Temporäre Denkmäler in München

  • Der Schriftzug liest sich von der einen Seite als Love, von der Rückseite hingegen als Hate. Das Ambigramm ist bewusst gewählt worden, um auf die Ambivalenz von Liebe und Hass in der modernen Welt hinzudeuten. Tragende Idee der Künstlerin ist es, sich für den Erhalt der europäischen … einzusetzen und den „allgegenwärtigen Hass auf der Welt in Liebe um[zu]kehren“.

    „Ich mache das nicht, um mir ein spektakuläres Objekt vors Haus zu holen […] Ich habe sofort kurzfristig zugesagt, die Love-Hate-Skulptur bei uns aufzustellen, weil sie starke Gefühle versinnbildlicht. Und die passen nicht zuletzt zum Museumsbesuch. Der kann ja als Pflichtübung verstanden werden oder komplett verzaubern. Er kann Staunen aber eben auch Frustration oder sogar Abwehr und Hass erregen.“

    – Frank Matthias Kammel, Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums

    Quelle: Wikipedia

  • Um an die Schrecken des Ersten Weltkriegs zu erinnern, stellte der Künstler Walter Kuhn 3.200 Mohnblumen aus Kunstseide auf dem Königsplatz auf. 

  • Das Kunstprojekt „KAMERA“ von Alexander Steig erinnert an das KZ-Außenlager der Agfa-Kamerawerke in Giesing, wo von 1944 bis 1945 etwa 550 weibliche Zwangsarbeiterinnen interniert waren. Eine dunkle Skulptur in Form eines Kameragehäuses steht am historischen Ort in der Weißenseestraße 7 und markiert symbolisch das ehemalige Lagerareal. Begleitend dazu fand vom 25. bis 27. September 2017 eine Veranstaltungsreihe im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof statt. Im Mittelpunkt stand ein Zeitzeugenbericht der Niederländerin Hendrika Jacoba Gerritsen-Heinsius über das Leben und die Arbeitsbedingungen im Lager. Mit diesem Projekt wurde an das NS-Unrecht und die Zwangsarbeit im Münchner Agfa-Werk erinnert. Agfa beteiligte sich später an der Entschädigungsinitiative für Zwangsarbeiter.

  • Das Denkmal der grauen Busse

    Denkmal für die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T 4" 1940/41 www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

    „Wohin bringt ihr uns?"

    Der „Euthanasie-Aktion” der Nationalsozialisten fielen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 psychisch Kranke und behinderte Menschen zum Opfer. Sie galten als „lebensunwert". Allem in den staatlichen Heilanstalten starben bis Kriegsende mindestens 90.000 Patienten durch Hunger und schlechte Versorgung oder sie wurden mit Medikamenten ermordet. Mehr als 70.000 Männer, Frauen und Kinder wurden 1940/41 in der Geheimaktion „T4” in sechs Tötungsanstalten vergast.

    In der Tiergartenstraße Nr. 4 in Berlin - daher die Abkürzung „T4" - wurde der Massenmord zentral organisiert. Die „Euthanasie”-Anstalten waren in Grafeneck, Brandenburg, Bernburg, Hartheim bei Linz, Pirna-Sonnenstein und Hadamar. Ein Teil des Personals dieser Tötungsanstalten arbeitete später in den Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblmka, Sobibor und Belzec. Es gibt kaum eine größere Gemeinde in Deutschland, in der nicht Opfer des organisierten Krankenmordes zu beklagen sind. Das „Denkmal der Grauen Busse" erinnert an die Todestransporte der Patienten.
    Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben dieses Mahnmal 2006 für das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein in Originalgröße in Beton gegossener Bus des gleichen Typs, wie er in den Jahren 1940 und 1941 von den Pflegeanstalten zu den Tötungsanstalten fuhr, ennnert an den Massenmord. Dem Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: „Wohin bringt ihr uns?", die überlieferte Frage eines Patienten. Mit dieser Arbeit wird nicht nur den Opfern des „Euthanasie"-Mordes ein Denkmal gesetzt; es werden auch Tat und Täter reflektiert, indem die grauen Busse, die Werkzeuge der Täter, als Transportmittel der Erinnerung genutzt werden. Der 70 Tonnen schwere Beton-Bus folgt dem Verwaltungsweg der „Euthanasie"- Morde, markiert Orte der Opfer und der Täter, und verlässt sie wieder. Der Graue Bus verbleibt so lange an seinem jeweiligen Aufstellungsort, wie Initiativen und Gemeinden dies untereinander vereinbaren. Der Transport wird durch Spenden und öffentliche Mittel finanziert. Entscheidend ist, dass das Denkmal in Bewegung bleibt.


    Das Denkmal in München

    Vom 14. Juli bis zum 30. September erinnert das Denkmal am Isartorplatz an die Münchner Opfer der NS-Euthanasie.

    Von 1939 bis Kriegsende im Jahre 1945jmehr als 300.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen von Ärzten ermordet worden. Die genaue Zahl der Münchner Opfer wird gerade im Rahmen eines Gedenkbuchprojektes im Rahmen des neu entstehenden NS-Dokumentationszentrums ermittelt.
    In einer ersten Phase von 1940 bis 1941 wurden Münchner Patientinnen und Patienten von der Heil-und Pflegeanstalt Eglfing-Haar nach Grafeneck in der Schwäbischen Alb und nach Hartheim bei Linz (Oberösterreich) verlegt und dort ermordet. Von Herbst 1941 bis Kriegsende wurden Patientinnen und Patienten in den jeweiligen Anstalten getötet, Kinder in einer sogenannten Kinderfachabteilung mit tödlichen Spritzen. Erwachsene ließ man verhungern. Nach einer kurzen Aufarbeitungsphase durch die amerikanischen Befreier wurde dieses Kapitel nationalsozialistischer Vernichtung verdrängt. Erst in den neunziger Jahren begann in München zaghaft eine Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit. Es ist nicht zu spät der Opfer auch namentlich zu gedenken, die Angehörigen zu informieren und aus der Geschichte zu lernen, damit sie sich nicht wiederholt.


    Das Denkmal der Grauen Busse ist in München Teil einer Veranstaltungsreihe, die dem Umgang mit Menschen mit Behinderungen in München gewidmet ist. Nähere Informationen erhalten Sie unter;

    • www.behindertenbeirat-muenchen.de/behindertbesondersanders
    • www.bb-m.info/behindertbesondersanders
    • www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • Das Denkmal der Grauen Busse

    Denkmal für die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T4“ 1940/41

    Der so genannten „Euthanasie-Aktion” der Nationalsozialisten fielen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen zum Opfer. Sie galten als „lebensunwert”. Allein in den staatlichen Heilanstalten starben bis Kriegsende mindestens 90.000 Patientinnen und Patienten durch Hunger und schlechte Versorgung oder sie wurden mit Medikamenten ermordet. Mehr als 70.000 Männer, Frauen und Kinder wurden 1940/41 in der Geheimaktion „T4” in sechs Vernichtungsanstalten vergast.

    In der Tiergartenstraße Nr. 4 in Berlin (daher die Abkürzung „T4”) wurde der Massenmord zentral organisiert. Die Vernichtungsanstalten waren Grafeneck, Brandenburg, Bernburg, Hartheim bei Linz, Sonnenstein und Hadamar. Psychisch Kranke und behinderte Menschen waren die ersten Opfer eines systematischen, von langer Hand vorbereiteten Ausrottungsplans, der sich gegen Kranke und vom NS-Regime als rassisch minderwertig Verleumdete richtete. Es gibt kaum eine größere Gemeinde in Deutschland, in welcher nicht Opfer des organisierten Krankenmordes zu beklagen
    sind.

    Das Denkmal der grauen Busse erinnert an die Todestransporte der Patientinnen und Patienten. Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben dieses Mahnmal 2006 für das Zentrum für die Psychiatrie Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein Denkmal-Bus blockiert dauerhaft die alte Pforte der ehemaligen Heilanstalt, von wo aus die Busse in das Vernichtungslager Grafeneck fuhren. Ein zweiter, identischer grauer Denkmal-Bus wechselt seine Standorte sowohl entlang der Verwaltungswege der „T4-Aktion“ als auch der historischen Fahrstrecken der Todesbusse.

    Mit dieser Arbeit wird nicht nur den Opfern des „Euthanasie“-Mordes ein Denkmal gesetzt; es werden auch Tat und Täter reflektiert, indem die grauen Busse, die Werkzeuge der Täter, als Transportmittel der Erinnerung genutzt werden, gewissermaßen als Geschichtsvehikel. Der Transport des 70 Tonnen schweren Beton-Busses ist ein Transport von verdrängter Geschichte.

    Das Denkmal in Bewegung in München

    Isartorplatz: 14. Juli - 24. September 2013
    Marienhof: 24. September -18. November 2013

    Nach langer Standortsuche konnte das Denkmal am 14.07.2013 in München am Isartorplatz aufgestellt werden. Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Verabschiedung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ wurde das Denkmal im Rahmen einer Gedenkfeier der Öffentlichkeit übergeben.

    In einer ersten Phase von 1940 bis 1941 wurden Münchner Patientinnen und Patienten von der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar nach Grafeneck in der Schwäbischen Alb und nach Hartheim bei Linz (Oberösterreich) verlegt und dort ermordet. Von Herbst 1941 bis Kriegsende wurden Patientinnen und Patienten in den jeweiligen Anstalten getötet, Kinder in einer sogenannten Kinderfachabteilung mit tödlichen Spritzen, Erwachsene ließ man verhungern. Nach einer kurzen Aufarbeitungsphase durch die amerikanischen Befreier wurde dieses Kapitel nationalsozialistischer Vernichtung verdrängt. Erst in den neunziger Jahren begann in München zaghaft eine Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit.

    Es ist nicht zu spät, der Opfer auch namentlich zu gedenken, die Angehörigen zu informieren und aus der Geschichte zu lernen, damit sie sich nicht wiederholt.

    Das Denkmal der Grauen Busse war in München Teil der Veranstaltungsreihe „Behindert. Besonders. Anders. - Zwischen Ausgrenzung und Inklusion“. Ausgehend vom Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation wurde auch der Umgang mit Anderssein und Ausgrenzung in der heutigen Gesellschaft thematisiert.

    Dokumentation

    Das Denkmal in Bewegung

    Das Denkmal der Grauen Busse, das an die Opfer der „Euthanasie- Aktion T4“ erinnert, ist ein „Denkmal in Bewegung“. Es begreift Erinnerung nicht als statisches Moment, sondern als Prozess. Der 70 Tonnen schwere Betonbus wird mit enormem Aufwand an unterschiedliche Orte transportiert, an denen er zeitlich begrenzt einen Erinnerungsort markiert. Ähnlich unserer Erinnerung kommt und geht dieses Erinnerungszeichen; so wie im Alltag, in der Gegenwart, Verdrängtes und Tabuisiertes immer wieder plötzlich auftaucht und verschwindet.

    Die Präsenz des Denkmals ist nicht ohne die Leerstelle zu denken, die es nach seinem Abbau und der „Weiterreise“ in der Stadt hinterlässt. Auch die Leerstelle kann als Erinnerungsraum begriffen werden, der durch die Erinnerung der Verübergehenden an das „Dagewesene“ immer wieder neu entsteht.

    Die Dokumentation des Denkmals der Grauen Busse in München bezieht den Moment der Bewegung und der Leerstellen mit ein. Neben den dokumentarischen Fotografien von der Aufstellung des Busses in München sind Bilder der „Landstriche“ zwischen München und Grafeneck sowie Hartheim bei Linz - den Orten also, an die viele Patientinnen und Patienten aus München transportiert wurden - zu sehen.

    Die Landschaften markieren, ähnlich wie der Bus selbst, der sei- nen Standort immer wieder verlässt, eine Leerstelle. Damit eröffnen sie aber auch einen möglichen Erinnerungsraum, der den uns umgebenden Landschaften immer schon innewohnt.