Münchner Straßenverzeichnis

   Allinger Straße          

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Straßenname Allinger Straße
Erstnennung 1947
Stadtteil 22. Aubing-Lochhausen-Langwied | Aubing
Kategorie Ort  Bayern  Oberbayern  
Suchen Alling
Lat/Lng 48.1676928 - 11.4109054

16. AUllingstraße. Führt von der Friedenstraße in Haidhausen, unsern des Lokomotivhauses des Ostbahnhofes, zur Ampfingstraße. 4 1/2 Stunden von München gegen Westen liegt das Dorf Alling; man kommt in dasselbe, wenn man die Stadt auf der Landsbergerstraße verläßt und über Pasing, Germering und Puchheim auf der Straße nach Bruck fortwandert. Hier fiel am 21.-22. Sept. 1422 zwischen den Herzogen Ernst und Albrecht von Bayern-München und ihrem Vetter Herzog Ludwig VII. dem Gebarteten von Bayern- Jngolstadt wegen Streites über die Landesteilung eine Schlacht vor. Diese Tage gehören zu den blutigsten in der Epoche jener unseligen Bruderkämpfe, welche so düstere Blätter in der bayerischen Geschichte bilden. Das Treffen des zweiten Tages begann bei Puchheim am Fuße des Parsberges und zog sich im weiteren Verlaufe gegen Alling und Hoflach hin. Besonders die Tuchmachergilde der Münchener Bürger war es, welche tapfer für ihre Fürsten focht, das feindliche Centrum durchbrach und so den Sieg hauptsächlich gewinnen half. Kaspar von Thor *) führte den Oberbefehl über die bayerische Ritterschaft. Um Gott für den erhaltenen Sieg und für die Rettung seines Sohnes zu danken, ließ Herzog Ernst im Jahre 1425 ein Kirchlein bauen, das den Namen Hoflach erhielt. Am ersten Gefechtstage geriet nämlich der junge Herzog Albrecht in höchste Lebensgefahr, da gelobte der erlauchte Vater Ernst den Bau einer Kirche, wenn er den Sohn zu retten vermöchte und er entriß ihn glücklich den andringenden Feinden. Im Kirchlein befindet sich ein großes Freskogemälde, auf welchem in der Mitte die Gottesmutter mit dem Christuskinde auf dem Arme thront, die Hand segnend gegen die in knieender Stellung befindlichen Herzoge Ernst, Wilhelm und den jungen Albrecht erhebend, hinter denselben steht der hl. Georg und dann der Bannerträger mit der herzoglichen Fahne. Dann kommt ebenfalls knieend die Ritter- und die Münchner Bürgerschaft, kenntlich durch kleine Wappenschilder. Im Hintergrunde befinden sich die mit Hellebarden und Spießen bewaffneten Knechte. Ausfallend ist, daß unter den Rittern das Wappen der Thorer von Eurasburg nicht vorkömmt; wahrscheinlich ist es in Folge der öfter mit wenig Glück vorgenommenen Restauration, von denen die letzte im Jahre 1843 stattfand, durch Unkenntnis des Malers verschwunden. — Die Allingstraße hat ihren Namen seit 3. Aug. 1876 resp. 1. Januar 1877.

*) J. M. Mayer, Münchener Stadtbuch S. 192; Oberb. Archiv XLVIll S. 40.

Karl Graf von Rambaldi - Die Münchner Straßennamen und ihre Erklärung (1894)


Straßen sind das Gedächtnis der Stadt