1879 Fernberg
Karmelitenstraße. Kurfürst Max I., das Haupt der kartholischen Liga im 30jährigen Kriege, war auch ein Freund der Klöster. Wie er 1600 den Kapuzinern ein Kloster gründete, so gelobte auch er den Karmeliten ein solches und bestimmte hiezu verschiedene Schenkungen. Den Bau selbst führte aber erst sein Sohn und Nachfolger Ferdinand Maria aus. In den ehemaligen Klosterräumen befindet sich jetzt das Ludwigsgymnasium und das kgl. Erziehungsinstitut.
1880 Adressbuch
Die westliche Begrenzung derselben bildet das ehemalige Karmeliter-Kloster nebst der gleichnamigen Kirche, von Herzog Max. I. am 8. Nov. 1620 votiert, aber erst von seinem Sohne Kurfürst Ferdinand Maria in Ausführung gebracht, welcher zu ihm wie auch zum Gotteshause am 2.. Juli 1657 den Grundstein legte- Letzteres ward am 5. Sept. 1660 dem hl. Nikolaus geweiht, und nach der Säkularisation von 1802 als Studienkirche bestimmt. Der ehemalige kleine „Karmeliterplatz“ ist theils im Promenadeplatz, theils in der Pfandhausstraße aufgegeangen.
1894 Rambaldi
320. Karmeliterstraße. Verbindet die Ettstraße bei der Michaelskirche mit dem westlichen Ende des Promenadeplatzes. Die westliche Begrenzung derselben bildet das ehemalige Karimeliterkloster *) nebst der gleichnamigen Kirche. Kurfürst Maximilian I. votierte vor dem Sieg am weißen Berg bei Prag am 8. Nov. 1620, daß, wenn er siegreich aus Böhmen zurückkehren würde, er die Karmeliten in seine Staaten aufnehmen wollte, wozu die Thatsache den Ausschlag gegeben haben mag, daß der Karmelitermönch Dominikus a Jesu Maria ein Kruzifix in der Rechten, die Reihen des bayer. Heeres durchritt und durch seine von glühender Begeisterung getragenen Mahnworte an die Soldaten den Sieg herbeiführen half. **) Da Maximilian I. aber bald mit Tod abging, erfüllte sein Sohn Ferdinand Maria das väterliche Vorhaben und legte sowohl zum Kloster, als auch zum Gotteshause am 22. Juli 1657, den Grundstein. Letzteres wurde am 5. September 1660 zu Ehren des hl. Nikolaus, dessen Kapelle schon früher ohnweit hievon gestanden war (s. Neuhauserstraße), eingeweiht. Im Kloster wurde nach der Säkularisation im Jahre 1802 ein Knabenerziehungsinstitut, nach seinem Gründer Holland’sches Institut genannt (jetzt Ludwigsgymnasium und k. Erziehungsinstitut für Studierende) untergebracht und die Kirche als Studienkirche verwendet- Der ehemalige kleine ,,Karmeliterplatz« ist teils im Promenadeplatz, teils in der Pfandhausstraße aufgegangen.
*) Vgl. Lipowsky ll., S. 329. **) Fs. Trautmann, Alt-Münchener Wahr- und Denkzeichen. Des Mönches Porträt befindet sich in der Sammlung des histor. Vereins von Oberbayern.1943 Adressbuch
Ehemaliges Karmeliterkloster mit der gleichnamigen Kirche [erbaut 1657-1660]; aufgehoben 1802; jetzt Institut Albertinum.
Verbindet die Ettstraße bei der Michaelskirche mit dem Ritter-von-Epp-Platz.
1965 Baureferat
Karmeliterstraße: Nach dem Karmeliterkloster, das Kurfürst Ferdinand Maria 657 bis 1660 an dieser Straße erbauen ließ; er erfüllte damit ein Gelübde seines Vaters, Kurfürst Maximilian I., vor der Schlacht am Weißen Berg bei Prag (1620). Das 1802 säkularisierte Kloster besteht nicht mehr. Seine kriegszerstörte und 1955 bis 1957 wieder aufgebaute Kirche dient jetzt als Metropolitanarchiv und -bibliothek. *um 1660