Ortererstraße in München
 

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   Ortererstraße          

Orterer Georg Ritter von
Georg Ritter von Orterer
Bildrechte: Festausschus des Katholikentags, Georg von Orterer 002, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Georg Orterer, seit 1901 Ritter von Orterer (* 30. Oktober 1849 in Wörth bei Erding; † 5. Oktober 1916 in München) war ein bayerischer Gymnasialdirektor und Politiker der Zentrumspartei (MdR und MdL). Er war Präsident der Kammer der Abgeordneten im Bayerischen Landtag.

Orterer, der heute weithin vergessen ist, war zu Lebzeiten eine bedeutende und umstrittene Persönlichkeit. Als profilierter Zentrumsparlamentarier genoss er in den eigenen Reihen höchste Anerkennung, was sich in der zentrumsnahen Presse (z. B. Augsburger Postzeitung, Bayerischer Kurier, Ingolstädter Zeitung) widerspiegelte. Bekannt sind auch die rühmenden Bemerkungen Karl Bachems, der Orterer den „geistigen Führer der Fraktion“ [5] nannte, und Georg von Hertlings, für den er „nicht nur der einzige politische Kopf aus der ganzen Gesellschaft, sondern auch der beste Redner und Debatteur“ war. Von der gegnerischen Presse wurde Orterer massiv und oftmals sehr persönlich angegriffen (v. a. Münchner Neueste Nachrichten). Der im eigenen Lager gerühmte Redner wurde mit den Spottnamen „Dr. Worterer“ oder auch „Seine Eloquenz“ bedacht. Als katholisch-konservatives Feindbild und Symbol für den zunehmenden Einfluss der Zentrumspartei in Bayern tritt Orterer insbesondere in den Texten und Karikaturen der Zeitschriften Jugend und Simplicissimus hervor. In letzterer erschienen auch jene Texte, die Orterer bis heute eine gewisse Bekanntheit sichern: die Filser-Briefe Ludwig Thomas. Hier erscheint „inser gelibder und hochwierninger Bresadent Orderer“ als arroganter, bigotter und schulmeisterlicher Mensch. Diese Diffamierungen Orterers, in denen reale Charaktereigenschaften überzeichnet werden, ändern jedoch nichts an der hohen Anerkennung, die er für seine unparteiische Amtsführung als Kammerpräsident parteiübergreifend erhielt. Dass er 1889 in einer Randbemerkung Wilhelms II. als „Schaafskopf“ mit „dümmlichen Ansichten“, der „Blödsinn“ rede, bezeichnet wird, sollte man heute eher als Auszeichnung verstehen.

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Straßenname Ortererstraße
Benennung Dr. phil. 5.11.1931 Erstnennung
RubrikPersonen
Kategorie Gymnasialrektor  Politiker  Zentrum  
Person Orterer Georg Ritter von
geboren 30.10.1849 [Wörth bei Erding]
gestorben 5.10.1916 [München]
Kategorie Gymnasialrektor  Politiker  Zentrum  
Nation Deutschland
Konfession katholisch
GND 117148172
Leben

Georg Orterer, seit 1901 Ritter von Orterer (* 30. Oktober 1849 in Wörth bei Erding; † 5. Oktober 1916 in München) war ein bayerischer Gymnasialdirektor und Politiker der Zentrumspartei (MdR und MdL). Er war Präsident der Kammer der Abgeordneten im Bayerischen Landtag.

Orterer, der heute weithin vergessen ist, war zu Lebzeiten eine bedeutende und umstrittene Persönlichkeit. Als profilierter Zentrumsparlamentarier genoss er in den eigenen Reihen höchste Anerkennung, was sich in der zentrumsnahen Presse (z. B. Augsburger Postzeitung, Bayerischer Kurier, Ingolstädter Zeitung) widerspiegelte. Bekannt sind auch die rühmenden Bemerkungen Karl Bachems, der Orterer den „geistigen Führer der Fraktion“ [5] nannte, und Georg von Hertlings, für den er „nicht nur der einzige politische Kopf aus der ganzen Gesellschaft, sondern auch der beste Redner und Debatteur“ war. Von der gegnerischen Presse wurde Orterer massiv und oftmals sehr persönlich angegriffen (v. a. Münchner Neueste Nachrichten). Der im eigenen Lager gerühmte Redner wurde mit den Spottnamen „Dr. Worterer“ oder auch „Seine Eloquenz“ bedacht. Als katholisch-konservatives Feindbild und Symbol für den zunehmenden Einfluss der Zentrumspartei in Bayern tritt Orterer insbesondere in den Texten und Karikaturen der Zeitschriften Jugend und Simplicissimus hervor. In letzterer erschienen auch jene Texte, die Orterer bis heute eine gewisse Bekanntheit sichern: die Filser-Briefe Ludwig Thomas. Hier erscheint „inser gelibder und hochwierninger Bresadent Orderer“ als arroganter, bigotter und schulmeisterlicher Mensch. Diese Diffamierungen Orterers, in denen reale Charaktereigenschaften überzeichnet werden, ändern jedoch nichts an der hohen Anerkennung, die er für seine unparteiische Amtsführung als Kammerpräsident parteiübergreifend erhielt. Dass er 1889 in einer Randbemerkung Wilhelms II. als „Schaafskopf“ mit „dümmlichen Ansichten“, der „Blödsinn“ rede, bezeichnet wird, sollte man heute eher als Auszeichnung verstehen.

Bavarikon Deutsche Biografie Deutsche National Bibliothek
Benennung Dr. phil. 5.11.1931 Erstnennung
Offiziell Orterer, Georg Ritter v., Dr.phil. Gymnasialrektor, führendes Mitglied des Obersten Schulrates. 1883-1886 Mitglied des Gemeindekollegiums der Stadt München, 1883-1916 Mitglied der Kammer der Abgeordneten, seit 1899 deren Präsident; geb.30.X.1849 zu Wörth (B. A. Erding), gest. 5.X.1916 zu München.
Straßenverlauf Straße zw. Wölfflinplatz u. Khidlerstr.
Bemerkung früher estl. Teil d. Neunerstr.
1943 Adressbuch  
Dr. phil. Georg Ritter von Orterer, Gymnasialrektor, führendes Mitglied des Obersten Schulrates, 1883_1886 Mitglied des Gemeindekollegs der Stadt München, 1883-1916 Mitglied der Kammer der Abgeordneten, seit 1899 deen Präsident, ' 30.10.1849 Wörth [B. A. Erding], † 5.10.1916 München.

Verbindet den Wölflinplatz mit der Khidlerstraße.


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