Temporäre Denkmäler in München

  • Zum Gedenken an den beim Olympia-Attentat 1972 getöteten Polizeibeamten Anton Fliegenbauer

    5. September 1972. Polizeiobermeister Anton Fliegenbauer ist Gruppenführer bei der 2. Einsatzhundertschaft der Stadtpolizei München, als er in der frühen Nacht als Schütze auf den Olympia-Flughafen Fürstenfeldbruck verlegt. Im Towergebäude läuft er gegen 22:40 Uhr auf den Ausgang zum Flugfeld zu, als er von einem Kalaschnikow-Geschoss aus Richtung der Hubschrauber tötlich getroffen wird.

    Anton Fliegenbauer wird nur 32 Jahre alt. Er hinterläßt seine Frau und den vierjährigen Sohn.

    Währen der 20.Olympischen Sommerspiele in München sind palästinsische Terroristen in die Unterkunft des israelischen Sportteams im Olympiadorf eingedrungen. Widerstand der Sportler ird mit tödlicher Waffengewalt gebrochen, Verhandlungen bleiben ohne Erfolg. Ein Zugriff im Olympischen Dorf scheint aussichtslos.

    Die gefesselten Geiseln werden durch die Attentäter in Busse und schließlich Hubschrauber mit Ziel Fürstenfeldbruck gezwungen. Gleich nach der Landung bewegen sich zwei Terroristen zum bereitgestellten Flugzeug, kurz darauf fallen die ersten Schüsse.

    Das Feuergefecht zwischen den Beamten der Bayerischen Polizei und den Geiselnehmern des Olympia-Attentats 1972 wird noch zwei Stunden andauern und die Leben aller neuen israelischen Sportler kosten, die von den Terroristen des „Schwarzen Septembers“ in zwei Hubschraubern des Bundesgrenzschutz als Geiseln festgehalten wurden. Schon am Vormittag töteten die Terroristen bei dem Anschlag zwei weitere Mitgliedern der israelitischen Olympiamannschaft.


    Anton Fliegenbauer wurde am 5. März 1940 geboren und verlebte seine Kindheit und Jugend auf dem elterlichen Bauernhof im niederbayerischen Westerndorf. Er besuchte erst die Landwirtschaftsschule und begann 1959 den Vorbereitungsdienst für die Polozeibeamtenlaufbahn bei der Bayerischen Bereitschaftpolizei. Nach dienstlicher Verwendung in Landshut wechselte er 1964 zur Stadtpolizei München. Im selben Jahr lernt er seine spätere Frau Maria kenne, die er 1966 heiratet. 1968 wird ihr SohnAlfred geboren.

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • STUNDENSAULE ist eine temporäre Skulptur aus Kieselsteinen der Isar. Jeder dieser Steine ist graviert mit einem Namen oder einem NN (= No Name). Sie stehen für die Männer, Frauen und Kinder, die auf ihrem Weg nach Europa umgekommen sind. Nachweislich dokumentiert sind über 35 000 Tote und täglich werden es mehr.

    Seit Ende 2019 entstehen an den Orten entlang der Isar (bislang in München, Freising und Landshut) unterschiedliche Skulpturen aus gravierten Kieselsteinen als Teile des großräumig angelegten Kunst-Projektes MARE NOSTRUM längs der Isar.

    Im nächsten Jahr werden diese Skulpturen aufgelöst und mit ihren Steinen von der Quelle der Isar bis zu ihrer Mündung in die Donau eine Linie gelegt. Über 300 Kilometer notiert alle 8 Meter ein stummer Stein das stille Klagelied der Toten.

    Die hier verwendete Solarlampe wird in den Townships von Johannesburg in Südafrika hergestellt und ersetzt dort das gefahrvolle Petroleum- und Kerzenlicht.

    Quelle: Infotafel vor Ort

  • Atelier Bow-Wow hat das Projekt ..Bridge Sprout", auf deutsch Brücken Spross für die Münchner*innen und ihren Fluss entwickelt, um eine neue Erfahrung im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Gegenüber der Schwindinsel ragt ein hölzerner Brückenkopf über die kleine Isar. Er erreicht das Ufer der Schwindinsel aber nicht, sondern bricht jäh auf halber Höhe ab. Auf der Seite der Schwindinsel wird diese gedankliche Linie in Form einer Holzplattform fortgeführt, die sich behutsam in das Naturschutzgebiet der Schwihdinsel einfügt.

    Die temporäre Installation orientiert sich in ihrer Anmutung und Materialität an traditionellen Holzbrücken in den Alpen und macht - teilweise begehbar - den Luftraum zwischen Westufer und Schwindinsel völlig neu erfahrbar. Dabei bezieht sie sich auch auf die Tradition der Flößerei in München und die alte Symbiose zwischen dem Fluss Isar und dem Material Holz.

    Das Projekt versteht sich auch im japanischen Sinne als eine Verbeugung vor der Natur. Der Natur der Schwindinsel wird respektvoll begegnet, mithilfe einer künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum, die den Inselcharakter betont, aber nicht antastet.

    Die Installation ermöglicht andere Perspektiven durch eine neue Erfahrung von Raum. Die ungewöhnliche, einzigartige Architektur eines begehbaren Brückenteils im freien Luftraum über der Isar schafft Weite und die Imagination neuer gedankliche Räume.

    Atelier BOW-W0W ist eines der renommiertesten Architekturbüros Japans, die der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur arbeiten. Das Team aus Yoshiharu Tsukamoto und Momoyo Kaijima lebt und arbeitet in Tokio. Das Kunstprojekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Hannes Rössler entwickelt.

    Kunst im öffentlichen Raum - ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München

    Quelle: Infotafel vor Ort

    Zuerst als temporäres Kunstwerk in der Widenmayerstraße aufgestellt, nun im Eigangsbereich des Werksviertel.

     

     

  • Öffentlichkeit wird in öffentlichen Räumen geschaffen. Aber wenn wir zurückschauen in diesen Raum, was sehen wir dann? Die Wahrnehmung von Stadt und Gesellschaft wird durch geteilte Räume und Begegnungen geprägt, doch könnten gemeinsame Flächen nicht auch ganz anders aussehen?

  • Das Werk tematisiert die Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) und dessen gerichtliche Aufarbeitung.

    Die Intervention am Strafjustizzentrum München ist Teil der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow”

  • Brandanschlag auf das jüdische Gemeindehaus vor 50 Jahren

    Erinnerungs-Container am Gärtnerplatz