Temporäre Denkmäler in München

  • FUEGUEU DIAAY BALLEN
    ROUBS STYLE/OUSMANE DIAN hat für Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln das Kunstwerk “FUEGUEU DIAAY BALLEN” gestaltet. Es stellt die 8.460 Kilo verzehrfähige Lebensmittel, die täglich im Viertel weggeworfen werden, stellvertretend mit 6.000 Tetra Packs dar.

    Anliegen von ROUBS STYLE/OUSMANE DIAN
    FUEGUEU DIAAY/BALLEN verknüpft Foodwaste mit Fashion. Im Senegal heißen die Altkleider-Ballen aus westlichen Ländern FUEGUEU DIAAY. Stoffe, Altkleider kombiniert mit Tetra Packs als Platzhalter für Essensverschwendung symbolisieren Mentalität des Wegwerfens – gelenkt wird der Blick auf die Schönheit des Unikats. Denn: Ressourcen sind weltweit nicht nur ungleich verteilt, Konsumverhalten hat auch globale Auswirkungen.

    ROUBS’ Tipp
    Verwerte Lebensmittel maximal; hauche gebrauchter Kleidung neues Leben ein und wertschätze, was Du bereits hast!

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • Für den Stadtbezirk 20. Hadern

  • NAME DES KUNSTWERKS: LADENSCHLUSS
    Luca Rotvick & Klara Kisa Porseng haben für Pasing das Kunstwerk “Ladenschluss” gestaltet. Es stellt die 6.666 Kilo verzehrfähige Lebensmittel, die täglich im Viertel weggeworfen werden, stellvertretend mit 4.000 Tetra Packs dar.

    Lucas & Klaras Anliegen
    Du siehst unseren Planeten, dann hörte die Hälfte ist einem Schädel gewichen. Ansichten wurden einbödig vorbringen. Der andere Seite bemerkt Du nichts für Ernährung, denn wir nicht mehr ein körperlich veranlasst, es steigt zu viele – Privileg, wenn es dann erst – scheint. Erst züchtet Zweifel, Stolz. Einmal das beste Stück sind, und was weiß. Falls diese auf die Messe bei Ende einer Verpackung doch dies Kursiert als Geschenk behandelt? Eines, was man hinter diesen Vollverpackungen. Ab wie nicht nach der Frist rational weiterverkäuft?

    Lucas & Klaras Tipp
    Für beste Reste-Rezepte gibt’s von “Zu gut für die Tonne!” eine App.

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • NAME DES KUNSTWERKS: TETRAPLANT
    Künstlerin Agnes Holzapfel hat für Aubing-Lochhausen-Langwied das Kunstwerk “Tetraplant” gestaltet. Es stellt die 4.430 Kilo verzehrfähige Lebensmittel, die täglich im Viertel weggeworfen werden, stellvertretend mit 3.322 Tetra Packs dar.

    Agnes Anliegen
    Mein Kunstwerk wirft Verpackungsmüll zu Pflanzenstapeln auf, um auf den Nachhaltigkeitsgedanken zu kommen. Auf den Stapeln wachsen, Sprossen und Ernten der Nutzpflanzen, weil wir Zeit und Arbeit investiert haben. Denn: Was wächst, wird immer geachtet und es wächst mit den Bedürfnissen der Menschen. Diese Verantwortung gibt man auch bei meinen Kunstwerken mit. Es symbolisiert, wie einfach in den Gemeinschaften vorgegangen werden kann, um Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Am 1. August startet Du mit dem ersten eigenen Pflanzen mit Agnes im Viertel.

    Agnes Tipp
    Vor dem Einkauf einen Blick in den Kühlschrank werfen und möglichst regional kaufen.

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • Erstellt für den Stadtbezirk 23. Allach-Untermenzing

  • Geschaffen für den Stadtbezirk 24. Feldmoching-Hasenbergl

  • Für den Stadtbezirk 25. Laim gedacht

  • Ausstellung im Justizpalastes München

    Protokoll eines Justizversagens
    100 Jahre Hitler-Prozess

    Im November 1923 titelte der Völkische Beobachter: „Hitler und Ludendorff übernehmen die völkische Diktatur". Doch der Putsch vom 08. / 09. November scheiterte und am 26. Febrüar 1924 begann der Prozess gegen den Urheber. Vier Wochen später fällt das Urteil: Fünf Jahre Festungshaft für Adolf Hitler. Aber die Haftstrafe schrumpft noch im selben Jahr auf knapp neun Monate zusammen. Adolf Hitler war bereits im Dezember 1924 wieder ein freier Mann.

    Ab diesem Moment begann das, was er im Gefängnis vorbereitet hatte: Neuorganisation und Aufstieg der NSDAP mit allen Mitteln der Propa- ganda und Selbstinszenierung. Der Aufbau professioneller und bewaff- neter Schlägertrupps und die Schaffung weitreichender finanzieller Möglichkeiten durch die Hilfe aus der Industrie. Acht Jahre später ist Adolf Hitler auf dem Weg zum uneingeschränkten Diktator, der innerhalb von zwölf Jahren Deutschland und die Welt in grenzenloses Elend wirft.

    Was zwischen dem 26. Februar und 1. April 1924 im Münchner Volks- gericht geschah, wird aufgrund der Prozessführung und zahlreicher Rechtsbeugungen zum Justizversagen. Die Bayerische Justiz hätte die Möglichkeit und die Pflicht gehabt, Hitlers Siegeszug zu verhindern. Der zuständige Gerichtsvorsitzende hatte auf Basis der damaligen Gesetzeslage, eine klare Anleitung zur deutlich härteren Bestrafung. Die Ausweisung Hitlers aus dem Deutschen Reich wäre juristisch un- umgänglich gewesen und selbst die Todesstrafe wäre auf Basis gelten- der Gesetze nicht ausgeschlossen gewesen.

    Die Rückschau in die Geschichte von 1924 soll eine Mahnung und ein Appell an die Zivilgesellschaft sein, sich allen antidemokratischen, anti- semitischen und menschenfeindlichen Tendenzen entgegenzustellen.

    Die Ausstellung im Lichthof befasst sich gestalterisch mit dem Motiv des Stuhls. Ein Stuhl ist eigentlich ein Funktionsmöbel und bietet die Möglichkeit zur Geselligkeit. Am 8. November 1923 stieg Hitler jedoch auf einen Stuhl, um sich aus der Masse zu erheben und die gewaltsame Absetzung der Regierung zu verkünden.

    Die Stühle in dieser Ausstellung sind falsch zusammengebaut und dadurch verfehlen auch sie ihre eigentliche Funktion. Die Montage- anleitung wurde missachtet. Genauso wie die gesetzlichen Vorgaben im Rahmen des Hitler-Prozesses, durch den zuständigen Richter.

    Die Konsequenz dieses Justizversagens war ein Fehlurteil, das Hitler nur als Erfolg werten konnte. Der Prozess machte ihn deutschlandweit bekannt und markiert den Beginn seines Aufstiegs über Parlament und Straße, als unumstrittene Führungsfigur der nationalsozialistischen Bewegung.

    Konzeption und Gestaltung: Christian Springer, Elias Stricker und Kerstin Schweiger
    Illustrationen: Anselm Magnus Hirschhäuser
    Wissenschaftliche Begleitung: Dr. Reinhard Weber

  • Das Projekt „Copper Lick“ von Lina Lapelytė in Zusammenarbeit mit dem Mantas Peteraitis Architecture Studio erschafft eine einzigartige Verbindung zwischen einer physischen Skulptur und einer Klangkomposition für Münchner Kirchturmglocken. Diese interdisziplinäre Kunstinstallation aktiviert nicht nur die Skulptur selbst durch wöchentliche Gesangsperformances, sondern integriert auch die urbane Soundlandschaft Münchens durch eine speziell für die Kirchturmglocken der Stadt geschaffene Komposition. Der „neue Platz“ am Kabelsteg wird so für 90 Tage zu einem Raum, in dem die Zerbrechlichkeit menschlicher Stimmen und die majestätische Schwere von Kirchturmglocken aufeinandertreffen und eine außergewöhnliche Soundkulisse bilden. Dieses Projekt definiert den öffentlichen Raum neu durch die Kraft der Klangkunst und schafft eine Atmosphäre, die sowohl die historische Tiefe der Stadt ehrt als auch zeitgenössische künstlerische Ausdrucksformen feiert.

    Wöchentliche Performance: jeden Dienstag,17 Uhr