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Franz Joseph I., Kaiser von Österreich

Haus: Habsburg Linie: Lothringen

* 18.08.1830 (Wien (Schloss Schönbrun)) – † 21.11.1916 (Wien (Schloss Schönbrunn)) · Kapuzienergruft

Ehen:
1. 24.04.1854 in Wien (Augustinerkirche) · mit Elisabeth
Franz Joseph I.
Herrscher 1848–1916
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Kaiser Franz Joseph I. von Österreich ist eine der prägendsten Gestalten der europäischen Geschichte und eng mit der Münchner Stadtgeschichte verwoben, nicht zuletzt durch seine Heirat mit der berühmtesten Tochter der Stadt, Elisabeth in Bayern. Als Spross des Hauses Habsburg-Lothringen übernahm er in einer Zeit revolutionärer Erschütterungen die Herrschaft über ein riesiges Vielvölkerreich, das er über fast sieben Jahrzehnte mit eiserner Disziplin und einem ausgeprägten Pflichtbewusstsein leitete.

Für München und Bayern ist er vor allem als Schwiegersohn von Herzog Max in Bayern von Bedeutung. Seine Vermählung mit seiner Cousine "Sisi" in Wien war das gesellschaftliche Ereignis des 19. Jahrhunderts und festigte die ohnehin engen Bande zwischen den Wittelsbachern und den Habsburgern. In der bayerischen Landeshauptstadt war der Kaiser ein häufiger und geschätzter Gast, insbesondere wenn er seine Verwandten im Herzog-Max-Palais oder auf Schloss Possenhofen besuchte. Diese familiären Besuche prägten das Bild einer engen bayerisch-österreichischen Schicksalsgemeinschaft.

Seine Regierungszeit, die Ära des Franzisko-Josephinismus, war geprägt von der Suche nach Stabilität in einem sich rasant verändernden Kontinent. Während er in Wien den Ausbau der Ringstraße vorantrieb, verfolgte er aufmerksam die städtebauliche Entwicklung Münchens unter seinen königlichen Cousins. Trotz privater Schicksalsschläge wie dem Verlust seines Sohnes Rudolf und der Ermordung seiner Gemahlin blieb er bis zu seinem Tod während des Ersten Weltkriegs das Symbol für die Beständigkeit einer untergehenden Weltordnung. Sein Vermächtnis lebt in der gemeinsamen kulturellen DNA von München und Wien fort.