Occamstraße in München Schwabing-Freimann
 

Münchner Straßenverzeichnis

† vor 675


Ockham Wilhelm von
Wilhelm von Ockham
Bildrechte: Gemeinfrei (Wikipedia 2018)

Wilhelm von Ockham, englisch William of Ockham oder Occam (* um 1288 in Ockham in der Grafschaft Surrey, England; † 9. April 1347 in München), war ein berühmter mittelalterlicher Philosoph, Theologe und kirchenpolitischer Schriftsteller in der Epoche der Spätscholastik. Er wird traditionell, aber ungenau als einer der Hauptvertreter des Nominalismus bezeichnet. Sein umfangreiches philosophisches Werk enthält Arbeiten zur Logik, Naturphilosophie, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Metaphysik, Ethik und politischen Philosophie.

Am 26. Mai 1328 flohen Michael, Wilhelm von Ockham und die Franziskaner Bonagratia von Bergamo und Franz von Marchia aus Avignon und begaben sich auf dem Seeweg nach Pisa. Dort trafen sie auf Kaiser Ludwig IV. den Bayern, der sich damals bereits im Streit mit dem Papst befand. Johannes hatte die Rechtmäßigkeit der Herrschaft Ludwigs bestritten und ihn am 23. März 1324 exkommuniziert, worauf Ludwig den Papst der Häresie beschuldigte und am 18. April 1328 für abgesetzt erklärte. Bei dem Häresievorwurf spielte der Armutsstreit, in dem Ludwig ab 1324 auf der Seite der Armutsbefürworter stand, eine Rolle. Ludwig stellte die flüchtigen Franziskaner unter seinen Schutz; Anfang 1330 traf Ockham mit seinen Gefährten in München ein, wo er bis zu seinem Tod blieb. Ockham, der am 20. Juli 1328 exkommuniziert worden war, wurde nun zu einem Vorkämpfer der Gegner des Papstes. Er begann sich intensiv mit politischen und kirchenrechtlichen Grundsatzfragen zu befassen, insbesondere dem Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Macht und den Grenzen der Befugnisse des Papstes.

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Straßenname Occamstraße
Benennung 1891 Erstnennung
Plz 80802
Stadtbezirk 12. Schwabing-Freimann | Münchner Freiheit
RubrikPersonen
Kategorie Franziskaner  Philosoph  Theologe  
Gruppe Monachia  
Lat/Lng 48.1622624 - 11.5898471   
Straßenlänge 0.024 km
Person Ockham Wilhelm von
geboren 1288 [Ockham in der Grafschaft Surrey]
gestorben 9.4.1347 [München]
Kategorie Franziskaner  Philosoph  Theologe  
Gruppe Monachia  
Nation England
Konfession katholisch
GND 118633015
Leben

Wilhelm von Ockham, englisch William of Ockham oder Occam (* um 1288 in Ockham in der Grafschaft Surrey, England; † 9. April 1347 in München), war ein berühmter mittelalterlicher Philosoph, Theologe und kirchenpolitischer Schriftsteller in der Epoche der Spätscholastik. Er wird traditionell, aber ungenau als einer der Hauptvertreter des Nominalismus bezeichnet. Sein umfangreiches philosophisches Werk enthält Arbeiten zur Logik, Naturphilosophie, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Metaphysik, Ethik und politischen Philosophie.

Am 26. Mai 1328 flohen Michael, Wilhelm von Ockham und die Franziskaner Bonagratia von Bergamo und Franz von Marchia aus Avignon und begaben sich auf dem Seeweg nach Pisa. Dort trafen sie auf Kaiser Ludwig IV. den Bayern, der sich damals bereits im Streit mit dem Papst befand. Johannes hatte die Rechtmäßigkeit der Herrschaft Ludwigs bestritten und ihn am 23. März 1324 exkommuniziert, worauf Ludwig den Papst der Häresie beschuldigte und am 18. April 1328 für abgesetzt erklärte. Bei dem Häresievorwurf spielte der Armutsstreit, in dem Ludwig ab 1324 auf der Seite der Armutsbefürworter stand, eine Rolle. Ludwig stellte die flüchtigen Franziskaner unter seinen Schutz; Anfang 1330 traf Ockham mit seinen Gefährten in München ein, wo er bis zu seinem Tod blieb. Ockham, der am 20. Juli 1328 exkommuniziert worden war, wurde nun zu einem Vorkämpfer der Gegner des Papstes. Er begann sich intensiv mit politischen und kirchenrechtlichen Grundsatzfragen zu befassen, insbesondere dem Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Macht und den Grenzen der Befugnisse des Papstes.

Bavarikon Wikipedia Deutsche Biografie Deutsche National Bibliothek
1894 Rambaldi  
465. Occamstraße. Verbindet die Feilitzcrhstraße in Schwabing, in nordöstlicher Richtung ziehend, mit der Marschallstraße. Zur Ehrung des Gelehrten und Minoriten-Mönches Wilhelm Occam *), eines geborellen Engländers, welcher zur Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern dessen Gegner erfolgreich durch Wort und Schrift bekämpfte. Aventin erzählt: »Am 10. April 1347 starb in München der gelehrte und berühmte Minorit oder Franziskaner Occam (s. Max-Joseph-Platz). Seine Schriften reichen ruhmvoll herauf aus unsere Zeit und wurden schon oft von ausgezeichneten theologischen Schriftstellern als vortreffliche Geistesprodukte gerühmt· Occam war bekanntlich einer der eifrigsten Verteidiger des Kaisers gegen die päpstliche Partei. Die Straße hieß früher »Schulstraße« uud erhielt ihren gegenwätigen Namen am 26. August 1890.

*)Vgl. Riezler Geschichte Bayerns, Bd. 11 S. 561 und ff. Abbildungen desselben l. Pilotybild 30 und Regnet, Tafel 17.
1943 Adressbuch  
Wilhelm Occam, Gelehrter und Minoritenmönch, Verteidiger der Rechte Kaiser Ludwigs des Bayern, * um 1280, † 10.4.1347.

Verbindet die Feilitscg- mit der Marschallstraße, die Haimhauserstraße kreuzend und an der Hesseloherstraße vorbeiziehend (Schwabing).

1965 Baureferat  
Occamstraße: Wilhelm von Occam (eigentl. Ockham) (um 1300-1349/ 50), aus England stammender Franziskanermönch, Scholastiker und Philosoph, lebte unter dem Schutz von Kaiser Ludwig dem Bayern in München und verteidigte dessen Rechte gegen die römische Kurie in politischen Streitschriften. *1891
StraßeNameArchitektBaustilJahr
Occamstraße 2MietshausSturm Philipp Neurenaissance1890
Occamstraße 3MietshausNeurenaissance1880
Occamstraße 4MietshausAumiller Xaver Neurenaissance1888
Occamstraße 6MietshausAumiller Xaver Neurenaissance1888
Occamstraße 8MietshausNeurenaissance1888
Occamstraße 10MietshausNeurenaissance
Occamstraße 12MietshausNeurenaissance
Occamstraße 15MietshausNeurenaissance1900
Occamstraße 17MietshausNeurenaissance1880
StraßeNamevonbis
Occamstraße 1Martov Julij
Wikipedia Google Maps


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