Start Personen Herrscher Literatur Plan Linien

Dorothea Sophie von der Pfalz, Herzogin von Parma

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg

* 05.07.1670 (Neuburg a.d. Donau) – † 15.09.1748 (Parma) · Madonna della Steccata

Ehen:
1. 07.12.1696 · mit Francesco Farnese
2. 03.04.1960 in Neuburg an der Donau · mit Odoardo II. Farnese
Dorothea Sophie von der Pfalz

Kinder

Keine Kinder erfasst
Dorothea Sophie von der Pfalz war eine prägende Gestalt des europäischen Barock, deren Lebensweg die Pfalz mit den glanzvollen Höfen Italiens verband. Als Tochter des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz entstammte sie einer kinderreichen Familie, die durch geschickte Heiratspolitik in fast allen bedeutenden Herrschaftshäusern Europas vertreten war. Ihre eigene Bestimmung führte sie in das Herzogtum Parma und Piacenza, wo sie durch ihre Ehe mit dem Erbprinzen Odoardo II. Farnese und nach dessen frühem Tod mit seinem Bruder, Herzog Francesco Farnese, zur zentralen Figur am Hofe wurde.

In Italien bewies Dorothea Sophie großes diplomatisches Geschick und politische Weitsicht. Nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes übernahm sie zeitweise die Regentschaft und navigierte das kleine Herzogtum sicher durch die stürmischen machtpolitischen Ambitionen der europäischen Großmächte. Ihr vorrangiges Ziel war die Sicherung des Farnese-Erbes, was ihr schließlich durch die Verheiratung ihrer Stieftochter Elisabetta Farnese mit dem spanischen König Philipp V. gelang. Diese Verbindung machte sie zur Großmutter des späteren Königs Karl III. von Spanien und festigte den Einfluss ihrer Familie über Generationen hinweg.

Auch kulturell hinterließ sie in Parma tiefe Spuren. Sie war eine bedeutende Förderin der Künste und der Architektur, unterstützte den Ausbau prachtvoller Residenzen und förderte das Theaterwesen sowie religiöse Einrichtungen. Für den Stammbaum der Stadtgeschichte Münchens ist sie als Tante der Kurfürstin Elisabeth Auguste von besonderem Interesse, da sie die weitreichenden internationalen Verflechtungen des Hauses Wittelsbach verkörpert.

Ihr Leben endete in Parma, weit entfernt von ihrer pfälzischen Heimat, doch blieb sie zeitlebens eine stolze Vertreterin ihres Hauses. Als energische Regentin und strategische Familienpolitikerin bleibt sie als eine Frau in Erinnerung, die den Übergang des Farnese-Erbes an die Bourbonen maßgeblich gestaltete und die dynastischen Fäden zwischen Deutschland, Italien und Spanien knüpfte.