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   Gustav-Rau-Straße          


Rau Gustav
Gustav Rau
Bildrechte: Anonymous photographer, not identified anywhere, WP Gustav Rau, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Gustav Rau (* 28. Februar 1880 in Paris; † 5. Dezember 1954 in Warendorf; Pseudonym: Gustav Kannstadt) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Hippologen des 20. Jahrhunderts.

1933 wurde er zum Oberlandstallmeister der Preußischen Gestütsverwaltung berufen, musste aber bereits ein Jahr später wieder zurücktreten. Allerdings wurde ihm stattdessen die Organisation der Olympischen Reiterspiele 1936 in Berlin übertragen. Im Zuge der sog. Machtübernahme zeigte sich Rau äußerst anpassungsfähig an die neuen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und befürwortete die Einführung des sog. Führerprinzips in Pferdesport und -zucht.[1] Von 1939 bis 1945 war Rau Oberstintendant und Beauftragter für Pferdezucht und Gestütswesen im von der Wehrmacht besetzten Generalgouvernement Polen. Nach Susanne Hennig wurde Gustav Rau unmittelbar nach Kriegsbeginn vom Oberkommando des Heeres aufgefordert, die stark geschädigte polnische Pferdezucht wieder aufzubauen. Rau habe das das polnische Gestütswesen reorganisiert und es geschafft die polnische Pferdezucht mit ihren 14 Landgestüten in weniger als fünf Jahren „zu neuer Blüte zu führen.“ Die Frankfurter Rundschau merkt hierzu an, dass es unmittelbarer Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz ein SS-Gestüt gegeben hat, in welchem Rau eine Holsteinerzucht forciert habe.

Er war es auch, der den im Nationalsozialismus erfolgreichsten Reitern, die teilweise tief in die Verbrechen von Wehrmacht und SS und der Durchführung des Holocausts im Zweiten Weltkrieg involviert waren, zu einem bruchlosen Übergang in den Pferdesport der Nachkriegszeit verhalf.

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Straßenname Gustav-Rau-Straße
Benennung Erstnennung
Plz 81929
Stadtbezirk 15. Trudering-Riem | Trudering-Riem
RubrikPersonen
Kategorie Hippologe  
Lat/Lng 48.15479 - 11.67440   
Straßenlänge 1.257 km
Person Rau Gustav
geboren 28.2.1880 [Paris]
gestorben 5.12.1954 [Warendorf]
Kategorie Hippologe  
Nation Deutschland
Konfession evangelisch
GND 130149926
Leben

Gustav Rau (* 28. Februar 1880 in Paris; † 5. Dezember 1954 in Warendorf; Pseudonym: Gustav Kannstadt) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Hippologen des 20. Jahrhunderts.

1933 wurde er zum Oberlandstallmeister der Preußischen Gestütsverwaltung berufen, musste aber bereits ein Jahr später wieder zurücktreten. Allerdings wurde ihm stattdessen die Organisation der Olympischen Reiterspiele 1936 in Berlin übertragen. Im Zuge der sog. Machtübernahme zeigte sich Rau äußerst anpassungsfähig an die neuen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und befürwortete die Einführung des sog. Führerprinzips in Pferdesport und -zucht.[1] Von 1939 bis 1945 war Rau Oberstintendant und Beauftragter für Pferdezucht und Gestütswesen im von der Wehrmacht besetzten Generalgouvernement Polen. Nach Susanne Hennig wurde Gustav Rau unmittelbar nach Kriegsbeginn vom Oberkommando des Heeres aufgefordert, die stark geschädigte polnische Pferdezucht wieder aufzubauen. Rau habe das das polnische Gestütswesen reorganisiert und es geschafft die polnische Pferdezucht mit ihren 14 Landgestüten in weniger als fünf Jahren „zu neuer Blüte zu führen.“ Die Frankfurter Rundschau merkt hierzu an, dass es unmittelbarer Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz ein SS-Gestüt gegeben hat, in welchem Rau eine Holsteinerzucht forciert habe.

Er war es auch, der den im Nationalsozialismus erfolgreichsten Reitern, die teilweise tief in die Verbrechen von Wehrmacht und SS und der Durchführung des Holocausts im Zweiten Weltkrieg involviert waren, zu einem bruchlosen Übergang in den Pferdesport der Nachkriegszeit verhalf.

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