Münchner Straßenverzeichnis

* vor 180

   Anzengruberstraße          

† vor 130


Anzengruber Ludwig
Ludwig Anzengruber
Bildrechte: Rudolf Krziwanek creator QS:P170,Q19299440, Ludwig Anzengruber, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Ludwig Anzengruber, Pseudonym Ludwig Gruber (* 29. November 1839 in der Alservorstadt von Wien; † 10. Dezember 1889 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller. Er gilt als bedeutender Dramatiker des österreichischen Volksstücks in der Tradition Johann Nestroys und Ferdinand Raimunds.

Anzengruber verstand sich als Volksaufklärer und Sozialreformer, liberal und antiklerikal eingestellt; er konzentrierte sich in seinen Stücken auf die Darstellung sozialer Beziehungen in einer überschaubaren Umwelt und versuchte im Rahmen der tradierten Dramaturgie, aktuelle soziale und politische Probleme deutlich zu machen. Er vertiefte die Charakterzeichnung psychologisch und stilisierte Milieu und Dialekt. Ähnlich verfuhr er mit der Dorfgeschichte. Sein Ansatz war dabei aufklärerisch, er wollte die Welt entgöttern und vermenschlichen. Einige seiner späten Prosatexte sind bereits dem Naturalismus zuzurechnen.

Zu seiner Zeit wurde Anzengruber von Theodor Fontane, Otto Brahm oder auch Friedrich Engels hoch geschätzt. Als Ödön von Horváth neue kritische Volksstücke schrieb, geriet das Werk von Anzengruber in den Hintergrund. Heute wird Anzengrubers Werk als demokratische Alternative zur Heimatliteratur seiner Zeit gewürdigt. Otto Brahm nannte Anzengruber einen erzürnten Sittenrichter, einen leibend Strafenden, der die Verlotterung von Alt-Wien und die Verrohung von Neu-Wien mit gleich herber Wahrheit vergegenwärtigte und der allem theatralischen Schönfärben allem Lackieren mit Honigfarben ewig feind bleib.

Die österreichische Arbeiterbewegung sah Anzengruber wegen der sozialkritischen Tendenz seiner Stücke als einen der bedeutendsten Volksdichter neben Peter Rosegger und Marie von Ebner-Eschenbach an.

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Straßenname Anzengruberstraße
Benennung 1970 Erstnennung
Plz 81477
Stadtbezirk 19. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln | Obersendling
Lat/Lng 48.08911 - 11.51322   
Person Anzengruber Ludwig
geboren 29.11.1839 [Alservorstadt, Wien]
gestorben 10.12.1889 [Wien]
Kategorie Schriftsteller  
Nation Österreich
Konfession katholisch
GND 11850357X
Leben

Ludwig Anzengruber, Pseudonym Ludwig Gruber (* 29. November 1839 in der Alservorstadt von Wien; † 10. Dezember 1889 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller. Er gilt als bedeutender Dramatiker des österreichischen Volksstücks in der Tradition Johann Nestroys und Ferdinand Raimunds.

Anzengruber verstand sich als Volksaufklärer und Sozialreformer, liberal und antiklerikal eingestellt; er konzentrierte sich in seinen Stücken auf die Darstellung sozialer Beziehungen in einer überschaubaren Umwelt und versuchte im Rahmen der tradierten Dramaturgie, aktuelle soziale und politische Probleme deutlich zu machen. Er vertiefte die Charakterzeichnung psychologisch und stilisierte Milieu und Dialekt. Ähnlich verfuhr er mit der Dorfgeschichte. Sein Ansatz war dabei aufklärerisch, er wollte die Welt entgöttern und vermenschlichen. Einige seiner späten Prosatexte sind bereits dem Naturalismus zuzurechnen.

Zu seiner Zeit wurde Anzengruber von Theodor Fontane, Otto Brahm oder auch Friedrich Engels hoch geschätzt. Als Ödön von Horváth neue kritische Volksstücke schrieb, geriet das Werk von Anzengruber in den Hintergrund. Heute wird Anzengrubers Werk als demokratische Alternative zur Heimatliteratur seiner Zeit gewürdigt. Otto Brahm nannte Anzengruber einen erzürnten Sittenrichter, einen leibend Strafenden, der die Verlotterung von Alt-Wien und die Verrohung von Neu-Wien mit gleich herber Wahrheit vergegenwärtigte und der allem theatralischen Schönfärben allem Lackieren mit Honigfarben ewig feind bleib.

Die österreichische Arbeiterbewegung sah Anzengruber wegen der sozialkritischen Tendenz seiner Stücke als einen der bedeutendsten Volksdichter neben Peter Rosegger und Marie von Ebner-Eschenbach an.

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