Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Karl II. August Christian, Herzog von Pfalz-Zweibrücken

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Zweibrücken

* 29.10.1746 (Düsseldorf) – † 01.04.1795 (Mannheim) · St. Michael

Ehen:
1. 12.02.1774 in Hauskapelle des Dresdener Schlosses · mit Maria Amalie von Sachsen
Karl II. August Christian

Kinder

Karl II. August war als Herzog von Pfalz-Zweibrücken eine Schlüsselfigur für den Fortbestand des Hauses Wittelsbach in einer der kritischsten Phasen seiner Geschichte. Als Sohn von Friedrich Michael von Pfalz-Zweibrücken und älterer Bruder des späteren ersten bayerischen Königs Max I. Joseph trat er sein Erbe in einer Zeit an, in der das Überleben Bayerns als eigenständiger Staat auf dem Spiel stand. Seine Regierungszeit war geprägt vom Widerstand gegen die Annexionspläne Kaiser Josephs II., der das kinderlose Bayern gegen die Österreichischen Niederlande eintauschen wollte.

Für die Stadtgeschichte Münchens ist er von unschätzbarem Wert, da er als Oberhaupt der Zweibrücker Linie konsequent sein Veto gegen diesen bayerisch-österreichischen Ländertausch einlegte. Durch seine Standhaftigkeit im Bayerischen Erbfolgekrieg, in dem er von Friedrich dem Großen unterstützt wurde, sicherte er den Erbgang für die pfälzischen Wittelsbacher und verhinderte, dass München eine bloße Provinzstadt der Habsburger wurde. Ohne seinen Protest wäre die heutige bayerische Identität in dieser Form wohl nie entstanden.

Er galt als leidenschaftlicher Jäger und Naturliebhaber, was sich in seinem monumentalen Bauprojekt, dem Schloss Karlsberg bei Homburg, widerspiegelte. Dieses „Versailles der Pfalz“ war eines der größten Barockschlösser Europas und beherbergte seine legendären Kunstsammlungen und Bibliotheken, die später zum Teil den Grundstock für die Münchner Pinakotheken bildeten. Die Zerstörung dieses Schlosses durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1793 war ein schwerer Schlag für ihn und markierte den Beginn des Untergangs der alten Ordnung am Rhein.

Nach seinem Tod im Jahr 1795 in Mannheim ging sein Erbe auf seinen jüngeren Bruder Max Joseph über, der nur vier Jahre später die Nachfolge in München antrat und 1806 zum König ausgerufen wurde. Karl II. August bleibt als der „Retter Bayerns“ in Erinnerung, der durch seinen diplomatischen Mut den Weg für das moderne bayerische Königreich ebnete, auch wenn er selbst die Krone nie trug.