Münchner Straßenverzeichnis

   Sarah-Sonja-Lerch-Weg          

Sonja Lerch, geboren als Sarah Sonja Rabinowitz, (* 3. Maijul./ 15. Mai 1882greg. in Warschau; † 29. März 1918 in München) war eine deutsche Sozialistin und Friedensaktivistin.

Sonja Lerch war Pazifistin und gehörte 1914 zu den ersten erklärten Kriegsgegnerinnen mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als Mitbegründerin der Münchener USPD organisierte sie gemeinsam mit Kurt Eisner, Hans Unterleitner, Richard Kämpfer u. v. a. im Januar 1918 im Rahmen der Januarstreik-Aktionen einen Streik von Münchner Munitionsfabrikarbeitern zur Durchsetzung des allgemeinen Friedens und wurde am 1. Februar 1918 wegen Landesverrats verhaftet.

Sie soll neben Eisner zu den Hauptrednern auf Versammlungen gehört haben, Polizeiprotokolle würden sie aber nur selten erwähnen, weil Frauen als Rednerinnen nicht ernst genommen worden wären. So wäre die Rolle der Frauen und speziell von Sonja Lerch für die Revolution verfälscht worden.

Eugen Lerch distanzierte sich öffentlich von der politischen Aktivität seiner Frau und reichte die Scheidung ein, um sich seine Karriere nicht zu verbauen. Darüber erschien eine Notiz in der „Münchner Post“ vom 2. Februar 1918. Sie erklärte sich mit der Scheidung einverstanden, liebte ihn jedoch weiterhin. Sie wurde bei ihm verhaftet, als sie nach ihrem Untertauchen ihn noch einmal sehen wollte. In den fast acht Wochen ihrer Untersuchungshaft besuchte Lerch seine Frau nicht. Am 15. März 1918 wurde Sonja Lerch vom Untersuchungsgefängnis Neudeck in das Gefängnis München-Stadelheim überstellt. Dort wurde sie am 29. März 1918 erhängt aufgefunden.

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Straßenname Sarah-Sonja-Lerch-Weg
Benennung 2019 Erstnennung
Stadtbezirk 16. Ramersdorf-Perlach | Neuperlach
Kategorie Sozialistin  Friedensaktivistin  
Lat/Lng 48.10725 - 11.65031   
Person Lerch Sonja
geboren 15.5.1882 [Warschau]
gestorben 29.3.1918 [München][Selbstmord]
Kategorie Sozialistin  Friedensaktivistin  
Nation Deutschland
Leben

Sonja Lerch, geboren als Sarah Sonja Rabinowitz, (* 3. Maijul./ 15. Mai 1882greg. in Warschau; † 29. März 1918 in München) war eine deutsche Sozialistin und Friedensaktivistin.

Sonja Lerch war Pazifistin und gehörte 1914 zu den ersten erklärten Kriegsgegnerinnen mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als Mitbegründerin der Münchener USPD organisierte sie gemeinsam mit Kurt Eisner, Hans Unterleitner, Richard Kämpfer u. v. a. im Januar 1918 im Rahmen der Januarstreik-Aktionen einen Streik von Münchner Munitionsfabrikarbeitern zur Durchsetzung des allgemeinen Friedens und wurde am 1. Februar 1918 wegen Landesverrats verhaftet.

Sie soll neben Eisner zu den Hauptrednern auf Versammlungen gehört haben, Polizeiprotokolle würden sie aber nur selten erwähnen, weil Frauen als Rednerinnen nicht ernst genommen worden wären. So wäre die Rolle der Frauen und speziell von Sonja Lerch für die Revolution verfälscht worden.

Eugen Lerch distanzierte sich öffentlich von der politischen Aktivität seiner Frau und reichte die Scheidung ein, um sich seine Karriere nicht zu verbauen. Darüber erschien eine Notiz in der „Münchner Post“ vom 2. Februar 1918. Sie erklärte sich mit der Scheidung einverstanden, liebte ihn jedoch weiterhin. Sie wurde bei ihm verhaftet, als sie nach ihrem Untertauchen ihn noch einmal sehen wollte. In den fast acht Wochen ihrer Untersuchungshaft besuchte Lerch seine Frau nicht. Am 15. März 1918 wurde Sonja Lerch vom Untersuchungsgefängnis Neudeck in das Gefängnis München-Stadelheim überstellt. Dort wurde sie am 29. März 1918 erhängt aufgefunden.

Wikipedia Wikipedia
DatumVorl.-Nr.Titel
08.01.201814-20 / V 1076814-20 / V BV „Hundert Jahre Revolution und Rätezeit in München“
Anlage 5
28.02.201914-20 / V 13933Straßenbenennung im 16. Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach
Sarah-Sonja-Lerch-Weg
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Literatur

Lerch Sonja, Der Abend kommt so schnell   Lerch Sonja, Der kurze Traum vom Frieden   Lerch Sonja, „Ich hoffe noch, dass aller Menschen Glück nahe sein muss ...“   

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