Koordinaten: lat: 48.1251, lng: 11.64538

7. 12 1933 - Antisemitisch motivierte Straßenumbenennungen

 

München-Berg am Laim * Die Schüleinstraße und der Schüleinplatz werden in Halserspitzstraße und Halserspitzplatz umbenannt. Die Umbenennung erfolgt auf Grundlage eines zuvor gestellten Antrags aus dem nationalsozialistischen Stadtrat und ist Teil der antisemitisch motivierten Entfernung jüdischer Namen aus dem öffentlichen Raum. Damit wird die zuvor erfolgte Ehrung des Unternehmers Joseph Schülein rückgängig gemacht.


23. 9 1933 - Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße in Berg am Laim

München-Berg am Laim • Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. 

Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...]

Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“ 

23. September 1933: Antrag auf Umbenennung von Schüleinstraße und Schüleinplatz

München-Berg am Laim * Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...] Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“ 

Der Antrag steht im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Politik, jüdische Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und dem Stadtbild zu verdrängen. Er markiert einen weiteren Schritt der systematischen Ausgrenzung und Diskriminierung der Familie Schülein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.


18. 6 1928 - Der Schülein-Brunnen wird in Betrieb genommen

München-Berg am Laim * Am Schüleinplatz wird der Schülein-Brunnen offiziell in Betrieb genommen. Mit dem Brunnen erhält der nach Joseph Schülein benannte Platz einen repräsentativen Mittelpunkt und ein weiteres sichtbares Zeichen der Erinnerung an den Münchner Brauereiunternehmer. 


7. 8 1945 - Schüleinstraße und Schüleinplatz erhalten ihre Namen zurück

München-Berg am Laim * Die während der nationalsozialistischen Herrschaft umbenannten Straßen und Plätze erhalten ihre ursprünglichen Namen zurück. Aus der Halserspitzstraße wird wieder die Schüleinstraße, aus dem Halserspitzplatz erneut der Schüleinplatz. Mit der Rückbenennung wird die Erinnerung an den Unternehmer Joseph Schülein wieder sichtbar im Stadtbild verankert und eine antisemitisch motivierte Entscheidung der NS-Zeit rückgängig gemacht. 


12. 12 1950 - Die Familie Schülein verzichtet auf die Rückgabe ihrer Grundstücke

München-Berg am Laim * Vor der Wiedergutmachungsbehörde für Oberbayern erklärt die Familie Schülein offiziell den Verzicht auf die Rückgabe ihrer Grundstücke in Berg am Laim. Damit beendet sie die entsprechenden Rückerstattungsverfahren und verzichtet auf die Wiedererlangung des früheren Grundbesitzes.


8. 7 1920 - Straße und Platz werden nach Joseph Schülein benannt

München-Berg am Laim * In Berg am Laim erhalten eine Straße und ein Platz den Namen Joseph Schüleins. Mit dieser Ehrung würdigt die Stadt die Verdienste des Brauereigründers und Unternehmers um die wirtschaftliche Entwicklung Münchens.


12. 7 1984 - Ein Unwetter hinterlässt eine Schneise der Verwüstung

München * Ein Unwetter zieht über den Münchner Osten und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Gegen 20:05 Uhr fallen Hagelkörner, zum Teil so groß wie Tennisbälle, auf die Erde. Sie durchschlagen Dachplatten und Fassadenverkleidungen. Aus Pflanzen und Gemüse wird in wenigen Minuten Matsch.  

  • 400 Menschen werden so stark verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen,  
  • Drei Menschen sterben vor Aufregung.  
  • Rund 70.000 Wohngebäude werden zum Teil erheblich beschädigt,  
  • ebenso 1.000 Gewerbebetriebe, darunter viele Gärtnereibetriebe, deren Gewächshäuser zu Bruch gehen.  
  • 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen werden durch den Hagel umgepflügt,  
  • 150 Flugzeuge werden von den Hagelkörnern demoliert,  
  • über 200.000 Autos werden zerbeult.  

Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Doch das hat gereicht. Das Unwetter richtet den bisher größten Schaden in Deutschland an. Die Versicherungen müssen insgesamt 1,5 Milliarden DMark an Entschädigungen zahlen. 


Kreillerstraße
128 m Route
Schüleinbrunnen
Architekt: Schülein Josef, Seidler Julius
Erstellung: 1928
Schüleinplatz
355 m Route
<p>Schüleinbrunnen (Gedenkbrunnen für Joseph Schülein), Becken mit Säule und Figur, 1928 von Julius Seidler.</p>
Hochbunker
Architekt: Meitinger Karl
Erstellung: 1941
Sonnwendjochstraße 54
470 m Route
Hochbunker, viergeschossiger Turm über achteckigem Grundriss mit Zeltdach und monumentaler Freitreppe, 1941 nach Plänen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaurat Karl Meitinger) als Luftschutzbau Nr. 7 errichtet; freistehend.
Truderinger Straße
772 m Route
Kilometerstein, 2. Hälfte 19. Jh.
Schnitterin-Brunnen
Erstellung: 1939
Damaschkestraße 46
923 m Route
bei Damaschkestraße 46; Schnitterin-Brunnen, mit Steinfigur, 1939 von Georg Gardi nach Entwurf von Simon Leibl.
Baumkirchner Straße 24
927 m Route
Villa, mit Holzschnitzereien und Dachreiter, Ende 19. Jh.; zugehörig Garten mit Gartenhaus, Park mit Allee, an der Straßenseite Torpfeiler und Gitter.

Schüleinplatz
370 m Route
Rahel-Straus-Weg 28
781 m Route
Damaschkestraße 46
921 m Route
Hachinger-Bach-Straße 11
961 m Route
Forellenstraße 5
992 m Route

Schüleinbrunnen
Seidler Julius
1928
Schüleinplatz
370 m Route
Schüleinbrunnen
Rotorbabys
Veit Veronika
2000
Rahel-Straus-Weg 28
781 m Route
Rotorbabys
Schnitterinbrunnen
Leibl Simon, Gardi Georg
1939
Damaschkestraße 46
921 m Route
Schnitterinbrunnen
Hauptsachen
Sauerer Peter
2000
Hachinger-Bach-Straße 11
961 m Route
Hauptsachen
Apfel-Birne
Zybach Andreas
2008
Forellenstraße 5
992 m Route
Apfel-Birne