Stiftprobst-Türk-Straße in München
 

Münchner Straßenverzeichnis

† vor 110


Türk Jakob von
Jakob von Türk
Bildrechte: Steyler Missionare, Jakob von Türk1, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Jakob von Türk (* 12. April 1826 in Burgau; † 29. September 1912 in München)[1] war ein deutscher katholischer Priester, infulierter Stiftspropst in München und Hofbeichtvater von König Ludwig II. (Bayern), sowie von Prinzregent Luitpold von Bayern.

Türk stammte aus Burgau in Bayerisch Schwaben und war der Sohn eines Lehrers. Zunächst Kaplan in St. Ulrich zu Augsburg wurde er 1860 Hofpriester an der Hofkirche Fürstenfeld,[2] 1864 Kaplan am Hof- und Kollegiatstift St. Cajetan in München, 1867 Geistlicher Rat und Hofkaplan der königlichen Familie. Zunächst wirkte der Priester hauptsächlich als Beichtvater von König Ludwig II., später übernahm ihn dessen Onkel, Prinzregent Luitpold, ebenfalls in diesem Amt, welches er bis zu seinem Tod ausübte.[3] 1871 zeichnete man Türk mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des St. Michaelsordens aus,[4] 1885 erhielt er das Ritterkreuz vom Verdienstorden der Bayerischen Krone und wurde in den persönlichen Adelsstand erhoben. Der Geistliche gehörte zum engsten Freundeskreis des Prinzregenten.[5] Ab 1883 war Jakob von Türk Dekan, ab 1890 infulierter Stiftspropst an St. Cajetan. Durch die Infulierung durfte er bei feierlichen Anlässen ehrenhalber eine Bischofsmitra tragen, jedoch keinen Stab führen. Der Prälat fungierte auch als Zeremoniar des Haus-Ritter-Ordens vom Hl. Georg[6], und unterrichtete 27 Jahre lang als katholischer Religionslehrer im Bayerischen Kadettenkorps.

Zwei seiner Trauerreden, eine auf König Ludwig II. und die andere auf seine Mutter, Königin Marie, sind im Druck erschienen. Es ist u. a. überliefert dass ihm Prinzregent Luitpold, als Zeichen besonderer Wertschätzung, stets etwas von seiner Jagdbeute überbringen ließ. Die Stadt Gottes, Novemberheft 1912, (Seite 138 des Jahrgangs 1913) hält in einem Kurznachruf mit Bild fest, dass Stiftspropst Türk ein „großer Wohltäter der Armen“ gewesen sei.

Jakob von Türk galt als Hauptvertreter der dem sogenannten Reformkatholizismus zugeneigten Münchner Hofgeistlichkeit in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er trug den päpstlichen Ehrentitel eines Apostolischen Protonotars;[10] in seinem Heimatort Burgau wurde er zum Ehrenbürger ernannt und es gibt dort die „Ritter-von-Türk-Straße“.

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Straßenname Stiftprobst-Türk-Straße
Benennung 1.1.1919 Erstnennung
RubrikPersonen
Kategorie Stiftspropst  Priester  
Person Türk Jakob von
geboren 12.4.1826 [Burgau]
gestorben 29.9.1912 [München]
Kategorie Stiftspropst  Priester  
Nation Deutschland
Konfession katholisch
Leben

Jakob von Türk (* 12. April 1826 in Burgau; † 29. September 1912 in München)[1] war ein deutscher katholischer Priester, infulierter Stiftspropst in München und Hofbeichtvater von König Ludwig II. (Bayern), sowie von Prinzregent Luitpold von Bayern.

Türk stammte aus Burgau in Bayerisch Schwaben und war der Sohn eines Lehrers. Zunächst Kaplan in St. Ulrich zu Augsburg wurde er 1860 Hofpriester an der Hofkirche Fürstenfeld,[2] 1864 Kaplan am Hof- und Kollegiatstift St. Cajetan in München, 1867 Geistlicher Rat und Hofkaplan der königlichen Familie. Zunächst wirkte der Priester hauptsächlich als Beichtvater von König Ludwig II., später übernahm ihn dessen Onkel, Prinzregent Luitpold, ebenfalls in diesem Amt, welches er bis zu seinem Tod ausübte.[3] 1871 zeichnete man Türk mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des St. Michaelsordens aus,[4] 1885 erhielt er das Ritterkreuz vom Verdienstorden der Bayerischen Krone und wurde in den persönlichen Adelsstand erhoben. Der Geistliche gehörte zum engsten Freundeskreis des Prinzregenten.[5] Ab 1883 war Jakob von Türk Dekan, ab 1890 infulierter Stiftspropst an St. Cajetan. Durch die Infulierung durfte er bei feierlichen Anlässen ehrenhalber eine Bischofsmitra tragen, jedoch keinen Stab führen. Der Prälat fungierte auch als Zeremoniar des Haus-Ritter-Ordens vom Hl. Georg[6], und unterrichtete 27 Jahre lang als katholischer Religionslehrer im Bayerischen Kadettenkorps.

Zwei seiner Trauerreden, eine auf König Ludwig II. und die andere auf seine Mutter, Königin Marie, sind im Druck erschienen. Es ist u. a. überliefert dass ihm Prinzregent Luitpold, als Zeichen besonderer Wertschätzung, stets etwas von seiner Jagdbeute überbringen ließ. Die Stadt Gottes, Novemberheft 1912, (Seite 138 des Jahrgangs 1913) hält in einem Kurznachruf mit Bild fest, dass Stiftspropst Türk ein „großer Wohltäter der Armen“ gewesen sei.

Jakob von Türk galt als Hauptvertreter der dem sogenannten Reformkatholizismus zugeneigten Münchner Hofgeistlichkeit in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er trug den päpstlichen Ehrentitel eines Apostolischen Protonotars;[10] in seinem Heimatort Burgau wurde er zum Ehrenbürger ernannt und es gibt dort die „Ritter-von-Türk-Straße“.

Bavarikon Wikipedia
Benennung 1.1.1919 Erstnennung
Offiziell Türk Dr. Jakob Ritter von, K. geistl. Rat, Probst des Kollegiatsstifts zu St. Kajetan, Hofkapellendirektor, Apostolischer Protonotar und Päpstl. Hausprälat, Wohltäter der Armen, geb. 12.April 1826 zu Burgau, † 29. Sept. 1812 zu München
Straßenverlauf Führt längs der Nordseite des Luitpoldparkes zur Schleißheimerstraße
1943 Adressbuch  
Dr. Jakob Ritter von Türk, Geistlicher Rat, Probst des Kollegiatssifts zu St. Kajetan, Hofkapellendir., Apolstolischer Protonotar und Päpstlicher Hausprälat, Wohltäter der Armen, * 12.4.1826 Burgau, † 29.9.1912 München.

Führt von der Calderon- zur Schleißheimer Straße, die Borschallee kreuzend.

Wikipedia


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