Ludwig Thoma (* 21. Januar 1867 in Oberammergau; † 26. August 1921 in Tegernsee) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde.
Seine Büste steht in der Ruhmeshalle in München.
Für den Miesbacher Anzeiger verfasste er in den letzten 14 Monaten seines Lebens 175 größtenteils (bis auf fünf Fälle) anonyme und meist antisemitische Hetzartikel, vor allem gegen die Regierung in Berlin und die Sozialdemokratie. Aber auch über das jüdische Bürgertum schrieb er beispielsweise: „Teiteles Cohn und Isidor Veigelduft, die dürfen im Sommer nach wie vor ihre verschnörkelten Haxen in die Lederbuxen stellen, am Arm ihre Rebekka im Dirndlg’wand, nach Veilchen und Knoblauch duftend.“ Er bezeichnete die Reichshauptstadt Berlin als „Entenpfuhl“ und eine „Mischung von galizischem Judennest und New Yorker Verbrecher-Viertel“, beschrieb in völkischem Vokabular eine „tiefgewurzelte, in der Rasse begründete, … Eigenart“ und beschimpfte die Weimarer Republik als „charakterlose Deppokratie“. Er nannte deren Vertreter „dieses traurige Saupack aus Tarnopol und Jaroslau“ und hob hervor, dass „wir außer dem Itzig von der Promenadenstraße noch etliche vom Stamme Levi abgeschossen haben …“ (in der Promenadenstraße wurde der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner erschossen). Und den jüdischen Verleger Rudolf Mosse beschimpfte Thoma mit den Worten „Lausejunge mit dem Krauselhaar und deinen geschneckelten Fortbewegungsscheren“.
Die Stadt München hat zu seinen Ehren ab 1967 jährlich eine Ludwig-Thoma-Medaille verliehen, die Verleihung jedoch 1990 nach Bekanntwerden seiner nationalkonservativen Haltung, der antisemitischen Parolen und antisozialistischen Polemik eingestellt.
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Vorgemerkt zur Umbenennung
In den letzten 14 Monaten seines Lebens verfasste Ludwig Thoma für den Miesbacher Anzeiger 175 meist anonyme, stark antisemitische Hetzartikel. Er diffamierte das jüdische Bürgertum mit rassistischen Klischees, beschimpfte Berlin als „galizisches Judennest“ und die Weimarer Republik als „Deppokratie“. Mit völkischem Vokabular sprach er von „rassischer Eigenart“ und verhöhnte jüdische Persönlichkeiten wie Rudolf Mosse. Seine Texte richteten sich besonders gegen die Sozialdemokratie und zeugen von einer radikalen ideologischen Verrohung vor seinem Tod.
Bildrechte: Gemeinfrei (Wikipedia 2017)
Porträt von Ludwig Thoma von Karl Klimsch, vermutlich 1909
| Straßenname | Ludwig-Thoma-Straße |
|---|---|
| Benennung | 22.4.1947 Eingemeindung (Umb.) |
| Plz | 81245 |
| Stadtbezirk | 21. Pasing-Obermenzing | Neupasing |
| Rubrik | Personen |
| Kategorie | Rechtsanwalt Schriftsteller |
| Gruppe | Simplicissimus Ruhmeshalle |
| Lat/Lng | 48.15207 11.46012 |
| Straßenlänge | 117 m |
| Person | Thoma Ludwig |
|---|---|
| Geboren | 21.1.1867 [Oberammergau] |
| Gestorben | 26.8.1921 [Tegernsee] |
| Kategorie | Rechtsanwalt Schriftsteller |
| Gruppe | Simplicissimus Ruhmeshalle |
| Nation | Deutschland |
| Konfession | katholisch |
| GND | 118622072 |
| Leben |
Ludwig Thoma (* 21. Januar 1867 in Oberammergau; † 26. August 1921 in Tegernsee) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde. Seine Büste steht in der Ruhmeshalle in München. Für den Miesbacher Anzeiger verfasste er in den letzten 14 Monaten seines Lebens 175 größtenteils (bis auf fünf Fälle) anonyme und meist antisemitische Hetzartikel, vor allem gegen die Regierung in Berlin und die Sozialdemokratie. Aber auch über das jüdische Bürgertum schrieb er beispielsweise: „Teiteles Cohn und Isidor Veigelduft, die dürfen im Sommer nach wie vor ihre verschnörkelten Haxen in die Lederbuxen stellen, am Arm ihre Rebekka im Dirndlg’wand, nach Veilchen und Knoblauch duftend.“ Er bezeichnete die Reichshauptstadt Berlin als „Entenpfuhl“ und eine „Mischung von galizischem Judennest und New Yorker Verbrecher-Viertel“, beschrieb in völkischem Vokabular eine „tiefgewurzelte, in der Rasse begründete, … Eigenart“ und beschimpfte die Weimarer Republik als „charakterlose Deppokratie“. Er nannte deren Vertreter „dieses traurige Saupack aus Tarnopol und Jaroslau“ und hob hervor, dass „wir außer dem Itzig von der Promenadenstraße noch etliche vom Stamme Levi abgeschossen haben …“ (in der Promenadenstraße wurde der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner erschossen). Und den jüdischen Verleger Rudolf Mosse beschimpfte Thoma mit den Worten „Lausejunge mit dem Krauselhaar und deinen geschneckelten Fortbewegungsscheren“. Die Stadt München hat zu seinen Ehren ab 1967 jährlich eine Ludwig-Thoma-Medaille verliehen, die Verleihung jedoch 1990 nach Bekanntwerden seiner nationalkonservativen Haltung, der antisemitischen Parolen und antisozialistischen Polemik eingestellt. |
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1965 Baureferat
Ludwig-Thoma-Straße: Ludwig Thoma (1867-1921), bedeutender bayer. Heimatdichter und Schriftsteller, Mitarbeiter und später Leiter des .Simplicissimus"; seine Bauernromane und Volksstücke sind voller Humor und Satire (z. B. Lausbubengeschichten", „Moral“, „Josef Filsers Briefwechsel“). *1947| Datum | Zeitung | Titel |
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| 06.07.2021 | Süddeutsche Zeitung | Debatte um Straßen-Umbenennung |
| 23.06.2021 | Münchner Merkur |
Antisemitische Ausfälle: Ludwig Thoma in München unter Beschuss
MÜSSEN STRASSEN, SCHULEN UND PLÄTZE UMBENANNT WERDEN? |
Straßenbenennungen
| Straße | Von | Grund | Bis | Grund |
|---|---|---|---|---|
| Hans-Thoma-Straße | 1.4.1938 | Eingemeindung | 22.4.1947 | Eingemeindung (Umb.) |
| Ludwig-Thoma-Straße | 22.4.1947 | Eingemeindung (Umb.) |
Literatur