Münchner Straßenverzeichnis

   Kathi-Kobus-Straße          

† vor 90


Kobus Kathi
Kathi Kobus
Bildrechte: UnknownUnknown author, Simplicissimus, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Kathi Kobus (* 7. Oktober 1854 in Niklasreuth;[1] † 7. August 1929 in München) war eine Münchner Gastronomin.

Kobus, die ihr neues Lokal nicht unter dem Namen „Neue Dichtelei“ führen durfte, übernahm sowohl den Namen als auch das Motiv der grimmigen Bulldogge, die seit dem vierten Jahrgang die Hefte des Simplicissimus zierte, für ihr Lokal, ohne vorher mit dem Verlag Albert Langen wegen der Rechte Kontakt aufgenommen zu haben. Angeblich konnte sie Albert Langen die Zustimmung zur Verwendung abbetteln, indem sie ihm vorhielt, sie habe schon alle Schilder bestellt, als Langen seine Rechte geltend machte.

Als „Hausdichter“ galten unter anderem Ringelnatz, Julius Beck, dessen Dialektgedichte sie selbst vortrug, Ludwig Scharf und Erich Mühsam. Dieser schrieb später über die Blütezeit des Lokals: „So lange, bis Wedekind in der Torggelstube einen festeren Kreis um sich schloß, mit höheren geistigen Ansprüchen und sorgfältiger gewahrter Exklusivität, und bis Konkurrenzlokale, wie der »Bunte Vogel« und »Boheme«, einen Teil der Künstlerschaft von dem nicht übertrieben abwechslungsreichen Lärm, Gedränge und Gestank der echtesten Münchener Künstlerkneipe abzogen, fluktuierte im »Simplicissimus« der Kathi Kobus die Geistigkeit Münchens in allen ihren Verästelungen und Cliquen, und man konnte an manchen Abenden die heterogensten Elemente der Literatur und Kunst an den verschiedenen Tischen vertreten sehen“.

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Straßenname Kathi-Kobus-Straße
Benennung 1962 Erstnennung
Plz 80797
Stadtbezirk 4. Schwabing-West | Schwere-Reiter-Straße
RubrikPersonen
Kategorie Gastwirtin  
Lat/Lng 48.15969 - 11.55739   
Person Kobus Kathi
geboren 7.10.1854 [Niklasreuth]
gestorben 7.8.1929 [München]
Kategorie Gastwirtin  
Nation Deutschland
GND 116264160
Leben
Kathi Kobus (* 7. Oktober 1854 in Niklasreuth;[1] † 7. August 1929 in München) war eine Münchner Gastronomin.

Kobus, die ihr neues Lokal nicht unter dem Namen „Neue Dichtelei“ führen durfte, übernahm sowohl den Namen als auch das Motiv der grimmigen Bulldogge, die seit dem vierten Jahrgang die Hefte des Simplicissimus zierte, für ihr Lokal, ohne vorher mit dem Verlag Albert Langen wegen der Rechte Kontakt aufgenommen zu haben. Angeblich konnte sie Albert Langen die Zustimmung zur Verwendung abbetteln, indem sie ihm vorhielt, sie habe schon alle Schilder bestellt, als Langen seine Rechte geltend machte.

Als „Hausdichter“ galten unter anderem Ringelnatz, Julius Beck, dessen Dialektgedichte sie selbst vortrug, Ludwig Scharf und Erich Mühsam. Dieser schrieb später über die Blütezeit des Lokals: „So lange, bis Wedekind in der Torggelstube einen festeren Kreis um sich schloß, mit höheren geistigen Ansprüchen und sorgfältiger gewahrter Exklusivität, und bis Konkurrenzlokale, wie der »Bunte Vogel« und »Boheme«, einen Teil der Künstlerschaft von dem nicht übertrieben abwechslungsreichen Lärm, Gedränge und Gestank der echtesten Münchener Künstlerkneipe abzogen, fluktuierte im »Simplicissimus« der Kathi Kobus die Geistigkeit Münchens in allen ihren Verästelungen und Cliquen, und man konnte an manchen Abenden die heterogensten Elemente der Literatur und Kunst an den verschiedenen Tischen vertreten sehen“.

Grabstätte
Grabstätte
Nordfriedhof

Sektion: 079 - Reihe: 4 - Nummer: 7
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Literatur

Kobus Kathi, Künstler-Kneipe und Kathi Kobus   

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