Altheimer Eck in München Altstadt-Lehel
 

Münchner Straßenverzeichnis


Altheimer Eck: Altheim (Altheim), ein Dorf, das früher an dieser Stelle stand. *1861

Baureferat 1965

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Straßenname Altheimer Eck
Benennung 1861 Erstnennung
Plz 80331
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Hackenviertel
RubrikGeografie
Kategorie Ortsname  
Lat/Lng 48.13735 - 11.57023   
Straßenlänge 0.168 km
1879 Fernberg  
Altheimereck „Im Althaim„ hieß im 14. Jahrhunderte ein Platz außerhalb des alten Stadtgrabens zwischen dem im Jahre 1808 abgetragenen alten Sendlinger- ( später Pütrich-, Ruffini- ) Thore und dem ebenfalls abgebrochenen Chufringer- später schönen Thurme. Auf diesem Platze hatten zur Stadt gehörige Bauern Ställe, Scheunen und dgl. erbaut. derselbe hatte demnach früher ein völlig ländliches Aussehen.
1880 Adressbuch  

Die Bedeutung des Namens erscheint klar; wenn aber mehrere Lokalschriftsteller aus ihm folgerten, daß hier wahrscheinlich die früerste Ansiedelungen Münchens überhaupt, sowie speziell die der Stadt zu suchen seien, – die sogenannten „Mönchshöfe“ (Munichshöfe), kurzweg „bei den Mönchen, Münichen, apud monachos“ genannt, welche die Klöster Schäftlarn, Tegernsee und Wessobrunn hier besaßen- so liegt für eine solche Annahme selbst nicht der geringste Nachweis vor, und überdieß wäre dann sicher eine derartige Niederlassung sofort in das Weichbild der alten Stadt gezogen worden und nicht außerhalb derselben geblieben, wie solches wirklich der Fall gewesen ist. – Das Quartier „im Althain“, lag zwischen der Hackengasse (s. dieselbe) und dem Färbergraben, und ward von dessen Häusercopmplex jene Ecke, welche gegen die Herzogspitalgasse zu lag (Haus nr. 8) schon frühe als „Altheimereck“ bezeichnet, wovonn dann die jetzige Straße, einst als „Althamgasse“ bekannt, den Namen erhielt. Wohl zur Erinnerung an die einstige Lokalität „im Hagka“ ließ Jemand an dem erwähnten Eckhause zwei noch vor fünfzig Jahren sichtbare Hacken anmalen, welche die Veranlassung zu der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufkommenden Verunstaltung „Althammereck“ gaben. Im Novembe 1869 stellte der Magistrat die richtige Schreibweise der alten Benennung wieder her.. Dort, wo das heutige Altheimereck etwa in der Mitte sich hackenförmig biegt, ward in alten Tagen der Schweinemarkt abgehalten, und von daher stammt die bis in das dritte Jahrzehnt unseres Jahrhunders für die westliche (größere) Hälfte der Lokalität vorkommende, debe Bezeichnung „am Saumarkt“, die selbst heute noch hin und wieder vom Volke gebraucht wird. Doch war für diesen Theil des Altheimereckes, der Nähe des Damenstifts-Gebäudes wegen, vorrübergehend auch die Bezeichnung „Stiftsgasse“ üblich. – Ein Theil des „Althaim“ hieß früher „am oberen Elend“, indem im 13. Jahrhundert von der reichen und angesehenen Patrizierfamilie der Sentlinger dortselbst einzweites Pilgrimhaus (bezüglich des „ersten“ und des Begriffes „Elend“ s. Dreifaltigkeitsplatz) mit einem eigenen „Elendseelhaus“ und einem „Elendfreithof“ gestiftet ward. Diese „Sentlinger-Elendhaus“ ist das Haus Nro. 16 am Altheimereck mit seinem alterthümlichen hohen Giebel gewesen, das aber im Juni 1875 als gänzlich baufällig abgebrochen und an seiner Stelle ein neues, staatliches Gebäude errichtet wurde, wodurch zugleich in dieser Straße, deren in mehren Ecken und Winkel hervorspringende Häuser sich bisher unschön darstellten, eine künftig gerade Bauline begonnen werden konnte. Das zweite dazu gehörende Haus Nro. 15 war das „Elendseelnonnenhaus“ und beide wurden von der zur Pfarrei von U. L. Frau zählenden „Bruderschaft der Elenden“ (confraternitas exulum) besorgt. Dies im „Althaim“ befindliche Pilgerherberge nannte man zum Unterschiede von der am Dreifaltigkeitsplatze bestehenden „oberen Elend“. Der Name kommt in den Sal- und Grundbüchern der Stadt, sowie noch in den Münchner Tagblättern des 17. und 18. Jahrhunderts häufig vor. Der Armen- oder „Elendfreithof“ aber lag auf der sogenannten „Hofstatt“ (s. dieselbe). Erst 1780 ließ man das „Elendseelhaus“ als nicht mehr nöthig eingehen und kam die stiftung in das unlängst veräußerte Bart'sche Seelhaus (Nro. 6 der Herzogspitalstraße- s. Barthstraße); die letzer, nach Absterben der anderen übriggebliebene Seelnonne wurde eben dahin versetzt und hieß diese bis an ihr Ende noch die „Seelnonnenwaberl vom Elend“. Die Elendbruderschaft bestand zwar bis zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts, aber, nachdem die Pilgrimhäuser aufgehört hatten, wurden ihre Einkünfte vom Stadtmagistrat in Verwaltung genommen.

Verbindet den nördlichen Theil des Färbergrabens mit der Herzogspitalstraße zunächst der Damenstiftkirche.

1894 Rambaldi  
22. Altheimereck. Verbindet den nördlichen Teil des Färbergrabens mit der Herzogspitalstraße zunächst der Damenstistkirche. Die Bedeutung des Namens erscheint klar-, wenn aber mehrere Lokalschriftsteller aus ihm folgerten, daß hier wahrscheinlich die frühesten Ansiedelungen Münchens überhaupt, sowie speziell die der Stadt zu suchen seien, — die sogenannte »Mönchshöfe« (Munichshöfe), kurzweg »bei den Mönchen, Münichen, apud monachos« genannt, welche die Klöster Schästlarn, Tegernsee und Wessobrunn hier besaßen — so liegt für eine solche Annahme selbst nicht der geringste Nachweis vor, und überdies wäre dann sicher eine derartige Niederlassung sofort in das Weichbild der alten Stadt gezogen worden und nicht außerhalb derselben geblieben, wie solches wirklich der Fall gewesen ist« Das Quartier »im Althaim«, lag zwischen der Hakengasse (s. dieselbe) und dem Färbergraben, und ward von dessen Häuserkomplex jene Ecke, welche gegen die Herzogspitalgasse zu lag (Haus Nr. 8) schon früher als »Altheimereck« bezeichnet, wovon dann die jetzige Straße, einst als »Althamgasse« bekannt, den Namen erhielt. Wohl zur Erinnerung an die einstige Lokalität »im Hagka« ließ jemand an dem erwähnten Eckhause zwei noch vor fünfzig Jahren sichtbare Hacken anmalen, welche die Veranlassung zu der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufkommenden Verunstaltung »Althammereck« gaben. Im November 1869 stellte der Magistrat die richtige Schreibweise der alten Benennung wieder her. Dort, wo das heutige Altheimereck etwa in der Mitte sich hakenförniig biegt, ward in früheren Tagen der Schweinemarkt abgehalten, und von daher stammt die bis in das dritte Jahrzehnt unseres Jahrhunderts für die westliche (größere) Hälfte der Lokalität vorkommende, derbe Bezeichnung ,,am Saumarkt«, die selbst heute noch hin und wieder vom Volke gebraucht wird. Doch war für diesen Teil des Altheimereckes, der Nähe des Damenstifts-Gebäudes wegen- vorübergehend auch die Bezeichnung »Stiftsgasse« üblich. Ein Teil des »Althaim« hieß früher »am oberen Elend«, indem im 13. Jahrhundert von der reichen und angesehenen Patriziersamilie der Sendlinger dortselbst ein zweites Pilgrimhaus (bezüglich des »ersten« und des Begriffes »Elend« s. Dreifaltigkeitsplatz) mit einem eigenen Elendseelhaus« und einem »Elendfreithof« gestiftet ward. Dieses »Sentlinger-Elendhaus« ist das Haus Nr. 16 am Altheimereck mit seinem altertünilichen hohen Giebel gewesen, das aber im Juni 1875 als gänzlich baufällig abgebrochen und an seiner Stelle ein neues, stattliches Gebäude errichtet wurde, wodurch zugleich in dieser Straße, deren in mehreren Ecken und Winkeln vorspringende Häuser sich bisher unschön darstellten, eine künftig gerade Baulinie begonnen werden konnte. Das zweite dazu gehörende Haus Nr. 15. war das »Elendnonnenhaus« und beide wurden von der zur Pfarrei von U. L. Frau zählenden »Bruderschaft der Elenden« (confrateenium exulum) besorgt. Diese »im Althaiin« befindliche Pilgerherberge nannte man zum Unterschiede von der am Dreifaltigkeitsplatze bestehenden am »oberen Elend«. Der Name kommt in den Sal- und Grundbüchern der Stadt, sowie noch in den Münchner Tageblättern des 17. und 18. Jahrhunderts häufig vor. Der Armen- oder »Elendfreithof« aber lag auf der sogenannten Hofstatt.
1943 Adressbuch  
Nach der hier früher hier befindlichen uralten Niederlassung Altheim.

Verbindet den Färbergraben mit der Herzogspitalstraße nächst der Damenstiftskirche.

1965 Baureferat  
Altheimer Eck: Altheim (Altheim), ein Dorf, das früher an dieser Stelle stand. *1861

Straßenbenennungen

Straße von Grund bis Grund
Althaim1369ErstnennungKein Grund angegeben
Elend1369Erstnennung1708Umbenennung
Altemgasse1570ErstnennungKein Grund angegeben
Altheimer Eck1861Erstnennung
StraßeNameArchitektBaustilJahr
Altheimer Eck 5Geschäfts- und MietshausOstenrieder Max deutsche Renaissance1899
Altheimer Eck 6Geschäfts- und MietshausReifenstuel, M.
Altheimer Eck 9Geschäfts- und MietshausNeurenaissance1890
Altheimer Eck 13GeschäftshausHeilmann und LittmannJugendstil1908
Altheimer Eck 15Nordflügel des DamenstiftesBöhm Theobald spätbarock
StraßeNameArtJahrBild
Altheimer EckRichard Strauss2019
Altheimer Eck 15Theobald BöhmGedenktafel
Altheimer Eck 15DamenstiftGedenktafel
Altheimer Eck 16Richard StraussGedenktafel2015
StraßeNamevonbis
Altheimer Eck 15Böhm Theobald
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