Marie Luise Raugräfin zu Pfalz

Marie Luise, Raugräfin zu Pfalz

Haus: Degenfeld

* 28.11.1634 (Straßburg) – † 18.03.1677 (Schloss Friedrichsburg, Mannheim) Mannheim /Konkordienkirche

Ehen:
1. 06.01.1658 · mit Karl I. Ludwig
Marie Luise
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Marie Luise von Degenfeld nimmt als morganatische Gemahlin des Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz eine kirchenrechtlich und politisch außergewöhnliche Stellung in der Geschichte des Hauses Wittelsbach ein. Als Tochter des Freiherrn Christoph Martin von Degenfeld und der Anna Maria von Adelmann stammte sie aus schwäbischem Adel. Ihre Verbindung mit dem Kurfürsten, die nach dessen Trennung von Charlotte von Hessen-Kassel geschlossen wurde, galt als „Ehe zur linken Hand“, was weitreichende Konsequenzen für den Status ihrer Nachkommen hatte.

Obwohl sie nicht den Titel einer Kurfürstin führen durfte, wurde sie zur Raugräfin erhoben. Diese Standeserhöhung diente dazu, ihr und ihren Kindern eine standesgemäße Existenz jenseits der kurpfälzischen Thronfolge zu sichern. In den zeitgenössischen Quellen und insbesondere in den berühmten Briefen ihrer Stieftochter Liselotte von der Pfalz wird sie als Frau von zurückhaltendem, aber gefestigtem Charakter beschrieben, die den schwierigen Spagat zwischen privatem Glück und öffentlicher Nichtanerkennung am Heidelberger Hof meisterte.

Ihr Wirken war vor allem auf den familiären Bereich konzentriert, wobei sie zur Stammmutter der Linie der Raugrafen zu Pfalz wurde. Diese hielten trotz ihres Ausschlusses von der Primogenitur enge Verbindungen zu den europäischen Fürstenhäusern. Marie Luise von Degenfeld steht damit exemplarisch für die komplexen Heirats- und Rangordnungen des Barock, in denen persönliche Bindungen oft mit den starren Regeln der dynastischen Ebenbürtigkeit kollidierten.
Lebensstationen & Ereignisse
🛡➕ Linie_beginn Seit 31.12.1667 bekam Sie von Ihrem Mann Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz den Titel Raugräfin.
Dieser Titel erlosch mit dem Tod Ihrer Tochter Luise