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Leopoldine Eleonore von der Pfalz, Prinzessin von Kurpfalz

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Neuburg

* 27.05.1679 (Neuburg a.d. Donau) – † 08.03.1693 (Düsseldorf) · ´Mousoleum in der Hofkirche St. Andreas)´

Leopoldine Eleonore von der Pfalz

Kinder

Keine Kinder erfasst
Leopoldine Eleonore von der Pfalz war eine Prinzessin aus dem Hause Pfalz-Neuburg, deren Leben die tragische Kurzlebigkeit vieler Adelskinder des Barockzeitalters widerspiegelt. Als jüngstes von 17 Kindern des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz und der Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt wurde sie in eine der einflussreichsten Familien Europas hineingeboren. Ihre Schwestern waren unter anderem die Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches, die Königin von Spanien und die Königin von Portugal, was Leopoldine zu einer wertvollen Partie auf dem europäischen Heiratsmarkt machte.

Ihre Lebensgeschichte ist untrennbar mit den dynastischen Ambitionen der Wittelsbacher verbunden. Nach dem Tod ihrer Schwester Eleonore wurde sie als potenzielle Braut für den verwitweten Kaiser Leopold I. in Betracht gezogen, doch letztlich wurde sie mit dem künftigen Kurfürsten Max Emanuel von Bayern verlobt. Diese Verbindung sollte die Bande zwischen den Linien Pfalz-Neuburg und Bayern-München festigen und den Einfluss der Wittelsbacher im Reich zementieren.

Die Vorbereitungen für ihre Hochzeit in München waren bereits weit fortgeschritten, als das Schicksal eingriff. Leopoldine erkrankte schwer und verstarb im Jahr 1693 im Alter von nur 22 Jahren in Neuburg an der Donau. Ihr Tod stürzte die Heiratspläne der Familie ins Chaos und verhinderte eine noch engere Verschmelzung der pfälzischen und bayerischen Zweige zu diesem frühen Zeitpunkt.

Für die Kunstgeschichte und das Gedenken in der Region ist Leopoldine dennoch von Bedeutung. Ihr prächtiger Sarg in der Hofkirche von Neuburg an der Donau gilt als ein Meisterwerk der barocken Bestattungskunst. Er ist mit aufwendigen Allegorien und Symbolen der Vergänglichkeit geschmückt, die den hohen Rang der Prinzessin und die tiefe Trauer des Hofes über ihr frühes Ableben dokumentieren.

Leopoldine Eleonore bleibt in der Geschichte als die „verlorene Braut“ Bayerns in Erinnerung. Ihr Tod ebnete den Weg für die spätere Heirat Max Emanuels mit Theresia Kunigunde von Polen, was wiederum völlig neue politische Allianzen für München eröffnete.