungsurkunde.

Arcostraße  

ARCOSTRASSE. Arco ist der Name eines aus Südtyrol stammenden Grafengeschlechtes, von dem ein Zweig in Bayern zu reichen Gütern und hohem Ansehen gelangt ist. Bekannt ist die Sage von dem edlen Grafen Ferdinand von Arco, welcher auf dem Rückzuge Max Emanuels aus Tyrol 1703 ( bei Beginn des spanischen Erbfolgekrieges ) absichtlich im schönsten Schmucke neben dem Kurfürsten ritt, um die Tyrolerschützen über die Person desselben zu täuschen. So rettete er Max Emanuel das Leben, empfing aber dafür die tödtliche Kugel, welche diesem vermeint war. ( s. Plinganserstraße )

Asamstraße  

ASAMSTRASSE. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren in München die Brüder Egid und Cosmas Asam als Künstler hochberühmt und vielbeschäftigt, ersterer als Stukkatorer, letzterer als Maler. Sie erbauten auf eigene Kosten die Johanniskirche in der Sendlingerstraße (1733 - 1746) und schmückten sie im Geschmacke der damaligen Zeit (Zopfstil) mit Gemälden und Stukkaturarbeiten aus. Auch das mit Stukko verzierte Haus links neben der Kirche, ferne das Schlößchen Maria Einsiedel bei Thalkirchen wurde von ihnen erbaut. Ein Asam gehört auch zu den Wohlthätern des Krankenhauses.

Auenstraße  

AUENSTRASSE. So benennt sich die gegen die schönen Isarauen führende Straße auf dem linken Isarufer, gleichlaufend mit der von der Reichenbachbrücke aufwärts am selben Ufer sich hinziehenden oberen Isarstraße.

Auerfeldstraße  

AUERFELDSTRASSE. AUERKIRCHHOFSTRASSE. Zwei auf der Ostseite der Vorstadt Au gelegene Straßen.

Auf der Insel  

Auf der Insel. Unterhalb der Reichenbachbrücke theilt  sich die Isar in zwei Arme, von denen der rechte das Ueberwasser  ableitet, und die sich nach kurzem Laufe wieder vereinigen. Der von ihnen umflossene, hochgelegenen Platz heißt "auf der Insel";  auf ihm befindet sich die alte vom Kurfürsten Maximilian III. erbaute Isarkaserne.

Augsburgerstraße  

AUGSBURGERSTRASSE. Der Name dieser Straße steht zur Stadt Augsburg in gar keiner näheren Beziehung, als daß erstere im westlichen Theile Münchens liegt, und auch Augsburg zu München eine westliche Lage hat.

Augustenstraße  

AUGUSTENSTRASSE. Diese Straße benennt sich nach der ältesten Schwester König Ludwigs I., der den Stadttheil, zu welchem die Augustenstraße gehört, ins Leben gerufen hat. Prinzessin A u g u s t e war an den Herzog Eugen von Leuchtenberg, einen Stiefsohn Napoleon I., verheiratet.

Augustinerstraße  

AUGUSTINERSTRASSE. Sie führt an de südöstlichen Seite des ehemaligen A u g u s t i n e r - klosters vorbei.

Äußere Isarstraße  

Isarstraße, äußere, innere, obere und untere. So heißen Straßenzüge an den Ufern der Isar.

Äußere Maximilianstraße  

Maximiliansstraße, äußere. Sie ist die Fortsetzung der vorher genannten Straße (Maximiliansstraße) hinter dem Maximilianeum.