Thomas-Dehler-Straße in München Ramersdorf-Perlach
 

Münchner Straßenverzeichnis

   Thomas-Dehler-Straße          

Dehler Thomas
Thomas Dehler
Bildrechte: Patzek, Renate, Bundesarchiv B 145 Bild-F018867-0026, Bonn, Minister aus Südamerika im Bundestag (Ausschnitt Dehler), CC BY-SA 3.0

Thomas Dehler (* 14. Dezember 1897 in Lichtenfels; † 21. Juli 1967 in Streitberg, Landkreis Ebermannstadt) war ein deutscher Politiker (DDP und FDP). Von 1949 bis 1953 war er Bundesminister der Justiz und von 1954 bis 1957 Bundesvorsitzender der FDP.

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen.

Zu den ersten unter dem Bundesjustizminister Dehler veröffentlichten Bundesgesetzen gehört das Straffreiheitsgesetz. Dieses amnestierte die meisten Straftaten, die vor dem 15. September 1949 verübt worden und mit Arrest von höchstens einem Jahr oder einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Mark bedroht waren. Trotz einiger Vorbehalte gegen dieses Gesetz bewertete er letztlich die Maßnahme als geeignet, um das politische Leben in der Bundesrepublik „zu entgiften“. Allgemein trat Dehler für einen Schlussstrich im juristischen Sinne gegenüber der Zeit des Nationalsozialismus ein. Unter Anderem arbeitete er einen Parteitagsbeschluss der Bundes-FDP im Jahre 1949 zur Beendigung der Entnazifizierung mit aus. Die durch Dehler unterstützte Ausführungsgesetzgebung zu Art. 131 GG ermöglichte es vielen ehemaligen Beamten, die wegen ihrer Parteizugehörigkeit zur NSDAP nach 1945 aus dem Dienst entfernt worden waren, ab 1951 ihre Wiedereinstellung oder beamtenrechtliche Versorgung zu betreiben. Auch wenn Dehler dafür eintrat, die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht zu vergessen, hielt er es innenpolitisch dennoch für zumutbar, deren Funktionäre zu amnestieren. Insofern nahm er gegenüber den ehemaligen Kriegsgegnern eine teilweise provozierende Position ein, indem er in der Kriegsverbrecherfrage für ein allgemeines und befriedend wirkendes Verzeihen und Vergessen eintrat. Entsprechende öffentliche Äußerungen seinerseits hatten 1950 einen Protest des französischen Hohen Kommissars bei Adenauer zur Folge.

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Straßenname Thomas-Dehler-Straße
Zusatztafel

Thomas Dehler (1897-1967)
Rechtsanwalt, Gegner des Nationalsozialismus,
er vertrat auch nach 1933 jüdische Mandanten und
Regimegegner,
1949-1953 Bundesminister der Justiz,
ab 1960 Vizepräsident des Bundestags

Benennung 1973 Erstnennung
Plz 81737
Stadtbezirk 16. Ramersdorf-Perlach | Neuperlach
RubrikPersonen
Kategorie Politiker  FDP  Jurist  Freimaurer  
Lat/Lng 48.1003564 - 11.6459744   
Person Dehler Thomas
geboren 1897
gestorben 1967
Kategorie Politiker  FDP  Jurist  Freimaurer  
GND 118524348
Leben

Thomas Dehler (* 14. Dezember 1897 in Lichtenfels; † 21. Juli 1967 in Streitberg, Landkreis Ebermannstadt) war ein deutscher Politiker (DDP und FDP). Von 1949 bis 1953 war er Bundesminister der Justiz und von 1954 bis 1957 Bundesvorsitzender der FDP.

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen.

Zu den ersten unter dem Bundesjustizminister Dehler veröffentlichten Bundesgesetzen gehört das Straffreiheitsgesetz. Dieses amnestierte die meisten Straftaten, die vor dem 15. September 1949 verübt worden und mit Arrest von höchstens einem Jahr oder einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Mark bedroht waren. Trotz einiger Vorbehalte gegen dieses Gesetz bewertete er letztlich die Maßnahme als geeignet, um das politische Leben in der Bundesrepublik „zu entgiften“. Allgemein trat Dehler für einen Schlussstrich im juristischen Sinne gegenüber der Zeit des Nationalsozialismus ein. Unter Anderem arbeitete er einen Parteitagsbeschluss der Bundes-FDP im Jahre 1949 zur Beendigung der Entnazifizierung mit aus. Die durch Dehler unterstützte Ausführungsgesetzgebung zu Art. 131 GG ermöglichte es vielen ehemaligen Beamten, die wegen ihrer Parteizugehörigkeit zur NSDAP nach 1945 aus dem Dienst entfernt worden waren, ab 1951 ihre Wiedereinstellung oder beamtenrechtliche Versorgung zu betreiben. Auch wenn Dehler dafür eintrat, die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht zu vergessen, hielt er es innenpolitisch dennoch für zumutbar, deren Funktionäre zu amnestieren. Insofern nahm er gegenüber den ehemaligen Kriegsgegnern eine teilweise provozierende Position ein, indem er in der Kriegsverbrecherfrage für ein allgemeines und befriedend wirkendes Verzeihen und Vergessen eintrat. Entsprechende öffentliche Äußerungen seinerseits hatten 1950 einen Protest des französischen Hohen Kommissars bei Adenauer zur Folge.

Bavarikon Wikipedia Deutsche Biografie Deutsche National Bibliothek
Benennung 1973 Erstnennung
Offiziell Thomas Dehler, Dr.jur. Rechtsanwalt, geb. 14.12.1897 in Lichtenfels/Obr., gest. 21.7.1967 in Streitberg/Ofr. - Seit 1919 Vorstandsmitglied der deutschen Jungdemokraten und führend in der Deutschen Demokratischen Partei und später dr Deutschen Staatspartei tätig, Mitbegründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Während der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied eines Widerstandkreises, Gefängnis und Zwangsarbeiterlagers.
- Nach 1945 Landrat von Bamberg, dann Generalstaatsanwalt und Oberlandesgerichtspräsident. Mitglied der bayerischen Verfassungsgebenden Versamlung, des Landtags und des Parlamentarischen Rates. Seit 1949 Mitglied des Bundestages, 1949-1953 Bundesminister der Justiz, 1953-1957 Vorsitzender der Bundestagsfraktion der FDP, seit 1960 Vizepräsident des Bundestags. 1946-1956 Landesvorsitzender der FDP in Bayern, 1954-1957 Bundesvorsitzender der FDP. - Aus tiefempfundener liberaler Grundhaltung war ihm nach dem Zusammenbruch 1945 die Schaffung einer lebenstüchtigen deutschen Demokratie oberste Aufgabe, außenpolitisch mahnte er zu einem Ausgleich mit dem Osten.
DatumQuelleA
02.05.1973Benennung von öffentlichen Verkehrsflächen
im Zentrum von Neuperlach nach zeitgenössischen Politikern
DE-1992-STRA-40-73 Straßenbenennungen 1973 - 0
Baurerferat-Bauverwaltung -> Stadtarchiv
TitelStraßeStandortKünstlerJahrBild
FructusThomas-Dehler-StraßeFriederichsen Michael1989Friederichsen Michael - Fructus
KaskadenbrunnenThomas-Dehler-Straße 3vor der Bayerischen LandesversicherungsanstaltBranca Alexander von1974
UhrturmThomas-Dehler-Straße 10Rauscher Georg1989
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