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Maria Franziska, Pfalzgräfin von Pfalz-Sulzbach

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Sulzbach

* 15.06.1724 (Schwetzingen) – † 15.11.1794 (Sulzbach) · Sulzbach (Pfarrkirche)

Ehen:
1. 1746 · mit Friedrich Michael
Maria Franziska

Kinder

Maria Franziska Dorothea Christina von Pfalz-Sulzbach gilt als die Stammmutter der bayerischen Könige, da auf sie und ihren Gemahl Friedrich Michael von Pfalz-Zweibrücken die gesamte spätere Linie der Wittelsbacher Monarchen zurückgeht. Ihr Leben war geprägt von den Umbrüchen des 18. Jahrhunderts und den dynastischen Verschiebungen innerhalb des Hauses Wittelsbach, die schließlich dazu führten, dass ihr Zweig das Erbe in Bayern antrat.

In München und am pfälzischen Hof galt sie als eine Frau von außergewöhnlicher Lebhaftigkeit und eigenwilligem Charakter. Ihre Ehe war jedoch von Spannungen und tiefen persönlichen Krisen überschattet. In einer Zeit strenger gesellschaftlicher Konventionen suchte sie nach persönlicher Freiheit, was schließlich zum Bruch mit ihrem Gemahl und zu einem zeitweiligen Rückzug aus dem höfischen Leben führte. Trotz dieser turbulenten privaten Umstände blieb ihre Bedeutung für die Thronfolge unangefochten.

Besondere historische Relevanz erlangte sie als Mutter von Maximilian I. Joseph, dem ersten König von Bayern. Obwohl sie die Erhebung ihres Sohnes in den Königsrang nicht mehr miterlebte, legte sie durch ihre Abstammung und ihre Ehe die rechtliche Basis für den Übergang der kurfürstlichen Würde auf die Zweibrücker Linie. In der bayerischen Geschichte wird sie oft als eine willensstarke Persönlichkeit porträtiert, deren Schicksal die Zerrissenheit zwischen dynastischer Pflicht und individuellem Lebensglück widerspiegelt. Ihr Vermächtnis ist heute untrennbar mit dem Aufstieg Bayerns zum modernen Königreich im 19. Jahrhundert verbunden, da ihr Blut in allen nachfolgenden Regenten der Dynastie weiterfloss.