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Pfordten Ludwig Freiherr von der
Ludwig Freiherr von der Pfordten
Bildrechte: Franz Hanfstaengl creator QS:P170,Q647812, Ludwig Freiherr von der Pfordten, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Ludwig Karl Heinrich Freiherr von der Pfordten (* 11. September 1811 in Ried (Innkreis); † 18. August 1880 in München) war ein bayerischer und sächsischer Rechtswissenschaftler und Politiker.

1843 wurde er Professor an der Universität Leipzig an der Juristenfakultät. 1845/46 und 1846/47 war er Rektor in Leipzig. Er avancierte zum Führer der sächsischen Liberalen. Im März 1848 wurde er zum sächsischen Außen- und Kultusminister (kurzzeitig auch zum Innenminister) im Gesamtministerium unter Karl Braun ernannt. Nach dessen Ende am 24. Februar 1849 wurde der Protestant von der Pfordten im April 1849 Minister des Bayerischen Staatsministeriums des Äußern, im Dezember desselben Jahres übernahm er dort auch den Vorsitz im Ministerrat. Als nicht realisierbar erwies sich sein Bestreben, aus den deutschen Mittelstaaten eine dritte Macht zwischen Österreich und Preußen zu schaffen. Ihm schwebte im Sinne der Trias-Konzeption ein von Bayern angeführtes „Drittes Deutschland“ vor. Vor diesem Hintergrund war er mitverantwortlich dafür, dass Bayern das Projekt der Erfurter Union faktisch torpedierte. Nach der Einigung zwischen Österreich und Preußen im Olmützer Vertrag im Dezember 1850 verlor die Trias-Konzeption in den Folgejahren an Bedeutung. Von der Pfordten trat 1859 von seinem Amt zurück. Danach war er bayerischer Gesandter am Bundestag in Frankfurt.

Ludwig II. machte einige Monate nach seinem Regierungsantritt 1864 von der Pfordten erneut zum Vorsitzenden im Ministerrat. Von der Pfordten unterschätzte, wie viele Zeitgenossen auch, die Entschlossenheit Bismarcks, die „Deutsche Frage“ unter der Führung Preußens zu klären. Nach dem Scheitern seiner Vermittlungsbemühungen sowie des Preußischen Bundesreformplans und der militärischen Niederlage Bayerns im Deutschen Krieg an der Seite Österreichs gegen Preußen trat er im Dezember 1866 endgültig zurück.

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Straßenname Von-der-Pfordten-Platz
Benennung 1901 Erstnennung
Plz 80686/80687
Stadtbezirk 25. Laim | St. Ulrich
RubrikPersonen
Kategorie Politiker  Ministerpräsident  
Lat/Lng 48.1399086 - 11.4960923   
Person Pfordten Ludwig Freiherr von der
geboren 11.9.1811 [Ried (Innkreis)]
gestorben 18.8.1888 [München]
Kategorie Politiker  Ministerpräsident  
GND 118791737
Leben

Ludwig Karl Heinrich Freiherr von der Pfordten (* 11. September 1811 in Ried (Innkreis); † 18. August 1880 in München) war ein bayerischer und sächsischer Rechtswissenschaftler und Politiker.

1843 wurde er Professor an der Universität Leipzig an der Juristenfakultät. 1845/46 und 1846/47 war er Rektor in Leipzig. Er avancierte zum Führer der sächsischen Liberalen. Im März 1848 wurde er zum sächsischen Außen- und Kultusminister (kurzzeitig auch zum Innenminister) im Gesamtministerium unter Karl Braun ernannt. Nach dessen Ende am 24. Februar 1849 wurde der Protestant von der Pfordten im April 1849 Minister des Bayerischen Staatsministeriums des Äußern, im Dezember desselben Jahres übernahm er dort auch den Vorsitz im Ministerrat. Als nicht realisierbar erwies sich sein Bestreben, aus den deutschen Mittelstaaten eine dritte Macht zwischen Österreich und Preußen zu schaffen. Ihm schwebte im Sinne der Trias-Konzeption ein von Bayern angeführtes „Drittes Deutschland“ vor. Vor diesem Hintergrund war er mitverantwortlich dafür, dass Bayern das Projekt der Erfurter Union faktisch torpedierte. Nach der Einigung zwischen Österreich und Preußen im Olmützer Vertrag im Dezember 1850 verlor die Trias-Konzeption in den Folgejahren an Bedeutung. Von der Pfordten trat 1859 von seinem Amt zurück. Danach war er bayerischer Gesandter am Bundestag in Frankfurt.

Ludwig II. machte einige Monate nach seinem Regierungsantritt 1864 von der Pfordten erneut zum Vorsitzenden im Ministerrat. Von der Pfordten unterschätzte, wie viele Zeitgenossen auch, die Entschlossenheit Bismarcks, die „Deutsche Frage“ unter der Führung Preußens zu klären. Nach dem Scheitern seiner Vermittlungsbemühungen sowie des Preußischen Bundesreformplans und der militärischen Niederlage Bayerns im Deutschen Krieg an der Seite Österreichs gegen Preußen trat er im Dezember 1866 endgültig zurück.

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