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Philipp Moritz von Bayern, Herzog von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: von Bayern

* 05.08.1698 (Brüssel) – † 12.03.1719 (Rom) · Santa Maria della Vittoria

Philipp Moritz von Bayern
Herrscher
Fürstbischof von Paderborn und Münster
Eltern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Philipp Moritz von Bayern war ein bayerischer Prinz aus dem Hause Wittelsbach, dessen kurzes Leben eine bemerkenswerte Fußnote in der europäischen Kirchengeschichte hinterließ. Als Sohn von Kurfürst Max Emanuel und Therese Kunigunde von Polen wurde er in eine Zeit dynastischer Expansion hineingeboren. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Clemens August war er für eine glänzende Laufbahn in der Reichskirche vorgesehen, um den bayerischen Einfluss in Nordwestdeutschland zu festigen.

Sein Schicksal erfüllte sich während einer Bildungsreise nach Rom, wo er zur theologischen Ausbildung weilte. Tragischerweise verstarb der junge Prinz dort im Alter von nur zwanzig Jahren an den Masern. Die Besonderheit seiner Biografie liegt in einem historischen Kuriosum: In Unkenntnis seines Ablebens wählten ihn die Domkapitel von Paderborn und Münster einstimmig zu ihrem neuen Fürstbischof. Philipp Moritz wurde somit zum „postum erwählten“ Oberhaupt zweier bedeutender Bistümer, eine Position, die er faktisch nie antreten konnte.

In der Münchner Stadtgeschichte wird er oft im Schatten seines berühmten Bruders Clemens August wahrgenommen, der schließlich an seine Stelle trat und als „Monsieur des cinq églises“ Berühmtheit erlangte. Dennoch bleibt Philipp Moritz als Hoffnungsträger der wittelsbachischen Hausmachtpolitik in Erinnerung. Sein Tod in der Ferne und die Nachricht darüber, die erst nach seiner Wahl in der Heimat eintraf, illustrieren die langsamen Kommunikationswege und die tiefgreifenden Auswirkungen persönlicher Schicksale auf die große Politik des Barock. In Rom erinnert heute noch eine Grabtafel in der Kirche Santa Maria della Vittoria an den bayerischen Prinzen, dessen verheißungsvolle Karriere jäh endete.