Karl I. Ludwig, Pfalzgraf
* 22.12.1617 (Heidelberg) – † 28.08.1680 (Edingen)
1. 22.02.1650 in Kassel · mit Charlotte von Hessen-Kassel
2. 06.01.1658 · mit Marie Luise
3. 1679 · mit Elisabeth Holländer
Kinder
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Karl Ludwig Raugraf zu Pfalz
(1658–1688)
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Karoline Elisabeth Raugräfing
(1659–1696)
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Luise Raugräfing zu Pfalz
(1661–1733)
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Ludwig Raugraf zu Pfalz
(1662–1662)
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Amelie Raugräfin zu Pfalz
(1663–1709)
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Georg Ludwig Raugraf zu Pfalz
(1664–1665)
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Frederike Raugräfin zu Pfalz
(1665–1674)
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Gustav Kasimir Pfalzgraf
(1667–1669)
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Karl Eduard Raugraf zu Pfalz
(1668–1690)
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Sofie Raugräfin zu Pfalz
(1669–1669)
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Karl Moritz Raugraf zu Pfalz
(1670–1702)
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Karl August Raugraf zu Pfalz
(1672–1691)
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Karl Kasimir Raugraf zu Pfalz
(1675–1691)
Seine Herrschaft war geprägt von einem konsequenten Peuplierungsprogramm und einer bemerkenswerten religiösen Toleranz. Um das entvölkerte Land ökonomisch zu stabilisieren, lud er Siedler verschiedenster Glaubensrichtungen ein, was die Kurpfalz zu einem Zentrum des geistigen Austauschs machte. Unter seiner Ägide wurde die durch den Krieg ruinierte Universität Heidelberg zu neuer Blüte geführt, wobei er Gelehrte wie Samuel von Pufendorf an seinen Hof zog.
In der europäischen Diplomatie agierte er vorsichtig zwischen den Großmächten Frankreich und dem Kaiserreich. Seine Heirat mit Charlotte von Hessen-Kassel diente der dynastischen Absicherung, doch seine spätere morganatische Verbindung mit Marie Luise von Degenfeld führte zu erheblichen familiären Spannungen. Besonders folgenreich für die deutsche Geschichte war die Vermählung seiner Tochter Liselotte von der Pfalz mit dem Herzog von Orléans, die später als Vorwand für den Pfälzischen Erbfolgekrieg diente. Karl I. Ludwig gilt als Prototyp des barocken Landesvaters, der durch pragmatische Verwaltung und ökonomischen Weitblick die Grundlage für die kulturelle Vormachtstellung Mannheims und Heidelbergs im 18. Jahrhundert legte.
Karl I Ludwig, regiert vom 19. Nov. 1632 — 28. Aug. Wilh. 1680.
Beinamen: Patiens; saeculi d. h. der deutsche (richtiger der pfälzische) Salomon1); Providus etc.;
geb. in Heidelberg am 1. Jan. 1618;
unter Vormundschaft seines Oheimes des Pfalzgrafen Ludwig Philipp von Simmern vom 19. Nov. 1632 — 1. Jan. 1636;
in s. Erblande als 8. Kurfürst restituirt am 24. Oktob. 1648 und mit der neuen Würde eines Reichs - Erzschatzmeisters belehnt, die er bei der Krönung Ferdinand’s IV zum röm. Könige (18.Juni 1653) das Erstemal bekleidete;
gest. beim Dorf Edingen nächst Heidelberg unter freiem Himmel am 28. Aug. 1680;
begr. in Heidelberg bei hl.Geist;
Wahlspruch: Dominus providebit.
NB. Schl. Gallerie Portrait von unbek. Hand Nro. 408