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Elisabeth von Bayern, Pfalzgräfin bei Rhein

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern-Landshut

* 1478 (Landshut) – † 15.09.1501 · Kloster Seligenthal

Ehen:
1. — · mit Ruprecht von der Pfalz
Elisabeth von Bayern
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Elisabeth von Bayern: Eine entschlossene Fürstin im Kampf um ihr Erbe
Elisabeth von Bayern, die Tochter Herzog Georgs des Reichen und der Hedwig Jagiellonica, steht als eine der zentralen und tragischsten Frauenfiguren am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit in der bayerischen Geschichte. Da ihr Vater keinen männlichen Erben hatte, setzte er sich über die geltenden Wittelsbacher Hausverträge hinweg und bestimmte Elisabeth testamentarisch zu seiner Nachfolgerin im Herzogtum Bayern-Landshut. Diese Entscheidung sollte die politische Landkarte Bayerns grundlegend erschüttern.

Ihre Vermählung mit Ruprecht von der Pfalz, einem Sohn des pfälzischen Kurfürsten, festigte den Anspruch auf das Landshuter Erbe. Doch die Erbeinsetzung einer Frau stieß auf massiven Widerstand bei der Münchner Linie der Wittelsbacher unter Herzog Albrecht IV., was schließlich in den verheerenden Landshuter Erbfolgekrieg mündete. Elisabeth bewies in dieser Krisenzeit außerordentliche Standhaftigkeit: Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes während des Konflikts führte sie den Widerstand zur Sicherung der Ansprüche ihrer Kinder entschlossen fort.

Trotz ihres Mutes und der Unterstützung durch pfälzische Truppen konnte sie sich gegen die Übermacht ihrer Gegner und die kaiserliche Acht nicht behaupten. Ihr Schicksal blieb untrennbar mit dem Niedergang des Landshuter Teilherzogtums verbunden. In der Münchner Stadtgeschichte wird sie heute als eine Frau erinnert, die mit bemerkenswerter Energie versuchte, ihre dynastischen Rechte in einer rein männlich dominierten Machtstruktur zu verteidigen. Ihr Erbe lebt in der Linie der Jungen Pfalz fort, die aus den Trümmern dieses Konflikts hervorging.