<p>Die ehemalige US-Siedlung an der Neuherberg- und Rockefellerstraße entstand <strong>1954–1956</strong> im Zusammenhang mit der nahe gelegenen Warner-Kaserne. Die Bundesrepublik errichtete <strong>654 Wohnungen</strong> für amerikanische Soldaten, Offiziere und ihre Familien. Dreigeschossige Zeilenbauten, großzügige Grünflächen, geschwungene Straßen und eine eigene amerikanische Infrastruktur mit PX, Kino, Clubs und Sportplätzen prägten das Quartier. Nach dem Abzug der US-Streitkräfte 1968 ging die Siedlung an die Bundesvermögensverwaltung über. Heute wird das rund 19 Hektar große Areal von der BImA neu entwickelt.</p>
<p>Die Kleinsiedlung Kaltherberge entstand 1936/1937 östlich der Ingolstädter Straße im heutigen Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart. Sie war als Selbstversorgersiedlung für bedürftige Arbeiterfamilien konzipiert und umfasste ursprünglich 221 Siedlerhäuser. Mittelpunkt der Anlage war ein zentraler Gemeinschaftsplatz, der heutige Mettenleiterplatz.</p><p>Die Siedlung war durch kleine Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. Die Straßen wurden erst in den 1950er Jahren befestigt. Die ursprüngliche Benennung „Kaltherberge“ geht auf den Flurnamen „Kaltherberger Hart“ zurück. Die Stadt München beschloss die Bezeichnung 1935; die amtliche Genehmigung zog sich allerdings bis nach dem Zweiten Weltkrieg hin.</p><p>Nach 1945 erhielt die Siedlung eine besondere Nachkriegsgeschichte: Teile der Häuser wurden von der amerikanischen Militärverwaltung beschlagnahmt und als DP-Lager Neu-Freimann genutzt. Dort lebten zeitweise mehr als 2.000 Displaced Persons. 1949 wurde das Lager geschlossen und die Häuser wieder an die Siedler zurückgegeben.</p>