Ludwig IX. Hessen-Darmstadt des Reiches Erz-Tambour, Landgraf
Haus: Hessen Linie: Darmstadt
* 15.12.1719 (Darmstadt) – † 06.04.1790 (Pirmasens) · Hof- und Garnisonskirche
Eltern
Keine Eltern erfasst
Kinder
Kinder mit Karoline von Pfalz-Zweibrücken
-
Karoline von Hessen-Darmstadt Landgräfin von Hessen-Homburg
(1746–1821)
-
Friederike Luise von Hessen-Darmstadt Königin von Preußen
(1751–1805)
-
Amalie von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler Königin von Sachsen
(1752–1828)
-
Ludwig I. von Hessen-Darmstadt Großherzog von Hessen
(1753–1830)
-
Wilhelmine von Hessen-Darmstadt
(1755–1776)
-
Luise von Hessen-Darmstad Großherzogin von Sachsen-Weimar
(1757–1830)
-
Friedrich von Hessen-Darmstadt Prinz
(1759–1802)
-
Christian von Hessen-Darmstadt Prinz
(1763–1830)
Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt war eine der eigenwilligsten Herrschergestalten des 18. Jahrhunderts und als Ehemann der „Großen Landgräfin“ Karoline von Pfalz-Zweibrücken eng mit dem Haus Wittelsbach verbunden. Während seine Gemahlin den Darmstädter Hof zu einem Zentrum des Geistes und der Aufklärung machte, galt Ludwigs ganze Leidenschaft dem Militärwesen. Seine Herrschaft war geprägt von einer fast obsessiven Konzentration auf das Exerzierwesen und den Ausbau seiner Garnisonsstadt Pirmasens, was ihm den Beinamen „der Soldatenlandgraf“ einbrachte.
Für die bayerische Geschichte und den Münchner Hof ist er als Stammvater der modernen bayerischen Könige von zentraler Bedeutung. Durch seine Ehe mit der Wittelsbacherin Karoline wurde er zum Großvater von König Max I. Joseph. Die soldatische Disziplin und die sparsame Haushaltsführung, die er in Hessen-Darmstadt etablierte, hinterließen über die Erziehung seiner Kinder und Enkelkinder deutliche Spuren in der bayerischen Verwaltungskultur. Er verkörperte den Typus des absolutistischen Herrschers, der trotz seiner militärischen Strenge den Krieg ablehnte und sein Land durch eine neutrale Politik vor den Zerstörungen der großen europäischen Konflikte bewahren wollte.
Besonders bemerkenswert war sein Verhältnis zu Pirmasens, das er aus dem Nichts zu einer bedeutenden Garnison ausbaute und wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, weit weg vom kulturellen Glanz seiner Residenz in Darmstadt. Dort widmete er sich der Ausbildung seiner „Grenadiere“, einer Truppe, die er nach preußischem Vorbild drillte. Sein politisches Vermächtnis blieb jedoch zwiespältig: Während er einerseits die Staatsfinanzen sanierte und eine effiziente Bürokratie schuf, litt das kulturelle Leben in Darmstadt unter seiner Abwesenheit und seinem Desinteresse an den schönen Künsten, die seine Frau so leidenschaftlich förderte.
Ludwig IX. verstarb 1790 in Pirmasens. Durch seine Tochter Karoline von Baden und seinen Enkel Max I. Joseph blieb sein Blut in der bayerischen Linie der Wittelsbacher lebendig. Er war der Mann, der die dynastische Basis für jenes Hessen-Darmstädter Netzwerk schuf, das im 19. Jahrhundert die bayerische und russische Politik (durch Zarin Maria Alexandrowna) gleichermaßen prägen sollte.
Für die bayerische Geschichte und den Münchner Hof ist er als Stammvater der modernen bayerischen Könige von zentraler Bedeutung. Durch seine Ehe mit der Wittelsbacherin Karoline wurde er zum Großvater von König Max I. Joseph. Die soldatische Disziplin und die sparsame Haushaltsführung, die er in Hessen-Darmstadt etablierte, hinterließen über die Erziehung seiner Kinder und Enkelkinder deutliche Spuren in der bayerischen Verwaltungskultur. Er verkörperte den Typus des absolutistischen Herrschers, der trotz seiner militärischen Strenge den Krieg ablehnte und sein Land durch eine neutrale Politik vor den Zerstörungen der großen europäischen Konflikte bewahren wollte.
Besonders bemerkenswert war sein Verhältnis zu Pirmasens, das er aus dem Nichts zu einer bedeutenden Garnison ausbaute und wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, weit weg vom kulturellen Glanz seiner Residenz in Darmstadt. Dort widmete er sich der Ausbildung seiner „Grenadiere“, einer Truppe, die er nach preußischem Vorbild drillte. Sein politisches Vermächtnis blieb jedoch zwiespältig: Während er einerseits die Staatsfinanzen sanierte und eine effiziente Bürokratie schuf, litt das kulturelle Leben in Darmstadt unter seiner Abwesenheit und seinem Desinteresse an den schönen Künsten, die seine Frau so leidenschaftlich förderte.
Ludwig IX. verstarb 1790 in Pirmasens. Durch seine Tochter Karoline von Baden und seinen Enkel Max I. Joseph blieb sein Blut in der bayerischen Linie der Wittelsbacher lebendig. Er war der Mann, der die dynastische Basis für jenes Hessen-Darmstädter Netzwerk schuf, das im 19. Jahrhundert die bayerische und russische Politik (durch Zarin Maria Alexandrowna) gleichermaßen prägen sollte.