21. 9 1931 - Geli Raubal’s Leichnam überraschend freigegeben
München - Wien • Die Ermittlungsbehörden geben überraschend den Leichnam von Hitlers Nichte Geli Raubal zur Bestattung frei, ohne eine Obduktion anzuordnen. Ungewöhnlich rasch wird die Tote nach Wien überführt, wo sie bereits am 23. September auf dem Zentralfriedhof beerdigt wird.
18. 9 1931 - Angelika Maria „Geli“ Raubal begeht Selbstmord
München-Haidhausen * Die 23-jährige „Privatstudierende“ Angelika Maria „Geli“ Raubal begeht in Adolf Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz 16 Selbstmord durch Erschießen. Es handelt sich dabei um eine Tochter von Hitlers Halbschwester Angela Raubal.
Die schweren Verletzungen und die weitere Umstände, über die die Münchener Post berichtet, signalisieren der Öffentlichkeit den Verdacht auf ein Verbrechen. Die Staatsanwaltschaft beauftragt deshalb sofort den Polizeiarzt, die Leiche nochmals zu untersuchen.
1939 - Adolf Hitler erwirbt die Immobilie am Prinzregenten Platz 16
München-Haidhausen * Adolf Hitler erwirbt die Immobilie am Prinzregenten Platz 16.
30. 7 1901 - Die Öffentlichkeit kann das Prinzregententheater besichtigen
Bogenhausen - Haidhausen * Erstmals kann die Öffentlichkeit das neue Prinzregententheater am Prinzregentenplatz besichtigen.
3. 7 1901 - Cosima Wagner protestiert vor Gott und den Menschen
Bayreuth - Bogenhausen - Haidhausen * Cosima Wagner ist der zügig fortschreitende Baufortgang des Prinzregenten-Theaters ungeheuer. Protestierend legt sie „vor Gott und den Menschen“ einen schriftlichen Eid ab, in dem sie betont, dass es „des Meisters endgültiger Wille“ gewesen sei, dass „sein Theater einzig in Bayreuth stehe“.
20. 1 1901 - Beginn der Stuckarbeiten im Prinzregententheater
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Stuckarbeiten für das neue Festspielhaus am Prinzregentenplatz beginnen. Sie werden bereits Mitte April vollendet sein.
3. 10 1899 - Das neue Theater soll Prinz-Regententheater heißen
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Münchener Neuesten Nachrichten berichten „mit aufrechter Freude“, dass der Prinzregent „das von einem Konsortium an der äußeren-Prinz-Regentenstraße zu erbauende Theater Prinz-Regententheater“ nennen wird. Außerdem teilt die Zeitung mit, „daß das neue Theater nach Bayreuther Vorbild mit amphitheatrischem Zuschauerraum und verdecktem Orchester gebaut“ werde.
Der Artikel betont ausdrücklich, dass das Theater „außer dem großen klassischen Drama auch das Wagner'sche Musikdrama“ pflegen will und „eine für Bayreuth nachtheilige Konkurrenz nach dem Programme der Intendanz ausgeschlossen“ sei.
13. 9 1899 - Erste Nachrichten über ein geplantes Theater am Prinzregentenplatz
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Münchener Neuesten Nachrichten berichten von einem geplanten Theaterprojekt am Prinzregentenplatz.
27. 7 1901 - Prinzregent Luitpold besucht erstmals das seinen Namen tragende Theater
Bogenhausen - Haidhausen * Der fast 80-jährige Prinzregent Luitpold besucht erstmals das seinen Namen tragende Theater „Von der Galerie über der Haupteinfahrt tönten während der Auffahrt Fanfaren und der Einzug der Götter in Walhall aus Rheingold.“ Generalintendant Ernst von Possart hält eine Ansprache und der Prinzregent dankt ihm mit der Verleihung eines Ordens.
6. 8 1901 - Der Probenbetrieb für die Festspiele beginnt
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Auf der Bühne des neuen Festspielhauses am Prinzregentenplatz beginnt der Probenbetrieb für die Festspiele.
20. 8 1901 - Der Eröffnungs-Festakt des neuen Prinzregententheaters
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die gesamte Münchner Prominenz erscheint in feierlicher Garderobe zum Eröffnungs-Festakt des neuen Prinzregententheaters. Die Besucher erhalten „eine mit vielen Illustrationen geschmückte prächtige Festschrift, den Damen spendet die aufmerksame und galante Intendanz reizende Bouquets mit Bandschleifen in den bayerischen Farben“. Danach werden sie mit den Klängen der Aufführung der „Meistersinger von Nürnberg“ verwöhnt.
Der einheitliche Eintrittspreis für den Theaterbesuch beträgt 20 Mark. Das entspricht dem durchschnittlichen Wochenlohn eines Arbeiters.
24. 8 1901 - Die Süddeutsche Bauzeitung beschreibt das Prinzregenten-Theater
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Süddeutsche Bauzeitung schreibt über das Prinzregenten-Theater:
„Das Amphitheater des Prinzregenten-Festspielhauses umfaßt 1.028 Plätze gegen 1.345 des gleich großen Bayreuther Hauses. [...] Die Begeisterung für den hohen Kunstgenuß kann nur bis zu einer gewissen Grenze über die Unbilden eines Martersitzes nach dem Bayreuther Muster hinwegtäuschen und die Durchschnittskorpulenz jener Gesellschaftsklassen, welche sich zur Ausgabe von M. 20 für die Karte und M. 30 für ein Zimmer versteigen können, erfordert gewisse Rücksichtnahmen.“
3. 11 1900 - Die Hebefeier für das neue Festspielhaus am Prinzregentenplatz
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Mit einem gewaltigen Personaleinsatz von fünfhundert Arbeitern kann - trotz aller Widrigkeiten - der Rohbau für das neue Festspielhaus am Prinzregentenplatz mit der Hebefeier abgeschlossen werden.
21. 5 1913 - Der Komponist Richard Wagner erhält ein Denkmal
München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Einen Tag vor dem 100. Geburtstag Richard Wagners wird ihm zu Ehren eine Statue neben dem Prinzregententheater enthüllt. Heinrich Waderé hat das Monument gestaltet. Aus mehreren zur Verfügung stehenden Entwürfen wählt man denjenigen aus, der den Komponisten in ähnlicher Pose zeigt, wie das berühmte Porträt von Johann Wolfgang von Goethe in der Campagne.
Da die ruhende Darstellung des Künstlers extrem stark im Gegensatz zu dem unsteten Leben des Musikers steht, kommt bald Kritik hoch, in die sogar das städtische Kollegium der Gemeindebevollmächtigten einstimmt. Letztlich beruhigt aber ein einziges Argument alle Kritikerstimmen: Da Richard Wagner von Natur aus nur mit einer geringen Körpergröße ausgestattet war, hätte ein stehendes Denkmal die Öffentlichkeit nur wenig beeindruckt.
Der Marmor für die Figur stammt vom Untersberg. Er umfasst als Rohblock 14 Kubikmeter Inhalt und wiegt 600 Zentner. Über dreißig Pferde sind notwendig, um diese gewaltige Last vom Untersberger Steinbruch zur nächsten Eisenbahn zu schaffen, mit der er ab Berchtesgaden nach München gebracht wird. Bildhauer Heinrich Waderé hat sich am Ostbahnhof ein provisorisches Atelier eingerichtet.
Da die fertige Marmorfigur noch immer 450 Zentner wiegt gestaltet sich der Transport vom Atelier zum Aufstellungsort als besonders schwierig. Er nimmt mehr als zwei Tage in Anspruch. Die Statue muss mit einer Straßenlokomotive der Firma Maffei zum Ort seiner Aufstellung gebracht werden. Dort behindert vor allem der weiche Boden die Arbeiten, da sich die Räder des Transportwagens immer wieder eingraben.
Cosima und Siegfried Wagner lehnen ihre Teilnahme an der Denkmalenthüllung ab. Bei Cosima sind es gesundheitliche, bei Siegfried grundsätzliche Gründe. Die Konkurrenz der Münchner Festspiele für Bayreuth sind aber die wahren Beweggründe.
Das gesellschaftliche Ereignis an der Prinzregentenstraße wird durch Richard Wagners „Huldigungsmarsch“ eröffnet. Münchens erster Bürgermeister, Wilhelm von Borscht, hält eine Ansprache und Ernst von Possart, der Initiator des Denkmals, sagt in seiner Rede: „So grüßen wir Dich, Unsterblicher! Möge Dein Antlitz uns leuchten“. Prinzregent Ludwig III. enthüllt schließlich das Wagner-Denkmal.
Die sozialdemokratische Tageszeitung Münchener Post kommentiert das Ereignis mit den Worten: „Das Streben Münchens, die seiner Zeit an Bayreuth abgegebene Hegemonie im Reiche von Wagners Kunst an sich zu bringen - das heimliche Agens [die treibende Kraft] unserer Festspiele - hat uns nun endlich ein würdiges Denkmal des Meisters beschert.“
Gleichzeitig kritisiert das Blatt, dass der Eröffnungsakt nicht dem Festwiesenbild der Wagner'schen Meistersinger entsprach und auf den „Wach-auf-Chor“ kein spontaner Jubel des Volkes, sondern ein „hochoffiziell-eisernes Schweigen“ der „aristokratisch-bürgerlichen Festversammlung“ folgt. Den Abschluss der Einweihungsfeierlichkeiten für das Musiker-Standbild bildet der „Tannhäusermarsch“.
Um den 6. 6 1901 - Der Kirchenbauverein fordert ein evangelisches Schulhaus
München-Haidhausen * In Haidhausen gibt es vier evangelische Knaben- und fünf evangelische Mädchenklassen. Da aber die protestantischen Klassen in der Unterbringung gegenüber den katholischen Klassen wesentlich benachteiligt sind, fordert der evangelische Kirchenbauverein die Erbauung eines evangelischen Schulhauses in Haidhausen.
20. 6 1901 - Der Antrag für ein evangelisches Schulhaus wird genehmigt
München-Haidhausen * Die Lokalschulkommission entspricht dem Antrag des evangelischen Kirchenbauvereins auf Errichtung einer evangelischen Schule in Haidhausen.
17. 6 1933 - Der Zierbrunnen am Shakespeareplatz geht in Betrieb
München-Bogenhausen * Der Zierbrunnen am Shakespeareplatz in Bogenhausen geht in Betrieb.
2. 5 1919 - Frühmorgentliche Gefechte in Haidhausen
München-Haidhausen * Um 8 Uhr früh kommt es Johannisplatz und am Straßenbahn-Depot an der Einstein-/Seeriederstraße zu Gefechten.
15. 7 1739 - Ein Lattenzaun statt einer Mauer um den Friedhof?
Haidhausen * Maria Antonia von Pfitschenthal, die Haidhauser Hofmarkherrin, will für den Haidhauser Friedhof keine teuere Mauer, sondern nur ein Tüll, einen Lattenzaun. Dadurch würden die Kosten für sie, die Kirche und die Gemeinde massiv reduziert werden.
27. 5 1739 - Kostenaufteilung für die Erweiterung des Haidhauser Friedhofs
Haidhausen * Die Kosten für die Erweiterung des Haidhauser Friedhofs wird dreigeteilt. Ein Drittel soll die Hofmarkherrschaft, ein Drittel die Gemeinde und ein Drittel die Kirche bezahlen.
1925 - Der Straßenbahn-Betriebshof 2 an der Seeriederstraße
München-Haidhausen * Auf dem alten Gronimus-Anwesen an der Kirchen-/Ecke Seeriederstraße entsteht der Straßenbahn-Betriebshof 2.
19. 8 1831 - Der Farbenfabrikant Michael Huber kauft das Schlossgutes Haidenberg
Haidhausen * Der aus Haidhausen stammende Farbenfabrikant Michael Huber kauft das Anwesen des Schlossgutes Haidenberg in Haidhausen für seine Fertigung von Farbprodukten.
31. 5 1791 - Franz Ferdinand Edler von Setzger verkauft sein Schloss Haidenberg
Haidhausen * Hofrat Franz Ferdinand Edler von Setzger veräußert sein Schloss Haidenberg in Haidhausen an den bürgerlichen Salzburger Boten Anton Hiebl.
29. 8 1740 - Kosten für die Erweiterung des Haidhauser Friedhofs bleiben dreigeteilt
Haidhausen * Der Geistliche Rat bestätigt seine Auffassung, wonach die Kosten für die Erweiterung des Haidhauser Friedhofs dreigeteilt werden.
22. 8 1777 - Der ehemalige Jesuitengarten wird zum Edelsitz Haidenberg
Haidhausen * Der ehemalige Jesuitengarten in Haidhausen wird zu einem Edelsitz mit Niedergerichtsbarkeit erhoben und erhält den Namen Haidenberg.
16. 8 1777 - Anton Clemens von Toerring-Seefeld tritt den Jesuitengarten ab
Hofmark Haidhausen * Der Haidhauser Hofmarkherr Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld tritt an Franz Ferdinand von Setzger die Niedergerichtsbarkeit über den Jesuitengarten ab.
26. 5 1739 - Ein Kreuzpartikel für die Haidhauser Sankt-Johannes-Baptist-Kirche
Haidhausen * Der aus Haidhausen stammende Augustiner-Eremiten-Laienbruder Jodok Zächerl schenkt der Sankt-Johannes-Baptist-Kirche einen in einem silbernen Kreuz gefassten und mit einem Echtheitszertifikat versehenen Kreuzpartikel.
1789 - Haidhausen will eine eigenständige Pfarrei werden
Haidhausen - Bogenhausen * Mit ausdrücklicher Befürwortung des Hofmarkherrn wird ein Antrag auf Loslösung des bisherigen Pfarrverbandes mit Bogenhausen und die Errichtung einer eigenständigen Pfarrei Haidhausen gestellt.
17. 6 1493 - Haidhausen erhält einen Benefizianten
Haidhausen * Der Benefiziant erhält in Haidhausen eine eigene Wohnung und ist zum ständigen persönlichen Aufenthalt bei seiner Kirche verpflichtet. Das Patronatsrecht über den Haidhauser Kaplan übt der Bogenhausener Pfarrer aus.
19. 8 1895 - Widerstand gegen den Abriss der alten Haidhauser Johann-Baptist-Kirche
München-Haidhausen * Gegen den Abriss der alten Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche formiert sich der Widerstand. Dieser führt dazu, dass sich das Generalkonservatorium der Kunstdenkmäler und Altertümer Bayerns für die Erhaltung der Kirche aus „historischen und ästhetischen Gründen“ ausspricht. Damit wird das Gebetshaus renoviert und bleibt erhalten.
1974 - Die Julia vom Shakespeareplatz
München-Bogenhausen * Die bronzene Julia, die Kopie einer Statue von Nereo Constantini, kommt am Shakespeareplatz in Bogenhausen zur Aufstellung. Sie ist ein Geschenk der Veroneser Sparkasse, die gemeinsam mit der Münchner Stadtsparkasse das 150-jährige Bestehen feiert. Wegen des Doppeljubiläums überlässt sie München gleich zwei Julia-Kopien.
Beide kommen zur Aufstellung. Die eine am Turm des Alten Rathauses. Die andere am Shakespeareplatz. Verona ist seit 1960 Münchens norditalienische Partnerstadt.
30. 7 1895 - Die Johann-Baptist-Dorfkirche muss geschlossen werden
München-Haidhausen * Die alte Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche ist wieder renovierungsbedürftig geworden und muss wegen Baufälligkeit umgehend geschlossen werden. Eine Restauration wird wegen der hohen Kosten abgelehnt.
1524 - Johannes Baptist wird der Patron der Haidhauser Kirche
Haidhausen * Der Patron der Haidhauser Kirche wird Sankt Johannes Baptist.
1638 - Ein Neubau für das Haidhauser Beinhaus
Haidhausen * Der alte Totenkercher, das Beinhaus, der Haidhauser Sankt-Johannes-Baptist-Kirche wird abgerissen und neu aufgebaut.
1642 - Die Johannes-Baptist-Kirche in Haidhausen erhält ein Satteldach
Haidhausen * Der romanische Turm der Sankt-Johannes-Baptist-Kirche in Haidhausen erhält ein Satteldach aus Ziegeln.
1651 - Ein neuer Glockenstuhl für die Johannes-Baptist-Dorfkirche
Haidhausen * Der Turm der Haidhauser Sankt-Johannes-Baptist-Kirche erhält einen neuen Glockenstuhl für drei Glocken.
1665 - Die Sankt-Johannes-Baptist-Kirche bekommt eine Zeig- und Schlaguhr
Haidhausen * Der Turm der Sankt-Johannes-Baptist-Kirche in Haidhausen bekommt eine Zeig- und Schlaguhr. Seither wissen die Haidhauser, wie viel es geschlagen hat.
1776 - Die Sankt-Johannes-Baptist-Kirche muss renoviert werden
Haidhausen * Die Sankt-Johannes-Baptist-Kirche in Haidhausen muss renoviert werden.
24. 6 1852 - Hochaltar der Johann-Baptist-Dorfkirche eingeweiht
Haidhausen * Der erneuerte Hochaltar der Sankt-Johann-Baptist-Dorfkirche in Haidhausen wird eingeweiht. Da die neuen Seitenaltäre stilistisch veralter sind, müssen sie gleichzeitig dem neuen Stil des Hochaltars angepasst werden.
Dabei lässt Pfarrer Johann Georg Walser den bislang unbekleideten Engel auf dem Josephsaltar mit einem Gewand übermalen.. Diese eigenmächtige und ohne Einverständnis der Gemeinde- und Kirchenverwaltung durchgeführte Maßnahme führt zu einem heftigen Streit und zur Abmahnung des Pfarrers.
Seit 1959 - Die Johann-Baptist-Dorfkirche ist ukrainische Bischofskirche
München-Haidhausen * Von 1959 bis 1963 ist die alte Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche sogar Bischofskirche und Sitz des Exarchen der unierten unkrainischen Katholiken.
1. 7 1690 - Ein Gewitter richtet mächtigen Schaden an
Haidhausen * Neben der Eingangstüre der alten Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche findet sich nachstehender Text. Das dazugehörige Votivbild hat sich nicht erhalten. „Im Jahr 1690 den 1. Juli entstand ein solches Hochgewitter, welches man sich beflissen mit läuten und Wettersegnen von dem Firmament zu vertreiben, verhoffend, solches ohne Schaden abzugehen.
Darauf augenblicklich ein solcher Donnerstreich geschah, daß sich Jedermann entsetzte, und wie zu sehen ein Donnerkeil in Kirchthurm geschlagen, auch an demselben abgefahren, und bey den Glockenseilern etlich Persohn niedergeschlagen und beschädiget, darunter eine ledige Weibspersohn der Strahl getroffen, daß sie des Todes verblieben, indem der Strahl so erschrecklich hin und wieder gefahren, dem Mesner unter den Füßen durch und einem Mann über dem Kopf.“
1624 - Feldherr Johann Tserclas Graf von Tilly spendet für eine Monstranz
Haidhausen * Der Feldherr Johann Tserclas Graf von Tilly spendet 100 Gulden für die Anschaffung einer Monstranz für die Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche.
1619 - Die rechte Kinnlade Johannes des Täufers in Haidhausen
Haidhausen * Herzog Maximilian I. schenkt der Sankt-Johann-Baptist-Kirche die rechte Kinnlade des heiligen Johannes des Täufers um Haidhausen in den Status eines Wallfahrtsortes zu setzen. Die kostbare Reliquie stammt aus dem Benediktinerkloster Stablo-Malmedy, das in der Erzdiözese Köln liegt, das von dem jüngeren Bruder des Wittelsbachers, Kurfürst Ferdinand, regiert wird.
Die Verehrung der heiligen Knochen bringt den Andachten in der Haidhauser Kirche einen noch größeren Zulauf.
Die Kopfreliquie des heiligen Johannes des Täufers wird heute an mehreren Orten verehrt.
Das bedeutet, dass der Heilige - vorsichtig gesagt - mindestens vier Köpfe haben musste.
1593 - Die Jurisdiktion über den Haidhauser Jesuitengarten
Haidhausen - Taufkirchen * Die Jurisdiktion über den Haidhauser Jesuitengarten wird von der Jesuiten-Hofmark Taufkirchen wahrgenommen.
4. 10 1905 - Das Urteil im „Dividendenwasser-Prozess“
München-Haidhausen * Mit dem Beitrag „Zur Abwehr und Aufklärung. Die Unionsbrauerei contra ,Münchener Bier-Chronik‘“ berichtete die „Münchener Bier-Chronik“ über den Ausgang des sogenannten „Dividendenwasser-Prozesses“. Joseph Schülein, Eigentümer der Unionsbrauerei, hat erfolgreich gegen die Zeitung geklagt, nachdem sein Bier als „Dividendenwasser“ verunglimpft und er wiederholt antisemitisch angegriffen worden ist. Der Prozess endet mit einem Sieg Schüleins. Nach einzelnen zeitgenössischen Angaben wird der verantwortliche Redakteur zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt.
In der Folge stellt die „Münchener Bier-Chronik“ ihre Angriffe auf Schülein ein und berichtet in den folgenden Jahren überwiegend wohlwollend über die Unionsbrauerei. Der Prozess gilt als bedeutendes Beispiel für Schüleins erfolgreiche Gegenwehr gegen Verleumdung und antisemitische Hetze im Münchner Brauereiwesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
3 1943 - Bomben zerstören die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Bei den Bombenangriffen werden im März und September 1943 auch die Gebäude der Unionsbrauerei getroffen. Auf dem Gelände bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Fasshalle und Sudhaus, Maschinenhaus und Flaschenfüllerei sind nur noch ein Trümmerhaufen.
5 1920 - Deutlich weniger Unionsbräu-Bier nach dem Krieg
München-Haidhausen * Der Bierausstoß der Unionsbrauerei liegt im Braujahr 1919/20 bei nur noch 176.000 Hektolitern – deutlich unter dem Niveau der Vorkriegszeit.
27. 9 1943 - Die Vermögenswerte der Familie Schülein werden eingezogen
München * Das Oberfinanzpräsidium München ordnet an, dass sämtliche Vermögenswerte der Familiengruppe Schülein gemäß einer Anweisung des Reichswirtschaftsministeriums an das Deutsche Reich abzuführen sind. Die Verfügung ist Teil der nationalsozialistischen Enteignungspolitik, mit der jüdischen Familien ihr Vermögen systematisch entzogen wird.
8. 6 1903 - Die Unionsbrauerei Schülein & Cie wird zur Aktiengesellschaft
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei Schülein & Cie wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In den ersten Jahren liegt die Leitung des Unternehmens ausschließlich in den Händen von Joseph Schülein und seines ältesten Sohnes Julius Schülein, die bis 1912 den Vorstand der Gesellschaft bilden.
1902 - Die Unionsbrauerei zählt 173 Beschäftigte
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei beschäftigt 173 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 168 Männer und 5 Frauen. Die Belegschaftsgröße verdeutlicht den erfolgreichen Ausbau des Unternehmens zu einem bedeutenden Arbeitgeber in Haidhausen.
Ab 1896 - Die Unionsbrauerei vervielfacht ihre Produktion
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei Schülein & Cie modernisiert ihren Betrieb umfassend. Die Investitionen zeigen rasch Wirkung: Innerhalb von zehn Jahren steigt der Bierausstoß von rund 16.000 Hektolitern auf das Fünfzehnfache. Damit entwickelt sich die Brauerei zu einem der erfolgreichsten Braubetriebe Münchens.
18. 4 1924 - Die Unionsbrauerei stellt den Braubetrieb ein
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße, wird geschlossen. Mit der Einstellung des Braubetriebs endet die Geschichte der traditionsreichen Braustätte als eigenständiger Produktionsstandort.
Um 6 1969 - Aus „Danny’s Pan“ wird der „Song Parnass“
München-Haidhausen * Klaus Dützmann übernimmt das inzwischen weit über Haidhausen hinaus bekannte „Danny’s Pan“ im ehemaligen Unionsbräu und gibt ihm den neuen Namen „Song Parnass“. Unter seiner Leitung treten zahlreiche Künstler auf und prägen das kulturelle Kleinkunst-Leben der Stadt. Der „Song Parnass“ knüpft an die Tradition des „Danny’s Pan“ an und führt dessen Erfolg in noch größerem Maßstab fort.
10. 8 1905 - Antisemitische Angriffe auf die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Auch die von jüdischen Unternehmern geführte Unionsbrauerei wird Ziel antisemitischer Kampagnen. In der „Münchener Bier-Chronik“ vom 10. August 1905 wird ihr Bier als die „letzte Brühe“ und als „Dividenden-Wasser“ verunglimpft. Hinter der vermeintlichen Kritik an der Qualität des Produkts stehen vielfach Ressentiments gegen jüdische Geschäftsinhaber und deren wirtschaftlichen Erfolg.
Der Vorfall zeigt, wie antisemitische Vorurteile zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend auch im Wirtschaftsleben öffentlich verbreitet und zur Diffamierung jüdischer Unternehmen eingesetzt werden.
1991 - Wiggerl und Christa Hagn eröffnen den Unionsbräu
München-Haidhausen * Die Wirtsleute Ludwig Wiggerl und Christa Hagn eröffnen den Unionsbräu in der Einsteinstraße 42 in Haidhausen.
1896 - Das Gebäude der heutigen Unionsbräu-Gaststätte entsteht
München-Haidhausen * Das Gebäude, in dem sich noch heute die Gaststätte des Unionsbräu befindet, wird errichtet.
Um 6 1905 - Polemik der „Münchener Bier-Chronik“ gegen die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Die wöchentlich erscheinende „Münchener Bier-Chronik“, eine Fach- und Werbezeitschrift der Münchner Brauereien, berichtet über das Brauwesen, wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Münchner Bierkultur. Im Juni 1905 greift sie einen Rechtsstreit zwischen der Unionsbrauerei und einem Münchner Wirt auf.
Anlass ist die Klage der Unionsbrauerei gegen den Wirt eines Gasthauses, das den geschützten Namen „Schützenlisl“ führt, obwohl dort Bier von Löwenbräu ausgeschenkt wird. Die Darstellung der Schützenlisl ist als Schutzmarke der Münchner Kindl Brauerei eingetragen und befindet sich nach deren Fusion im rechtlichen Besitz der Unionsbrauerei. Da der Wirt kein Bier der Unionsbrauerei ausschenken kann oder will, muss er den Namen seines Gasthauses ändern.
Die „Münchener Bier-Chronik“ nutzt den Fall für eine polemische Attacke auf die Unionsbrauerei und kommentiert: „Dieses Beispiel diene den anderen Herren Brauereibesitzern zum Spiegel, wie ,kollegialisch‘ die Unionsbrauerei auf die Hektoliterjagd geht.“ Anschließend schlägt die Berichterstattung in offenen Antisemitismus um. Die Zeitung behauptet, eine „jüdische Schützenlisl“ sei ohnehin nicht mehr von Interesse, „denn sobald das Weibsbild einmal ,jüdisch‘ geworden, beschnüffelt sie kein räudiger Hund mehr, viel weniger ein echter Bajuware.“
Die diffamierenden und antisemitischen Angriffe der „Münchener Bier-Chronik“ führen wenig später zum sogenannten „Dividendenwasser-Prozess“, in dem sich Joseph Schülein erfolgreich gegen die Zeitung zur Wehr setzt.
1888 - Die Gambrinusbrauerei erhält den Namen Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Die „Gambrinusbrauerei“ an der heutigen Einsteinstraße 42 wird in „Unionsbrauerei“ umbenannt. Der wirtschaftliche Erfolg bleibt jedoch aus: Unter dem Eigentümer Geyer gerät der Betrieb in Schwierigkeiten, die Brauerei verfällt zunehmend und muss schließlich stillgelegt werden. Damit wird der Weg für die spätere Übernahme durch Joseph Schülein und seine Geschäftspartner frei.
1895 - Die Schüleins übernehmen die Unionsbrauerei
München-Haidhausen * Joseph Schülein erwirbt gemeinsam mit seinen Brüdern Gustav und Julius Schülein, zusammen mit dem Ehemann ihrer Schwester Amalie, dem Nürnberger Hopfenhändler Josef Aischberg, den konkursreifen und stillgelegten „Gambrinusbräu“ an der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße.
Mit dem Kauf legen die Unternehmer den Grundstein für den Wiederaufbau und die erfolgreiche Entwicklung des Brauereistandorts.
Die Unionsbrauerei firmiert nun als „Unionsbrauerei Schülein & Compagnie“. Durch umfangreiche Investitionen und den konsequenten Ausbau entwickelt sich die Brauerei zu einem erfolgreichen und wirtschaftlich bedeutenden Braubetrieb.
Nach den Erinnerungen von Werner Cahnmann, einem Neffen Joseph Schüleins, erfolgt die Übernahme ursprünglich, um eine festgefahrene Bankhypothek zu retten. Entscheidend für den späteren Erfolg sind jedoch weniger brautechnische Kenntnisse als vielmehr unternehmerisches Geschick sowie ein ausgeprägtes Verständnis wirtschaftlicher und industrieller Entwicklungen.
1899 - Joseph Schüleins Kampf mit dem Münchner Brauereibesitzerverein
München-Haidhausen * Die Haidhauser Unionsbrauerei, damals noch nicht Mitglied im Verein der Brauereibesitzer in München, hat - durch Unterbieten der Preise und Gewährung von Sonderkonditionen - mehrere unabhängige Wirte „an sich gerissen“. Das führt zu harten Auseinandersetzungen mit dem Münchner Brauereibesitzerverein.
1911 - Dr. Hermann Schülein übernimmt die Leitung der Brauereien
München-Haidhausen - München-Au * Dr. Hermann Schülein ist Direktor der Unionsbrauerei und der Münchner Kindl-Brauerei. Mit der Übernahme dieser Führungsaufgaben tritt die zweite Generation der Familie Schülein zunehmend in die Verantwortung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens.
1919 - Unionsbrauerei unter wirtschaftlichem Druck
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei schließt das Braujahr 1918/19 mit einem Verlust von mehr als 340.000 Mark ab. Ein Teil der Schulden ist der Auszahlung der Dividende in Höhe von vier Prozent geschuldet. Um das Ergebnis auszugleichen, muss sie ihre Reserven weitgehend auflösen. Am Ende verbleibt ein Gewinn von lediglich 60.000 Mark.
Zugleich fehlt der Brauerei ein größerer Immobilienbesitz, mit dessen Erträgen sich anhaltende Verluste im Biergeschäft längerfristig auffangen ließen.
1973 - Neue Pächter führen den „Song Parnass“ weiter
München-Haidhausen * Manfred Krischer und Thomas Naubur übernehmen die Pacht des „Song Parnass“ in der Einsteinstraße. Die bereits als feste Größe der Münchner Kleinkunst- und Liedermacherszene etablierte Bühne bleibt auch unter der neuen Leitung ein wichtiger Treffpunkt für Künstler und Publikum.
1 1919 - Unionsbrauerei verfügt über 2,91 Millionen Mark Aktienkapital
München-Haidhausen * Das Aktienkapital der Unionsbrauerei beträgt 2.910.000 Mark.
1845 - Die spätere Unionsbrauerei wird in Haidhausen gegründet
Haidhausen * Mit der Gründung der „Brauerei zur Schwaige“ entsteht der Ursprung der späteren Unionsbrauerei. Der Betrieb entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer bedeutenden Braustätte und wird später von Joseph Schülein übernommen und erfolgreich ausgebaut.
23. 12 1904 - Die Münchner Kindl AG fusioniert mit der Unionsbrauerei
München-Haidhausen - München-Au * Die Generalversammlung der Aktionäre der Münchner Kindl AG beschließt die Fusion mit der Haidhauser Unionsbrauerei.
Der Zusammenschluss bündelt die Stärken beider Unternehmen und stärkt die Position der Brauerei auf dem Münchner Biermarkt nachhaltig. Das Unternehmen wächst deutlich und zählt nun zu den fünf größten Brauereien Münchens. Die Fusion markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung der von Joseph Schülein geführten Brauerei.
Mit der Übernahme der Münchner Kindl AG gewinnt die Unionsbrauerei einen wirtschaftlich gleichwertigen Betrieb, der neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet und das Geschäft nachhaltig stärkt. Gleichzeitig geht der Zusammenschluss mit einer erheblichen finanziellen Belastung einher: Die Brauerei übernimmt hohe Schulden, die ihre weitere Entwicklung maßgeblich prägen.
5. 1 1921 - Löwenbräu und Unionsbrauerei schließen sich zusammen
München * Die Aktionäre der Löwenbräu AG stimmen der Fusion mit der Unionsbrauerei rückwirkend zum 1. Oktober 1919 zu. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der größten Brauereiunternehmen Münchens. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Friedrich Ritter von Mildner, während Dr. Hermann Schülein die operative Entwicklung des Unternehmens maßgeblich prägt. Joseph Schülein wird Mitglied des Aufsichtsrats.
Auslöser für die Fusion ist der weitgehende Verlust der von Löwenbräu aufgebauten Auslandsmärkte infolge des verlorenen Ersten Weltkriegs. Für Löwenbräu sind daher insbesondere die umfangreichen Immobilien und Gaststätten der Unionsbrauerei von großem Wert. Zum Besitz gehören mehr als 30 Wirtschaftsanwesen, mehrere Bauplätze, ein Torfwerk in Deining sowie zwei weitere Torfwerke in Gemeinschaft mit einer Münchner Brauerei.
Darüber hinaus verfügt die Unionsbrauerei über drei Doppelsudwerke, moderne Mälzereien, eine umfangreiche Flaschenfüllerei und Eisfabrikation, fünf Dampfmaschinen mit rund 800 PS sowie vollständig elektrifizierte Betriebsanlagen. Zum Unternehmen gehören außerdem umfangreiche Lager- und Transporteinrichtungen, 34 Eisenbahnwagen und ein gut ausgestatteter Fuhrpark. Die Brauerei bringt damit erhebliche Produktions- und Logistikkapazitäten in das neue Unternehmen ein.
Die Aktionäre der Löwenbräu AG stimmen der Fusion mit der Unionsbrauerei rückwirkend zum 1. Oktober 1919 zu. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der größten Brauereiunternehmen Münchens. Den Vorsitz des Vorstands übernimmt offiziell Friedrich Ritter von Mildner, während Dr. Hermann Schülein die operative Leitung des Unternehmens maßgeblich prägt.
2 1967 - Das „Danny’s Pan“ bringt die Kleinkunst nach Haidhausen
München-Haidhausen * Mit dem „Danny’s Pan“ entsteht in der Gaststätte der ehemaligen Unionsbrauerei in der Einsteinstraße 42 eine der ersten Kleinkunstbühnen Münchens. Das Lokal erhält seinen ungewöhnlichen Namen von seinem aus Hamburg stammenden spanischen Besitzer Danny Marino, der bereits in Hamburg und Berlin Lokale gleichen Namens betreibt.
Auch in München schafft Marino eine Bühne für junge, noch unentdeckte Musik- und Showtalente. Das „Danny’s Pan“ bildet den Auftakt für eine Reihe weiterer Kleinkunstbühnen, die in den folgenden Jahren entstehen.
Das Lokal entwickelt sich schnell zu etwas Besonderem und zieht ein neues Publikum an: Menschen, die sich von Liedermachern sowie Künstlerinnen und Künstlern der Münchner und überregionalen Kleinkunstszene unterhalten lassen möchten. Damit wird das „Danny’s Pan“ zu einem wichtigen Treffpunkt für die aufstrebende Kleinkunstbewegung.
1. 10 1919 - Fusion von Löwenbräu und Unionsbrauerei
München-Maxvorstadt - München-Haidhausen * Die Fusion von Löwenbräu und der Unionsbrauerei tritt rückwirkend zum 1. Oktober 1919 in Kraft. Die Aktionäre der Löwenbräu AG genehmigen den Zusammenschluss am 5. Januar 1921. Das neue Unternehmen zählt zu den größten Brauereibetrieben Münchens.
1881 - Übergang an einen neuen Eigentümer
München-Haidhausen * Der Brauer Balthasar Füger verkauft den mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelten „Fügerbräu“ an seinen Nachfolger, einem Herrn Geyer.
5 1913 - Unionsbräu - Münchens drittgrößte Brauerei
München-Haidhausen * Die Unionsbrauerei zählt zu den führenden Brauereien ihrer Zeit: Nach Löwenbräu und Spaten ist sie die drittgrößte Brauerei Münchens und belegt im Deutschen Reich den neunten Rang. Ihr Bierabsatz erreicht 317.410 Hektoliter.
Ab 1851 - Ausbau der Brauerei zur Schwaige
Haidhausen * 1851 und 1852 erfährt die „Brauerei zur Schwaige“ ihre ersten größeren Erweiterungen. Weitere Betriebsgebäude entstehen und schaffen die Grundlage für das weitere Wachstum des Brauereibetriebs.
1865 - Von der Brauerei zur Schwaige zum Fügerbräu
München-Haidhausen * Mit dem Erwerb der „Brauerei zur Schwaige“ durch den Brauer Balthasar Füger beginnt ein neues Kapitel. Die Brauerei wird fortan als „Fügerbräu“ bekannt. Durch weitere Vergrößerungen und bauliche Maßnahmen stärkt Füger die Stellung des Unternehmens und schafft die Voraussetzungen für dessen weiteres Wachstum.
1886 - Aus dem Fügerbräu wird die Gambrinusbrauerei
München-Haidhausen * Herr Geyer überträgt den Namen „Gambrinusbrauerei“ auf den „Fügerbräu“.
9. 12 1920 - Unionsbrauerei und Löwenbräu planen Fusion
München * Die Vorstände von Unionsbrauerei und Löwenbräu unterzeichnen einen Fusionsvertrag und stellen damit die Weichen für den Zusammenschluss beider Unternehmen. Zugleich berufen sie außerordentliche Generalversammlungen ein, auf denen die Aktionäre beider Brauereien dem Vorhaben zustimmen sollen.
1926 - Das Anwesen Friedenstraße 40 gehört der Firma L. Bernheimer oHG
München-Berg am Laim * Laut dem Adressbuch gehört das Grundstück am Standort des heutigen Technischen Rathauses an der Friedenstraße 40 der L. Bernheimer oHG, die „künstlerische und vornehme Wohnungseinrichtungen in historischen Stilarten“ anbietet.
Die jüdische Antiquitätenhändler-Familie betreibt ihr Hauptgeschäft am Lenbachplatz.
9. 11 2018 - Gedenktafeln erinnern an die Familie Schülein
München-Haidhausen * An der Fassade des Unionsbräu in der Einsteinstraße 42 sowie im Innenhof werden zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an die jüdische Brauerfamilie Schülein enthüllt. Die vom Münchner Bildhauer Toni Preis gestalteten Tafeln würdigen die Bedeutung der Familie für die Geschichte der Unionsbrauerei, die Entwicklung Haidhausens und die Münchner Brauwirtschaft.
An der Feierstunde nehmen unter anderem Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, teil. Die Tafeln erinnern zugleich an die Verfolgung der Familie während der NS-Zeit, ihre Emigration sowie an ihren Beitrag zum Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg.
10 2002 - Das Haidhausen Museum kann sein 25-jähriges Jubiläum feiern
München-Haidhausen * Das Haidhausen Museum in der Kirchenstraße kann sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass wird der Öffentlichkeit ein dreidimensionales Stück Stadtteilgeschichte zur Verfügung gestellt.
Das zwei mal einsvierzig Meter große Modell mehrerer Herbergsanwesen in der Grube wurde von den Hobby-Modellbauer Ruth und Hans Irlbacher, sowie Hermann Voßeler detailgetreu hergestellt und mit - aus historischen Fotos - ausgeschnittenen Papierfiguren ergänzt. Ein Rundhorizont mit ausgetüftelter Beleuchtung machte die ganze Szenerie überzeugend realitätsnah.
9. 12 1997 - Richtfest am Technischen Rathaus an der Friedensstraße
München-Berg am Laim * Das Technische Rathaus an der Friedensstraße 40 kann sein Richtfest feiern. Dabei sagt Baureferent Horst Haffner: „Es entsteht kein protziger Verwaltungsbau, aber auch kein trauriger Behördensilo.“ Neben den 1.162 Büros, in denen rund 1.800 Beschäftigte arbeiten, befinden sich ein Kindergarten, eine Krippe, eine Kantine und eine Cafeteria.
Auf dem Dach des 63 Meter hohen Turms wird ein Rotor mit einem Durchmesser von zwölf Metern angebracht. Er hat ein Gewicht von sechs Tonnen und erzeugt eine elektrische Energie von vierzig Kilowatt. Das Windrad kommuniziert mit einer sich drehenden Landschaft im Innenhof des Technischen Rathauses. In einer Stunde eine Runde.
Das Windrad entsteht als Kunst am Bau und im öffentlichen Raum. Auch dazu wird ein internationaler Wettbewerb ausgelobt. Fünfzehn renommierte Künstler haben ihre Vorschläge eingereicht. Den Zuschlag hat der Entwurf des Studios Vito Acconci aus New York erhalten.
6. 8 1824 - Johann Peter von Langer stirbt
Haidhausen * Johann Peter von Langer stirbt. Noch kurz vor seinem Tod äußert er sich vor seinen Studenten folgendermaßen: „Meine Herren, es gibt nur drei wahrhaft große Künstler: Der Erste war Raffael, der Zweite ist mein Sohn und den Dritten verbietet mir die Bescheidenheit, Ihnen zu nennen!“ Kritik nahm er nicht mehr wahr. Den Bestrebungen, ihn als Akademiedirektor abzusetzen, muss er sich nicht mehr stellen, da er das Zeitliche segnet.
Robert von Langer erhält zwar das väterliche Adelsprädikat übertragen, doch für das Amt des Akademie-Direktors wird im gleichen Jahr Peter Cornelius berufen.
Um 8 2014 - Abriss und Modernisierung für die Volkshochschule
München-Haidhausen * Die Sanierungsarbeiten an den historischen und denkmalgeschützten Gebäuden an der Einsteinstraße 28, die früher der Sitz der Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe waren, beginnen. Die dahinter liegenden alten Gemäuer wurden abgerissen und durch einen modernen Neubau zur Schlossstraße hin ersetzt.
Das Haus soll vor allem zweckmäßig sein und Platz für siebzig Unterrichtsräume und andere Einrichtungen bieten.
Um 8 1826 - Robert von Langer malt seine Haidhauser Villa mit Fresken aus
Haidhausen * In den Sommermonaten 1826 bis 1828 malt Robert von Langer, gemeinsam mit seinem Schüler August Riedel, den ansehnlichsten Raum seiner Haidhauser Villa an der heutigen Einsteinstraße mit Fresken aus.
Mit der Erschaffung des Freskenzyklus in seiner Künstlerresidenz will Robert von Langer wieder künstlerische Anerkennung erlangen und ein persönliches, weithin sichtbares Zeichen setzen.
1 2012 - Die Planungen für die Volkshochschule werden präsentiert
München-Haidhausen * Die Entwürfe der zwanzig am Wettbewerb für die Münchner Volkshochschule beteiligten Architekturbüros werden der Bevölkerung öffentlich zugänglich gemacht und diskutiert.
4. 3 2017 - Das Bildungszentrum „Einstein 28“ wird eröffnet
München-Haidhausen * Das Bildungszentrum „Einstein 28“ in Haidhausen kann eröffnet werden. In den vier Gebäuden mit ihren 70 multifunktionalen Räumen findet seither der Unterricht statt.
Da bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Bestandes immer wieder mit Überraschungen gerechnet werden muss, verzögert sich die ursprünglich geplante Fertigstellung des Gebäudekomplexes der Münchner Volkshochschule von Juli 2016 nach März 2017.
6. 10 1846 - Robert von Langer stirbt zutiefst verbittert in Haidhausen
Haidhausen * Robert von Langer stirbt zutiefst verbittert - im Alter von 63 Jahren - in seinem Besitztum in Haidhausen an Lungenlähmung. Der Künstler sah sich als Maler als gescheitert an. Robert von Langer wird von seinen Zeitgenossen als „konservativer Zopfmaler“ verspottet und diffamiert. Kein Wunder, dass nach seinem Tod übersehen wurde, dass das Haus eine kunsthistorische Attraktion ersten Ranges darstellte.
1918 - Schon bald ist der Betriebshof wieder zu klein
München-Haidhausen * Durch zwei weitere Verbindungsgänge in der Straßenbahn-Direktion kann man in jeden Gebäudeteil gelangen, ohne den ersten Stock verlassen zu müssen.
Doch schon bald ist der Betriebshof, der inzwischen die Nummer „2“ erhalten hat, wieder zu klein und den technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen.
Um 6 2011 - Die Volkshochschule soll in die ehemalige Straßenbahn-Direktion
München-Haidhausen * Die Münchner Volkshochschule MVHS soll in der ehemaligen Straßenbahn-Direktion in der Einsteinstraße 28 ein zweites Standbein für die Aus- und Weiterbildung neben dem Gasteig und den bereits bestehenden Stadtteilzentren erhalten - die Künstler müssen dann halt ausziehen.
In einem europaweiten Architektenwettbewerb werden Ideen entwickelt, wie die Münchner Volkshochschule das knapp 3.700 Quadratmeter große Gelände nahe dem Max-Weber-Platz am sinnvollsten nutzen kann.
11 2012 - Das Haidhauser „Künstlerkollektiv 1Stein28“ verabschiedet sich
München-Haidhausen * Für das Haidhauser „Künstlerkollektiv 1Stein28“ endet das Gastspiel im Gebäude der ehemaligen Straßenbahn-Direktion in der Einsteinstraße 28. Mit einer letzten Ausstellung verabschieden sie sich von Haidhausen. Ausstellungen, Konzerte und Lesungen haben hier stattgefunden und belebten nicht nur das zuvor leer stehende Haus, sondern auch das ganze Viertel.
Das alte Gebäude, das im Besitz des städtischen Referats für Bildung und Sport ist, soll im darauf folgenden Frühjahr abgerissen werden und Platz machen für einen Neubau.
1. 2 2017 - Die Volkshochschule ist offiziell Mieter in der Einsteinstraße
München-Haidhausen * Das Areal in der Einsteinstraße 28 geht offiziell vom Vermieter an die Münchner Volkshochschule übergeben. Die Volkshochschule ist Mieter bei der Landeshauptstadt. Die Mietlaufzeit beträgt 29 Jahre.
1889 - Die Stadt München kauft das ehemalige Langer-Schlössl
München-Haidhausen * Die Stadt München kauft das ehemalige Langer-Schlössl und lässt es abreißen, um dafür ein Verwaltungsgebäude, Stallungen, Wagenhallen sowie Werkstätten für Trambahnzwecke zu erstellen.
In letzter Minute erkennt der Chemiker Adolf Keim den Wert und die Unersetzbarkeit der Wandgemälde von Robert von Langer. Da aber die Stadt kein Geld zur Abnahme und Übertragung der Gemälde an einen geeigneteren Ort hat, finanziert Adolf Keim die Verlagerung der Fresken aus seiner eigenen Tasche. Selbst die Zusage der Landeshauptstadt München, die Finanzierung von fotografischen Aufnahmen der Fresken für Dokumentationszwecke zu übernehmen, lassen die Verantwortlichen auch wieder fallen.
So werden die Wandgemälde - privat finanziert - in die Städtische Handelsschule an der Herrnstraße übertragen, wo sie im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört werden.
9 1915 - Frauen als Trambahn-Schaffnerinnen eingestellt
München * Erstmals werden Frauen als Trambahn-Schaffnerinnen eingestellt. Die jungen, in fesche Uniformen gekleideten Damen heitern das Straßenbild während der Kriegszeiten noch eher auf.
1922 - Die Inflation und die Straßenbahn
München * Die Inflation, die durch die Kriegsfinanzierungspolitik des Kaiserreichs verschuldet und von der Weimarer Republik zur Dämpfung der Arbeitslosigkeit fortgeführt worden ist, bringt das Münchner Verkehrsunternehmen an den Rand des Erträglichen. Weitere Streckenausbauten und dringend notwendige Neubeschaffungen im Wagenpark können nicht realisiert werden.
Die Anpassung der Tarife hechelte der Geldentwertung hinterher. Alleine im Jahr 1922 gibt es 13 Tariferhöhungen. Kosten zwei Teilstrecken am 1. März noch 1,50 Mark, so erhöht sich der Preis bis zum 31. Dezember auf 70 Mark. Doch dann geht‘s erst richtig los.
29. 6 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet 1.500 Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt bei 1.500 Mark.
23. 7 1847 - Verkauf des Langer-Schlösschens
Haidhausen * Robert von Langers Cousine Josepha verkauft das Schlösschen an den Wirt Johann Baptist Riemer, der die Künstlervilla an der heutigen Einsteinstraße in eine Gastwirtschaft mit dem Namen Schlosswirtschaft oder Riemerwirt umwandelt.
Das Anwesen kommt nach mehreren Weiterverkäufen in den Besitz der Münchner-Kindl-Brauerei, die unter den Wandbildern durchreisende Handwerksburschen übernachten lässt.
1. 8 1914 - Ein radikal eingeschränkter Kriegsfahrplan
Berlin * Nachdem Kaiser Wilhelm II. am 1. August 1914 um 17 Uhr für den nächsten Tag die Mobilmachung ausgerufen hat, bedeutet das den Beginn des Ersten Weltkriegs.
Die Folge sind Masseneinberufungen, die natürlich auch das männliche Personal der Städtischen Straßenbahnen betreffen. Dadurch ist ein planmäßiger Fahrbetrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten. Ein radikal eingeschränkter Kriegsfahrplan ist das Ergebnis und zugleich der erste spürbare Einschnitt für die Zivilbevölkerung.
22. 9 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet eine Million
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt bereits bei einer Million.
1904 - Billig ist die Fahrt mit der Straßenbahn nicht
München * Ein billiges Vergnügen ist die Fahrt mit der Straßenbahn nicht. Mit dem eingeführten Teilstreckentarif kostet die Fahrt zwischen zehn und zwanzig Pfennigen. Das lässt viele Arbeiterinnen und Arbeiter überlegen, ob sie dieses Verkehrsmittel auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit überhaupt benutzen sollten.
1906 - Weitere Umbauarbeiten im Haidhauser Straßenbahn-Betriebshof
München-Haidhausen * Das erhöhte Verkehrsaufkommen erfordert weitere Umbauarbeiten im Haidhauser Straßenbahn-Betriebshof. So muss die Beiwagenhalle verkleinert werden, um Platz für die Automobil-Omnibusse der Linie Marienplatz - Odeonsplatz zu schaffen.
1. 7 1907 - Die Straßenbahn-Direktion braucht neue Büroräume
München-Haidhausen * Die Straßenbahn-Direktion braucht neue Büroräume, die in der ehemaligen Lackiererei - im ersten Stock des Werkstättengebäudes - eingerichtet werden.
2016 - Die Einsteinstraße 28 geht an die Landeshauptstadt
München-Haidhausen * Das Areal in der Einsteinstraße 28 geht aus dem Besitz der Stadtwerke München an die Landeshauptstadt über. Mehr als 20 Millionen Euro kostete das erste eigene große Bildungszentrum.
3. 12 1918 - Der Straßenbahnbetrieb wird eingestellt
München * Wegen der Kohlenknappheit wird der Straßenbahnbetrieb eingestellt.
3. 7 1889 - Die Wandgemälde von Robert von Langer werden in letzter Minute gerettet
München-Haidhausen * Kurz vor dem Abriss des ehemaligen Langer-Schlössls in der Äußeren-Wiener-Straße (heute Einsteinstraße 28) erkennt der Chemiker Adolf Keim den Wert und die Unersetzbarkeit der Wandgemälde von Robert von Langer. Da aber die Stadt kein Geld zur Abnahme und Übertragung der Gemälde an einen geeigneteren Ort hat, finanziert Adolf Keim die Verlagerung der Fresken aus seiner eigenen Tasche.
Selbst die Zusage der Landeshauptstadt München, die Finanzierung von fotografischen Aufnahmen der Fresken für Dokumentationszwecke zu übernehmen, lassen die Verantwortlichen auch wieder fallen. So werden die Wandgemälde - privat finanziert - in die Städtische Handelsschule an der Herrnstraße übertragen, wo sie im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört werden.
1890 - Die Trambahn ist ein Beförderungsmittel für das Bürgertum
München * Die Trambahn ein Beförderungsmittel für das Bürgertum und noch kein Massenverkehrsmittel. Und das liegt nicht nur an den Verkehrszeiten der Pferdebahnen, die erst ab sieben Uhr fahren, während die Arbeiter in den Fabriken bereits seit sechs Uhr früh schuften.
Die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft lehnt die Einführung einer Arbeiterfahrkarte mit der Argumentation ab, dass die Trambahn nicht für den Massenbetrieb eingerichtet ist.
Ein Blick auf die Netzstruktur der Pferdebahn von 1890 zeigt folgendes Bild:
- Die vorwiegend bürgerlichen Stadtviertel Maxvorstadt, die Nymphenburger Straße, der Süden Schwabings und das Lehel weisen ein dichtes Netz mit drei Linien auf.
- In die Proletenviertel im Westend, Untersendling, Au sowie Giesing führt jeweils nur eine Stichstrecke. Der Ostbahnhof - und damit Haidhausen - ist mit zwei Linien erschlossen.
6 1898 - Der Straßenbahnbetrieb wird auf Elektrizität umgestellt
München-Haidhausen * Der gesamte Straßenbahnbetrieb wird auf Elektrizität umgestellt. Umbauarbeiten werden notwendig, die sich aber beim Depot an der Äußeren-Wiener-Straße [= Einsteinstraße 28] - im Gegensatz zu anderen Betriebshöfen - in Grenzen halten. Die Arbeiten beginnen im Juni 1898.
11. 12 1906 - 14 Trambahnlinien verkehren in München
München * Ein völlig neuer Trambahn-Netzfahrplan tritt in Kraft. Er umfasst insgesamt vierzehn, ausschließlich mit elektrischer Energie betriebener Linien. Weitere Teilstrecken kommen noch hinzu.
3 1919 - 770 Straßenbahn-Schaffnerinnen
München * Die Zahl der Straßenbahn-Schaffnerinnen erhöht sich bis März 1919 auf 770. Doch das war‘s dann auch.
1. 12 1926 - Der Betriebshof bei der Straßenbahn-Direktion wird aufgelassen
München-Haidhausen * Die ab dem Jahr 1925 beschafften Trambahn-Wagen haben auf dem Gelände der Straßenbahn-Direktion in Haidhausen überhaupt keinen Platz mehr. Die Folge sind unwirtschaftliche Leerfahrten zu anderen Betriebshöfen. Man lässt deshalb den Betriebshof auf und beginnt sofort mit dem Einbau von Büroräumen für die Direktion und einer neuen Fahrerschule in der Motorwagenhalle.
Ab 2 1933 - Die Straßenbahn wird vernachlässigt
München * Die Zeit des Nationalsozialismus bringt für die Münchner Straßenbahn keine allzu großen Zuwächse, da die Nazis mehr auf das Auto und weniger auf den städtischen Nahverkehr setzen. Selbst die von den braunen Machthabern geförderten Reichskleinhaussiedlungen und GWG-Bauten bleiben ohne Straßenbahnanbindung.
- Dafür stehen Prachtstraßen-Planungen im Mittelpunkt.
- Untergrundbahnen sollen die Innenstadt mit dem Hauptbahnhof und dem Umland verknüpfen.
3. 7 1889 - Ein Pferdestraßenbahn-Betriebshof wird errichtet
München-Haidhausen * Die Verwaltung der Landeshauptstadt München kauft von der Münchner-Kindl-Brauerei das Anwesen des Schloßwirths, das an der Stelle des ehemaligen Langerschlößls steht. Die Wirtschaft wird abgerissen und an seiner Stelle ein Pferdestraßenbahn-Betriebshof errichtet. Der im Münchner Volksmund seit altersher als Depot bezeichnete Betriebshof entsteht auf einem 4.800 Quadratmeter großen Areal. Es beherbergt ein
- dreistöckiges Wohngebäude mit Bureaux,
- eine zweistöckige Etagenstallung für 180 Pferde mit einer Rampe zum Obergeschoss,
- eine achtzehngleisige Wagenhalle für vierundfünfzig Trambahnwagen mit dem
- darüber befindlichen Hafer-, Heu- und Strohmagazin und
- ein zweistöckiges Werkstättengebäude
- mit einer Schreinerei und
- einer Schlosserei im Parterre sowie
- einer Lackiererei und
- einer Sattlerei im ersten Stock.
Die Wagen können mit einem Aufzug in die letztgenannten Werkstätten hochgezogen werden. Außerdem ermöglicht eine besondere Durchfahrt im Werkstättengebäude das Ein- und Ausrücken der Trambahnwagen.
1. 4 1919 - Die Straßenbahn-Schaffnerinnen werden wieder ausgestellt
München * Die Straßenbahn-Schaffnerinnen werden wieder ausgestellt, da die vom Heeresdienst entlassenen Fahrbeamten zurückgekehrt sind.
23. 1 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet 100 Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt bei 100 Mark.
10. 11 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet 8 Milliarden Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt, einen Tag nach der Niederschlagung des Hitler-Putsches, bei 8 Milliarden Mark.
29. 11 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet 200 Milliarden Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt bei 200 Milliarden Mark. Da die Taschen der Schaffner die Papiergeldstöße nicht mehr fassen können, stellt man auf die Plattformen Körbe, in denen die im Tagesverlauf schon wieder abgewerteten Papiergeldpacken untergebracht werden.
1917 - Schon wieder neue Büroräume für die Straßenbahn-Direktion
München-Haidhausen * Die Lagerräume im ersten Stock der Straßenbahn-Direktion werden in Büroräume umgebaut. Das Lager kommt in das Erdgeschoss und verkleinert dadurch die Beiwagenhalle erneut.
Ab 2002 - Die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH - MVG zieht nach Moosach
München-Haidhausen - München-Moosach * Die ehemalige Direktion der Münchner Verkehrsbetriebe, die spätere Münchner Verkehrsgesellschaft mbH - MVG, residiert in den Räumen der Einsteinstraße 28 von 1927 bis zu ihrem Umzug nach Moosach in den Jahren 2002/03. Danach steht der Gebäudekomplex leer.
15. 8 1900 - Der Pferdebahn-Betrieb wird eingestellt
München * Die Pferdebahn wird mit einer Feier der Münchner Künstler- und Bürgerschaft in den Ruhestand verabschiedet.
Damit ist die Elektrifizierung der Münchner Trambahn abgeschlossen. Doch eine Maschine, die weder von Pferden noch mit Dampf betrieben wird, ist vielen Münchnern unheimlich.
22. 8 1914 - Stets überfüllte Straßenbahnwagons
München * Der „Münchner Stadtanzeiger“ berichtet Folgendes: „Der verkürzte Straßenbahnbetrieb macht sich stark fühlbar. Auch tagsüber sind infolge der größeren Wagenabstände die Wagen stets überfüllt. Das Einstellen von Frauen als Schaffner wurde seitens des Magistrats abgelehnt, weil man ein Überangebot an arbeitslosen Männern hat.“
Das ist freilich noch zu einer Zeit, als die deutsche Bevölkerung ernsthaft daran glaubt, dass der Krieg bis Weihnachten 1914 beendet ist.
3. 11 1923 - Das Straßenbahn-Ticket kostet 1,5 Milliarden Mark
München * Der Fahrpreis für die Trambahn liegt bei 1,5 Milliarden Mark.
17. 12 1923 - Der Inflations-Spuk ist vorbei
München * Der Inflations-Spuk ist vorbei. Die Streckenkarte für zwei Teilstrecken der Straßenbahn kostet nur mehr 20 Rentenpfennig. Das bedeutet, dass der Tarif alleine im Jahr 1923 32 Mal erhöht worden ist, wobei auf die Monate Oktober und November dreizehn Erhöhungen fielen.
Da die Inflation gerade den Mittelstand verarmen lässt, der aber zugleich die klassische Nutzerschicht der Trambahn darstellt, gehen die Fahrgastzahlen zurück. Viele Münchner können sich die Straßenbahn einfach nicht mehr leisten.
Um 7 1899 - Die Arbeiten für die Elektrifizierung sind abgeschlossen
München-Haidhausen * Die Arbeiten für die Elektrifizierung des Straßenbahn-Betriebs sind abgeschlossen.
- Die ehemalige Wagenhalle dient jetzt als Motorwagenhalle. Auf jedem der achtzehn Gleise ist Platz für zwei Motorwagen.
- Im Werkstättengebäude baut man die Schmiede zu einer Anhängewagenhalle um, in der vierzehn Wagen untergebracht werden können.
- Die Schreinerei ist in zwei Räume aufgeteilt worden. In dem einen findet die neue Betriebshofwerkstätte ihre Unterkunft, in dem auf einem Gleis drei Motorwagen für Reparaturarbeiten stehen können.
- Der andere Raum dient als heizbare Abteilung zum Trocknen von drei Motorwagen.
- Das Erdgeschoss des Stallgebäudes wird zu einer Anhängewagenhalle umgebaut, in der dreißig Tramwagen untergebracht werden können. Sie hat über die Schlossstraße eine eigene Zufahrt.
- Über eine neu erbaute Schiebebühne im Hof können die Wagen auf zwölf Hallengleise verteilt werden.
- Das Trambahn-Depot in der Thierschstraße wird aufgelassen und das Areal zum Bau von Wohnhäusern an der Liebherrstraße verwendet.
Mit der Elektrifizierung wird die Straßenbahn zum innerstädtischen Massenverkehrsmittel, das die Entstehung dezentraler Wohngebiete und damit das Flächenwachstum der Stadt fördert. Das erhöht andererseits das Verkehrsaufkommen und fordert den weiteren Linienausbau.
1913 - Zusätzliche Direktionsbüros statt Dienstwohnungen
München-Haidhausen * Um zusätzliche Direktionsbüros in der Straßenbahn-Direktion zu schaffen, müssen die Dienstwohnungen im Wohngebäude umgebaut werden.
2007 - Kunst in der ehemaligen Straßenbahn-Direktion
2007:
München-Haidhausen * In die Räume des ehemaligen Trambahndepots in der Einsteinstraße 28 werden für das Haidhauser Künstlerprojekt „OBACHT!“ einige Tage lang genutzt. Daraus entsteht die Idee, die Räume des Hauses nicht nur für eine vorübergehende Ausstellung, sondern für Künstler-Ateliers einzurichten.
Ebenso schnell finden sich einige Kunstschaffende, die in den noch brauchbaren Zimmern ohne Heizung und Wasser ihre Künstlerwerkstätten einrichten. So gründet sich das 19-köpfige „Künstlerkollektiv 1Stein28“.
Einige Bürogemeinschaften, aber auch Start-up-Unternehmen kommen schließlich noch hinzu.
Anno 1813 - Johann Peter von Langer erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche Salettl
Haidhausen * Johann Peter von Langer, Akademiedirektor, erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche Salettl und baut es zum Langer-Schlössl um.
19. 4 1919 - Der Straßenbahnbetrieb wird wieder aufgenommen
München * Karsamstag: Die Stadtverwaltung darf nach über fünftägiger zwangsweiser Stilllegung den Straßenbahnbetrieb wieder aufnehmen. Damit sollen Einnahmen sichergestellt werden.
4 1899 - Aus dem Hafer- und Heumagazin werden Büros
München-Haidhausen * Das künftig überflüssig werdende Hafer- und Heumagazin über der Motorwagenhalle wird zu neuen Bureau-Lokalitäten für die Straßenbahn-Direktion umgebaut.
17. 9 1899 - Die neuen Büros der Straßenbahn-Direktion können bezogen werden
München-Haidhausen * Die neuen Bureau-Lokalitäten für die Straßenbahn-Direktion im ehemaligen Hafer- und Heumagazin können bezogen werden.
1906 - München hat die geringste Straßenbahn-Verkehrsdichte
München * Die Zeit der Münchner Trambahn Aktiengesellschaft nähert sich langsam ihrem Ende, da die Stadt - aufgrund der sich abzeichnenden veränderten politischen Verhältnisse - eine Verlängerung des Vertrages ablehnt.
Das aber auch deshalb, weil München im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten die geringste Straßenbahn-Verkehrsdichte aufweist. So treffen hier im Jahr 1904 auf 10.000 Einwohner lediglich 0,97 Kilometer Tramstrecke, während es in Hamburg 1,89 und in Dresden sogar 3,09 Kilometer sind.
1. 7 1907 - Die Straßenbahn wird ein städtisches Unternehmen
München * Der Vertrag zwischen der Stadt und der Münchner Trambahn Aktiengesellschaft läuft endgültig aus. Das Unternehmen wird nun als Städtische Straßenbahn von der Gemeinde selbst betrieben.
31. 5 1993 - Im Blauen Engel findet der letzte Jodel-Strip statt
München-Haidhausen * Im Blauen Engel in der Wolfgangstraße in Haidhausen findet der letzte „Jodel-Striptease“ statt.
25. 4 1711 - Der neue Haidhauser Kleinwirt Kaspar Öttl erhält das Schankrecht
Haidhausen * Der neue Kleinwirt von Haidhausen, Kaspar Öttl, kann den Erhalt der Wirtschaft sichern, nachdem er von der Hofmarkherrin, der Gräfin Anna Maria von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn, das Schankrecht für Weiß-, Braunbier und Branntwein sowie das Recht zur Haltung von Spielleuten, Kegelplätzen und der Abhaltung von Kindsmählern erhalten hat.
Der Kleinwirt und der Großwirt sind bis in das 19. Jahrhundert hinein die einzigen Wirte in Haidhausen, das heißt, nur die Beiden besitzen das Schankrecht, können also Getränke weitergeben.
1. 6 1993 - Über die Ausziehtechniken im Blauen Engel
München-Haidhausen * Die Münchner Abendzeitung schreibt über den soeben geschlossenen Blauen Engel in der Wolfgangstraße in Haidhausen folgende Zeilen:
„Die Ausziehtechniken im Blauen Engel (Marlene Dietrich dreht sich im Grabe um) waren selten ausgereifter als im ‚bumsfidelen Mädchenpensionat‘. Dafür kostete der Eintritt auch nur fünf Mark. Für drei Mark bekam man von der Kathie ein müdes Bier serviert, bevor sie zur Miß Kate mutiert auf der Bühne ihre Version vom Alpensex zeigte. Tja, nun nicht mehr. Gott sei Dank, werden die einen denken, die in der Prolo-Fleischbeschau nichts Lustiges finden konnten. Schade, so die anderen, die angereiste Bekannte mit dem Dirndl-Sex schocken konnten.“
Das Gebäude an der Wolfgangstraße wird anschließend saniert und darin eine andere Gastwirtschaft eröffnet: das Wasserwerk.
26. 8 1939 - Das männliche Trambahn-Personal wird zur Wehrmacht eingezogen
München * Knapp eine Woche vor dem offiziellen Kriegsbeginn wird das männliche Trambahn-Personal zur Wehrmacht eingezogen. Das führt zu einem deutlich eingeschränkten Fahrbetrieb.
26. 6 1660 - Dem Haidhauser Kleinwirt wird das Weißbierschankrecht genommen
Haidhausen * Dem Haidhauser Mesner und Kleinwirt Georg Pockmayer wird das Weißbierschankrecht genommen. Damit verliert er vorübergehend seine Konkurrenzfähigkeit, da der Großwirt Weißbier, Braunbier und Branntwein ausschenken darf.
1916 - Eine Fahrerschule wird in der Straßenbahn-Direktion eingerichtet
München-Haidhausen * Die Anhängewagenhalle in der Straßenbahn-Direktion wird nochmals verkleinert, da man den Platz für eine Fahrerschule braucht.
18. 8 1812 - Johann Peter von Langer erwirbt ein Grundstück in Haidhausen
Haidhausen * Johann Peter von Langer kauft vom Grafen Anton Clemens von Toerring-Seefeld - um 4.400 Gulden - ein Grundstück. Er lässt das an der Wiener Straße gelegene Salettl des ehemaligen Haidhauser Hofmarksitzes für seine Familiezu einer repräsentativen Künstlerresidenz umbauen.
Die Planungen erstellt der Professor für Architektur an der Münchner Kunstakademie, Carl von Fischer. Die Haidhauser bezeichnen das Anwesen als Langer-Schlössl.
1991 - Die Abräumarbeiten für das Technische Rathauses beginnen
München-Berg am Laim * Die Abräumarbeiten für das Areal des heutigen Technischen Rathauses an der Friedenstraße 40 beginnen.
21. 7 1824 - Graf Toerring-Seefeld verkauft das Patrimonialgericht Haidhausen
Haidhausen * Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld verkauft das Patrimonialgericht Haidhausen um 70.000 Gulden an die Stadt München. Der Verkauf muss rückgängig gemacht werden, da er nicht die Billigung der Regierung findet.
1. 10 1890 - Das Pferdestraßenbahn-Depot wird eingeweiht
München-Haidhausen * Das Pferdestraßenbahn-Depot an der Äußeren-Wiener-Straße (heute: Einsteinstraße 28) kann feierlich eingeweiht werden.
21. 7 1914 - Baubeginn für Franz Stucks Atelierbau
München-Haidhausen * Die Bauarbeiten für den neuen Atelierbau an der Villa von Franz von Stuck beginnen. Den dafür erforderlichen Grund hat er zuvor von seinem Freund, dem kgl. Bayerischen Hofschauspieler und Dichter Konrad Dreher abgekauft.
8. 8 1946 - Die Musikhochschule bezieht die Villa Stuck
München-Haidhausen * Die Studenten der Staatlichen Hochschule für Musik übernehmen die Villa Stuck für ihre Studienzwecke. Zeitweise sind hier bis zu 316 Studierende eingeschrieben, darunter auch - ab Oktober 1946 - Wolfgang Sawallisch.
8. 1 1965 - Hans Joachim und Amélie Ziersch kaufen die Stuck-Villa
München-Haidhausen * Hans Joachim und Amélie Ziersch kaufen die Stuck-Villa um 1,1 Millionen DMark und verpflichten sich, in den Räumen der ehemaligen Künstler-Residenz ein Museum einzurichten. Die Landeshauptstadt München gewährt im Gegenzug einen einmaligen Zuschuss von 500.000 DMark.
13. 9 2000 - Der Ateliertrakt der Villa Stuck wird feierlich eröffnet
München-Haidhausen * Der renovierte Ateliertrakt der Villa Stuck wird feierlich eröffnet.
1943 - Die Villa Stuck wird von einer Sprengbombe getroffen
München-Haidhausen * Die verwaiste Villa Stuck wird von einer Sprengbombe getroffen.
1897 - Franz Stuck erwirbt das Grundstück an der Äußeren Prinzregentenstraße
München-Haidhausen * Der 34-jährige Akademieprofessor Franz Stuck erwirbt das Grundstück an der Äußeren Prinzregentenstraße“und beginnt umgehend mit den Planungsarbeiten für seine Künstler-Residenz.
27. 7 1897 - Franz Stuck reicht die Pläne für sein Künstler-Palais ein
München-Haidhausen * Franz Stuck reicht die Pläne für sein Künstler-Palais bei der Lokalbaukommission in München zur Genehmigung ein. Die Überprüfung der Planungen führen zur umgehenden Ablehnung und der Aufforderung zur Überarbeitung.
9. 10 1897 - Die Erdaushubarbeiten für die Villa Stuck beginnen
München-Haidhausen * Die Erdaushubarbeiten für die Villa Stuck an der Prinzregentenstraße beginnen.
1930 - Die Familie Heilmann-Stuck bezieht kurzfristig die Villa Stuck
München-Haidhausen * Die Familie Heilmann-Stuck bezieht die Villa Stuck, muss aber bald feststellen, dass die ehemalige Künstler-Residenz für die besonderen Bedürfnisse einer Familie mit vier Kindern nur wenig geeignet ist. Aus diesem Grund legen die Heilmanns die Villa Stuck bald still. Mary Heilmann-Stuck geht mit ihren Kindern nach Marqurtstein, Albert Heilmann ist beruflich strak in Berlin engagiert.
30. 4 1945 - Die Villa Stuck wird von den US-Militärbehörden beschlagnahmt
München-Haidhausen * Mit dem Einmarsch der Amerikaner wird die Villa Stuck umgehend von den US-Militärbehörden beschlagnahmt. Da die unteren Räume für Bürozwecke zu dunkel sind, wollen die Amis die Wände weiß übertünchen.Diese Maßnahme kann gerade noch verhindert werden. Auch deshalb, weil die Besatzer ins Nachbarhaus umziehen.
1. 1 1992 - Das Museum Villa Stuck wird wiedereröffnet
München-Haidhausen * Unter dem Wortungetüm Museum Villa Stuck - Eine Stiftung der Landeshauptstadt München mit Schenkung Hans Joachim Ziersch kann die Künstler-Villa wieder eröffnet werden.
30. 8 1928 - Franz von Stuck stirbt im Alter von 65 Jahren
München * Franz von Stuck stirbt im Alter von 65 Jahren in München. Seine Asche wird am Nordfriedhof beigesetzt.
1913 - Stuck gestaltet seine „Amazone“ in Lebensgröße
München-Haidhausen * Franz von Stuck erhält vom „Kölner Kunstverein“ den Auftrag, seine „Amazone“ in Lebensgröße zu gestalten.
24. 8 1897 - Stucks Baupläne werden genehmigt
München-Haidhausen * Franz Stuck legt der Lokalbaukommission die überarbeiteten Pläne für seine Künstler-Villa vor. Jetzt erhält er - nach Zustimmung der Königlichen Regierung von Oberbayern - die Genehmigung zum Bauen.
6 1946 - Die Akademie der Tonkunst soll in die Villa Stuck
München-Haidhausen * Nach einem kurzen Intermezzo im Maximilianeum wird der Akademie der Tonkunst die Villa Stuck als neue Wirkungsstätte für ihren Unterrichtsbetrieb zugewiesen.
22. 12 1813 - Die Haidhauser Schlossstraße entsteht
Haidhausen * Der Direktor der Akademie der Bildenden Künste, Johann Peter von Langer, kauft vom Haidhauser Hofmarkherrn Anton Clemens von Toerring-Seefeld noch weitere Grundstücke aus dem westlichen Teil des ehemaligen Schlossgartens als Bauplätze für Wohnhäuser an der neu angelegten Schlossstraße.
Um 12 1684 - Franz Pongraz von Leiblfing ist mit dem Erreichten noch nicht zufrieden
Haidhausen * Freiherr Franz Pongraz von Leiblfing ist mit dem Erreichten allerdings noch lange nicht zufrieden, weshalb er sich nur wenige Monate später erneut an Max Emanuel wendet und darstellt, dass die vom Regenten erwiesene Gnade „von gar geringer Ergiebigkeit“ sei und er deshalb für sich die „ganze Dorfschaft Haidhausen“ - mitsamt dem „Kirchenschutz“ - als „geschlossene Hofmark“ erbittet.
Um seinen Anspruch zu unterstreichen, hebt er die „in 27 Jahren geleisteten treuen und untertänigst geleisteten Dienste“ hervor. Daraufhin forderte der Baiernherrscher vom „Gericht ob der Au negst München“ eine Stellungnahme.
15. 5 1632 - Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt
München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.
Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden Münchner kommen wieder einmal glimpflich davon. Die Soldateska plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.
20. 10 1685 - Haidhausen wird ungeschlossene Hofmark
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel verleiht - trotz der von seiner Hofkammer dargelegten Einwände mit einem 2. Gnadenbrief dem Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing die Jurisdiktion über die übrigen Häuser und Gründe in Haidhausen, als ungeschlossene Hofmark.
Max Emanuel behält sich wiederum das Jagdscharwerk vor und verlangt außerdem für sich und seine Nachkommen das Recht, die Abtretung der Hofmark gegen ein anderes Aquivalent, ein gleichwertiges Objekt, zu verlangen.
10. 7 1699 - Kurfürst Max Emanuel verzichtet auf sein Einlösungsrecht
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel verzichtet in einem Dekret zugunsten des Grafen Paulus von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn - „auf dessen Lebenszeit“ - auf sein Einlösungsrecht der Hofmark Haidhausen.
6. 3 1706 - Marchesa Anna Maria Katharina besitzt die Hofmark Haidhausen
Hofmark Haidhausen * Erst nach einer gerichtlichen Auseinandersetzungen mit einem Sohn Fuggers aus erster Ehe und durch einen Vergleich kommt Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn in den vollständigen Besitz der Hofmark Haidhausen.
Doch noch immer steht das vom Kurfürsten Max Emanuel beanspruchte Einlösungsrecht im Raum. Die clevere Witwe nutzt jedoch die Zeichen der Zeit.
31. 10 1919 - Anna Bertha Röntgen stirbt in München
München-Bogenhausen * Anna Bertha Röntgen stirbt in München.
18. 8 1684 - Franz Pongraz von Leiblfings Haus wird zum Adelssitz
Haidhausen * Kurfürst Max Emanuel erfüllt die Bitte des Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing in einem Gnadenbrief und erhebt „sein in Haidhausen habentes Haus“ zu einem „der Landtafel einverleibten adeligen Sitz“. Gleichzeitig überlässt der Kurfürst dem Freiherrn die „Vogtei und Niedergerichtsbarkeit über Haus und Garten des Wirtes Georg Krünner und über 43 namentlich aufgeführte Untertanen“, die bislang dem Hofkastenamt unterstanden.
Lediglich das Jagdscharwerk behält sich der Landesherr auch weiterhin vor. Der baierische Kurfürst begründet diesen Schritt mit der „In Ansehung seiner - also Leiblfings - langjährigen und ersprießlichen guten Dienste“.
22. 8 1638 - Philipp Holzhauser darf eine Kapelle in Haidhausen errichten
Haidhausen * Der „Churfürstlich Baierische Rechnungs-Commissarius und Preibeamte zu München“, Philipp Holzhauser, erhält vom Freisinger Bischof Veit Adam Gebeck die Genehmigung, dass er „in seiner aigentumblichen Behausung vnnd Gartten zu Haidthausen negst München Bogenhauser Pfarr“ eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Kreuzes errichten und mit Paramenten und allem zur Feier des hl. Meßopfers Notwendigen versehen darf.
Außerdem erhält er und seine Ehefrau auf Lebenszeit das Recht zugesprochen, dass sie - so oft sie sich in ihrer Besitzung in Haidhausen aufhalten - an einem Messopfer beiwohnen dürfen, das von einem geweihten Priester gehalten wird. Ausgenommen von diesem Recht sind lediglich die Hochfeste Ostern, Pfingsten und Weihnachten.
Philipp Holzhauser muss viel für die Kirche getan haben, dass er solche Privilegien überhaupt erhalten kann. Und tatsächlich treten er und seine Gattin mehrfach als Taufpaten in Erscheinung. Zudem vermacht er der Haidhauser Kirche mehrmals hohe Geldbeträge.
16. 2 1697 - Franz Pongraz von Leiblfing stirbt
München-Graggenau * Reichsgraf Franz Pongraz von Leiblfing, der Haidhauser Hofmarkherr, wird im Franziskaner-Friedhof beerdigt.
9 1697 - Paulus von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn kauft die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Die Erben des Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing verkaufen die Hofmark Haidhausen an den Obristhofmeister Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn.
31. 12 1822 - 798 Familien bevölkern die Hofmark Haidhausen
Haidhausen * 798 Familien, das entspricht rund 4.000 Menschen, bevölkern die Hofmark Haidhausen.
30. 5 1768 - Alois Reichl wird Hofmarkuntertan, Schulmeister und Gerichtszeuge
Haidhausen * Alois Reichl wird vom Haidhauser Hofmarksherrn als Hofmarkuntertan, Schulmeister und Gerichtszeuge aufgenommen.
20. 6 1685 - Die Hofkammer spricht sich gegen eine geschlossene Hofmark aus
Haidhausen * Auch die Hofkammer spricht sich in ihrer Stellungnahme gegen die Bitte des Haidhauser Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing aus, Haidhausen in eine geschlossene Hofmark umzuwandeln. Die Errichtung einer Leiblfing‘schen Hofmark bedeutet nämlich die Ausgliederung aus dem Gericht ob der Au.
12. 3 1686 - Die Dorfgemeinde Haidhausen fühlt sich in ihren Rechten verletzt
Haidhausen * Die Dorfgemeinde Haidhausen fühlt sich durch die Ausdehnung der Hofmarkgerechtigkeit für den Freiherrn Franz Pongraz von Leiblfing auf alle Häuser und Gründe in ihren Rechten verletzt und schreibt dies dem Kurfürsten.
1696 - Veräußerungsverbot der Jurisdiktion und des Scharwerks
München - Haidhausen * Einen kurfürstlicher Erlass verfügt, dass in einer Entfernung von vier bis fünf Meilen um die Hauptstadt keine weitere Jurisdiktion und kein Scharwerk veräußert werden darf und die bereits veräußerten wieder einzuziehen sind. Dies trifft freilich auch auf die Hofmark Haidhausen zu.
17. 3 1802 - Aufforderung zur Gründung einer Kleinkinderbewahranstalt
München - München-Lehel - Au * Die Polizeidirektion wird mit der Gründung einer Einrichtung beauftragt, die dann als Kleinkinderbewahranstalt und heute - in der Weiterentwicklung - als Kindergarten oder Kinderhort bezeichnet wird.
Im Focus stehen „unbemittelte Eltern, die sich außer Haus begeben müssen, um sich vom täglichen Handlohn zu ernähren“. Denn diese „müssen häufig ihre kleinen Kinder einsperren oder unbesorgten Nachbarn anvertrauen, sie auch gar frei herumlaufen lassen, wodurch Unglücksfälle entstehen und die sittliche Erziehung benachteiligt wird“.
Eine solche Einrichtung soll in der Stadt und im Lehel eingerichtet werden. Auch das Gericht ob der Au und das Hofmarkgericht Haidhausen können Vorschläge einreichen.
18. 8 1796 - München wird von allen Seiten belagert
München * Die französischen Revolutionstruppen unter Jean-Victor Moreau nehmen München ein und besetzten das linke Isarufer. Der französische Befehlshaber Moreau gibt der Münchner Stadtbevölkerung die Zusage, dass die Stadt verschont bleibt. Zum Ausgleich plündern sie allerdings die umliegenden Dörfer.
Als Verteidiger belagern die Kaiserlichen und die Condéer das rechtsseitige Isarhochufer. Die Kämpfe dauern bis zum 8. September. Durch einen - von den Österreichern verursachten - Brand wird die Häuserzeile in der Kirchenstraße, vom Hofmarkschloss bis zum Mesmerhaus, in Schutt und Asche gelegt. Den geschundenen Vorstädtern ist es freilich vollkommen egal, ob sie ein Condéer terrorisiert, ein Österreicher drangsaliert oder ein Franzose ausplündert.
6. 2 1812 - Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld stirbt
Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld, der Haidhauser Hofmarksherr, stirbt im Alter von 91 Jahren.
25. 8 1832 - Umbenennung des Haidhauser Ridlerschlößls in Schloss Haidenau
Haidhausen * Das Innenministerium genehmigt die Umbenennung des Haidhauser Ridlerschlößls in Schloss Haidenau.
3. 3 1692 - Kurfürst Max Emanuel erklärt Haidhausen zur geschlossenen Hofmark
Haidhausen * Da Graf Franz Pongraz von Leiblfing in seinem Bestreben, die Erhöhung seines Besitzes in Haidhausen zur geschlossenen Hofmark, nicht nachlässt, erklärt Kurfürst Max Emanuel schließlich die Hofmark des Geheimen und Conferenzrates, Kämmerers, Revisionsrates und Pflegers von Waldmünchen, des inzwischen in den Reichsstand erhobenen Reichsgrafen von Leiblfing - wegen der „vill vnd lange Jar trew geleisteter Dienst vnd aus absonderlichen gnaden“ - mitsamt dem Brunnthal für geschlossen. Damit ist der Haidhauser Schlossbesitzer endlich am Ziel seiner langjährigen Bemühungen.
In seiner geschlossenen Hofmark unterstehen ihm nun alle dem „Hofkastenamte zinsbaren Unterthanen zu Haidhausen“ und nicht nur die Bauern und Dienstboten, die seine Güter bearbeiteten. Neben riesigen landwirtschaftlichen Flächen besitzt der Graf auch das Recht Scharwerke, Bodenzins und sonstige Steuern und Abgaben - also die gesamten Einkünfte aus Haidhausen - einzutreiben. Selbst die Vergabe der Gerechtsamkeiten“ also die Erlaubnis innerhalb der Hofmark ein bestimmtes Handwerk oder Gewerbe ausüben zu dürfen, unterliegen nun ausschließlich seiner Entscheidung.
- Dem Hofmarkherrn unterstehen „im Dorfe 85 Hausbesitzer, die Scharwerkgeld zu entrichten haben.
- In der Schwaige nimmt er von 42 Untertanen Scharwerkgeld und Bodenzins ein.
- Der Großwirt hat Stift und Gilt zu entrichten und Melber, Metzger, Schmid, Hufschmid und Schneider haben unterschiedliche Beträge abzuführen.
- Der jährliche Ertrag der Hofmark beläuft sich auf 188 Gulden 11 Kreuzer“.
- Die Konsequenz aus der Erhebung Haidhausens zur geschlossenen Hofmark ist der Austritt aus dem Verband des Gerichts ob der Au.
Während der Leiblfing‘schen Hofmarkszeit wird die Ansiedlung minderbemittelter Leute stark begünstigt. Jeder, der die Gebühren entrichten und eine Herberge erwerben kann, darf sich niederlassen und heiraten. Zeitgenossen merken kritisch an, dass der Hofmarkherr nur auf seinen Vorteil bedacht ist und sein Streben einzig der Erhöhung seiner Einnahmen gilt. Er ergreift „jede Gelegenheit Geld aus den Untertanen zu pressen, z.B. durch offenbare Begünstigung der Herbergskäufe und Ansässigmachungen und Verehelichungen, wegen der anfallenden Laudemien, Verbriefungs- und anderer Taxen und Sporteln“.
12. 3 1729 - Graf Max Cajetan von Törring-Seefeld erbt die Hofmark Haidhausen
München * Die Gräfin Anna Maria Katharina von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn stirbt. Sie wird in der Gruft der Münchener Damenstiftskirche begraben, wo man ihr „auf das Grab selbsten eine weiße Steinplatten“ errichtet.
- Ihr Palais hat sie ihrem jüngeren Sohn aus erster Ehe, Philipp Josef von Törring-Seefeld, vermacht,
- die Hofmark Haidhausen erhält Max Cajetan Graf von Törring-Seefeld.
30. 6 1812 - Pfarrer Johann Caspar Hallmayr kauft das Haidhauser Hofmarkschloss
Haidhausen * Pfarrer Johann Caspar Hallmayr kauft das Lustgebäud und einen Gartenanteil des Haidhauser Hofmarkschlosses zur Linderung der Schulraumnot. Der auch für Haidhausen zuständige Bogenhausener Pfarrer übt gleichzeitig das Amt des Lokalschulinspektors aus.
18. 4 1685 - Schwere Bedenken gegen eine geschlossene Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Der Auer Gerichtsherr, Dr. Georg Jobst, äußert schwere Bedenken gegen das Leiblfing‘sche Ansinnen, Haidhausen in eine geschlossene Hofmark umzuwandeln. Das Ausscheiden Haidhausens aus dem Verband des Gerichts ob der Au würde zu einem Einnahmeausfall führen, der dem eh schon so kleinen und armen Gericht durch den Entzug von 77 Einwohnern entstehen würde und dass dadurch die Bewohner der Au und Niedergiesings für die gesamten Kosten aufkommen müssten.
27. 4 1701 - Tod des Haidhauser Hofmarkherrn Paul Fugger
München - Haidhausen * Paul Graf Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, Reichshofrat, kurbaierischer Obersthofmeister und Hofmarkherr von Haidhausen, stirbt in München. Der langjährige Vorsitzende des Geheimen Rats gehört zu den einflussreichsten Amtsträgern am Hof des Kurfürsten. Seine letzte Ruhestätte findet er in der Pfarrkirche St. Wolfgang in Mickhausen.
Seine Witwe Anna Maria Katharina de Saint-Germain erhebt Anspruch auf die Hofmark Haidhausen. Da jedoch ein Sohn Fuggers aus erster Ehe das Erbe anficht, gelangt sie erst 1706 nach einem Vergleich in deren vollständigen Besitz.
1760 - 279 Familien leben in der Hofmark Haidhausen
Haidhausen * Die Hofmark Haidhausen umfasst 279 Familien, die in 138 Häusern leben.
12. 9 1825 - Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld will Haidhausen verkaufen
Haidhausen * Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld bietet dem Staatsministerium der Finanzen das Patrimonialgericht Haidhausen zum Kauf an.
10. 2 1923 - Wilhelm Conrad Röntgen stirbt in München
München-Bogenhausen * Wilhelm Conrad Röntgen stirbt in München.
1706 - Die Hofmark Haidhausen umfasst 233 Familien
Hofmark Haidhausen * Die Fugger‘sche Hofmark in Haidhausen umfasst 233 Familien.
31. 12 1803 - Beschreibung der Hofmark Haidhausen
Haidhausen * In der Hofmark Haidhausen befinden sich 201 Häuser und 526 Familien.
1805 - Unhaltbare Zustände in Haidhausen
Haidhausen * Die Baierische Landesregierung gibt der Hofmarkverwaltung die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.
9. 9 1685 - Empfang für das Kurfürsten-Paar in Haidhausen
Haidhausen * „Nachmittags um drei Uhr hatten sich auf dem Anger vor dem Besitztum des Grafen Leiblfing die Kavaliere mit Kutschen und Handpferden versammelt. Auch die kurfürstliche Leibgarde zu Pferd und eine Kompagnie der Bürgerschaft zu Pferde waren angetreten.“ Das Kurfürsten-Paar Max Emanuel und Maria Antonia werden am Haidhauser Schlossanger von den dort versammelten Anwesenden feierlich empfangen.
Nach einer ausführlichen Huldigung des jungen Ehepaares erfolgte schließlich der triumphale Einzug in die nahe Residenzstadt München.
Für die erwiesene Gastfreundschaft wird Kurfürst Max Emanuel dem Haidhauser Schlossbesitzer wieder ein kleines Stück entgegenkommen. Der Landesherr akzeptiert zwar die von seiner Hofkammer gemachten Einschränkungen, wonach Haidhausen nicht zur geschlossenen Hofmark ernannt werden darf, weil dort auch andere die Jurisdiktion ausüben, nämlich:
- das Leprosenhaus am Gasteig über den Kotterhof,
- Graf Preysing, die Ridler und die Jesuiten über ihre Gartengüter sowie
- der Kurfürst selbst über das Brunnhaus und den Jäger im Brunntal.
Außerdem, so die Hofkammer weiter, darf der Kurfürst die Jurisdiktion für eine so große Ortschaft nahe der Landeshauptstadt nie vergeben, da er sich sonst bei auftretenden Unregelmäßigkeiten zuerst an den Hofmarkherren wenden muss, statt sofort selbst einzuschreiten. Dies könnte besonders beim Ausbrechen der Pest oder bei der unerwünschten Ansiedelung von Bettlern und vagierendem Gesindel nötig sein.
10 1919 - Wilhelm Conrad Röntgen zieht in die Maria-Theresia-Straße 11
München-Bogenhausen * Wilhelm Conrad Röntgen findet in der Maria-Theresia-Straße 11 ein neues Zuhause, nachdem ihm seine Wohnung in der Villa an der Prinzregentenstraße 61 wegen Eigenbedarfs gekündigt worden ist. Dort lebt Röntgen bis zu seinem Tod im Jahr 1923.
15. 8 1832 - Schloss Haidenau wird zum Edelsitz
Haidhausen * Das vom Landgerichts-Physikus Dr. Sieber im Jahr 1813 erworbene Ridler-Schlössl wird Edelsitz und erhält den Namen Schloss Haidenau.
1900 - Wilhelm Conrad Röntgen wohnt in der Prinzregentenstraße 61
München-Bogenhausen * Wilhelm Conrad Röntgen und seine Ehefrau Anna Bertha wohnen in den Jahren 1900 bis 1919 in dem neubarocken Herrschaftshaus an der Prinzregentenstraße 61.
10. 12 1901 - Wilhelm Conrad Röntgen erhält den ersten Nobelpreis für Physik
Stockholm * Für seine bahnbrechende Entdeckung der Grundlage der medizinischen Radiologie erhält Wilhelm Conrad Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik. Sein Werk markiert den Beginn der modernen Physik und revolutioniert die medizinische Diagnostik.
10 1919 - Wilhelm Conrad Röntgen wird wegen Eigenbedarf gekündigt
München-Bogenhausen * Wilhelm Conrad Röntgen muss wenige Tage vor dem Tod seiner Frau Anna Bertha die Villa in der Prinzregentenstraße 61 räumen, da der Besitzer, Prinz Alfons, ein Cousin des im Jahr 1918 gestürzten bayerischen Königs Ludwig III., Eigenbedarf angemeldet hat.
1. 7 1960 - Die Pfarrkuratie St. Elisabeth wird zur Stadtpfarrei
München-Haidhausen * Kardinal Joseph Wendel erhebt die Pfarrkuratie zur Stadtpfarrei St. Elisabeth.
4. 6 1816 - Die Pläne zum Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen sind genehmigt
München * König Max I. Joseph genehmigte die Pläne zum Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen. Der endgültige und heutige Standort wird von Johann Georg Soldner sowie von Georg Friedrich von Reichenbach und wahrscheinlich Joseph von Fraunhofer festgelegt.
21. 7 2013 - Eine Gedenktafel für die Widerstandsgruppe Weiße Rose angebracht
München-Haidhausen * Auf dem Gelände des Ostbahnhofs wird eine Gedenktafel auf Privatgrund für die Widerstandsgruppe Weiße Rose angebracht. Zehn Jahre hat der Kampf zwischen den Stadtteilpolitikern und einem Politikwissenschaftler und der Landeshauptstadt angedauert.
17. 8 1799 - Metzgermeister Anton Sailer kauft den Haidhauser Schlossanger
Haidhausen * Graf Anton Clemens von Toerring-Seefeld verkauft den Haidhauser Schlossanger an den Metzgermeister Anton Sailer. Der heutige Johannisplatz heißt vorübergehend Metzgeranger oder auch Saileranger.
27. 10 1988 - Die Strecke für die U 4/5 wird eröffnet
München-Haidhausen * Die Strecke für die U 4/5 wird eröffnet. Gleichzeitig wird der U-Bahnhof Max-Weber-Platz in Betrieb genommen. Im Untergeschoss wird ein nachgebauter Pferdetrambahnwagen aufgestellt.
7. 6 1823 - Max Weber wird in Haidhausen geboren
Haidhausen * Der spätere Magistratsrat Max Weber wird als Sohn eines Haidhauser Bürgers geboren.
1849 - Max Weber wird Gemeindeschreiber von Haidhausen
Haidhausen * Nach seinem Jurastudium erhält Max Weber eine Anstellung am Landgericht Au und wird 1849 Gemeindeschreiber von Haidhausen.
17. 1 1920 - Der Soziologe Max Weber wird aus dem Hörsaal gejagt
München-Maxvorstadt * Als Anfang 1920 der nationalistische Eisner-Mörder, Anton Graf Arco-Valley, aufgrund eines Antrags der Münchner Studentenschaft begnadigt, und damit vor der Hinrichtung bewahrt wurde, tobten die Studenten vor Begeisterung. Professor Max Weber kommentiert dies so:
„Die politischen Morde werden Schule machen. […] Sie haben den Grafen Arco gefeiert, weil dieser, wie es auch meine Überzeugung ist, vor Gericht ritterlich und in jeder Beziehung mannhaft aufgetreten ist. Seine Tat ging aus der Überzeugung hervor, dass Kurt Eisner Schande auf Schande über Deutschland gebracht hat. Dieser Meinung bin ich auch.
Trotzdem ist es eine schlimme Schwäche, ihn zu begnadigen, solange das Gesetz gilt, und ich als Ministerpräsident hätte ihn erschießen lassen. Aber das Ministerium ist vor ihnen zurückgewichen.”
Nach diesen Ausführungen wird der Soziologe aus dem Hörsaal gejagt.
3. 7 1998 - Der Max-Weber-Platz wird in Max-Weber-Platz umbenannt
München-Haidhausen * Am Vormittag versammeln sich unter einem Straßenschild der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, einige Lokalpolitiker und Soziologiestudenten, um bei strömenden Regen auf dem ehemaligen Max-Weber-Platz feierlich eine Tafel zu enthüllen, die kundtat, dass dieser Platz ab sofort Max-Weber-Platz heißt.
Was hier um 11:17 Uhr vollzogen wird, hätte Karl Valentin nicht besser erfinden können.
1996 - Der Max-Weber-Platz soll dem Soziologen gewidmet werden
München-Haidhausen * Bei der Verleihung des Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München an den Münchner Soziologen Ulrich Beck im Alten Rathaus, fordert dieser, dass der Max-Weber-Platz endlich nach dem Soziologen Max Weber benannt werden soll.
Das ist ein Hinweis auf die bis dahin wenig bekannte Tatsache, dass der Platz in Haidhausen nach einem Magistratsrat aus dem 19. Jahrhundert benannt ist, der mit dem Begründer der deutschen Soziologie nur den Namen gemein hat.
1. 10 1854 - Magistratsrat Max Weber und die bauliche Entwicklung der Stadt
München * Nach der Eingemeindung Haidhausens übernahm ihn die Stadtverwaltung Münchens erst als Magistratssekretär, dann als Magistratsrat. In seiner Funktion als Vorsitzender der Lokalbaukommission engagierte er sich für die bauliche Entwicklung der Stadt und besonders den Münchner Osten.
21. 4 1864 - Max Weber kommt in Erfurt zur Welt
Erfurt * Der Soziologe Max Weber kommt in Erfurt zur Welt.
Der Begründer der deutschen Soziologie wird durch seine Forderung nach Wertfreiheit der Wissenschaft bekannt, die jede Wertung aus den Hörsälen und Laboratorien verbannt: „Ein Wissenschaftler kann nie sagen, was sein soll, sondern immer nur beschreiben, was ist.“
1919 - Der Soziologe Max Weber siedelt nach München über
München * An die Isar übersiedelt Max Weber, wo er an der Ludwig-Maximilians-Universität den Lehrstuhl des berühmten Nationalökologen Lujo Brentano übernimmt.
20. 4 1893 - Der Magistratsrat Max Weber stirbt
München-Haidhausen * Kurz nach Eintritt in seinen wohlverdienten Ruhestand, verstirbt der Magistratsrat Max Weber.
1905 - Max Weber erhält einen Platz in Haidhausen
München-Haidhausen * Nach dem Magistratsrat Max Weber wird in Haidhausen ein Platz benannt.
1917 - Max Weber auf Vortragsreisen
München * In München hielt Max Weber viele Vorträge, den berühmtesten anno 1917 vor dem studentischen Freikorps: „Politik als Beruf.”
12 1918 - Der Soziologe Max Weber und die Revolution
Heidelberg * Drei Wochen nach der Revolution schreibt der Soziologe Max Weber: „Die Münchner sind ja völlig verrückt und würdelos”. […] „Wie lange dieser Karneval wohl noch dauert?” Den ersten demokratischen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner nennt Weber den „Hanswursten des blutigen Karnevals”.
1906 - Eine Bedürfnisanstalt am Max-Weber-Platz
München-Haidhausen * Das heute als Zugang über Rolltreppen zur U-Bahn dienende Gebäude wird als Bedürfnisanstalt errichtet und wie folgt beschrieben:
„Es enthält eine Bedürfnisanstalt mit Wärterinzimmer, eine Männerabteilung mit 2 Aborten, eine Frauenabteilung mit 3 Aborten, einen Pißort mit 12 Standplätzen, einen Stationsmeister - und einen Warteraum der Straßenbahn, einen Zeitungsladen und eine geräumige offene Vorhalle.
Das Gebäude ist nur zu einem kleinen Teil unterkellert. Die überbaute Fläche beträgt 128 Quadratmeter. Das aus Backsteinmauer-werk hergestellte Bauwerk ist verputzt, die Dachung mit roten Ziegeln eingedeckt.”
Von den Anwohnern und Hausbesitzern wird Einspruch gegen die Bedürfnisanstalten erhoben und dabei Bedenken in „ästhetischer und sittlicher Beziehung“ ins Feld geführt.
27. 10 1946 - Wie aus Trambahnfrust ein Klassiker entsteht
München * Ferdinand Weisheitinger, besser bekannt als Weiß Ferdl, wird im Rahmen seines Entnazifizierungsverfahrens von einer Spruchkammer in München als „Mitläufer“ eingestuft und muss einen Sühnebetrag von 2.000 Reichsmark zahlen.
Auch sein Auto wird konfisziert. Dadurch ist er gezwungen, von seinem Wohnort Solln zum Platzl mit der Straßenbahn zu fahren. Die Enge und die Leute sind ihm ein Gräuel, weshalb ihm in einem ärztlichen Attest „eine gewisse Angstneurose im öffentlichen Verkehr“ diagnostiziert, und „die Zuteilung eines Pkws dringend befürwortet“ wird.
In dieser Zeit entsteht „Ein Wagen von der Linie 8“, als eine Erinnerung an seine leidigen Trambahnfahrten.
Nach dem 17. 12 1932 - Tischgebet im Maximilianeum
München-Haidhausen * Der als Vorstand der Stiftung Maximilianeum frisch eingesetzt 34-jährige Ministerialrat Hans Rheinfelder erregt Aufsehen, da er das Tischgebet bei den gemeinsamen Mahlzeiten einführt. Das entspricht aber in keinster Weise der Tradition des Zusammenlebens im Maximilianeum. Da Rheinfelder zudem auf ein katholisches Tischgebet besteht, kommt es zuerst zu Protesten der evangelischen Studenten.
1. 5 1919 - Geschütze vor und hinter dem Friedensengel
München-Bogenhausen * Am heutigen Europaplatz beim Friedensengel werden von den Weißen Truppen zwei 15-Zentimeter-Geschütze aufgebaut, direkt am Denkmal Maschinengewehre in Richtung Prinzregentenstraße aufgestellt. Ihr Ziel sind Stellungen der Roten Armee.
Die Rotgardisten schießen aus den Häusern an der Wiedenmayerstraße.
1894 - Ein Stadtpalais für Prinz Friedrich von Hohenzollern
München-Bogenhausen * Die Villa an der Maria-Theresia-Straße 17 wird als Stadtpalais für Prinz Friedrich von Hohenzollern gebaut.
776 - Bogenhausen wird erstmals genannt
Bogenhausen * „Pubenhusen“, das heutige Bogenhausen, wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Schäftlarn genannt.
24. 8 1879 - Einweihung der neuen Johann-Baptist-Pfarrkirche
München-Haidhausen * Einweihung der neuen Johann-Baptist-Pfarrkirche in Haidhausen.
15. 7 1849 - Haidhausen will ein neues Gotteshaus
Haidhausen * Die Gemeinde Haidhausen beschließt den Neubau der Sankt-Johann-Baptist-Kirche am heutigen Johannisplatz.
15. 11 1817 - Die Sternwarte in Bogenhausen geht in Betrieb
Bogenhausen * Die Sternwarte in Bogenhausen geht in Betrieb. Sie hat knapp 50.000 Gulden gekostet.
11. 8 1816 - Der erste Spatenstich für den Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen
Bogenhausen * Der erste Spatenstich für den Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen wird getan. Der Bogenhausener Grund kam teils durch Kauf, teils durch Tausch mit dem Ramersdorfer Grundstück in den Besitz der Baierischen Akademie der Wissenschaften.
Um 1980 - Das Üblackerhäusl wird trockengelegt und restauriert
München-Haidhausen * Nach einem Jahrzehnt Leerstand wird das „Üblackerhäusl“ an der Preysingstraße von der Stadt mit einem Kostenaufwand von 580.000 DM schließlich trockengelegt und restauriert.
Im Inneren des Üblackerhäusls ist ein kleines Herbergenmuseum als Abteilung des Münchner Stadtmuseums untergebracht. Dort wird ein einfacher Wohn- und Schlafraum mit der originalgetreuen Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Umgebung gezeigt. Durch die museale Einrichtung kann ein wenig die Enge damaliger Wohnverhältnisse und die Lebensart der Tagelöhner nachvollzogen werden.
Gerade die ach so traditionsbewussten Münchner, die immer noch ihre scheinbar bäuerliche Abstammung durch eine Verkleidung mit Lederhosen und Dirndl nachzuspielen versuchen, hätten hier die einmalige Möglichkeit ihre eigenen proletarischen Wurzeln zu finden.
Im ehemaligen Ziegenstall der ausgebauten Herberge finden laufend Ausstellungen und Dichterlesungen statt.
17. 10 1852 - Grundsteinlegung für die Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche
Haidhausen * Der Grundstein für die neue Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche wird gelegt.
10. 8 1914 - Auf den Johannisplatz zur Truppenaussegnung
München-Haidhausen * Erstmals marschieren in Haidhausen die Truppen auf dem Johannisplatz zur Truppenaussegnung auf, um vor dem Abmarsch noch den kirchlichen Segen zu erhalten.
„Der Kommandeur hielt eine kernige Ansprache und bat zum Schluss um Gottes Beistand.
Der Priester war unter dem Thronhimmel vor die Kirche getreten und erteilte, das Allerheiligste nach allen Seiten zeigend, den Segen. [...] In allen katholischen Gotteshäusern wurde der Hirtenbrief des Kardinals verlesen, darauf drei Gebete für das Vaterland und unsere Krieger gehalten“.
Solche abendlichen und nächtlichen Aufmärsche mit kirchlichem Segen werden sich noch mehrmals wiederholen.
11. 1 1867 - Gottfried Semper zeigt dem König das Modell des Festspielhauses
München * Gottfried Semper zeigt König Ludwig II. das Modell des Festspielhauses. Der Monarch ist derart angetan, dass er dem Architekten per Handschlag nicht nur den Auftrag zum Bau erteilt, sondern ihn auch einlädt, nach München zu übersiedeln und Oberbaurat sowie Hoftheater-Intendant zu werden.
Da Semper den Platz auf dem rechten Isarhochufer favorisiert, steht freilich sofort die Anlage einer neuen Straße zur Debatte. Gottfried Semper schlägt dafür eine Nord- und eine Südvariante vor.
- Erstere verlängert in leicht geknickter Form die Galeriestraße.
- Der südliche Straßenzug, dem auch der König den Vorzug gibt, ist die Verlängerung der Brienner- und Hofgartenstraße.
Obwohl das Bauterrain vom König nie erworben wird, fertigt Semper dafür bis Dezember 1867 die Planunterlagen an.
13. 12 1864 - Gottfried Semper plant ein Theater für Wagners Musikdramen
Zürich * Durch einen Brief von Richard Wagner erfährt der Architekt Gottfried Semper von der Aussicht, „ein großes Theater im edelsten Stile“ für Wagners Musikdramen ausführen zu können.
28. 5 1967 - Ein neues Ludwig-II.-Denkmal in den Maximiliansanlagen
München-Haidhausen * In den Maximiliansanlagen, zwischen dem Maximilianeum und dem Friedensengel, an der Stelle, an der König Ludwig II. - eigens für die Werke seines verehrten Musikeridols Richard Wagner - ein Festspielhaus errichten lassen wollte, wird die 2,60 Meter hohe Bronzestatue zu Ehren des bayerischen Märchenkönigs enthüllt und der Öffentlichkeit übergeben. Der Bildhauer Anton Rückel hat das Denkmal erschaffen.
Auf einem Granitmonolith, an den vier Bronzereliefs mit Ansichten der Schlösser Linderhof, Herrenchiemsee und Neuschwanstein sowie des geplanten Festspielhauses angebracht sind, steht - als Sinnbild eines gescheiterten Projekts - der in Bronze gegossene bayerische Märchenkönig.
Ihre Inschrift lautet: „Wo Bayerns König Ludwig für Richard Wagners Werke nach Gottfried Sempers Plänen zum Ruhm der ganzen Menschheit den Festbau schaffen wollte, setzt sich das Volk sein Denkmal. A.D. MCMLXVII.“
Es ist dies der Ersatz für ein Standbild, das sich in einem halbrunden Säulentempelchen auf der Corneliusbrücke befand und von den Nazis am 3. Mai 1942 demontiert und als Metallreserve für die Rohstoffversorgung des Reiches nach Hamburg gebracht und zum Bau von Bomben eingeschmolzen wurde.
12 1897 - Ein Monumentalbau, der nie entstand
München * Gottfried Sempers hat die Planunterlagen und das des Festspielhauses fertiggestellt. Sie zeigen den berühmten Architekten auf der Höhe seines Könnens.
Mit dem 175 mal 102 Meter - oder 600 mal 350 bayerischen Fuß - messenden Theater, dem Halbrund des Zuschauerraumes und dem darüber liegenden Bühnenhaus sowie den beiden Seitenflügeln, die die Treppenhäuser und die Gesellschaftsräume beinhaltet hätten, wäre ein Monumentalbau geschaffen worden, mit dem Ludwig II. der Architektur des Maximilianeums ein gleichwertiges Bauwerk an die Seite gestellt hätte.
Das von Gottfried Semper eingeforderte schriftliche Auftragsdekret trifft jedoch nie in Zürich ein, da zwischenzeitlich feststeht, dass der fünf Millionen Gulden teuere Theaterbau nicht entstehen wird.
16. 12 1864 - Ein Festspielhaus ohne Bauplatz
Zürich - München * Der Architekt Gottfried Semper zeichnet eine erste Skizze für das Münchner Wagner-Festspielhaus und reist umgehend nach München, um die genaueren Bedingungen zu erfahren. Doch dort sind die Vorstellungen noch nicht sehr weit gediehen, nicht einmal ein Bauplatz ist im Gespräch.
26. 11 1864 - Ein großes steinernes Theater für Wagners Werke
München-Haidhausen * Dem Bayernkönig Ludwig II. schwebt ein monumentales Bauwerk für ein Festspielhaus vor. Deshalb schreibt der Monarch an Richard Wagner, er habe „den Entschluß gefaßt, ein großes steinernes Theater erbauen zu lassen, damit die Aufführung des Ringes der Nibelungen eine vollkommene wäre“.
König Ludwigs Vorstellungen eines Richard-Wagner-Festspielhauses in München werden jedoch von seiner unmittelbaren Umgebung und von einem großen Teil der Bevölkerung mit Skepsis beobachtet, da der prachtvolle Monumentalbau nur an wenigen Festspieltagen benutzt worden wäre. Das Interesse der Zeitzeugen am weiteren Verlauf von Gottfried Sempers Planungen ist deshalb ebenso groß wie widersprüchlich.
13. 6 1866 - Die Pläne für ein Richard-Wagner-Festspielhaus
Zürich * Der Architekt Gottfried Semper richtet eine Anfrage an das Kabinett des bayerischen Königs, ob er die Pläne für das Richard-Wagner-Festspielhaus schicken soll, die „seit mehreren Monaten zur Vorlage fertig“ seien.
Die schwierige politische Situation, die auch durch den bevorstehenden Krieg gegen Preußen entstanden ist, hat ihn zögern lassen. In den Folgewochen versucht Semper, die Planungen für den Monumentalbau möglichst schnell abschließen zu können.
7. 3 1868 - Gegen den Bau eines Wagner-Festspielhauses in München
München * Das Festspielhaus-Projekt scheitert am Geldmangel und schließlich sogar am Widerstand Richard Wagners, der drei seiner Opern - durch Protektion Ludwigs - in München uraufführen konnte. Cosima von Bülow, Wagners Sekretärin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder, redet Ludwig II. den Plan zum Bau eines Wagner-Festspielhauses in München aus.
Dieses Bauvorhaben ist das erste und zugleich das letzte, bei dem der König in der Bestimmung an das Volk denkt. Bayerns Märchenkönig lässt schließlich überhaupt keinen öffentlichen Bau mehr errichten und zieht sich zurück. Ludwigs Schlösser waren niemals für die Öffentlichkeit bestimmt.
29. 12 1864 - Mündlicher Planungsauftrag für Gottfried Semper
München-Graggenau * König Ludwig II. empfängt den Architekten Gottfried Semper und gibt ihm einen mündlichen Planungsauftrag für das Wagner-Festspielhaus. Auf Sempers Drängen hin fasst man ein Terrain südlich des seit dem Jahr 1857 im Bau begriffenen Maximilianeums ins Auge.
Da Richard Wagner aber keine sechs Jahre bis zur Fertigstellung des neuen Theaters warten will, überredet er den König, für die Zwischenzeit noch ein provisorisches, hölzernes Theater im Glaspalast zu errichten, um - so die Begründung - nach Abschluss des „Rings des Nibelungen“ im Sommer 1867 sofort mit den Aufführungen beginnen zu können. Doch damit wäre die Nutzung des Glaspalastes als Ausstellungsort massiv eingeschränkt worden, weshalb nun zusätzliche Gegner des Projekts auf den Plan treten.
Ungeachtet dieser Diskussion fertigt Gottfried Semper jeweils Zeichenentwürfe und Modelle vom Festspielhaus und vom provisorischen Theater an. Der wagnernarrische König sieht schon seine „Straße gekrönt vom Prachtbau der Zukunft”.
2. 8 1859 - Die Jakobi-Dult wird an den Haidhauser Johannisplatz verlegt
München-Haidhausen * Die Jakobi-Dult wird provisorisch auf den Haidhauser Johannisplatz verlegt.
Erstellung: 1926
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1896
Baustil: klassizisierend
Baustil: klassizisierend
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1970
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: Spätbiedermeier
Baustil: Spätbiedermeier
Erstellung: 1815
Erstellung: 1815
Erstellung: 1830
Erstellung: 1830
Erstellung: 1815
Erstellung: 1830
Erstellung: 1850
Erstellung: 1850
Erstellung: 1830
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1830
Erstellung: 1830
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1910
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1905
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1905
Erstellung: 1862
Erstellung: 1840
Erstellung: 1893
Baustil: neubarock
Erstellung: 1810
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1881
Baustil: neubarock
Baustil: spätklassizistisch
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1850
Architekt: Hocheder Carl d. Ä.
Baustil: neubarock
Erstellung: 1895
Architekt: Preysing
Erstellung: 1850
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1850
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1830
Erstellung: 1840
Erstellung: 1800
Erstellung: 1888
Erstellung: 1800
Erstellung: 1810
Erstellung: 1800
Erstellung: 1850
Baustil: Klassizismus
Erstellung: 1800
Erstellung: 1850
Erstellung: 1925
Erstellung: 1800
Baustil: spätklassizistisch
Erstellung: 1825
Baustil: neubarock
Erstellung: 1900
Architekt: Nieto Sobejano Arquitectos (Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano)
Erstellung: 2021
Baustil: spätklassizistisch
Architekt: Häusler Max, Stürmer Robert, Barbist Alois
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1876
Braun Edeltraud von Stransky
1982
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 207 m | Prinzregentenplatz 16 | Hitler Adolf | 1929 | 1945 | |
| 373 m | Possartstraße 4 | Schäfer Anny | 0 | 0 | |
| 752 m | Prinzregentenstraße 66 | Gürtner Franz | 0 | 0 | |
| 840 m | Possartstraße 37 | Mikorey Franz | 0 | 0 | |
| 842 m | Prinzregentenstraße 60 | Stuck Franz von | 1898 | 1928 | |
| 857 m | Maria-Theresia-Straße 11 | Röntgen Wilhelm Conrad | 1919 | 1923 | |
| 873 m | Ismaninger Straße 68 | Conrad Michael Georg | 0 | 0 | |
| 889 m | Prinzregentenstraße 61 | Röntgen Wilhelm Conrad | 1900 | 1919 | |
| 891 m | Prinzregentenstraße 61 | Prinz von Bayern Alfons | 1919 | 1933 | |
| 892 m | Möhlstraße 2 | Pschorr August | 0 | 0 | |
| 901 m | Sternwartstraße 20 | Feder Gottfried | 0 | 0 | |
| 914 m | Delpstraße 12 | Braun Eva | 1936 | 1945 | |
| 939 m | Ismaninger 76 | Atelier | 0 | 0 | |
| 944 m | Möhlstraße 14 | Münzing Hermann | 0 | 0 | |
| 948 m | Möhlstraße 3 | Kustermann Hugo | 0 | 0 | |
| 955 m | Möhlstraße 16 | Schneider Mathilde | 0 | 0 | |
| 977 m | Möhlstraße 20 | Gutleben Fritz | 0 | 0 |