Münchner Straßenverzeichnis

   Augustinerstraße          

Augustinische Orden im engeren Sinn sind Orden in der römisch-katholischen Kirche, die sich auf den Kirchenlehrer Augustinus von Hippo berufen. Im weiteren Sinn sind alle Ordensgemeinschaften gemeint, die die Augustinusregel übernommen haben.

Während der Kirchenreformen des 11. Jahrhunderts führten zahlreiche Dom- und Stiftskapitel das gemeinsame Leben auf Grundlage der Augustinusregel ein. Diese regulierten Chorherren waren keine Mönche, anders als Weltkleriker aber lebten sie als Ordensbrüder und unter einer Regel zusammen. Aus Zusammenschlüssen solcher Gemeinschaften entstanden die Augustiner-Chorherren.

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Straßenname Augustinerstraße
Benennung vor 1523 Erstnennung
Plz 80331
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Kreuzviertel
Kategorie Orden  
Suchen Augustiner
Lat/Lng 48.13854 - 11.57212   
1880 Adressbuch
Deren ganze nordwestliche Seite bildet das ehemalige Augustinerkloster. Im Westen außerhalb der Stadt dehnten sich in alter Zeit Besitzungen des Kloster Schäftlan aus, auf welchem Feldbau und zwar vermuthlich vorzugsweiser Haberbau betrieben ward, daher man diese Gegend „auf dem Haberfelde“ nannte. Dort stand schon i frühen Tagen ein Kirchlein des heil. Johannes. Herzog Ludwig der Strenge erbaute nun 1281 für die Eremitenbrüder des Ordens des hl. Augustinus zu jenem kleinen Gotteshaus ein Klösterchen, welches anfänglich sehr unbedeutend gewesen sein mag, denn schon wenige Jahre darauf fasste dessen Sohn den, Herzog Rudolf I., der Stammler, wie aus dem Wortlaute der Stiftungsurkunde vom 4. April 1294 hervorgeht, den Entschluß, für sich und Namens seinesa Bruders Ludwig, des nachmaligen Kaisers, den Augustinern ein neuees, größeres Kloster zu bauen. Es ist wohl anzunehmen, daß dieser Bau schon längere Zeit vor Errichtung der Stiftungsurkunde begonnen worden sein wird, denn bereits unter dem 23. Mai 1294 erwirkten die Augustiner wegen Mangels der zum Fort- und Ausbau des Klosters nöthigen Geldmittel von dem Bischof Heinrich von Regensburg einen vierzigtägigen Ablaß. Die gänzliche Vollendung des Klosters und der Kirche erfolgte 1296 und am 2. Mai dieses Jahres, und zwar gleich nach der Einweihung des Chores der neuerbauten Franziskanerkirche, (s. Max-Joseph-Platz) geschah auch die Einweihung der Augustinerkirche durch den Bischof Emicho von Freising. Das die Augustinerkirche bei der großen Feuersbrunst am 14. Febr. 1327 gänzlich vernichtet worden sei, ist vollkommen irrig. Hingegen aber entstand Montag nach Georgi (25. April) 1429 ein Brand, welcher das Augustinerkloster und die Kirche verzehrte. Noch war letzteres nicht völlig wiederhergestellt, als am 1. Mai 1434 Mittags eine durch Mordbrenner gelegt Feuersbrunst das im Wiederaufbau begriffene Augustinerkloster sammt Kirche einäscherte. Nur langsam ging nach diesem doppelten Unglücke der großen Kosten wegen die Wiedererichtung der abgebrannten Gebäude von statten; erst am 1. Okt. 1449 wurden einige Altäre der neuenstandenen Kirche durch Peter Ulmer von Gmund, Weihbischof von Freising, benedicirt, und einige Zeit später die vollendete Kirche selbstconsecrirt. 1458 fand man es für nöthig, das Gotteshaus zu vergrößern. Auch diese Kirche blieb von dem Restaurationsfieber zu Anfang des 17. Jahrhunderts nicht verschont; 1620 mußte die Gothik der Renaisannse weichen. Um die Einkünfte des Klosters zu vermehren, ließ Prior Johann Baptist Inninger, ein geborenen Münchner, auf dem anstoßenden Klostergrunde in der Löwengrube, sowie auf dem dazugehörigen des Augustinergäßchen 1669 eine Reihe von gebäuden (die Häuser Nro. 1 bis 5) als „Miethstock“ erbauen, welche heute noch der „Augustinerstock“ heißen. 1803 fiel auch das Augustinerkloster der Säkularisation zum Opfer. Die großartige Kirche ist seit 1804 als Mauthhalle verwendet. – Wenn es richtig, daß die frühere Benennung der Liebfrauenstraße (s. dieselbe) „Freimannergäßel“ einst auch das Augustinergäßchen trug, dann darf vielleicht ein ehemaliger Zusammenhang beider angenommen werden.
1894 Rambaldi
46. Augustinerstraße. Verbindet den nordwestlichen Teil des Frauenplatzes mit dem Ende der Kaufinger- und dem Anfang der Neuhauserstraße, gegenüber des Einganges in den Färbergraben. Deren ganze nordwestliche Seite bildet das ehemalige Augustinerkloster· Im Westen außerhalb der Stadt dehnten sich in alter Zeit Besitzungen des Klosters Schäftlarn aus, auf welchen Feldbau und zwar vermutlich vorzugsweise Haberbau betrieben wurde, daher man diese Gegend ,,an dem Haberfelde« nannte (s. Neuhausergasse). Dort stand schon in frühen Tagen ein Kirchlein des hl. Johannes. Herzog Ludwig der Strenge erbaute nun 1281 für die Eremitenbrüder des Ordens des hl. Augustin zu jenem kleinen Gotteshause ein Klösterchen, welches anfänglich sehr klein gewesen sein mag, denn schon wenige Jahre da- raus faßte dessen Sohn, Herzog Rudolf I. der Stammler, wie aus dem Wortlaute der Stiftungsurkunde vom 4. April 1294 hervorgeht, den Entschluß, für sich und namens seines Bruders Ludwig, des nachmaligen Kaisers, den Augustinern ein neues, größeres Kloster zu bauen. Es ist wohl anzunehmen, daß dieser Bau schon längere Zeit vor Errichtung der Stiftungsurkunde begonnen worden sein wird, denn bereits unter dem 23. Mai 1294 erwirkten die Augustiner wegen Mangels der zum Fort-. und Ausbau des Klosters nötigen Geldmittel von dem Bischof Heinrich von Regensburg einen vierzigtägigen Ablaß. Die gänzliche Vollendung des Klosters und der Kirche erfolgte 1296 und am 2. Mai dieses Jahres, und zwar gleich nach der Einweihung des Chores der neuerbauten Franziskanerkirche (s. Max- Josefs-Platz) geschah auch die Einweihung der Augustinerkirche durch den Bischof Emicho von Freising. Daß die Augustinerkirche bei der großen Feuersbrunst am 14. Febr. 1327 gänzlich vernichtet worden sei, ist vollkommen irrig. Hingegen aber entstand Montag nach Georgi 25. April 1429 ein Brand, welcher das Augustinerkloster und die Kirche verzehrte. Noch war ersteres nicht völlig wieder hergestellt, als am 1. Mai 1434 mittags eine durch Mordbrenner gelegte Feuersbrunst das im Wiederaufbau begriffene Augustinerkloster samt Kirche einäscherte. Nur langsam ging nach diesem doppelten Unglück der großen Kosten wegen die Wiedererrichtung der abgebrannten Gebäude von statten; erst am 1. Oktober 1449 wurden einige Altäre der neuerstandenen Kirche durch Peter Ulmer von Gmund, Weihbischof von Freising, benediziert, und einige Zeit später die vollendete Kirche selbst konsekriert. 1458 fand man es für nötig, das Gotteshaus zu vergrößern, wie es gegenwärtig noch steht. Auch diese Kirche blieb von dem Restaurationsfieber zu Anfang des 17. Jahrhunderts nicht verschont; 1620 mußte die Gotik der Renaissance weichen. Um die Einkünfte des Klosters zu vermehren, ließ Prior Johann Baptist Inninger, ein hiesiger Patriziersohn, der sich mit anderen seiner Conventualen, als mit Agnellus Kandler und Gelasius Hieber, als gelehrtes Mitglied in der damals bekannten Karl-Albrechtischen Akademie zu München befand, auf dem anstoßenden Klostergrunde in der Löwengrube, sowie auf dein dazugehörigen des Augustinergäßchens 1669 eine Reihe von Gebäuden (die Häuser Nr. 1—5) als »Mietstock« erbauen, welche heute noch der »Augustinerstock« heißen. *) Hievon zogen sie die Zinsen, und von dem dabei angelegten Garten die erpflanzten notwendigen Bedürfnisse; dieser war mit einer Mauer vom Ende des Stocks bis zur Kirche umgeben (s. Ettstraße), welche sowohl von ihrer als der Jesuiter Seite notwendig geworden, um von diesem Platze die daselbst bis dahin gewöhnlichen Märkte und Gewerkschaften bei Seite zu schaffen. **)
1803 fiel auch das Augustinerkloster der Säkularisation zum Opfer. Die großartige Kirche ist seit 1804 als Maiithalle verwendet. Wenn es richtig, daß die frühere Benennung der Liebfrauenstraße (s. dieselbe) »Freimannergäßl« einst auch das Augustinergäßchen trug, dann darf vielleicht ein ehemaliger Zusammenhang beider angenommen werden.

*)Ende des 17. Jahrhundertes schickten die Augustiner zu Maximilian Emanunel nach Brüssel, allwo er sich damals alsJ Gouverneur befand, und hielten um Erbauung ihres Stockes an: Maximilian Emanuel sagte ihnen nicht allein zu, sondern ermunterte sie auch noch mit den Worten: »Ja sie sollen bauen, denn es gibt der Stadt ein Ansehen«
*) Hund. Metropol. Saljsburg Tom.11. 407.
1943 Adressbuch
Hier stand das 1803 säkularisierte Augustinerkloster.

Verbindet den Frauenplatz mit dem Ende der Kaufinger- und dem Anfang der Neuhauser Straße, gegenüber dem Färbergraben.

1965 Baureferat
Augustinerstraße: Nach dem dortigen, 1803 säkularisierten Augustiner-Kloster. *13.Jhdt.
Wikipedia Google Maps

Straßenbenennungen

Straße von Grund bis Grund
Bei den Augustinern1369Erstnennung
Klostergässel bei den Augustinern1510Erstnennung
Augustinerstraße1523Erstnennung

Straßen sind das Gedächtnis der Stadt



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