18. 10 1908 - Die Ausstellung „München 1908“ im neuen Messepark endet
München-Ludwigsvorstadt * Die Ausstellung „München 1908“ im neuen Messepark auf der Theresienhöhe endet. Drei Millionen Besucher haben die neuen Hallen und die Freilufteinrichtungen gestürmt.
15. 10 1843 - Die Grundsteinlegung für die Ruhmeshalle
München-Ludwigsvorstadt * Die Grundsteinlegung für die Ruhmeshalle findet am „Theresientag“ statt.
1853 - Die Ruhmeshalle wird eingeweiht
München-Ludwigsvorstadt * Die Ruhmeshalle wird eingeweiht.
1807 - Die Geburtsstunde der Ruhmeshalle
München * Die Ruhmeshalle-Idee geht auf den Hofgartenintendant Friedrich Ludwig von Sckell zurück, als er dem Kronprinzen Ludwig [I.] den Vorschlag macht, ein baierisches „Pantheon“ [= tempelähnliche Gedächtnis- und Begräbnisstätte nationaler Persönlichkeiten] auf einem Hügel im Englischen Garten als nationale Ruhmeshalle zu errichten.
1824 - Ein Gebäude auf der Höhe der Theresienwiese
München-Ludwigsvorstadt * Noch vor seiner Thronbesteigung schreibt Kronprinz Ludwig [I.] an Leo von Klenze: „Vielleicht auf der Höhe der Theresienwiese wird künftig ein Gebäude aufgeführt werden, ich dachte bereits welches.“ Klenze bemerkt dazu: „Ich habe keine Ahnung, was es sein mag.“ Angedacht ist die Ruhmeshalle.
26. 2 1833 - Der Architektur-Wettbewerb für die Ruhmeshalle
München-Ludwigsvorstadt * Die Ausschreibung für den Bau der Ruhmeshalle wird an Georg Friedrich Ziebland, Friedrich von Gärtner, Joseph Daniel Ohlmüller und Leo von Klenze versandt. Darin sind die groben Vorstellungen des bayerischen Monarchen niedergelegt.
Fest steht nur der Standort an der Sendlinger Anhöhe und die Unterbringung von etwa 200 Büsten. Bis auf eine Einschränkung sind alle Architekturstile zugelassen: „Kopie Walhalla darf dieses Gebäude nicht werden, sind ja auch, so viele dorische Tempel es auch gab, keine Kopie des Pantheons gewesen.“
1809 - Ein Verzeichnis aller großen Baiern
München * Kronprinz Ludwig [I.] beauftragt den Historiker Lorenz Westenrieder, ein Verzeichnis aller großen Baiern aus allen Ständen und allen Berufen anfertigen zu lassen. Eine Auswahl soll in der Ruhmeshalle geehrt werden.
4. 9 1828 - Georg Friedrich Ziebland prescht vor
München-Ludwigsvorstadt * Der junge Georg Friedrich Ziebland präsentiert die ersten Entwürfe für die Ruhmeshalle. Es werden aber noch weitere fünf Jahre vergehen, bis das Projekt wieder aufgegriffen und eine Ausschreibung gestartet wird.
1. 2 1834 - Die Einreichungsfrist für die Ruhmeshalle endet
München-Ludwigsvorstadt * Die Einreichungsfrist für die Planungsentwürfe zur Ruhmeshalle samt eines Kostenvoranschlags ist abgelaufen.
8. 3 1834 - klenze gewinnt den Wettbewerb zur Ruhmeshalle
München-Ludwigsvorstadt * Die Entscheidung für den griechischen Hauptentwurf zur Ruhmeshalle mit der Kolossalstatue fällt zugunsten von Leo von Klenze aus. Ausschlaggebend für die Annahme und Umsetzung von Klenzes Planungen ist sicherlich auch der Kostenvoranschlag, der sich mit 600.000 Gulden auf weniger als ein Drittel von Gärtners Summe beläuft.
Auf dem Entwurf zur Ruhmeshalle ist bereits der erste Entwurf Leo von Klenzes zur „Bavaria“ überliefert. Sein Entwurf der Erzdame weicht jedoch noch stark von der Gestalt der späteren Ausführung ab.
1944 - Bomben treffen die Ruhmeshalle
München-Ludwigsvorstadt * Bomben treffen die Ruhmeshalle und beschädigen sie schwer. Glimpflich kommt dagegen die Bavaria davon.
21. 10 1825 - Der Bauplatz für die Ruhmeshalle steht fest
München-Ludwigsvorstadt * Der neu gekrönte König besichtigt den Jahre zuvor für die Walhalla vorgesehenen Standort, auf dem nun die Ruhmeshalle entstehen soll.
Nur kurze Zeit später erwirbt der Bayernmonarch den Bauplatz am Westabhang der Sendlinger Höhe. Damit können die Planungen beginnen.
9. 2 1834 - Klenze verzögert die Abgabe der Planung aus taktischen Gründen
München-Ludwigsvorstadt * Leo von Klenze verzögert die Abgabe seiner Planungen zur Ruhmeshalle bewusst bis zum 9. Februar 1834. Neben seinem „griechischen“ Entwurf reicht er vorsichtshalber noch drei Alternativen ein, davon zwei im Rundbogenstil, wovon einer eine verblüffende Ähnlichkeit mit Gärtners Entwürfen aufzeigt.
14. 11 1848 - Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler stirbt
München * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler stirbt im Alter von 46 Jahren.
9. 10 1850 - Bei strahlendem Sonnenschein wird die Bavaria enthüllt
München-Ludwigsvorstadt * Noch während des Oktoberfests und bei strahlendem Sonnenschein kann die Bavaria enthüllt werden.
In der ganzen Stadt aufgehängte Plakate künden von einem „Festprogramm zur Feier der Kunsttätigkeit König Ludwigs bei Gelegenheit der Enthüllung des Bayern-Standbildes“. Ein schier endloser Festzug mit geschmückten Wagen der Künstlerschaft und der Handwerker bewegt sich vom Maximiliansplatz zur Theresienwiese.
Endlich kann die Bavaria vor den königlichen Gästen und weiteren Tausenden von Zuschauern enthüllt werden. Unter der extra dafür errichteten überdachten Tribüne haben sich das Ex-Königspaar Ludwig I. und Therese eingefunden, begleitet sind sie von König Otto von Griechenland und der Gemahlin des Prinzen Luitpold.
Nach dem Fall der Bretterverschalung fallen die großen Worte des abgedankten Königs Ludwig I.: „Ich bin 64 Jahre alt, hab‘ viel Schönes gesehen, so Schönes noch nie, ich habe viele Freuden erlebt, eine solche Freude noch nie.“ Voller Bewunderung und in Erinnerung an Kaiser Neros Kolossalstatue, die dem Colosseum in Rom den Namen gab, sprach er: „Nero und ich sind die einzigen, die so großes gemacht haben, seit Nero keiner mehr.“
Das Standbild ist als Personifikation des Landes Bayern gedacht. Von der Sohle zum Scheitel misst die Bavaria 15,78 Meter, bis zum Kranz 18,1 Meter, und vom Sockel sind es gar 30 Meter. Es ist seinerzeit das größte erzene Standbild der Welt. Allein das Erzgewicht beträgt 1.438,66 Zentner.
Über eine Treppe von 126 Stufen kann man innen bis in den Kopf steigen.
22. 6 1850 - Die Bavaria wird auf den Sockel gesetzt
München-Ludwigsvorstadt * Das Fußstück der Bavaria wird auf den hohen steinernen Sockel gesetzt. Weitere Teile folgen.
4 1844 - Ferdinand Miller wird mit dem Guss der Bavaria betraut
München-Neuhausen * Ferdinand Miller wird als Nachfolger von Johann Baptist Stiglmaier mit der Aufgabe des Gusses der Bavaria betraut.
1 1845 - Die Arme der Bavaria werden gegossen
München-Neuhausen * Im Januar und März 1845 werden die Arme der Bavaria gegossen.
11. 10 1845 - Das Bruststück der Bavaria wird gegossen
München-Neuhausen * Das riesige Bruststück der Bavaria wird gegossen. Durch die Hitze des 360 Zentner glühenden Metalls gerät der Dachstuhl in Brand. Dennoch gehen die Arbeiten planmäßig weiter.
1. 12 1849 - Die Bavaria ist gegossen
München-Neuhausen * Der letzte Guss der Riesendame erfolgt.
Bei der Schlussabrechnung ergibt sich für Miller ein Defizit in Höhe von 15.994 Gulden. Die Gesamtaufwendungen der Gießerei belaufen sich auf 218.886 Gulden.
Nach dem Guss bringt man die fertigen Teile der Statue unter großen Transportschwierigkeiten zur Theresienwiese, wo sich die Ruhmeshalle noch hinter Gerüsten und Verschlägen im Bau befindet.
3. 10 1850 - Regen verzögert die Enthüllung der Bavaria
München-Ludwigsvorstadt * Wegen schlechten Wetters wird die geplante Enthüllung der Bavaria verschoben. Die Feier findet sechs Tage später, am 9. Oktober, bei Sonnenschein statt. - „Majestät brauchen Sonne“.
7. 8 1850 - Der Kopf der Bavaria
München-Ludwigsvorstadt * Der Transport des riesigen Kopfes der Bavaria zur Theresienwiese sowie dessen Aufsetzen auf den Rumpf gaben Anlass zu ersten Feierlichkeiten. In einem Triumphzug wird er von zwölf Pferden zum Festplatz gezogen. Im Zuge führt man auch eine geschmückte Büste des verstorbenen Ludwig von Schwanthaler mit.
- König Ludwig I., Königin Therese sowie die Königin von Griechenland sind bei der Vollendung des Standbildes zugegen.
- Vor einer begeisterten Zuschauermenge wird das Schauspiel der dem Kopfe entsteigenden Arbeiter nochmals aufgeführt.
Um 4 1837 - Ludwig von Schwanthaler wird am Ruhmeshallen-Projekt beteiligt
München-Ludwigsvorstadt * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler wird offiziell in das Projekt Ruhmeshalle und Bavaria einbezogen.
Um 11 1839 - Die vorbereitenden Arbeiten an der Bavaria beginnen
München-Neuhausen * Die vorbereitenden Arbeiten an der Bavaria beginnen. Um das Modell im Maßstab 1:1 vorzubereiten, errichtet man der Gießerei ein 80 Fuß hohes, sich nach oben verjüngendes Holzgehäuse, bei dem man alle Wände abnehmen kann. In dieser „Bavariahütte“ erleichtern mehrgeschossige Gerüste und Aufzüge das Arbeiten.
Ab 1841 - Die Figur der Bavaria wird in Gips abgeformt
München-Neuhausen * Die ganze Figur der Bavaria wird in Gips abgeformt.
1843 - Die Bavaria in Originalgröße aus Gips geformt
München-Neuhausen * Alle Teile der Bavaria in Originalgröße in Gips sind vollendet. Nun kann man mit den Vorbereitungen zum Guss beginnen.
2. 3 1844 - Der Erzgießer Johann Baptist Stiglmaier stirbt
München-Neuhausen * Bevor mit dem Gießen der Bavaria begonnen werden kann, stirbt Johann Baptist Stiglmaier.
20. 3 1848 - Geldnöte verzögern die Arbeiten an der Bavaria
München-Neuhausen * Die überraschende Thronentsagung König Ludwigs I. hat auch gravierende Auswirkungen auf die Arbeiten an der Bavaria. Sein Sohn und Nachfolger Max II. verpflichtet sich zwar zu deren Fortführung, sieht dafür aber nur einen Betrag von jährlich 9.000 Gulden vor, der völlig unzureichend ist.
Miller gerät in ernste Geldnöte, und erst als der einstige König aus seinen „privaten“ Mitteln die Finanzierung wieder übernimmt, ist die Vollendung des großen Werks gesichert.
7 1848 - Das gesamte Oberteil der Bavaria ist vollendet
München-Neuhausen * Das gesamte Oberteil der Bavaria ist vollendet. Daraufhin bereitet man den Guss der unteren Hälfte sowie das Modell für den Löwen vor. Alle fertigen Stücke werden einstweilen im Freien neben der Erzgießerei aufgestellt.
11. 9 1844 - Der Kopf der Bavaria wird gegossen
München-Maxvorstadt * Der Kopf der Bavaria wird gegossen.
„Bei dem Herausziehen aus der Dammgrube war große Feierlichkeit im Gießhaus, es war die königliche Familie eingeladen und sehr viele hohe Herrschaften, ist das ganze Gießhaus dekoriert gewesen. 25 Arbeiter haben sich in dem Kopf versteckt und sich aus der Grube herausziehen lassen. […]
Wie der Kopf herausgezogen war […] stiegen die 25 Arbeiter einer nach dem andern aus dem Kopf heraus, jeder solle ein Kompliment gegen den König machen. Viel Spaß machte es den König und der ganzen Gesellschaft.“
1935 - Eine riesige Kongresshalle statt der Ruhmeshalle und der Bavaria
München-Theresienwiese * Georg W. Buchner plant die Beseitigung der Ruhmeshalle und der Bavaria. Statt dessen hätte sich an der Theresienhöhe eine riesige Kongresshalle erhoben.
26. 2 1919 - Zehntausende versammeln sich zum Trauerzug für Kurt Eisner
München * Unterhalb der Bavaria versammeln sich um 8 Uhr Zehntausende zum Abschied von Kurt Eisner. Rund 500 Ordner aus Gewerkschaften und Sozialdemokratie begleiten die Veranstaltung. Arbeiterchor und Chor des Nationaltheaters tragen mit musikalischer Begleitung Eisners „Gesang der Völker“ vor.
Kurz nach 9 Uhr setzt sich der Trauerzug zum Ostfriedhof in Bewegung. An seiner Spitze gehen eine Militärkapelle und der Chor des Nationaltheaters. Es folgen Vertreter sozialistischer Parteien, Gewerkschaften und der Stadtgemeinde, Künstler, Soldaten, russische Kriegsgefangene und zahlreiche weitere Trauernde.
Der etwa eineinhalb Kilometer lange Zug führt über die Nußbaumstraße, den Sendlinger-Tor-Platz, die Fraunhoferstraße und den Nockherberg zum Ostfriedhof. Zehntausende säumen die Straßen. Manche steigen auf Bäume und Denkmäler, um den Zug sehen zu können. Rote Fahnen und revolutionäre Losungen prägen das Bild.
3. 11 1918 - Erste Friedensdemonstration der USPD seit den Januarstreiks
München-Theresienwiese * Um 10 Uhr Vormittag findet auf der Theresienwiese, an der Freitreppe unterhalb der Bavaria, die erste Friedensdemonstration der USPD seit den Januarstreiks statt. Lediglich 800 bis 1.000 Personen nehmen daran teil. Das liegt daran, dass das Generalkommando den Anschlag von Plakaten verboten hatte. Da die finanziellen Mittel zum Druck von Flugblättern fehlten, konnte die Einladungen zu dieser Kundgebung mit hektographierten Handzetteln erfolgen.
Hans Unterleitner erklärt am Versammlungsbeginn, dass die Veranstaltung nur unter folgenden Bedingungen des Polizeipräsidiums genehmigt worden ist:
- Keine Entschließung zu fassen, dass die heutige Regierung durch eine Volksregierung ersetzt werden müsse,
- keine Aufforderung an die Soldaten ergehen zu lassen, die Waffen niederzulegen,
- keine Demonstrationszüge zu veranstalten beziehungsweise hiezu aufzufordern.
Kurt Eisner betont in seiner Rede den Friedenswillen des deutschen Volkes und sagt: „Von der eingerosteten deutschen Regierung in Berlin sind Taten zur Herbeiführung des Friedens nicht zu erwarten, deshalb muss eine Volksregierung in Bayern sofort Frieden schließen“ und fordert auf zum „Sturz der Monarchie“ und zur „politischen Revolution“. Das Abkommen über parlamentarische Reformen vom Vortag bezeichnet er als „unaufrichtig und unzureichend“.
In Hinblick auf die am 30. Oktober in Wien gebildete Staatsregierung der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich sagt Eisner: „Wir grüßen über die Grenze die neue österreichische Republik und fordern, dass eine vom Volk einzusetzende bayerische Regierung mit den deutschen Republikanern Österreichs gemeinsam den Frieden im Namen Deutschlands verkündet, sofern in Berlin nicht der Wille oder die Macht vorhanden ist, den Frieden sofort zu erreichen“.
Aufgrund des Demonstrationsverbots wird im Anschluss an die Versammlung ein Spaziergang nach Stadelheim angetreten.
6. 11 1918 - Eisner und Auer rufen gemeinsam zur Friedenskundgebung auf
München * Große Plakate rufen im Namen von Kurt Eisner (USPD) und Erhard Auer (SPD) für den folgenden Tag zu einer gemeinsamen Massenkundgebung auf der Theresienwiese auf. Die Versammlung soll der Forderung nach Frieden und demokratischen Veränderungen Ausdruck verleihen. Ein Aufruf zur Revolution ist damit zunächst nicht verbunden.
Auer stimmt der Zusammenarbeit trotz anfänglicher Bedenken zu. Die Mehrheitssozialdemokraten wollen die Führung über die Münchner Arbeiterschaft behalten und deren Friedenssehnsucht in geordnete politische Bahnen lenken. Während Auer auf parlamentarische Reformen setzt und einen revolutionären Umsturz verhindern will, sieht Eisner in der Mobilisierung der Bevölkerung die Möglichkeit zu grundlegenden Veränderungen. Die gemeinsame Kundgebung überbrückt damit vorübergehend die Gegensätze zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien.
7. 11 1918 - Zehntausende versammeln sich auf der Theresienwiese
München-Theresienwiese * Gegen 15 Uhr beginnt die gemeinsame Friedenskundgebung von MSPD, USPD und Freien Gewerkschaften. Nach offiziellen Schätzungen nehmen zwischen 40.000 und 60.000 Menschen teil. Sie fordern Frieden, politische Veränderungen und soziale Verbesserungen. Unter den Rednern sind Erhard Auer und Kurt Eisner. Die Versammlung wird zum Ausgangspunkt der Revolution in Bayern.
7. 11 1918 - Soldaten dürfen an der Friedenskundgebung teilnehmen
München-Theresienwiese * USPD, Mehrheitssozialdemokraten und Freie Gewerkschaften rufen gemeinsam zur Friedenskundgebung auf der Theresienwiese auf. MSPD und Gewerkschaften wollen dabei ihren Einfluss auf die Arbeiterschaft behaupten und die Bewegung in geordneten Bahnen halten.
Die Stadtkommandantur verbietet Soldaten zunächst die Teilnahme. Auf Intervention zweier MSPD-Abgeordneter, darunter Erhard Auer, hebt Kriegsminister Philipp von Hellingrath die Anordnung auf. Dienstfreie Soldaten dürfen die Kasernen verlassen; ein Teil der Mannschaften bleibt als Bereitschaft zurück.
6. 11 1918 - Polizei warnt vor einem „großen Schlag“ der USPD
München * Die Polizeidirektion meldet dem Innenministerium, die Münchner USPD plane im Anschluss an die Friedenskundgebung des folgenden Tages einen „großen Schlag“. Innenminister Friedrich von Brettreich lässt Gegenmaßnahmen vorbereiten und verständigt das Kriegsministerium.
Kriegsminister Philipp von Hellingrath versichert, über genügend zuverlässige Truppen zur Unterdrückung möglicher Unruhen zu verfügen. Das Militär soll die Stadt sichern. Uniformierte Polizisten werden zum Schutz der Residenz, der Preußischen Gesandtschaft und der Polizeigebäude vorgesehen; weitere Beamte sollen in Zivil die Stimmung beobachten. Trotz der Warnungen vertraut die Regierung darauf, die Lage beherrschen zu können.
9. 11 1918 - Die Verkehrsverbände rufen zur politischen Mitgestaltung auf
München - Freistaat Bayern * Der Ausschuss der Vereinigten Verkehrsverbände lädt seine Mitglieder durch ein Kreistelegramm und Zeitungsanzeigen zu einer Massenversammlung im Münchner Bavariakeller an der Theresienwiese ein.
Der Aufruf beginnt mit den Worten: „Die Stunde der Erlösung aus tiefster wirtschaftlicher Not ist auch für Euch angebrochen. Jetzt oder nie gilt es, Euch im Rahmen der jetzigen Regierungsgewalt die politische und soziale Machtstellung zu erkämpfen, auf die Ihr auf Grund Eurer Massen und Eurer für das deutsche Wirtschaftsleben ausschlaggebenden wichtigen Berufsarbeit Anspruch habt“..
7. 11 1918 - Der Zug zu den Kasernen bringt die Soldaten auf die Seite der Revolution
München * Von der Theresienwiese ziehen rund 2.000 Arbeiter und Soldaten unter Führung von Kurt Eisner, Ludwig Gandorfer, Felix Fechenbach und Hans Unterleitner zu den Münchner Militärunterkünften. Sie rufen die dort zurückgehaltenen Soldaten auf, sich dem Umsturz anzuschließen.
Zu den ersten Stationen gehören eine Kraftwagenkolonne in der Kazmairstraße und eine Landsturm-Kompanie in der Guldeinschule. Anschließend erfasst die Bewegung auch die Marsfeld-, Türken- und Max-II-Kaserne. Zahlreiche kriegsmüde Soldaten schließen sich dem Zug an; einige nehmen Waffen und Munition mit. Im Militärgerichtsgefängnis befreien die Revolutionäre die Gefangenen. Damit verliert die königliche Regierung innerhalb weniger Stunden ihre militärische Machtbasis in München.
Kurt Eisner zieht sich nach der Einnahme der Guldein-Schule in den Franziskaner-Keller an der Hochstraße zurück. Sicher auch, um einer eventuellen Verhaftung zu entgehen.
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7. 11 1918 - „Es lebe die Revolution!“: Der Aufbruch zu den Kasernen
München-Theresienwiese * Am nördlichen Rand der Theresienwiese spricht Kurt Eisner zu seinen Anhängern. Rote Fahnen, Tafeln und Plakate prägen das Bild. Einige Soldaten und Matrosen haben die Reichskokarden von ihren Mützen entfernt und zeigen damit ihre Abkehr von der bisherigen Ordnung.
Während Mehrheitssozialdemokraten und Gewerkschafter zu ihrem Demonstrationszug aufbrechen, drängen Eisners Mitstreiter zum Handeln. Nach Felix Fechenbachs späterer Schilderung fordert zunächst Eisner entschlossenes Vorgehen; anschließend verspricht der Bauernführer Ludwig Gandorfer die Unterstützung der Landbevölkerung. Fechenbach tritt in Uniform mit einer roten Fahne vor und ruft: „Soldaten! Auf in die Kasernen! Befreien wir unsere Kameraden! Es lebe die Revolution!“
Der Ruf gibt das Signal zum Aufbruch. Die Gruppe zieht zu den Kasernen, wo sich ihr zahlreiche kriegsmüde Soldaten anschließen. Aus der Friedenskundgebung entwickelt sich der revolutionäre Umsturz.
Architekt: Herbert Eduard, Kurz Otho Orlando
Architekt: Vorhoelzer Robert, Holzhammer Franz, Schmidt Walther
Baustil: Neue Sachlichkeit
Erstellung: 1926
Erstellung: 1860
Baustil: Jugendstil
Erstellung: 1931
Architekt: Löwel Friedrich, Hocheder Carl d. Ä.
Baustil: Neurenaissance
Erstellung: 1889
Erstellung: 1900
Erstellung: 1886
Erstellung: 1800
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 602 m | Geroltstraße 24 | Zott Josef | 0 | 0 | |
| 673 m | Kraelerstraße 4 | Endres Fritz | 0 | 0 | |
| 755 m | Gollierstraße 49 | Kühn August | 0 | 0 | |
| 887 m | Lipowskystraße 26 | Meissner Ernst | 0 | 0 | |
| 887 m | Lipowskystraße 24 | Seifert Albert | 0 | 0 | |
| 910 m | Lipowskystraße 30 | Schoyerer Josef | 0 | 0 |