Philipp Wilhelm von der Pfalz, Pfalzgraf-Herzog
Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg
* 24.11.1615 (Neuburg a.d. Donau) – † 12.09.1690 (Wien) · Fürstengruft in der Hofkirche
Ehen:
1. 09.06.1642 in Warschau · mit Anna Katharina Konstanze Wasa
2. 03.09.1653 in Schwalbach · mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt
1. 09.06.1642 in Warschau · mit Anna Katharina Konstanze Wasa
2. 03.09.1653 in Schwalbach · mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt
Eltern
Keine Eltern erfasst
Kinder
Kinder mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt
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Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg Kaiserin
(1655–1720)
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Maria Adelheid Anna von Pfalz-Neuburg
(1656–1656)
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Sophie Elisabeth von Pfalz-Neuburg
(1657–1658)
-
Johann Wilhelm von der Pfalz Pfalzgraf-Kurfürst
(1658–1716)
-
Wolfgang Georg Friedrich von Pfalz-Neuburg Weihbischof
(1659–1683)
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Ludwig Anton von der Pfalz Bischof
(1660–1694)
-
Karl III. Philipp von der Pfalz Kurfürst
(1661–1742)
-
Alexander Sigismund von der Pfalz Fürstbischof
(1663–1737)
-
Friedrich Wilhelm von der Pfalz Pfalzgraf von Neuburg
(1665–1689)
-
Marie Sophie von der Pfalz Königin von Portugal
(1666–1699)
-
Maria Anna von der Pfalz Königin von Spanien
(1667–1740)
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Dorothea Sophie von der Pfalz Herzogin von Parma
(1670–1748)
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Hedwig Elisabeth Amalia von Pfalz-Neuburg Kronprinzessin von Polen
(1673–1722)
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Johann von Pfalz-Neuburg
(1675–1675)
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Leopoldine Eleonore von der Pfalz Prinzessin von Kurpfalz
(1679–1693)
Kinder mit Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg
Philipp Wilhelm von der Pfalz war eine Schlüsselfigur des europäischen Barock und der Architekt des Aufstiegs der Linie Pfalz-Neuburg zur kurfürstlichen Macht. Er wurde 1615 als Sohn des Herzogs Wolfgang Wilhelm und der Magdalene von Bayern geboren. Durch seine Erziehung und Herkunft war er tief im Katholizismus verwurzelt, was in der damals religiös gespaltenen Pfalz von erheblicher politischer Sprengkraft war.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Herrschaft in den Herzogtümern Jülich und Berg. Seine Residenz in Düsseldorf baute er zu einem glanzvollen Zentrum von Kunst und Musik aus. Er galt als hochgebildet, sprach mehrere Sprachen und war ein geschickter Diplomat, der die Interessen seines Hauses am kaiserlichen Hof in Wien ebenso zu vertreten wusste wie gegenüber den mächtigen Nachbarn im Westen.
Ein Wendepunkt seiner Biografie war das Jahr 1685. Mit dem Tod seines kinderlosen Cousins Karl II. erlosch die protestantische Linie Pfalz-Simmern, und Philipp Wilhelm trat als rechtmäßiger Erbe die Nachfolge als Kurfürst von der Pfalz an. Dieser Machtwechsel von einem protestantischen zu einem katholischen Herrscher löste jedoch massive Spannungen aus. Der französische König Ludwig XIV. erhob im Namen seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz Ansprüche auf das Erbe, was schließlich zum Ausbruch des Pfälzischen Erbfolgekrieges führte.
Philipp Wilhelm ist historisch besonders für seine außergewöhnliche Heiratspolitik bekannt. Aus seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt gingen siebzehn Kinder hervor. Durch geschickte Verheiratungen wurden seine Töchter Königinnen von Spanien und Portugal sowie Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Er schuf damit ein wittelsbachisches Familiennetzwerk, das ganz Europa umspannte und als „Düsseldorfer Hochzeitsfabrik“ in die Geschichte ging.
Die letzten Jahre seines Lebens waren von den Zerstörungen seiner pfälzischen Heimat durch die Truppen Ludwigs XIV. überschattet. Er musste erleben, wie das Heidelberger Schloss und zahlreiche Städte der Pfalz in Schutt und Asche gelegt wurden. Philipp Wilhelm verstarb 1690 in Wien, während er versuchte, die Unterstützung des Kaisers für die Rückgewinnung seiner Länder zu sichern. Er wurde in der Hofkirche in Neuburg an der Donau beigesetzt. Sein Erbe wurde von seinem Sohn Johann Wilhelm angetreten, der den Wiederaufbau der Pfalz einleitete.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Herrschaft in den Herzogtümern Jülich und Berg. Seine Residenz in Düsseldorf baute er zu einem glanzvollen Zentrum von Kunst und Musik aus. Er galt als hochgebildet, sprach mehrere Sprachen und war ein geschickter Diplomat, der die Interessen seines Hauses am kaiserlichen Hof in Wien ebenso zu vertreten wusste wie gegenüber den mächtigen Nachbarn im Westen.
Ein Wendepunkt seiner Biografie war das Jahr 1685. Mit dem Tod seines kinderlosen Cousins Karl II. erlosch die protestantische Linie Pfalz-Simmern, und Philipp Wilhelm trat als rechtmäßiger Erbe die Nachfolge als Kurfürst von der Pfalz an. Dieser Machtwechsel von einem protestantischen zu einem katholischen Herrscher löste jedoch massive Spannungen aus. Der französische König Ludwig XIV. erhob im Namen seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz Ansprüche auf das Erbe, was schließlich zum Ausbruch des Pfälzischen Erbfolgekrieges führte.
Philipp Wilhelm ist historisch besonders für seine außergewöhnliche Heiratspolitik bekannt. Aus seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt gingen siebzehn Kinder hervor. Durch geschickte Verheiratungen wurden seine Töchter Königinnen von Spanien und Portugal sowie Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Er schuf damit ein wittelsbachisches Familiennetzwerk, das ganz Europa umspannte und als „Düsseldorfer Hochzeitsfabrik“ in die Geschichte ging.
Die letzten Jahre seines Lebens waren von den Zerstörungen seiner pfälzischen Heimat durch die Truppen Ludwigs XIV. überschattet. Er musste erleben, wie das Heidelberger Schloss und zahlreiche Städte der Pfalz in Schutt und Asche gelegt wurden. Philipp Wilhelm verstarb 1690 in Wien, während er versuchte, die Unterstützung des Kaisers für die Rückgewinnung seiner Länder zu sichern. Er wurde in der Hofkirche in Neuburg an der Donau beigesetzt. Sein Erbe wurde von seinem Sohn Johann Wilhelm angetreten, der den Wiederaufbau der Pfalz einleitete.