Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
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München * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler stirbt im Alter von 46 Jahren.
München-Neuhausen * Ferdinand Miller wird als Nachfolger von Johann Baptist Stiglmaier mit der Aufgabe des Gusses der Bavaria betraut.
München-Neuhausen * Das riesige Bruststück der Bavaria wird gegossen. Durch die Hitze des 360 Zentner glühenden Metalls gerät der Dachstuhl in Brand. Dennoch gehen die Arbeiten planmäßig weiter.
München-Neuhausen * Das gesamte Oberteil der Bavaria ist vollendet. Daraufhin bereitet man den Guss der unteren Hälfte sowie das Modell für den Löwen vor. Alle fertigen Stücke werden einstweilen im Freien neben der Erzgießerei aufgestellt.
München-Neuhausen * Der letzte Guss der Riesendame erfolgt.
Bei der Schlussabrechnung ergibt sich für Miller ein Defizit in Höhe von 15.994 Gulden. Die Gesamtaufwendungen der Gießerei belaufen sich auf 218.886 Gulden.
Nach dem Guss bringt man die fertigen Teile der Statue unter großen Transportschwierigkeiten zur Theresienwiese, wo sich die Ruhmeshalle noch hinter Gerüsten und Verschlägen im Bau befindet.
München-Ludwigsvorstadt * Noch während des Oktoberfests und bei strahlendem Sonnenschein kann die Bavaria enthüllt werden.
In der ganzen Stadt aufgehängte Plakate künden von einem „Festprogramm zur Feier der Kunsttätigkeit König Ludwigs bei Gelegenheit der Enthüllung des Bayern-Standbildes“. Ein schier endloser Festzug mit geschmückten Wagen der Künstlerschaft und der Handwerker bewegt sich vom Maximiliansplatz zur Theresienwiese.
Endlich kann die Bavaria vor den königlichen Gästen und weiteren Tausenden von Zuschauern enthüllt werden. Unter der extra dafür errichteten überdachten Tribüne haben sich das Ex-Königspaar Ludwig I. und Therese eingefunden, begleitet sind sie von König Otto von Griechenland und der Gemahlin des Prinzen Luitpold.
Nach dem Fall der Bretterverschalung fallen die großen Worte des abgedankten Königs Ludwig I.: „Ich bin 64 Jahre alt, hab‘ viel Schönes gesehen, so Schönes noch nie, ich habe viele Freuden erlebt, eine solche Freude noch nie.“ Voller Bewunderung und in Erinnerung an Kaiser Neros Kolossalstatue, die dem Colosseum in Rom den Namen gab, sprach er: „Nero und ich sind die einzigen, die so großes gemacht haben, seit Nero keiner mehr.“
Das Standbild ist als Personifikation des Landes Bayern gedacht. Von der Sohle zum Scheitel misst die Bavaria 15,78 Meter, bis zum Kranz 18,1 Meter, und vom Sockel sind es gar 30 Meter. Es ist seinerzeit das größte erzene Standbild der Welt. Allein das Erzgewicht beträgt 1.438,66 Zentner.
Über eine Treppe von 126 Stufen kann man innen bis in den Kopf steigen.
München-Ludwigsvorstadt * Das Fußstück der Bavaria wird auf den hohen steinernen Sockel gesetzt. Weitere Teile folgen.
München-Neuhausen * Die vorbereitenden Arbeiten an der Bavaria beginnen. Um das Modell im Maßstab 1:1 vorzubereiten, errichtet man der Gießerei ein 80 Fuß hohes, sich nach oben verjüngendes Holzgehäuse, bei dem man alle Wände abnehmen kann. In dieser „Bavariahütte“ erleichtern mehrgeschossige Gerüste und Aufzüge das Arbeiten.
München-Neuhausen * Im Januar und März 1845 werden die Arme der Bavaria gegossen.
München-Ludwigsvorstadt * Der Transport des riesigen Kopfes der Bavaria zur Theresienwiese sowie dessen Aufsetzen auf den Rumpf gaben Anlass zu ersten Feierlichkeiten. In einem Triumphzug wird er von zwölf Pferden zum Festplatz gezogen. Im Zuge führt man auch eine geschmückte Büste des verstorbenen Ludwig von Schwanthaler mit.
München-Ludwigsvorstadt * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler wird offiziell in das Projekt Ruhmeshalle und Bavaria einbezogen.
München-Neuhausen * Alle Teile der Bavaria in Originalgröße in Gips sind vollendet. Nun kann man mit den Vorbereitungen zum Guss beginnen.
München-Neuhausen * Bevor mit dem Gießen der Bavaria begonnen werden kann, stirbt Johann Baptist Stiglmaier.
München-Maxvorstadt * Der Kopf der Bavaria wird gegossen.
„Bei dem Herausziehen aus der Dammgrube war große Feierlichkeit im Gießhaus, es war die königliche Familie eingeladen und sehr viele hohe Herrschaften, ist das ganze Gießhaus dekoriert gewesen. 25 Arbeiter haben sich in dem Kopf versteckt und sich aus der Grube herausziehen lassen. […]
Wie der Kopf herausgezogen war […] stiegen die 25 Arbeiter einer nach dem andern aus dem Kopf heraus, jeder solle ein Kompliment gegen den König machen. Viel Spaß machte es den König und der ganzen Gesellschaft.“
München-Neuhausen * Die überraschende Thronentsagung König Ludwigs I. hat auch gravierende Auswirkungen auf die Arbeiten an der Bavaria. Sein Sohn und Nachfolger Max II. verpflichtet sich zwar zu deren Fortführung, sieht dafür aber nur einen Betrag von jährlich 9.000 Gulden vor, der völlig unzureichend ist.
Miller gerät in ernste Geldnöte, und erst als der einstige König aus seinen „privaten“ Mitteln die Finanzierung wieder übernimmt, ist die Vollendung des großen Werks gesichert.
München-Ludwigsvorstadt * Die Feierlichkeiten zur Enthüllung der Bavaria werden verschoben. Weil es an diesem Tag aber regnet, wird mit der Enthüllung so lange gewartet, bis strahlender Sonnenschein die Zeremonie ins rechte Licht rückt. „Majestät brauchen Sonne!“
München-Neuhausen * Die ganze Figur der Bavaria wird in Gips abgeformt.
München-Theresienwiese * Georg W. Buchner plant die Beseitigung der Ruhmeshalle und der Bavaria. Statt dessen hätte sich an der Theresienhöhe eine riesige Kongresshalle erhoben.
München-Ludwigsvorstadt * Die Grundsteinlegung für die Ruhmeshalle findet am „Theresientag“ statt.
München-Ludwigsvorstadt * Noch vor seiner Thronbesteigung schreibt Kronprinz Ludwig [I.] an Leo von Klenze: „Vielleicht auf der Höhe der Theresienwiese wird künftig ein Gebäude aufgeführt werden, ich dachte bereits welches.“ Klenze bemerkt dazu: „Ich habe keine Ahnung, was es sein mag.“ Angedacht ist die Ruhmeshalle.
München-Ludwigsvorstadt * Die Ausschreibung für den Bau der Ruhmeshalle wird an Georg Friedrich Ziebland, Friedrich von Gärtner, Joseph Daniel Ohlmüller und Leo von Klenze versandt. Darin sind die groben Vorstellungen des bayerischen Monarchen niedergelegt.
Fest steht nur der Standort an der Sendlinger Anhöhe und die Unterbringung von etwa 200 Büsten. Bis auf eine Einschränkung sind alle Architekturstile zugelassen: „Kopie Walhalla darf dieses Gebäude nicht werden, sind ja auch, so viele dorische Tempel es auch gab, keine Kopie des Pantheons gewesen.“
München-Ludwigsvorstadt * Die Ruhmeshalle wird eingeweiht.
München * Die Ruhmeshalle-Idee geht auf den Hofgartenintendant Friedrich Ludwig von Sckell zurück, als er dem Kronprinzen Ludwig [I.] den Vorschlag macht, ein baierisches „Pantheon“ [= tempelähnliche Gedächtnis- und Begräbnisstätte nationaler Persönlichkeiten] auf einem Hügel im Englischen Garten als nationale Ruhmeshalle zu errichten.
München-Ludwigsvorstadt * Die Einreichungsfrist für die Planungsentwürfe zur Ruhmeshalle samt eines Kostenvoranschlags ist abgelaufen.
München-Ludwigsvorstadt * Bomben treffen die Ruhmeshalle und beschädigen sie schwer. Glimpflich kommt dagegen die Bavaria davon.
München-Ludwigsvorstadt * Die Entscheidung für den griechischen Hauptentwurf zur Ruhmeshalle mit der Kolossalstatue fällt zugunsten von Leo von Klenze aus. Ausschlaggebend für die Annahme und Umsetzung von Klenzes Planungen ist sicherlich auch der Kostenvoranschlag, der sich mit 600.000 Gulden auf weniger als ein Drittel von Gärtners Summe beläuft.
Auf dem Entwurf zur Ruhmeshalle ist bereits der erste Entwurf Leo von Klenzes zur „Bavaria“ überliefert. Sein Entwurf der Erzdame weicht jedoch noch stark von der Gestalt der späteren Ausführung ab.
München * Kronprinz Ludwig [I.] beauftragt den Historiker Lorenz Westenrieder, ein Verzeichnis aller großen Baiern aus allen Ständen und allen Berufen anfertigen zu lassen. Eine Auswahl soll in der Ruhmeshalle geehrt werden.
München-Ludwigsvorstadt * Der neu gekrönte König besichtigt den Jahre zuvor für die Walhalla vorgesehenen Standort, auf dem nun die Ruhmeshalle entstehen soll.
Nur kurze Zeit später erwirbt der Bayernmonarch den Bauplatz am Westabhang der Sendlinger Höhe. Damit können die Planungen beginnen.
München-Ludwigsvorstadt * Der junge Georg Friedrich Ziebland präsentiert die ersten Entwürfe für die Ruhmeshalle. Es werden aber noch weitere fünf Jahre vergehen, bis das Projekt wieder aufgegriffen und eine Ausschreibung gestartet wird.
München-Ludwigsvorstadt * Leo von Klenze verzögert die Abgabe seiner Planungen zur Ruhmeshalle bewusst bis zum 9. Februar 1834. Neben seinem „griechischen“ Entwurf reicht er vorsichtshalber noch drei Alternativen ein, davon zwei im Rundbogenstil, wovon einer eine verblüffende Ähnlichkeit mit Gärtners Entwürfen aufzeigt.
München * Der U-Bahn-Bahnhof Poccistraße wird bei laufendem Betrieb in den bestehenden Streckentunnel eingefügt.
München-Theresienwiese * Stephanie Spendler ist offiziell Wiesnwirtin. Gemeinsam mit ihrem Vater Ludwig Wiggerl Hagn betreibt sie das Löwenbräu-Festzelt.
München-Theresienwiese * Stephan Kuffler wird offiziell Wiesnwirt im Weinzelt seiner Eltern.
München-Theresienwiese * Carl Gabriel zeigt erstmals seine Wachsfigurenausstellung auf dem Oktoberfest.
München-Theresienwiese * Das Oktoberfest 2015 endet. Das Fazit lautet:
München-Theresienwiese * Ein Augsburger Pyrotechniker brennt auf dem Oktoberfest das erste Feuerwerk ab.
München-Theresienwiese * Das Löwenbräu-Festzelt wird als erstes Bierzelt der Welt nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Der Qualitätssicherungsstandard umfasst Kriterien von der Zeltsicherheit über Notfallpläne, Arbeitsabläufe, Essensgeschmack, Sauberkeit bis hin zur Laustärke der Musik.
München-Theresienwiese * Die Aufbauarbeiten der Hochfahrgeschäfte auf der Theresienwiese beginnen.
München * An diesem Mittwoch, es ist ein milder Herbstag mit hellblauem Himmel, wird nochmals eine breite Bevölkerungsschicht in die Feierlichkeiten um die Kronprinzenhochzeit einbezogen, nachdem die zuvor abgehaltenen Opernaufführungen und Bälle nur einem kleinen ausgesuchten Kreis geladener Gäste vorbehalten waren.
Diese Festveranstaltungen wurden vom Staat ausgerichtet und finanziert. Doch angesichts von Kriegszeiten und leeren Staatskassen hält sich der sonst bei Fürstenhochzeiten übliche Glanz und Glamour in Grenzen. Und da im Jahr 1808 die städtische Selbstverwaltung abgeschafft worden ist, verfügt München über kein Vermögen, aus dem sie einen eigenen Beitrag zu den Feierlichkeiten hätte leisten können.
Dankbar überlässt man deshalb die Ausrichtung der Feier der gehobenen Bürgerschaft, die dazu in der Lage ist und die die eigentliche Volksbelustigung, ein als Huldigung gedachtes Pferderennen, das in der Tradition des Scharlachrennens steht, durchführen kann.
Es ist der Kavallerie-Major der Nationalgarde 3. Klasse, der Bankier Andreas Michael Edler von Dall’Armi, der im Namen der Nationalgarde, also des Bürgermilitärs, ein Schreiben an den König richtet, in dem er bittet, eine solche Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Das Pferderennen soll den Abschluss, aber zugleich auch den Höhepunkt der Feierlichkeiten um die Kronprinzenhochzeit bilden.
München-Theresienwiese * Ein aus Sperrholz ausgesägter Löwe ziert das Löwenbräu-Festzelt und brüllt in kurzem Abstand: „Löööwenbrooiiii“. Max Baumeister singt das Gebrüll ein und erhält dafür 100 Mark.
München * Nach dem außergewöhnlich heißen Sommer sind die Vorräte an Lager- und Sommerbier bereits vor Beginn des Oktoberfests nahezu aufgebraucht. Dem Wiesnwirt Michael Schottenhamel droht das Bier auszugehen. Als Ersatz bietet ihm Joseph Sedlmayr von der Franziskaner-Leistbrauerei ein neuartiges, bereits im März nach Wiener Art gebrautes Bier an: das Märzen.
Das bernstein- bis goldfarbene Bier besitzt eine Stammwürze von ungefähr 16 Prozent und ist dadurch kräftiger, malzbetonter und alkoholreicher als das bisher ausgeschenkte Sommerbier. Wegen des höheren Rohstoffeinsatzes kostet die Maß zwölf statt der üblichen neun Kreuzer. Brauer und Polizeibehörde befürchten angesichts der zurückliegenden Bierkrawalle neue Unruhen. Schottenhamel setzt jedoch auf seine Kenntnis des Münchner Publikums: „Wann d’Münchner was Richtigs kriag’n, na schaug’n s’Geld net an.“
Die Ausschankgenehmigung wird zunächst nur unter der Bedingung erteilt, dass Schottenhamel für mögliche Folgen selbst einsteht. Doch die Befürchtungen erfüllen sich nicht: Das kräftige, malzaromatische Märzen findet bei den Gästen großen Anklang. Trotz des höheren Preises wird es zum Verkaufserfolg und entwickelt sich in den folgenden Jahren zum klassischen Oktoberfestbier.
München * Buffalo Bills Wildwest-Truppe zieht von München weiter durch die Länder des alten Europa.
München-Ludwigsvorstadt * Die Truppe der Samoaner*innen gastieren erstmals in München auf dem Oktoberfest. Die Hauptattraktion auf diesen von vielen Interessent*innen besuchten Veranstaltungen sind natürlich die schönen, jungen Samoanerinnen. Diese „Marzipanpüppchen mit Chocoladenüberzug“ begeistern freilich in erster Linie die Männerwelt.
München * „Völkerschauen“ bieten in München die Möglichkeit, nicht nur Menschen fremder und außereuropäischer Länder zu bestaunen, sondern auch Tiere, die in deren Umfeld vorkommen, zu besichtigen.
Da München noch keinen Tierpark hat, finden die Präsentationen fremder Völker im Rahmen des Oktoberfestes auf der Theresienwiese statt.
München-Ludwigsvorstadt * Auf der Theresienwiese findet die Abschlussmesse des 37. Eucharistischen Weltkongresses statt. Mehrere Hunderttausend Gläubige aus aller Welt nehmen an dem Gottesdienst teil. Die Abschlussfeier bildet den Höhepunkt des einwöchigen Weltkongresses in München.
München-Ludwigsvorstadt * In seiner Show zeigte der „Ochsen-Willi“ vor täglich ausverkauftem Haus den Wilden Westen, wie es ihn im Jahr 1868 noch gab. In Amerika wurde zu dieser Zeit die Eisenbahn gebaut. In der Prärie lebten Tausende Arbeiter, die Cody mit Fleisch versorgen musste. Für ein Gehalt von monatlich 500 Dollar dezimierte der Massenschlächter im Auftrag der amerikanischen Eisenbahngesellschaften ganze Bisonherden. Er brachte innerhalb von nur eineinhalb Jahren 4.280 dieser Rinder zur Strecke, weshalb ihn die Eisenbahnarbeiter bald schon „Buffalo Bill“ nannten.
Auch wenn sich in seinem Gefolge unzählige Indianer befinden, besteht kein Zweifel daran, wer die eigentliche Hauptattraktion der Show ist.
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Oktoberfest werden „Lappländer Polarmenschen“ gezeigt. Da München noch über keinen zoologischen Garten verfügt, finden die Völkerschauen zumeist auf der Theresienwiese statt.
München-Ludwigsvorstadt * Eine „Nubier-Karawane“ ist auf dem Oktoberfest als Völkerschau zu sehen.
München-Theresienwiese * Der NS-Stadtrat führt die Pferderennen auf dem Oktoberfest wieder ein - bis 1938.
München-Theresienwiese * „Der Zauber des Wilden Westens“ setzt die Tradition der Völkerschauen auf dem Oktoberfest fort.
München-Theresienwiese * Der Gummi-Masskrug vor dem Winzerer-Fähndl-Festzelt ist mit Helium gefüllt.
Alicante * Wiesn ist nun ein für mindestens zehn Jahre europaweit geschützter Begriff. Das Intellectual Property Office der Europäischen Union - EUIPO, das Amt für geistiges Eigentum in Alicante, hat den Münchner Antrag von Ende 2015 positiv beschieden und Wiesn als Wortmarke mit Wirkung zum 13. September eingetragen. Die Wortmarke bleibt nun für zehn Jahre, also mindestens bis Ende 2025 geschützt.
Der Begriff Oktoberfest wird vermutlich demnächst auf europäischer Ebene geschützt sein.
München * Um die Jahrtausendwende wird das Oktoberfest von der gläsernen Mass geprägt. Der durchsichtige Krug ermöglicht es den Gästen und den amtlichen Kontrolleuren, den Füllstand am Eichstrich unmittelbar zu überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass beim schnellen Ausschank in den Festzelten zu wenig Bier eingeschenkt wird.
Der traditionelle graue Steinzeugkrug, der sogenannte Keferloher, spielt beim regulären Ausschank kaum noch eine Rolle. Er bleibt jedoch als offizieller Oktoberfest- und Sammlerkrug erhalten und erscheint jährlich mit einem neuen Festmotiv.
München-Ludwigsvorstadt * Carl Hagenbeck zeigt auf dem Oktoberfest die Völkerschau „Kanaken der Südsee“.
München-Theresienwiese * Der Rechtsrat Max Heiglmayer stellt im Stadtrat den Antrag, „dass die auf der Wiesn zugelassenen Schnapsschenken wegen der zahlreichen Fälle sinnloser Betrunkenheit, wodurch die Anwohner der Wiesn belästigt wurden, geschlossen werden“.
München-Theresienwiese * Oberbürgermeister Thomas Wimmer zapft in der Schottenhamel-Festhalle das erste Wiesn-Fass an. Er braucht dazu 17 Schläge. Es gibt hier übrigens - bis 1952 - Hofbräuhaus-Bier.
München-Ludwigsvorstadt * In der Ausschreibung zur Versteigerung der Wirtsbudenplätze auf der Theresienwiese entfällt erstmals die Beschränkung auf Münchner Wirte. Damit können sich nun auch auswärtige Gastronomen unmittelbar um einen Standplatz auf dem Oktoberfest bewerben.
Von der Neuregelung profitiert besonders der aus Nürnberg stammende „Krokodilwirt“ Georg Lang. Im Vorjahr hat er noch Münchner Wirte als Strohmänner einsetzen müssen, um die für seine „1. Bayerische Riesenhalle“ benötigten fünf Budenplätze zu ersteigern. Nun kann er selbst als Bewerber auftreten und sein großes Festzelt offiziell betreiben.
Die Öffnung für auswärtige Wirte verändert die Struktur des Oktoberfests. Sie erleichtert erfahrenen Festgastronomen den Zugang zur Theresienwiese und fördert die Entwicklung von kleinen Wirtsbuden hin zu professionell betriebenen Großzelten.
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriel präsentiert sein „Beduinen-Lager“ erneut. Allerdings hat er sich zuvor vom Magistrat der Stadt „Konkurrenzfreiheit“ zusichern lassen.
München-Theresienwiese * Der erste und bislang einzige CSU-Oberbürgermeister Münchens, Erich Kiesl, zapft im Schottenhamel-Festzelt das erste Wiesn-Fass an und veranstaltet ein derartiges Bierbad, dass er vor lauter Aufregung den wichtigsten Satz - „Ozapft is!“ - vergisst.
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriels erste Völkerschau auf dem Oktoberfest ist ein „Beduinen-Lager“. Diese aufwändig gestaltete Schau ist aber nicht die einzige, denn parallel wird noch die „Negertruppe Dahomey“ und ein „Afrikaner Theater mit Gorilla-Negern aus dem Congo“ gezeigt.
München-Theresienwiese * Das Kreisverwaltungsreferat - KVR will für die etwa 1.000 Wiesn-Ordner schärfere Regeln einführen. Jeder muss gut sichtbar einen Ausweis mit dem Namen des Ordners, Foto, Ordnernummer, Name der Sicherheitsfirma und dem amtlichen Siegel der Stadt tragen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.
Außerdem werden die Security-Firmen verdonnert, nur Mitarbeiter auf die Wiesn zu schicken, „die in rechtlicher und fachlicher Hinsicht geschult, körperlich geeignet sowie der deutschen Sprache mächtig sind“. Die Schulungen müssen speziell auf den Wiesn-Einsatz zugeschnitten sein und ihren Schwerpunkt im Bereich Deeskalation und Gewaltprävention haben.
2005:
München * Der Löwenbräu-Festwirt Ludwig „Wiggerl“ Hagn schlägt vor, auf dem Oktoberfest versuchsweise Masskrüge aus Kunststoff einzusetzen. Die Idee stößt auf heftigen Widerstand. Dabei liegen die praktischen Vorteile für Hagn auf der Hand: Kunststoffkrüge sind fast einen Kilogramm leichter als Glaskrüge, nahezu unzerbrechlich und lassen sich nach dem Spülen schneller abkühlen. Auch die Bedienungen müssten deutlich weniger Gewicht tragen.
Hagn verweist auf die Bilanz des vorausgegangenen Oktoberfests: Rund 36.000 Masskrüge sind in seinem Festzelt abhandengekommen; viele werden als Souvenir mitgenommen, ein großer Teil geht jedoch zu Bruch. Nach seinen Angaben liegen zuletzt mehr als 26 Tonnen Glasscherben auf dem Zeltboden. Auch die Polizei begrüßt den Vorschlag, da gläserne Masskrüge bei Auseinandersetzungen als gefährliche Waffen eingesetzt werden können.
Für viele Münchner und Wiesnwirte gehört der schwere Glaskrug jedoch untrennbar zum Oktoberfest. Sie vermissen vor allem das vertraute Klirren beim Anstoßen und fürchten um die Tradition der Wiesn. Hagn macht den geplanten Versuch schließlich von der Zustimmung der Gäste abhängig. Die Kunststoffmass setzt sich nicht durch.
München-Theresienwiese * Toni und Christl Roiderer übernehmen das Hacker-Festzelt.
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Oktoberfest wird die Völkerschau „Zauber des Wilden Westens“ gezeigt.
München-Theresienwiese * Auf der Theresienwiese sollte im Juni 2015 ein Kamelrennen stattfinden. Auf einem 1,8 Kilometer langen Sand-Rundkurs sollen die bis zu 70 Stundenkilometer schnellen Renn-Dromedare erstmals außerhalb der Arabischen Halbinsel gegeneinander antreten. Die bis zu zehn Millionen Dollar teueren Kamele werden mit Spezialflugzeugen nach München gebracht.
Als Jockeys wurden bis vor kurzem - wegen dem geringen Gewicht - Kinder eingesetzt, die ihren Familien in Asien abgekauft wurden. Diese viel kritisierte Praxis haben die Golfstaaten inzwischen aufgrund der Interventionen der Unicef eingestellt. Die Kinder wurden von teueren Computern ersetzt, die ihre Peitschen ferngesteuert schwingen. Gelenkt werden diese von den Kamelbesitzern, die neben der Dromedar-Rennbahn mit ihren Off-Road-Pick-Ups fahren. Auch hier sollen sich spektakuläre Duelle abspielen.
Von dem Kamelrennen werden die Münchner nichts mehr hören.
München-Ludwigsvorstadt * Die „Völkerschau Hawaii“ wird auf dem Oktoberfest gezeigt. Es ist die letzte in München gezeigte Völkerschau.
München-Theresienwiese * Vertreter der Stadt und der Militärregierung eröffnen auf der Theresienwiese - statt des Oktoberfestes - ein Herbstfest. Statt des Märzenbieres gibt es Dünnbier. Gegen Abgabe bestimmter Marken gibt es Brote, Wurst oder Backwaren. Die nicht mehr zeitgemäßen Schießbuden sind durch Ring- und Ballwurfbuden ersetzt worden. Wiesn-Musik gibt es nur in einem der zwei Bierzelte.
Das Herbstfest ist noch kein Oktoberfest, aber der Anfang ist gemacht. Für die Landeshauptstadt ist des Herbstfest ein finanzieller Erfolg.
München-Ludwigsvorstadt * Beim ersten Oktoberfest nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution sorgen Karl Valentin und Ludwig „Wiggerl“ Greiner für eine besondere Attraktion. Gemeinsam bauen sie die „Froschbahn“, die Valentin auf der Wiesn betreibt.
Das „neue Juxunternehmen auf der Festwiese“ wirbt mit dem Motto: „Alles zittert! Alles springt! Alles treppelt! Alles hüpft! Alles skit!“ Besucherinnen und Besucher können sich nicht nur an der ungewöhnlichen Bahn vergnügen, sondern auch zur „Frosch-Trott-Polka“ tanzen.
München-Theresienwiese * Richard Süßmeiers Armbrustschützenzelt ist die größte Festhalle auf der Wiesn. Am Einzug der Wiesnwirte beteiligt er sich als Ritter auf einem Karussellpferd.
München-Ludwigsvorstadt * Georg Lang wirbt mit ungewöhnlichem Aufwand für seine „1. Bayerische Riesenhalle“. Plakate, Liederhefte, Ansichtskarten, Wertmarken, Medaillen und Bierkrüge zeigen sein Porträt mit dem markanten Schnurrbart. Dadurch werden sowohl die Festhalle als auch ihr Wirt über München hinaus bekannt.
Lang verbindet Gastronomie, Unterhaltung und Werbung zu einem einheitlichen Konzept. Er verkauft seinen Gästen nicht nur Bier und Speisen, sondern ein gemeinschaftliches Erlebnis aus Musik, Gesang und Selbstdarstellung. Damit wird der Nürnberger „Krokodilwirt“ zu einem Wegbereiter der modernen Bierzelt- und Veranstaltungswerbung.
München-Ludwigsvorstadt * Auf dem Jubiläums-Oktoberfest sind die Samoaner*innen die Hauptattraktion. Unter der Führung des Schaustellers Carl Gabriel besucht Prinzregent Luitpold die Ausstellung. Prinz Ludwig, der spätere König Ludwig III., überreicht dem „Samoanerhäuptling Tamsese einen wertvollen Ring zum Geschenk, wofür der Fürst dem Prinzen schriftlich in samoanischer Sprache seinen Dank zum Ausdruck brachte“.
München-Theresienwiese * Der Preis für die Mass Wiesnbier überschreitet erstmals die magische Grenze von 10 Euro. Im Löwenbräu-Festzelt und beim Schottenhamel werden für den Liter Wiesnbier 10,10 Euro verlangt.
München-Theresienwiese * Im § 53 der Betriebsvorschrift des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Tourismusamt Abt. Veranstaltungen heißt es Thema Bierausschank:
München-Ludwigsvorstadt * Auf fünf zusammengelegten Wirtsbudenplätzen errichtet Georg Lang seine „1. Bayerische Riesenhalle“. Das etwa 2.000 Quadratmeter große Festzelt bietet rund 6.000 Gästen Platz und übertrifft die bisherigen Bierhallen auf der Theresienwiese deutlich.
Die neue Halle ist auf die Bewirtung großer Menschenmengen und einen hohen Bierumsatz ausgerichtet. Lang überträgt damit seine Erfahrungen als Festgastronom auf das Oktoberfest und setzt einen neuen Maßstab. Weil Bau und Betrieb solcher Großzelte erhebliche finanzielle Mittel erfordern, gewinnen die Brauereien als Geldgeber und Träger der Festhallen zunehmend an Bedeutung.
München-Theresienwiese * Mit einjähriger Verzögerung hält das Container-Bier Einzug auf dem Oktoberfest.
München-Ludwigsvorstadt * Kurz nach der Freigabe des Bierpreises eskaliert auf dem Oktoberfest der Unmut über eine Preiserhöhung von nur einem Pfennig. Zwischen den Festbesuchern bricht eine große Schlägerei aus. Die Gendarmen greifen nicht ein. Aus Sorge vor weiteren Zusammenrottungen und einer möglichen Ausweitung der Unruhen ziehen sie sich in ihre Reviere zurück und überlassen das Geschehen zunächst sich selbst. Ob diese Entscheidung der Deeskalation dienen soll oder auf die Unsicherheit der Ordnungskräfte zurückzuführen ist, bleibt offen.
München-Ludwigsvorstadt * Eine äußerst erfolgreiche Ausstellung von „exotischen“ Menschen ist „Die Tunesen“. Diese „erfreuten sich bereits während der ersten zwei Tage des Oktoberfestes eines solch starken Besuchs, wie ihn bisher in München noch keine exotische Truppe zu verzeichnen hatte“. Es gibt ein tunesisches Café und Bauchtanz. Auch diese Schau besucht Prinz Ludwig [III.].
München-Ludwigsvorstadt * Die „Völkerschau Hawaii“ wird auf dem Oktoberfest gezeigt.
München-Ludwigsvorstadt * Carl Gabriel bringt die „Aussterbenden Lippen-Negerinnen vom Stamme der Sara-Kaba“ auf die Wiesn.
Mit welcher Ungeniertheit man zu dieser Zeit die Zurschaustellung fremder Menschen betrieb und wie man über sie informierte, vermittelt eine Zeitungsankündigung: „Das zentralafrikanische Schönheitsideal wird sich in Reinkultur den Münchnern offenbaren und es ist zu hoffen, dass unsere Damenwelt nicht zu neidisch wird. Die schwarze Venus vom Stamme der Sara-Kaba gibt ein Gastspiel. Sie ist für unseren Geschmack sehr erotisch und gar wenn du einmal ans Küssen denkst, werden sich ungeahnte Schwierigkeiten einstellen. Denn schon den neugeborenen Mädchen dieses Stammes werden die Lippen durchgestoßen, und in die Wunde nach und nach Holzscheiben eingeführt, bis zur Größe eines richtiggehenden Kronfleischtellers.“
München-Ludwigsvorstadt * Der Münchner Stadtmagistrat genehmigt dem aus Nürnberg stammenden „Krokodilwirt“ Georg Lang bei nur einer Gegenstimme die Errichtung eines Großzelts auf der Theresienwiese. Dabei erfüllt Lang mehrere der geltenden Zulassungsbedingungen nicht:
Die fünf Standplätze lässt er von zugelassenen Münchner Wirten ersteigern, die als Strohmänner für ihn auftreten. Noch 1881 weist der Magistrat einen vergleichbaren Antrag des Festwirts Michael Schottenhamel zurück. Mit der nun erteilten Genehmigung schafft die Stadt eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung der großen Bierhallen auf dem Oktoberfest.
Sendling * Erstmalige Nennung von Sendling.
München-Ludwigsvorstadt * Georg Lang macht das Trinklied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ in seiner Riesenhalle bekannt. Den heute geläufigen Ausruf „Oans, zwoa, drei – g’suffa!“ fügt er dem Lied hinzu.
Damit die Gäste mitsingen können, lässt Lang Tausende Liederhefte auf den Tischen verteilen. Eine Tafel am Musikpodium zeigt jeweils die Nummer des nächsten Liedes an. Zusätzlich erhalten die Gäste kleine Stäbe, mit denen sie den Takt schlagen oder die Kapelle spielerisch dirigieren können. Auf diese Weise wird das Publikum selbst zum Teil der Unterhaltung.
Das Lied wird häufig dem Chemnitzer Komponisten und Kirchenmusiker Bernhard Traugott Dietrich zugeschrieben. Seine Urheberschaft ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt; in anderen Darstellungen wird der Bremer Komponist Georg Kunoth genannt.
München-Ludwigsvorstadt * Für seine Riesenhalle engagiert Georg Lang eine eigene, 30-köpfige Blaskapelle. Die Musiker treten in Oberländer Tracht auf und werden als „Langs Original Oberlandler“ bekannt. Ihr Repertoire umfasst ein breites Spektrum beliebter Unterhaltungs- und Stimmungsmusik.
Die Polizeibehörde erhebt gegen die vom Festwirt bezahlte Hauskapelle keine Einwände. Da die Musiker ein festes Honorar erhalten, entfällt das bis dahin übliche und häufig als störend empfundene Einsammeln von Geld mit dem Teller.
Lang greift damit eine zeitgenössische Mode auf: In Bierpalästen, Singspielhallen und Volkssängerlokalen sind Kapellen in Oberländer oder Dachauer Tracht bereits gang und gäbe. Auf dem Oktoberfest verbindet er die Musik gezielt mit der Bewirtung. Die ausgelassene Stimmung soll die Gäste länger im Zelt halten und zugleich den Bierumsatz steigern.
München-Theresienwiese * Richard Süßmeier bewirbt sich um das Hacker-Festzelt, doch CSU und SPD stimmengeschlossen gegen ihn. Und das, obwohl ihn ein Gericht
München-Theresienwiese * Sepp Krätz wird auf der Wiesn gegenüber eine im Hippodrom beschäftigte Reinigungskaft mit groben Fußtritten handgreiflich. Den Strafbefehl über 18.000 € akzeptiert er. Das Hippodrom überlässt ihm die Stadt aber nur mehr auf Bewährung.
München-Theresienwiese * Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zapft das erste Wiesn-Fass im Schottenhamel-Festzelt mit zwei Schlägen an und eröffnet damit - mit dem Ruf „Ozapft is - Auf eine friedliche Wiesn“ - das 184. Oktoberfest.
München-Theresienwiese * Im Pschorr-Festzelt der Ochsenbraterei wird der Verein Münchner Oktoberfestmuseum e.V. gegründet. Sämtliche Wiesnwirte, der Verein Münchner Brauereien, die Schaustellerverbände und Vertreter der Stadt München sind daran beteiligt.
Zum 1. Vorsitzenden wird Xaver Heilmannseder gewählt. Ferdinand Schmid, der 1. Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung ist ein engagierten Mitstreiter der Oktoberfestmuseums-Idee. Weitergepflegt wird diese Idee von den nächsten Vereinsvorständen Richard Süßmeier, Heinz Strobl und Willy Heide.
München * Georg Lang stirbt nach schwerer Krankheit im Alter von nur 38 Jahren. Bereits während des Oktoberfests kann er seine Festhalle nicht mehr persönlich leiten. Sein früher Tod beendet die außergewöhnliche Laufbahn eines Gastwirts, der sich innerhalb weniger Jahre vom Nürnberger Lokalbetreiber zu einem der bekanntesten Groß- und Festgastronomen Deutschlands entwickelt.
Seine Ehefrau Wilhelmine, genannt Mina, führt die Festhalle auf der Theresienwiese zunächst weiter. Auch „Georg Langs Original Oberlandler“ treten dort weiterhin auf. Damit bleiben sein Name und das von ihm entwickelte Unterhaltungskonzept über seinen Tod hinaus mit dem Oktoberfest verbunden. Wie lange Wilhelmine „Mina“ Lang den Betrieb persönlich leitet, ist nicht eindeutig überliefert. Noch 1913 ist auf dem Oktoberfest eine „Langbude“ verzeichnet.
München-Theresienwiese * Die Aufbauarbeiten für das 179. Oktoberfest beginnen. Zunächst sind rund 150 Arbeiter mit dem Aufbau beschäftigt. Ihre Zahl steigert sich im Laufe der Zeit auf 800.
München - München-Theresienwiese * Die Brauereien und Wiesnwirte erhöhen die Bierpreise für das Oktoberfest 2015 um durchschnittlich 3,17 Prozent. Die Mass Wiesnbier kostet jetzt zwischen 10.- und 10,40 €uro. Begründet wird die Preiserhöhung - wie jedes Jahr - mit höheren Brauereikosten, gesetzliche Vorgaben und erhöhtem Personaleinsatz.
Den Vogel schießt freilich der Sprecher der Wiesnwirte Toni Roiderer mit der Bemerkung ab: „Eigentlich müssten Sie fragen, wie wir es schaffen, so günstig zu bleiben“.
Die Preise werden von den Betreibern der Wiesn-Festzelte und Unternehmungen festgelegt. Die Stadt München überprüft lediglich, ob die Preise angemessen sind. Zum Vergleich: Der Bierpreis für die Mass liegt in Münchens Großbetrieben - je nach Lage - zwischen 7,20 und 9,90 €uro.
München-Ludwigsvorstadt * Auf der Theresienwiese findet die Show „Buffalo Bills Wild West“ statt. München ist eine Station auf der Europatournee von William F. Cody, die bis zum 4. Mai in der Stadt gastiert.
Der in München liebevoll „Ochsen-Willi“ genannte William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill, hat sich vom Bisonjäger zu einem cleveren Showunternehmer gemausert, der mit seiner Show dem Publikum die eigentlich schon versunkene Welt der amerikanischen Pioniere und Ureinwohner präsentieren will.
Er ist mit über 200 Cowboys und Indianern sowie 170 Pferden, Mauleseln und rund 20 Bisons unterwegs. In zwei Sonderzügen, die 300 Tiere und das Equipment transportieren, sind die exotischen Akteure angereist. Das Tross campiert samt Bisons und Pferden auf der Theresienwiese. Mit dabei ist auch die junge Kunstschützin Annie Oakley.
Bei der ersten Aufführung drängen sich 6.000 Zuschauer auf der Tribüne, darunter Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III.
München-Theresienwiese • Das Oktoberfest 2020 fällt nach der Entscheidung vom 21. April 2020 aus. Der Inzidenzwert liegt in München inzwischen bei über 50.
München-Theresienwiese * Über eine 300 Meter lange Ringleitung wird das goldfarbene Pschorr-Wiesnbier in der Bräurosl zu den Schänken geliefert. Die Bräurosl verfügt damit als zweites Bierzelt über diese Technik.
München-Theresienwiese * Oberbürgermeister Christian Ude sticht erstmals zum Oktoberfest-Beginn im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass Wiesnbier an. Alles steht bereit. Die Reporter und die Fernsehkameras sind positioniert. Da ruft der BR-Radioreporter Michael Stiegler plötzlich: „Hoit, des is ja a Linker.“
Damit meint er aber nicht die politische Heimat des Oberbürgermeisters. Christian Ude ist Linkshänder, und deshalb stehen die Medienvertreter alle auf der falschen Seite. Nachdem sich alle umorientiert haben, kann der oberste Stadtrepräsentant seiner Aufgabe nachgehen. Er braucht dazu sieben Schläge.
München-Theresienwiese * Der Münchner Oberbürgermeister fährt beim Wiesn-Einzug der Festwirte und Brauereien in der Kutsche der Festwirtsfamilie Schottenhamel mit. Beim Trachtenumzug fährt er dagegen in einer eigenen Kutsche mit.
München-Theresienwiese * Die Mass Wiesn-Bier kostet 2,65 DMark. 4 Millionen Mass werden ausgeschenkt.
München-Theresienwiese * Der ehemalige CSU-Jungspund Christian Baretti, (er ist 2005 aus der CSU ausgetreten) seinerzeit Stadtrat und Drahtzieher der CSU-Wahlfälschungsaffäre, droht dem Türsteher der Käfer-Wies‘nschänke: „Ich werde Euere Haus zerlegen“. Als der Chef des Wachdienstes ankündigt, den Fall der Stadt zu melden, bleibt Baretti stur - und wird letztlich doch ins Zelt gelassen. Doch sein Auftritt hat eine Konsequenz: Er erhält eine schriftliche Missbilligung der Stadt.
München-Theresienwiese * Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl bezieht ein mit eigenem Geld finanziertes Bierzelt, das rund 500 Plätze fasst. Das Bierlieferungsrecht erhält die Paulaner-Thomas-Brauerei.
München-Theresienwiese * Erstmals werden auf dem Oktoberfest die Türen der Festzelte „Wegen Überfüllung geschlossen“.
München-Theresienwiese * Die Ochsenbraterei erhält an der Südseite mehr Fenster, die zusätzlich Licht ins Zelt lassen.
| Straße | Name | von | bis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 256 m | Kraelerstraße 4 | Endres Fritz | |||
| 338 m | Lipowskystraße 26 | Meissner Ernst | |||
| 338 m | Lipowskystraße 24 | Seifert Albert | |||
| 374 m | Lipowskystraße 30 | Schoyerer Josef | |||
| 522 m | Lindwurmstraße 195 | Gasthaus zum bayerischen Herkules | 1879 | ||
| 868 m | Hermann-Schmid-Straße 5 | Krankenheim der Israelitischen Kultusgemeinde | 1942 | ||
| 919 m | Geroltstraße 24 | Zott Josef |