Münchner Straßenverzeichnis

   Cosimastraße          

† vor 90


Wagner Cosima
Cosima Wagner
Bildrechte: anonym, Cosimawagner1877london, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Cosima Francesca Gaetana Wagner (* 24. Dezember 1837 in Bellagio am Comersee, Königreich Lombardo-Venetien, Habsburgermonarchie; † 1. April 1930 in Bayreuth; geb. Cosima de Flavigny) war eine Tochter der Schriftstellerin Gräfin Marie d’Agoult und des Komponisten Franz Liszt, Gattin des Dirigenten Hans Freiherr von Bülow und später zweite Ehefrau Richard Wagners. Nach dessen Tod 1883 leitete sie bis 1906 die Bayreuther Festspiele.

Cosima war ein wesentliches Bindeglied zwischen dem Antisemitismus ihres Ehemanns Richard Wagner und dem Anfang der 1920er-Jahre rund um die Villa Wahnfried entstehenden Kreis um Houston Stewart Chamberlain und Adolf Hitler. Bereits 1888 hatte der glühende Wagner-Verehrer Chamberlain in Bayreuth Kontakt zu Cosima Wagner aufgenommen. Nachdem Chamberlain 1889 nach Wien übergesiedelt war, empfahl Cosima Wagner ihm als Lektüre Arthur de Gobineaus rassistisches Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen (Essai sur l’inégalité des races humaines, 1853–1855). Cosima gab ihm einen wesentlichen Anstoß für seinen sich verstärkenden Antisemitismus, und bei ihm setzte sich zunehmend der Gedanke fest, die deutsche Kultur vor „fremden“ Einflüssen und den Folgen „rassischer Durchmischung“ schützen zu müssen. Die „Degeneriertheit“ Wiens, die er zu sehen glaubte, machte ihn umso empfänglicher für die vom Bayreuther Kreis um Cosima Wagner propagierte politische und religiöse „Erlösung“.

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Straßenname Cosimastraße
Benennung 9.3.1933 Erstnennung
Plz 81925/81927
Stadtbezirk 13. Bogenhausen | Englschalking
RubrikPersonen
Kategorie Gesellschaft  
Gruppe Wagner Richard  
Lat/Lng 48.1659998 - 11.6301482   
Person Wagner Cosima
geboren 24.12.1837 [Bellagio, Comer See]
gestorben 1.4.1930 [Bayreuth]
Kategorie Gesellschaft  
Gruppe Wagner Richard  
Nation Deutschland
GND 118628232
Leben

Cosima Francesca Gaetana Wagner (* 24. Dezember 1837 in Bellagio am Comersee, Königreich Lombardo-Venetien, Habsburgermonarchie; † 1. April 1930 in Bayreuth; geb. Cosima de Flavigny) war eine Tochter der Schriftstellerin Gräfin Marie d’Agoult und des Komponisten Franz Liszt, Gattin des Dirigenten Hans Freiherr von Bülow und später zweite Ehefrau Richard Wagners. Nach dessen Tod 1883 leitete sie bis 1906 die Bayreuther Festspiele.

Cosima war ein wesentliches Bindeglied zwischen dem Antisemitismus ihres Ehemanns Richard Wagner und dem Anfang der 1920er-Jahre rund um die Villa Wahnfried entstehenden Kreis um Houston Stewart Chamberlain und Adolf Hitler. Bereits 1888 hatte der glühende Wagner-Verehrer Chamberlain in Bayreuth Kontakt zu Cosima Wagner aufgenommen. Nachdem Chamberlain 1889 nach Wien übergesiedelt war, empfahl Cosima Wagner ihm als Lektüre Arthur de Gobineaus rassistisches Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen (Essai sur l’inégalité des races humaines, 1853–1855). Cosima gab ihm einen wesentlichen Anstoß für seinen sich verstärkenden Antisemitismus, und bei ihm setzte sich zunehmend der Gedanke fest, die deutsche Kultur vor „fremden“ Einflüssen und den Folgen „rassischer Durchmischung“ schützen zu müssen. Die „Degeneriertheit“ Wiens, die er zu sehen glaubte, machte ihn umso empfänglicher für die vom Bayreuther Kreis um Cosima Wagner propagierte politische und religiöse „Erlösung“.

Bavarikon Wikipedia Deutsche Biografie Deutsche National Bibliothek
Benennung 9.3.1933 Erstnennung
Straßenschlüssel 255, 299
Offiziell Cosima Wagner, geb. Liszt, seit 1869 Gattin und verständnisvolle Mitarbeiterin des Dichterkomponisten Richard Wagner, die Vorkämpferin für sein Werk, die Hüterin der Bayreuther Festspieltradition. Geb. 25.12.1837 zu Bellagio, gest. 1. 4. 1930 zu Bayreuth.
Straßenverlauf Nördl. Querstraße der Englschalkinger Straße über die \Vahnfriedallee und der Lohengrinstraße hinaus.
1943 Adressbuch  
Cosima Wagner, Gattin Richard Wagners, Hüterin der Bayreuther Festspieltradition, * 25.12.1837 Belagio, † 1.4.1930 Bayreuth.

Zieht von der Englschalkinger Straße in nördlicher Richtung zur Lohengrinstraße.

1965 Baureferat  
Cosimastraße: Cosima Wagner (1837-1930), Tochter Liszt’s und Gattin des Komponisten Richard Wagner, bis zu ihrem Tode Hüterin der Bayreuther Festspieltradition. *1933
DatumQuelleA
09.03.1933Straßenbenennungen
anläßlich des Richard-Wagner-Jahres 1933
DE-1992-STRA-40-56 Straßenbenennungen 1931 - 1936
Referat 7 ->
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BaumbrunnenCosimastraßeEcke Englschalkinger StraßeFriederichsen Roland1971
Großes LiebespaarCosimastraßeFischer Alexander1990

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