Gruftstraße in München Altstadt-Lehel
 

Münchner Straßenverzeichnis

   Gruftstraße          

Früher ein Teil des ehemaligen Judenviertel mit einer 1285 zerstörten Synagoge; 1444 Marienkapelle, später Gruftkirche, 1803 aufgehoben.

Adressbuch 1943

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Straßenname Gruftstraße
Weitere Bezeichnungen Schreibergasse, Neustiftgasse
Benennung Umbenennung - Aufhebung
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Graggenau
1879 Fernberg  

Gruftstraße. Zur Zeit Ludwig des Bayern hieß diese Straße die Judengasse, weil die Juden nur in dieser Gasse die Erlaubniß  zu wohnen hatten. Herzog Ernst erlaubte ihnen noch, in dieser Gasse, welche damals zu den äußersten der Stadt gehörte, eine unterirdische Synagoge in den Stadtwall einzubauen; als aber sein Sohn Albert III. die Juden aus München wieder vertrieb, kam die Synagoge mit dem darüber erbauten Hause in den Besitz des herzoglichen Leibarztes, der die unterirdische Synagoge in eine Marienkapelle umwandelte; diese erhielt wegen ihrer unterirdischen Lage den Namen " zu U.L.Frau in der Gruft." Die Stiftungen gingen später an die Theatinerkirche über und die Kapelle wurde abgebrochen; 1866 wurde sie abgebrochen und auf ihrer Stelle ein zur kgl. Polizeidirektion gehörigen Neubau errichtet.

1880 Adressbuch  
Zwischen der Wein- und der Dienerstraße befand sich das „Judenviertel“, der Ghetto. bestehend aus dem „Kleubergäßel“, heute (Landschaftstraße), dem „Judengäßel und Schneeberg“ (jetzt Gruftstraße). Die gegenwärtige Verbindungsgasse zwischen jenen beiden wurde erst 1586 eröffnet. – Schon Herzog Ludwig der Kelheimer hatte 1210 den Juden erlaubt, sich in der dermaligen Gruftstraße eine Synagoge zu erbauen. Anläßlich einer Verfolgung fanden 1287 mehr als hundertundvierzig der dortselbst wohnenden Juden den Tod in den Flammen ihrer eigenen Häuser. 1444 ging aus der Synagoge eine Kapelle zu Ehren der unbefleckten Empfängnis der heil. Jungfrau Maria mit einer Krypta hervor, woraus sich 1450 der Name „Gruftkirche“ und später jener der Straße bildete. Die Bezeichnung „Unserer L. F. Neustift“ geschah zur Unterscheidung vin der Gruft in der alten St. Michael Gottesackerkapelle, die sich ungefähr in der Mitte der heutigen Frauenkirche befand (S. Frauenplatz). Nach der 1753 erfolgten Restaurierung der engen und des stets finsteren Gruftkirche, ward sie 1803 bei der Säkularisierung aufgehoben, 1805 in ein Privathaus verwandelt, dieses aber 1865 vom Staate vom abgekauft und im nächsten Jahre zum Zwecke der Erweiterung des Polizeigebäudes gänzlich abgebrochen, so daß nur noch die Benennung der Straße an jene Krypta erinnert. Früher kommt auch der Name „Schrteibergasse“ und zuletzt „Neustiftgasse“ vor.
1943 Adressbuch  
Früher ein Teil des ehemaligen Judenviertel mit einer 1285 zerstörten Synagoge; 1444 Marienkapelle, später Gruftkirche, 1803 aufgehoben.

Verbindet, neben dem alten Polizeigebäude hinziehend, die Wein- und Dienerstraße.

Straßenbenennungen

Straße von Grund bis Grund
GruftstraßeUmbenennungAufhebung
JudengäßelErstnennungUmbenennung


Straßen sind das Gedächtnis der Stadt



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