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Karoline von Baden, Königin

Haus: Baden

* 13.07.1776 (Karlsruhe) – † 13.11.1841 (München) · Theatinerkirche

Ehen:
1. 09.03.1797 · mit Maximilian I. Joseph
Karoline von Baden
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Karoline von Baden nimmt als erste Königin des neu geschaffenen Königreichs Bayern einen herausragenden Platz in der Münchner Stadtgeschichte ein. Als Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden und der als „Schwiegermutter Europas“ bekannten Amalie von Hessen-Darmstadt brachte sie ein weitreichendes dynastisches Netzwerk mit an die Isar. Ihre Vermählung mit Maximilian I. Joseph im Jahr 1797 fiel in eine Zeit des radikalen Umbruchs, in der Bayern unter dem Einfluss Napoleons vom Kurfürstentum zum modernen Staat aufstieg.

In München wirkte Karoline als eine der tragenden Säulen des Hofes und war weit mehr als nur die Frau an der Seite des Königs. Sie galt als hochgebildet, diszipliniert und blieb zeitlebens ihrer evangelischen Konfession treu. Dies war in einem streng katholisch geprägten Bayern ein Politikum und erforderte diplomatisches Geschick. Durch ihre Haltung wurde sie zur Integrationsfigur für die neu zu Bayern gekommenen protestantischen Landesteile wie Franken und Schwaben. Ihr persönlicher Glaube führte dazu, dass für sie die erste evangelische Gemeinde Münchens und die St.-Matthäus-Kirche entstanden.

[Hier könnte ein Stammbaum stehen, der Karoline als Bindeglied zwischen dem Haus Baden und den bayerischen Wittelsbachern sowie ihre Rolle als Mutter der „preußischen“ und „sächsischen“ Königinnen zeigt]

Ihr kultureller Einfluss prägte den bayerischen Hofstil maßgeblich. Gemeinsam mit ihrem Mann förderte sie den Ausbau Münchens zur modernen Residenzstadt und unterstützte die klassizistischen Bauvorhaben, die das Stadtbild bis heute charakterisieren. Als Mutter zahlreicher Töchter – darunter die späteren Königinnen von Preußen und Sachsen – festigte sie Bayerns Stellung im europäischen Mächtesystem des 19. Jahrhunderts.

Karoline verstarb im Jahr 1841 in München. Ihr Begräbnis in der Theatinerkirche sorgte für einen Skandal, da der katholische Klerus der protestantischen Königin einen würdevollen Abschied verweigerte – ein Vorfall, der ihren Stiefsonn Ludwig I. tief erschütterte und die religiöse Toleranz im Königreich nachhaltig zum Thema machte. Heute wird sie als die Frau gewürdigt, die dem jungen Königreich Würde und ein modernes, überkonfessionelles Gesicht gab.