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Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, Königin von Preußen

Haus: Hessen

* 16.10.1751 (Prenzlau) – † 25.02.1805 (Berlin) · Dom

Friederike Luise von Hessen-Darmstadt

Kinder

Keine Kinder erfasst
Friederike Luise von Hessen-Darmstadt war eine zentrale Gestalt am preußischen Hof in einer Ära tiefgreifender politischer Veränderungen. Als Tochter von Landgraf Ludwig IX. und der berühmten „Großen Landgräfin“ Henriette Karoline brachte sie eine erstklassige dynastische Erziehung mit, als sie den späteren König Friedrich Wilhelm II. heiratete. Damit wurde sie zur Stammmutter der preußischen Könige des 19. Jahrhunderts und zur Großmutter des ersten deutschen Kaisers.

Ihre Zeit in Berlin und Potsdam war von den großen Umbrüchen der Französischen Revolution und dem Aufstieg Napoleons geprägt. Obwohl sie als Königin formal an der Spitze des Staates stand, war ihr persönliches Leben am Hof oft von den schwierigen privaten Verhältnissen ihres Mannes überschattet. Dennoch wahrte sie stets ihre Würde und galt als eine Frau von großer Sanftmut und tiefem religiösen Pflichtbewusstsein, die im Hintergrund für den Zusammenhalt der königlichen Familie sorgte.

Für das Haus Wittelsbach und die bayerische Geschichte ist sie als Schwester von Amalie von Hessen-Darmstadt von Bedeutung. Durch dieses Verwandtschaftsverhältnis war sie die Tante von Karoline von Baden, der ersten bayerischen Königin. Diese engen familiären Bande zwischen Berlin, Darmstadt und München bildeten ein stabiles diplomatisches Geflecht, das die Politik des Deutschen Bundes maßgeblich beeinflusste.

Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie als Königin-Witwe vorwiegend im Schloss Monbijou in Berlin. Dort widmete sie sich wohltätigen Aufgaben und der Förderung des kulturellen Lebens, wobei sie den Kontakt zu ihren hessischen und bayerischen Verwandten stets intensiv pflegte. Sie verstarb im Jahr 1805 und wurde im Berliner Dom beigesetzt, kurz bevor Preußen durch die napoleonischen Kriege in seine schwerste Krise stürzte.