Therese Kunigunde von Polen, Kurfürstin von Bayern
Haus: Wittelsbach
* 04.03.1676 (Warschau) – † 10.03.1730 (Venedig) · Theatinerkirche
Eltern
Keine Eltern erfasst
Kinder
Kinder mit Maximilian II. Emanuel
-
tot geborenen Sohn
(1695–1695)
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Maria Anna von Bayern Herzogin von Bayern
(1696–1750)
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Karl VII. Kaiser
(1697–1745)
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Philipp Moritz von Bayern Herzog von Bayern
(1698–1719)
-
Ferdinand Maria Innozenz von Bayern
(1699–1738)
-
Clemens August von Bayern Kurfürst von Köln
(1700–1761)
-
Wilhelm Herzog von Bayern
(1701–1704)
-
Alois Johann Adolf Herzog von Bayern
(1702–1705)
-
Johann Theodor von Bayern Kardinal
(1703–1763)
-
Maximilian Emanuel Thomas Herzog von Bayern
(1704–1709)
Therese Kunigunde von Polen brachte den Glanz der osteuropäischen Königshäuser nach München und war eine der willensstärksten Frauenfiguren am bayerischen Hof des Barock. Als Tochter des berühmten polnischen Königs Jan III. Sobieski, dem Retter Wiens vor den Türken, war sie eine der begehrtesten Partien ihrer Zeit. Ihre Vermählung mit dem Kurfürsten Max Emanuel sollte den Wittelsbachern nicht nur eine enorme Mitgift, sondern auch politisches Gewicht im Kampf um die europäische Vorherrschaft sichern.
In München übernahm sie eine Rolle, die weit über das Repräsentative hinausging. Während der langen Abwesenheiten ihres Mannes, der auf den Schlachtfeldern Europas oder im Exil weilte, fungierte sie in den turbulenten Jahren des Spanischen Erbfolgekriegs zeitweise als Regentin. In einer für Bayern dramatischen Phase, als das Land unter österreichische Besatzung geriet, bewies sie diplomatisches Geschick und Mut, um den Fortbestand der Dynastie und den Schutz ihrer Kinder zu gewährleisten. Ihr Leben war geprägt von der Zerrissenheit zwischen der Loyalität zu ihrem Mann und der bitteren Realität der Besatzungszeit, die sie schließlich selbst ins Exil nach Venedig zwang.
Nach ihrer Rückkehr nach München widmete sie sich verstärkt religiösen und sozialen Projekten. Sie war eine tiefgläubige Frau, die maßgeblich zur Förderung kirchlicher Orden und zur barocken Frömmigkeit in der Stadt beitrug. In der Stadtgeschichte bleibt sie als die Königstochter in Erinnerung, die in Bayerns dunkelster Stunde die Stellung hielt. Ihr Schicksal verdeutlicht die internationalen Verflechtungen Münchens im 18. Jahrhundert und den hohen persönlichen Preis, den die Frauen des Hauses Wittelsbach für die machtpolitischen Träume ihrer Ehemänner oft zahlen mussten. Ihr Vermächtnis lebt in der Erinnerung an eine tapfere Landesmutter fort, die den Glanz Warschaus mit der Standhaftigkeit Münchens verband.
In München übernahm sie eine Rolle, die weit über das Repräsentative hinausging. Während der langen Abwesenheiten ihres Mannes, der auf den Schlachtfeldern Europas oder im Exil weilte, fungierte sie in den turbulenten Jahren des Spanischen Erbfolgekriegs zeitweise als Regentin. In einer für Bayern dramatischen Phase, als das Land unter österreichische Besatzung geriet, bewies sie diplomatisches Geschick und Mut, um den Fortbestand der Dynastie und den Schutz ihrer Kinder zu gewährleisten. Ihr Leben war geprägt von der Zerrissenheit zwischen der Loyalität zu ihrem Mann und der bitteren Realität der Besatzungszeit, die sie schließlich selbst ins Exil nach Venedig zwang.
Nach ihrer Rückkehr nach München widmete sie sich verstärkt religiösen und sozialen Projekten. Sie war eine tiefgläubige Frau, die maßgeblich zur Förderung kirchlicher Orden und zur barocken Frömmigkeit in der Stadt beitrug. In der Stadtgeschichte bleibt sie als die Königstochter in Erinnerung, die in Bayerns dunkelster Stunde die Stellung hielt. Ihr Schicksal verdeutlicht die internationalen Verflechtungen Münchens im 18. Jahrhundert und den hohen persönlichen Preis, den die Frauen des Hauses Wittelsbach für die machtpolitischen Träume ihrer Ehemänner oft zahlen mussten. Ihr Vermächtnis lebt in der Erinnerung an eine tapfere Landesmutter fort, die den Glanz Warschaus mit der Standhaftigkeit Münchens verband.