11 1902 - Proteste gegen die Eisenbrücke
München-Giesing * Gegen die Verschiebung der eisernen Wittelsbacher Brücke an die Stelle der heutigen Tierparkbrücke erheben sich - wegen der Zerstörung des Landschaftsbildes - erhebliche Widerstände. Als Alternative soll nun eine Betonbrücke mit fünf Bögen durch Professor Friedrich von Thiersch ausgeführt werden.
18. 9 1904 - Die Thalkirchner Brücke wird dem Verkehr übergeben
München-Giesing * Die in Holz ausgeführte Thalkirchner Brücke, die mit fünfzehn unterschiedlich breiten Brückenjochen den Werkkanal und die Isar mitsamt dem Hochwasserbett überquert, kann eingeweiht werden.
12 1902 - Proteste des Isartalvereins gegen die Brückenplanungen
München-Giesing * Der Isartalverein - unter seinem Vorsitzenden Gabriel von Seidl - will sowohl die Verlegung der eisernen Wittelsbacher Brücke verhindern, befürchtet aber zugleich die Zerstörung des Landschaftsbildes durch eine Betonbrücke.
10 1903 - Die Thalkirchner Brücke soll in Holz gebaut werden
München-Giesing * Die Einwände des Isartalvereins und der Thalkirchner, vor allem aber finanzielle Überlegungen lassen den Münchner Magistrat in Fragen Flussübergang zwischen Giesing und Thalkirchen umdenken. Er beschließt den Bau einer Holzbrücke.
1991 - Die Thalkirchner Brücke wird erneuert
München-Giesing * Die Thalkirchner Brücke wird abgerissen. Der verstärkt auftretende Verkehr hat der Tierparkbrücke zunehmend zu schaffen gemacht. Ihre Tragfähigkeit ist für den Autoverkehr einfach unterdimensioniert, weshalb der Flussübergang nur mit geringer Geschwindigkeit befahren werden darf.
Anschließend entsteht ein 12,4 Millionen DMark teurer Brückenneubau in der parkähnlichen Landschaft des benachbarten Tierparks.
1994 - Die Thalkirchner Brücke ist wieder befahrbar
München-Giesing * Die Thalkirchner Brücke ist wieder aufgebaut. Ihre rostrote Farbe erinnert außerdem an alte Brücken, da man diese in früher Zeit mit einem Anstrich aus Ochsenblut imprägnierte.
1 1901 - Eine Brücke zwischen Giesing und Thalkirchen
München-Giesing * Die Münchner Gemeindevertreter beschließen, Thalkirchen und Giesing mit der bereits vorhandenen eisernen Wittelsbacher Brücke zu verbinden. Thalkirchen war am 1. Januar 1900 nach München eingemeindet worden.
1. 8 1911 - Thalkirchner Brücke alias Tierparkbrücke
München-Giesing * Spätestens seit der Eröffnung des Tierparks Hellabrunn führt der Flussübergang über die Isar den Namen „Tierparkbrücke“, auch weil sie direkt zum Haupteingang des Zoos führt.
1993 - Die Thalkirchner Brücke brennt teilweise ab
München-Giesing * Obwohl an der 186 Meter langen und 12,5 Meter breiten Thalkirchner Brücke überall Hinweisschilder davor warnen, dass die Brücke auch einstürzen kann, ist bisher fast noch nie etwas passierte. Außer, dass die Brücke im Jahr 1993 durch Unachtsamkeit teilweise abbrennt.
30. 4 1945 - Die Elefantenkuh „Lelabati“ räumt die Thalkirchner Brücke
München-Giesing * Am Ende der Nazi-Herrschaft unternehmen Wehrmachtsangehörige den hilflosen Versuch, die amerikanischen Truppen am Weiterzug zu hindern, indem sie die Thalkirchner Brücke mit einem Trambahnwagen blockieren, um so den Vormarsch der amerikanischen Truppen zu verhindern.
Sie können aber nicht mit der Muskelkraft der Elefantenkuh „Lelabati“ aus dem Tierpark Hellabrunn rechnen. Die afrikanische Elefantendame zieht den Wagen ohne Probleme von der Brücke. Nach der Entfernung der Barriere können die Amis mit ihren Panzern und Militärfahrzeugen weiterziehen, ohne dass es dort kurz vor Kriegsende einen Schusswechsel gibt.
1899 - Die Floßlände wird nach Thalkirchen verlegt
München-Thalkirchen * Die Floßlände wird nach Thalkirchen verlegt, da die Kohleninsel in der Zwischenzeit in die Stadtplanung mit einbezogen worden ist.
2022 - Neu Tierpark-Anlagen für Löwen, Wölfe und Flamingo
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn werden die Löwen-Anlage, die Flamingo-Anlage und die Wolfs-Anlage eröffnet.
24. 3 1816 - Die erste Bestattung auf dem jüdischen Friedhof
Thalkirchen * Die Israelitische Kultusgemeinde München hat eine Genehmigung zur Anlage eines jüdischen Friedhofs an der Thalkirchner Straße erhalten. Dieser kann am 24. März 1816 eingeweiht werden. Es ist der erste jüdische Friedhof Münchens seit der Vertreibung der Juden im Jahr 1442.
Zuvor mussten Münchner Juden ihre Verstorbenen außerhalb der Stadt, etwa in Kriegshaber bei Augsburg, bestatten.
2013 - In Hellabrunn wird die Giraffen-Savanne eröffnet
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Giraffen-Savanne eröffnet.
18. 6 2020 - Corona lässt den Umsatz im Tierpark einbrechen
München-Giesing * Die Süddeutsche Zeitung titelt: „Der Tierpark macht wegen der Corona-Krise jeden Tag Zehntausende Euro Verlust – auch nach den neuesten Lockerungen. Bankrott gehen lassen wird die Stadt ihren Zoo aber nicht.“
Dem Münchner Zoologischen Garten fehlen fast vier Millionen Euro an Einnahmen.
3. 4 2022 - Besucherandrang nach Corona
München-Giesing * Nachdem die letzten coronabedingten Schutzmaßnahmen gefallen sind, stürmen die Besucher glücklicherweise den Tierpark Hellabrunn wieder. Der Normalbetrieb kann wieder aufgenommen werden.
Um 5 1929 - Die monatlich erscheinende Tierparkzeitung „Das Tier und wir“
München-Giesing * Mit „Das Tier und wir“ erscheint - herausgegeben vom Tierpark Hellabrunn - monatlich eine neue Tierparkzeitschrift. Die darin veröffentlichten Artikel sind unterhaltsam und populärwissenschaftlich.
24. 4 1922 - Der Verein Zoologischer Garten wird aufgelöst
München-Giesing * Der „Verein Zoologischer Garten“ wird - bei nur zwei Gegenstimmen - aufgelöst.
1. 8 1921 - Ehrenkränze für Zoo-Tiere
München-Giesing * Zum zehnjährigen Bestehen des Tierparks Hellabrunn gibt es zwar wenig Grund zum Feiern, dennoch erhält jedes Tier, das sich seit dem Gründungsjahr 1911 im Münchner Zoo befindet, einen Eichen-Ehrenkranz umgehängt. - Sehr nobel !
23. 7 1922 - Das Tierparkgelände wird für das Publikum endgültig geschlossen
München-Giesing * Das Tierparkgelände wird für das Publikum endgültig geschlossen. Der verbliebene Tierbestand wird in der Inflationszeit für rund 2 Millionen Mark verkauft. Die Käufer sind der Tierpark Nürnberg und die Tierhandlung Ruhe in Alfeld, die die Zoobewohner unter sich aufteilen. Die letzten Bewohner sind der afrikanische Elefant und das Flusspferd, die von einem tschechoslowakischen Zirkus erworben wurden.
1990 - Das Panzernashorn- und Tapirhaus wird eröffnet
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird das Panzernashorn- und Tapirhaus eröffnet.
20. 4 1904 - Für einen Tiergarten in Hellabrunn
München-Giesing * Eine Versammlung aus Befürwortern eines Münchner Zoos einigt sich auf Hellabrunn als künftigen Standort. Natürlich äußern sich die Bedenkenträger wieder lautstark und bemängeln, dass der Platz für den Tierpark so weit draußen wäre.
- Doch der Zoologische Garten befindet sich natürlich im Münchner Burgfrieden und es war jedermann klar, dass „ein Terrain, das für einen Zoologischen Garten in Frage käme, inmitten der Stadt überhaupt nicht vorhanden ist. Es kommt also nur die Peripherie in Betracht.“ Das Hellabrunner Gelände im südlichen Isartal zwischen Harlaching und der Marienklause gelegen, ist das Beste für diesen Zweck, denn hier war „die Luft wegen der in München vorherrschenden West- und Südwinde reiner als in allen übrigen Teilen der Stadt“.
- Weitere Vorteile ist der schier unendliche Wasserreichtum, ein alter, hoher Waldbestand in der Isarauen-Landschaft, der dicht bewaldete Harlachinger Isarsteilhang, der das Gelände vor Wind und Wetter schützte und eine malerische Kulisse für einen Zoologischen Garten bietet sowie die Wiesen, die den ganzen Tag von der vollen Sonne beschienen sind.
9 1950 - Der Tierpark erhält Tiere aus aller Welt
München-Giesing * Sechs Zebras, acht Antilopen, zwei Gazellen, zwei Buschböcke, Strauße, Pelikane, Marabus, Kraniche, Riesenschlangen, Affen und Netzgiraffen in kommen in Transporten in Hellabrunn an. Später kommen sieben Löwen, zwölf Kronenkraniche, mehrere Elefantenschildkröten sowie verschiedene Kleintiere dazu. Die Sensation ist ein afrikanischer Elefant, der erste, der nach dem Krieg nach Deutschland eingeführt wird.
6. 9 1919 - Ein Feuerwerk im Tierpark Hellabrunn
München-Giesing * Ein Feuerwerk zieht so viele Besucher in den Tierpark Hellabrunn, dass die Kassen den Ansturm fast nicht bewältigen können.
Um 1926 - Das Zoo-Projekt wird aktiv weiterverfolgt
München-Giesing * Das Zoo-Projekt wird aktiv weiterverfolgt. Ein „Hilfsbund“ Münchner Bürger wird aktiv, der sich für die Wiedereröffnung des Tierparks einsetzt. Er organisiert unter anderem im eine „Tierpark-Lotterie“ unter dem Motto „Des Münchner Kindls Diagnose: Fürs Münchner Herz die Tierpark-Lose“. Alle 300.000 Lose können verkauft und damit ein Reinerlös von 60.000 Mark erzielt werden.
1927 - Pläne für den Wiederaufbau des Tierparks Hellabrunn
München-Giesing * Der vom „Hilfsbund“ ins Leben gerufene „Tierparkausschuss“ befasst sich mit dem Wiederaufbau des Tierparks Hellabrunn.
Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ formulieren dies so: Hellabrunn kann durch die Tierzucht ein „Hort für Naturschutzbestrebungen“, eine „riesige Zuchtfarm für exotische und zugleich für aussterbende Tiere“ werden, was auch „finanzielle Gewinnmöglichkeiten“ erwarten lässt.
1. 8 1929 - Indianer im Tierparkgelände
München-Giesing * Eine 25 Personen starke Indianertruppe des Zirkus Sarrasani hält sich im Tierparkgelände auf. Big Chief White Horse Eagle, der „Oberhäuptling aller noch lebenden Indianer“, führt - zur Eröffnung des Raubtierhauses - zusammen mit seinem Stamm verschiedene heimatliche Lieder und Tänze auf.
Über die Herkunft des angeblichen Indianerhäuptlings der Osagen ist bis auf seine relativ zweifelhaften Selbstauskünfte nichts bekannt. Angeblich war er 107 Jahre alt und er erklärte, dass er bereits 1887 in Deutschland war und Otto von Bismarck die Hand geschüttelt habe. Zuvor, am 18. Juni, hatte er mit seiner weißen Frau Karl Mays Grab in Radebeul besucht und anschließend für eine Postkartenserie posiert.
1934 - Das Prinzip des Geo-Zoos bringt Hellabrunn international große Anerkennung
München-Giesing * Die Besucherzahlen im Tierpark Hellabrunn steigen stetig an. Und mit dem Prinzip des Geo-Zoos erringt Hellabrunn auch international eine große Anerkennung.
1935 - Im Tierpark werden Gehege um- oder ausgebaut
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn werden einige Gehege um- oder ausgebaut. So die Biberanlage, der Büffelsumpf und die Japanfreianlage.
24. 9 1728 - Graf Preysing erhält öden Grund und Boden „jenseits der Birkenleiten“
Giesing * Kurfürst Carl Albrecht schenkt seinem Obristjägermeister Graf Maximilian Joseph von Preysing sechzig Tagwerk umfassenden öden Grund und Boden „jenseits der Birkenleiten“. Das Gebiet ist freigestellt von allen Abgaben, da es sich im Überschwemmungsgebiet der Isar beziehungsweise des Auer Mühlbachs befindet. Mit dem einmal im Jahr gemähten Bewuchs soll ein Heudeputat für die von Preysing zu unterhaltenden Dienstpferde geschaffen werden.
Das Anwesen, das zuvor zum Gut Harlaching und damit ursprünglich zum Besitz des Klosters Tegernsee gehörte, besteht aus einem Bauernhof und hat die bereits im Jahr 1149 erwähnte Harlachinger Mühle als Nachbarn.
1905 - Die Harlachinger Mühle wird abgebrochen
München-Giesing * Die Harlachinger Mühle neben dem Gut Hellabrunn wird abgebrochen.
1. 5 1923 - Der „Volkspark Hellabrunn“ wird eröffnet
München-Giesing * Der „Volkspark Hellabrunn“ wird eröffnet.
13. 3 1922 - Der Tierpark Hellabrunn soll aufgelöst werden
München-Giesing * Die Inflation hat sich ab 1919 immer mehr ausgeweitet. Die Stimmung in der Bevölkerung und Politik kippt. Ein Zoo gilt zunehmend als überflüssiger Luxus. Bereits während des Krieges hat sich die Versorgungslage stark verschlechtert. Für die meisten stehen ganz andere Probleme im Vordergrund als ein Besuch im Tierpark. Die Jahreshauptversammlung des Tierpark-Vereins beschließt deshalb,
- den Tierbestand zum 1. April aufzulösen und zu verkaufen,
- der Verein soll vorerst weiterbestehen.
30. 1 1929 - Die Münchner Tierpark Aktiengesellschaft wird gegründet
München-Giesing * Der neue Tierpark Hellabrunn wird als „Münchner Tierpark Aktiengesellschaft“ formell gegründet. Diese ist mit einem Startkapital von 600.000 Mark ausgestattet. Die Stadt ist damit Mitbegründerin des Tierparks geworden. Unter den gegebenen Umständen ist die Neugründung ein voller Erfolg.
Heinz Heck ist der Begründer des Erfolgs. Er hat für Hellabrunn ein vollkommen neues Konzept entwickelt: den Geo-Zoo. Der Tierpark ist nach Erdteilen gegliedert und präsentiert damit die Tiere nach Herkunftsregionen. Ziel ist auch, eine harmonische Verbindung der Landschaft mit den Tieren zu schaffen.
1931 - Die Tierpark Aktiengesellschaft kauft das Tierparkgelände
München-Giesing * Die „Münchner Tierpark Aktiengesellschaft“ kann das Tierparkgelände käuflich von der Stadt erwerben.
Hellabrunn ist nach dem Berliner Zoo der zweitgrößte Deutschlands.
20. 3 1754 - Hellabrunn wird zum adeligen Sitz erhoben
Giesing * Hellabrunn wird auf Betreiben von Franz Anton Paur zum adeligen Sitz mit dem Namen „Hellenbrun“ erhoben. Der Name „Hellabrunn“ bedeutet sinngemäß „heller Brunnen“, „klares Wasser“ oder „klare Quelle“. Im Zeitalter des Barock waren derartige, wasserbezogene Bezeichnungen für Lustschlösser und Parkanlagen besonders beliebt, etwa „Fontainebleau“ oder „Clairfontaine“.
Einen vergleichbaren Namen trägt auch das Schloss Hellbrunn bei Salzburg, das vor allem durch seine berühmten Wasserkünste bekannt ist. Der Name „Hellabrunn“ dürfte daher weniger auf eine tatsächlich aus dem Berg hervorsprudelnde Quelle zurückgehen als vielmehr auf eine barocke Namensmode und auf die Wasserspiele der Parkanlagen oberhalb der Au.
Die Wasseranlagen des Schlossgartens Harlaching endeten am Fuß des Berges in rund 25 Fontänen.
1910 - Prinzregent Luitpold übernimmt die Schirmherrschaft für den Tierpark
München-Giesing * Unter - erfüllbaren - Vorgaben übernimmt Prinzregent Luitpold nach einer erneuten Eingabe des „Vereins Zoologischer Garten“ die ihm angetragene Schirmherrschaft, was weitere Mäzene veranlasst, sich ebenfalls für den Tierpark zu engagieren.
- Das Unternehmen Franz Kathreiner‘s Malzkaffee-Fabriken stellt die Mittel für die Eisbären- und Seelöwenanlage bereit.
- Drei Münchner Brauereien - Bürgerbräu, Leistbräu sowie die Spaten-Brauerei - bringen ein Darlehen über 90.000 Mark ins Gespräch, wenn sie dafür „das ausschließliche Recht“ zur Lieferung des Bierbedarfs im Tiergarten überlassen bekommen.
1941 - Der Tierpark passt zur NS-Rassenlehre
München-Giesing * Das nationalsozialistische Regime ist dem Tierpark wohlgesonnen und fördert ihn. Das liegt natürlich auch daran, weil die Tierzucht ideologisch in die Rassenlehre eingebettet werden kann.
Die Nazis werfen dem Zoo aber immer wieder mangelnde nationalsozialistische Gesinnung vor. Das geht so weit, dass im Jahr 1941 die Tierpark-Leitung beschuldigt wird, dass Juden immer noch Zutritt zum Tierpark hätten.
8 1920 - Großer Andrang beim 2. Feuerwerk in Hellabrunn
München-Giesing * Das Feuerwerk-Spektakel im Tierpark Hellabrunn wird wiederholt - und obwohl es regnet, kommen immerhin noch 4.000 zahlende Besucher in den Tierpark.
1993 - Die Villa Dracula wird eröffnet
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Villa Dracula eröffnet.
8 1884 - Initiative zur Gründung eines zoologischen Gartens in München
München * Der „Bayerische Geflügelzüchterverein“ startet die Initiative zur Gründung eines zoologischen Gartens in München.
1888 - Eine Leimfabrik für Hellabrunn
Giesing * Der Fabrikant Julius Kremser stellt bei der Lokalbaukommission den Antrag, auf dem Anwesen Nr. 1 in Hellabrunn eine Leimfabrik zu errichten. Unter der Bedingung, dass Kremser seine Fabrik, nicht wie geplant, direkt an die Straße nach Harlaching baut, stimmt die Behörde dem Antrag zu.
2010 - Tierpark Hellabrunn: erstmals die 1,5-Millionen-Marke überschritten
München-Giesing * Die Besucherzahlen des Tierparks Hellabrunn überschreiten die 1,5-Millionen-Marke.
1. 8 1911 - Der Tierpark Hellabrunn wird feierlich eröffent
München-Giesing * Bei strahlendem Sonnenschein öffnen sich um halb zehn Uhr die Tore des Tierparks Hellabrunn am Haupteingang, dem heutigen Isar-Eingang. Viele Prominente sind gekommen. Die Festlichkeiten finden im Waldrestaurant statt.
- Bei der Tierpark-Eröffnung sind knapp zwei Drittel des Hellabrunner Areals bebaut und angelegt worden. Wichtige Gebäude wie das Dickhäuterhaus, das Aquarium sowie weitere Tiergehege fehlen aber noch.
- Der Tierpark besitzt 212 Säugetiere sowie 323 Vögel und Reptilien. Der Tierbestand ist demnach überschaubar. Die Haltungsbedingungen sind unzureichend, Nachzuchten die große Ausnahme.
1. 8 1914 - Der Kriegsbeginn verschlechtert die Situation im Tierpark Hellabrunn
München-Giesing * In den Friedensjahren von 1911 bis zum Kriegsbeginn am 1. August 1914 hat der Tierpark einen Überschuss von 80.000 Mark erwirtschaftet. Doch die Baukosten von 295.000 Mark und die dafür aufgenommenen Kredite belasten das Tierpark-Unternehmen dann doch sehr.
Mit dem Kriegsbeginn verschlechtert sich die Situation im Tierpark Hellabrunn zusehend.
- Sofort werden 15 Mitarbeiter zum Dienst an der Waffe eingezogen.
- Der Mangel an ausreichendem Futter für die Tiere verstärkt sich im Laufe der Zeit.
- Neue Tiere können nicht mehr angeschafft werden,
- andere Zoobewohner verenden an Mangelernährung,
- das Besucherinteresse geht drastisch zurück.
Um 6 1945 - Der Hellabrunner Tierpark kann wiedereröffnet werden
München-Giesing * Der Tierpark Hellabrunn kann mit Einverständnis der amerikanischen Besatzungsmacht als erster Zoo Deutschlands wieder für Besucher geöffnet werden. Die Begründung dafür ist: „Tiere sind keine Nazis!“
Was die Zoo-Gäste zu sehen bekommen, ist ein trauriges Bild. Dreißig Prozent der Tiere sind dem Krieg zum Opfer gefallen. Auch die Hälfte der Gebäude und Stallungen sind durch Bomben vollständig zerstört worden. Zum Glück ist das Elefantenhaus - als einziges großes Tierparkgebäude in Deutschland - nahezu vollständig erhalten geblieben.
9 1951 - Der Tierbestand von Hellabrunn wächst weiter
München-Giesing * Neun Kängurus aus Australien, dazu ein Flötenvogel, ein Rieseneisvogel, drei fliegende Hunde, sechzig Prachtfinken, zwei Emus sowie Pelikane, Mähnengänse und Trauerschwäne ergänzen den Bestand des Tierparkgeländes in Hellabrunn.
1967 - Erstmals eine Million Besucher in Hellabrunn
München-Giesing * Die jährliche Zahl der zahlenden Gäste im Tierpark Hellabrunn überschreitet erstmals die Millionengrenze.
1902 - Kontroverse Diskussionen um die Hellabrunner Nietenfabrik
München-Giesing * Das Protokoll einer Sitzung des Münchner Magistrats macht deutlich, dass die Meinungen über die Nietenfabrikanlage von Johann Feßler in Hellabrunn so kontrovers wie zu Beginn der Planungen geführt wird.
- Die industriefreundlichen Befürworter betonen, die Fabrikanlage sei durch die Isarauen „dem Auge des Spaziergängers vollkommen entrückt“. Außerdem habe die Stadtverwaltung absolut keine Veranlassung, der Entwicklung des Gewerbes und der Industrie schädigende Hindernisse in den Weg zu legen, vielmehr habe sie alle Ursache, die Entwicklung der Industrie zu fördern.
- Der Gemeindebevollmächtigte Heller betont, er selbst sei Naturfreund „und mir ist auch ein schöner Baum lieber, als ein rauchender Kamin, aber Ausnahmen müssen in diesem Falle unbedingt bei einem so ehrenwerten Bürger Münchens gemacht werden“.
- Dagegen wendet der Gemeindebevollmächtigte Dr. Dürck ein: „Bürgerfreundlichkeit ist eine schöne Tugend, aber der Magistrat ist nicht bürgerfreundlich, der einem einzelnen Bürger zuliebe etwas geschehen lässt, was die Gesamtbürgerschaft auf endlose Zeit hinaus schädigt und belästigt.“
Es entwickelt sich ein Streit zwischen fundamentalistisch fortschrittsgläubigen und „grün-konservativen“ Stadträten.
27. 2 1905 - Der Zoologische Verein will die kostenlose Überlassung Hellabrunns
München-Giesing * Zur Verwirklichung des Projekts Zoologischer Garten Hellabrunn rechnet man mit einer Summe von rund einer Million Mark. Zwei Tage nach der Gründung des Zoo-Vereins wendet sich dieser an den Magistrat der Stadt mit der Bitte, um kostenlose Überlassung von Hellabrunn.
Die Antwort des Bauausschusses lautet: „Die Stadt ist zur Zeit noch nicht in der Lage, dem Verein irgend ein Grundstück zu überlassen.“
23. 5 1928 - Die „Tierpark-Propaganda-Schau“ führt zur Wiedereröffnung des Zoos
München-Giesing * Vom Mai bis Oktober 1928 wird in Hellabrunn eine „Tierpark-Propaganda-Schau“ für die Wiedereröffnung des Tiergartens veranstaltet. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt, die auch das Gelände unentgeltlich zur Verfügung stellt, werden die Tieranlagen provisorisch wieder in Stand gesetzt, Tiere ausgeliehen, Pressekampagnen gefahren und spektakuläre Attraktionen wie gemalte Tierpanoramen und Dioramen der vorzeitlichen Tierwelt vorgeführt.
Die „Tierpark-Propaganda-Schau“ ist finanziell so erfolgreich, dass die Neugründung des Tiergartens unmittelbar aus ihr hervorgeht. Der Tierpark bleibt nach dem Ende der Werbeschau einfach weiter geöffnet. Das ist auch der Grund, weshalb sich als Wiedereröffnungsdatum der 23. Mai 1928 eingebürgert hat.
1909 - Der „Verein Zoologischer Garten“ sucht nach Unterstützung
München-Giesing * Der „Verein Zoologischer Garten“ bemüht sich um die Übernahme des Protektorats durch den Prinzregenten Luitpold und die Unterstützung der Bayerischen Regierung.
- Die Bitte wird jedoch mit Verweis auf die noch unzureichend gesicherte Finanzierung des Vereins abgelehnt. Gleichzeitig wird ausdrücklich betont, dass der Prinzregent den Bestrebungen des Vereins großes Interesse entgegenbringt.
- Das königliche Haus möchte vermeiden, seinen Namen mit einem möglicherweise scheiternden Vorhaben zu verbinden, da das Projekt noch auf unsicherer Grundlage steht.
- Dabei ist das geplante Gelände des neuen Münchner Tierparks mit rund 90 Tagwerk deutlich größer als das anderer deutscher Zoos. Zum Vergleich: Der Zoologische Garten Berlin umfasst lediglich etwa 60 Tagwerk.
2019 - 2,72 Menschen besuchen den Tierpark Hellabrunn
München-Giesing * 2,72 Millionen Menschen kommen in den Geo-Zoo in Hellabrunn. Bei der Inventur zählten die Zoo-Mitarbeiter rund 19.000 Tiere in insgesamt 714 verschiedenen Arten. Die meisten davon sind Fische. Aber auch 88 Arten von Säugetieren sind im Zoo an der Isar beheimatet.
1910 - Emanuel von Seidl plant den Tierpark Hellabrunn
München-Giesing * Der Architekt Emanuel von Seidl erstellt den „künstlerischen Generalplan“ für den Tierpark, den er dem Zoologischen Verein zum Geschenk macht.
Unter geschickter Ausnutzung des Hanggeländes mit seinen gewachsenen Nagelfluhfelsen und der vom Auer Mühlbach durchflossenen Auenlandschaft erschafft er eine naturnahe Tierhaltung. Sein Vorbild ist - auf ausdrücklichen Wunsch des Tierpark-Vereins - der Stellinger Tierpark von Carl Hagenbeck, wobei die landschaftlichen Voraussetzungen in Hellabrunn völlig andere waren als beim vermeintlichen Hamburger Zoo-Vorbild.
1. 9 1939 - Mit dem Kriegsbeginn wiederholen sich die Probleme des Tierparks
München-Giesing * Weitere geplante Objekte für den Tierpark Hellabrunn sind tropische Gewächshäuser, ein Insektarium, ein Tigertal und eine Freianlage für Braunbären und weitere. Durch den Kriegsbeginn müssen sämtliche Bauvorhaben eingestellt werden und kommen nicht zur Ausführung.
Im Tierpark treten die bereits bekannten Probleme wie 25 Jahre zuvor wieder auf.
- Der erste Schritt ist die Einberufung von 19 Tierpflegern.
- Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu Futterproblemen kommen wird.
- Außerdem sinkt die Zahl der Besucher nach Kriegsbeginn auf zehn Prozent gegenüber der Friedenszeit.
31. 12 1922 - Nutzungsvorschläge für das Tierpark-Gelände
München-Giesing * Der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem inzwischen aufgelösten „Verein Zoologischer Garten München“ wird gekündigt. Das löst das eine Welle von Gesuchen und Anträgen zur alternativen Nutzung des Tierpark-Geländes aus. Im Gespräch sind,
- den Park als „Landerholungsersatz“ für bedürftige Münchner Familien oder
- als Schaf- und Rinderweide zur Milchversorgung des städtischen Sanatoriums Harlaching oder des Ordens der Barmherzigen Schwestern zu nutzen.
Andere Interessenten wollen hier
- einen „Park zur Pflege des Sonnen- und Luftbadens“ oder
- einen Raum für Militärkonzerte und Raubtierdressurvorstellungen oder
- eine Geflügelfarm sowie als
- den Sitz der Bavaria Film GmbH genutzt sehen.
Doch alle Wünsche und Nutzungsvorschläge werden abgelehnt, da die Stadt sich mit der Vorstellung beschäftigt, den ehemaligen Zoo in einen „Städtischen Volkspark Hellabrunn“ umzuwandeln.
Im Prinzip ist man sich einig, dass München auf Dauer einen Zoologischen Garten haben muss und der Volksgarten nur eine Übergangslösung darstellt, bis man hier wieder exotische Tiere bestaunen kann.
1 1899 - Eine Nietenfabrik in Hellabrunn
München-Giesing * Der Fabrikant Johann Feßler erwirbt das 58 Tagwerk große Anwesen Nr. 5 und 6 (Hellabrunn) in Harlaching, um dort eine Nietenfabrik zu errichten. Für das Gelände unterhalb der Harlachinger Kirche bezahlt er 550.000 Mark. Der im Oktober 1899 von der Lokalbaukommission München eingeforderte Plan beschreibt die projektierten Fabrikanlagen:
- I. - Kraftanlage und Maschinenhaus,
- II. - Kaltnietenfabrik,
- III. - Warmnietenfabrik,
- IV. - Magazin-Gebäude,
- V. - Mechanische Werkstatt.
10 1899 - Empörung über die Nietenfabrik in Hellabrunn
München-Giesing * Harlachinger Anlieger empören sich über das Vorhaben des Fabrikanten Johann Feßler, in Hellabrunn eine Nietenfabrik zu errichten. Jakob Heilmann schreibt, dass er die Nähe „einer derartigen Fabrik bei einer Villenanlage unmöglich gutheißen“ könne. Außerdem würden die im städtischen Sanatorium in Harlaching untergebrachten Kranken durch Ruß und Qualm geschädigt. Heilmann hatte natürlich Angst, er könnte seine Häuser und Grundstücke in der „Gartenstadt Harlaching“ nur mehr sehr schlecht und mit finanziellen Einbußen verkaufen.
1. 10 1728 - Johann Wolfgang Paur kauft Hellabrunn
Giesing * Graf Maximilian Joseph von Preysing verkauft das Anwesen „jenseits der Birkenleiten“ an den Hofkammersekretär und Gejaidschreiber Johann Wolfgang Paur.
8 1900 - Die Baukommission ist für die Nietenfabrik in Hellabrunn
München-Giesing * Die Baukommission der Landeshauptstadt München, der Polytechnische Verein sowie der Gewerbeinspektor der Stadt sprechen sich unter einigen Auflagen für die Nietenfabrik in Hellabrunn aus.
6 1903 - Die Stadt kauft Teile von Hellabrunn
München-Giesing * Johann Feßlers Nietenfabrik-Plan in Hellabrunn scheitert endgültig, als die Stadt München die Hälfte des Geländes der sogenannten „Feßler‘schen Gründe“ unterhalb von Harlaching für über 600.000 Mark von dem Fabrikanten erwirbt.
6. 12 1905 - Aussicht auf Grundübertragung mit Auflagen
München-Giesing * Die beiden Gemeindekollegien beschließen am 6. November beziehungsweise am 6. Dezember 1906 die Überlassung von Hellabrunn für den Tierpark mit Auflagen.
Die Stadt München überlässt dem Verein Zoologischer Garten die Grundstücke südlich der Thalkirchner Brücke kostenlos für 60 Jahre nur unter der Bedingung, dass der Verein innerhalb von fünf Jahren das fehlende Gelände beschafft und genügend Geld für Bau und Betrieb des Zoos aufbringt.
1903 - Die Gutsgebäude von Hellabrunn werden abgerissen
München-Giesing * Die Gutsgebäude von Hellabrunn werden abgerissen.
1980 - Die Vogel-Voliere wird eröffnet
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Vogel-Voliere eröffnet.
1812 - Hellabrunn in fürstlichem Besitz
Giesing * Nach mehreren Besitzerwechseln kommt der Adelssitz Hellabrunn mit seinen 58 Tagwerk Grund an Carl Friedrich Fürst zu Isenburg-Birstein.
23. 8 1930 - Der Cowboy Club München Süd beteiligt sich am Großen Kinderfest
München-Untergiesing * Der Cowboy Club München Süd beteiligt sich am „Großen Kinderfest“ im Tierpark Hellabrunn. Als Motto wird ausgegeben: „Ein Tag bei den Indianern.“
Architekt: Hartl Hans, Schmidbauer Johann Baptist
Baustil: historisierend
Erstellung: 1912
Erstellung: 1800
Architekt: Heilmann und Littmann
Baustil: neuklassizistisch
Erstellung: 1924
Erstellung: 1904
Erstellung: 1882
Erstellung: 1890
Baustil: neugotisch
| Entfernung | Straße | Name | Von | Bis | Route |
|---|---|---|---|---|---|
| 807 m | Maria-Einsiedel-Straße 45 | Pietzsch Richard | 0 | 0 |