Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Jörg Koopmann
ALL COWS ARE BEAUTIFUL
Die Ochsenbrunnen-Reanimation
Ein Kunstprojekt der Annuale 2023 »Freiräume’
Hier liegt seit nun 60 Jahren Hans Wimmersa Ochse, einst ein markanter Brunnen, seit langem ein massiv eingezäuntes, vernachlässigtes Kunstwerk, umgeben von einem verunstalteten (Parkiplatz
Erzählt der vergessene Brunnen von Ignoranz oder Mitgefühl9 Em Lmnbüd auf unsere rücksichtslose
Überlegenheit über andere Geschöpfe9 Oder ein Denkmal für die Schönheit dieser friedliebenden
Tiere die nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun?
Die Frage nach dem Verständnis über diese Figur verknüpft automatisch Fragen über menschliche
Ernährungsstandards. Als Hans Wimmer Anfang der 60er Jahre diese Skulptur formte, gab es noch
wenige Anzeichen, daß dieser Ochse irgendwann auch als Mahnmal gegen die globale Zerstörung
von Regenwäldem oder dem Weltklima fungieren könnte.
Die Intervention »All Cows Are Beautiful’ verändert die räumliche Präsenz temporär und befragt die
aktuelle Bedeutung und Betrachtung dieser Skulptur. Der Ochse versteckt hinter einer halbtranspa-
renten Hülle, die bewusst an ein Gewächshaus erinnern darf, in dem auch em improvisierter Brunnen
als endloser Mrtchstrom plätschert.
Der Künstler Jörg Koopmann erklärt Wimmers Ochsen für ein paar Wochen zu einem heckgen Rind,
zu einem spmtueUen Meister und veganem Freund. Gönnen Sie sich einen friedlichen Moment und
persönlichen Gedanken. Wie könnte der Platz anders funktionieren9 Und wie wäre es mit einem öf-
fentlichen Garten anstatt eines Schtachthofs hinter den Mauern? Sie können die Kuhglocke läuten,
etwas wünschen, mit dem Ochsen reden und zumindest danke oder pardon sagen..
JK
Jörg Koopmann (’1968) lebt und arbeitet in München und Kopenhagen.
PUBLIC ART MÜNCHEN
vi I ew ist eine 30 Meter lange Metallinstallation von Hubertus Hamm, die je nach Standpunkt und Blickwinkel als undurchdringliche Wand erlebt wird oder sich in transparenter Leichtigkeit verliert. Sie macht auf überraschende Art erlebbar, wie sehr unsere Wahrnehmung von der Perspektive abhängig ist.
Die Betrachtenden sind eingeladen, sich an der Installation entlang, auf sie zu und von ihr weg zu bewegen. Durch das Spielen mit unterschiedlichen Blickwinkeln sowie den durch die Tageszeit und den Sonnenstand bedingt wechselnden
Lichteinfall ergeben sich immer wieder neue Bilder und Eindrücke.
Sehnsucht - das Motto des Kunstareal-Festes 2023 in München trifft den Nerv in einer unruhigen Zeit. Die Erfüllung unserer Sehnsucht nach einer gesunden und friedlichen Welt scheint gegenwärtig auf schier unüberwindbare Hinder-
nisse zu stoßen.
vi I ew erinnert uns unmittelbar an unsere menschliche Fähigkeit, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu können. So haben wir die Möglichkeit, auch in unseren Köpfen vorhandene „Mauern" aufzulösen für ein friedliches und neugieriges Miteinander.
Als temporäre Installation wird das Werk um die Welt reisen.
Quelle: Flyer
Der Autoeater wurde in Carrara vom Künstlerduo venske & spänle geschaffen. Sie folgten der Einladung der Firma Henraux, die ihre Ateliers durch zeitgenössische Künstlerinnen wiederbeleben wollten (in den 60er Jahren haben z.B. Henry Moore, Hans Arp hier ihre Skulpturen gefertigt) und dem Duo einen 16 t Rohblock für die Skulptur zur Verfügung stellten.
Der Autoeater, ital. Mangiatore entstand unter der Prämisse des Endes des Verbrennungsmotors aber auch des Endes des leichten für jeden erschwinglichen Kleinwagens. Er stand zunächst in Massa di Carrara bei Euromarble an der Strasse, wo er für viel Diskussion und Unterhaltung sorgte.
Dann wurde er von der Midtown Alliance Atlanta, Georgia, USA über die Galerie Marcia Wood ausgewählt auf ihrem 3 jährigen Skulpturenplatz and der Peachtree Ecke 10th ave. im Herzen der Stadt die Bürger Atlantas zum Umdenken auf öffentliche Verkehrsmittel und mehr Fahrradnutzung zu bewegen.
Die Rechnung ging auf, der Autoeater wurde kontrovers in Presse und Netz diskutiert. Seit 2021 ist er in der Heimatstadt des Künstlerduos venske & spänle. Die Stadt München hat den temporären Standort am Stachus möglich gemacht, um auch hier das Verkehrskonzept neu zu überdenken und zu diskutieren.
In diesem Sinne herzlichen Dank allen Unterstützerinnen, insbesondere auch den verschiedenen Mitarbeiterinnen aus den Referaten der Landeshauptstadt München!
Über venske & spänle
Das Münchener Künstlerduo venske & spänle erforscht in seiner Arbeit die Interaktion zwischen Mensch, Raum und Skulptur. Bevorzugt arbeiten venske & spänle mit Lasa Marmor einem klassischen bildhauerischen Material, aus dem sie einen fantastischen Figurenkosmos schöpfen. Die Kühle und Härte des Steins wird in eine Anmutung von organischer Weichheit und Wärme transformiert. Aus diesem Prozess entfalten sich nahezu lebendig wirkende, cartonhafte Wesen, die als Begleiter der Menschen, da sie dauerhaft als Kulturzeugnisse erhalten bleiben, über den Kunstbetrieb global verteilt werden.
Quelle: Infotafel vor Ort
Die übergroßen Taubenabwehrspikes auf dem Siegestor könnten einen Bezug zu einer riesigen Taube andeuten, ein bekanntes Friedenssymbol. Diese künstlerische Gestaltung wirft Fragen auf, ob die Künstler mit diesem Werk auf die Friedensbewegung oder die allgemeine militärische Aufrüstung in Europa hinweisen wollen. Obwohl die Spikes normalerweise Tauben fernhalten, nutzen die Künstler das Friedenssymbol der Taube, um einen Widerspruch zwischen der Vermeidung von Tauben und dem Bedürfnis nach Frieden zu verdeutlichen, was zur Reflexion über größere gesellschaftliche und politische Themen anregt.