1894 Rambaldi
465. Occamstraße. Verbindet die Feilitzcrhstraße in Schwabing, in
nordöstlicher Richtung ziehend, mit der Marschallstraße. Zur Ehrung
des Gelehrten und Minoriten-Mönches Wilhelm Occam *), eines geborellen Engländers, welcher zur Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern
dessen Gegner erfolgreich durch Wort und Schrift bekämpfte. Aventin
erzählt: »Am 10. April 1347 starb in München der gelehrte und
berühmte Minorit oder Franziskaner Occam (s. Max-Joseph-Platz).
Seine Schriften reichen ruhmvoll herauf aus unsere Zeit und wurden
schon oft von ausgezeichneten theologischen Schriftstellern als vortreffliche Geistesprodukte gerühmt· Occam war bekanntlich einer der
eifrigsten Verteidiger des Kaisers gegen die päpstliche Partei. Die
Straße hieß früher »Schulstraße« uud erhielt ihren gegenwätigen
Namen am 26. August 1890.
*)Vgl. Riezler Geschichte Bayerns, Bd. 11 S. 561 und ff. Abbildungen
desselben l. Pilotybild 30 und Regnet, Tafel 17.1943 Adressbuch
Wilhelm Occam, Gelehrter und Minoritenmönch, Verteidiger der Rechte Kaiser Ludwigs des Bayern, * um 1280, † 10.4.1347.
Verbindet die Feilitscg- mit der Marschallstraße, die Haimhauserstraße kreuzend und an der Hesseloherstraße vorbeiziehend (Schwabing).
1965 Baureferat
Occamstraße: Wilhelm von Occam (eigentl. Ockham) (um 1300-1349/ 50), aus England stammender Franziskanermönch, Scholastiker und Philosoph, lebte unter dem Schutz von Kaiser Ludwig dem Bayern in München und verteidigte dessen Rechte gegen die römische Kurie in politischen Streitschriften. *1891