Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
München-Giesing * Zwischen 1753 und 1761 wird die Harlachinger Anna-Kirche umfassend erneuert. Dabei bleibt die äußere Gestalt vergleichsweise schlicht und erinnert weiterhin an eine romanische Dorfkirche, insbesondere durch den massiven Turm.
Im Inneren wird der Kirchenraum im Stil des Rokoko gestaltet, der durch Leichtigkeit, Eleganz und reiche Ornamentik gekennzeichnet ist. Stuckverzierungen, geschwungene Formen und helle Farbgebung prägen das Erscheinungsbild. Die Deckenfresken sowie der Hochaltar bilden die künstlerischen Höhepunkte.
Im Zentrum des Hochaltars steht weiterhin das Gnadenbild der „Anna selbdritt“, das den spirituellen Kern der Kirche darstellt. Es verbindet die kunsthistorische Ausstattung mit der religiösen Funktion als Wallfahrtsort.
München-Giesing * Nachdem die Pfarrei Unterbiberg aufgelöst worden ist, kommt Harlaching in die Pfarrei Neudeck in der Au.
München-Giesing * Harlaching wird der Pfarrei Heilig-Kreuz in Giesing einverleibt.
München-Giesing * Das St.-Anna-Bündnis wird vom Hieronymiten-Kloster im Lehel nach Harlaching übertragen. Damit verlagert sich die organisierte Verehrung der heiligen Anna aus der Stadt in den Wallfahrtsort - ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung von St. Anna in Harlaching.
Das Bündnis ist eine Vereinigung mehrerer Bürger aus München mit der Intention, „dass durch die Fürbitte der hl. Mutter Anna die größten Sünder sollten bekehrt werden“.
München-Giesing * Das Pfarramt Unterbiberg bittet das Ordinariat, dass während des St.-Anna-Dreißigers - der von vielen Menschen aus der Stadt besucht wird - an bestimmten Tagen unter der Woche das Allerheiligste ausgesetzt werden und zu bestimmten Zeiten der sakramentale Segen gespendet werden darf, so wie es auch in anderen Kirchen, etwa in Ramersdorf, Thalkirchen oder der Lorettokapelle in Berg am Laim üblich ist.
München-Giesing * Die Kirche zu Harlaching wird urkundlich als Filialkirche der Pfarrei Unterbiberg erwähnt. Sie dient der lokalen Bevölkerung als religiöser Mittelpunkt.
München-Giesing * Der Anna-Tag ist der wichtigste Wallfahrtstag für die Anna-Kirche in Harlaching. Es werden spezielle Gottesdienste und Andachten abgehalten.
München-Giesing * Eine entscheidende Entwicklung für die Kirche zu Harlaching setzt ein, als das Gnadenbild der „Anna selbdritt“ entsteht. Es zeigt die heilige Anna gemeinsam mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind und wird zum Zentrum wachsender religiöser Verehrung. Die Kirche entwickelt sich dadurch zu einem Wallfahrtsort.
München-Giesing * Im Zusammenhang mit der Christianisierung und Besiedlung des Isarraumes sowie mit dem Einfluss geistlicher Institutionen wie dem Kloster Tegernsee entsteht im damaligen Dorf Hadelaichen [= Harlaching] eine erste kleine Kirche. Sie wird erstmals im Jahr 1163 genannt.
München-Giesing * Die Harlachinger Anna-Kirche wird im Dreißigjährig Krieg von schwedischen Truppen geplündert. Die Wallfahrt kommt zum Erliegen.
Der anschließende Wiederaufbau sichert zwar das Fortbestehen der Kirche, leitet aber noch keine grundlegende stilistische Veränderung ein.
München-Giesing * Die Anna-Kirche in Harlaching wird das Sanctissimum [= Allerheiligstes] wieder eingerichtet.
München-Giesing * Der „Sankt-Anna-Dreißiger“ findet in der Anna-Kirche in Harlaching statt. Papst Innocenz XII. gewährt dazu einen vollkommenen Ablass auf sieben Jahre. Die Andachten werden durch die Paulaner in der Au besorgt.
München-Giesing * Die heilige Anna wird erstmals ausdrücklich als Patronin der Kirche zu Harlaching genannt.
München-Giesing * Die Anna-Kirche in Harlaching geht in den Besitz der Wittelsbacher über. Sie erhält damit eine politische und religiöse Bedeutung.
München-Giesing * Die Harlachinger Anna-Kirche besitzt drei Altäre, sodass das Sanctissimum [= Allerheiligstes] eingesetzt wird und der Pfarrer von Unterbiberg wöchentlich zwei Mal Gottesdienst hält.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird das Natur- und Artenschutzzentrum eröffnet.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird auf einer Bühne das Theaterstück „Die Maibraut“ von Ernst von Wolzogen aufgeführt. Um eine Naturbühne zu errichten, musste man am Harlachinger Hang eigens Erdmassen aufschütten. 2.000 Zuschauer finden in dem Freilufttheater Platz und können der Hellabrunner Uraufführung beiwohnen. 200 Personen wirken bei der Aufführung auf der Bühne mit. Der Ort des Geschehens ist ein germanischer heiliger Hain.
München-Untergiesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die einhundert Jahre alte Kuppel des Elefantenhauses gesprengt. Das Ammoniak im Urin der Tier hat dem byzantinischen Kuppelbau aus dem Jahr 1914 so zugesetzt, dass er bereits 2010 wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt werden musste.
Jetzt soll das Ensemble saniert und originalgetreu wieder aufgebaut werden. Dabei soll es mehr Platz für die Tiere geben.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird das Elefantenhaus eröffnet.
München-Giesing * Das „Dickhäuterhaus“ im Tierpark Hellabrunn kann - kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs - eröffnet werden. Es ist - orientiert an der zeitgenössisch beliebten Orientmode - im maurischen Stil errichtet worden. Auf seinen Mauern ruht die erste freitragende Beton-Glaskuppel der Welt.
Bewohnt wird das „Dickhäuterhaus“ von Elefanten, Nashörnern, Flusspferden und Tapiren.
München-Giesing * Das „Affenland“, das heute als Pavianfelsen erhalten geblieben ist, sowie das Afrikahaus für Zebras, Strauße, Antilopen und Kamerun-Schafe wird im Tierpark Hellabrunn eröffnet. Im Elefantenhaus befinden sich inzwischen acht Elefanten, vier Giraffen und sechs Flusspferde. Mit seiner Freianlage ist das Gelände zur „größten Elefanten-Freianlage der Welt“ geworden.
Es gibt aber auch einen Haustiergarten, der für viele Stadtkinder exotischere und unbekanntere Geschöpfe zu bieten hat als das Affenland oder das Afrikahaus.
München-Giesing * Rechtzeitig vor dem Winter wird im Tierpark Hellabrunn
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Welt der kleinen Affen eröffnet.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Orang-Utan-Halle wiedereröffnet und das Hellabrunner Mühlendorf seiner Bestimmung übergeben.
München-Giesing * Dort, wo zuvor im Tierpark Hellabrunn der Haustiergarten gelegen ist, wird die Menschenaffenstation eröffnet, die allerdings erst bis 1938 fertiggestellt wird. Es ist das damals „größte Menschenaffenhaus der Welt“.
Die Kinder erhalten ein Streichelgehege.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird das Orang-Untan-Paradies eröffnet.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird das Urwaldhaus eröffnet.
München-Giesing * Nach zehnjähriger Pause kommen wieder neue Tiere aus dem Ausland nach Hellabrunn. Die ersten Ankommenden sind über 300 Fische aus Brasilien und Westafrika für das Aquarium.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn kann
Giesing * Leibmedikus Johann Joseph Perger, der Eigentümer des Adelssitzes Siebenbrunn, stirbt.
Giesing * Siebenbrunn wird unter seinen neuen Eigentümer, Johann Joseph Perger, Leibmedikus des Kurfürsten Max III. Joseph, selbstständiger adeliger Sitz „mit der Jurisdiktion soweit der Dachtropfen gehet“. Und weiter: „[…], so daß diser Süz gleichwie der ohrt vorhin Sibenbrun genent werden solle und Er, Leibmedicus von Perger und die seinige sich hievon schreiben mögen“.
Siebenbrunn ist ein typischer barocker Schlossname der sich von sieben Quellen ableitet, die aus dem Hochufer austreten.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn werden die Menschenaffen-Anlagen eröffnet.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Humboldtpinguin-Anlage eröffnet.
München-Giesing * Per Flugzeug kommen innerhalb von 36 Stunden zehn Flamingos aus Chile. Das ist dem Tierpark Hellabrunn sogar eine Begrüßungsparty im provisorischen Restaurant mit Musik, Tanz und Illumination, wert.
Giesing * Nach mehreren Besitzerwechseln kommt der Adelssitz Hellabrunn mit seinen 58 Tagwerk Grund an Carl Friedrich Fürst zu Isenburg-Birstein.
München-Giesing * Die Gutsgebäude von Hellabrunn werden abgerissen.
München-Giesing * Die beiden Gemeindekollegien beschließen am 6. November beziehungsweise am 6. Dezember 1906 die Überlassung von Hellabrunn für den Tierpark mit Auflagen.
Die Stadt München überlässt dem Verein Zoologischer Garten die Grundstücke südlich der Thalkirchner Brücke kostenlos für 60 Jahre nur unter der Bedingung, dass der Verein innerhalb von fünf Jahren das fehlende Gelände beschafft und genügend Geld für Bau und Betrieb des Zoos aufbringt.
München-Giesing * Johann Feßlers Nietenfabrik-Plan in Hellabrunn scheitert endgültig, als die Stadt München die Hälfte des Geländes der sogenannten „Feßler‘schen Gründe“ unterhalb von Harlaching für über 600.000 Mark von dem Fabrikanten erwirbt.
München-Giesing * Die Baukommission der Landeshauptstadt München, der Polytechnische Verein sowie der Gewerbeinspektor der Stadt sprechen sich unter einigen Auflagen für die Nietenfabrik in Hellabrunn aus.
Giesing * Graf Maximilian Joseph von Preysing verkauft das Anwesen „jenseits der Birkenleiten“ an den Hofkammersekretär und Gejaidschreiber Johann Wolfgang Paur.
München-Giesing * Der Fabrikant Johann Feßler erwirbt das 58 Tagwerk große Anwesen Nr. 5 und 6 (Hellabrunn) in Harlaching, um dort eine Nietenfabrik zu errichten. Für das Gelände unterhalb der Harlachinger Kirche bezahlt er 550.000 Mark. Der im Oktober 1899 von der Lokalbaukommission München eingeforderte Plan beschreibt die projektierten Fabrikanlagen:
München-Giesing * Harlachinger Anlieger empören sich über das Vorhaben des Fabrikanten Johann Feßler, in Hellabrunn eine Nietenfabrik zu errichten. Jakob Heilmann schreibt, dass er die Nähe „einer derartigen Fabrik bei einer Villenanlage unmöglich gutheißen“ könne. Außerdem würden die im städtischen Sanatorium in Harlaching untergebrachten Kranken durch Ruß und Qualm geschädigt. Heilmann hatte natürlich Angst, er könnte seine Häuser und Grundstücke in der „Gartenstadt Harlaching“ nur mehr sehr schlecht und mit finanziellen Einbußen verkaufen.
München-Giesing * Der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem inzwischen aufgelösten „Verein Zoologischer Garten München“ wird gekündigt. Das löst das eine Welle von Gesuchen und Anträgen zur alternativen Nutzung des Tierpark-Geländes aus. Im Gespräch sind,
Andere Interessenten wollen hier
Doch alle Wünsche und Nutzungsvorschläge werden abgelehnt, da die Stadt sich mit der Vorstellung beschäftigt, den ehemaligen Zoo in einen „Städtischen Volkspark Hellabrunn“ umzuwandeln.
Im Prinzip ist man sich einig, dass München auf Dauer einen Zoologischen Garten haben muss und der Volksgarten nur eine Übergangslösung darstellt, bis man hier wieder exotische Tiere bestaunen kann.
München-Giesing * Die jährliche Zahl der zahlenden Gäste im Tierpark Hellabrunn überschreitet erstmals die Millionengrenze.
München-Giesing * Zur Verwirklichung des Projekts Zoologischer Garten Hellabrunn rechnet man mit einer Summe von rund einer Million Mark. Zwei Tage nach der Gründung des Zoo-Vereins wendet sich dieser an den Magistrat der Stadt mit der Bitte, um kostenlose Überlassung von Hellabrunn.
Die Antwort des Bauausschusses lautet: „Die Stadt ist zur Zeit noch nicht in der Lage, dem Verein irgend ein Grundstück zu überlassen.“
München-Giesing * 2,72 Millionen Menschen kommen in den Geo-Zoo in Hellabrunn. Bei der Inventur zählten die Zoo-Mitarbeiter rund 19.000 Tiere in insgesamt 714 verschiedenen Arten. Die meisten davon sind Fische. Aber auch 88 Arten von Säugetieren sind im Zoo an der Isar beheimatet.
München-Giesing * Neun Kängurus aus Australien, dazu ein Flötenvogel, ein Rieseneisvogel, drei fliegende Hunde, sechzig Prachtfinken, zwei Emus sowie Pelikane, Mähnengänse und Trauerschwäne ergänzen den Bestand des Tierparkgeländes in Hellabrunn.
München-Giesing * Der „Verein Zoologischer Garten“ bemüht sich um die Übernahme des Protektorats durch den Prinzregenten Luitpold und die Unterstützung der Bayerischen Regierung.
München-Giesing * Weitere geplante Objekte für den Tierpark Hellabrunn sind tropische Gewächshäuser, ein Insektarium, ein Tigertal und eine Freianlage für Braunbären und weitere. Durch den Kriegsbeginn müssen sämtliche Bauvorhaben eingestellt werden und kommen nicht zur Ausführung.
Im Tierpark treten die bereits bekannten Probleme wie 25 Jahre zuvor wieder auf.
München-Giesing * Vom Mai bis Oktober 1928 wird in Hellabrunn eine „Tierpark-Propaganda-Schau“ für die Wiedereröffnung des Tiergartens veranstaltet. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt, die auch das Gelände unentgeltlich zur Verfügung stellt, werden die Tieranlagen provisorisch wieder in Stand gesetzt, Tiere ausgeliehen, Pressekampagnen gefahren und spektakuläre Attraktionen wie gemalte Tierpanoramen und Dioramen der vorzeitlichen Tierwelt vorgeführt.
Die „Tierpark-Propaganda-Schau“ ist finanziell so erfolgreich, dass die Neugründung des Tiergartens unmittelbar aus ihr hervorgeht. Der Tierpark bleibt nach dem Ende der Werbeschau einfach weiter geöffnet. Das ist auch der Grund, weshalb sich als Wiedereröffnungsdatum der 23. Mai 1928 eingebürgert hat.
München-Giesing * Der Architekt Emanuel von Seidl erstellt den „künstlerischen Generalplan“ für den Tierpark, den er dem Zoologischen Verein zum Geschenk macht.
Unter geschickter Ausnutzung des Hanggeländes mit seinen gewachsenen Nagelfluhfelsen und der vom Auer Mühlbach durchflossenen Auenlandschaft erschafft er eine naturnahe Tierhaltung. Sein Vorbild ist - auf ausdrücklichen Wunsch des Tierpark-Vereins - der Stellinger Tierpark von Carl Hagenbeck, wobei die landschaftlichen Voraussetzungen in Hellabrunn völlig andere waren als beim vermeintlichen Hamburger Zoo-Vorbild.
München-Giesing * Das Protokoll einer Sitzung des Münchner Magistrats macht deutlich, dass die Meinungen über die Nietenfabrikanlage von Johann Feßler in Hellabrunn so kontrovers wie zu Beginn der Planungen geführt wird.
Es entwickelt sich ein Streit zwischen fundamentalistisch fortschrittsgläubigen und „grün-konservativen“ Stadträten.
Giesing * Der Fabrikant Julius Kremser stellt bei der Lokalbaukommission den Antrag, auf dem Anwesen Nr. 1 in Hellabrunn eine Leimfabrik zu errichten. Unter der Bedingung, dass Kremser seine Fabrik, nicht wie geplant, direkt an die Straße nach Harlaching baut, stimmt die Behörde dem Antrag zu.
München-Giesing * Die Besucherzahlen des Tierparks Hellabrunn überschreiten die 1,5-Millionen-Marke.
München-Giesing * Bei strahlendem Sonnenschein öffnen sich um halb zehn Uhr die Tore des Tierparks Hellabrunn am Haupteingang, dem heutigen Isar-Eingang. Viele Prominente sind gekommen. Die Festlichkeiten finden im Waldrestaurant statt.
München-Giesing * Das Feuerwerk-Spektakel im Tierpark Hellabrunn wird wiederholt - und obwohl es regnet, kommen immerhin noch 4.000 zahlende Besucher in den Tierpark.
München-Giesing * In den Friedensjahren von 1911 bis zum Kriegsbeginn am 1. August 1914 hat der Tierpark einen Überschuss von 80.000 Mark erwirtschaftet. Doch die Baukosten von 295.000 Mark und die dafür aufgenommenen Kredite belasten das Tierpark-Unternehmen dann doch sehr.
Mit dem Kriegsbeginn verschlechtert sich die Situation im Tierpark Hellabrunn zusehend.
München * Der „Bayerische Geflügelzüchterverein“ startet die Initiative zur Gründung eines zoologischen Gartens in München.
München-Giesing * Der Tierpark Hellabrunn kann mit Einverständnis der amerikanischen Besatzungsmacht als erster Zoo Deutschlands wieder für Besucher geöffnet werden. Die Begründung dafür ist: „Tiere sind keine Nazis!“
Was die Zoo-Gäste zu sehen bekommen, ist ein trauriges Bild. Dreißig Prozent der Tiere sind dem Krieg zum Opfer gefallen. Auch die Hälfte der Gebäude und Stallungen sind durch Bomben vollständig zerstört worden. Zum Glück ist das Elefantenhaus - als einziges großes Tierparkgebäude in Deutschland - nahezu vollständig erhalten geblieben.
München-Giesing * Die „Münchner Tierpark Aktiengesellschaft“ kann das Tierparkgelände käuflich von der Stadt erwerben.
Hellabrunn ist nach dem Berliner Zoo der zweitgrößte Deutschlands.
München-Giesing * Unter - erfüllbaren - Vorgaben übernimmt Prinzregent Luitpold nach einer erneuten Eingabe des „Vereins Zoologischer Garten“ die ihm angetragene Schirmherrschaft, was weitere Mäzene veranlasst, sich ebenfalls für den Tierpark zu engagieren.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Eisbärenanlage - die größte Europas - eröffnet.
München-Giesing * Der neue Tierpark Hellabrunn wird als „Münchner Tierpark Aktiengesellschaft“ formell gegründet. Diese ist mit einem Startkapital von 600.000 Mark ausgestattet. Die Stadt ist damit Mitbegründerin des Tierparks geworden. Unter den gegebenen Umständen ist die Neugründung ein voller Erfolg.
Heinz Heck ist der Begründer des Erfolgs. Er hat für Hellabrunn ein vollkommen neues Konzept entwickelt: den Geo-Zoo. Der Tierpark ist nach Erdteilen gegliedert und präsentiert damit die Tiere nach Herkunftsregionen. Ziel ist auch, eine harmonische Verbindung der Landschaft mit den Tieren zu schaffen.
München-Giesing * Die Inflation hat sich ab 1919 immer mehr ausgeweitet. Die Stimmung in der Bevölkerung und Politik kippt. Ein Zoo gilt zunehmend als überflüssiger Luxus. Bereits während des Krieges hat sich die Versorgungslage stark verschlechtert. Für die meisten stehen ganz andere Probleme im Vordergrund als ein Besuch im Tierpark. Die Jahreshauptversammlung des Tierpark-Vereins beschließt deshalb,
München-Giesing * Das nationalsozialistische Regime ist dem Tierpark wohlgesonnen und fördert ihn. Das liegt natürlich auch daran, weil die Tierzucht ideologisch in die Rassenlehre eingebettet werden kann.
Die Nazis werfen dem Zoo aber immer wieder mangelnde nationalsozialistische Gesinnung vor. Das geht so weit, dass im Jahr 1941 die Tierpark-Leitung beschuldigt wird, dass Juden immer noch Zutritt zum Tierpark hätten.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn werden einige Gehege um- oder ausgebaut. So die Biberanlage, der Büffelsumpf und die Japanfreianlage.
München-Giesing * Das Zoo-Projekt wird aktiv weiterverfolgt. Ein „Hilfsbund“ Münchner Bürger wird aktiv, der sich für die Wiedereröffnung des Tierparks einsetzt. Er organisiert unter anderem im eine „Tierpark-Lotterie“ unter dem Motto „Des Münchner Kindls Diagnose: Fürs Münchner Herz die Tierpark-Lose“. Alle 300.000 Lose können verkauft und damit ein Reinerlös von 60.000 Mark erzielt werden.
München-Giesing * Sechs Zebras, acht Antilopen, zwei Gazellen, zwei Buschböcke, Strauße, Pelikane, Marabus, Kraniche, Riesenschlangen, Affen und Netzgiraffen in kommen in Transporten in Hellabrunn an. Später kommen sieben Löwen, zwölf Kronenkraniche, mehrere Elefantenschildkröten sowie verschiedene Kleintiere dazu. Die Sensation ist ein afrikanischer Elefant, der erste, der nach dem Krieg nach Deutschland eingeführt wird.
München-Giesing * Der „Volkspark Hellabrunn“ wird eröffnet.
Giesing * Hellabrunn wird auf Betreiben von Franz Anton Paur zum adeligen Sitz mit dem Namen „Hellenbrun“ erhoben. Der Name „Hellabrunn“ bedeutet sinngemäß „heller Brunnen“, „klares Wasser“ oder „klare Quelle“. Im Zeitalter des Barock waren derartige, wasserbezogene Bezeichnungen für Lustschlösser und Parkanlagen besonders beliebt, etwa „Fontainebleau“ oder „Clairfontaine“.
Einen vergleichbaren Namen trägt auch das Schloss Hellbrunn bei Salzburg, das vor allem durch seine berühmten Wasserkünste bekannt ist. Der Name „Hellabrunn“ dürfte daher weniger auf eine tatsächlich aus dem Berg hervorsprudelnde Quelle zurückgehen als vielmehr auf eine barocke Namensmode und auf die Wasserspiele der Parkanlagen oberhalb der Au.
Die Wasseranlagen des Schlossgartens Harlaching endeten am Fuß des Berges in rund 25 Fontänen.
München-Giesing * Eine 25 Personen starke Indianertruppe des Zirkus Sarrasani hält sich im Tierparkgelände auf. Big Chief White Horse Eagle, der „Oberhäuptling aller noch lebenden Indianer“, führt - zur Eröffnung des Raubtierhauses - zusammen mit seinem Stamm verschiedene heimatliche Lieder und Tänze auf.
Über die Herkunft des angeblichen Indianerhäuptlings der Osagen ist bis auf seine relativ zweifelhaften Selbstauskünfte nichts bekannt. Angeblich war er 107 Jahre alt und er erklärte, dass er bereits 1887 in Deutschland war und Otto von Bismarck die Hand geschüttelt habe. Zuvor, am 18. Juni, hatte er mit seiner weißen Frau Karl Mays Grab in Radebeul besucht und anschließend für eine Postkartenserie posiert.
München-Giesing * Der vom „Hilfsbund“ ins Leben gerufene „Tierparkausschuss“ befasst sich mit dem Wiederaufbau des Tierparks Hellabrunn.
Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ formulieren dies so: Hellabrunn kann durch die Tierzucht ein „Hort für Naturschutzbestrebungen“, eine „riesige Zuchtfarm für exotische und zugleich für aussterbende Tiere“ werden, was auch „finanzielle Gewinnmöglichkeiten“ erwarten lässt.
München-Giesing * Die Harlachinger Mühle neben dem Gut Hellabrunn wird abgebrochen.
München-Giesing * Ein Feuerwerk zieht so viele Besucher in den Tierpark Hellabrunn, dass die Kassen den Ansturm fast nicht bewältigen können.
Giesing * Kurfürst Carl Albrecht schenkt seinem Obristjägermeister Graf Maximilian Joseph von Preysing sechzig Tagwerk umfassenden öden Grund und Boden „jenseits der Birkenleiten“. Das Gebiet ist freigestellt von allen Abgaben, da es sich im Überschwemmungsgebiet der Isar beziehungsweise des Auer Mühlbachs befindet. Mit dem einmal im Jahr gemähten Bewuchs soll ein Heudeputat für die von Preysing zu unterhaltenden Dienstpferde geschaffen werden.
Das Anwesen, das zuvor zum Gut Harlaching und damit ursprünglich zum Besitz des Klosters Tegernsee gehörte, besteht aus einem Bauernhof und hat die bereits im Jahr 1149 erwähnte Harlachinger Mühle als Nachbarn.
München-Giesing * Die Besucherzahlen im Tierpark Hellabrunn steigen stetig an. Und mit dem Prinzip des Geo-Zoos erringt Hellabrunn auch international eine große Anerkennung.
München-Giesing * Zum zehnjährigen Bestehen des Tierparks Hellabrunn gibt es zwar wenig Grund zum Feiern, dennoch erhält jedes Tier, das sich seit dem Gründungsjahr 1911 im Münchner Zoo befindet, einen Eichen-Ehrenkranz umgehängt. - Sehr nobel !
München-Giesing * Eine Versammlung aus Befürwortern eines Münchner Zoos einigt sich auf Hellabrunn als künftigen Standort. Natürlich äußern sich die Bedenkenträger wieder lautstark und bemängeln, dass der Platz für den Tierpark so weit draußen wäre.
München-Giesing * Das Tierparkgelände wird für das Publikum endgültig geschlossen. Der verbliebene Tierbestand wird in der Inflationszeit für rund 2 Millionen Mark verkauft. Die Käufer sind der Tierpark Nürnberg und die Tierhandlung Ruhe in Alfeld, die die Zoobewohner unter sich aufteilen. Die letzten Bewohner sind der afrikanische Elefant und das Flusspferd, die von einem tschechoslowakischen Zirkus erworben wurden.
München-Giesing * Der „Verein Zoologischer Garten“ wird - bei nur zwei Gegenstimmen - aufgelöst.
München-Giesing * Mit „Das Tier und wir“ erscheint - herausgegeben vom Tierpark Hellabrunn - monatlich eine neue Tierparkzeitschrift. Die darin veröffentlichten Artikel sind unterhaltsam und populärwissenschaftlich.
München-Giesing * Im Tierpark Hellabrunn wird die Polarwelt eröffnet.
München-Giesing * Nachdem die letzten coronabedingten Schutzmaßnahmen gefallen sind, stürmen die Besucher glücklicherweise den Tierpark Hellabrunn wieder. Der Normalbetrieb kann wieder aufgenommen werden.
München-Giesing * Die Süddeutsche Zeitung titelt: „Der Tierpark macht wegen der Corona-Krise jeden Tag Zehntausende Euro Verlust – auch nach den neuesten Lockerungen. Bankrott gehen lassen wird die Stadt ihren Zoo aber nicht.“
Dem Münchner Zoologischen Garten fehlen fast vier Millionen Euro an Einnahmen.
Tierpark Hellabrunn * Das Richtfest für das im künftigen Parkteil Europa des Tierparks Hellabrunn entstehende Mühlendorf findet statt.
| Straße | Name | von | bis | ||
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| 0.81 | Über der Klause 10 | Frisch Karl von | 1911 | 1982 |