Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte

Im Jahr 1952 wurde der Chinesische Turm im Englischen Garten in München nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Der Turm, ein beliebtes Wahrzeichen und Biergarten, war während des Krieges schwer beschädigt worden.
Eine an Konrad Adenauer adressierte Briefbombe explodierte im Münchner Polizeipräsidium, als ein Sprengmeister sie entschärfen wollte und dabei ums Leben kam. Hinter dem Anschlag standen ehemalige Mitglieder der jüdischen Untergrundorganisation Irgun, die gegen die Verhandlungen über deutsche Wiedergutmachungszahlungen an Israel protestierten. Die Tat sorgte für große politische Unruhe, verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen und zeigte die tiefen Spannungen, die das Thema Wiedergutmachung in der internationalen Politik auslöste.

Philipp Auerbach (1906–1952) war bayerischer Staatskommissar für NS-Verfolgte und prägte die frühe Wiedergutmachung. Als Auschwitz-Überlebender kämpfte er energisch für die Opfer, stieß jedoch in der Verwaltung auf massiven Widerstand. 1952 wurde er in einem politisch motivierten Prozess verurteilt und wählte den Freitod. Später wurde er als Opfer antisemitischer Justiz rehabilitiert.




